Start Panorama Ausland Dogancay-Friedhof Türkei: „Friedhof der Namenlosen“ in Izmir eröffnet

Dogancay-Friedhof
Türkei: „Friedhof der Namenlosen“ in Izmir eröffnet

Ein "Friedhof der Namenlosen" wurde in der westtürkischen Ägäis-Stadt Izmir in Küstennähe errichtet. Hier werden Flüchtlinge bestattet, die bei dem Versuch, nach Griechenland überzusetzen, gestorben sind.

(Foto: Screenshot/Youtube)
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Izmir (nex) – Ein „Friedhof der Namenlosen“ wurde in der westtürkischen Ägäis-Stadt Izmir in Küstennähe errichtet. Hier werden Flüchtlinge bestattet, die bei dem Versuch, nach Griechenland überzusetzen, gestorben sind.

Der neu gegründete Dogancay-Friedhof beherbergt Dutzende Gräber, die meisten nur mit Nummern versehen. Ein Imam verrichtet das Totengebet für die nicht identifizierten Leichen.

„Es ist schwer zu ertragen“, sagt der Imam Hüseyin Akgül im Gespräch mit der türkischen Tageszeitung Hürriyet. „Vor allem wegen der Kinder sind wir sehr traurig. Es schmerzt, sie zu beerdigen und allein unter der Erde zurückzulassen, an einem Ort, den sie nicht einmal kennen, wo sie doch eigentlich in den Gärten ihrer Häuser spielen und mit ihren Freunden zusammen sein sollten.“

Der Imam sagt, er und seine Kollegen fühlten sich verantwortlich für die Toten: „Sie haben hier niemanden. Wir sind ihre einzige Gemeinschaft. Wir denken, dass sie uns anvertraut wurden. Deswegen schenken wir ihnen mehr Aufmerksamkeit. Die Stadt hat vor Kurzem hier einen Rasen angelegt und alle Gräber mit Blumen verziert“, so Akgül gegenüber Hürriyet.

Für einen Menschen sei es unmöglich, nicht traurig zu sein. Den Toten seien DNA-Proben entnommen worden, damit ihre Verwandten – sollten sie in nächster Zeit gefunden werden – die Leichname in Empfang nehmen könnten.

Akgül: „Unser größtes Bittgebet ist natürlich, dass das Böse und die Kriege ein Ende nehmen.“

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