"Heiße Luft"
NRW-Innenminister Reul strikt gegen eine Kanzlerkandidatur des CSU-Chefs

Köln – Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) hat sich gegen den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Markus Söder (CSU) als Kanzlerkandidat der Union ausgesprochen. „Heiße Luft und eine Politik, die auf Inszenierungen setzt, bringen die CDU nicht weiter“, sagte Reul dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Ihm sei „unerklärlich“, wie Leute auf die Idee kommen könnten, dass Söder ein guter Kanzlerkandidat sei, sagte Reul, der im Kabinett von Ministerpräsident Armin Laschet sitzt, einem der Bewerber um den CDU-Vorsitz und damit möglichen Kanzlerkandidaten. „Söder hat der Union mit seiner Strategie, die AfD rechts überholen zu wollen, seit 2015 schweren Schaden zugefügt. Das hat uns fast zwanzig Prozent an Zustimmung gekostet“, erklärte Reul. Immerhin habe Söder das inzwischen eingesehen. Dass er sich nun „einen grünen Anstrich“ gebe zeige nur, dass der CSU-Politiker über „keinen klaren politischen Kompass“ verfüge

Fußball
Bundesliga: Nach der Saison ist vor der Saison

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Letztlich war es wie immer. Der FC Bayern München ist zum achten Mal in Folge Deutscher Fußball-Meister geworden. Die Bundesliga hat sich in den zurückliegenden Jahren zur Allein-Herrschaft der Bayern entwickelt. Borussia Dortmund konnte abermals nur bis zum Rückrundenstart einigermaßen mithalten. Der RB Leipzig als Herbstmeister hat seinen Vorsprung nach der Winterpause innerhalb von wenigen Tagen recht kläglich verspielt. Wie wird die kommende Spielzeit verlaufen? Wird’s abermals eine „Start-Zielsieg“ für den FCB? Fußball Wetten: Die Bundesliga Wettquoten 2020/21 Wer die Bundesliga Wettquoten für die kommende Saison betrachtet, kommt zu einer sehr einfachen Antwort – Ja. Die Mannschaft von Trainer Hansi Flick geht als haushoher Favorit ins nächste Spieljahr. Wer beim Buchmacher bwin zehn Euro auf die neunte bayrische Meisterschaft setzt, erhält im Erfolgfall lediglich 11,50 Euro retour. Etwas reizvoller sind die Bundesliga Wettquoten für Borussia Dortmund (6,50) und den RB Leipzig (15,0). Alle anderen Bundesligisten dürften nicht im Entferntesten die Chance haben, um den Titel mitzuspielen. Eine 10 Euro-Wette auf Bayer 04 Leverkusen oder Borussia Mönchengladbach bringt immerhin einen Wettertrag von 670 Euro. Allen anderen Bundesliga-Klubs sind von bwin mit Wettquoten jenseits von 200:1 versehen. Deutlich interessanter und spannender sollte der Bundesliga Abstiegskampf werden. Die Frage nach den Teams, die in die 2. Bundesliga abrutschen, ist mit folgenden, engen Quotierungen versehen.
  • Arminia Bielefeld: 1,85
  • 1. FC Union Berlin: 2,25
  • FC Augsburg: 2,50
  • 1. FSV Mainz 05: 3,25
  • SV Werder Bremen: 4,00
  • 1. FC Köln: 4,00
  • VfB Stuttgart: 4,00
  • SC Freiburg: 6,00
Wann startet die Bundesliga? Aufgrund der Corona Pandemie und den damit verbundenen Spiel- und Ligenverschiebungen im Sommer beginnt die Bundesliga 2020/21 verspätet. Das Eröffnungsspiel im deutschen Oberhaus soll – so der aktuelle Plan der DFL – am 18. September über die Bühne gehen. Bereits zuvor stehen die erste Runde im DFB-Pokal sowie zwei Begegnungen der Fußball-Nationalmannschaft auf dem Programm. Was spricht für und gegen den FC Bayern München? Betrachtet man die Kader aller Bundesligisten, kann es in der Prognose fürs neue Spieljahr nur eine Einschätzung gegeben. Der FC Bayern München hat mit Abstand den besten Kader. Rufen Robert Lewandowski & Co abermals ihr Leistungspotential ab, wird der Rest der Liga zum Zuschauen verdammt sein. Die Schwarz-Gelben vom BVB aus Dortmund werden zwar eine zeitlang mitspielen, schlussendlich aber erneut am eigenen Unvermögen, respektive der nicht vorhandenen Konstanz, scheitern. Sucht man einen kleinen Punkt gegen den FC Bayern, kann eventuell die Champions League Endrunde im August gesehen werden. Der Deutsche Meister muss frühzeitig in die Saison starten und bereits unter höchster Belastung agieren. Es könnte sein, doch dies ist eine reine Eventualität, dass die Meisterspieler etwas müde in die neue Saison gehen. Borussia Dortmund kann sich indes langfristig oder dosiert auf den Bundesliga-Start vorbereiten. Der RB Leipzig ist hingegen noch in der Königsklasse aktiv, heißt ebenfalls einer frühen Belastung ausgesetzt.

