Türkei
Türkischer Außenminister unterstreicht bei Taliban-Treffen Schulbildung für Mädchen

Ankara – Beim Treffen mit einer Taliban-Delegation am Donnerstag unterstrich der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu erneut die Bedeutsamkeit der Bildung von Mädchen und der Beschäftigung von Frauen im Geschäftsleben. „Wir haben sie gebeten, dies nicht als Vorbedingung oder Forderung zu sehen, sondern dass dies auch die Erwartung der anderen muslimischen Länder ist“, so Cavusoglu. Bereits im vergangenen Monat betonte der türkische Top-Diplomat, dass die Türkei seit den 1920er Jahren zu den Stabilisierungs- und Entwicklungsbemühungen in Afghanistan beigetragen habe, einschließlich der Ausbildung von Mädchen und der Stärkung der Rolle der Frau, und fügte hinzu, dass Ankara über den Türkischen Roten Halbmond weiterhin humanitäre Hilfe leiste. Bei Gesprächen am heutigen Donnerstag habe die türkische Regierung zudem die Bedeutung einer inklusiven Regierung für die Einheit Afghanistans bekräftigt, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu.Cavusoglu sprach auf einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit dem amtierenden afghanischen Außenminister Amir Khan Muttaqi in Ankara. Nach den Gesprächen hinter verschlossenen Türen forderte Cavusoglu ein internationales Engagement gegenüber den Taliban. „Wir haben der internationalen Gemeinschaft erklärt, wie wichtig es ist, mit der derzeitigen Taliban-Regierung zusammenzuarbeiten. In der Tat sind Anerkennung und Engagement zwei verschiedene Dinge“, sagte er. „Die afghanische Wirtschaft darf nicht zusammenbrechen. Deshalb haben wir gesagt, dass die Länder, die die Konten Afghanistans im Ausland eingefroren haben, flexibler handeln sollten, damit die Gehälter gezahlt werden können.“ Nachdem die Taliban im August wieder an die Macht gekommen waren, stoppte die Weltbank die Gelder für Afghanistan. Die internationale Gemeinschaft hat das Vorgehen der Gruppe in einigen Provinzen verurteilt, in denen sie öffentliche Hinrichtungen wieder eingeführt und Frauen und Mädchen am Schulbesuch oder an der Rückkehr zur Arbeit gehindert haben sollen. Die Türkei hat versucht, ihre Position als einziges Mitglied des NATO-Verteidigungsbündnisses mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit zu nutzen, um sich nach dem Abzug der US-Truppen eine größere Rolle in Afghanistan zu sichern. „Heute haben wir ihnen noch einmal erklärt, welche Erwartungen wir – nicht nur wir, sondern die gesamte internationale Luftfahrtgemeinschaft – in Bezug auf die Sicherheit des Flughafens und insbesondere die Aufnahme des regulären Flugbetriebs haben“, betonte Cavusoglu. Ankara hat angeboten, die Sicherheit des Flughafens von Kabul zu gewährleisten, der der wichtigste Zugangspunkt für humanitäre Hilfe ist, aber die Taliban-Führer haben dieses Angebot bisher abgelehnt. Am Donnerstag stellte die in Islamabad ansässige Pakistan International Airlines – eine der beiden Fluggesellschaften, die den Betrieb aufrechterhalten hatten – ihre Flüge nach Kabul ein. Abdullah Hafeez, Sprecher der nationalen pakistanischen Fluggesellschaft, sagte: „Die Situation vor Ort ist für den internationalen Flugbetrieb nicht förderlich.“ Muttaqi führte am Donnerstag eine Taliban-Delegation zu einem offiziellen Besuch in die Türkei, um bilaterale Fragen sowie die Zusammenarbeit in Bezug auf die Zukunft Afghanistans zu erörtern. Die Taliban-Vertreter hätten zugesagt, afghanischen Flüchtlingen, die aus der Türkei in ihr Land zurückkehren wollen, größtmögliche Unterstützung zu gewähren, fügte Cavusoglu hinzu. Er betonte auch, dass die Taliban-Delegation während des Treffens Bitten an die Türkei übermittelte, insbesondere in Bezug auf humanitäre Hilfe und weitere Investitionen in Afghanistan. In einer weiteren Stellungnahme am Mittwoch erklärte Cavusoglu, dass er einen Besuch in Kabul plane.      

