Bundesliga
Nico Kovac: Schon als Kind Bayern-Fan

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Nico Kovac und sein Weg auf die Trainerbank des FC Bayern

München (nex) – Der FC Bayern hat also am Trainer-Transfermarkt zugeschlagen. Ab dem 1. Juli übernimmt Niko Kovac das Zepter in München mit dem Ziel, dem deutschen Rekordmeister den siebten Bundesliga-Titel in Folge zu bescheren. Seine ausgezeichnete Arbeit bei Eintracht Frankfurt, und vermutlich auch seine Vergangenheit bei den Bayern, überzeugte die Führungsetage der deutschen Nummer 1 schließlich davon, dass er der richtige Mann für diesen Job sei (unter Berücksichtigung der zuvor erfolgten Absage von Thomas Tuchel wohlgemerkt). Brisant ist auch der Umstand, dass Kovac jetzt zum Abschluss mit seinem Noch-Arbeitgeber im Finale des DFB-Pokals ausgerechnet auf die Bayern trifft, bevor er dann schließlich im Sommer an die Säbener Straße wechselt. Laut den Buchmachern ist die Eintracht mit einer Quote von 10,00 (Betway – Stand: Ende April) natürlich krasser Außenseiter in diesem ungleichen Duell, dennoch wäre es ein Highlight, würde ausgerechnet Kovac als zukünftiger Bayern-Trainer den Rekordmeister heuer um einen erneuten Gewinn des Doubles oder gar Triples bringen. In diesem Artikel möchten wir die Person Niko Kovac einmal etwas genauer untere die Lupe nehmen sowie seine bisherige Karriere als Spieler als auch Trainer Revue passieren lassen, angefangen bei seinem allerersten Klub, Hertha Zellendorf, bis hin zu seinem nun bevorstehenden Trainer-Engagement beim deutschen Rekordmeister. Das Anforderungsprofil der Bayern Bayern München stellte klar, dass sie einen deutschen Trainer als Nachfolger für Jupp Heynckes haben möchten. Wie kamen sie dann schließlich ausgerechnet auf den ehemaligen kroatischen Nationalspieler Niko Kovac? Nun, tatsächlich wurde Kovac in Berlin geboren und großgezogen. Seine Eltern stammen aus Bosnien-Herzegowina und waren nach Deutschland ausgewandert. Er wäre damals berechtigt gewesen, sowohl für Bosnien, Kroatien als auch den DFB aufzulaufen, aber vor allem bringt er viel deutsche Mentalität mit, und genau danach waren Hoeneß und Rummenigge auf der Suche. Kovacs Anfänge in Berlin bis hin zu seinem ersten Trainerposten Niko und auch sein Bruder Robert sind in Berlin aufgewachsen – genauer gesagt in einem Vorort von Wedding. Hertha Zehlendorf war einer seiner ersten Fußballklubs, von welchem er schließlich den Sprung in die Kampfmannschaft des größten Vereins der Stadt schaffte, Hertha BSC Berlin. Ganze 242-mal lief Kovac für die Hertha auf, wo er durch starke Leistungen den Grundstein für eine erfolgreiche Karriere sowohl innerhalb Deutschlands als auch im Ausland legte. Schon als Kind war Kovac Fan des FC Bayern – sein damaliges Idol: ausgerechnet Karl-Heinz-Rummenigge, von welchem er sogar ein Poster besaß. Nach weiteren Stationen bei Bayer Leverkusen sowie dem HSV wechselte er schließlich 2001 im Alter von 29 Jahren nach München. Dort holte er sich in seiner ersten Saison gleich den Weltpokal, gefolgt vom Double im zweiten Jahr – er weiß also, wie man mit den Bayern Titel holt. Niko Kovac ist erst der zweite ehemalige Spieler nach Franz Beckenbauer und Jürgen Klinsmann, welcher auf der Trainerbank der Münchner Platz nehmen darf. Er mag vielleicht noch nicht viele Klubs auf europäischer Ebene trainiert haben, dennoch bringt er enorm viel internationale Erfahrung mit. Ganze 83-mal zog er das Trikot der kroatischen Nationalmannschaft