Start Panorama Ausland Orthodoxie „Kirche ohne Putin“: Kirchen in Russland und Ukraine spalten sich

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„Kirche ohne Putin“: Kirchen in Russland und Ukraine spalten sich

Die Ukraine gründet neue nationale Kirche und erklärt sich unabhängig von der Russisch-orthodoxen

(Symbolfoto: pixa)
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Kiew (nex) –  „Es ist eine Kirche ohne Putin“ verkündete der ukrainische Staatspräsident Petro Poroschenko vor der St.Sophia Kathedrale. Es sei eine Kirche, wo keine Gebete mehr für Russland und Russlands Armee gesprochen werden.

Die Gründung einer nationalen, von Russland unabhängigen Kirche, sei auch ein wichtiger Schritt für die Sicherheit der Ukraine, so Poroshenko. Er wirft den russisch-orthodoxen Kirchen vor, Separatisten zu unterstützen und russische Propaganda zu verbreiten. Diesen Vorwurf weisen die Kirchen unter der Führung Moskaus vehement zurück. Die Ukrainische Armee führt seit mehr als vier Jahren Krieg gegen von Russland unterstütze Separatisten.

Die Bischöfe der drei größten Orthodoxen Kirchen der Ukraine beriefen ein „Einigungskonzil“ ein, um die Kirchengründung zu vollziehen. Sie hielten den Kongress am Samstag, den 15.Dezember in der St.Sophia Kirche ab und wählten zum ersten Oberhaupt der ukrainischen Kirche Metropol Epifany. Metropol Epifany wird nächsten Monat nach Istanbul reisen um ein Dekret in Empfang zu nehmen, welches ihm die Leitung einer unabhängigen Kirche gestattet. Das Dekret wird ausgestellt vom Ökumenischen Patriarch Konstantinopels, Bartholomeos I., welcher im Oktober seinen Segen für die Gründung einer ukrainischen Kirche gab. 

Die russisch-orthodoxe Kirche distanzierte sich daraufhin von dem Patriarch und kritisierte die Entscheidung.

Poroschenko, der im März vor Neuwahlen steht, betitelte den Tag der Kirchengründung als einen historischen Moment und stellte ihn gleich mit der Unabhängigkeitserklärung Ukraines von der Sowjet Union im Jahre 1991.

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