Trading
CFDs vor allem bei Trading-Anfängern beliebt

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Anfänger, die mit der Spekulation auf Börsenkurse starten wollen, suchen sich dafür gerne zunächst ein Demokonto. Das ist ein empfehlenswerter Schritt, denn dort ist es möglich, alle Funktionen und Gegebenheiten ohne Risiko kennenzulernen und sich ein Bild von den verschiedenen Möglichkeiten des Tradings zu machen. Bei den meisten dieser Trading Demokonten handelt es sich um jene von CFD Anbietern. Vielen Anfängern ist normalerweise nicht bewusst, dass es unterschiedliche Arten gibt, auf welche Weise man mit börsennotierten Werten handeln kann; für das Ausprobieren in einem Demokonto ist dies auch für gewöhnlich zweitrangig. Wenn allerdings echtes Geld auf dem Spiel steht, dann sollte man sich schon im Klaren sein mit welcher Art von Finanzinstrument man da denn eigentlich handelt. Ein empfehlenswertes CFD Demokonto für Anfänger gibt es übrigens hier. Was sind CFDs? CFDs ermöglichen Anfängern einen sehr einfachen Zugang zur Spekulation auf Börsenkurse. Das ist in dem Umstand begründet, dass man hier nicht tatsächlich börsengehandelte Werte erwirbt, wie beispielsweise Aktien, sondern lediglich auf deren Kursentwicklung spekuliert. Die Abkürzung CFD steht nämlich für Contract for Difference, eingedeutscht „Differenzkontrakt“, und das spiegelt schon gut wider um was es sich eigentlich handelt. Nämlich um einen Vertrag mit dem CFD Broker (contract) über die Kursdifferenz (for difference), welche sich bei einem Kurswert zum Start des Trades bis zu dessen Ende ergibt. Da es nur um die Kursentwicklung geht, kann man sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse spekulieren. Vordergründig macht es für den Trader in der Handhabung keinen großen Unterschied. Er kauft, beispielsweise Aktien CFDs, und verkauft dann wieder, wenn er es für richtig hält. Aus diesem Grund sind sich Anfänger meist der praktischen Unterschiede nicht bewusst, welche sich wie folgt gebärden. Unterschiede zum traditionellen Börsenhandel Zunächst einmal ist es eben auch möglich mit fallenden Kursen Gewinn zu erzielen, sofern man diese korrekt voraussieht. Hinzu kommt der Umstand, dass bei CFDs Hebel zum Einsatz kommen. Diese haben die Eigenschaft das eingesetzte Kapital zu vervielfachen, wodurch die Auswirkungen von Kursschwankungen, in Korrelation zum selbst aufgebrachten Kapital, größere finanzielle Auswirkungen haben. Das ermöglicht auch mit wenig Geld einen Einstieg, weswegen CFDs auch verstärkt für Anfänger attraktiv sind. Dabei kann man allerdings aufgrund der gesetzlichen Regelungen in Europa in Bezug auf Differenzkontrakte nicht mehr verlieren, als man tatsächlich auf seinem Tradingkonto hatte; zumindest gilt das für Kleinanleger, für welche die sogenannte Nachschusspflicht verboten wurde. Ein großer Unterschied ergibt sich aber durch den Umstand, dass man beim CFD Trading keine tatsächlichen Werte kauft oder verkauft, sondern lediglich Verträge mit dem CFD Broker schließt. Das hat zur Folge, dass man von der Liquidität des Anbieters abhängig ist. Hier ist es wichtig, dass man einen CFD Broker wählt, der seinen Sitz in Europa hat und somit europäischem Recht und Aufsichtsbehörden unterliegt. Sollte nämlich der CFD Broker als Firma insolvent werden, kann man so immer seine Ansprüche für etwaiges nicht ausbezahltes Guthaben geltend machen. Bei einem CFD Broker, der seinen Sitz auf einer karibischen Insel hat, könnte das unter Umständen schwer werden. Davon ganz abgesehen, steht es solchen Anbietern frei zu betrügen, da sie für ihr Geschäftsgebaren niemanden Rechenschaft ablegen müssen, weswegen man von diese unter allen Umständen die Finger lassen sollte. CFDs sind in erster Linie für Daytrading gedacht Viele Anfänger im Trading sind sich auch nicht im Klaren darüber, dass CFDs in erster Linie für Daytrading taugen. So werden CFD Anbieter auch gerne als Daytrading Broker bezeichnet. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen ist da der Umstand, dass normalerweise bei Trades, die über Nacht dauern eine kleine Gebühr fällig wird. Das ist zwar nicht viel, kann sich aber auf Dauer summieren und so das Erzielen von Gewinn erschweren. Darüber hinaus erfolgt die Abrechnung über Spreads, was bedeutet, dass je nach gehandeltem Börsenkurs (Aktien, Rohstoffe, Währungen, etc.), ein prozentualer Anteil des Einsatzes als Kosten anfallen. So macht es bezüglich der Kosten keinen Unterschied, ob man viele kleine Trades durchführt oder nur einen mit großem Volumen. Bei hohem Tradingvolumen sind Spreads aber im Vergleich zu anderen Kostenmodellen teurer. Zu guter Letzt kommt auch noch der Umstand hinzu, dass es bei manchen Börsenkursen eine Zeitbegrenzung gibt, wie lange ein Trade dauern darf. Bedingt durch diese Faktoren, sollten CFDs also in erster Linie zum Daytrading genutzt werden.

