Verteidigungspolitik
Griechenland und Israel besiegeln 1,6-Milliarden-Dollar-Verteidigungsabkommen

Athen – Die griechische Regierung hat ein Verteidigungsabkommen über 1,68 Milliarden Dollar mit Israel genehmigt. Wie das israelische Verteidigungsministerium am Dienstag mitteilte, sei dies das größte Verteidigungsabkommen das jemals zwischen den beiden Ländern abgeschlossen wurde. Das Abkommen, das in den kommenden Wochen von beiden Seiten unterzeichnet werden soll, beinhaltet die Einrichtung und den Betrieb einer Flugschule für die hellenische Luftwaffe durch das israelische Rüstungsunternehmen Elbit Systems sowie die Beschaffung von zehn Leonardo M-346 Trainingsflugzeugen. Auch die Wartung von bereits vorhandenen Beech T-6 und die Bereitstellung von Simulatoren, Training und logistischer Unterstützung, gehören zur Abmachung berichtet die Flugrevue.  „Die Israelis vertrauen nicht leicht, besonders im Bereich der Verteidigung“, sagte Costas Filis, Professor für internationale Beziehungen in Athen gegenüber Voice of America (VOA). „Dieses Abkommen ist also nicht nur wegen des qualitativen Vorsprungs wichtig, den es Griechenlands neuer Pilotengeneration und den Streitkräften insgesamt verschafft, sondern auch wegen der ernsthaften Botschaft, die es aussendet – dass eine solide und neue Tiefe der Beziehungen zwischen Athen und Jerusalem gefestigt wurde.“ Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz sagte, der Deal würde „den Interessen sowohl Israels als auch Griechenlands dienen, Hunderte von Arbeitsplätzen in beiden Ländern schaffen … und die Stabilität im Mittelmeerraum fördern.“ Spannungen mit der Türkei Die NATO-Verbündeten Griechenland und die Türkei haben lange die Luft- und Seerechte des jeweils anderen in der Region angefochten und standen vor genau 25 Jahren am Rande eines Krieges um eine unbewohnte Insel in der Ägäis. Seitdem gab es ein Hoch und Tief in den Beziehungen und erreichten in den letzten Monaten als Reaktion auf den Energiekonflikt im östlichen Mittelmeer ihren Tiefpunkt. Während die Spannungen immer noch hoch sind, hat die Regierung in Athen Pläne zum Kauf von neuen Kampfflugzeugen, Fregatten, Hubschraubern und Waffensystemen angekündigt, unter anderem aus den USA und Frankreich. Israel bekräftigt „starke Solidarität“ mit Griechenland Israel hatte sich beim Gasstreit im östlichen Mittelmeer mit der Türkei auf Seiten Griechenlands gestellt und „Solidarität und Unterstützung“ zugesichert. „Israel verfolgt mit Sorge die jüngsten Entwicklungen im östlichen Mittelmeer. Bestimmte einseitige Aktionen der Türkei können eskalieren und stellen eine Bedrohung für die fragile Stabilität in der Region dar“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Lior Haiat, auf Twitter im Oktober vergangenen Jahres „Israel bekräftigt seine volle Unterstützung und starke Solidarität mit Griechenland in seiner maritimen Zone und seinen Widerstand gegen jeden Versuch, diese Rechte zu verletzen“, fügte er hinzu.

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– Erdgasentdeckung – EU-Vertreter gratuliert Türkei zum Erdgasfund

Die am Freitag angekündigte Erdgasfentdeckung der Türkei im Schwarzen Meer werde erheblich zur Entwicklung und Wirtschaft des Landes beitragen, sagte der Leiter der EU-Delegation in der Türkei.

