"Work and Travel"
Australien: Erstochener Deutscher stammt aus Gütersloh

Bielefeld (nex) – Der deutsche Rucksacktourist (30), der am Freitag in Brisbane erstochen wurde, stammt aus Gütersloh in Nordrhein-Westfalen. Das bestätigte der Vater des Getöteten dem Westfalen-Blatt. Der Vater sagte der Zeitung, sein Sohn sei im Februar zusammen mit einem Freund nach Australien gereist, um dort ein Jahr „Work and Travel“ zu machen. „Die beiden haben schon in einer Goldmine gearbeitet und als Kellner gejobbt.“ Im Februar 2018 hätten sie zurück nach Deutschland kommen wollen. Nach Angaben des Freundes habe es mit dem Täter zunächst einen verbalen Streit gegeben. „Dann sagte er, er habe ein Messer und holte es aus seinem Auto.“ Als sein Sohn gesagt habe, er habe keine Angst, habe der Mann nach Angaben des Freundes sofort zugestochen. Der dpa zufolge hatte der Deutsche am Freitag versucht, mit einem Freund eine Straße nahe ihres Hostels zu überqueren, als das Auto des Mannes sie beinahe angefahren hätte. Im anschließendem Streit sei dem Deutschen mit einem Messer mehrfach in den Bauch und Rücken gestochen worden. Wenige Stunden später sei er in einem Krankenhaus gestorben. Der mutmaßliche Täter sei mit seinem Auto geflohen und am Samstag festgenommen worden. Der Vater sagte, sein Sohn werde am Montag obduziert. Anschließend wolle die deutsche Botschaft die Überführung nach Deutschland organisieren.

Ankara
Visa-Konflikt zwischen USA und Türkei

Ankara (nex) – Nach der Festnahme eines amerikanischen Konsulatsmitarbeiters hat die US-Botschaft in der Türkei die Vergabe von Visa ausgesetzt. Die türkische Regierung reagierte mit der gleichen Maßnahme. Die US-Botschaft in der Türkei hat ihre Vergabe von Visa vorläufig gestoppt. In einer Erklärung hieß es, dass die US-Regierung prüfen müsse, inwieweit die Regierung in Ankara sich der Sicherheit der US-Botschaft und ihres Personals verpflichtet fühle. Die Türkei veröffentlichte nur wenig später eine nahezu wortgleiche Erklärung und legte ihrerseits die Visavergabe an US-Bürger auf Eis. „Jüngste Ereignisse zwingen die türkische Regierung dazu, das Bekenntnis der US-Regierung zur Sicherheit der türkischen Vertretungen und ihres Personals neu zu bewerten“, hieß es. Die USA hatten zuvor die Festnahme eines ihrer Botschaftsangestellten kritisiert. Ankara verdächtigt den türkischen Staatsbürger der Spionage und beschuldigt ihn zur Bewegung des in den USA lebenden Islam-Predigers Fetullah Gülen nahe zu stehen. Gülen wird von der Türkei für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich gemacht.

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Fußball-Weltmeisterschaft 2018
WM-Quali: Deutschland holt Weltrekord gegen Aserbaidschan

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Kaiserslautern (nex) – Zehn Siege in zehn Spielen: Die deutsche Nationalmannschaft hat Aserbaidschan klar geschlagen und damit den Quali-Rekord geschafft. Torverhältnis 43:4 – die beste Bilanz der WM-Quali-Geschichte. Im letzten Spiel schlägt die Mannschaft von Bundestrainer Löw Aserbaidschan mit 5:1. Noch nie gelang es einer Mannschaft in einer WM-Qualifikation so klar zu qualifizieren. Zehn Siege in zehn Spiele bei einer WM-Qualifikation hatte bis gestern nur Spanien auf dem Weg zur WM 2010 in Südafrika geschafft. Leon Goretzka erzielte den Führungstreffer in der 8. Minute. In der 34. Minute dann der Ausgleich durch Sheydaev für die Gäste aus Aserbaidschan. Mit einem schönen Kopfball brachte Wagner nach einer Flanke von Brandt in der 51. Minute die DFB-Elf wieder in Führung. Das 3:1 kam dann in der 64. Minute durch ein Eigentor von Hüseynov. Nur zwei Minuten später erhöhte der Schalker Goretzka auf ein 4:1 und Emre Can ließ aus mehr als 20 Metern in der 82. Minute das fünfte Tor folgen.      