Interview
NEX24-Herausgeber: Wir sind ein deutsches Medium

Weltweit hat das Internet die Medienlandschaft von Grund auf verändert und vielleicht sogar etwas demokratisiert. Wo früher nur einige wenige große Medienunternehmen über die Relevanz einer Meldung und damit über das Tagesgeschehen entschieden haben, erreichen heute auch kleinere Medien weltweit ihre Leser. Hierzu gehört in Deutschland auch das 2015 gegründete Nachrichtenportal NEX24. Mit News aus der Türkei ist es besonders unter Türkeistämmigen in Deutschland sehr beliebt. Oft wird dem Medium jedoch vonseiten der Kritiker Propaganda und „Hass auf deutsche Medien“ vorgeworfen. Wallstreet Online sprach mit dem Herausgeber Polat Karaburan. Sehr geehrter Herr Karaburan, Kritiker werfen NEX24 „Hass auf deutsche Medien“ und sogar “Hass auf Deutschland“ vor, was sagen sie dazu? Ich habe absolut nichts gegen deutsche Medien. Ich bin selbst der Herausgeber eines deutschen Mediums. Auch ist NEX24 nicht „deutschlandfeindlich“ eingestellt, wie manche Kritiker behaupten. Ich bin in Deutschland geboren und lebe gerne hier. Der Lebensstandard gehört zu den höchsten der Welt. Es herrscht im Vergleich zu vielen anderen Ländern Demokratie und Freiheit. Auch Pressefreiheit. Außerdem bin ich ein großer Fan der Mülltrennung. Ich verstehe wirklich nicht warum man mir das immer wieder vorwirft.
WSO: Sie sagten, sie sehen sich als deutsches Medium. Ihre Kritiker werfen ihnen jedoch vor, ein türkisches Medium zu sein und sogar von der Türkei aus gesteuert zu werden.
Ich wurde vor über vierzig Jahren bei Düsseldorf in Deutschland geboren und bin hier aufgewachsen und zur Schule gegangen. Meine Kindheit verbrachte ich spielend am Rhein. NEX24 wurde in Dortmund gegründet.
Auch die Autoren, die uns übrigens alle ehrenamtlich unterstützen, wurden in Deutschland geboren. Ein ehemaliger Kollege kommt aus Österreich. Ich verstehe nicht, warum man uns unbedingt einen Türkenstempel aufdrücken möchte. Weder sind wir ein Türkenblatt noch eine Türkenzeitung, wie manch Kritiker uns mit einem despektierlichen Ton schon genannt hat.
Der Vorwurf der Steuerung ist lächerlich und verstummte auch, nachdem der türkische Sender TRT in diesem Jahr eine Niederlassung in Deutschland eröffnete. Daraufhin wandten sich die im Netz sehr aktiven Erdogankritiker auch von uns ab und widmen sich seither TRT. Vorher haben sie auf Wikipedia noch einen rufmordartigen Text über NEX24 verfasst. Ich finde das unfair. Wir sind ein zu hundert Prozent unabhängiges Medium. Wir sind auch nicht an irgendwelche Parteien oder Unternehmen gebunden, so wie manch andere Medien, etwa die SPD und das Multimillionen schwere Medienunternehmen Madsack, die Tageszeitung Neues Deutschland und die Linke oder das Compact-Magazin und die AfD, um nur einige zu nennen.
NEX24-Herausgeber: Wir sind ein deutsches Medium | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter: https://www.wallstreet-online.de/nachricht/12739767-nex24-herausgeber-deutsches-medium
Komplettes Interview auf Wallstreet Online: „NEX24-Herausgeber: Wir sind ein deutsches Medium | wallstreet-online.de – Vollständiger Artikel unter: https://www.wallstreet-online.de/nachricht/12739767-nex24-herausgeber-deutsches-medium

