Orthodoxie
„Kirche ohne Putin“: Kirchen in Russland und Ukraine spalten sich

Kiew (nex) –  „Es ist eine Kirche ohne Putin“ verkündete der ukrainische Staatspräsident Petro Poroschenko vor der St.Sophia Kathedrale. Es sei eine Kirche, wo keine Gebete mehr für Russland und Russlands Armee gesprochen werden. Die Gründung einer nationalen, von Russland unabhängigen Kirche, sei auch ein wichtiger Schritt für die Sicherheit der Ukraine, so Poroshenko. Er wirft den russisch-orthodoxen Kirchen vor, Separatisten zu unterstützen und russische Propaganda zu verbreiten. Diesen Vorwurf weisen die Kirchen unter der Führung Moskaus vehement zurück. Die Ukrainische Armee führt seit mehr als vier Jahren Krieg gegen von Russland unterstütze Separatisten. Die Bischöfe der drei größten Orthodoxen Kirchen der Ukraine beriefen ein „Einigungskonzil“ ein, um die Kirchengründung zu vollziehen. Sie hielten den Kongress am Samstag, den 15.Dezember in der St.Sophia Kirche ab und wählten zum ersten Oberhaupt der ukrainischen Kirche Metropol Epifany. Metropol Epifany wird nächsten Monat nach Istanbul reisen um ein Dekret in Empfang zu nehmen, welches ihm die Leitung einer unabhängigen Kirche gestattet. Das Dekret wird ausgestellt vom Ökumenischen Patriarch Konstantinopels, Bartholomeos I., welcher im Oktober seinen Segen für die Gründung einer ukrainischen Kirche gab.  Die russisch-orthodoxe Kirche distanzierte sich daraufhin von dem Patriarch und kritisierte die Entscheidung. Poroschenko, der im März vor Neuwahlen steht, betitelte den Tag der Kirchengründung als einen historischen Moment und stellte ihn gleich mit der Unabhängigkeitserklärung Ukraines von der Sowjet Union im Jahre 1991.

Halal-Produktion
Schweiz: Toblerone wird nun „halal“ hergestellt

Bern (nex) – Damit auch Muslime in den Genuss ihrer Schokolade kommen können, hat Toblerone seine Produktion umgestellt. Die Herstellung der Toblerone-Schokolade erfolge nun nach islamischen Reinheitsgeboten, berichtete die schweizer Tageszeitung „Blick“. Die Umstellung sei bereits im April geschehen. Dafür habe man die Fabrik in Bern den Halal-Vorschriften nach zertifizieren lassen. Dabei bleibe das Originalrezept unverändert, ließ das Unternehmen wissen. Im Interview mit der „Blick“ hat eine Sprecherin angegeben, dass die Umstellung nicht groß beworben wurde. Dies habe man unterlassen, um nicht einen Rückgang im Absatz zu riskieren. Dem Bericht zufolge würde den Firmen, die in der Schweiz offen mit Halal-Zertifizuerung werben, offen mit Boykott gedroht. Deshalb verzichte man auch auf ein Halal-Vermerk an der Packung. Das Wort „halal“ kommt aus dem Arabischen und umfasst alles, was Muslimen erlaubt ist. Die hohe Nachfrage nach Halal-Lebensmitteln vor allem seitens der muslimischen Konsumenten hat auch aufseiten nichtmuslimischer Unternehmen ein steigendes Interesse an einem Engagement im Halal-Markt erkennen lassen. Angesichts einer Anzahl von etwa 1,6 Milliarden Muslimen weltweit und einem internationalen Umsatz von 67 Milliarden Euro macht der Bereich der Halal-Produkte derzeit 17 Prozent der globalen Nahrungsmittelproduktion aus. Der Halal-Markt gehört zu den am stärksten wachsenden Segmenten in der Lebensmittelbranche – und die Hauptprofiteure sind nichtmuslimische Anbieter. So verdient etwa Nestlé mit halal-zertifizierten Produkten mittlerweile mehr als mit Bioprodukten.

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– Tourismus – 226 Milliarden-Dollar-Markt: Türkei im Halal-Tourismus immer erfolgreicher

Die Türkei ist nach Malaysia, Dubai und Indonesien das viertgrößte Reiseziel für Touristen, die Halal-Angebote suchen und strebt an, ihren Anteil in den kommenden Jahren von zwei Prozent auf zehn Prozent zu erhöhen, um einer der meistbesuchten Standorte zu werden.