Meinung
Kommentar: Von „Almanci“ zu „Türk Vatandasi!“

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Gastbeitrag von M. Teyfik Özcan Ich sitze zurzeit im Flieger und wandere physisch von Deutschland in meine DNA – Heimat Türkei, meine Gedanken sind aber noch in meiner Live – Heimat in Deutschland verblieben. Kann man Körper und Geist störungsfrei voneinander trennen? Anscheinend ja, und das in einer harmonischen Weise, bevor man das zeitliche gesegnet hat! Da stellt sich natürlich die Frage nach der Definition des Begriffs „Heimat“ und wie man ihn mit unterschiedlichen Inhalten füllt. Für die einen ist es der Ort, wo man arbeitet und seine Familie ernährt, für die anderen ist es der Ort der Sehnsucht weit vom Lebensmittelpunkt entfernt. Bei der Interpretation des Begriffes fallen mir auf Anhieb Worte wie Geborgenheit, emotionale Bindung, Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gesellschaft, Familie, Freunde, Freiheit und Respekt gegenüber meiner Religion ein. Die Begriffserklärung gestaltet sich sicherlich individuell unterschiedlich, je nach Alter, philosophischer oder politischer Lebenseinstellung. Ein wichtiger Faktor ist eben auch die Akzeptanz des Individuums durch die soziale Gesellschaft. Genau an diesem Punkt stellt sich nämlich die Frage, wie die einheimische Gesellschaft über deine Anwesenheit denkt und (vor)urteilt. Ist man in der Türkei „Almanci“ und Deutschland „Deutschtürke“ oder ist man in der Türkei „Türk“ und in Deutschland „Deutscher“? Schon bei der Kategorisierung des Individuums und inkl. dieser Schubladenmentalität wird die ganze Miesere dieses Themas sichtbar. Warum versuchen Menschen aus deinem Umfeld dich zwangsweise zu kennzeichnen? Ist der Ursprung dieses Separationswillens in der Tradition und Kultur zu suchen oder geht es banal nur um die eigene Befriedigung des Überheblichkeitsgefühls, um das Selbstwertgefühl zu steigern? Ohne die emotionale Seite näher zu beleuchten, möchte ich den Spieß umdrehen und eine Lanze für die türkische Community in der Diaspora brechen. Die abwertend konnotierte Bezeichnung des Begriffs „Almanci“ sollten wir nicht als Grundlage einer gesellschaftlichen Sprachordnung akzeptieren. Dieser Status des ungebildeten und reichen Exiltürkens sollte mittlerweile ausgedient haben. Bei nüchterner Betrachtungsweise sind die Bürger in der Türkei den Auslandstürken zu einem unermesslichen großem Dank verpflichtet. Seit über 55 Jahren transferieren wir jedes Jahr Milliarden von Euro an Devisen in die Türkei und haben so einen immens großen Anteil an der wirtschaftlichen Prosperität in der Türkei geleistet. Nicht weniger von Bedeutung ist der kostenlose Transfer von Humankapital und Know-how aus Westeuropa und nicht zuletzt der sportliche Beitrag zum Erfolg der türkischen Mannschaften durch die im Ausland ausgebildeten Türken. Zu dem Wohlstand in der heutigen Türkei haben wir einen sehr großen Beitrag geleistet und das sollte auch dementsprechend gewürdigt werden. Wie haben die Türkei zum Besseren verändert und wer trotzdem weiterhin die antiquierte Attitude an den Tag legt, darf sich in den nächsten Tagen auf einen verbalen Vulkanausbruch von mir einstellen. Ein ehrlicher und respektvoller Umgang ist das Mindeste, was wir erwarten sollten. Unsere Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft sollte nicht mit Naivität oder gar mangelndem Verstand verwechselt werden. Wir erwarten den gleichen Respekt, den wir unseren Landsleuten entgegenbringen. Jetzt, wo die Fronten geklärt sind, kann der DNA – Heimaturlaub endlich beginnen.

