Brüssel
Europarat: Türkei bittet um Krisensitzung zu Rohingyas – abgelehnt
Brüssel (nex) – Am Montag wurde ein Antrag der Türkei vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE) auf eine Krisensitzung zur Rohingya-Krise in Myanmar abgelehnt.
Der amtierende Präsident Roger Gale gab in der Eröffnungssitzung in Straßburg bekannt, dass Angebot der türkischen Delegation vom Präsidium der Versammlung abgelehnt worden sei.
Die Türkei wollte das brutale Vorgehen der Regierung in Myanmar gegen Rohingya-Muslime erörtern. Stattdessen stimmte die Parlamentarische Versammlung Sitzungen zum Referendum in Katalonien und zu einem neuen Erziehungsgesetz in der Ukraine zu.
Am 25. August begann das Militär von Myanmar, gegen die Rohingya-Kämpfer vorzugehen. Seitdem sind laut UNO 515.000 Rohingya aus Myanmars westlichem Staat Rakhine nach Bangladesch geflohen.
Laut dem Außenminister Bangladeschs, Abul Hasan Mahmood Ali, sind rund 3.000 Rohingya bei den Vorgängen getötet worden.
Die Rohingya, die die UNO als die weltweit am meisten verfolgte Volksgruppe der Welt bezeichnet, ist zunehmenden Angriffen ausgesetzt, seit 2012 Dutzende bei Ausschreitungen getötet wurden.
Infolge der Angriffe auf Grenzposten im Distrikt Maungdaw im Oktober letzten Jahres gehen Sicherheitskräfte seitdem brutal gegen die Bevölkerung vor , bei dem laut Rohingya-Organisationen rund 400 Menschen getötet wurden.
Verkehr
Fahrten ins Ausland: Verkehrssünder werden härter verfolgt
Essen (nex) – Deutsche Autofahrer, die etwa im Italien-Urlaub oder beim Ausflug in die Niederlande zu schnell unterwegs sind und ein Knöllchen erhalten, werden immer öfter auch in der Bundesrepublik zur Kasse gebeten. Lag die Zahl der Ersuchen aus dem EU-Ausland beim zuständigen Bundesamt für Justiz in Bonn im Jahre 2010 gerade einmal bei sechs Verfahren, ist ihre Zahl bis 2016 auf 11537 Ersuchen geklettert.
Schuld daran, dass diese unliebsamen Souvenirs auch in Deutschland Gültigkeit haben, hat ein europäischer Rahmenbeschluss über die gegenseitige Anerkennung von Geldstrafen und Geldbußen. Darauf hatten sich die Mitgliedsstaaten der EU 2005 geeinigt. Im Oktober 2010 wurde dieser Beschluss in deutsches Gesetz übernommen. Nur Griechenland ist bislang außen vor, da das Land den EU-Beschluss noch nicht in ein nationales Gesetz überführt hat.
Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) rät Autofahrern dringend, die Knöllchen aus dem Ausland nicht zu ignorieren. Sollten die Bußgeldbescheide Hand und Fuß haben, sei es ratsam, diese zu bezahlen – ansonsten drohen bei der erneuten Einreise ins betreffende Land Probleme. Denn rechtskräftige Bußen bleiben weiterhin vollstreckbar und verjähren in Italien zum Beispiel erst nach fünf Jahren, in Spanien nach vier Jahren, wie der Verkehrsclub betont. Zu einer späteren Vollstreckung der Buße im Ausland könne es etwa bei einer Verkehrskontrolle kommen oder auch bei der Passkontrolle am Flughafen des Ziellandes.
Um durchschnittlich 38 Prozent sei das Fallaufkommen pro Jahr zwischen 2011 und 2016 gestiegen, wie das Bundesamt mitteilt. Nicht nur ausländische Staaten versuchen deutsche Verkehrssünder zu belangen, umgekehrt sind auch deutsche Stellen daran interessiert, von niederländischen, italienischen oder spanischen „Rowdys“ Bußen einzutreiben. So stiegen auch die von Deutschland ausgehenden Ersuche in andere EU-Staaten stark an, von 1802 im Jahr 2011 auf zuletzt 7405 in 2016. Vor diesem Hintergrund wurde das Personal im Bundesamt aufgestockt. „Der Personalbestand in dem für die Bearbeitung der Verfahren zuständigen Bereich des Hauses wurde den wachsenden Fallzahlen angepasst“, heißt es dazu aus Bonn.
