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Sicherheit, Fitness und Resilienz: Warum moderne Selbstverteidigungssysteme kein Alter kennen

Selbstverteidigung ist kein Kampfsport: Erfahren Sie, warum Systeme wie Krav Maga für Senioren, Frauen & Profis ideal sind, um Fitness & Sicherheit zu steigern.

(Symbolfoto: pixabay)
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Nürnberg – In einer Zeit, in der das Bedürfnis nach persönlicher Sicherheit und körperlicher Fitness stetig wächst, rücken spezialisierte Selbstverteidigungssysteme immer mehr in das öffentliche Interesse.

Anders als beim klassischen Kampfsport steht hier nicht der sportliche Wettkampf, sondern die reine Handlungsfähigkeit im Vordergrund. Dass solche Konzepte sowohl beim Militär als auch bei Senioren gleichermaßen funktionieren, macht sie zu einem vielseitigen Werkzeug für den modernen Alltag.

Das wachsende Interesse an Systemen wie Krav Maga oder speziellen Combatives-Programmen zeigt einen deutlichen Trend: Menschen suchen nach Wegen, sich effektiv zu schützen, ohne jahrelang komplexe Bewegungsabläufe studieren zu müssen.

Dabei wird oft ein entscheidender Unterschied deutlich, auf den Experten immer wieder hinweisen: Es handelt sich hierbei nicht um Kampfsport oder Kampfkunst, sondern um reine Selbstverteidigungssysteme.

Von Profis erprobt, für Zivilisten optimiert

Ein wesentliches Merkmal dieser Systeme ist ihr Ursprung. Viele der heute im zivilen Bereich unterrichteten Techniken finden ihre Wurzeln bei der Polizei, dem Militär oder internationalen Sicherheitskräften. Dort müssen Techniken unter extremem Stress funktionieren und innerhalb kürzester Zeit erlernbar sein.

Doch genau diese Effizienz macht sie auch für den normalen Bürger attraktiv. Während Spezialeinheiten diese Methoden für taktische Einsätze nutzen, profitieren auch Frauen, Jugendliche und ältere Menschen von der Reduktion auf das Wesentliche.

Es geht nicht um Kraft gegen Kraft, sondern um die Nutzung natürlicher Reflexe. So wird sichergestellt, dass auch körperlich unterlegene Personen eine realistische Chance haben, sich in bedrohlichen Situationen zu behaupten.

Die Illusion des „Outsourcing“ von Sicherheit

Ein zentraler Gedanke in der modernen Selbstverteidigung ist die Eigenverantwortung. In Fachkreisen betont man oft, dass Sicherheit ein Gut ist, das man in kritischen Augenblicken nicht delegieren kann.

„In entscheidenden Augenblicken bleibt uns oft nur die eigene Handlungsfähigkeit“, erklärt Bülent Birgi, Instructor des Nürnberger Ausbildungszentrums Combative Nomads. „Kein Notruf und keine externe Hilfe kann in dem exakten Moment eingreifen, in dem eine Situation eskaliert.“

Nach Ansicht des Übungsleiters gehe es primär darum, diese kurzen Zeitfenster zu erkennen, in denen Wahrnehmung und Entscheidung zusammenfallen. Ziel des Trainings sei es daher, die Schockstarre zu überwinden. Man könne Sicherheit in diesen Momenten schlichtweg nicht „outsourcen“ – man müsse selbst in der Lage sein, die Situation zu kontrollieren, bis externe Hilfe eintrifft oder die Flucht möglich ist.

Mehr als nur Abwehr: Ein Fitness-System für jedes Alter

Neben dem Sicherheitsaspekt bietet die Arbeit in Selbstverteidigungssystemen einen massiven gesundheitlichen Mehrwert. Da keine akrobatischen Höchstleistungen oder extreme Gelenkigkeit gefordert sind, eignet sich das Training hervorragend als funktionelle Fitness für die Generation 50+.

Durch die natürlichen Bewegungsabläufe werden Muskelgruppen gestärkt, die für die Stabilität im Alltag und die Sturzprophylaxe entscheidend sind. Das Training fördert die Beweglichkeit und das Herz-Kreislauf-System, ohne den Körper durch starre, unnatürliche Formen zu belasten. Für viele Teilnehmer ist dieser „Nebeneffekt“ der gesteigerten Vitalität oft ebenso wichtig wie die erlernten Schutztechniken.

Psychologische Souveränität und die „Vogelperspektive“

Die Wirkung eines fundierten Trainings zeigt sich jedoch meist schon lange vor einer körperlichen Auseinandersetzung. Ein wesentlicher Teil der Ausbildung besteht darin, die eigene Wahrnehmung zu schulen und eine sogenannte „Vogelperspektive“ zu entwickeln.

Der Instructor aus Nürnberg betont in diesem Zusammenhang, dass Teilnehmer lernen, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen und Situationen bereits im Vorfeld strukturiert zu bewerten. Dies führe zu einer veränderten Präsenz im Alltag:

  • Klarere Körpersprache: Wer souverän auftritt, wird seltener zum Ziel.
  • Konfliktvermeidung: Durch ein gesteigertes Selbstbewusstsein sinkt das Bedürfnis, sich auf verbale Provokationen einzulassen.
  • Gelassenheit: Die Fähigkeit, unter Stress handlungsfähig zu bleiben, überträgt sich auch auf soziale und berufliche Druckmomente.
(Symbolfoto: Pexels)

Worauf es bei der Wahl des Systems ankommt

Da der Markt für Selbstverteidigung unübersichtlich sein kann, raten Experten dazu, auf eine seriöse und wertschätzende Trainingsatmosphäre zu achten. L

aut dem Nürnberger Fachmann findet Entwicklung nur dort statt, wo Menschen sich sicher fühlen. Ein gutes System zeichne sich durch ein klares Curriculum aus, das wie ein roter Faden durch die Ausbildung führt – vergleichbar mit den Fortschrittsstufen klassischer Disziplinen, aber ohne deren oft starre Traditionen.

Es gehe letztlich darum, ein Konzept zu wählen, das zur eigenen Lebensrealität passt. Ob für die Frau, die abends sicher nach Hause kommen möchte, oder für den Senior, der seine Mobilität erhalten will – die moderne Selbstverteidigung bietet Werkzeuge, die weit über das körperliche Kämpfen hinausgehen.

Ein Plädoyer für die innere Freiheit

Am Ende ist die Beschäftigung mit der eigenen Verteidigungsfähigkeit ein Akt der Selbstbestimmung. Es ist das Investment in das Wissen, dass man im Ernstfall nicht hilflos ist. In einer Gesellschaft, die oft auf institutionelle Sicherheit vertraut, stellt die Rückbesinnung auf die eigene Souveränität – sowohl physisch als auch mental – einen bedeutenden Beitrag zur persönlichen Lebensqualität dar.

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