Tönnies-Skandal
Brinkhaus gegen Werbung für Billigfleisch

Der Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Ralph Brinkhaus (CDU), hat den Einzelhandel aufgefordert, Werbung mit billigen Fleischprodukten zu unterlassen.

Teilen

Düsseldorf – Der Chef der Unionsfraktion im Bundestag, Ralph Brinkhaus (CDU), hat den Einzelhandel aufgefordert, Werbung mit billigen Fleischprodukten zu unterlassen.

„Es geht nicht, dass wir mit dem Produkt Fleisch, für das im Übrigen immer ein Tier gestorben ist, Lockvogel-Angebote zum Einkaufen machen“, sagte Brinkhaus der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

Er wolle nicht mit Schuldzuweisungen arbeiten, sagte er auf die Frage nach der Verantwortung der Bürger, die billiges Fleisch kaufen. Er betonte aber: „Der Druck, der Preiskampf, den wir im Einzelhandel haben, tut der gesamten Wertschöpfungskette nicht gut.“

„Corona-Ausbruch bei Tönnies „beschämend“ für die deutsche Politik“

Der Corona-Ausbruch beim Schlachtbetrieb Tönnies in Nordrhein-Westfalen ist nach Brinkhaus ein beschämendes Beispiel für das Versagen der deutschen Politik beim Schutz von ausländischen Arbeitnehmern. „Es gibt Arbeitsverhältnisse, die wir in Deutschland nicht haben dürften. Nicht nur in der Fleischindustrie“, sagte Brinkhaus der „Rheinischen Post“.

„Wenn die Menschen hier in Deutschland sind, müssen wir uns als Politiker um sie kümmern. Wir sind für den Schutz der Arbeitnehmer in unserem Land mitverantwortlich.“ Die Politik habe in der Fleischindustrie viele Verbesserungen erreicht. „Aber es war nicht genug. Das in vielen Bereichen nützliche und unverzichtbare Instrument der Werkverträge ist in dieser Branche pervertiert worden, weil erhebliche Teile der Haupttätigkeiten des Unternehmens nicht durch eigene Mitarbeiter erbracht werden.“

Deutschland habe sich beim Thema Migration auf Flüchtlinge konzentriert und die innereuropäische Arbeitsmigration ausgeblendet. Die Infizierung von weit mehr als 1000 Tönnies-Mitarbeitern aus Rumänien und Bulgarien in seinem Wahlkreis Gütersloh sei peinlich für Deutschland, sagte Brinkhaus. „Da gibt es nichts zu beschönigen, das ist beschämend.“ Der Unternehmer Clemens Tönnies sei nicht zu mächtig. Aber um Missstände abzuschaffen, müssten sehr dicke Bretter gebohrt werden.

„Insbesondere dann, wenn eine Branche nur wenig bis gar nicht kooperiert und einsichtig ist. Wir hätten besser und tiefer bohren müssen.“ Jetzt müsse lückenlos geprüft werden, ob und wer in den Unternehmen gegen Gesetze und Vorschriften verstoßen habe und die Verantwortlichen müssten haftbar gemacht werden. „Und zweitens müssen wir uns als Politik sehr selbstkritisch fragen, welche Fehler wir selbst gemacht haben.“

Auch interessant

KI-Boom auf Pump: Versteckte Tech-Schulden erreichen 2,6 Billionen Dollar

Hamburg - Der weltweite KI-Boom wird zunehmend durch Schulden und langfristige Verpflichtungen finanziert. Eine neue Studie des weltweit führenden Kreditversicherers Allianz Trade zeigt, dass...

Karasun: „Die AfD bekämpft man nicht mit mehr AfD-Politik“

Ein Gastkommentar von Aras Karasun Sowas gab es in der Geschichte der BRD nicht, weder davor noch danach, von der CDU sowieso nicht. Wir reden...

Israel verurteilt Sanktionen aus Europa

Tel Aviv - Der Druck auf Israel wegen der Siedlungspolitik im besetzten Westjordanland nimmt zu. Zwölf westliche Staaten haben angekündigt, den Handel mit Waren...

Eurasische Wurzeln: Ein historisches Urteil über das Deutschsein

Ein Gastkommentar von Çağıl Çayır Unser Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier machte in seiner Festaktrede zum 60. Jubiläum des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens am 05. Oktober 2021 in Berlin...

Rekord in Venedig: 25 Minuten Standing Ovation für Gaza-Dokumentation „NAZA“

Venedig - In Deutschland kaum vorstellbar: Bei den Filmfestspielen von Venedig hat die Gaza-Dokumentation „NAZA“ eine rund 25-minütige Standing Ovation erhalten. Der minutenlange Beifall...

Headlines

Israel verurteilt Sanktionen aus Europa

Tel Aviv - Der Druck auf Israel wegen der Siedlungspolitik im besetzten Westjordanland nimmt zu. Zwölf westliche Staaten haben...

US-Kommentatorin Hernandez – Darf ich vorstellen: Alice Weidel

Ein Gastkommentar von Mariana Hernandez Am Sonntag holte ihre Partei in einem deutschen Bundesland fast 44 Prozent. Sie führte ihren...

Netanjahu zum 7. Oktober: „Sie haben mich nicht geweckt“

Tel Aviv - Im Vorfeld der anstehenden Parlamentswahlen in Israel hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schwere Vorwürfe gegen die eigene...

Israels Verteidigungsminister Katz fordert Massenvertreibung aus dem Gazastreifen

Tel Aviv - Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hat sich erneut für eine großangelegte Übersiedlung der palästinensischen Bevölkerung aus...

Meinung

Uri Poliavich: Gemeindeentwicklung und Schulen

Eine Schule kann mehr als nur ein Ort für Unterricht sein, wenn Familien, Pädagogen und lokale Initiativen denselben Bildungsraum nutzen. Uri Poliavich wird als...

Israel verurteilt Sanktionen aus Europa

Tel Aviv - Der Druck auf Israel wegen der Siedlungspolitik im besetzten Westjordanland nimmt zu. Zwölf westliche Staaten haben angekündigt, den Handel mit Waren...

Rapor: Afrika Gençliği Ruh Sağlığında Dünya Lideri

Londra - Maddi refah, ruh sağlığının garantisi değil. Şubat 2026 sonunda yayımlanan yeni bir küresel rapor, zihinsel esenlik haritasını temelden sarstı. İngiltere, Japonya ve Yeni...

Araştırma: ChatGPT kullanımı beyin aktivitesini önemli ölçüde azaltıyor

Cambridge – MIT Media Lab tarafından yapılan bir araştırma, ChatGPT ve diğer AI asistanlarının kullanımının beyin aktivitesini büyük ölçüde azalttığına dair ilk kanıtları sunuyor. Araştırma,...

Araştırma: Dini İnanç, Gençleri Kaygı Bozukluklarından Koruyan Temel Bir Faktör

Almanya - Bochum Ruhr Üniversitesi (RUB) tarafından yürütülen güncel bir araştırma, dini inancın çocukların ve gençlerin ruh sağlığı için kritik bir koruyucu faktör olduğunu...