über, bestritt unter anderem die Weltmeisterschaften 2002 und 2006 sowie die Europameisterschaften 2004 und 2008 – viele Spiele darunter auch als Kapitän. Auf Klubebene wechselte er 2006 zum neu gegründeten österreichischen Fußballklub Red Bull Salzburg. Dort erzielte er auch das allererste Bundesliga-Tor für den Verein und holte 2007 sowie 2009 den Meistertitel. Nachdem Kovac schließlich seine Fußballschuhe an den Nagel hing, wurde Salzburg zu seiner zweiten Heimat und auch zu seiner ersten Trainerstation. Er coachte dort zuerst das Reserveteam, bis er schließlich als Co-Trainer auf der Bank der Kampfmannschaft Platz nehmen durfte. Als der damalige Cheftrainer, Ricardo Moniz, entlassen wurde, war Kovac bereit, das Zepter in Salzburg zu übernehmen. Jedoch entschloss sich die Vereinsführung, allem voran Ralf Rangnick, dafür, Roger Schmidt zu engagieren. Kovac, von dieser Entscheidung sichtlich enttäuscht, musste aber nicht lange auf ein erneut attraktives Angebot warten, denn der kroatische Verband bot ihm einen Posten als Cheftrainer der U21 an, was der ehemalige Nationalspieler natürlich dankbar annahm. Nach fünf Siegen in fünf Spielen wurde er plötzlich befördert – zum Cheftrainer der A-Mannschaft im Play-Off-Duell zur FIFA-Weltmeisterschaft 2014 gegen Island. So begann also seine Karriere als erfolgreicher Trainer, welche ihm den Weg auf die Bank des deutschen Rekordmeisters ebnete. Begleitet wird er nächste Saison auch wieder von seinem jüngeren Bruder Robert, der schon den Großteil seines ganzen Lebens an Nikos Seite stand. Sie spielten zusammen bereits bei Teams wie Leverkusen, Bayern sowie der kroatischen Nationalmannschaft, und nun arbeiten sie seit dem Engagement bei der U21 Kroatiens auch als Trainer zusammen. Warum die Wahl der Bayern schlussendlich auf Kovac fiel Niko Kovac weiß, was es bedeutet zu gewinnen – immerhin spielte er bereits für den FC Bayern – allerdings weiß er auch, was es heißt zu verlieren. Einer seiner größten Triumphe in seiner jungen Trainerlaufbahn war das Relegationsspiel zwischen seiner Frankfurter Eintracht und dem 1. FC Nürnberg. Frankfurt konnte sich mit einem Gesamtscore von 2:1 durchsetzen und den drohenden Abstieg abwenden, sehr zum Entsetzen der Nürnberg-Spieler, die nach Abpfiff tränenüberströmt am Feld lagen. Kovac ging daraufhin zu jedem einzelnen Spieler der Verlierer-Mannschaft und tröstete ihn, während sein Team den Klassenerhalt feierte. Er erhielt für diese Geste einen nationalen Fair-Play-Preis. Der in Berlin von kroatischen Immigranten großgezogene Kovac ist ein Musterbeispiel für gelungene Integration. Sein ehrlicher Charakter, seine internationale Erfahrung sowie auch seine eher deutsche Mentalität machen ihn aus Bayern-Sicht zu einem idealen Nachfolger für Jupp Heynckes. Noch dazu ist er ein Verfechter des schnellen Spiels über die Flügel, etwas, was bei den Bayern dank Spielern wie Robben und Ribery seit über einer Dekade zelebriert wird. Vielleicht ist die Verpflichtung Kovacs auch ein Grund dafür, warum die beiden Veteranen auch nächste Saison an den Außenbahnen des Rekordmeisters zu sehen sein werden. Auf jeden Fall gelang den Bayern mit der Verpflichtung Kovacs vermutlich die Überraschung der Saison, aber nach genauer Analyse ist das Engagement durchaus nachvollziehbar. Wir dürfen also mit Spannung auf die nächste Spielzeit blicken, wenn der Deutsche Rekordmeister erstmals unter den Fittichen der ehemaligen Bayern-Ikone sowie Kroatien-Legende auflaufen wird.  

