Alijew-Besuch
Zwischenfall in Washington: Aserbaidschans Botschaft dementiert Gewaltvorwürfe

Aserbaidschans Botschaft weist Vorwürfe über Gewalt gegen Demonstranten in Washington zurück. Sicherheitskräfte hätten auf Provokationen gegen den Konvoi reagiert.

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Washington, D.C. – Ein Zwischenfall vor dem Waldorf Astoria Hotel in der US-Hauptstadt Washington sorgt für diplomatische Spannungen und gegensätzliche Darstellungen.

Während Demonstranten behaupten, von Sicherheitskräften des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew tätlich angegriffen worden zu sein, weist die aserbaidschanische Botschaft in den USA diese Vorwürfe entschieden zurück und spricht von einer notwendigen Reaktion auf eine „Provokation“.

Schwere Vorwürfe der Demonstranten

Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag, den 19. Februar 2026, am Rande eines Besuchs von Präsident Alijew. Eine Gruppe von Demonstranten hatte sich vor dem Hotel versammelt, um die Freilassung politischer Gefangener in Aserbaidschan zu fordern.

Gegenüber US-Medien gaben Teilnehmer des Protests an, sie seien von Männern in Anzügen – mutmaßlich Leibwächter des Präsidenten – zu Boden geworfen, geschlagen und getreten worden. Auf sozialen Netzwerken kursierende Videos zeigen Szenen, in denen Sicherheitskräfte physisch gegen die Demonstranten vorgehen.

„Wenn seine (Alijews) Sicherheitskräfte friedliche Demonstranten im Zentrum von Washington, DC, angreifen können, wirft das ernsthafte Fragen darüber auf, was mit Oppositionsmitgliedern und den mehr als 400 politischen Gefangenen geschieht, die derzeit in Aserbaidschan inhaftiert sind“, so ein Demonstrant gegenüber CNN.

Die Reaktion der Botschaft: „Aggression gegen das Fahrzeug“

Die aserbaidschanische Botschaft in Washington veröffentlichte am Freitag eine offizielle Stellungnahme, in der sie die Vorwürfe als Fehlinterpretation der Ereignisse zurückweist. Laut der Botschaft handelte es sich bei dem Protest um eine koordinierte Provokation.

Als sich der präsidiale Konvoi dem Hotel näherte, hätten Demonstranten versucht, gewaltsam in den abgesperrten Sicherheitsbereich einzudringen und das Fahrzeug des Präsidenten direkt zu blockieren.

„Der Sicherheitsdienst des Präsidenten hatte keine andere Wahl, als sofort einzugreifen, da jeder Versuch, ein geschütztes Fahrzeug mit einem Staatsoberhaupt zu behindern, ein ernstes Sicherheitsrisiko darstellt“, heißt es in der Erklärung.

Die Reaktion habe lediglich dem Ziel gedient, die Sicherheit des Präsidenten zu gewährleisten. Zudem betonte die Botschaft, dass das Hotelareal offiziell zum Sicherheitsperimeter des US Secret Service gehörte und die aserbaidschanischen Beamten in strikter Abstimmung mit den US-Behörden gehandelt hätten.

Hintergrund: Aliyev beim „Board of Peace“

Präsident Ilham Aliyev hält sich derzeit auf Einladung von US-Präsident Donald Trump in Washington auf. Anlass ist das Gründungstreffen des neu ins Leben gerufenen „Board of Peace“ (Friedensrat).

Dieses Gremium soll laut Trump eine zentrale Rolle bei der Schlichtung internationaler Konflikte spielen. Aliyev nimmt als einer der Hauptvertreter teil, da Trump insbesondere die Rolle Aserbaidschans bei der Stabilisierung des Kaukasus und die Vermittlung im Ukraine-Konflikt sowie im Gazastreifen hervorhebt.

Der Zwischenfall weckt Erinnerungen an ähnliche Ereignisse aus dem Jahr 2017, als Sicherheitskräfte des türkischen Präsidenten Erdoğan in Washington ebenfalls mit Demonstranten aneinandergerieten. Die aserbaidschanische Seite mahnt nun zur „verantwortungsvollen Berichterstattung“ und warnt davor, voreilige Schlüsse auf Basis „unverifizierter Behauptungen“ zu ziehen.

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