226 Milliarden-Dollar-Markt: Türkei im Halal-Tourismus immer erfolgreicher

"Albaner und ihre Sponsoren"
Kosovo-Armee: Serbiens Staatspräsident Vucic macht Deutschland für Gründung mitverantwortlich

Belgrad (nex) – Hinter der geplanten ersten Nationalarmee Kosovos stehen laut Serbiens Staatspräsident Aleksandr Vucic Deutschland, die USA und Großbritannien. „Es liegt klar auf der Hand, dass die Albaner und ihre Sponsoren nie einen Kompromiss gewollt haben“, zitiert das Newsportal „Sputnik“ Vucic. „Es ist auch klar, dass hinter all dem, was sie getan haben, die USA und Großbritannien gestanden haben und Deutschland für die Gründung der Kosovo-Armee mitverantwortlich ist. Wir sind enttäuscht, obwohl das keine Neuigkeit für uns ist“, sagte Vucic „Sputnik“ zufolge in seinem Appell an die Nation. Erste Nationalarmee Kosovos Das kosovarische Parlament hat am Freitag einstimmig ein Gesetzespaket zur Schaffung einer regulären Armee beschlossen. Die leichtbewaffnete Kosovo Security Forces (KSF) soll somit in eine offizielle Nationalarmee umgewandelt werden. Für die militärische Sicherheit im kleinen Balkanland sorgen seit 1999 die von der NATO gestellten KFOR-Truppen.  Bezüglich der Abstimmung wurden international viele Bedenken geäußert. Besonders scharfe Kritik kommt von Serbien, dass die Unabhängigkeit des Kosovo nicht anerkennt und das Territorium Kosovos für sich beansprucht. Die Serben sehen den Aufbau einer Nationalarmee des Kosovo als Bedrohung für die serbische Minderheit. Belgrad hatte wiederholt in der Vergangenheit die Gründung einer kosovarischen Nationalarmee als eine nationale Bedrohung deklariert, welche den Frieden im gesamten Balkan gefährden könne. Regierungschefin Ana Brnabic schloss sogar eine militärische Intervention Serbiens nicht aus. „Ich hoffe, dass wir niemals unsere Armee einsetzen müssen, aber zurzeit ist dies eine der möglichen Optionen“, so Brnabic. Die Regierung in Pristina wies den Vorwurf einer Bedrohung zurück und weist darauf hin, dass auch viele Serben in der KSF dienten. Die Streitkräfte seien multiethnisch ausgerichtet. Die kosovarischen Politiker sind überzeugt, dass der Aufbau einer Armee den Frieden und die Sicherheit der Bürger garantiere.

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– Balkan – Kosovo-Armee: In der Türkei ausgebildeter Pilot tritt seinen Dienst an

Das kosovarische Parlament hat gestern in einer für den Kosovo historischen Abstimmung nicht nur die Gründung einer ersten Nationalarmee beschlossen, gleichzeitig feierte der junge Staat auch seinen ersten Militärhubschrauberpiloten. Afrim Zabeli schloss bereits in der vergangenen Woche seine Ausbildung in der Türkei ab.

Kosovo-Armee: In der Türkei ausgebildeter Pilot tritt seinen Dienst an

Doha-Forum
Bericht: USA bereiten Auslieferung Gülens vor

Doha (nex) – Auf dem G20 Gipfel in Argentinien habe US-Präsident Donald Trump seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan zugesichert, daran zu arbeiten, Fethullah Gülen auszuweisen, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu heute in Doha. Die bisherigen Auslieferungsgesuche seitens der Türkei, Gülen den türkischen Behörden zu übergeben, verliefen fruchtlos. In Doha sprach der türkische Außenminister Cavusoglu allerdings heute von neuen Entwicklungen in der Angelegenheit. Bei dem 18. DOHA FORUM in Katar teilte Mevlüt Cavusoglu den Zuhörern mit, dass Donald Trump an der Ausweisung Gülens arbeite. Das habe er auf dem G20-Gipfel Erdogan gesagt. „In Argentinien sagte Trump zu Erdogan, dass er daran arbeite, Gülen auszuliefern.“ so Cavusoglu wörtlich. Er habe zudem auch FBI Berichte einsehen können, die die Steuerhinterziehung von der Gülen-Organisation dokumentierten. Die türkische Regierung beschuldigt Gülen, für den Putschversuch am 15. Juli 2016 verantwortlich zu sein, im Zuge dessen die am Staatsstreich beteiligte Soldaten Panzer und Kampfjets unter ihre Kontrolle gebracht, das Parlamentsgebäude bombardiert und versucht zu haben, den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan zu entführen oder zu töten. 248 Menschen kamen in der Putschnacht gewaltsam ums Leben, fast 2.200 wurden verletzt. Des Weiteren wird dem Prediger vorgeworfen, seit Jahren durch die Gründung eines Parallelstaates mithilfe seiner Unterstützer, die den türkischen Staat vor allem in den Bereichen Militär, Polizei und Justiz infiltriert hätten, für den Sturz der Regierung zu kämpfen.  

