Start Panorama Kriminalität Baden-Württemberg PKK-Anschlag in Lauffen: Polizei ermittelt wegen Mordversuch

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PKK-Anschlag in Lauffen: Polizei ermittelt wegen Mordversuch

Ein oder mehrere Täter aus PKK-nahen Kreisen verübten in den frühen Morgenstunden des heutigen Freitags in Lauffen am Neckar einen Brandanschlag auf Räumlichkeiten der Islamischen Gemeinschaft (IGMG), welche als Gemeinschafts- und Fortbildungsräume, aber auch als Wohnräume des Imam genutzt werden, welcher sich zur Tatzeit in dem Gebäude aufhielt. Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung und Mordversuch.

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(Foto: Screenshot)

Heilbronn (tp/nex) – Ein oder mehrere Täter aus PKK-nahen Kreisen verübten in den frühen Morgenstunden des heutigen Freitags in Lauffen am Neckar einen Brandanschlag auf Räumlichkeiten der Islamischen Gemeinschaft (IGMG), welche als Gemeinschafts- und Fortbildungsräume, aber auch als Wohnräume des Imam genutzt werden, welcher sich zur Tatzeit in dem Gebäude aufhielt. Polizei ermittelt wegen schwerer Brandstiftung und Mordversuch.

Der Brandanschlag wurde im baden-württembergischen Lauffen am Neckar in den frühen Morgenstunden mittels sogenannter Molotowcocktails verübt. Im Gebäudeinneren der Aksemseddin-Moschee kam es zu erheblichen Verrußungen, das beginnende Feuer konnte jedoch vom Imam selbst gelöscht werden. Der entstandene Schaden wird auf etwa 5.000 Euro geschätzt. Verletzt wurde niemand, obwohl zur Tatzeit der Imam und die Familie im Wohnbereich der Moschee anwesend waren.

„Es ist pures Glück, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind“, erklärte Bekir Altas, Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Milli Görus. Er sprach von einem „feigen und niederträchtigen Angriff“. Die Staatsanwaltschaft Heilbronn hat ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen Verdachts des versuchten Mordes und der schwerer Brandstiftung eingeleitet.

Im Netz haben sich „Kurdische Jugendliche“ mit Verbindung zur PKK bzw. YPG zu der Tat bekannt und ein Video hierzu veröffentlicht, in der zu erkennen ist, wie sie die Fensterfront des Moschegebäudes zuerst mit Steinen einschlagen, kurz danach Molotowcocktails hinterherwerfen. In der Selbstbezichtigung werden weitere Aktionen angekündigt.

Bereits in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wurde die Außenfassade des Dart Club Dadaş ın der Antonstraße in Berlin-Wedding von einer PKK-nahen Gruppierung mit Farbe beschmiert. Das „Junge-Frauen-Racheteam „Şehid Viyan Soran““ hat sich zur Tat bekannt.

“Deutscher Imperialismus”: PKK droht Deutschland mit Terror

PKK-nahe Organisationen drohten bereits im vergangenen Januar in einer Erklärung Deutschland mit Terror. Der Krieg in Nordsyrien gegen die YPG werde vor allem seitens des deutschen Kapitals unterstützt und finanziert. Die Organisationen betrachteten den “deutschen Imperialismus” als Kriegspartei. Sie würden nicht davor abschrecken “den Krieg erneut auf die Straßen Deutschlands” zu tragen.

Deutschland solle nicht glauben, “dass sie sich von dieser Entwicklung abschotten können”. Es seien deutsche Waffen, mit denen das Land “zerstört und die Kinder massakriert” würden, und Deutschlands politische und finanzielle Unterstützung machten den “Krieg erst möglich”, so in der Erklärung der Organisation.

Deutsche Geheimdienste “entführten, inhaftierten, folterten und ermordeten gemeinsam mit dem türkischen Faschismus” in Deutschland und auch im Ausland “RevolutionärInnen”.

Die PKK-Organisation werde “nicht davor zurückschrecken diesen Krieg auch zurück auf die deutschen Straßen” zu tragen. Jeder Ort sei ab sofort Gebiet des Widerstands. Der Krieg (gemeint ist die türkische Militäroffensive “Operation Olivenzweig” gegen die Stellungen der Terrororganisation PYD, Anm d. Red.) sei nicht nur ein “Krieg der Türkei gegen das kurdische Volk”, sondern ein “internationaler Krieg aller konterrevolutionären Kräfte gegen die demokratische Befreiung des Mittleren Ostens”, so die Organisation in der Erklärung. In der Ankündigung hieß es auch, dass sie sich durch niemanden aufhalten lassen würden, so lange sie vom “Führer” Abdullah Öcalan nichts hörten.

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