Corona-Krise
Nach Corona: Gehälter steigen wieder

Für die Studie wurden zwischen Mai und August dieses Jahres 230 Unternehmen – so viele wie nie zuvor – online zur Einkommensentwicklung 2021 und 2022 befragt. Bei ihnen handelt es sich überwiegend um große Mittelständler sowie um DAX- oder MDAX-Konzerne – im Wesentlichen aus den Wirtschaftszweigen „IT, TK, IT-Dienstleistungen“, „Pharma, Chemie, Mineralölverarbeitung“, „Versicherungen, Banken, Beratung, Consulting, Wirtschaftsprüfung“, „Elektrotechnik, Elektronik, Halbleiter“ sowie „Automotive, Fahrzeugbau und automotivenahe Unternehmen“. Die Auswertung erfolgt sowohl branchenübergreifend als auch branchenspezifisch, nach Größenklassen sowie danach, ob eine Tarifbindung besteht oder nicht. Die Studie betrachtet die Erhöhungsbudgets für folgende Mitarbeitergruppen: Executives/Top Management, Middle Management/Professionals, klassisch Angestellte und klassisch Gewerbliche. „Wegen der Pandemie und der damit verbundenen Unsicherheiten haben 2020 viele Unternehmen beschlossen, die Gehälter nicht generell zu erhöhen“, erklärt Elke Tausch, Senior Consultant bei Lurse. „In diesem Jahr ließ sich dagegen wieder ein leichter Anstieg feststellen, der jedoch nicht das Niveau der Erhöhungsbudgets vor der Krise erreicht hat“. Laut aktueller Lurse Studie rechnen deutsche Unternehmen für 2022 mit Lohnsteigerungen von durchschnittlich 2,6 %. Über alle Mitarbeitergruppen hinweg und unabhängig vom Zeitpunkt wurden Löhne und Gehälter in Deutschland 2021 um durchschnittlich 2,1 % erhöht. Für das kommende Jahr planen die befragten Unternehmen im Durchschnitt ein Lohnplus von 2,6 % ein. Sowohl die tatsächlichen als auch die geplanten Steigerungen fallen bei nicht tarifgebundenen Unternehmen höher aus als bei tarifgebundenen. Die stärksten Erhöhungen sind 2022 mit 2,7 % in der Chemie- und Pharmaindustrie geplant, die geringsten mit 2,2 % im Bereich Automotive und Fahrzeugbau. Auf Nullrunden folgten überdurchschnittliche Steigerungen Knapp die Hälfte der Unternehmen gab an, dass die Gehaltserhöhungsbudgets in diesem Jahr ungefähr das Niveau der Vorjahre erreicht haben. Bei einem Viertel dagegen fielen sie geringer aus als üblich. Als Gründe dafür nannten sie in der Hauptsache die Auswirkungen der Pandemie, insbesondere die kritische wirtschaftliche Lage und die entstandene Planungsunsicherheit. Auch Veränderungen der Auftragslage – speziell im Automobilsektor – und der Preisanstieg von Rohstoffen spielten eine Rolle. Bei 22 % der Unternehmen fielen die durchschnittlichen Gehaltserhöhungen im Jahr 2021 sogar höher aus als üblich. Dies war aber vor allem dort der Fall, wo es im Vorjahr Nullrunden gegeben hatte. Auch die Verschiebung von Gehaltserhöhungsrunden von 2020 auf 2021 sowie struktureller Nachholbedarf wurden als Gründe dafür angegeben. Sämtliche Mitarbeitergruppen mussten im laufenden Jahr erheblich mehr Nullrunden hinnehmen als nach Ausbruch der Pandemie 2020 geplant. Für 2022 rechnen dagegen deutlich weniger Unternehmen damit, dass Gehaltserhöhungen ausfallen. Nach der Pandemie dürften sich andere Faktoren wieder stärker auf die Gehaltsplanungen auswirken. So wiesen Studienteilnehmer vermehrt auf eine gestiegene Fluktuation hin, auf den bestehenden Fachkräftemangel und auf einen hohen Marktdruck in bestimmten Funktionen – etwa in den Bereichen Transformation und IT.