"Digitale Infrastruktur"
IG-Metall-Chef Hofmann: Autobranche zu abhängig von US-Konzernen

Düsseldorf (rp) – Die IG Metall sorgt sich über eine zu starke Abhängigkeit deutscher Autobauer von den großen US-Internetkonzernen. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann sagte der Düsseldorfer „Rheinischen Post“: „Was bei der Elektromobilität die Batteriezelle aus Fernost ist, ist beim autonomen Fahren die Cloud. Dort machen sich die Hersteller gerade zu sehr abhängig von Dritten. Amazon, Microsoft und Google werden dann zwischengeschaltet, um die Konnektivität der Fahrzeuge zu sichern.“ Es fehle an europäischen Alternativen. „Die Bedrohung geht weniger vom lustigen, kleinen Google-Fahrzeug aus. Die Gefahr entsteht dadurch, dass in einer wesentlichen Stufe der Wertschöpfung beim autonomen Fahren es keine Datensouveränität europäischer Hersteller gibt.“ Hofmann forderte eine öffentlich regulierte europäische digitale Infrastruktur, nicht nur bei den Netzen, sondern auch bei den Cloud-Services. „Das kann doch analog zum Aufbau der Energie- oder Telekommunikationsnetze laufen. Die Regulierungsbehörde schreibt es aus und definiert die Bedingungen, etwa für Zugangsrechte, Datenschutz und Datensicherheit, die Unternehmen liefern sich einen Wettbewerb“, sagte der IG-Metall-Chef. Das könne, aber müsse ja nicht über staatliche Investitionen laufen.

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– Türkei – Erdogan trifft Tesla-Chef: Kommt jetzt das türkische Super-E-Auto?

Der in Deutschland für Häme und Spott sorgende Plan der Türkei, ein eigenes Auto herzustellen, scheint bereits im vollen Gange zu sein.

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Frankfurt
„Miese Türkensau“: Türkische Anwältin von Polizisten bedroht

Frankfurt (tp) – Die türkischstämmige Rechtsanwältin und Vertreterin der Nebenklage im NSU Prozess, Seda Başay-Yildiz, wurde laut einem Bericht der „Frankfurter Neue Presse“ (FNP) von fünf Frankfurter Polizisten bedroht. Laut dem Bericht der FNP, hatten die verdächtigen Polizisten das Melderegister abgerufen und nach Seda Başay-Yildiz gesucht. Kurz danach bekam die Rechtsanwältin ein Drohschreiben, das mit „NSU 2.0“ unterzeichnet wurde. In dem Schreiben habe man sie als „Miese Türkensau!“ bezeichnet. Ferner soll in dem Schreiben die Tochter ebenfalls genannt worden sein: „Du machst Deutschland nicht fertig. Verpiss dich lieber, solange du hier noch lebend rauskommst, du Schwein! Als Vergeltung schlachten wir deine Tochter.“ Die Ermittler des Staatsschutzes konzentrierten sich nach der Anzeige der Rechtsanwältin auf den Umstand, dass dem/den Urheber/Urhebern des Schreibens Name und Anschrift bekannt seien und sie weiteten die Untersuchung auch auf die Abrufe des Melderegisters aus.
Dabei stieß man auf einen Abruf im 1. Frankfurter Polizeirevier, bei dem kein Zusammenhang feststellbar gewesen sei. Im weiteren Verlauf stieß man offenbar auf eine Chatgruppe des Polizeireviers, in der Hakenkreuze und Hitler-Bilder getauscht wurden.Gegen die Beamten läuft aktuell ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Ob einer oder mehrere der beschuldigten Polizisten das Drohschreiben an die Rechtsanwältin selbst verfasst haben, ist laut den Ermittlern bislang unklar. Unterdessen hat ihr Kollege im NSU-Prozess, Mehmet Daimagüler, im sozialen Netzwerk einen Solidaritätsaufruf gestartet. Sie sei die beste und engagierteste Strafverteidigerin, die er kenne. Er sei stolz, mit ihr befreundet zu sein, so Daimagüler.