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Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Im Alter von 78 Jahren
„heute“-Moderatorin Ulrike von Möllendorff gestorben

Berlin (nex) – Wie Medien unter Berufung auf eine dpa-Meldung berichten, ist die frühere Fernsehmoderatorin Ulrike von Möllendorff im Alter von 78 Jahren gestoben. Das habe die Familie gegenüber der dpa bestätigt. 1973 begann Möllendorff als freiberufliche Redakteurin und Moderatorin beim ZDF zu arbeiten. Sie moderierte das Magazin “Die Drehscheibe” bis 1979. Ab 1978 begann sie als Redakteurin bei den “heute”-Nachrichten und war viele Jahre auch die einzige Frau, die die 19-Uhr-Ausgabe präsentierte. Möllendorff starb der dpa-Meldung zufolge, bereits am 24. September dieses Jahres und wurde 78 Jahre alt.

Istanbul
„Weltgrößter Flughafen“: Erstes Flugzeug soll vor geplantem Termin starten

Istanbul (nex) – Das erste Flugzeug soll noch vor dem geplanten Termin, Februar 2019, vom dritten Flughafen von Istanbul starten. Dies hat Ahmet Arslan, der türkische Minister für Transport, maritime Angelegenheiten und Kommunikation, am vergangenen Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu erklärt. Die erste Phase der offiziellen Eröffnung des sich noch im Bau befindlichen Flughafens in Istanbul soll am 29. Oktober 2018, einem symbolträchtigen Datum, stattfinden: Am 29. Oktober, einem nationalen Feiertag, begeht die Türkei die Ausrufung der Republik durch Atatürk im Jahre 1923. Der Flughafen ist laut Arslan schon zu 68 Prozent fertiggestellt, „die Arbeiter arbeiten Tag und Nacht, um das Projekt rechtzeitig zu beenden“. Wenn der „Istanbul Yeni Havalimani“, so der Arbeitsnahme, im kommenden Jahr den Betrieb aufnimmt, wird er den Großteil des Passagierverkehrs vom Flughafen Istanbul-Atatürk übernehmen, der Flüge von 250 Fluggesellschaften mit mehr als 350 Destinationen abfertigt und damit zu einem der weltweit größten Verkehrsknotenpunkte zählt. Mit Beendigung der ersten Bauphase im Jahr 2018 wird er das weltweit größte Terminal mit einer Gesamtbruttofläche von etwa 3.350.000 Quadratmeter beherbergen, in dem 90 Millionen Passagiere pro Jahr abgefertigt werden sollen. Nach vollständiger Fertigstellung werden von dem voraussichtlich verkehrsreichsten Flughafen der Welt Flüge an mehr als 350 Ziele angeboten und jährlich 200 Millionen Fluggäste abgefertigt werden. Der Flughafen wird nach den Worten des Verkehrsministers feinen großen Beitrag für die Wirtschaft leisten und Arbeitsplätze schaffen. Arslan zufolge werde der Flughafen einen erheblichen Beitrag zum Handel leisten und das BIP mit zusätzlichen 79 Milliarden US-Dollar um 4.9 Prozent steigern. Arslan hatte in einem früheren Gespräch mit Anadolu erklärt, dass der Luftverkehrssektor in der Türkei große Fortschritte gemacht habe. Dies sei der Politik der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt (AKP), die großen Wert auf den Bereich lege, zu verdanken. Die Liberalisierung des Sektors habe zu dessen Expansion geführt, hatte Arslan  gesagt und darauf hingewiesen, dass der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Ministerpräsident Binali Yildirim die Vorgabe gemacht hätten, den Luftverkehr zum Beförderungsweg für die Menschen zu machen.

