Cavusoglu in Serbien
Türkei und Serbien arbeiten an passfreiem Reisen

Nach Ländern wie die Ukraine, Moldawien oder Georgien, soll für türkische Staatsbürger bald auch nach Serbien passfreies Reisen möglich werden. Der türkische Außenminister kündigte am Dienstag nach einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem Amtskollegen Nikola Selaković in der serbischen Hauptstadt Belgrad an, dass bereits an diesem Plan gearbeitet werde

Teilen

Belgrad – Nach Ländern wie die Ukraine, Moldawien oder Georgien, soll für türkische Staatsbürger bald auch nach Serbien passfreies Reisen möglich werden. Der türkische Außenminister kündigte am Dienstag nach einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem Amtskollegen Nikola Selaković in der serbischen Hauptstadt Belgrad an, dass bereits an diesem Plan gearbeitet werde, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu.

„Um den Bürgern das Reisen zu erleichtern, erkennen wir bereits die gegenseitigen COVID-19-Impfzertifikate an. Jetzt sollten unsere Bürger auch ohne einen Pass zu benötigen mit ihren Personalausweisen reisen können. Wir werden weiter gemeinsam daran arbeiten, und ich glaube, wir werden eine Einigung erzielen.“, sagte Mevlüt Cavusoglu. Der türkische Außenminister erklärte, dass die Türkei bei der Zahl der Touristen, die Serbien besuchen, an erster Stelle stehe. Er fügte hinzu, dass die Türkei am Mittwoch in der Stadt Novi Pazar ihr neues Konsulat eröffnen wird.

„Dies ist ein Gebiet, durch das viele türkische Staatsbürger aus den Ländern der Europäischen Union reisen“, sagte Cavusoglu.

Zur aktuellen Lage in der Region betonte Cavusoglu, wie wichtig die Rolle der Türkei und Serbiens bei der Aufrechterhaltung des regionalen Friedens, der Stabilität und der regionalen Entwicklung sei.

„Wir erleben in letzter Zeit gewisse Spannungen und Meinungsverschiedenheiten in Bosnien und Herzegowina. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat bei seinem Besuch in Bosnien und Herzegowina die Meinung und Position der Türkei zur Zukunft des Landes dargelegt. Wir müssen die derzeitigen Meinungsverschiedenheiten so schnell wie möglich überwinden. In diesem Prozess spielen sowohl Präsident Recep Tayyip Erdogan als auch Aleksandar Vucic eine wichtige Rolle. Wir werden alles tun, um die Probleme in Bosnien im Dialog zu lösen“, sagte Cavusoglu.

Selaković erklärte, Serbien sei für den Ausbau und die Stärkung seiner Beziehungen zur Türkei und fügte hinzu: „Das türkische Generalkonsulat, das offiziell in der Stadt Novi Pazar eröffnet wird, ist einer der Beweise für das Vertrauen zwischen den beiden Ländern“.
 Zusammen mit der Stärkung der diplomatischen Beziehungen haben auch die türkischen Investitionen in Serbien zugenommen, stellte er fest.

„Wir sind den türkischen Investoren dankbar, die in Regionen, die für andere Investoren nicht attraktiv sind, Unternehmen eröffnen und Arbeitsplätze schaffen.
 Serbien sieht die Türkei als ein wichtiges Element für Frieden und Stabilität in der Region. Wir werden unsere Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung auch in Zukunft fortsetzen. Wir glauben, dass beide Seiten nur auf diese Weise profitieren werden und dass wir unsere freundschaftlichen Beziehungen ausbauen können“, fügte Selaković hinzu.

Die Zusammenarbeit zwischen Serbien und der Türkei sei dank der hervorragenden persönlichen Beziehungen zwischen den beiden Präsidenten Aleksandar Vučić und Recep Tayyip Erdogan auf dem höchstem Niveau in der modernen Geschichte, und Serbien sei offen für eine weitere Stärkung der bilateralen Beziehungen, sagte Außenminister Nikola Selaković.

Cavusoglu ist zu einem zweitägigen offiziellen Besuch in Belgrad eingetroffen. Am Mittwoch wird er an der offiziellen Eröffnung des neuen Generalkonsulats seines Landes in Novi Pazar teilnehmen. Die Türkei ist das erste Land überhaupt, das eine diplomatische Vertretung in der Stadt eröffnet hat.