EU-Vertreter gratuliert Türkei zum Erdgasfund

USA
Nach Twitter-Sperrung: Trump deutet eigene neue Plattform an

Washington – Twitter war das Sprachrohr des scheidenden US-Präsidenten Trump. Nach seiner Sperre denkt er nun über eine eigene Plattform nach. Er stehe bereits mit anderen Webseiten in Verhandlung, ließ Trump über Journalisten im Weißen Haus verlauten. Auch den Aufbau einer eigenen Plattform in der nahen Zukunft ziehe er in Betracht. „Es gibt andere Plattformen wie Parler mit geringerer Reichweite. Sie lassen Hassrede zu, alle Arten gewalttätiger Rhetorik, ohne Regeln. Das wird eine große Herausforderung. Wir haben gesehen, wie schwer es Facebook und Twitter gefallen ist, irgendwelche Regeln für Trump aufzustellen, bis zu dieser Woche“, zitiert die tagesschau CNN-Reporter Donie O’Sullivan.
(Screenshot(Twitter)
Nach der Sperrung seines persönlichen Accounts, postete Trump von seinem offiziellen „POTUS-Account“ und beschuldigte Twitter, sich mit seinen politischen Feinden zu verschwören, „um mich zum Schweigen zu bringen“. Twitter habe sich „weiter und weiter“ von der freien Meinungsäußerung entfernt und sich mit den Demokraten und der radikalen Linken bei seiner Sperrung von der Plattform koordiniert, um Trump „zum Schweigen zu bringen“. „Und SIE, die 75,000,000 große Patrioten, die für mich gestimmt haben“, so Trump in einer Reihe von Tweets. „Twitter mag ein privates Unternehmen sein, aber ohne das Geschenk der Regierung in Form von Section 230 würden sie nicht lange existieren. Ich habe vorhergesagt, dass dies passieren würde. Wir haben mit verschiedenen anderen Websites verhandelt und wir haben bald eine große Ankündigung, während wir uns auch die Möglichkeiten des Aufbaus unserer eigenen Plattform in der nahen Zukunft umsehen. Wir werden nicht schweigen!“, fügte Trump hinzu. „Twitter geht es nicht um FREE SPEECH. Es geht ihnen nur darum, eine linksradikale Plattform zu fördern, auf der einige der bösartigsten Menschen der Welt frei sprechen dürfen. „STAY TUNED!“, sagte er Die Beiträge wurden später von Twitter gelöscht. „Redefreiheit existiert nicht mehr in Amerika. Sie starb mit den großen Tech-Unternehmen, und was übrig ist, ist nur noch für ein paar Auserwählte da“, twitterte Trumps Sohn Donald Trump Jr..

USA
Biden beruft PKK-nahen Türkei-Kritiker Brett McGurk in den Nationalen Sicherheitsrat

Washington – Der designierte US-Präsident Joe Biden nominierte am Freitag Brett McGurk, einen unverblümten Befürworter der amerikanischen Militärpräsenz in Syrien und entschiedenen Gegner der türkischen Regierung, als Koordinator für den Nahen Osten im Nationalen Sicherheitsrat. McGurk, ein Veteran des US-Sicherheitsestablishments, der in verschiedenen Funktionen unter aufeinanderfolgenden demokratischen und republikanischen Regierungen diente, hat die türkische Regierung häufig wegen ihrer Rolle in Syrien und ihrer breiteren regionalen Politik kritisiert, berichtet Middel East Eye. McGurk hat seine Rolle als US-Gesandter bei der internationalen Koalition zur Bekämpfung des IS Ende 2018 wegen der Entscheidung von Präsident Donald Trump, die amerikanischen Truppen aus Nordsyrien abzuziehen, aufgegeben. Biden gab McGurks Ernennung am Freitag zusammen mit der Nominierung anderer nationaler Sicherheitsbeamter und Kabinettsmitglieder offiziell bekannt. Wegen seiner Rolle bei der Stärkung der Partnerschaft zwischen den US-Truppen und den kurdisch dominierten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF), die von der YPG-Miliz geführt wird – einem syrischen Ableger der in der Türkei ansässigen PKK – haben türkische Regierungsvertreter und auch Oppositionspolitiker McGurk lange Zeit mit Misstrauen betrachtet. Im Jahr 2016 kam es zu Spannungen zwischen Ankara und Washington, nachdem in sozialen Medien ein Foto McGurks mit einem Kommandanten der YPG, Polat Can, auftauchte. Can, Sprecher und Mitbegründer des syrischen PKK-Ablegers „Volksverteidigungseinheiten“ (YPG), teilte über seinen Twitter-Account ein Bild, auf dem er McGurk gerade eine Auszeichnung überreicht. Umgehend verbreitete sich das nicht datierte, alte Bild über zahlreiche Accounts, das aus einer Zeit stammt, als Can noch PKK-Kommandant war. Eine Anfrage an den damaligen Sprecher des U.S. State Departments, John Kirby, beantwortete dieser mit der Aussage, er habe nicht die Personalausweise aller YPG-Kämpfer. „Das ist nichts Neues. Wir haben unsere Bedenken bezüglich dieser Gruppe deutlich gemacht“, erklärte Kirby, nachdem er die Frage erst als nicht aktuell abgetan hatte. Die Türkei hatte wiederholt ihre Sorge hinsichtlich des Naheverhältnisses zwischen PKK und PYD zum Ausdruck gebracht und einem möglichen Informations- und Waffenaustausch zwischen diesen. Die PYD könne auf Grund ihrer PKK-Nähe nicht als legitime politische Kraft oder Vertreterin der syrischen Kurden betrachtet werden, so Ankara.