Invest in Turkey – Forum
Jurgens: Wirtschaftsbeziehungen zwischen Ankara und London geht es bestens

Von Klaus Jurgens Türkische Unternehmer und Investoren sehen England als perfekten Standort London – Man darf es durchaus als „Woche der Türkei“ bezeichnen, die letzten Mittwoch am Abend mit der Ankunft der ersten Gäste begann und während dieser Artikel verfasst wird, sogar noch andauert: das Vereinigte Königreich war Schauplatz für eine in dieser Größenordnung und zeitlichen Kompaktheit noch nie gesehene Anzahl von offiziellen Veranstaltungen mit und für offizielle Besucher aus der Türkei. Natürlich ist die Anwesenheit von Präsident Recep Tayyip Erdoğan der eigentliche Anlass; sein Staatsbesuch wird als Ausdruck der besonders guten Beziehungen zwischen beiden Ländern betrachtet und wird hier in politischen Kreisen auch genauso bewertet. Der Präsident selber hatte ein volles Programm, welches Gespräche mit Premierministerin Theresa May und als Höhepunkt einen Empfang bei der britischen Königin Elisabeth II beinhaltete. Hier dürften wohl Themen der globalen Politik ebenso wie zwischenstaatliche Fragen auf der Tagesordnung gestanden haben. Rundherum um seinen dreitägigen Besuch gab es dann aber eine Vielzahl von Veranstaltungen, die vor allem eines im Mittelpunkt hatten: die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Ankara und London. Und denen geht es bestens! NEX24 hatte die Gelegenheit, bei zwei dieser Foren mit dabei zu sein, zu denen unter anderem Unternehmer, Rechtsexperten, Handelskammern, Finanzexperten und Ministeriumsvertreter aus beiden Ländern eingeladen waren. Im ersten Treffen ging es um die Frage, wie türkische Investoren und Unternehmer das Vereinigte Königreich (also nicht nur den Finanzplatz London, sondern auch andere gut erreichbare Landesteile) als Drehscheibe für ihre strategischen Partnerschaften weiter nützen und ausbauen könnten. Man stelle sich das so vor: Eine türkische Firma vereinbart mit ihrem britischen Gegenüber, gemeinsam zu produzieren. So lange der Anteil der britischen Komponenten hierbei 20 Prozent nicht unterschreitet, gibt es sogar staatliche Fördermittel oder zumindest Bankgarantien für erforderliche Kredite. Dann wird exportiert und zum Beispiel gemeinsam in Asien verkauft. Britische Firmen haben nun mal extrem gute globale Netzwerke und Absatzmärkte. Türkische Firmen bieten Top-Qualität ihrer Produkte an – perfektes Win-Win. Alternativ kann ein türkischer Unternehmer natürlich auch ganz alleine vorgehen und seine Produkte in eigener Regie in England absetzen. Hierfür braucht man eventuell gar keine eigene Fabrik, sondern nur britische Logistikpartner; es ist eben alles eine Kostenfrage, ob die Produktion vor Ort nicht doch ratsamer ist. Nur als weiteres Beispiel, ohne einzelne Firmen bewerben zu wollen: Zwei türkische Unternehmen sind gerade dabei, den britischen Markt immer weiter zu erobern, Beko und Simit Sarayı. Es gibt Vermutungen in Insiderkreisen, dass Beko bald der bekannteste internationale Haushaltsgerätehersteller hier sein und Simit Sarayı weiter expandieren wird. Zurzeit hat die Kaffeehaus-Kette bereits 22 (!) Niederlassungen im Vereinigten Königreich. Rund 200 türkische Firmen sind bereits im Vereinigten Königreich niedergelassen. Die zweite Gesprächsrunde, an der ich teilnahm, befasste sich mit der umgekehrten Situation: Wie können britische Unternehmer und Investoren dazu verleitet werden, sich noch mehr in der Türkei zu engagieren? Einige Zahlen: Es werden derzeit 92 Produktkategorien zwischen beiden Ländern gehandelt; man spricht hier von Gruppen von Produkten und nicht von Einzelprodukten, also eine enorm hohe Zahl und Vielfalt. Das bilaterale Handelsvolumen spricht ebenso für sich: Wir reden hier von einer Gesamtsumme von 16 Milliarden US-Dollar; Präsident Erdoğan sprach im Vorfeld seines Besuches an, dass sich dies bald auf 20 Milliarden erhöhen könnte. Der Brexit spielte hier natürlich auch seine Rolle; sobald umgesetzt, kann London seine eigenen Freihandelsabkommen abschließen. Die Türkei bliebe zwar weiterhin ein EU-Beitrittskandidat, aber es gibt Hinweise darauf, dass, falls die EU und Großbritannien sich nicht auf eine weitere gemeinsame Marktdefinition einigen und sich eventuell sogar von der gemeinsamen Zollunion verabschieden, dann Ankara und London ohne europäische Vorgaben gemeinsam beraten und verabschieden können. Dieser Punkt wurde hier im Londoner Stadtteil Westminster im sechsten „Invest in Turkey Forum“ in der vergangenen Woche selbstredend breit diskutiert und allem Anschein nach von Rechtsexperten als die wahrscheinlichste Lösung angesehen. Und es gibt da noch einen weiteren positiven Punkt zu berichten. Ankara und London, die Türkei und das Vereinigte Königreich, verstehen sich bestens. Nicht nur die Politiker, sondern auch die Wirtschaftsbosse. Und vor allem die Bürgerinnen und Bürger beider Staaten ebenso. Man besucht sich, man kennt sich, man vertraut sich. Wäre es nicht schön, wenn sich von dieser Positivität, von dieser Normalität einige andere europäische Staaten und ihre Repräsentanten auch anstecken lassen würden?

Zum Thema

Großbritannien und Türkei wollen Handelsvolumen auf 20 Milliarden US-Dollar erhöhen
 
Klaus Jurgens
Klaus Jurgens – London School of Economics Postgraduate Degree Government. Vormals Uni-Dozent Ankara, Schwerpunkt BWL und KMU. Über zehn Jahre vor Ort Erfahrung Türkei. Zur Zeit wohnhaft in Wien. Politischer Analyst und freiberuflicher Journalist.