Berechtigte Geldbußen werden dabei aus allen Rechtsbereichen vollstreckt, in der überwiegenden Masse geht es jedoch um klassische Verkehrsverstöße. Ab einer Bußgeld-Höhe von 70 Euro wird eine Halterfeststellung beim Kraftfahrbundesamt erwirkt, anschließend erhält der Autofahrer Post.
Erfolgt darauf keine Reaktion, wird das Bundesamt für Justiz eingeschaltet: „Ist das Ersuchen zulässig, hören wir den Betroffenen an, der innerhalb von zwei Wochen Einwände gegen die Vollstreckung vorbringen kann. Mit Übersendung des Anhörungsschreibens besteht allerdings auch die Möglichkeit, die offene Geldsanktion zu bezahlen, ohne dass eine Zwangsvollstreckung eingeleitet wird.“
Denn am Ende können die Verfahren vor dem Amtsgericht landen. Und dann dürfte es teuer werden. Zumal bei den Geldbußen die Tarife des Urlaubslandes gelten, die nicht nur bei Tempo-Verstößen deutlich höher liegen als in Deutschland. Ein Beispiel: Wer 20 km/h schneller unterwegs ist als erlaubt, kommt in Deutschland mit bis zu 35 Euro Verwarnungsgeld davon. In Italien werden mindestens 170 Euro fällig, in Norwegen sogar mindestens 420 Euro. Bei einer Radarkontrolle mit Foto beispielsweise ist die Beweislage ziemlich klar.
Kinderpornographie
Nach BKA-Fahndung: Kinderschänder gefasst
Frankfurt (nex) – Wie das Bundeskriminalamt am Montagabend mitteilte, wurde der Täter, nach dem das Bundeskriminalamt mit den Bildern eines Mädchens gefahndet hat, identifiziert. Auch das Opfer wurde identifiziert.
„Der Verdächtige wurde in den Abendstunden von der Landespolizei in einer Wohnung festgenommen. Das BKA hat den Einsatz koordiniert. Er ist deutscher Staatsbürger. Der Mann wird zur Zeit befragt. Das Mädchen ist ebenfalls Deutsche und vier Jahre alt. Es wurde von einem Polizeipsychologen untersucht und ist jetzt wieder in elterlicher Obhut. Ob es morgen auch noch medizinisch untersucht werden muss, ist heute nicht entschieden“, sagte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk (39) von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main gegenüber der „Bild„.
„Unser erstes Ziel war, den Beschuldigten so schnell wie möglich zu finden und festzunehmen, um weitere Taten zu verhindern“, so Ungefuk weiter.
Dem Kind gehe es „den Umständen entsprechend gut. Wie die „Bild“ weiter berichtet, werde es nun psychologisch betreut. Weitere Infos wollen die Ermittler am Dienstagmorgen bekanntgeben.
Der „Bild“ zufolge wurde der Kinderschänder in Niedersachsen gefasst. Mutter, Tochter und Großeltern des Täters seien auf einer Polizeistation erschienen und hätten Anzeige erstattet.
Staatsanwaltschaft und Bundeskriminalamt (BKA) hatten mit Fotos des missbrauchten minderjährigen Opfers nach dem zunächst unbekannten Sexualstraftäter gefahndet. Bei dem Kind handelt es sich laut BKA um ein vier bis fünf Jahre altes Mädchen. Der Täter soll das Kind im Zeitraum von Oktober 2016 bis Juli 2017 mehrfach schwer sexuell missbraucht, die Tat gefilmt und auf einer Kinderporno-Plattform im sogenannten Darknet verbreitet haben.
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Flüchtlingspolitik
Linken-Chef Riexinger: „Aussetzen von Familiennachzug erschwert Integration“
Heilbronn (ots) – Der Parteivorsitzende der Linken, Bernd Riexinger, hat den Unionskompromiss zur Zuwanderung als rechtswidrig kritisiert. „Die Obergrenze, die die Union über das Wochenende festgelegt hat, ist ein Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention.