Zum Thema

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Digitale Transformation
Banken: Immer mehr Zweigfilialen schließen

Seit 2000 ein Viertel der Zweigstellen geschlossen Frankfurt am Main (ots) – Die Ausdünnung der Filialnetze deutscher Banken ist in den vergangenen Jahren weiter vorangeschritten: Wie eine Analyse von KfW Research gemeinsam mit der Universität Siegen belegt, wurden seit der Jahrtausendwende ein Viertel aller Zweigstellen geschlossen – im Schnitt 680 pro Jahr und damit binnen 15 Jahren insgesamt 10.200 Standorte deutschlandweit. Alle Kreditinstitutstypen (Genossenschaftsinstitute, Kreditbanken, Sparkassen) bauen in ähnlichem Umfang ab. Ländliche Regionen sind etwas stärker betroffen als Städte (-27 % bzw. -23 % der Filialen). Wesentlicher Treiber ist digitale Transformation mit innovativen Technologien, neuen Wettbewerbern und verändertem Kundenverhalten Ein wesentlicher Treiber der Entwicklung ist die Digitalisierung, die den Bankenmarkt voll erfasst hat: Innovative Technologien, neue Wettbewerber und veränderte Anforderungen der Kunden erzeugen Anpassungsdruck auf den Vertrieb – weg vom Filialnetz, hin zu Onlineangeboten. Das Tempo des Rückbaus hat zuletzt deutlich zugenommen. Allein in den Jahren 2014 und 2015 wurden 2.200 Filialen geschlossen. Von einer übermäßigen Ausdünnung kann dennoch nicht die Rede sein. Deutsche Filialdichte im europäischen Vergleich im Mittelfeld Die hiesigen Banken stehen mit dem Filialrückbau nicht alleine da, die Bankenmärkte anderer europäischer Länder unterziehen sich einem ähnlichen Strukturwandel. Insgesamt liegt Deutschland hinsichtlich der Filialdichte mit durchschnittlich 3,5 Zweigstellen pro 10.000 Einwohner im europäischen Mittelfeld (Durchschnitt EU-Mitgliedsstaaten: 3,7 Filialen pro 10.000 Einwohner). Der Trend zur Konsolidierung dürfte sich in den kommenden Jahren sowohl europaweit als auch in Deutschland weiter fortsetzen. Neben Kostendruck und dem Abbau von Überkapazitäten, z. B. aufgrund von Fusionen oder in Regionen mit starkem Bevölkerungsrückgang, ist die Digitalisierung im Bankensektor ein entscheidender Faktor dafür. Sie sorgt mit innovativen technologischen Möglichkeiten einerseits für den nachhaltigen Wandel von Geschäftsprozessen im Bankensektor, zum anderen wirkt sie als Katalysator für die Veränderung des Kundenverhaltens: Ständige Erreichbarkeit, Echtzeitberatung, Mobilfähigkeit oder individuelle Angebote werden von mehr und mehr Bankkunden eingefordert – auch im Unternehmenskundenbereich. „Behalten die Banken das aktuelle Rückbautempo bei, dann würden im Jahr 2035 gut die Hälfte der zu Jahrtausendwende existierenden Filialen geschlossen sein“, sagt. Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. Speziell für mittelständische Unternehmenskunden, die beratungsintensive Finanzierungen nachfragen, bleibe die Nähe zum Bankberater jedoch wichtig. „Solange auch bei abnehmender Filialzahl die für den Mittelstand wichtigen Bankdienstleistungen erhalten bleiben, dürften die Folgen dieses Veränderungsprozesses für den Wirtschaftsstandort Deutschland überschaubar bleiben“, so Zeuner.

