"Staatenbund Österreich"
Österreich: 14 Jahre Haft wegen Hochverrat

Die 42-jährige Gründerin des "Staatenbund Österreich" soll vom österreichischen Bundesheer verlangt haben, Mitglieder der Regierung festzunehmen.

Teilen

Wien (tp) – Die 42-jährige Gründerin des „Staatenbund Österreich“ soll vom österreichischen Bundesheer verlangt haben, Mitglieder der Regierung festzunehmen. Dafür erhielt Sie nun eine Haftstrafe von 14 Jahren.

Die selbst ernannte „Präsidentin“ hatte eine ganz eigene Realität von einem österreichischen Staat geschaffen. An ihren eigenwilligen Vorstellungen hielt sie auch während des Prozesses fest. So war sie das Oberhaupt des „Staatenbundes Österreich“, ähnlich der deutschen Reichsbürgerbewegung.

Der Prozess begann am 15. Oktober 2018. Bereits bei der Überprüfung der Personalien durch das Gericht ließen die 14 Angeklagten keine Zweifel daran, was sie von der Ordnungsmacht halten. Die „Staatsverweigerer“ hatten laut Anklage vor, „ein eigenes Staatsgefüge nach ihren Vorstellungen zu errichten“. Ziel sei es gewesen, eine „militärische Übergangsregierung“ zu bilden und dabei alle Schlüsselpositionen des Staates zu besetzen, wobei es mangels Mitwirkung des Bundesheeres beim Versuch blieb, erläuterte der Staatsanwalt.

„Die Taten richteten sich massiv gegen Einrichtungen der Republik Österreich“, führte die Richterin am Ende der Verhandlung aus. Die Angeklagten hätten versucht, „die Republik in ihren Grundfesten zu erschüttern“. Die „Präsidentin“ des „Staatenbundes Österreich“ und ihr „Beschützer“ wollten sich nach der Urteilsbegründung damit nicht abfinden und riefen: „Es handelt sich hier um Völkermord“ und legten „absoluten Widerspruch“ gegen das Urteil von jeweils 14 Jahren Haft ein.

Alle weiteren 12 Beschuldigten wurden wegen Bildung einer staatsfeindlichen Vereinigung verurteilt. Neben den ersten beiden Angeklagten bekamen sie Haftstrafen in der Höhe von neun Monaten bis drei Jahren, teilweise bedingt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

 

Auch interessant

Mattner: Die Willkommenskultur war eine Fassade

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner Ich habe immer gewusst, dass es in diesem Land Vorurteile gibt. Gegen Minderheiten. Gegen Migranten. Gegen Menschen, die nicht ins...

CHP: „Die zunehmende Entfremdung zwischen Bürgern und Partei“

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Die zunehmende Entfremdung zwischen Bürgern und Parteien kann exemplarisch an der ältesten Partei der Türkei, der CHP, beobachtet werden. Die...

Warum analoge Spiele in deutschen Haushalten ein Comeback erleben

Es gibt Abende, an denen das Smartphone auf dem Tisch liegt, der Fernseher aus ist und stattdessen Karten gemischt oder Würfel geworfen werden. Was...

Urban Farming im 21. Jahrhundert: Wie smarte Botanik die Eigenversorgung revolutioniert

Die Sehnsucht nach einem Stück Natur und einer autarken Lebensweise hat in den vergangenen Jahren zu einer Renaissance des Gartenbaus im städtischen Raum geführt....

Benjamin Idriz: „Muslime gestalten Deutschland mit“

Ein Gastkommentar von Benjamin Idriz Wenn in den Medien über den Islam oder Muslime berichtet wird – positiv oder negativ –, genügt oft ein Blick...

Headlines

Nachwahlen in der Türkei: Özgür Özels Debakel

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Monatelang wurde der Eindruck erweckt, die Türkei stehe unmittelbar vor einem politischen Erdrutsch. Der abgesetzte ehemalige...

Frieden mit der Türkei: Paschinjan gewinnt die Wahlen

Eriwan – Es ist ein Wahlergebnis das weit über Armenien hinausstrahlt. Premierminister Nikol Paschinjan hat die Parlamentswahlen vom 7....

Slowenien: Präsidentin Musar hisst erneut Palästina-Flagge

Ljubljana – Ein symbolischer Machtkampf erschüttert Slowenien. Kaum hatte der neue Premierminister Janez Jansa sein Amt angetreten, ließ er...

Israel: Ex-Spion Pollard sieht Türkei als nächstes Ziel

Jerusalem/Ankara – Jonathan Pollard, der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter, der 1987 von einem US-Bundesgericht wegen Spionage für Israel zu lebenslanger Haft...

Meinung

Mattner: Warum ich nicht über den „Islamismus“ berichte

Ein Gastkommentar von Susanne Mattner „Warum berichtest du nicht über Islamismus?“ Eine faszinierende Frage. Ungefähr so originell wie die Erkenntnis, dass Wasser nass ist. Warum berichte...

Nachwahlen in der Türkei: Özgür Özels Debakel

Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Monatelang wurde der Eindruck erweckt, die Türkei stehe unmittelbar vor einem politischen Erdrutsch. Der abgesetzte ehemalige CHP-Parteichef Özgür Özel sprach von...

The Economist: Erdoğan, Müslüman dünyasının en popüler politikacısı

Londra - Neredeyse iki milyar insandan oluşan devasa ve çeşitlilik arz eden bir topluluk olan küresel Müslüman topluluğu Umma/Ümmet içinde, birleştirici bir temsilci arayışı...

Odadaki Son Yetişkin Olarak Türkiye

Konuk Yazar Nabi Yücel Mevcut durumda Türkiye, Orta Doğu'nun – ve çok daha ötesinin – jeopolitik manzarasında neredeyse nesli tükenmekte olan diplomatik bir tür; yani...

Araştırma: Dini İnanç, Gençleri Kaygı Bozukluklarından Koruyan Temel Bir Faktör

Almanya - Bochum Ruhr Üniversitesi (RUB) tarafından yürütülen güncel bir araştırma, dini inancın çocukların ve gençlerin ruh sağlığı için kritik bir koruyucu faktör olduğunu...