Meinung
Kommentar: Islam – Das neue/alte Feindbild

Ein Gastkommentar von M. Teyfik Oezcan
Es vergeht mittlerweile kein Tag, wo nicht die friedvolle Religion „DER ISLAM“ durch seelenlose Terroristen, machthungrige Politiker oder sensationsgeile Medien instrumentalisiert werden und die durch die Manipulation beängstigten Bürger die Friedensbotschaft Allahs/Gottes nicht mehr unvoreingenommen einordnen können. Das dadurch erzeugte soziale Deutungsmuster gegenüber Muslimen stellt das harmonische Zusammenleben der verschiedenen Religionen in vielen europäischen Ländern nachhaltig auf eine harte Probe. Ein dunkelhäutiger Mann mit Bart, eine Frau mit Kopftuch ist der Inbegriff des neuen Feindbildes. Viele Europäer reagieren mit Vorbehalten; der religiöse und kulturelle Graben scheint dadurch immer größer zu werden. Muslime werden nicht nur medial entmenschlicht, sondern auch für die verfehlte Flüchtlingspolitik der europäischen Regierungen verantwortlich gemacht. Ein Zusammenleben unter diesen Vorurteilen ist konfliktbeladen; es ist nur noch ein Nebeneinanderleben, was zu Ghettobildungen führt und zu kulturellen Autonomiegebieten innerhalb von Großstädten, mit dem dazugehörigen Verlust der staatlichen Autorität. Eine freundschaftliche und respektvolle soziale Beziehung mit den Andersgläubigen, mit gegenseitiger Wertschätzung und gemeinsamem Zusammenleben wird permanent erschwert. Spätestens seit dem 11. September 2001, als eine neue Zeitrechnung für die Muslime begann, stehen sie in unserer Gesellschaft auf der Liste der Feindbilder ganz oben. Auch Berichte über Terrorregime wie die Schreckensherrschaft des Terroristischen Staates (IS) haben zu diesem negativen Image beigetragen. Ferner die durchgeführten Terror Attentate in Westeuropa, wo der Islam durch geistig Unzurechnungsfähige als Mittel zum Zweck missbraucht wird. Der Begriff „Islamismus“, dessen Verwendung ich konsequent ablehne, ist heute ein gängiger Sprachgebrauch in den deutschen Medien und taucht immer auf, wenn ein Terrorist mit einer muslimischen Vergangenheit unschuldige Menschen tötet, die Opfer wiederum in der Mehrheit muslimischen Glaubens sind. Wenn ein Terrorist mit einem christlichen Glaubensbekenntnis unschuldige Menschen tötet, die Opfer wieder in der Mehrheit muslimischen Glaubens sind, dann wird der Terrorist nicht auf seinen Glauben reduziert, sondern leidet mit großer wahrscheinlich an psychischen Störungen. Die Auswirkungen des Imperialismus. Die Kolonialisierung vieler Länder durch die Europäer oder der Amerikaner haben ferner einen erheblichen Anteil daran, dass sich religiös motivierter Extremismus in weiten Teilen der arabischen Staaten einen fruchtbaren Nährboden fand. Die Gründung vieler religiöser Gruppierungen in den arabischen Staaten, die sich gegen die westliche Dekadenz richten, sind ein Ergebnis des amerikanischen Imperialismus, der Erniedrigung ihrer Glaubensbrüder durch die USA und die Ausbeutung ihrer Bodenschätze von fremden Mächten. Deutschland quo vadis. Für uns in Deutschland stellt sich nunmehr die Frage, wie viel Religionsfreiheit verträgt eine offene Gesellschaft in einer ernstzunehmende Demokratie? Und damit eine elementare Frage über die Zukunftsfähigkeit unserer Demokratie, die von Politik und Gesellschaft beantwortet werden muss.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
 

