Duisburg
Haniel will halbe Milliarde in junge Unternehmen investieren

Der Duisburger Beteiligungskonzern Haniel steht vor einem tiefgreifenden Umbruch. Nach Jahren des Schuldenabbaus und der Konsolidierung wolle das Familienunternehmen wieder verstärkt Firmen kaufen und erstmals allein eine halbe Milliarde Euro über Fonds in junge Unternehmen investieren, kündigte der neue Haniel-Chef Thomas Schmidt im Interview mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) an. „Wir wollen nach 263 Jahren ein ganz neues Kapitel in der Haniel-Geschichte schreiben“, sagte Schmidt. Zur neuen Strategie gehöre, dass Haniel wieder „proaktiv“ auf die Suche nach Unternehmen gehe. Im Visier habe Haniel dabei Übernahmekandidaten aus den Bereichen Gesundheit & Wohlbefinden, Kreislaufwirtschaft, Klimawandel sowie Robotik & Automatisierung. Um die neue Strategie umzusetzen, will Schmidt die Beteiligungsholding völlig umbauen und „straffen“. Der Haniel-Chef kündigte an, dass im Rahmen der Neuausrichtung ein Drittel der bislang 180 Arbeitsplätze in der Zentrale in Duisburg-Ruhrort wegfallen solle. Auch die konzerninterne Digital-Schmiede Schacht One auf der Essener Zeche Zollverein soll schrumpfen. „Wir sind gerade mit dem Betriebsrat in Verhandlungen, um einen möglichst sozialverträglichen Weg zu gehen“, sagte Schmidt. Zur geplanten Neuorganisation gehört laut Schmidt zudem ein Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrats. Im Frühjahr 2020 will Franz M. Haniel den Vorsitz an die Beteiligungsexpertin Doreen Nowotne abgeben, die schon jetzt im Aufsichtsrat sitzt. Damit wird die über 700-köpfige Familie Haniel erstmals nicht mehr den Chef des Aufsichtsrats stellen. Schmidt erwartet, dass der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky seine Call-Option zieht und den 15,2-Prozent-Anteil der Haniel-Gruppe am Handelskonzern Metro übernimmt. „Daniel Kretinsky hat weiterhin seine Call-Option, dieses Aktienpaket zu übernehmen. Wir gehen fest davon aus, dass es auch zum Tragen kommen wird“, sagte Schmidt der WAZ. Damit besäße der Geschäftsmann mehr als 30 Prozent an der Metro und müsste ein neues Übernahmeangebot machen. Mit seiner ersten Offerte war Kretinsky im Sommer am Widerstand der Großaktionäre Beisheim-Holding und Meridian-Stiftung gescheitert.

Kasachstan
Ringer-WM: Türke Ziya Kayaalp steht im Finale

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Nursultan – Am dritten Tag der Ringer-Weltmeisterschaft in der kasachischen Hauptstadt Nursultan (vormals Astana) traf der türkische Nationalringer Rıza Kayaalp in der Gewichtsklasse bis 130 KG im griechisch-römischen Stil im Halbfinale auf seinen deutschen Rivalen Eduard Popp. Kayaalp, der in der erste Hälfte 1:0 führte, beendete das Match 4:1 und qualifizierte sich somit für das WM-Finale. Somit trifft der dreifache Weltmeister im morgigen Finale um die Goldmedaille auf den kubanischen Oscar Pino Hinds. Im Falle eines Sieges könnte Rıza Kayaalp der erste türkische Sportler werden, der zum vierten Mal Weltmeister wird. Zuvor ging Kayaalp in den Jahren 2010 und zwischen 2012 und 2018 aus acht europäischen Turnieren als Sieger hervor. Insgesamt gewann der 29-Jährige 18 Goldmedaillen, die erste bei der Weltmeisterschaft der Junioren 2008 in Istanbul. Ein anderer türkischer Ringer, Fatih Cengiz, verlor in der Gewichtsklasse bis 77 KG gegen seinen weißrussischen Rivalen Pavel Liakh und verpasste damit die Weiterqualifikation.