Boxen
Profiboxer Sükrü Altay widmet Sieg an Erdogan und Soldaten

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Heilbronn (nex) – Der 33-jährige deutsch-türkische Profiboxer Sükrü „Eisenfaust“ Altay aus Kempten hat bei einem GBA-Titelkampf um die internationale deutsche Meisterschaft in der Heilbronner Kolbenschmidt-Arena am Samstag einen Sieg gegen den serbischen Boxer Alexandar Jankovic (35) durch technisches K.O. errungen. Der Ringrichter brach den Kampf in der fünften Runde ab, nachdem Jankovic bereits in den Runden zuvor zweimal zu Boden gegangen war. Das war Altays fünfter Kampf als Profi im Halbschwergewicht – auch in seinen ersten vier Kämpfen bezwang er seine Gegner durch K.O. „Mein nächstes Ziel ist der EM-Titel“, so der mit einer Kurdin verheiratete Familienvater in einem Gespräch mit NEX24. In der vergangenen Woche versprach Altay im Gespräch mit Medien, seinen Sieg und Gürtel dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und den „Soldaten, die im Kampf gegen den Terrorismus für unsere Sicherheit ihre Leben opfern,“ zu schenken. Kampf gegen Erdogan-Kritiker Arik Ünsal Trotz seiner Erfolge als Profikämpfer machte Altay bisher eher durch seine Unterstützung für den türkischen Präsidenten Erdogan von sich reden. Im Vorfeld des Verfassungsreferendums in der Türkei im April 2017 hatte ein weiterer deuschtürkischer Profiboxer namens Ünsal Arik für ein „Nein“ geworben und dabei auch Sendungen wie das SAT1-Frühstücksfernsehen und die Show des umstrittenen Moderators Jan Böhmermann genutzt, um gegen Regierungsbefürworter auszuholen. Sinngemäß forderte der 36-jährige Superweltergewichtler unter anderem in Deutschland lebende Anhänger des türkischen Präsidenten dazu auf, das Land zu verlassen. Altay ging diese Form der Akkommodation an die deutsche Mehrheitsgesellschaft allerdings zu weit. Altay, der bekennender Erdogan-Anhänger ist und auch für ein „Ja“ zum Referendum geworben hat, forderte in einem viral gegangenen Video Arik zum Kampf heraus.              

NRW
Islam gehört zu NRW: Yunus-Emre-Moschee in Aachen eröffnet

Aachen (nex) – NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bezeichnete bei der Eröffnung der neuen Ditib-Moschee in Aachen den Islam und die Muslime als Teil der Gesellschaft. Am gestrigen Samstag fand nach etwa 7-jähriger Bauzeit im Beisein des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet, die interreligiöse Eröffnungsfeier der neuen Yunus-Emre-Moschee statt. Laschet durchschnitt gemeinsam mit dem Imam der Moschee, einem katholischen Pfarrer, dem Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Aachen und dem Oberbürgermeister Marcel Philipp das Band vor dem neuen Gotteshaus. Zuvor rezitierten die Geistlichen aus dem Koran und der Bibel. „Der Islam gehört zu Nordrhein-Westfalen und die 1,5 Millionen Muslime sind selbstverständlich Teil unserer Gesellschaft“, sagte Laschet in seiner Rede. Man werde zusammenstehen und die „friedliche Gesellschaft nicht durch Hass kaputt machen“ lassen. Der Gebetsraum der neuen Moschee bietet Platz für 600 Gläubige und das Minarett ist etwa 40 Meter hoch. Die Baukosten lagen laut der Gemeinde bei 8,5 Millionen Euro. 6 Millionen seien durch Spenden zusammengekommen. Jahrelang habe die Gemeinde in einer alten Tankstelle beten müssen. Besonders an Feiertagen habe es für viele der Besucher keinen Platz in der alten Moschee gegeben und mussten somit ihre Gebete draußen auf Plastikteppichen verrichten. Die Moschee soll ein Ort der Begegnung nicht nur für Muslime, sondern für die ganze Gesellschaft werden, so ein Sprecher.    

Türkisch-bosnische Beziehungen
Izetbegović: „Erdoğan ist der lang erwartete Anführer der Muslime“