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– Terrorismus – Düsseldorf: Jesiden fordern von PKK Freilassung verschleppter Kinder

Während die auch in Deutschland als Terrororganisation eingestufte PKK in großen Teilen der hiesigen Medien und bei Politikern eine gewisse Sympathie genießt, bleiben die Hilferufe verschiedener Minderheiten aus den Regionen im Norden Syriens und des Irak in Deutschland weitgehend ungehört.

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US-Krise
„Aufstachelung zur Gewalt“: Twitter sperrt Donald Trump dauerhaft

Washington – Twitter teilte am Freitag mit, dass es den Account von US-Präsident Donald Trump mit mehr als 88 Millionen Followern aufgrund des Risikos einer weiteren Aufstachelung zur Gewalt nach der Erstürmung des US-Kapitols am Mittwoch durch Hunderte seiner Anhänger dauerhaft gesperrt hat. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, folgt der Schritt einer jahrelangen Debatte darüber, wie Social-Media-Unternehmen die Konten von mächtigen globalen Führern moderieren sollten. Die außergewöhnliche Entscheidung folgte zwei Tage nachdem Trump Tausende von Anhängern aufgefordert hatte, zum Kapitol zu marschieren. Daraufhin stürmten Trump-Anhänger das Gebäude. Dabei kamen vier Menschen ums Leben. „Nach eingehender Prüfung der jüngsten Tweets des @realDonaldTrump-Kontos und des Kontexts um sie herum haben wir das Konto aufgrund des Risikos einer weiteren Aufstachelung zur Gewalt dauerhaft gesperrt,“ zitiert Reuters das Unternehmen. Facebook kündigte am Freitag an, Trumps Account bis mindestens das Ende seiner Amtszeit als Präsident zu sperren. Während der Kongresssitzung zur Bestätigung des Wahlsiegs von Joe Biden haben am Mittwoch Anhänger Trumps das Kapitol gestürmt. Vier Menschen kamen dabei ums Leben.

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– USA – Kapitol-Stürmung: Zahl der Toten steigt auf vier

Während der Kongresssitzung zur Bestätigung des Wahlsiegs von Joe Biden haben am Mittwoch Anhänger Trumps das Kapitol gestürmt. Dabei sind vier Menschen ums Leben gekommen.

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Corona-Krise
Stamp: Virologen sollen nicht so oft in Talkshows auftreten

Köln – NRW-Familienminister Joachim Stamp hat Virologen angemahnt, sich mit Auftritten in Talkshows zurückzuhalten. „Zum wissenschaftlichen Diskurs gehören kontroverse Diskussionen über Annahmen und Hypothesen. Talkshows sind aber nicht das geeignete Format dazu“, sagte der FDP-Politiker dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Durch die TV-Auftritte der Wissenschaftler sei „eine Situation entstanden, in der sich jeder auf seinen Lieblingsvirologen berufen“ könne. „Das führt zu unversöhnlichen Positionen, die in den sozialen Netzwerken aufeinandertreffen. Das hilft uns in der Pandemiebekämpfung keinen Schritt weiter“, sagte Stamp der Zeitung. Stamp: Corona-Meldewesen ist inakzeptabel Stamp hat zudem das Krisenmanagement der Bundesregierung bei der Bekämpfung der Pandemie kritisiert. So sei das Meldewesen stark verbesserungswürdig: „Dass die Datenlage derzeit bundesweit nicht aussagekräftig ist, finde ich ungeheuerlich“, sagte der FDP-Politiker dem Kölner Stadt-Anzeiger. Es ist „inakzeptabel“, dass am Dreikönigstag in Bayern und Baden-Württemberg keine verlässlichen Zahlen erhoben worden seien. „In einer solchen Krise muss in der Verwaltung auch an Feiertagen notwendige Arbeit sichergestellt werden. Da muss jetzt ein Ruck durch manche Ämter gehen“, fügte Stamp hinzu. Kritik übte der NRW-Familienminister an der Teststrategie in den Alten und Pflegeheimen. Er hätte es „befürwortet, den Fokus viel früher und stärker auf die Hochbetagten in Pflegeheimen zu richten, als über immer stärkere Einschränkungen für alle zu diskutieren. Für ihren Schutz hätte der Bund frühzeitig mehr Testkapazitäten zur Verfügung stellen müssen“, sagte der Vizeministerpräsident von NRW der Zeitung.