Kommentar
HDP in der Türkei: Maximal nationalistisch, radikal erpresserisch

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Ein Gastkommentar von Nabi Yücel Die nationalistisch-kurdische Partei HDP offenbart immer mehr, wessen Geistes Kind sie ist. Völlig verblendet durch die politische Agenda, die Bedingungen der Terrororganisation PKK an die türkische Regierung zu diktieren und auf der Tagesordnung zu halten, missachtet sie sogar gegenüber der „eigenen Bevölkerung“ jedwedes moralisches Feingefühl. Schlimmer noch: sie erpresst die Mütter, Väter und das Land mit Kindersoldaten und wirkt teilweise unbeholfen bis aggressiv. Wer wird daher der nationalistisch-kurdischen Partei HDP gefährlich? Die amtierende Regierungspartei AKP unter Erdoğan oder die nationalistische Mutterlandspartei MHP? Keiner von beiden! Wenn die HDP Stimmen und Unterstützung verliert, dann durch ihre eigene maximale nationalistische Ansicht und ernstzunehmende radikale Erpressung der Gesellschaft wie auch der türkischen Regierung. Seit Ende August sitzen Mütter und Väter, aber auch Angehörige vor dem Parteiverband der HDP in Diyarbakır. Erst war es die 70-jährige Hacire Akar, selbst kurdischer Abstammung, dann wurden es immer mehr. Gegenwärtig halten rund 45 Familien aus dem In- wie auch Ausland einen Sitzstreik vor der Parteizentrale und fordern die Freilassung ihrer Kinder, die in jüngster Zeit oder vor Jahren von der Terrororganisation PKK entführt wurden. Sie wollen gemeinsam erreichen, dass die HDP sprichwörtlich ihr Wort hält und für Frieden sorgt; eine, die den Müttern und Vätern sowie Angehörigen wieder den seelischen Frieden bringt. Viele haben überhaupt keinen Kontakt, andere haben seit Jahren nichts von ihren Kindern gehört und wiederum andere nur auf irgendwelchen sozialen Netzwerken Bilder gesehen, auf denen ihre Kinder in Kampfmontur posieren. Viele dieser Mütter und Väter erzählen von politischer bzw. ideologischer Indoktrination ihrer Kinder, oftmals in den Parteistrukturen der HDP selbst, die dazu geführt habe, dass ihre Kinder mit den Terroristen in die Berge gegangen sind. Andere erzählen von Entführung, manche über nicht aufgebrachte Spendenmittel – darunter in Höhe von 30.000,- Türkischen Lira – in deren Konsequenz die Kinder unter Waffengewalt mitgenommen worden seien. Die erste Reaktion der nationalistisch-kurdische Partei HDP war ernüchternd, aber nicht wirklich unverständlich. Die Rolläden wurden heruntergelassen. Offenbar ging man davon aus, dass die Mütter und Väter aufgeben und nach Hause trotten. Dem war aber nicht so. Nach einigen Tagen meldete sich dann ausgerechnet der HDP-Abgeordnete von Kocaeli und Mitglied des parlamentarischen Menschenrechtsausschusses Ömer Faruk Gergerlioğlu, um vom politischen Missbrauch der Mütter sowie über fehlendes Rechtssystem sowie Gleichheitsgrundsatz zu sinnieren, damit man diesen Kindern helfen könne. In das gleiche Horn bließ nur kurze Zeit darauf die Parteizentrale selbst und erklärte, die Regierung sowie Polizei arbeite Hand in Hand, um die Familien gegen die HDP aufzustacheln.   Als wäre da nicht genug Porzellan zerschlagen, meldete sich der HDP Co-Stellvertreter Azad Barış zu Wort und erklärte, „auch diese Kinder sind unsere, aber nicht im Kampf sondern im Frieden werden sie kommen.