Sarajevo (nex) – Der bosnische Staatspräsident Bakir Izetbegović sagte am gestrigen Samstag, dass sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdoğan ein Mentor für die Muslime sei – eine Tatsache, die ihn im Westen unbeliebt mache. Auf einer Veranstaltung der Partei für Demokratische Aktion (SDA) in der Hauptstadt Sarajevo sagte Izetbegović: „Unser Freund ist im Westen nicht sehr beliebt, denn Erdoğan ist der lang erwartete große Anführer der Muslime.“ „Primitive und unwissende Muslime“ störten den Westen nicht. „Wenn es aber um die wirtschaftliche Entwicklung geht, fühlen sie (der Westen) sich von einem Mann gestört, der seine Türen für drei Millionen Flüchtlinge öffnet, der den größten Flughafen der Welt bauen lässt und sich mit Terrorismus und Kriegen an den Grenzen seines Landes auseinandersetzen muss“, so der bosnische Politiker weiter. Erdoğan wird voraussichtlich am 20. Mai Sarajevo besuchen. Laut Izetbegović werde sich ihr Treffen auf ein Autobahnprojekt konzentrieren, das Sarajevo und Serbiens Hauptstadt Belgrad verbinden soll. Ankaras Einflusssphäre im Balkan Während sich die EU von der Türkei abwendet, baut Ankara seinen Einfluss in anderen Gebieten der Welt wie etwa in Afrika oder Balkan stetig aus. Am vergangenen Sonntag traf sich Erdoğan auch mit seinem serbischen Amtskollegen Aleksandar Vucic. Im Rahmen des Besuchs seien die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern, die zur Entwicklung und Stabilisierung der Region positiv beitragen würden, erörtert und Schritte zu ihrer Stärkung unternommen worden, so eine Stellungnahme des türkischen Präsidialamts.

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– „Negative Propaganda“ – Französischer Chefredakteur: Erdogan repräsentiert die Muslime

Chauffier, der Erdogan zuvor in einer TV-Diskussionsrunde als den „Charles de Gaulle der Türkei“ bezeichnet hatte, wies darauf hin, dass in den europäischen Medien negative Propaganda gegen den türkischen Präsidenten betrieben werde.

Französischer Chefredakteur: Erdogan repräsentiert die Muslime
           

Rüstungsdeal
Türkei: Übergabe des ersten F-35 US-Kampfjets erfolgt am 21. Juni

Ankara (nex) – Die Türkei wird die jüngst erworbenen F-35 Kampfjets auf dem Luftwaffenstützpunkt Kürecik nahe der ostanaotlischen Stadt Malatya stationieren. Der Stützpunkt dient zum Schutz der türkischen Grenzen mit Syrien, Irak und Iran und beherbergt seit 2012 zudem ein NATO-Radarsystem, das auch den israelischen Luftraum überwacht. Wie Sprecher der türkischen Verteidigungsindustrie den Medien sagten, wird die Auslieferung des ersten der 30 F-35 Kampfflugzeuge bei einer Zeremonie in den USA am 21. Juni erfolgen. Die Vorbereitungen in Malatya wie etwa Bau- und Modernisierungsarbeiten zum Empfang der Jets seien fast abgeschlossen. Hallen, in denen einst F-4-Kampfflugzeuge untergebracht waren, würden nun für die Unterbringung der neuen Kampfjets umgebaut. Zwei Piloten der türkischen Streitkräfte (TSK) hätten bereits vor drei Monaten bei Lockheed Martin in den USA mit einem intensiven Training begonnen, um sich auf ihre Einsätze in den F-35 Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeugen vorzubereiten. Die TSK, die Teil des Joint Strike Fighter (JSF)-Programms des US-Verteidigungsministeriums sind, planen gemeinsam mit einigen NATO-Verbündeten, darunter das Vereinigte Königreich, Italien und die Niederlande, ihre Luftwaffenflotten mit 100 F-35-Flugzeugen aufzurüsten, die im Rahmen dieses Programms gemeinsam produziert werden sollen. In der ersten Lieferung geht es jedoch um die Übergabe von 30 F-35-Jägern. Die aktuelle Luftverteidigung der Türkei basiert auf F-16-Flotten. Einige dieser Flotten sollen in Zukunft durch die neuen F-35 ersetzt werden. Die Auslieferung des ersten F-35 Kampfflugzeuges wird zu einem Zeitpunkt erfolgen, in dem eine Reihe von US-Kongressabgeordneten die US-Regierung dazu aufgefordert haben, den Verkauf dieser Flugzeuge an die Türkei auszusetzen, da Ankara beschlossen hatte, seine Luftverteidigungssysteme mit russischen S-400 Raketenabwehrsystemen auszurüsten. Ankara droht mit Abschaltung des NATO-Radarsystems Im Gegenzug drohte Ankara im November vergangenen Jahres mit der Abschaltung und Demontage des mächtigen Malatya-Kürecik AN-TPY-2-Radars, das 2012 von den USA aufgestellt worden war. Das AN-TPY-2 ist ein bodengestütztes Radar zur Erfassung und Verfolgung von ballistischen Raketen. Die Demontage des Radars würde Israel einer Bedrohung durch ballistische Raketen aussetzen. Dank des in Kürecik stationierten Systems sind die gesamten westlichen Territorien des Iran bis an die Grenzen von Teheran für die NATO sichtbar. Ähnliche Radarsysteme befänden sich auch in Israel, Jordanien, Katar und den vereinten Arabischen Emiraten, jedoch erreiche etwa das System in Israel mit einer Reichweite von 1.300 Kilometer nur die Grenzen des Iran. Die Systeme in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die nicht zur NATO gehören, könnten nur die südlichen Regionen des Iran beobachten. Im Rahmen ihres Abkommens mit der NATO erteilte die Türkei damals die Erlaubnis für den Einsatz des Radars auf ihrem Staatsgebiet, was zu Spannungen mit Russland und dem Iran führte, die sich heftig gegen einen solchen Schritt ausgesprochen hatten. Dazu der politische Analyst Ömer Özkizilcik gegenüber NEX24:
„Die türkisch-amerikanischen Beziehungen sind angespannt, insbesondere seit dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 und der Weigerung der USA, ein Justizverfahren gegen Fethullah Gülen, den Drahtzieher des Putsches, einzuleiten oder ihn an die Türkei auszuliefern. Mit der Unterstützung der YPG in Syrien seitens der USA fand sich die Türkei in einer gefährdeten Position. Der NATO-Allierte der Türkei unterstützt bzw. gewährt den zwei Hauptgefährdern der Türkei Schutz“.
In dieser misslichen Lage habe sich die Türkei Russland angenähert und versucht, eine geostrategische Balance zwischen den USA und Russland zu finden, so Özkizilcik weiter. Die S-400 Luftabwehrsysteme aus Russland sollten mit den geplanten Luftabwehrsystemen aus gemeinsamer Produktion der Türkei mit Frankreich und Italien die Luftsicherheit gewährleisten. Somit habe die Türkei auch sicherheitspolitisch zwei verschiedene Systeme verwenden wollen, um die eigene Verteidigung zu maximieren, betont Özkizilcik und fügt hinzu:
„Die USA sahen lange Zeit in den Verhandlungen für den Kauf der S-400 Systeme ein Mittel, um für einen Preisnachlass für amerikanische Luftabwehrsysteme zu sorgen. Nachdem der Kauf des S-400 Luftabwehrsystems abgeschlossen wurde, versuchten die USA, mit Drohungen wie die Verwehren von F-35 Jets oder anderen Militärtechnologien die Türkei von ihrem Unternehmen abzubringen. Die Türkei selbst ist an der Produktion der F-35 Jets beteiligt und verzeichnet ein rasantes Wachstum in der Verteidigungsindustrie“