Dieser willkürliche Richtwert ist rein ideologisch und auch mit dem Recht, als Familie zusammenzuleben, nicht vereinbar und demnach grundgesetzwidrig“, sagte Riexinger der „Heilbronner Stimme“.
„Aussetzen von Familiennachzug erschwert Integration“
Das Aussetzen des Familiennachzuges erschwere das gelingen von Integration. „Es ist allgemein bekannt, dass die von der Union so vehement geforderte Integration der Menschen, die zu uns kommen, viel besser garantiert werden kann, wenn die Familien zusammengeführt werden“, sagte Riexinger.„Union hofiert die AfD“
„Die Union perfektioniert hier auf die perfideste Art und Weise ihren Rechtsruck. So bekämpft man die AfD nicht, so hofiert man sie.“Auch interessant
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Gesundheit
Ratgeber: 5 Tipps für gesunde Gelenke
5 Tipps für gesunde Gelenke
Von Prof. Dr. med. Christoph Lill Unsere Gelenke sind fast pausenlos im Einsatz und helfen uns, die verschiedensten Bewegungen auszuführen. Sind die Gelenke jedoch beschädigt und unbeweglich, fallen alltägliche Aufgaben und Belastungen plötzlich sehr schwer. Dies gilt natürlich besonders für Krankheiten, wie etwa Arthrose oder Arthritis. Damit es nicht soweit kommt, ist es wichtig, die Gelenke nach Kräften gesund zu erhalten, um dem Alltag nachzukommen, Wanderausflüge mitzumachen oder mit den Kindern toben zu können. Lesen Sie hier fünf Tipps, die den Gelenken gut tun.Bewegen statt schonen!
Die Knorpel, die dafür sorgen, dass die zum Gelenk gehörigen Knochen nicht aneinander reiben, müssen mit Nährstoffen versorgt werden, um gesund zu bleiben. Der Knorpel selbst hat jedoch keine Gefäße, die ihn entsprechend versorgen könnten, sondern nimmt wichtige Nährstoffe aus dem Gelenkspalt auf. Dies funktioniert ähnlich wie bei einem Schwamm durch Druck, der den Knorpel ein wenig zusammenpresst und so verbrauchte Gelenkflüssigkeit herausschwemmt. Nimmt der Druck ab, dehnt sich der Knorpel wieder aus und nimmt dabei frische Gelenkflüssigkeit auf, die mit Nährstoffen angereichert ist. Dieser Druck entsteht durch Bewegung, deshalb sollte auch bei leichten Gelenkschmerzen keine völlige Schonung erfolgen, sondern ein Umstieg auf schonende Sportarten, wie etwa Schwimmen oder Radfahren. Ein weiterer positiver Effekt von regelmäßigem Sport ist die Kräftigung der Muskulatur, die so die Gelenke entlasten kann und Verletzungen vorbeugt.Gelenkfreundliche Ernährung
Bewegung allein genügt nicht, um die Gelenke gesund zu halten, denn wenn die Gelenkflüssigkeit nicht ausreichend Nährstoffe enthält, geht auch der Knorpel irgendwann kaputt. Die Zusammensetzung der Nährstoffe bestimmen wir maßgeblich über die Nahrung mit, daher ist eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung wichtig. Dies bedeutet, dass wenig Fleisch, Wurst oder Eier auf dem Speiseplan stehen, dafür umso mehr Gemüse und Fisch. Zusätzlich ist Kalzium aus Milchprodukten, Brokkoli oder Grünkohl wichtig, um das Skelett stabil zu halten. Hierfür ist auch Vitamin D essenziell, das entweder über Fischarten wie Lachs und Hering aufgenommen werden kann oder durch die Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet wird. Abgerundet wird die gesunde Ernährung durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr von circa 2,5 Litern pro Tag, wobei ungefähr ein Liter bereits über die feste Nahrung mit aufgenommen wird. Für die Gelenke ist ausreichend Flüssigkeit insofern wichtig, als die Gelenkflüssigkeit zu einem großen Anteil aus Wasser besteht und den Knorpel so elastisch hält.Übergewicht abbauen!