Menschenrechte
Menschenrechtler Dimitras: Griechenland erkennt ethnische Minderheiten nicht an

Genf – Der Sprecher der 1993 gegründeten Menschenrechtsorganisation (NRO) „Greek Helsinki Monitor“, Dr. Panayote Dimitras, sprach bei einer Sitzung der Vereinten Nationen, die vom 6.-7. Oktober in Genf stattfand, bei der er über die Menschenrechtsverletzungen in Griechenland informierte. Als größtes Menschenrechtsproblem in Griechenland bezeichnete Dimitras die weitverbreiteten rassistischen Straftaten, die zum großen Teil nicht verfolgt und bestraft würden. Seit 2015 habe es rund 1.000 Anzeigen wegen rassistischer Straftaten gegeben, aber nur wenige der mutmaßlichen Täter hätten zur Ergreifung der Täter und zu einer Verurteilung geführt. Hauptgrund hierfür sei das Fehlen entsprechender Rechtsvorschriften. Ferner würden die Bestimmungen zur Untersuchung der rassistischen Motivation von Straftaten und die daraus resultierenden verschärften Gesetze nur selten angewendet. Selbst bei sehr offensichtlichen Fällen und bei Fällen, in denen sie die Staatsanwaltschaften darum gebeten hätten, sich darauf zu berufen. Griechenland verstößt gegen Vereinigungsfreiheit der türkischen und mazedonischen Minderheit Dimitras betonte: „Das zweitwichtigste Problem besteht darin, dass Griechenland der einzige europäische Staat ist, der keine ethnische oder nationale Minderheit anerkennt. Alle, die derartige Ansprüche geltend machen, werden als Agenten des Auslands betrachtet. Wiederholte Urteile des EGMR, in denen festgestellt wurde, dass Griechenland gegen die Vereinigungsfreiheit der türkischen und mazedonischen Minderheiten verstößt, wurden vom Obersten Gerichtshof abgelehnt, der im Juni 2021 entschied, dass Personen mit ‘griechischer Staatsbürgerschaft Griechen und nur Griechen’ genannt werden, und der Begriff ‘Türke’ oder ‘Türkisch’ bezieht sich nicht auf einen griechischen Staatsbürger, sondern hauptsächlich auf einen türkischen Staatsbürger.“ Zu den Rechtsverletzungen gegen die Roma zählten Zwangsräumungen oder versuchte Zwangsräumungen, die durch griechische und internationale Gerichtsentscheidungen für rechtswidrig befunden sowie rassistische Polizeigewalt beidem Griechenland durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte mehrfach verurteilt worden sei. Ein weiterer Fall werde derzeit vom EGMR geprüft. Außerhalb Thrakiens gibt es keine muslimischen Friedhöfe Die muslimische Community im Land betreibe im ganzen Land private Moscheen, bei denen die Mehrzahl keine Erlaubnis besitze und daher von Schließungen durch die Behörden bedroht sei. Außerdem hätten Moslems außerhalb von Thrakien keine eigenen Friedhöfe. Der griechische Staat ernenne Muftis für die muslimische Minderheit, die von den Moslems nicht anerkannt würden, wie griechische Gerichte eingeräumt hätten. Strafrechtliche Verfolgung von gewählten Muslimen verstößt gegen Artikel 9 der Europäischen Menschenrechtskonvention Der griechische Staat habe deshalb die strafrechtliche Verfolgung von gewählten Muftis wegen „Amtsanmaßung“ aufgenommen, obwohl gegen Artikel 9 aus früheren EGMR-Urteilen verstoßen worden sei. Eintragung der Religion in Geburtsurkunde verstößt gegen Religionsfreiheit Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte habe von 2019-2020 entschieden, dass Griechenland die Religionsfreiheit verletzt, weil die Religion von Eltern und Kindern in Geburtsurkunden eingetragen worden sei. Eltern, die ihre Kinder vom Religionsunterricht befreien wollten, hätten eine Erklärung unterschreiben müssen, dass sie oder ihre Kinder keine orthodoxen Christen seien. Kemal Bölge/Genf

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– Komotini – Griechenland: Mufti İbrahim Şerif beanstandet fehlende Religionsfreiheit

Mufti İbrahim Şerif: „Türkisch-muslimische Religionsgelehrte werden unter fadenscheinigen Gründen vor Gericht gestellt“. Im Interview mit TRT Deutsch kritisiert der gewählte Mufti von Gümülcine/Komotini Griechenland, weil Athen internationale Abkommen zur Religionsfreiheit nicht umsetzt.