Umfrage
NRW: Sauerländer und Südwestfalen streiten häufiger mit ihren Nachbarn

Köln (ots) – Wo sind die Menschen am zufriedensten mit ihren Nachbarn? Wer hilft sich am meisten – wer streitet am heftigsten? Sind Landbewohner in der Nachbarschaft hilfsbereiter als Städter? Wo fühlen Menschen sich von ihren Nachbarn besonders beobachtet? Um darauf Antworten zu finden, befragte die WDR-Wissenschaftsredaktion im Rahmen einer repräsentativen Umfrage 1002 Menschen in NRW. Die Ergebnisse sind ab sofort online auf wdr.de/wissen abrufbar. Das WDR Fernsehen berichtet in der Sendung „Quarks“ („Böse Nachbarn, gute Nachbarn – Wie das Miteinander richtig gelingt“, Dienstag, 10. Oktober um 21 Uhr), und im Hörfunk beschäftigt sich „Leonardo“ (WDR 5) in Schwerpunkten am 5./6./9./10. und 11.10. mit dem Thema Nachbarschaft. Die gute Nachricht: Die Menschen in NRW sind in der überwältigenden Mehrheit insgesamt zufrieden mit ihren Nachbarn – Eigentümer (97 Prozent) noch stärker als Mieter (86 Prozent). „Langfristige Nachbarn arrangieren sich meist besser miteinander als wechselnde Mieter“, erklärt Dr. Armin Kuphal, Soziologe von der Universität des Saarlandes, der die Ergebnisse für den WDR eingeschätzt hat. Nachbarn in NRW sind insgesamt sehr hilfsbereit. Zwei Drittel der Befragten geben an, im Urlaub bei den Nachbarn Blumen zu gießen oder nach der Wohnung zu schauen. Jeder Dritte hilft auch regelmäßig, etwa beim Einkaufen, bei Arztbesuchen oder bei der Kinderbetreuung. In der Umfrage zeigen sich auch interessante, regionale Unterschiede, die sich meist durch die Art der Bebauung und die Größe der Orte erklären lassen. Wo man enger wohnt, geht man sich schneller auf die Nerven. Menschen aus dem Gebiet Bergisches Städtedreieck/Düsseldorf/Niederrhein, wo viele Bewohner in großen Mietshäusern leben, gaben besonders häufig (14 Prozent) an, am liebsten gar keine Nachbarn haben zu wollen. In größeren Städten sind die nachbarschaftlichen Kontakte generell nicht so eng. Eventuell ist dies der Grund dafür, dass im Ruhrgebiet besonders viele Menschen berichten, ihre Nachbarn nicht zu besuchen (45 Prozent; im NRW-Durchschnitt nur 34 Prozent). Im Sauerland und Südwestfalen haben 41 Prozent das Gefühl, ihre Nachbarn interessieren sich zu sehr für ihr Privatleben. Das könnte daran liegen, dass es hier besonders viele kleine Orte gibt, wo man oft über den Nachbarn Bescheid weiß. Hier wird auch häufiger bei Konflikten gestritten (49 Prozent gegenüber 11 Prozent im NRW-Durchschnitt). Die Münsterländer, unter denen es besonders viele klagefreudige Wohneigentümer gibt, schalten besonders häufig einen Anwalt oder eine Schiedsperson ein (11 Prozent gegenüber 4 Prozent im NRW-Durchschnitt). Die Gründe für nachbarschaftliche Streitigkeiten sind zu 18 Prozent Lärm, 12 Prozent Ärger in Zusammenhang mit dem Auto (z.B. falsches Parken), 7 Prozent beschweren sich über die Nichteinhaltung von Pflichten, wie z.B. Treppenhausputzen und 6 Prozent über die Haustiere der Nachbarn. Im Großen und Ganzen haben Hunde aber eher einen positiven Effekt auf zwischenmenschliche Beziehungen in der Nachbarschaft. „Das hat mich schon überrascht“, sagt der Soziologe Dr. Sebastian Kurtenbach von der Universität Bielefeld, der die Daten der WDR-Nachbarschaftsumfrage für weitere wissenschaftliche Arbeiten verwendet.