Auch interessant

– Bosnien –
Sarajewo: Erdogan wie ein Popstar empfangen

Während alleine schon die Erwähnung seines Namens bei der Mehrheit der Bevölkerung hierzulande die Haare zu Berge stehen lässt, wird der türkische Staatschef in zahlreichenden Ländern wie ein Popstar gefeiert. Bei seinem Besuch in Bosnien etwa drängten sich die Menschen auf die Straßen und jubelten Erdogan am Freitag begeistert zu.

Sarajewo: Erdogan wie ein Popstar empfangen

Auch interessant

„Die anderen sind gemeint“ – warum sich viele von AfD-Populismus nicht angesprochen fühlen

Ein Gastkommentar von Aras Karasun Es klingt erst mal total beruhigend, wenn etwas mich, dich, uns oder euch angeblich nicht betrifft. Man hörte und hört...

KI-Boom auf Pump: Versteckte Tech-Schulden erreichen 2,6 Billionen Dollar

Hamburg - Der weltweite KI-Boom wird zunehmend durch Schulden und langfristige Verpflichtungen finanziert. Eine neue Studie des weltweit führenden Kreditversicherers Allianz Trade zeigt, dass...

Google: Türkischer KI-Experte übernimmt Führung von Gemini

Mountain View – Der türkische KI-Experte Koray Kavukcuoglu übernimmt eine der wichtigsten Führungspositionen bei Google DeepMind. Als Senior Vice President soll er künftig die Entwicklung...

USA: Sympathie für Palästinenser erstmals vor Israel

Washington – Die Sympathie der US-Bevölkerung für die Palästinenser liegt erstmals vor der Sympathie für Israel. Das geht aus einer aktuellen landesweiten Umfrage der...

Uri Poliavich: Gemeindeentwicklung und Schulen

Eine Schule kann mehr als nur ein Ort für Unterricht sein, wenn Familien, Pädagogen und lokale Initiativen denselben Bildungsraum nutzen. Uri Poliavich wird als...

Headlines

Warum das Mekka-Abkommen weit mehr ist als eine „muslimische NATO“

Ein Gastbeitrag von Özgür Çelik Manchmal beginnt Geschichte nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit einem Ereignis, das außerhalb der Region...

Hillary Clinton zum 7. Oktober: Netanjahu wurde gewarnt

Washington - Die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton hat schwere Vorwürfe gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Zusammenhang mit...

Putin an Europa: „Ihr habt bekommen, was ihr wolltet“

Neu Delhi - Der russische Präsident Wladimir Putin hat mit einer scharfen Abrechnung gegen die europäische Energiepolitik für Aufsehen...

USA: Sympathie für Palästinenser erstmals vor Israel

Washington – Die Sympathie der US-Bevölkerung für die Palästinenser liegt erstmals vor der Sympathie für Israel. Das geht aus...

Meinung

AfD-Sieg: Die Brandmauer allein wird nicht reichen

Ein Gastbeitrag von Özgür Çelik Die wichtigste Erkenntnis aus den jüngsten Wahlen in Sachsen-Anhalt ist vielleicht nicht einmal das außergewöhnlich starke Ergebnis der AfD. Es...

Warum das Mekka-Abkommen weit mehr ist als eine „muslimische NATO“

Ein Gastbeitrag von Özgür Çelik Manchmal beginnt Geschichte nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit einem Ereignis, das außerhalb der Region kaum wahrgenommen wird. Während sich...

Araştırma: Dini İnanç, Gençleri Kaygı Bozukluklarından Koruyan Temel Bir Faktör

Almanya - Bochum Ruhr Üniversitesi (RUB) tarafından yürütülen güncel bir araştırma, dini inancın çocukların ve gençlerin ruh sağlığı için kritik bir koruyucu faktör olduğunu...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...

CHP: Vatandaşlar ile Parti Arasındaki Artan Kopuş

Nabi Yücel Vatandaşlarla partiler arasındaki giderek derinleşen kopuş, Türkiye'nin en köklü partisi CHP üzerinden somut biçimde gözlemlenebilir. Cumhuriyet Halk Partisi, 38. Olağan Kurultay'ın ardından ve...