Griechenland: Mufti İbrahim Şerif beanstandet fehlende Religionsfreiheit

Kommentar
Geopolitischer Realitätsverlust des iranischen Mullah-Regimes

Ein Gastbeitrag von Adil Schamiyev Die Außenpolitik Teherans gegenüber den Nachbarländern in der Region scheint aus allen Nähten zu platzen. Das Mullah-Regime ist nicht willens, den militärischen Sieg Aserbaidschans während des 44-tägigen Krieges um die Region Bergkarabach zu „verdauen„ und sein geopolitisches Debakel zu akzeptieren. In den Beziehungen zwischen Baku und Teheran hat es schon immer einige Ecken und Kanten gegeben. In solchen Fällen haben beide Seiten in der Regel zu den diplomatischen Mitteln gegriffen, um eine Eskalation zu vermeiden. Doch die feindselige Haltung des benachbarten Irans mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen sorgt in Baku verstärkt für Unmut. Auslöser für die jüngste Abwärtsspirale in den Beziehungen waren Militärübungen Irans, Behauptungen über eine israelische Militärpräsenz in Karabach und die Einführung von Grenzkontrollen für iranische Transportfahrer durch Aserbaidschan an einer Autobahn, die über die Grenze zwischen Armenien und Aserbaidschan läuft. Heuchelei oder Kraftprotzerei der Mullahs? Am 01.10. hat Iran im Nordwesten des Landes, nahe der Grenze zu Aserbaidschan, das Militärmanöver mit dem symbolischen Namen „Eroberer von Khaybar“ gestartet. Die Übungsbezeichnung ist eine Anspielung auf die Schlacht von Khaybar im Jahr 628 n. Chr., als Muslime unter Mohammeds Führung gegen die Juden besiegten und ihnen Steuer auferlegten. Hintergrund der Spannungen ist die enge Zusammenarbeit zwischen Aserbaidschan und Israel, dem Erzfeind Irans. Der jüdische Staat liefert als wichtiger strategischer Verbündeter moderne Waffensysteme an Baku. Dieses Bündnis ist dem Iran seit Langem ein Dorn im Auge. Iranische Offizielle betonten, die Übung sei als „Botschaft“ an Israel und den Islamischen Staat gerichtet und warnten, Teheran werde alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um seine Grenzen zu verteidigen. Für Iran stellt die wachsende Präsenz Israels vor seiner Haustür ein dringendes Sicherheitsproblem dar, da diese zunehmend als Kernpolitik der Konfrontation mit Teheran wahrgenommen wird. Welchem Zweck dient das Vorgehen der iranischen Verantwortlichen? Eine Logik festzustellen, ist unmöglich. Aserbaidschan wird definitiv nicht aufhören, Waffen von Israel zu kaufen, da dies eine interne Angelegenheit des Staates ist. Auf der anderen Seite sind die israelischen Waffen der aserbaidschanischen Armee nicht gegen Teheran gerichtet. Baku erwirbt die Waffen nicht zu Offensivzwecken gegen befreundete Nachbarländer, sondern für die Verteidigung eigener Territorien, wie der Ausgang des Karabach-Krieges zeigte. Die iranische Führung täte gut daran, ihre geostrategischen Prioritäten neu zu definieren, anstatt „das beleidigte Kind“ zu spielen, dem der Ball weggenommen wurde. „Sangesur-Korridor“. Störfaktor für Irans Machtstellungen Die Regierung in Baku kritisierte die Militärübungen in unmittelbarer Nähe seiner südlichen Grenzen. Es sei zwar ein „souveränes Recht“ des Irans, auf eigenem Boden Manöver durchzuführen, so der aserbaidschanische Staatschef Ilham Alijew in einem Interview für die türkische Nachrichtenagentur Anadolu am Montag. „Doch warum jetzt und warum an unserer Grenze?