Flüchtlingskrise
UN-Organisation besorgt über Anstieg von Todesfällen unter Migranten an griechisch-türkischer Grenze

Die Internationale Organisation für Migration der Vereinten Nationen (IOM) ist alarmiert über die zunehmende Zahl von Todesfällen unter Migranten und die Berichte über Push-Backs an der EU-Außengrenze zwischen Griechenland und der Türkei.

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Genf – Die Internationale Organisation für Migration der Vereinten Nationen (IOM) ist alarmiert über die zunehmende Zahl von Todesfällen unter Migranten und die Berichte über Push-Backs an der EU-Außengrenze zwischen Griechenland und der Türkei.

Nach Informationen der UN-Organisation sind an der Landgrenze zwischen Griechenland und der Türkei 2022 mindestens 21 Migranten ums Leben gekommen. In dem gleichen Zeitraum des letzten Jahres sind demnach 10 Todesfälle verzeichnet worden. An derselben Landgrenze sollen 2021 schätzungsweise 55 Flüchtlinge ihr Leben verloren haben, überwiegend im August und im Winter.

IOM kritisiert Griechenland

Ohne Griechenland explizit beim Namen zu nennen, kritisiert die internationale Organisation die von griechischen Sicherheitskräften durchgeführten Push-Backs, also das Zurückdrängen von Migranten von den Grenzen ihres Ziel- oder Transitlandes. Derartige Aktionen seien nicht vereinbar mit den Verpflichtungen der Staaten nach internationalem und nationalem Recht.

Ferner ist die IOM besorgt über die anhaltende Misshandlung von Migranten trotz wiederholter Aufrufe zum Handeln. Amnesty International wirft in ihrem Bericht 2021 griechischen Grenzbeamten Folter, Misshandlungen und illegale Push-Backs gegen Schutzsuchende vor.

In dem englischsprachigen Bericht hat die Menschenrechtsorganisation festgehalten, wie griechische Behörden illegale Push-Backs an Land und auf See ausführen. Nach Informationen der IOM starben 2021 fast 3.500 Menschen beim Versuch, über die See- und Landgrenzen in die EU-Staaten einzureisen.

Wegen Frage an Ministerpräsident Mitsotakis erhielt niederländische Journalistin Morddrohungen

Wie weit es in Griechenland gehen kann, wenn eine Journalistin während einer Pressekonferenz Ministerpräsident Mitsotakis fragt, wann er endlich aufhört, über Push-Backs und Flüchtlinge zu lügen, musste die niederländische Journalistin Ingeborg Beugel erfahren. Die erfahrene Journalistin erhielt nach dem Vorfall Morddrohungen und wurde körperlich angegriffen.

Auf Empfehlung der niederländischen Botschaft und des Außenministeriums in Den Haag verließ Beugel Griechenland nach 40 Jahren. Nach einem Bericht der Heinrich-Böll-Stiftung ist die Unabhängigkeit der Medien in Griechenland in Gefahr.

Kemal Bölge/Genf

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