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– Corona-Pandemie – Türkei: Forscher entwickeln Corona-Test ohne Nasenabstrich

Wissenschaftler an der Bilkent-Universität in Ankara haben ein neues Diagnosesystem entwickelt, das das Coronavirus innerhalb kürzester Zeit nachweisen kann. Der unangenehme Nasenabstrich werde dafür nicht mehr benötigt.

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Auto-News
Albanien plant 840-PS-Supersportwagen Illyrian Pure Sport

Tirana – Arrera Automobili, im Besitz des albanischen Autodesigners Qendrim Thaqi, plant die Produktion des 840 PS starken Supersportwagens mit dem Namen Illyrian Pure Sport, wie das Unternehmen mitteilte. Illyrian Pure Sport soll der erste albanische Supersportwagen werden. „Pure Sport“ wurde von demselben Designer entworfen, der auch bereits am Porsche 9RE arbeitete, Qendrim Thaqi. Jetzt will Thaqi durch seine Firma Arrera Automobili den Pure Sport zum ersten albanischen Supercar machen, so Arrera Automobili in einem Facebook-Post, berichtet bne. Der 28-jährige Thaqi wurde im Kosovo geboren und lebt heute in Deutschland. Er hatte in der Vergangenheit seine Idee für einen Nachfolger des Porsche 918 Spyder entworfen. In einem Interview mit dem Automobilportal Motor1 verriet Thaqi, dass er bereits ein Team aus Ingenieuren und Karosseriedesignern zusammengestellt habe. Der neue Supersportwagen Illyrian Pure Sport wird von einem 6,2-Liter-LT2-V8 mit Doppelturboaufladung angetrieben, dessen 840 PS über eine Achtgang-Tremec-Doppelkupplungsautomatik an alle vier Räder gehen, so das Unternehmen. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 375 Kilometer pro Stunde und die Beschleunigung von 0-100 km/h mit 2,7 Sekunden angegeben. https://youtu.be/F6nmb-7PCHI

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– E-Mobilität – Izera: Erstes polnisches E-Auto wird ab 2024 produziert

Der Start der Fertigung verzögere sich um ein Jahr gegenüber einem Ende Juli angekündigten Plan.

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Lissabon
Türkei wünscht Normalisierung der Beziehungen mit Frankreich

Lissabon – Um die Beziehungen zu normalisieren, arbeiteten Frankreich und die Türkei an einer Roadmap, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu Reportern nach einem Treffen mit dem portugiesischen Außenminister Augusto Santos Silva in Lissabon am Donnerstag. Die bisherigen Gespräche liefen gut. Çavuşoğlu habe ein sehr konstruktives Telefongespräch mit dem französischen Amtskollegen Jean-Yves Le Drian gehabt. Ankara sei bereit, die Beziehungen zu seinem NATO-Verbündeten zu verbessern, wenn Paris die gleiche Bereitschaft zeige. „Wir waren uns einig, dass wir an einem Fahrplan zur Normalisierung der Beziehungen arbeiten sollten“, betonte der türkische Außenminister. Die Türkei und Frankreich haben seit Monaten Meinungsverschiedenheiten über Konflikte in Syrien, Libyen, dem östlichen Mittelmeer und Berg-Karabach in Aserbaidschan, sowie über die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed in Frankreich.

Paris: Ankara ernennt Macrons Studienkollegen als neuen Botschafter

Im Dezember ernannte Ankara einen ehemaligen Studienkollegen des französischen Präsidenten als neuen Botschafter in Frankreich.

Der 47-jährige Ali Onaner studierte gemeinsam mit Emmanuel Macron von 2002 bis 2004 im Rahmen der Léopold-Sédar-Senghor-Förderung an der Nationalen Hochschule für Management (ENA), berichtet das französische Nachrichtenmagazin Le Point.

Onaner, der fließend Französisch spricht, wurde nach seinem Abschluss am Charles-de-Gaulle-Gymnasium in Ankara für zwei Jahre Botschafter der Türkei in Tunesien, wo er an vorderster Front die militärische Intervention des Landes in Libyen begleitete, für die er sich in den tunesischen Medien vehement einsetzte. Ankara unterstützte die Regierung in Tripolis, während Frankreich die andere Seite wählte, die des Führers aus dem Osten Libyens, General Haftar.