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– Türkei – Kommentar: „Man will Türkei für Kauf der russischen S-400 bestrafen“

Der geplante Kauf des russischen Raketenabwehrsystems S-400 sei kein Grund „zur Sorge“, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nach seiner Rückkehr von einer Staatsreise in die Golfstaaten.

Kommentar: „Man will Türkei für Kauf der russischen S-400 bestrafen“
   

Datenmissbrauch
Nach Datenskandal bei Facebook: Grüne schicken 59 Fragen an Zuckerberg

Parlamentarier unzufrieden mit Antworten  Osnabrück –  Die Grünen kritisieren die Aufklärung von Facebook im Datenskandal als völlig unzureichend. Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtet, haben sechs Bundestagsabgeordnete der Partei daher 59 weitere Fragen an Konzernchef Mark Zuckerberg geschickt. Sie reagieren damit auf schriftliche Antworten des US-Unternehmens auf Fragen der Parlamentarier, die jetzt bei den Parteien eingegangen sind. Tabea Rößner, netzpolitische Sprecherin der Grünen, sprach von einer „typischen Salami-Taktik“, mit der die Parlamentarier offenbar abgespeist werden sollen. Zentrale Fragen seien weder in der Ausschusssitzung im April von einem hochrangingen Facebook-Manager noch jetzt schriftlich im Nachgang beantwortet worden. Rößner: Damit kommen sie nicht durch Rößner: „Wir dürfen Facebook mit dieser Hinhaltetaktik nicht durchkommen lassen.“ In dem Fragenkatalog wollen die Grünen-Abgeordneten unter anderem wissen, wann Facebook die vom Datenmissbrauch betroffenen Nutzer informiert hat und wie sich das Unternehmen zu Desinformationskampagnen in Wahlkämpfen über seine Plattform positioniert. Auch fragen die Parlamentarier, wie viele sogenannte „Dark ads“ im Bundestagswahlkampf in Deutschland ausgespielt worden sind. Bei dem Skandal wurden Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern von einem App-Entwickler an die Analyse-Firma Cambridge Analytica weitergegeben. Aus Deutschland waren vermutlich nur 65 Nutzer direkt betroffen. Bei Cambridge Analytica könnten laut Facebook aber Informationen von knapp deutschen 310.000 Nutzern gelandet sein.