Karabach Konflikt
Adil Alijew: Aserbaidschan möchte eine friedliche Lösung des Konflikts

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Ein Gastkommentar von Adil Alijew – stellvertretender Parlamentspräsident, Aserbaidschan.
„Armenien verletzt durch Provokation alle Normen des Völkerrechts“
Gegenwärtig kämpft die gesamte Welt gegen die Ausbreitung der Covid 19-Pandemie. Unser Land geht bei den Bemühungen, die Pandemie zu besiegen, mit gutem Beispiel voran. Die Weltgesundheitsorganisation hat die von Aserbaidschan unternommenen Schritte gewürdigt. In dieser äußerst schwierigen Zeit hat Armenien jedoch bereits seit dem 12. Juli begonnen, an den Grenzen unseres Landes Provokationen durchzuführen. Diese Angriffe in der Tovuz Region dauern noch immer an. Betrachten wir die Analogie der Geschichte, so ähneln diese Angriffe Armeniens, den Angriffen von 1992. Auch heute setzt der armenische Staat schwere Waffen gegen Zivilisten ein. Bei diesen Angriffen starben bisher elf aserbaidschanische Armeeangehörige und ein Zivilist. Bei dem Zivilisten handelt es sich um den 76-jährigen Azizov Aziz Izzetoglu aus dem Dorf Aghdam in der Region Tovuz, der ums Leben kam als eine armenische Granate sein Haus traf. Mit diesen Angriffen verletzte Armenien das in Artikel II der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten verankerte Recht, nämlich das Recht auf Leben. Leider machen diese Angriffe den Kampf gegen die Pandemie noch schwieriger. Es sei darauf hingewiesen, dass dies nicht der erste Fall eines Angriffs Armeniens auf aserbaidschanische Zivilisten ist. Auch während des Waffenstillstands kam es immer wieder zu Überfällen. Bei einem Angriff 2017 wurden die zweijährige Zahra Gulijewa und ihre Großmutter getötet. Die Motive hintern den Angriffen auf Häuser der Zivilisten ist, unter diesen Panik zu schüren und sie aus der Region zu vertreiben. Aserbaidschanische Zivilisten sind seit der Besetzung Berg-Karabachs 1992 durch armenische Truppen kontinuierlich Ziel bewaffneter Angriffe, infolge derer über eine Million Menschen fliehen mussten. Gemäß Absatz II des Protokolls Nr. 4 zur Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten hat jeder Mensch das Recht auf Freizügigkeit und freien Aufenthalt innerhalb der Grenzen des Landes. Die gegenwärtige Provokation durch die armenische Regierung zielt jedoch auf die Evakuierung der Zivilbevölkerung ab. Aus diesem Grund werden Häuser der Zivilisten immer wieder beschossen, was zu Toten und Verletzten führt. Im Zusammenhang mit den armenischen Angriffen auf Aserbaidschan haben die Vereinten Nationen die Vorwürfe 822, 853, 874 und 884 angenommen. Diese Erklärungen bestätigten direkt die Besetzung aserbaidschanischer Gebiete durch Armenien, die Massaker in Aserbaidschan, die Tötung von Tausenden, sowie die Gefangennahme von mehr als einer Million Menschen. Diese Taten der armenischen Seite stellen die gröbste Verletzung der allgemein anerkannten Normen des Völkerrechts dar. Obwohl unser Land über eine starke Armee verfügt, tritt es für eine friedliche Lösung des Konflikts ein, beruhend auf dem Völkerrecht. Trotz der Besetzung aserbaidschanischer Gebiete und der Massaker auf aserbaidschanischem Gebiet. Die armenische Regierung ändert jedoch ihre aggressive Politik nicht, im Gegenteil, sie setzt ihre Provokationen fort. Heute fordern wir, dass die Welt die von der armenischen Seite durchgeführte Provokationen ehrlich bewertet.

