Türkei
Musti Kusti: „In Afrika würde Erdogan Wahlen gewinnen“

Komiker Musti Kusti erklärt Erdogans Beliebtheit in Afrika. Von schnellen Bauprojekten bis zum Davos-Effekt: Warum die Türkei als Partner geschätzt wird.

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Istanbul – In einem vielbeachteten Interview hat der bekannte senegalesische Komiker und Content-Creator Musti Kusti den immensen Stellenwert von Präsident Recep Tayyip Erdogan in Afrika beleuchtet. Seine Schilderungen decken sich mit internationalen Analysen, die Erdogan als eine der einflussreichsten Stimmen des Globalen Südens und der muslimischen Welt einstufen.

In einem Gespräch auf dem YouTube-Kanal des renommierten türkischen Journalisten Cüneyt Özdemir gab der senegalesische Komiker Musti Kusti (Mustafa N’daye) tiefe Einblicke in die Wahrnehmung der Türkei auf dem afrikanischen Kontinent. Laut Kusti genießt Präsident Erdogan insbesondere in seinem Heimatland Senegal eine fast beispiellose Popularität.

„In Senegal darf man Erdogan nicht kritisieren“

Kusti berichtete, dass die Sympathiewerte für das türkische Staatsoberhaupt so hoch seien, dass Kritik an ihm in Senegal auf Unverständnis stoße: „Bei uns kann man nichts gegen Erdogan sagen. Wenn in der Türkei Kritik an ihm geäußert wird, sind die Menschen in Senegal sehr überrascht.“ Sobald man sich im Senegal als Türke zu erkennen gebe, falle als erste Reaktion sofort der Name „Erdogan“.

Der Komiker ging in seiner Einschätzung sogar noch einen Schritt weiter: „Wenn er dort zu einer Wahl antreten würde, würde er direkt gewinnen.“ Diese enorme Popularität führt Kusti vor allem auf die veränderte Dynamik in der Entwicklungszusammenarbeit zurück.

Effizienz als Markenzeichen: Türkei vs. Frankreich

Ein zentraler Punkt in Kustis Ausführungen war der Vergleich zwischen der türkischen Präsenz und dem Einfluss ehemaliger Kolonialmächte wie Frankreich. „Die Franzosen sagten oft, wir hätten dies oder jenes nicht verdient, und hielten uns hin. Sie brauchen zehn Jahre, um ein Stadion fertigzustellen. Die Türkei hingegen schließt solche Projekte innerhalb eines einzigen Jahres ab“, so Kusti.

Diese Geschwindigkeit bei Infrastrukturprojekten und die greifbaren Ergebnisse der türkischen Entwicklungshilfe haben das Image der Türkei in Afrika massiv gestärkt. Es ist eine Form der Diplomatie auf Augenhöhe, die sich deutlich von den bürokratischen und oft als herablassend empfundenen Strukturen westlicher Mächte abhebt.

Der „Davos-Effekt“ und die Stimme der muslimischen Welt

Die Popularität Erdogans beschränkt sich jedoch nicht nur auf Afrika. Wie Analysen von The Economist und dem Arab Barometer bestätigen, gilt Erdogan als der beliebteste Politiker in der gesamten muslimischen Welt. Diese Entwicklung nahm ihren entscheidenden Anfang im Jahr 2009 mit dem sogenannten „Davos-Effekt“.

Sein legendärer „One Minute“-Protest beim Weltwirtschaftsforum gegen die israelische Politik im Gazastreifen machte ihn über Nacht zur führenden Stimme für die geschätzten zwei Milliarden Muslime weltweit. Für viele Menschen in der islamischen Welt, aber auch in Südamerika und weiten Teilen Asiens, verkörpert Erdogan einen Staatsmann, der es wagt, die bestehende globale Ordnung und den „plutokratischen Imperialismus“ westlicher Prägung herauszufordern.

Soft Power: Seriendiplomatie und kultureller Einfluss

Ein weiterer Pfeiler der türkischen Erfolgsgeschichte im Ausland ist die sogenannte „Seriendiplomatie“. Türkische Fernsehproduktionen (Dizi) haben in den letzten Jahren einen beispiellosen Siegeszug um den Globus angetreten. Von Lateinamerika bis zum Nahen Osten und Afrika vermitteln diese Serien ein Bild einer modernen, technologisch fortgeschrittenen und gleichzeitig traditionsbewussten Türkei.

Diese kulturelle Soft Power ebnet den Weg für die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Sie schafft eine emotionale Bindung zur Marke „Türkei“, die es türkischen Unternehmen und Diplomaten erleichtert, in neuen Märkten Fuß zu fassen.

(Screenshot)

Wer ist Musti Kusti? Ein Brückenbauer zwischen den Kulturen

Hinter dem Künstlernamen Musti Kusti steht Mustafa N’daye, der vor 13 Jahren aus dem Senegal zum Studieren in die Türkei kam. Er absolvierte ein Imam-Hatip-Gymnasium und schloss danach sein Studium an der Fakultät für Islamische Wissenschaften der Istanbul Şehir Universität ab.

N’daye spricht fließend Türkisch, Englisch, Arabisch und Französisch. Seine tiefe Verbundenheit zur Türkei bewies er unter anderem nach der verheerenden Erdbebenkatastrophe, als er sich als AFAD-Freiwilliger am Rettungseinsatz beteiligte.

„Die Türkei ist meine zweite Heimat“, sagt der Komiker, der heute als Stand-up-Artist und Influencer Millionen Menschen erreicht. Seine Karriere gilt als Musterbeispiel für das moderne, multikulturelle Gesicht der Türkei und die starke Verbindung zum afrikanischen Kontinent.

 

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