Iran-Sanktionen
Nouripour: Trump legt Tonnen von Gewicht auf transatlantische Brücke

Heilbronn – Der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour nennt die Lage in und um Syrien nach der Aufkündigung des Iran-Atomabkommens durch US-Präsident Donald Trump „extrem besorgniserregend“. „Ein symmetrischer Krieg wird immer wahrscheinlicher“, sagte er der „Heilbronner Stimme“ .

„Er zwingt uns, mit den Russen und China gegen seine Regierung zu arbeiten“

Der Grünen-Politiker fügte hinzu: „Das Abkommen ist das wichtigste Hindernis für eine nukleare Aufrüstung des Nahen Ostens. Deshalb müssen nun alle anderen Unterzeichner des Abkommens versuchen, es ohne die USA zu erhalten. Trump bringt uns damit in die schwierige Situation, zusammen mit den Russen und China gegen seine Regierung zu arbeiten.“ Nouripour weiter: „Frau Merkel hat absolut recht. Die einseitige Aufkündigung des Iran-Abkommens verletzt das Vertrauen in die internationale Ordnung.“ Das deutsch-amerikanische Verhältnis sei zwar stabil, so Nouripour, da es von der Partnerschaft der Völker getragen werde. Allerdings, so der Grünen-Politiker: „Trump legt Tonnen von Gewicht auf die transatlantische Brücke“.

FDP-Außenpolitiker: Trumps Verhalten wird dazu führen, dass EU einiger auftritt als zuvor

Der FDP-Außenpolitiker Michael Link ist überzeugt, dass Trumps Vorgehen im Konflikt mit dem Iran die EU enger zusammenrücken lässt. Link sagte der „Heilbronner Stimme“ : „Trump unterschätzt die EU, wenn er denkt, er könne sie einfach unter Druck setzen. Sein Verhalten wird dazu führen, dass die EU einiger auftritt als zuvor.“ Link fügte hinzu: „Leider nutzen das einige auf unserer Seite des Atlantiks auch für billigen Antiamerikanismus. Beides ist falsch: Trumps Alleingänge ebenso wie der Fehlschluss von linken und rechten Amerikakritikern, die USA nur auf den Mann im Weißen Haus zu reduzieren.“ Trump habe bisher „mehr Glück als Verstand“ gehabt. Link: „Bereits nach den Zwischenwahlen im November könnte der Kongress nicht mehr republikanisch dominiert sein, dann werden die Karten neu gemischt. Den Iran-Deal zu kündigen, war ein großer Fehler. Bei Nordkorea hatte Trump mehr Glück als Verstand. Der Fall Iran liegt komplizierter. Deshalb müssen wir jetzt die guten transatlantischen Beziehungen in ihrer ganzen Breite nutzen – Parlamente, Länder und Bundesstaaten, Wirtschaft und Wissenschaft – um den Schaden durch Trump möglichst klein zu halten.“

Iran-Sanktionen
Ankara: Türkei wird weiterhin mit dem Iran Handel treiben

Türkischer Wirtschaftsminister: Die Türkei wird auch weiterhin mit dem Iran Handel treiben
Ankara (nex) – Der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekçi hat gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu deutlich gemacht, dass die Türkei die Verhängung neuer Wirtschaftssanktionen durch US-Präsident Trump ablehnt. Zeybekçi: „Wir werden auch weiterhin entsprechend den Resolutionen der Vereinten Nationen mit dem Iran Handel treiben.“ Der deutsche Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sieht wegen der neuen US-Sanktionen erhebliche Auswirkungen auf sowie Konsequenzen für deutsche und andere europäische Unternehmen zukommen. „Wir haben juristisch keine Möglichkeit, deutsche Unternehmen gegen Entscheidungen der amerikanischen Regierung zu schützen oder sie davon auszunehmen“, sagte Altmaier am Freitag im „Deutschlandradio“. Nach geltendem US-Sanktionsrecht würden von den neuen Sanktionen auch deutsche Unternehmen getroffen, wenn diese zum Beispiel im Iran Geschäfte machten und zugleich auch in den USA tätig seien. Zudem müssten dann US-Unternehmen mit diesen Unternehmen ihre Geschäfte zurückfahren. Optionen wie der Vorschlag der Schaffung eines staatlichen Fonds zum Ausgleich möglicher Nachteile für Firmen, die im Iran tätig sind, sei im deutschen Recht nicht vorgesehen, sagte Altmaier. „Wenn wir grundsätzlich erklären würden, wir gleichen solche Nachteile aus, dann könnte es für viele Länder in der Welt auch ein Anreiz sein, einseitig Maßnahmen und Sanktionen zu verhängen. Deshalb warne ich davor, voreilig Vorschläge ins Gespräch zu bringen“, sagte Altmaier. Die Bundesregierung biete jedoch Unterstützung und juristische Beratung für betroffene Unternehmen an. Der neue US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, hatte deutsche Unternehmen aufgefordert, ihre Investitionen im Iran zurückzufahren. Der deutsch-iranische Handel ist allerdings gegenwärtig eher überschaubar: Im Jahr 2017 erreichte er laut dem deutschen „Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen“ (BGA) ein Volumen von 3,4 Milliarden Euro. Thomas Bernhard

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– Velaro-Bestellung – Türkei: Siemens zieht 420-Millionen-Dollar-Deal an Land

Neuer Großauftrag für das deutsche Traditionsunternehmen Siemens: Die türkische Staatsbahn hat für 340 Millionen Euro (etwa 420 Millionen US-Dollar) zehn Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ Velaro bestellt.