Libyen ist eines der vielen Themen, die zwischen der Türkei und Frankreich für Spannungen sorgen, und Ali Onaner wird viel dazu beitragen, die bilateralen Beziehungen zu erleichtern. Onaner ist ein enger Vertrauter von Außenminister Mevlüt Cavusoglu und war von 2017 bis 2018 sein Stabschef. Zuvor war er Leiter der Menschenrechtsabteilung im Außenministerium in Ankara. Onaner und Macron tauschten im September Nachrichten auf Twitter aus. Ersterer ermutigte den sogenannten „Klassenkameraden“, „weiterzumachen“, nachdem der französische Präsident auf Twitter – in türkischer Sprache – eine Aufforderung an die Türkei gepostet hatte, einen „wohlwollenden, verantwortungsvollen Dialog, ohne Naivität“ zu beginnen.

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– Frankreich – Ehrenlegionmedaille für Ägyptens Präsident Abdel Fatah El-Sisi

Der französische Präsident gehört zu den größten Kritikern des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Macron wirft Erdogan die Missachtung der Menschenrechte und die Einschränkung von Pressefreiheit vor. Dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fatah El-Sisi verlieh Macron in einer feierlichen Zeremonie in der vergangenen Woche nun jedoch die höchste Auszeichnung des Landes, die Ehrenlegionmedaille.

Frankreich: Ehrenlegionmedaille für Ägyptens Präsident Abdel Fatah El-Sisi

Ukraine
Präsident Selenskyj dankt Erdogan für Evakuierung ukrainischer Seeleute aus Libyen

Kiew – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan für die Hilfe bei der Evakuierung der seit 2016 in Libyen festgehaltenen ukrainischen Seeleute gedankt. „Ich freue mich, unsere Matrosen, Mitglieder der Besatzung des Tankers Kapitän Khayyam, nach fünf Jahren Gefangenschaft in Libyen zu Hause begrüßen zu können! Die Ukraine vergisst nie und lässt ihre Leute nicht in Schwierigkeiten. Besonderen Dank an Recep Tayyip Erdoğan für die Hilfe bei der Evakuierung unserer Bürger. Die Ukraine schätzt die Unterstützung der Türkei,“ schrieb Selenskyj am Freitag auf Twitter.
(Screenshot/Twitter)
Im Februar 2016 hielt die libysche Küstenwache in den Hoheitsgewässern den unter der Flagge von Sierra Leone fahrenden Tanker Captain Khayyam fest. Unter den Besatzungsmitgliedern waren Staatsbürger der Ukraine, der Türkei und Aserbaidschans. Im März 2016 wurde die Besatzung wegen des Verdachts auf Schmuggel von Erdölprodukten verhaftet und im Dezember 2017 zu fünf Jahren Haft verurteilt.

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– Ankara – Ukraines Premier Schmyhal wünscht Freihandelsabkommen mit der Türkei

Die Türkei sei ein wichtiger strategischer Partner für die Ukraine, sagte Denys Schmyhal am Sonntag.

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Türkei
Erdogan zu den Uni-Demos: „Dahinter stecken Terroristen“

Istanbul – Der türkische Präsident hat am Freitag ein Treffen mit den demonstrierenden Studenten in Istanbul abgelehnt. „Warum sollte ich mich mit den Studenten treffen? Sie stecken nicht hinter den Demos“, sagte Recep Tayyip Erdogan gegenüber Reportern nach dem Freitagsgebet. Die eigentlichen Planer seien „Terroristen“, erklärte der türkische Staatschef und erwähnte dabei die Istanbul-Vorsitzende der oppositionellen CHP Canan Kaftancıoğlu. Erdogan bezeichnete die Politikerin als „DHKP-C Militantin“. Die DHKP-C (Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front) ist eine marxistisch-leninistische Untergrundorganisation in der Türkei. Sie verfolgt das Ziel, die Staatsordnung in der Türkei durch einen bewaffneten revolutionären Akt zu zerschlagen. Dabei bedient sie sich in der Türkei auch terroristischer Methoden. Der Oppositionspolitikerin wird eine Nähe zu der Gruppe vorgeworfen. Laut türkischen Medien sei bei den Demos die Hymne der Organisation gespielt worden. Zahlreiche Oppositionspolitiker verurteilten die Festnahmen und auch die Ernennung des neuen Rektors. Der Oberbürgermeister der türkischen Millionenmetropole Istanbul Ekrem Imamoğlu etwa, solidarisierte sich mit den Studenten und Professoren in einem Tweet.