“ Konkret meinte Azad Barış eigentlich ja nur, dass die Kinder solange als Kanonenfutter für den Terror behalten werden, wie auch die türkischen Sicherheitskräfte die Sicherheit des Landes gewährleisten. Wohl um Schadensbegrenzung bemüht, meldete sich daraufhin aus dem Gefängnis heraus der ehemalige Co-Vorsitzende Selahattin Demirtaş, um zu erklären, dass er die Mütter und Väter verstehe, die HDP aber damit nichts zu tun hätte. Da fragt man sich verwundert, was die Familien dann eigentlich vor der HDP zu suchen haben? Der selbe Demirtaş, der lange Zeit darauf hin gearbeitet hat, dass die Regierung sich darauf einlässt, eine Kommission zu bilden und den Oberguru der PKK, Abdullah Öcalan, der auf der Gefängnisinsel İmralı einsitzt, an den runden Tisch zu setzen, spricht davon, dass die HDP nichts mit der PKK zu tun hat. Derweil beschäftigt sich die HDP mit einer Mutter die in Ankara vor der Zentrale der AKP für ihren hinter Gitter sitzenden Sohn protestierte und von der Polizei vorläufig festgenommen wurde. Die HDP tut das nicht, weil sie damit einer Mutter helfen will, deren Sohn wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation (FETÖ) verurteilt wurde, sondern um ihr Schicksal mit den Müttern in Diyarbakır gleichzusetzen und damit die angebliche Rechtsbeugung und moralische Verfehlung zu unterstreichen. Was der Presseabteilung der HDP entgangen zu sein scheint ist, dass die Mutter in Ankara um einen Sohn besorgt ist, der rechtmäßig verurteilt wurde, während die Mütter um ihre Söhne und Töchter besorgt sind, die in Kindsalter entführt oder ideologisch verblendet zum terroristischen Kampf gedrillt wurden und seither kein Lebenszeichen von sich gegeben haben. Nicht nur, dass die HDP nicht gewillt ist, sich mit den Sorgen und Nöten der Mütter und Väter auseinanderzusetzen, sie unterstellt diesen vor allem, dass sie Kombattanten sind und von der Regierung missbraucht werden. Das zieht sich wie ein roter Faden durch all ihre Erklärungen und Zurückweisungen. Die Sitzstreikenden werden geradezu kriminalisiert, politisiert. Statt gegenüber der PKK ein Machtwort zu sprechen, wie sie es ständig gegenüber dem „Regime“ ausübt, wirft man den Müttern und Vätern vor, sich von der Regierung instrumentalisieren zu lassen. Dabei ist ihre einzige Forderung die, dass die Kinder freigelassen werden, oder zumindest ein Lebenszeichen von sich geben. Das ist wohl von der HDP zuviel verlangt. Was die HDP derzeit an den Tag legt und wessen Geistes Kind sie ist, muss man nicht näher breittreten. Sehr wohl aber die unheimliche, dröhnende Stille innerhalb der Kreise von Persönlichkeiten, die sich bislang freimütig und beherzt auf die Seite der HDP geschlagen haben, um für Frieden und Freiheit zu plärren. Auch der ansonsten zwiespältig verhaltende Oppositionsführer der CHP oder der neue Oberbürgermeister von Istanbul, verhalten sich ungewöhnlich still. Das liegt wohl daran, dass man bis vor kurzem noch der HDP unter die Arme gegriffen hat. Wo also zuvor noch lauthals „es reicht! Kein Blutvergießen. Unsere Kinder und Jugendlichen sollen nicht mehr sterben. Beendet diese Kämpfe. Findet einen Ausweg.“ gerufen wurde, heißt es nunmehr: „……..“ Jetzt weinen nicht mehr die Mütter, sie rebellieren geradezu, und zwar gegen die HDP wie auch PKK. Wie sagte eine Mutter in Diyarbakır?
„In Diyarbakır habt ihr keine Kinder und Jugendlichen mehr übrig gelassen. Entweder sitzen sie im Gefängnis oder sind unter der Erde. Zum Teufel mit eurer Kurdistan-Agenda! Wir wollen unsere Kinder, wir haben keine Kinder mehr für euch.“

Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Zum Thema

– Kurden gegen PKK – Türkei: Mächtige Kurden-Clans schließen sich Protesten gegen HDP an

Seit Wochen protestieren kurdische Mütter vor den Büros der oppositionellen „Demokratischen Volkspartei“ (HDP) in der südosttürkischen Stadt Diyarbakır gegen die Verschleppung und Rekrutierung ihrer Kinder durch die Terrororganisation PKK. Dem Protest, der als einfacher Sitzstreik begann, schließen sich täglich immer mehr Mütter, Eltern und zuletzt auch kurdische Großfamilien an.

Türkei: Mächtige Kurden-Clans schließen sich Protesten gegen HDP an

Türkei
Nach Erdogan-Anweisung: Zahl der eingebürgerten Ahiska-Türken erreicht 40.000

Ankara – Die Zahl der in der Türkei eingebürgerten Ahiska-Türken (Mescheten) habe laut dem Leiter der Weltunion der Ahiska  (DATÜB) mittlerweile 40.000 überschritten. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan habe der Notlage der Gemeinschaft besondere Priorität eingeräumt, so Fuat Ucar gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu. Erdogans Bemühungen, die seit 2015 andauern, hätten die Ansiedlung der Ahiska-Türken in der Türkei erleichtert. Bisher hätten über 40.000 die Staatsbürgerschaft erhalten. Laut Ucar sei der Prozess für weitere 20.000 Einbürgerungen im Gange. „Auch Brüder und Schwestern, die in die Türkei gekommen sind, aber noch keinen Antrag auf die Staatsbürgerschaft gestellt haben, sollen bald eingebürgert werden“, sagte Ucar. Abgesehen von etwa 100.000 Ahiska, die nach der Auflösung der Sowjetunion in die Türkei ausgewandert waren, lebte bereits eine große Ahiska-Bevölkerung in verschiedenen Städten im Osten der Türkei, so Ucar. Er betonte auch, dass die seit 74 Jahren außerhalb der Türkei lebenden Ahiska nie „die Beziehungen zur Türkei abgebrochen haben“. „Wo immer sie leben – im Moment in neun Ländern – ist die Türkei der Platz in ihren Herzen“, fügte er hinzu. In jüngster Zeit wurden auf Anweisung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bedeutende Schritte zugunsten der Ahiska-Türken unternommen.

Etwa 92.307 Ahiska-Türken, auch als meschetische Türken bekannt, wurden 1944 durch den Sowjetführer Josef Stalin aus ihrer Heimat, der Meschetenregion in Georgien, vertrieben, als dieser eine Zwangsumsiedlung der Türken von den Küsten des Schwarzen Meeres anstrebte. Während einer fast 40-tägigen Abschiebephase aus ihrer Heimat nach Usbekistan, Kasachstan und Kirgisistan verloren rund 13.000 Ahiska-Türken durch Hunger, Kälte und Krankheiten ihr Leben, sagte der Verband.

Gedenkveranstaltung In Ankara Im November soll im Präsidialkomplex in der türkischen Hauptstadt Ankara eine Gedenkveranstaltung stattfinden, um das 75. Jahr des Exils zu feiern. Heute leben rund eine halbe Million Ahiska-Türken in der Türkei, Kasachstan, Russland, Aserbaidschan, Kirgisistan, Usbekistan, den USA und der Ukraine.  