Unabhängig davon, wie viel jemand wiegt, sind die Gelenke in jedem Körper gleich aufgebaut. Obwohl sich beispielsweise die Haut bei zunehmendem Gewicht mit dehnt, verändern sich Knochen, Knorpel, Wirbel und Gelenke nicht dahingehende, dass sie das zusätzliche Gewicht besser tragen könnten. Die Gelenke einer normal gewichtigen Person sind demnach die gleichen, wie die einer stark adipösen Person, ergo lastet mit jedem Kilo zu viel ein ungleich größeres Gewicht beispielsweise auf den Kniegelenken. Dass hier mit einiger Zeit Schmerzen und Erkrankungen auftreten, ist somit nicht verwunderlich. Wer überflüssige Pfunde verlieren will, beginnt je nach Ausgangsgewicht im besten Fall mit gelenkschonendem Sport, wie Schwimmen oder Radfahren.Aufrechte Haltung
Aufgrund von Büroarbeit sitzen die meisten Menschen stundenlang vor Computerbildschirmen, ohne sich übermäßig zu bewegen. Um besonders der Wirbelsäule Gutes zu tun, sollten kleine Bewegungseinheiten, wie etwa Dehn- und Streckübungen oder ein Gang durchs Büro, über den Tag verteilt werden. Damit während der Arbeit keine Haltungsschäden entstehen, müssen der Tisch und der Bürostuhl höhenverstellbar und somit individuell anpassbar sein. Der Bildschirm befindet sich auf Augenhöhe und ist frontal vor dem Betrachter aufgestellt, denn schräge Bildschirme fördern Nackenverspannungen. Die richtige Haltung beim Arbeiten ist ausschlaggebend für einen gesunden Rücken, immerhin verbringt der Großteil der Arbeitenden täglich acht oder mehr Stunden am Arbeitsplatz.Verletzungen und Fehlstellungen behandeln lassen
Verletzungen der Gelenke sollten immer behandelt werden. Bei leichten Fällen können Sie dies durch Kühlen und Ruhigstellen in Eigenregie durchführen, etwa beim Umknicken. Bei größeren Unfällen, starken Schmerzen und Schwellungen ist jedoch immer ein Orthopäde zu konsultieren. Denn zu späte oder mangelhafte Versorgung kann für unangenehme Folgeschäden sorgen, die dann einer aufwändigen Behandlung bedürfen. Gleiches gilt für Fehlstellungen, die sich meist bereits im Kindesalter abzeichnen. Eine Korrektur ist zwar nicht immer notwendig, da sich leichte Fehlstellungen mit dem weiteren Wachstum hin und wieder bessern, eine Vorstellung beim Facharzt ist dennoch wichtig, um die Notwendigkeit einer Therapie abzuklären und so eine spätere übermäßige Abnutzung der Gelenke zu verhindern.Prof. Dr. med. Christoph Lill
- Leiter des OrthoCenters Professor Lill München
- Spezialist für arthroskopische Operationen, Gelenkersatz, Fußoperationen und orthopädische Stammzellentherapie
- Lehrauftrag an der Eliteuniversität Heidelberg
Einigung war "Vernunftwende"
Politikwissenschaftler Seibel: Kanzlerin ist Gewinnerin des Zuwanderungskompromisses
Heilbronn (ots) – Der Konstanzer Politikwissenschaftler Wolfgang Seibel hält Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für die Gewinnerin des Zuwanderungskompromisses in der Union.
„Kanzlerin Merkel hat sich mit ihrem Realismus durchgesetzt, was die Unmöglichkeit einer Obergrenze für die Gewährung von Asyl betrifft. Das war ein Durchbruch auf dem Weg zu Verhandlungen über eine Jamaika-Koalition“, sagte Seibel der „Heilbronner Stimme“.
„Die eigentliche Wende hat die CSU vollzogen mit ihrem Bekenntnis zu einem Zuwanderungsgesetz. Das hat ein Vierteljahrhundert gedauert. Die CSU hat die Realitätsverweigerung aufgegeben und anerkannt, dass wir de facto ein Einwanderungsland sind und dass eine ungeregelte Zuwanderung den Staat handlungsunfähig erscheinen lässt“, führte Seibel weiter aus.