“ Man sei überrascht über diese Entscheidung. Die Übungen dieses Ausmaßes seien nach dem Fall der Sowjetunion in nordwestlichen Grenzen Irans nie abgehalten worden. Der am 9. November 2020 unterzeichnete trilaterale Neunpunkteplan beendete nicht nur die Kriegshandlungen in Bergkarabach, sondern sieht auch die Öffnung aller Kommunikationswege vor, was für Teheran höchst unzufriedenstellend war, denn diese wird der Abhängigkeit Aserbaidschans vom Iran, Stichwort Autonome Republik Nachitschewan, die nur über iranisches Territorium erreichbar ist, ein Ende setzen. Der Sangesur-Korridor ist ein Überlandkorridor, den Baku durch Südarmenien bauen möchte, um eine Verbindung zur Enklave Nachitschewan an der Grenze zur Türkei herzustellen. Iran befürchtet, der Plan, der im Rahmen der Waffenstillstandserklärung vereinbart wurde, könne ihn von der weiteren Region abschneiden. Daher wird der Korridor in Teheran als „Veränderung der internationalen Grenzen“ eingestuft. Hinterhältige Politik des Iran in Karabach Aserbaidschan ist weitestgehend bemüht, die Transparenz in seinen Beziehungen zum Iran aufrechtzuerhalten und ist zurecht unzufrieden mit dem illegalen Transitreisen der iranischen Transportfahrzeuge durch den Latschin-Korridor in den armenisch bewohnten Teil von Karabach, in dem russische Friedenstruppen stationiert sind. Aserbaidschans Präsident Aliyev wies in einem Interview mit türkischen Medien am 27. September darauf hin, Baku hätte zwischen dem 11. August und dem 11. September 2021 60 iranische Lastwagen beobachtet, die die genannte Straße benutzten. Durch die Errichtung von Kontrollposten an der armenisch-aserbaidschanischen Staatsgrenze sei die Zahl der iranischen Lastwagen, „auf Null gesunken“. Außerdem hätten die iranischen Lastwagen zu Täuschungszwecken armenische Kennzeichen getragen. Diese sei nun aufgedeckt – so Aliyev. Aserbaidschan hat auch damit begonnen, iranische Lastwagen auf der Autobahn Goris-Kapan, die Armenien mit dem Iran verbindet und teilweise unter aserbaidschanischer Kontrolle steht, zu kontrollieren und zu besteuern. Am 15. September 2021 verhaftete die aserbaidschanische Polizei zwei iranische Lastfahrer entlang dieser Strecke und beschuldigte sie, illegal in das aserbaidschanische Hoheitsgebiet eingereist zu sein. Der iranische Botschafter in Aserbaidschan traf sich mehrmals mit hochrangigen aserbaidschanischen Beamten zusammen, um das Problem zu lösen, doch seine Bemühungen blieben erfolglos. Iranischer TOP-Diplomat in Moskau: Iran fühlt sich im Stich gelassen Während des Moskauer Treffens besproch der iranische Außenminister Hossein Amirabdollahian mit dem russischen Amtskollegen Sergei Lawrow die derzeitige Lage im Südkaukasus, nämlich dass sich die Situation in der Region angeblich in Richtung geopolitischer „Veränderungen“ und „Veränderungen der politischen Landkarte“ bewegt, womit Teheran nicht einverstanden ist. Bei der Pressekonferenz stellte ein iranischer Journalist dem russischen Minister eine Frage, dass Aserbaidschan angeblich versuche, die militärische Präsenz dritter, überregionaler Streitkräfte(Journalist meinte hier natürlich die Türkei) im Kaspischen Meer sicherzustellen, was angeblich dem Übereinkommen über den Rechtsstatus des Kaspischen Meeres widerspreche. Es ist anzumerken, dass die iranische Seite das von den Staats- und Regierungschefs Russlands, Irans, Aserbaidschans, Kasachstans und Turkmenistans 2018 unterzeichnete Dokument noch nicht ratifiziert hat. Lawrow erklärte hier übrigens auch klar und deutlich, dass Russland darauf wartet, dass das iranische Parlament das Dokument so bald wie möglich ratifiziert. Die Schlussfolgerung, die wir aus dem Lawrow-Abdullahian-Treffen ziehen können: 1. Obwohl Russland mit dem Iran verbündete Beziehungen unterhält, sei die Eskalation der Lage in der Region nicht zu Gunsten Moskaus; 2. Russland macht dafür den Iran