Tschechien
Ex-PYD-Chef Salih Muslim freigelassen

Der auf Antrag der Türkei am Samstag in Prag festgenommene ehemalige Co-Vorsitzende der PYD Salih Muslim wurde freigelassen.

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Prag (nex) – Der auf Antrag der Türkei am Samstag in Prag festgenommene ehemalige Co-Vorsitzende der PYD Salih Muslim wurde freigelassen.

Der 67-Jährige war in der Nacht zu Sonntag in Prag auf der Grundlage eines Interpol-Haftbefehls in Gewahrsam genommen worden.

Muslim war laut türkischen Medien von der Türkei über Interpol mit einer sogenannten Red Notice zur Festnahme ausgeschrieben worden.

Muslim habe versprochen, das EU-Gebiet nicht zu verlassen und bei kommenden Gerichtsanhörungen anwesend zu sein, so eine Sprecherin des Gerichts.

„Es ist ein Urteil, das wir nicht erwartet haben. Wir sind traurig, dass Salih Muslim, der an vielen Terroranschlägen in der Türkei beteiligt war, freigelassen wurde“, sagte der türkische Botschafter in Prag, Ahmet Necati Bigalı. Das Urteil könne den bilateralen Beziehungen zwischen der Türkei und Tschechien schaden, so Necati weiter.

Salih Muslim gehörte zu den meistgesuchten Männern der Türkei. Das türkische Innenministerium hatte auf seinen Kopf eine Belohnung von fast einer Million Dollar ausgesetzt.

Die PYD gilt als syrischer Arm der international als Terrororganisation eingestuften PKK. Amnesty International warf der Organisation in der Vergangenheit wiederholt Menschenrechtsverletzungen im Norden Syriens vor. Demnach soll die von den USA und Deutschland unterstützte Organisation  in Nordsyrien Tausende Zivilisten zur Flucht gezwungen und Dörfer zerstört haben. Amnesty spricht von einem Kriegsverbrechen.

Dem UN-Hochkommissar für Menschenrechte zufolge zerstörten Streitkräfte der PYD im Februar 2016 in Tal Tamer in der Provinz al-Hasaka die Häuser zahlreicher arabischer Zivilpersonen. Zudem werden verschiedenen Menschenrechtsorganisationen zufolge Minderjährige vom Sicherheitsdienst Asayish, kurdischen Sicherheitskräften und der PYD zwangsweise Kindersoldaten rekrutiert.

Nach Angaben des syrischen Netzwerks für Menschenrechte kamen bei Angriffen der YPG (dem bewaffneten Arm der PYD) zwischen Februar und April 2016 in den von der Opposition gehaltenen Gebieten Aleppos mindestens 23 Zivilisten ums Leben.

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