Türkei: Siemens zieht 420-Millionen-Dollar-Deal an Land

Motorradsport
Türkischer Rekordweltmeister Kenan Sofuoglu kündigt Rücktritt an

Imola (nex) – Nach einem letzten Rennen im italienischen Imola wird der fünffache türkische Supersportweltmeister Kenan Sofuoglu am Sonntag seinen Rücktritt ankündigen. „In der Türkei gab es viele Spekulationen darüber, ob ich nach meinen Verletzungen noch laufen kann, ob ich noch Motorrad fahren kann. Ich möchte den Menschen zeigen, dass ich noch fahren kann, dass es aber Zeit ist aufzuhören. Deshalb habe ich beschlossen aufzuhören – das war keine leichte Entscheidung“, sagte Sofuoglu in einem Gespräch mit dem Motorsportportal „Speedweek„. „Der Präsident will, dass ich aufhöre“ „Nach diesem Wochenende habe ich einige weitere Treffen in der Türkei, speziell der Präsident der Türkei will nicht, dass ich weiterhin Rennen fahre“, so Sofuoglu der „Speedweek“. Sofuoglu habe Respekt vor dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Nach dem Sturz in Magny-Cours habe Erdogan innerhalb weniger Stunden einen Jet geschickt, um Sofuoglu in die Türkei zu bringen. „Als mich der Präsident nach Phillip Island kontaktierte, sagte er mir, dass ich zwei Brüder verloren habe. Er wolle nicht in den Nachrichten hören, dass Kenan Sofuoglu in einem Rennen gestorben ist. Er sagte mir, dass ich meine Familie respektieren soll. Zuerst muss ich gesund werden, dann kann ich entscheiden was ich mache. In Imola werde ich bekanntgeben, ob ich gleich aufhöre oder bis zum Ende des Jahres fahre“, so Sofuoglu gegenüber „Speedweek“. Pucetti bedauert Rücktritt „Wir hatten die Möglichkeit, mit dem stärksten und professionellsten Fahrer der Supersport-WM zusammenzuarbeiten. Es war eine Ehre, ihn in unserer Mannschaft zu haben, er brachte unser Team voran und dafür möchten wir uns alle herzlich bedanken“, zitiert das Portal Teamchef Manuel Puccetti. Rekordmeister Sofuoglu Der 33-jährige Türke gehört zu den erfolgreichsten Motorradrennfahrern der Geschichte: Insgesamt 5 Mal holte das Ausnahmetalent den WM-Titel in der Supersport-Klasse. 2007 und 2010 wurde er mit Honda Weltmeister und in den Jahren 2012, 2015 und 2016 folgten WM-Titel mit Kawasaki. Ohne seine vielen Verletzungen hätte Sofuoglu vermutlich noch mehr WM-Titel gewonnen. 2017 wurde er trotz mehrfachen Knochenbrüchen Vizeweltmeister. Im Januar 2017 brach sich Sofuoglu bei einem Training das rechte Handgelenk und musste drei mal operiert werden, um seine Hand wieder schmerzfrei bewegen zu können. Im September desselben Jahres stürzte der Türke bei einem Rennen in Frankreich und zog sich einen dreifachen Beckenbruch zu. Bei einem Rennen in Australien im Januar 2018 stürzte Sofuoglu ein weiteres Mal und brach sich erneut das Becken. „Die von Sofuoglu in der Supersport-WM hinterlassenen Rekorde werden wahrscheinlich nie eingeholt“, so „Speedweek“. „Von 125 Rennen gewann er 43 und stand in 85 Rennen auf dem Podium – eine unglaubliche Erfolgsquote! Sofuoglu startete in 100 Rennen aus der ersten Reihe, 34 Mal von der Pole-Position“, berichtet „Speedweek“ weiter. Von insgesamt 2110 gefahrenen Runden in seiner Karriere sei der Türke in 715 in Führung gewesen. Sofuoglu führt laut „Speedweek“ fast alle Statistiken der Supersport-WM an: Er fuhr die meisten Siege (43) ein und die meisten Hattricks (9), die meisten Podiumsplätze (85), die schnellsten Rennrunden (30) sowie die meisten Pole-Positions (34). Natürlich sammelte auch niemand mehr WM-Punkte als Sofuoglu (2049).