„Ich bin auf der Seite des gerechten Kampfes der Studenten und Akademiker der Boğaziçi-Universität“, twitterte Ekrem Imamoğlu am Montag nach einem Polizeieinsatz gegen protestierende Studenten vor dem Südcampus in İstanbul. Der Bürgermeister forderte zudem in seinem Tweet, die Vetternwirtschaft aus allen Bereichen zu entfernen. Dies würde auch eine anhaltende Talentabwanderung ins Ausland stoppen.

„Junge Menschen aus allen Denkrichtungen werden dann gemeinsam für unsere Zukunft arbeiten. Ich bin auf der Seite des gerechten Kampfes der Studenten und Akademiker der Boğaziçi-Universität“ so Imamoğlu. Auch Politiker der IYI Partei verurteilten die Festnahmen der Studenten. Zahlreiche Studenten verurteilten die Bezeichnung als „Terrorist“. „Wir sind Studenten“, riefen sie gemeinsam vor der Uni. Boğaziçi-Demos Studenten und Professoren der renommierten Boğaziçi Universität in Istanbul, demonstrieren seit der vergangenen Woche gegen die Ernennung eines neuen Direktors durch Präsident Recep Tayyip Erdogan. Der neue Direktor, Melih Bulu, war 2015 für die regierende AKP als Abgeordnetenkandidat angetreten. Die Studenten kritisieren die Ernennung als undemokratisch und fordern das Recht ein, ihren eigenen Direktor zu wählen. „Wir wollen keinen ernannten Rektor. Er wird gehen, wir bleiben!“, riefen die Studenten. Neuer Rektor zeigt Verständnis für Studenten In einem Gespräch mit der Tageszeitung Hürriyet sagte Bulu, der neue Rektor der Boğaziçi-Universität, er habe solche Reaktionen erwartet und verstehe die Gefühle der protestierenden Studenten. „Ich war auch einmal ein Student. Sie [Studenten] verbrauchen ihre Energien gerne mit diesen Dingen, weil sie noch jung sind. Ich sehe das nicht als ein Problem an. Mit der Zeit werden sie es verstehen, wenn sie sehen, was für ein Rektor ich bin“, sagte Bulu der Tageszeitung. Auf die Frage nach seiner politischen Zugehörigkeit sagte Bulu, der bei den Parlamentswahlen 2015 für die regierende Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) kandidierte, er sei nicht mehr in der Politik tätig. „Ich bin seit 2009 in der Wissenschaft, ich habe kein Interesse an der Politik, ich bin Akademiker“, sagte Bulu und schlug vor, dass die Leute „einen Blick“ auf die Universitäten werfen sollten, wo er Rektor und Dekan war.  

Corona-Krise
OECD-Bildungsexperte Schleicher begrüßt Berliner Schulöffnungspläne

Der Bildungsdirektor der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Andreas Schleicher, hat die Pläne des Berliner Senats, die Schulen trotz Corona-Lockdowns schrittweise zu öffnen, begrüßt. Im Inforadio vom rbb sagte Schleicher am Freitag, Bildung sei immer Beziehungsarbeit und nicht nur Wissensvermittlung. „Gerade in den ersten Schul- und Lebensjahren ist der Präsenzunterricht einfach nicht ersetzbar. (…) Insofern ist der Ansatz in Berlin, wenn das die Gesundheitslage zulässt, sehr vernünftig, dass man gerade bei den kleinsten Kindern schnell anfängt, auch in begrenzten Klassen.“ Bei den höheren Jahrgängen könne auch der Wechselunterricht, die Digitalisierung, etwas erreichen, so Schleicher. Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass das digitale Angebot in Deutschland noch sehr begrenzt ist. Schleicher forderte außerdem so viel wie möglich Ersatzunterricht und Zusatzangebote in den Ferienzeiten. „Jetzt einfach zu sagen, das Schuljahr ist verloren und wir setzen das einfach irgendwann obendrauf, ist keine akzeptable Lösung.“

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– Corona-Pandemie – Ex-Corona-Leugner fordert Mitmenschen zum Maskentragen auf

Der 50-jährige Chuck Stacey aus Florida nahm das Virus bis vor Kurzem nicht so ernst und hielt es wie viele Skeptiker für eine Art Grippe. Auch Masken hielt er für nutzlos und trug sie nicht.

Ex-Corona-Leugner fordert Mitmenschen zum Maskentragen auf