Türkei
Diyarbakir: HDP-Politiker wegen Bedrohung der „Eltern von Diyarbakir“ verhaftet

Verhaftung eines HDP-Funktionärs: Er habe die streikende Familie eines verschleppten Kindes in Diyarbakır bedroht Diyarbakir (nex) – Süleyman Büyük, Mitglied des Jugendverbands der „Demokratischen Volkspartei“ (HDP), kam heute in Untersuchungshaft. Büyük wird vorgeworfen, eine Person aus dem familiären Umfeld der kurdischen „Eltern von Diyarbakır“ bedroht zu haben. Die „Eltern von Diyarbakır“ harren seit dem 30. August vor der HDP-Zentrale in Diyarbakır aus und protestieren lautstark gegen die Verschleppung und Rekrutierung ihrer Kinder durch die Terrororganisation PKK und deren politischen Arm, HDP. Durch die Terrororganisation PKK in die Berge verschleppt Der Jungpolitiker Süleyman Büyük soll die Person M.B. bedroht haben, die in einem engen Familienverhältnis zu den protestierenden Eltern Fevziye und Şahap Çetinkaya steht. Das Paar ist auf der Suche nach ihrem, am 30. August durch Mitglieder der Terrororganisation PKK, verschleppten 18-jährigen Sohn Süleyman. Beleidigungen und Bedrohungen Der HDP-Politiker Süleyman Büyük soll eine Verwandte des Ehepaares Çetinkaya mit üblen Beleidigungen überhäuft und bedroht haben. M.B. habe sich mit den verschickten Beschimpfungen an ihre Familie gewandt, die wiederum damit Anzeige bei der Polizei erstattete. Untersuchungshaft Büyük wurde daraufhin in seiner Wohnung festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt. Das Gericht verhängte aufgrund des Vorwurfs der „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung“ sowie der „Betätigung in einer bewaffneten Terrororganisation“ Untersuchungshaft.

Zum Thema

– Kurden gegen PKK – Türkei: Künstler, Musiker und Schauspieler schließen sich Protesten kurdischer Eltern gegen HDP an

Der andauernde Sitzstreik gegen die Verschleppung und Rekrutierung kurdischer Kinder durch die Terrororganisation PKK und deren politischen Arm, der „Demokratischen Volkspartei“ (HDP), in Diyarbakır, entwickelt sich zu einem Lauffeuer. Nachdem sich in den letzten Tagen mächtige Kurden-Clans den Protesten angeschlossen hatten, bekamen die „Mütter von Diyarbakır“, wie die Aufbegehrenden genannt werden, prominente Unterstützung.

Türkei: Künstler, Musiker und Schauspieler schließen sich Protesten kurdischer Eltern gegen HDP an

Türkei
TürkStat: Jugendarbeitslosigkeit auf 24,8 Prozent gestiegen

Ankara (aa) – Die Arbeitslosenquote in der Türkei lag im Juni bei 13 Prozent, teilte die statistische Behörde des Landes am Montag mit. Die Zahl sei um 2,8 Prozentpunkte höher als im gleichen Monat des Vorjahres, sagte das Türkische Statistische Institut (TürkStat) in einer Erklärung. Die Zahl der Arbeitslosen ab 15 Jahren stieg im Vergleich zum Vorjahr um 938.000 auf 4,25 Millionen im Monat. TurkStat-Daten zeigten, dass die Arbeitslosenquote außerhalb der Landwirtschaft bei 15,3 Prozent lag, was einem Anstieg von 3,2 Prozentpunkten im gleichen Zeitraum entspricht. „Während die Jugendarbeitslosenquote einschließlich der 15- bis 24-Jährigen, mit einem Anstieg um 5,4 Prozentpunkte, 24,8 Prozent betrug, lag die Arbeitslosenquote für die 15- bis 64-Jährigen bei 13,3 Prozent mit einem Anstieg um 2,9 Prozentpunkte“, so die Mitteilung der Behörde. Die Beschäftigungsquote des Landes sei auf Jahresbasis im Juni um 2 Prozentpunkte auf 46,2 Prozent gesunken. „Die Zahl der Erwerbstätigen sank im Juni 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 802.000 auf 28,5 Millionen“, heißt es in der Erklärung. Die Erwerbsquote der Türkei lag im gleichen Monat bei 53,3 Prozent, 72,4 Orozent für Männer und 34,7 Prozent für Frauen, so TürkStat.