„Eine Obergrenze für die Einreise von Asylbewerbern hätte gegen unsere Rechtsordnung verstoßen. Asylrecht ist ein Grundrecht und die Beanspruchung von Grundrechten kann man nicht mit einer Obergrenze versehen. Wenn es irgendwo brennt und das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit auf dem Spiel steht, würde man ja auch nicht sagen, die Feuerwehr rückt am Wochenende nicht aus, weil sie ihre Rettungsquote schon erfüllt hat“, erläuterte Seibel.
„Man kann die Einigung als Vernunftwende bezeichnen. Die Unionsparteien bringen zum Ausdruck, dass es eine Belastungsgrenze gibt bei der Versorgung und Integration von Flüchtlingen. Gleichzeitig wird das Grundrecht auf Asyl nicht angetastet.“
Der Politologe stört sich an der jetzt in den Medien verwendeten Formulierung, wonach die Union nun für eine Obergrenze eintrete. „Der von vielen Menschen verwendete Begriff Obergrenze für die Einigung war von Anfang an eine Kopfgeburt, die am Grundgesetz und damit an den staatspolitischen Realitäten vorbeiging“, sagte Seibel dem Blatt.
Terrorismus
Bericht: Behördenchaos verhinderte frühzeitige Abschiebung von Anis Amri
Berlin (nex) – Der Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri hätte womöglich bereits etliche Monate vor dem Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz am 19. Dezember vergangenen Jahres abgeschoben werden können.
Das belegen behördeninterne Dokumente, die dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) und der Berliner Morgenpost vorliegen. Demnach verzögerte sich die Rückführung in Amris Heimatland Tunesien immer wieder, weil die dortigen Behörden für das Ausstellen von Ersatzausweispapieren nicht nur Fotos und Fingerabdrücke, sondern Abdrücke der gesamten Handflächen verlangten. Solche Abdrücke lagen dem Bundeskriminalamt (BKA) zwar bereits seit Juli 2015 vor. Die Behörde versäumte es aber, sie den tunesischen Behörden vorzulegen.
Ein Eintrag in der Datenbank des BKA und der Polizeibehörden der Bundesländer (INPOL) belegt, dass der spätere Attentäter Amri bereits kurz nach seiner Einreise aus Italien am 6. Juli 2015 in Freiburg von der dortigen Polizei erkennungsdienstlich behandelt wurde. Die Beamten sicherten dabei auch Abdrücke seiner Handflächen und pflegten diese in die INPOL-Datenbank ein. Bei einer Kontrolle im Februar 2016 sicherten auch Beamte der Berliner Polizei Amris Handflächenabdrücke und speicherten diese ebenfalls in INPOL. Die Einträge aus der Datenbank liegen dem rbb und der Berliner Morgenpost vor.
Als Beamte des BKA im Februar und im April 2016 in Tunis Möglichkeiten für eine Abschiebung sondierten, legten sie den dortigen Beamten lediglich Fingerabdrücke und Lichtbilder vor – nicht aber die von Tunesien geforderten Handflächenabdrücke. Das bestätigte das BKA dem rbb. Das Verfahren für Amris Abschiebung konnte deswegen nicht weiter vorangetrieben werden. Der bereits damals als Gefährder eingestufte Islamist konnte somit auch nach der rechtskräftigen Ablehnung seines Asylantrag im Juni 2016 weiterhin in Deutschland bleiben.
Am 30. Juli wurde er beim Versuch in die Schweiz auszureisen zwar in Friedrichshafen von der Bundespolizei festgenommen. Aus der Abschiebehaft musste er aber nach nur 48 Stunden wieder entlassen werden, weil der Richter wegen der von Tunesien bis dahin nicht bestätigten Identität Amris keine Chance für einen kurzfristigen Vollzug der Abschiebung sah.
Der stellvertretende Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Deutschen Bundestages, André Hahn (Linke), spricht angesichts der offenbar in Vergessenheit geratenen Handflächenabdrücke von Behördenchaos. „Das ist auf der einen Seite Schlamperei, auf der anderen Seite offenkundig aber auch ein strukturelles Versagen, wenn die eine Hand nicht weiß, was die andere macht, wenn man nicht in eigene Computer hineinsieht und entsprechende Daten dort vorfindet, die man eigentlich seit langem sucht“, sagte Hahn dem rbb.
