New York
Orthodoxe Juden demonstrieren gegen Trumps Jerusalem-Beschluss

An den weltweiten Protestaktionen gegen den Beschluss des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen, beteiligten sich am gestrigen Freitag auch antizionistisch-orthodoxe Juden.

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New York (nex) – An den weltweiten Protestaktionen gegen den Beschluss des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen, beteiligten sich am gestrigen Freitag auch antizionistisch-orthodoxe Juden.

Die unter dem Namen „Neturei Karta“ bekannte Gruppe versammelte sich am Samstag vor der Zentrale der Vereinten Nationen in New York. Auf den Bannern, die von Mitgliedern der Gemeinschaft hochgehalten wurden, waren Sätze wie „Mr. Präsident, der Staat Israel stahl das Heilige Land“ oder „Man muss begreifen, dass Israel kein jüdischer Staat ist“, zu lesen.

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch trotz internationaler Warnungen die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt und die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem angekündigt. Der Anführer der Hamas Ismail Hanijeh rief zu einer neuen Intifada auf. Trumps Entscheidung komme einer “Kriegserklärung” gleich, sagte er.

Hanijeh forderte die Palästinenser auf, am Freitag Proteste zu starten, die muslimischen Länder sollten ihre Beziehungen zu den USA abbrechen.
Auf einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz in Gaza City sagte er: “Wir rufen das palästinensische Volk auf, am Freitag auf die Straße zu gehen und eine neue Intifada zur Verteidigung Jerusalems zu starten.”

Aus Protest begannen die Palästinenser bereits am Donnerstagmorgen einen Generalstreik. In Ost-Jerusalem und im Westjordanland blieben öffentliche Einrichtungen, Banken, Geschäfte sowie Schulen geschlossen. Seit Beginn der Proteste sind mindestens zwei Palästinenser ums Leben gekommen und Hunderte verletzt worden.

Jerusalem bleibt der Kern des israelisch-palästinensischen Konflikts. Die Palästinenser hoffen, dass Ost-Jerusalem, das zur Zeit von Israel besetzt ist, als Hauptstadt eines künftigen palästinensischen Staates dienen könnte.

Während der ersten Intifada ( “Krieg der Steine“) von 1987 bis 1993 kamen etwa 2.200 Palästinenser und 200 Israelis ums Leben. Bei der zweiten Intifada (“Al-Aksa-Intifada”) von 2000 bis 2005 starben über 3.500 Palästinenser und mehr als 1.000 Israelis.

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„Jeder sollte sich dessen bewusst werden, dass eine Debatte über den Nahost-Konflikt nichts mit Antisemitismus zu tun hat, sondern allein mit Fragen des Völkerrechts, der UNO-Charta, den Genfer Konventionen, die leider von den Israelis tagtäglich verletzt werden, und damit, dass man darüber reden darf und soll und auch eine eigene Meinung haben darf.“ Ein Kommentar.

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