Albanien
Tirana: Staatsanwaltschaft fordert 12 Jahre Haft für Ex-Innenminister Saimir Tahiri

Tirana – Der Prozess gegen den ehemaligen Innenminister Saimir Tahiri in Albanien nähert sich der Ziellinie, wobei Staatsanwälte eine 12-jährige Haftstrafe für ihn und Jaeld Çela, einen ehemaligen Polizisten, der derzeit auf der Flucht ist, fordern. Tahiri wird wegen drei Vorwürfen angeklagt, darunter Korruption von hohen Beamten, Machtmissbrauch und internationaler Drogenhandel im Zusammenhang mit dem Fall der Brüder Habilaj. Laut der Staatsanwaltschaft nutzte Tahiri seine Position als Minister, um eine Gruppe von Drogenhändlern, die seine Verwandten waren,  zu schützen und ihnen ihre „kriminellen Handlungen zu erleichtern“. Nach einer fast vierjährigen Ermittlungsphase, die von 2013 bis 2018 andauerte, klagten italienische Behörden die Brüder Moisi und Florian Habilaj und ihre Komplizen an, eine große Marihuana-Schmuggeloperation von Albanien nach Italien zu leiten, die für Tausende von Kilo geschmuggelter Drogen im Wert von mehreren Millionen Euro verantwortlich gewesen sein soll. Italienische Gerichte verurteilten Moisi Habilaj im Juni zu 15 Jahren Gefängnis. Sein Bruder Florian ist immer noch auf der Flucht. Bei den Habilajs handele es sich um entfernte Cousins Tahiris. Arenc Cela, einer der Staatsanwälte, sagte am Dienstag vor dem Gerichtshof für schwere Verbrechen in Tirana, dass Tahiri „die Operationen dieser kriminellen Gruppe im Bereich des Drogenhandels erleichtert“ habe. Tahiri, der sich für nicht schuldig erklärt hatte, wies die Anklagepunkte als „Lügen“ zurück und bezeichnete die Beschuldigungen gegen ihn als politisch motiviert. Tahiri wurde von der regierenden Sozialistischen Partei des Premierministers Edi Rama zum Abgeordneten gewählt und nach dem Auftauchen der Anschuldigung aus der Partei ausgeschlossen.

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– Balkan – Albanien und Saudi-Arabien wollen Handel stärken

Albanien wird den Handel von landwirtschaftlichen und tierischen Erzeugnissen mit Saudi-Arabien stärken, teilte der albanische Minister für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung Bledi Cuci am Donnerstag mit.

Albanien und Saudi-Arabien wollen Handel stärken
   

Interview
CDU-Haltung überrascht Edward Snowden nicht

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Die beiden Deutschlandfunk-Redakteure Stefan Koldehoff und Stefan Fries haben für die Mediensendung @mediasres den 36-jährigen Whistleblower Edward Snowden interviewt. In dem einzigen Interview für einen deutschsprachigen Radiosender kritisierte der ehemalige CIA-Mitarbeiter, dass es für Quellen investigativer Recherche immer schwieriger werde. Sein Leben im Exil zeige, welche Konsequenzen die Entscheidung mit sich bringe. Darüber hinaus zeigte sich Edward Snowden nicht überrascht davon, dass CDU-Politiker seinen Wunsch nach Asyl in Deutschland ablehnen. Dem Deutschlandfunk sagte Snowden, die bekannteste Position der CDU sei, keine Position zu beziehen. Er verwies darauf, dass die Politiker von falschen Voraussetzungen ausgingen, was seine mögliche Strafverfolgung in den USA angehe. Snowden hatte 2013 die massenhafte Überwachung weltweiter Kommunikation durch die US-Geheimdienste öffentlich gemacht. Im Deutschlandfunk sagte der 36-Jährige, ihn erwarte in den USA kein faires Verfahren, weil das ein Anti-Spionage-Gesetz von 1918 verhindere. Danach dürfe er sich nicht in einem öffentlichen Prozess vor einer Jury verteidigen. Statt eines ordentlichen Strafverfahrens drohe ihm politische Verfolgung. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Mathias Middelberg, hatte zuvor keinen Zweifel daran geäußert, dass Snowden ein rechtsstaatliches Verfahren bekomme. Der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt sagte, der Verrat von Staatsgeheimnissen in jedem Land der Welt strafbar sei. Snowden sei kein Held, er habe die Sicherheit seines Landes gefährdet. Snowden bestreitet das: Die USA hätten seit 2013 keinen Schaden durch seine Enthüllungen geltend gemacht. Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter war damals zunächst nach Hongkong geflogen, von wo aus er mit Hilfe von Medien die massenhafte Speicherung von Kommunikationsdaten durch die USA öffentlich gemacht hatte. Während seines Weiterflugs nach Moskau annullierte sein Heimatland seinen Pass, so dass er nicht weiterreisen konnte. Kurz darauf gewährte Russland Snowden ein vorübergehendes Aufenthaltsrecht. Er lebe dort zusammen mit seiner Frau ein halbwegs normales Leben, sagte Snowden im Deutschlandfunk.