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– Washington – Resolution: USA nennen Massaker an Rohingya „Völkermord“

Das Abgeordnetenhaus der USA hat die Vertreibungen und Massaker an den Rohingya mit einer Resolution zum Völkermord erklärt. Die Resolution, die mit 394 zu 1 Stimmen angenommen wurde, enthält auch eine Aufforderung zwei inhaftierte Reuters Journalisten frei zu lassen.

Resolution: USA nennen Massaker an Rohingya „Völkermord“

Washington
Resolution: USA nennen Massaker an Rohingya „Völkermord“

Washington (nex) – Am Donnerstag wurde die Resolution von dem Abgeordnetenhaus der USA verabschiedet. Die Abgeordneten erklären damit die Verbrechen an den Rohingya zum Völkermord. Der Beschluss wurde mit einer überwältigenden Mehrheit angenommen. 394 Abgeordnete stimmten dafür, ein republikanischer Abgeordneter stimmte dagegen. Somit erklärte zum ersten Mal ein amerikanisches Staatsorgan die Vertreibung und Massaker an den Rohingya zum Genozid. Mit dieser klar definierten Resolution soll härteren Gegenmaßnahmen die legale Basis gelegt werden. Das Abgeordnetenhaus wandte sich mit diesem Gesetz an den US- Außenminister Mike Pompeo und forderte ihn auf, Maßnahmen zu ergreifen. In der Resolution heißt es weiter, „[…], alle Verantwortlichen an den Verbrechen gegen die Menschheit und dem Genozid, sollten verfolgt, sanktioniert, verhaftet, verurteilt und bestraft werden, nach geltenden internationalen Kriminalgesetzen und Konventionen.“ Die Resolution ruft ebenfalls die Regierung Myanmars dazu auf, zwei inhaftierte Reuters Journalisten, Wa Lone und Kyaw Soe Oo, frei zu lassen. Zudem wird US-Präsident Donald Trump aufgefordert, wirtschaftliche Sanktionen gegen Myanmar zu verhängen. Trump selber hat sich bislang nicht zu den Vorfällen in Myanmar geäußert. Das Schweigen des amerikanischen Präsidenten wurde international und in den USA scharf kritisiert. Laut Amnesty International flohen mehr als 750.000 Rohingya-Flüchtlinge, meist Kinder und Frauen, aus Myanmar und überquerten Bangladesch, nachdem die myanmarischen Streitkräfte im August 2017 begannen gegen die muslimische Minderheit vorzugehen. Etwa 18.000 Rohingya-Frauen und -Mädchen wurden von der Armee und der Polizei Myanmars vergewaltigt, so ein Bericht der  Ontario International Development Agency (OIDA). Die UNO hat Massenvergewaltigungen, Morde – auch an Säuglingen und Kleinkindern -, brutale Gewalt und das Verschwinden von Personen durch die staatlichen Streitkräfte Myanmars dokumentiert. Die UNO hatte daraufhin die Verbrechen an den Rohingya als Genozid klassifiziert in ihrem Bericht und die Mitglieder des Sicherheitsrates aufgerufen Maßnahmen zu ergreifen.

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– Systematische Gewalt – Myanmar: „Unermessliche Grausamkeiten“

„Einige Soldaten nahmen mich und zwei andere Mädchen mit in ein Haus. Sie schlugen mir mit einer Waffe ins Gesicht, traten gegen meinen Brustkorb und trampelten auf meine Arme und Beine. Anschließend vergewaltigten mich drei von ihnen über mehrere Stunden. Irgendwann wurde ich ohnmächtig.“ Die Soldaten brachen Shadibabiran eine Rippe. „Das war enorm schmerzhaft und ich konnte kaum atmen. Nach wie vor habe ich mit dem Atmen Probleme, aber ich gehe nicht zum Arzt, weil ich mich so sehr schäme.“
Myanmar: „Unermessliche Grausamkeiten“