Eine Sprecherin des BKA sagte auf Anfrage, das BKA sei nicht für die Abschiebung Amris zuständig gewesen. Daher habe man die im BKA-Computer vorhandenen Handflächenabdrücke auch nicht an die zuständigen Ausländerbehörden in Nordrhein-Westfalen weiter geleitet. Die Ausländerbehörden hätten beim BKA auch nie nach den gewünschten Handflächenabdrücken gefragt.
Zum Thema
Recherche: Berliner LKA täuschte Amri-Observationsmaßnahmen vor
Türkei
Türkische Lira und Aktien fallen nach Visa-Konflikt mit den USA
Istanbul (nex) – Der Visa-Konflikt zwischen der Türkei und den USA hat die türkischen Börsen und die Landeswährung auf Talfahrt geschickt.
Die Lira brach zum Dollar um bis zu sieben Prozent ein und stand am Montag bei 3,7 TL. Über Nacht sei die türkische Währung sogar auf 3,9223 gefallen. Gegenüber dem Euro sei die Lira zunächst auf ein Rekordtief von 4,49 gefallen, habe sich im Laufe des Tages aber auf 4,33 erholt.
Türkischen Medienberichten zufolge, sei zudem auch der Leitindex der Börse BIST 100 um 4 Prozent auf 100.000 Punkte gefallen. Das Vorzeigeunternehmen der Türkei, die halbstaatliche Turkish Airlines, habe an der Börse einen Verlust von acht und die Fluggesellschaft Pegasus Airlines um 6,8 Prozent zu beklagen.
Auslöser für die Verluste ist möglicherweise ein diplomatischer Streit mit den USA. Nach der Festnahme eines amerikanischen Konsulatsmitarbeiters, hatte die US-Botschaft in der Türkei am Wochenende die Vergabe von Visa ausgesetzt.
In einer Erklärung hieß es, dass die US-Regierung prüfen müsse, inwieweit die Regierung in Ankara sich der Sicherheit der US-Botschaft und ihres Personals verpflichtet fühle.
Die Türkei veröffentlichte nur wenig später eine nahezu wortgleiche Erklärung und legte ihrerseits die Visavergabe an US-Bürger auf Eis.
“Jüngste Ereignisse zwingen die türkische Regierung dazu, das Bekenntnis der US-Regierung zur Sicherheit der türkischen Vertretungen und ihres Personals neu zu bewerten”, hieß es.
Statement from the Turkish Mission to the U.S., October 8, 2017 pic.twitter.com/4i0BwInOCj
— Türkiye in the USA (@TC_VasingtonBE) October 8, 2017
Öffentlichkeitsfahndung
Sexueller Missbrauch: BKA bittet dringend um Mithilfe
AKTUALISIERUNG: TÄTER UND OPFER WURDEN IDENTIFIZIERT!
Frankfurt (nex) – Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – und das Bundeskriminalamt (BKA) fahnden gemeinsam nach einem unbekannten Tatverdächtigen und dessen minderjährigen Tatopfer.
Der unbekannte Beschuldigte steht im Verdacht, ein etwa 4 bis 5 Jahre altes Kind mehrfach schwer sexuell missbraucht, Aufnahmen des sexuellen Missbrauchs hergestellt und diese anschließend auf einer kinderpornographischen Plattform im sogenannten Darknet verbreitet zu haben.
Die Bild- und Videoaufnahmen des sexuellen Missbrauchs des betroffenen Kindes wurden erstmalig im Juli 2017 auf einer kinderpornographischen Plattform im sogenannten Darknet entdeckt.
Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das BKA gehen davon aus, dass die Tathandlungen in dem Zeitraum von Oktober 2016 bis Juli 2017 in Deutschland stattgefunden haben.