Zum Thema

– Kaukasus – Aserbaidschan: Bei Angriff der armenischen Armee sterben zwei Zivilisten

Die armenische Armee hat erneut auf Zivilisten in Aserbaidschan geschossen. Wie das aserbaidschanische Verteidigungsministerium mitteilte seien dabei eine 50-jährige Frau und ein 2-jähriges Kind getötet worden.

Aserbaidschan: Bei Angriff der armenischen Armee sterben zwei Zivilisten
   

Arbeitspolitik
Bundesregierung soll EU-Arbeitnehmer schützen

Bielefeld – Vor dem Hintergrund der Corona-Fälle in der Fleischindustrie haben Europaabgeordnete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aufgefordert, alle EU-Arbeitnehmer in Deutschland hinreichend vor Unfall- und Gesundheitsrisiken zu schützen. In einem Schreiben, das der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen vorliegt, verlangen der rumänische Liberale Nicolae Stefanuta und der Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament, Sven Giegold, eine „soziale und gesundheitliche Absicherung der EU-Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland“. Hunderttausende EU-Arbeitnehmer schufteten allein in Deutschland unter menschenunwürdigen Bedingungen „sowie unanständig schlechter Bezahlung“, schreiben Stefanuta und Giegold. Die branchenübergreifende Ausbeutung treffe neben südosteuropäischen Fleischzerlegern unter anderem Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft, Paketlieferanten und Fernfahrer, Gebäudereiniger und Frauen in der häuslichen Altenpflege. Mit der EU-Ratspräsidentschaft solle Deutschland die Initiative ergreifen, und allen Arbeitnehmern einen umfangreichen Versicherungsschutz garantieren. Das Bundesgesundheitsministerium verwies auf Anfrage der Zeitung auf die strengeren Auflagen für die Fleischindustrie. Demnach sollen neben Regeln zur Einhaltung von Gesundheitsschutzstandards „Möglichkeiten zur Verbesserung der Unterbringungssituation geprüft werden“. Schlachten sei ab Januar 2021 nur noch mit Kräften des eigenen Betriebs zulässig. Ebenfalls „geprüft werden“ soll, ob tatsächlich alle Beschäftigten der Fleischwirtschaft bei Gesundheitsrisiken genügend abgesichert sind.

Mexiko
Mexiko: Cártel de Jalisco Nueva Generación veröffentlicht Drohvideo an Regierung