Balkan
Kosovo-Armee: In der Türkei ausgebildeter Pilot tritt seinen Dienst an

Von Mustafë Mehmeti Pristina (nex) – Das kosovarische Parlament hat gestern in einer für den Kosovo historischen Abstimmung nicht nur die Gründung einer ersten Nationalarmee beschlossen, gleichzeitig feierte der junge Staat auch seinen ersten Militärhubschrauberpiloten. Afrim Zabeli schloss bereits in der vergangenen Woche seine Ausbildung in der Türkei ab. 
(Foto: Privat)
„Am 14. Dezember haben wir einen weiteren Grund zur Feier, nämlich den ersten KSF-Hubschrauberpiloten“, so der stellvertretende Minister des Kosovo Security Force, der Sicherheitskräfte des Kosovo gegenüber Vertretern der Medien. Bei der Zeremonie am Donnerstag beglückwünschte den stolzen Piloten auch der Stabschef der KSF.
(Foto: Privat(Afrim Zabeli)
Erste Nationalarmee Kosovos Das kosovarische Parlament hat am Freitag einstimmig ein Gesetzespaket zur Schaffung einer regulären Armee beschlossen. Die leichtbewaffnete Kosovo Security Forces (KSF) soll somit in eine offizielle Nationalarmee umgewandelt werden. Für die militärische Sicherheit im kleinen Balkanland sorgen seit 1999 die von der NATO gestellten KFOR-Truppen.  Nach der Parlamentssitzung hat die KSF in Pristina, der Hauptstadt des Kosovo, eine Militärparade abgehalten. Bei dieser Militärparade waren auch mehrere amerikanische Mehrzweck-Militärfahrzeuge vom Typ HUMVEES beteiligt, die erst in der vergangenen Woche aus den USA eintrafen.  Die Kosovaren schmückten gestern die Hauptstraßen von Pristina mit amerikanischen Flaggen. Diesem Beispiel folgten auch andere Kommunen im Kosovo. Als Gegenreaktion haben die Serben im Norden der Stadt Mitrovica überall serbische Flaggen aufgehängt. Nach Medienberichten wird der Kosovo bei der Gründung dieser Armee von mehreren Ländern unterstützt, darunter die USA und die Türkei. Bezüglich der Abstimmung wurden international viele Bedenken geäußert. Besonders scharfe Kritik kommt von Serbien, dass die Unabhängigkeit des Kosovo nicht anerkennt und das Territorium Kosovos für sich beansprucht. Die Serben sehen den Aufbau einer Nationalarmee des Kosovo als Bedrohung für die serbische Minderheit. Belgrad hatte wiederholt in der Vergangenheit die Gründung einer kosovarischen Nationalarmee als eine nationale Bedrohung deklariert, welche den Frieden im gesamten Balkan gefährden könne. Regierungschefin Ana Brnabic schloss sogar eine militärische Intervention Serbiens nicht aus. „Ich hoffe, dass wir niemals unsere Armee einsetzen müssen, aber zurzeit ist dies eine der möglichen Optionen“, so Brnabic. Die Regierung in Pristina wies den Vorwurf einer Bedrohung zurück und weist darauf hin, dass auch viele Serben in der KSF dienten. Die Streitkräfte seien multiethnisch ausgerichtet. Die kosovarischen Politiker sind überzeugt, dass der Aufbau einer Armee den Frieden und die Sicherheit der Bürger garantiere.

Zum Thema

– Kosovo – Für zukünftige Armee: 24 HUMVEE-Militärfahrzeuge aus den USA erreichen den Kosovo

Die Fahrzeuge seien für die zukünftige Armee des Kosovos vorgesehen. Die Regierung Kosovos habe bereits im Juli einen Vertrag über den Erwerb von insgesamt 51 dieser Fahrzeuge unterzeichnet.

Für zukünftige Armee: 24 HUMVEE-Militärfahrzeuge aus den USA erreichen den Kosovo

Gesellschaft
Nach Anschlag in Straßburg: Gewaltforscher Zick warnt vor Abrutschen in Angstspiralen

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Osnabrück – Menschen, die nach dem tödlichen Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg nun verstärkt Angst verspüren, rät Konfliktforscher Andreas Zick, sich von diesem Gefühl nicht überwältigen zu lassen. Stattdessen solle man Dinge tun, die das Gefühl von Sicherheit verstärken. „Wenn Anschläge wie in Straßburg passieren, ist es vollkommen normal, Angst zu haben und verunsichert zu sein. Wichtig ist, dass Menschen, die Angst haben, ihre Überzeugung von Kontrolle wiederfinden“, sagte Zick, Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld, in einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Wer sich zu sehr von Angst leiten lasse, laufe Gefahr, in eine Angstspirale zu rutschen. „Ein Sprichwort sagt: Angst ist ein schlechter Berater. Sie erzeugt, dass wir überall Gefahren sehen“, erklärte Zick. „Wenn wir verunsichert sind, dann wenden wir uns an Menschen, die uns ähnlich sind. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass wir noch mehr Informationen über Gefahren im sozialen Umfeld oder im Internet suchen, statt Informationen zu suchen, die Kontrolle herstellen“, warnte der Konfliktforscher. Es nutze jedoch nichts, sich mit Informationen zu beschäftigen, die eine noch viel höhere Terrorgefahr suggerierten. „Es geht darum, Kontrolle herzustellen“ Das Beste sei, „Fragen zu stellen, die drängen“, riet Zick. Auch solle man nicht vergessen, dass nach Terroranschlägen wie in Straßburg auch hierzulande die Sicherheit verstärkt werde. „Es geht nicht darum, Verunsicherung wegzureden, sondern Kontrolle herzustellen, damit man sich auch sicher verhalten kann“, so der Konfliktforscher.