Rosenkranzgebet
Sieg über Osmanen: 150.000 Polen nehmen an „Friedensmarsch“ teil

Warschau (nex) – Am Samstag haben sich Hunderttausende Polen in Grenzorten getroffen, um ein gemeinsames Rosenkranzgebet zu sprechen. Laut Veranstalter kamen gestern Katholiken in 4000 Orten beisammen, um gemeinsam für die „Rettung Polens und der Welt“ zu beten. Die Warschauer Stiftung Solo Dios Basta dementierte islamophobe Gründe für die Aktion und erklärte, dass die Veranstaltung ausschließlich religiös motiviert sei. Die Grenze sei als symbolischer Ort ausgewählt worden, um das Gebet hinaus in die Welt zu tragen. Auch Polens katholische Bischöfe hatten zum Rosenkranzgebet an den Grenzen aufgerufen. Allerdings lässt das für die Veranstaltung gewählte Datum, der 7. Oktober, und Äußerungen wie etwa die des Erzbischofs von Krakau, Marek Jedraszewski, dass die westlichen Nationen zu ihren „christlichen Wurzeln“ zurückkehren müssten, damit „Europa Europa bleibt“, andere Absichten vermuten. Am 7. Oktober des Jahres 1571 siegten die christlichen Mittelmeermächte über das Osmanische Reich in der Seeschlacht von Lepanto. „Der Islam will Europa zerstören und uns vom Christentum abkehren“, sagte eine Teilnehmerin gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Polen gehört neben Slowenien, Ungarn und Tschechien zu den Ländern, die sich vehement dagegen wehren, eine bestimmte Anzahl von Flüchtlingen aufnehmen zu müssen. Dies schreibt aber der EU-Flüchtlingsdeal den Mitgliedern vor. In den sozialen Netzwerken werden diese Länder von anti-islamischen Parteien und Gruppen gelobt. Auch der Vatikan kritisiert die Haltung Polens zu diesem Thema.  Papst Franziskus hatte im Rahmen seines Polenbesuchs im vergangenen Jahr an polnische Auswanderer erinnert und so die ablehnende Haltung der Regierung gegenüber Flüchtlingen thematisiert. Er ermahnte das Land zu mehr Offenheit. „Die Frage der Migration verlangt von uns Klugheit und Barmherzigkeit, damit wir Ängste überwinden und das höchste Gut verwirklichen. Wir müssten die Gründe für die Auswanderung aus Polen identifizieren – und denen, die das wollen, die Rückkehr erleichtern“, sagte Franziskus. Gleichzeitig verlangte er Bereitschaft, diejenigen aufzunehmen, die vor Krieg und Hunger fliehen.

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Geopolitik
Russischer Politexperte: USA werden Erdogan aus dem Weg schaffen

Moskau (nex) – Der russische Politexperte und ehemalige Senator Jewgeni Tarlo sagte in einem TV-Interview, dass die USA alles in ihrer Macht tun würden, um den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aus dem Weg zu schaffen. Wie das Nachrichtenportal „Sputnik“ berichtet, sagte der ehemalige Senator und renommierte Politexperte Tarlo in einem Gespräch im russischen Staatsfernsehen „Kanal 1“, dass die neue, eigenständige Politik der Türkei die USA irritiere. „Die USA werden alles in ihrer Macht tun, um den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aus dem Weg zu schaffen“, zitiert Sputnik den Experten. Die feindliche Politik des Westen gegenüber der Türkei und Russland habe die Beziehungen zwischen Ankara und Moskau gestärkt. Tarlo zufolge hätten bei dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei am 15. Juli letzten Jahres die USA ihre Finger im Spiel. Solange Erdogan an der Macht bleibt, werde Washington im Nahen Osten „Probleme haben“, so Tarlo. Aus diesem Grund würden die USA alles in ihrer Macht tun, um Erdogan aus dem Weg zu schaffen. Tarlo erwarte neue, inszenierte Demonstrationen gegen den türkischen Präsidenten und Aktionen ähnlich den Maidan-Protesten in der Ukraine. Zudem sei auch beim jetzigen „Kurdistan-Projekt“ der USA die Türkei das eigentlich Ziel.

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