Syrien
Sensation in Syrien: Umfassendes Abkommen zur SDF-Integration – Lokale Bevölkerung feiert Ende der Miliz-Vorherrschaft

Sensation in Syrien: Präsident al-Scharaa und die SDF einigen sich auf Integration. Währenddessen begehren lokale kurdische Gruppen gegen die SDF-Vorherrschaft auf.

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Damaskus – In einer historischen Wende hat der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa am Sonntag ein 14-Punkte-Abkommen mit den Syrisch-Demokratischen Kräften (SDF) unterzeichnet.

Die Vereinbarung sieht eine vollständige Integration der SDF-Einheiten in die nationalen Strukturen vor. Während diplomatische Kreise von einem „Durchbruch für die Einheit“ sprechen, zeigen Berichte von vor Ort, dass Teile der kurdischen Bevölkerung den Rückzug der SDF-Strukturen bereits eigenständig vorantreiben.

Das Ende der Spaltung: Der 14-Punkte-Plan

Das Abkommen, das unter Vermittlung internationaler Akteure zustande kam, markiert das Ende der jahrelangen Fragmentierung Nordostsyriens. Kernpunkte sind ein sofortiger Waffenstillstand und die schrittweise Eingliederung aller SDF-Kämpfer in das syrische Verteidigungs- und Innenministerium auf individueller Basis.

Die Provinzen Raqqa und Deir ez-Zor kehren damit vollständig unter die administrative Kontrolle von Damaskus zurück. Ein besonderer Erfolg für die regionale Sicherheit: Das Abkommen verpflichtet die SDF, alle nicht-syrischen Kader der PKK aus dem Staatsgebiet auszuweisen – ein Schritt, der auch in Ankara auf positive Resonanz stößt.

Lokale Realität: Kurdischer Widerstand gegen die SDF-Dominanz

Während das Abkommen in den Hauptstädten verhandelt wurde, schufen Zivilisten vor Ort bereits Fakten. Entgegen dem in Deutschland oft verbreiteten Narrativ, die SDF/YPG seien die alleinigen und unangefochtenen Vertreter aller Kurden, zeigen aktuelle Aufnahmen ein anderes Bild.

In Ortschaften wie Markadah (Provinz Hasaka) kam es zu spontanen Erhebungen. Videoaufnahmen dokumentieren, wie lokale kurdische und arabische Bewohner ihre hometowns eigenständig von der SDF-Verwaltung übernehmen.

Die „totalitäre Einparteienherrschaft“ der PYD-geführten Strukturen scheint für viele Menschen vor Ort zur Belastung geworden zu sein. In vielen befreiten Gebieten im Norden Syriens wurde die syrische Armee nicht als Besatzer, sondern mit Jubel empfangen – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Sehnsucht nach staatlicher Ordnung und dem Ende der Milizherrschaft über ethnische Grenzen hinweg groß ist.

Bestätigung für Ankara: „Syriens Zukunft liegt nicht im Terrorismus“

Für die türkische Regierung sind die aktuellen Aufstände der lokalen Bevölkerung in Nordostsyrien keine Überraschung, sondern die Bestätigung einer jahrelangen Warnung. Das türkische Außenministerium begrüßte das am Sonntag in Damaskus unterzeichnete Abkommen zur Integration der SDF ausdrücklich und bezeichnete es als „notwendigen Schritt zur Wahrung der territorialen Integrität Syriens“.

In einer offiziellen Erklärung unterstrich Ankara die Bedeutung der „Realitäten vor Ort“:

„Wir hoffen, dass nun alle Gruppen und Individuen in Syrien vollends verstanden haben, dass die Zukunft des Landes nicht in Terrorismus und Spaltung, sondern in Einheit und Integration liegt“, so das Ministerium am 18. Januar.

Außenminister Hakan Fidan hatte bereits im Vorfeld der Verhandlungen betont, dass das von den SDF/YPG installierte Verwaltungssystem ein „Fremdkörper“ in der Region sei, der nur durch externe Unterstützung künstlich am Leben erhalten wurde. Aus türkischer Sicht entlarven die aktuellen Bilder von jubelnden Zivilisten und lokalen Aufständen das Narrativ einer breiten Unterstützung für die SDF als Mythos.

Die Türkei sieht sich in ihrer Position bestärkt, dass eine dauerhafte Stabilisierung nur durch die Rückkehr staatlicher Souveränität und die Auflösung bewaffneter Milizstrukturen – insbesondere der PKK-nahen Kader – erreicht werden kann.

Rückblick: 15 Jahre Krieg und das Ende der Ära Assad

Dieser heutige Wendepunkt ist nur vor dem Hintergrund der verheerenden letzten 15 Jahre zu verstehen. Seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs 2011 im Zuge des Arabischen Frühlings versank Syrien in einer Spirale aus Gewalt, die Hunderttausende Menschenleben forderte und Millionen in die Flucht trieb.

Dass sich Baschar al-Assad weitaus länger an der Macht halten konnte als andere Despoten der Region, lag maßgeblich an der massiven militärischen Unterstützung durch Russland. Seit der russischen Intervention 2015 sicherte Moskau dem Regime durch Luftangriffe und Spezialeinheiten das Überleben, während der Iran mit Milizen am Boden operierte.

Doch im Dezember 2024 brach das System in einem rasanten Blitzkrieg der Opposition endgültig zusammen. Assad floh schließlich nach Moskau, wo ihm und seiner Familie aus „humanitären Gründen“ Asyl gewährt wurde – ein einsames Ende für einen Machthaber, der sein Land für den eigenen Machterhalt in Trümmer legte.

Unter der neuen Führung von Ahmed al-Scharaa versucht Syrien nun den schwierigen Spagat: Die Wiederherstellung der staatlichen Souveränität, die Versöhnung der verschiedenen Volksgruppen und den Wiederaufbau eines Landes, das nach anderthalb Jahrzehnten Krieg endlich eine Chance auf Frieden sucht.

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