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– Terrorismus – Islam-Experte: Terroristen werden meist nicht in muslimischen Gemeinden radikalisiert Für den Islam-Experten Olivier Roy ist nicht eine gescheiterte Integration die Ursache für die Radikalisierung islamischer Jugendlicher. Auch würden diese in der Regel nicht in muslimischen Gemeinden radikalisiert, sagte er in einem Interview.
Islam-Experte: Terroristen werden meist nicht in muslimischen Gemeinden radikalisiert

Missbrauchsskandal
Bischof Wilmer: „Der Missbrauch von Macht steckt in der DNA der Kirche“

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Köln – Der neue Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer hat als Konsequenz aus dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche ein „radikales Umdenken“ gefordert. „Wir nehmen das Problem von sexualisierter Gewalt und Machtmissbrauch in der Kirche immer noch nicht ernst genug“, sagte Wilmer dem „Kölner Stadt-Anzeiger„. „Wir können nicht mehr weitermachen wie bisher.“ Ihm gehe es in erster Linie um Gerechtigkeit für die Missbrauchsopfer. „Deshalb werde ich in der Forderung nicht nachlassen, dass wir alles Geschehene aufdecken und aufklären, so gut wir können. Mit mir wird es kein klammheimliches Verschwindenlassen in irgendwelchen Schubladen geben. Wir brauchen auch dringend so etwas wie Wahrheitskommissionen.“ Der Missbrauch von Macht stecke „in der DNA der Kirche“. Wilmer verlangte deshalb tiefgreifende theologische Konsequenzen. „Wir werden den Glauben an die ‚heilige Kirche‘ in Zukunft nur noch dann redlich bekennen können, wenn wir mitbekennen: Diese Kirche ist auch eine sündige Kirche.“ Es gebe „Strukturen des Bösen“ in der Kirche als Gemeinschaft, so Wilmer weiter. Über die Bischöfe in Deutschland sagte Wilmer, „wir sitzen für mein Empfinden immer noch zu sehr auf dem hohen Ross“. Er verlangte mehr Partizipation für die Laien und warnte Kritiker solcher Forderungen wie den deutschen Kurienkardinal Gerhard Müller vor „Geschichtsvergessenheit“. „Um das Böse in der Kirche einzudämmen, brauchen wir eine wirksame Kontrolle der Macht in der Kirche. Wir brauchen Gewaltenteilung, wir brauchen ein System von ‚Checks and Balances‘.“ Als Vertreter der „Täterseite“, so Wilmer, habe auch er Schuld, auch wenn er selbst kein Täter sei. Wilmer hatte vor kurzem als erster Bischof von einem Versagen seiner Amtsvorgänger gesprochen und dabei auch die Namen der Bischöfe Heinrich Maria Janssen und Josef Homeyer genannt. Das gehöre zur Wahrhaftigkeit, betonte Wilmer. „Andererseits wird es uns jetzt nicht helfen, nun andauernd Namen und immer noch mehr Namen zu nennen. Das Allerbeste – vor allem im Sinne der Opfer – wäre es, wenn die Täter selbst und ebenso diejenigen, die sie gedeckt oder die Opfer vernachlässigt haben, sich dazu bekennen würden. Aber das sagt sich leichter, als es manchmal ist.“ Die von ihm beauftragten externen Untersuchungen der gegen Janssen gerichteten Missbrauchsvorwürfe stünden noch ganz am Anfang, betonte Wilmer. Umwidmungen von Straßen, die nach Janssen benannt sind, seien „Sache der jeweiligen Kommunen“. Zur Frage des Umgangs mit Janssens Grablege in der Bischofsgruft des Hildesheimer Doms sagte er vor diesem Hintergrund: „Tote soll man ruhen lassen. Ich habe die Sorge, dass dieses schwierige Thema das Bistum spalten könnte.“