Hollywood
Nach Israel-Kritik: Über 170 jüdische Kulturschaffende verteidigen Mark Ruffalo

Nach Israel-Kritik: Über 170 jüdische Kulturschaffende verteidigen Mark Ruffalo und weisen die Antisemitismus-Vorwürfe von Paramount zurück.

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Los Angeles – Der Schauspieler Mark Ruffalo, der in den USA seit langem als einer der lautstärksten Kritiker der israelischen Regierungspolitik in Hollywood gilt und eine zentrale Stimme für die Rechte der Palästinenser in der US-Filmindustrie darstellt, erhält massive Unterstützung aus der eigenen Branche.

In einem offenen Brief stellen sich mehr als 170 jüdische Kulturschaffende hinter den Marvel-Star und weisen Vorwürfe des Medienkonzerns Paramount entschieden zurück, Ruffalo bediene antisemitische Stereotype. Der Vorfall markiert eine erneute Zuspitzung der Debatte über Meinungsfreiheit und politischen Einfluss innerhalb der amerikanischen Unterhaltungsindustrie.

Kritik an Fusionsplänen und Oracle-Verflechtungen

Auslöser der Auseinandersetzung war eine Kontroverse um die geplante Fusion der Branchenriesen Paramount und Warner Bros. In einem Social-Media-Beitrag hatte Ruffalo den Deal scharf kritisiert und den Eigentümern schwere Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Israel-Gaza-Konflikt gemacht.

Dabei verwies er unter anderem auf die technologische Verflechtung des Softwarekonzerns Oracle mit dem israelischen Militär und warf den Verantwortlichen vor, Systeme der Unterdrückung mitzufinanzieren. Paramount reagierte darauf mit dem Vorwurf der Untergrabung ethischer Standards und der Verbreitung antisemitischer Rhetorik.

In ihrem gemeinsamen Schreiben weisen die Unterzeichner – darunter namhafte Regisseure, Autoren und Schauspieler wie Hannah Einbinder, Joel Coen, Todd Haynes, Ilana Glazer, Tony Kushner, Emma Seligman, Jane Schoenbrun und Wallace Shawn – diesen Vorwurf geschlossen zurück.

Das Aufzeigen von Verbindungen zwischen der Hollywood-Machtstruktur und militärischen Operationen sei das genaue Gegenteil von Antisemitismus und stelle vielmehr den Kern jüdischer Ethik dar. Es sei an der Zeit, pauschale Antisemitismusvorwürfe einzustellen, wenn diese lediglich dazu dienten, Kriege, Oligarchiestrukturen und unternehmerische Monopole zu verteidigen. Die Erstunterzeichner betonten, dass sie stolz an der Seite Ruffalos und aller Menschen stünden, die sich mächtigen Konzerninteressen entgegenstellten.

Wachsender internationaler Druck auf Israel

Der Streit um Ruffalo reiht sich ein in eine weltweite Bewegung, bei der die Kritik an der israelischen Kriegsführung längst nicht mehr auf künstlerische Kreise beschränkt bleibt. International wächst der Druck auf Tel Aviv massiv – neben Kulturschaffenden distanzieren sich zunehmend auch ausländische Regierungen und führende Menschenrechtsorganisationen, die dem Land schwere Verstöße gegen das Völkerrecht und die humanitären Prinzipien vorwerfen.

Hohe Opferzahlen und unerkannte Dunkelziffer in Gaza

Untermauert wird diese internationale Empörung durch die anhaltend katastrophalen Zahlen vom Kriegsschauplatz. Nach offiziellen Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza stieg die Zahl der dokumentierten palästinensischen Todesopfer seit dem 7. Oktober 2023 auf mittlerweile 73.470.

Weitere 174.540 Menschen wurden verletzt. Diese Bilanz schließt bereits über 1.300 Todesopfer ein, die durch fortlaufende Verstöße seit dem unter US-Vermittlung ausgehandelten Waffenstillstand vom Oktober 2025 registriert wurden.

Unabhängige Demografen und internationale Hilfsorganisationen gehen jedoch davon aus, dass die tatsächliche Opferzahl die Marke von 100.000 Menschen längst überschritten hat. Die offiziellen Statistiken erfassen ausschließlich Leichen, die physisch in den verbliebenen, betriebsbereiten Krankenhäusern eingeliefert und registriert werden konnten.

Mindestens 9.500 Menschen gelten weiterhin als vermisst und liegen größtenteils unter den Trümmern eingestürzter Gebäude begraben, ohne dass Rettungskräfte zu ihnen vordringen können. Eine umfassende demografische Analyse des renommierten Max-Planck-Instituts für demografische Forschung schätzte die Gesamtzahl der getöteten Palästinenser bereits für Ende 2025 auf bis zu 125.915 Menschen, da sie auch die unregistrierten Verstorbenen unter den Schuttbergen einberechnete.

Hinzu kommen tausende indirekte Todesfälle, die durch Hungersnöte, das zusammengebrochene Gesundheitssystem und den Mangel an medizinischer Versorgung als Folge der jahrelangen Blockade verursacht wurden.

 


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