Mobilitätswoche
Deutschland: Mitfahrzentralen werden im europäischen Vergleich selten genutzt

Wiesbaden – Online-Mitfahrzentralen werden in Deutschland im europäischen Vergleich selten genutzt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September mitteilt, buchten 2018 nur 2 % der 16- bis 74-Jährigen private Mitfahrangebote über spezialisierte Websites oder Apps. In anderen Staaten der Europäischen Union (EU) ist das Buchen privater Mitfahrgelegenheiten über das Internet weitaus stärker verbreitet. Estland liegt mit großem Abstand vorne: 2018 nutzten dort 22 % der Bevölkerung private Fahrdienste. Der EU-Durchschnitt lag bei 6 %. Auch in Malta (13 %) sowie in Frankreich, Irland, Kroatien und Luxemburg (jeweils 12 %) reisen vergleichsweise viele Menschen auf den Beifahrer- und Rücksitzen privater Fahranbieterinnen und -anbieter. Am häufigsten werden die Angebote von jungen Menschen genutzt: Im EU-Durchschnitt organisierten sich 12 % der 16- bis 24-Jährigen und 10 % der 25- bis 34-Jährigen über Online-Plattformen Fahrten bei anderen Privatpersonen (Deutschland: 3 % beziehungsweise 5 %). Bei den 65- bis 74-Jährigen lag die Nutzerquote in Deutschland und der EU bei 1 %.

Gesundheit
Umweltbundesamt: Fast alle Kinder haben Plastik im Körper

Berlin – Fast alle Kinder und Jugendlichen haben Plastikrückstände im Körper. Das zeigt eine Untersuchung des Umweltbundesamts. Bei bestimmten Stoffen ist die Belastung gesundheitlich bedenklich. „Abbauprodukte von elf der 15 untersuchten Plastikinhaltsstoffe wurden im Urin von 97 Prozent aller Kinder gefunden. Das ist natürlich dramatisch. Solche Stoffe gehören nicht in den Körper der Kinder“, sagt die umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Bettina Hoffmann. Wie der Bayrische Rundfunk berichtet, hat das Umweltbundesamt  zwischen 2003 und 2017 untersucht, welche Rückstände dieser Kunststoffe sich im Blut und Urin von Kindern und Jugendlichen nachweisen lassen. Demnach ist jedes vierte Kind zwischen drei und fünf Jahren so stark mit bestimmten Plastikrückständen belastet, dass es gesundheitlich bedenklich ist. Insgesamt haben fast alle Kinder Plastikrückstände im Körper. „Diese hormonstörenden Stoffe könnten die Ursache sein für Zivilisationskrankheiten wie Fettleibigkeit, Fruchtbarkeitsstörungen, Krebs und Entwicklungsverzögerungen“, so Hoffmann. Laut der Untersuchung des Umweltbundesamtes ist das Umfeld ärmerer Familien tendenziell belastender und die Kinder haben mehr Plastikrückstände im Körper als Kinder in Familien mit sozial hohem Status.