Guadalajara – Die kriminelle Organisation Jalisco Nueva Generación hat ein Video mit einer Nachricht an die mexikanische Regierung veröffentlicht. Seit der Verrhaftung von El Chapo 2016 gilt sie als das mächtigste mexikanische Drogenkartell. Unter den Mitgliedern und Führungskräften sollen sich auch Ex-Militärs und Polizisten befinden. In dem veröffentlichten Video posieren Dutzende Mitglieder in Uniformen, gepanzerten Lieferwagen und Waffen die eigentlich ausschließlich für die Nutzung in der Armee bestimmt seien. Die mexikanische Regierung überprüfe nun die Echtheit des Videos. „Das einer kriminellen Bande zugeschriebene Propagandavideo wird analysiert, um seine eventuelle Authentizität und Zeitlichkeit zu bestätigen“, schrieb Sekretär Alfonso Durazo auf Twitter. Das in der Sierra de Jalisco im Bundesstaat Westmexiko aufgenommene Video ist eine „mehr als klare Botschaft an die Bundesregierung“, erklärte Falko Ernst, Senior Analyst bei der International Crisis Group, einer Organisation, die bewaffnete Konflikte in mehreren Ländern analysiert. Er bestätigte die Authentizität des Videos. „Aus meiner Sicht ist es mehr als eine Kriegserklärung, der Status quo in einem entscheidenden Moment zu halten, in dem die Bundesregierung ihre Position definieren muss“, schrieb Ernst in in einem Beitrag in einem Kommentar. Das CJNG hat seine Hochburg im Bundesstaat Jalisco. Nemesio Ruben Oseguera Cervantes (alias El Mencho) wird als Gründer des CJNG und als aktueller Anführer bezeichnet. Angesichts einer Welle der Gewalt hat Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador die mächtigen Verbrechersyndikate des  Landes gewarnt. Im Gegensatz zu den Vorgängerregierungen werde er keine Absprachen mit den Drogenkartellen treffen, um sich Ruhe zu erkaufen. Wie Nau.ch unter Berufung auf eine Mitteilung der Behörden weiter berichtet, wurden im Bundesstaat Guanajuato Anfang Juli fünf Polizisten getötet. Wenig darauf erschossen Angreifer 24 Menschen in einer Entzugsklinik in der Stadt Irapuato. Zuvor wurde der Polizeichef von Mexiko-Stadt bei einem Attentat verletzt und ein Richter im Bundesstaat Colima getötet, berichtet Nau.ch weiter. Der ehemalige Kartellboss „El Chapo“ sitzt seit etwa einem Jahr in einem US-Gefängnis. In seiner Heimat Mexiko geht der Drogenkrieg mit unverminderter Härte weiter. Dort kämpfen die Söhne des 63-jährigen Ex-Bosses mittlerweile gegen einen ehemaligen Verbündeten.  

Türkisches E-Auto
Türkei: Erdogan legt Grundstein für neue Autofabrik

Bursa – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Samstag den Grundstein für das erste einheimische Autowerk des Landes gelegt. „Wir planen, den [Bau des] Werks in 18 Monaten abzuschließen und unser [erstes] Fahrzeug im letzten Quartal 2022 vom Band laufen zu lassen“, sagte Erdogan bei der Grundsteinlegung in der nordwestlichen Provinz Bursa. Man habe mit dem Bau eines „riesigen Produktionskomplexes  begonnen, der die Wahrnehmung einer Fabrik in den Köpfen der Menschen radikal verändern wird, so Erdogan. Er sei stolz darauf so ein gigantisches Projekt, trotz Einschränkungen durch die Coronakrise, realisieren zu können. Das erste einheimische Auto sei ein seit 60 Jahren währender Traum der Türkei und diese Fabrik somit ein historischer Schritt. Anfang dieses Jahres sagte Gurcan Karakas, der CEO der türkischen Automobil-Joint-Venture-Gruppe (TOGG), dass das Werk im Jahr 2022 mit einer Jahreskapazität von 175.000 Einheiten die Massenproduktion aufnehmen werde, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu weiter. Über eine Million Elektrofahrzeuge sollen bis 2030 auf den Straßen der Türkei unterwegs sein, so der türkische Energie- und Rohstoffminister Fatih Donmez im Januar. „Bis 2022 oder 2023 hoffen wir, unser eigenes einheimisches Auto auf den Straßen zu sehen“, sagte Dönmez in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu Am 27. Dezember stellte die Türkei ihren ersten einheimischen Automobilprototypen vor, der innerhalb von 18 Monaten von der türkischen Automobil-Joint-Venture-Gruppe (TOGG), einem Konglomerat von Industriegiganten wie der Anadolu-Gruppe, BMC, Kök-Gruppe, Turkcell und Zorlu Holding sowie einer Dachorganisation, der Union der Kammern und Warenbörsen der Türkei, entworfen und hergestellt wurde.
(Foto: TOGG)
Insgesamt sollen drei verschiedene Modelle entstehen, die fünf unterschiedliche Plattformen umfassen: Sedan (Limousine), Hatchback (Kombilimousine), Station Wagon (Kombi), Sports (Roadster) und Crossover (SUV). Am Freitag wurde neben der SUV-Variante auch eine Limousine vorgestellt. Der elektrische Antriebsstrang soll rund 400 PS leisten und je nach Version Heck- oder Allradantrieb ermöglichen, berichtet Focus.   