Die bisher erfolgten, aufwendigen Fahndungsmaßnahmen führten nicht zur Identifizierung des äußerst vorsichtig agierenden Tatverdächtigen. Von diesem liegen keine Bild- und Videoaufnahmen vor. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das BKA gehen davon aus, dass das Opfer auch weiterhin dem Zugriff des nicht identifizierten Tatverdächtigen ausgesetzt ist, sodass ein fortgesetzter sexueller Missbrauch des Kindes nicht auszuschließen ist.
Da keine weiteren Ermittlungsmöglichkeiten bestehen, hat das Amtsgericht Gießen eine Öffentlichkeitsfahndung mit Bildaufnahmen des Opfers angeordnet. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das BKA hoffen, mit Unterstützung der Öffentlichkeit das bisher unbekannte Opfer und den unbekannten Tatverdächtigen zu identifizieren sowie einen nicht auszuschließenden andauernden sexuellen Missbrauch beenden zu können.
Beschreibung des Opfers zur Tatzeit (Oktober 2016 bis Juli 2017): Geschlecht: weiblich Alter: ca. 4 – 5 Jahre Haare: blond bis dunkelblond, glatt, lang, gerader Pony Gesicht: rundes Kinn, Stupsnase, Augenfarbe vermutlich braun Körperbau: schlank Sprache: deutsch– Wer kann Angaben zu dem Opfer machen?
– Wer kann sonstige sachdienliche Hinweise geben?
Hinweise können in begründeten Fällen vertraulich behandelt werden.
Sachbearbeitende Dienststelle
Bundeskriminalamt Wiesbaden
Telefon: 0611 55-18444
Darüber hinaus nimmt auch jede andere Polizeidienststelle Ihre Hinweise entgegen.
Al Sharq Forum Istanbul
Erdogan-Sprecher Kalin: Muslimische Welt muss endlich aus Tiefschlaf erwachen
Istanbul (nex) – Der türkische Präsidialamtssprecher Ibrahim Kalın nahm am vergangenen Samstag an einem Programm des in der Türkei ansässigen Thinktanks Al Sharq Forum im Hotel Hilton Istanbul Bosphorus teil.
Kalin, der die Eröffnungsrede hielt, sagte: „Die Dinge, die wir gemeinsam für unsere Zukunft tun werden, sind sehr wichtig, ich muss diese Punkte ansprechen. Selbstverständlich ist es nicht ganz einfach, und ich stelle fest, dass die Mitglieder des [UN-]Sicherheitsrates auf ihr Privileg nicht verzichten wollen.“
Kalin wies darauf hin, dass sich in der Welt eine neue Denkweise entwickelt hat, die darauf besteht, dass die Welt größer als ‚die Fünf‘ ist.“ Die Welt könne nicht nur durch die Augen dieser fünf Mitglieder blicken. Der Rat müsse die Zahl der Mitglieder erhöhen, so Kalin weiter.
„Wir müssen jetzt Politikgeschichte schreiben, denn die Geschichte existiert im Schatten des eurozentrischen Verständnisses“, unterstrich er und ergänzte: „Auch in der muslimischen Welt müssen wir jetzt über einen kritischen Ansatz für die Probleme verfügen, die wir erleben.
„Wir müssen endlich aufwachen“
Kalin betonte, dass die Islamische Welt aus ihrem Tiefschlaf erwachen müsse. Er wies im Zusammenhang mit den Ergebnissen der Bundestagswahl auf den Rechtsruck in der europäischen Politik hin. Dies gelte für die meisten führenden EU-Staaten. Kalin ließ auch den Begriff „Neonazi-Politik“ fallen.
„Das Erste was wir tun müssen, ist aus unserem tiefen Schlaf erwachen. Ich sage dies seit vielen Jahren und meine damit unsere muslimischen Akademiker, die Nichtregierungsorganisationen, politischen Führer, Studenten und Frauen. Wir müssen endlich aufwachen und erkennen wie wichtig das ist“, so Kalin.
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Dem Westen ist eine unter Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan ihre Stimme erhebenden Türkei, die diesen mit ihren Fehlern konfrontiert und diese Fehler der Welt zeigt, nicht genehm, erklärte der Sprecher des türkischen Staatspräsidiums Ibrahim Kalin.
Kalin: Erdogan hält Europa „Spiegel mit Fehlern“ vor


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