Dumping-System
Habeck will Verkauf von Billigfleisch stoppen lassen

Grünen-Co-Chef Robert Habeck will den Verkauf von Billigfleisch von der nächsten Bundesregierung stoppen lassen. „Sie muss die Wirtschafts- und Konsumweise so verändern, dass wir nicht nachträglich immer die Schäden reparieren müssen, sondern dass diese gar nicht erst entstehen“, sagte Habeck der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ und dem Bonner „General-Anzeiger“. Dafür müsse die nächste Regierungskoalition unter anderem „das Dumping-System beim Fleisch beenden und den Verkauf von Lebensmitteln unter dem Erzeugerpreis unterbinden“. Die Veränderungen würden anstrengend werden. Aber daran werde sich die nächste Regierung messen lassen müssen. An CDU und CSU würde Habeck zufolge der Grünen-Kurs zu einem Systemwechsel, zu dem auch die Besteuerung klimaschädlichen Verhaltens, neue Formen der Mobilität und ein massiver Ausbau und Einsatz der Erneuerbaren Energien gehörten, nicht scheitern. „Die Union ist biegsam“, sagte Habeck. Die Grünen hätten sich auch schon aus der jetzigen Opposition heraus mit Ausgaben des Staates für den Klimaschutz, der Einführung einer CO2-Steuer, gemeinsamen europäischen Anleihen und selbst der langfristigen Beendigung von Kastenständen bei Schweinen durchgesetzt.

Corona-Pandemie
Suchtforscher: Corona erhöht Gefahr von Alkoholabhängigkeit

Düsseldorf – Suchtforscher warnen vor einem deutlichen Anstieg der Zahl von Alkoholabhängigen in Deutschland durch die Belastungen in der Corona-Krise. Nach einer Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim und des Klinikums Nürnberg trinken viele Menschen seit Ausbruch der Pandemie mehr Alkohol – bei einer Umfrage unter rund 3200 Befragten gaben 35,5 Prozent von ihnen an, dass ihr Alkoholkonsum seit den Einschränkungen gestiegen sei. „Die Pandemie bietet eine neue Gelegenheit zum Trinken. Wer schon davor zu Hause abends ein Glas Wein getrunken hat, greift jetzt vielleicht auch nachmittags zu“, sagte Falk Kiefer, Ärztlicher Direktor in Mannheim, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Er warnte: „Alkohol macht psychisch und körperlich abhängig. Wer jetzt mehr trinkt, trinkt oft auch danach mehr. Die Gewöhnung an die höhere Dosis führt nach und nach in die Abhängigkeit.“ Schon aus früheren Pandemien sei bekannt, dass sie Alkoholabhängigkeit begünstigen könnten. Die Umfrage zeige zum ersten Mal für Deutschland, dass diese Gefahr auch während der Corona-Krise bestehe. „Wir haben inzwischen recht belastbare Ergebnisse“, sagte Kiefer. Das Bundesgesundheitsministerium erklärte auf Anfrage, die Umfrage sei bekannt, aber nicht repräsentativ. „Wenn wir keine belastbaren Zahlen haben, wollen wir darüber auch nicht spekulieren“, sagte ein Sprecher der Drogenbeauftragten Daniela Ludwig (CSU). Kiefer und seine Kollegen schreiben in ihrem Bericht allerdings, dass Prävention „schon während der Akutphase“ der Pandemie wichtig sei.