verantwortlich, sonst hätte Lawrow Bakus Besorgnis nicht zum Ausdruck gebracht; 3. Es scheint, dass für die iranische Seite die Verhandlungen nicht fruchtbar verliefen. Vor dem Treffen sagte Abdullahian, er erwarte eine sensible Reaktion Russlands auf die Existenz von „Zionismus“ und „Terrorismus“ in der Region, während Lawrow gar anderer Meinung war; 4. Iran wird seine Rhetorik abmildern – Es gab keine Unterstützung seitens des Kremls; So machte sich der Iran, der haltlose und unbegründete Anschuldigungen gegen Aserbaidschan erhoben hat, lächerlich und erhielt eine „Ohrfeige“. Welche Reaktion hätte Teheran als Antwort auf eine derart dreiste Missachtung der territorialen Integrität Aserbaidschans gewartet? Baku hat jedenfalls diplomatisch klar gemacht, solche Aktionen können die langjährige Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen beiden Ländern nur noch abkühlen. Dem iranischen Botschafter wurde eine sehr klare und verständliche Erklärung gegeben und eine Protestnote überreicht. Teheran sei angeblich besorgt über die Präsenz des „zionistischen Regimes“ in Aserbaidschan. Merkwürdig ist jedoch, wie die iranische Seite eine solche „Präsenz“ feststellen konnten. Diese Behauptung entbehrt jeder Grundlage, da es schlichtweg keine Beweise gibt. „Irans dunkle Geschäfte in Berg Karabach“ Aus rein strategischen Überlegungen betrieb Teheran während des Herbstkrieges 2020 ein doppeltes Spiel, indem man einerseits enge Beziehungen zu Armenien pflegt, andererseits, wenn auch passiv, die territoriale Unverletzbarkeit Aserbaidschans unterstützte. Für Schlagzeilen im Herbst 2020 sorgten auch die in sozialen Medien verbreiteten Foto- und Videobeweise über vermutete Waffenlieferungen über den iranischen Grenzübergang Norduz nach Armenien. Auch wurde gemeldet, Iran habe seinen Luftraum für mögliche Waffenlieferungen an Armenien bereitgestellt. In allen Fällen dementierten zwar die iranischen Offiziellen etwaige Meldungen, doch das ohnehin stark beschädigte Ansehen Teherans bekam dadurch ernsthafte Risse. Iran und Aserbaidschan teilen eine gemeinsame Grenze, die sich über 600 Kilometer lang erstreckt. Bedingt durch die armenische Besatzung waren davon etwa 132 Kilometer zwischen 1994-2020 der Kontrolle Bakus entzogen. Der geschichtsumwobene Fluss Arax (Aras) bildet dabei den wichtigsten Grenzübergangspunkt. In den vergangenen 28 Jahren wurde dieser Fluss als durchlässige Grenze für illegalen Drogenhandel genutzt. Von der südarmenischen Stadt Megri im Westen bis zum aserbaidschanischen Horadiz im Osten (die noch bis vor wenigen Monaten von Armenien kontrolliert wurde) dehnte sich ein großes Gebiet aus, in dem Drogendealer ungehindert Ihre florierenden Geschäfte betreiben konnten. Sie nutzten dabei die Abgeschiedenheit der Gegend aus, wobei das iranische Territorium als eine beliebte Schmuggelroute für Drogenlieferungen aus Afghanistan darstellte. Die iranischen Lastwagen fuhren ungehindert über die Grenze nach Bergkarabach, vollgepackt mit afghanischem Heroin und mit freundlicher Genehmigung der iranischen Revolutionsgarde. Geschützt wurde dieser Transportweg von der iranischen Quds-Einheit, einer Elitetruppe der Revolutionsgarden. Das besetzte Bergkarabach galt als Hintertür. Von hier aus gingen die Drogen über Armenien weiter nach Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Österreich, Tschechien, Polen, Deutschland und in andere Länder Europas. Die Behörden der separatistischen „Republik Bergkarabach“ unternahmen nichts, um das schmutzige Geschäft zu bekämpfen. Im Gegenteil hatten diese selber einen lukrativen Anteil daran. Fazit: Die Hysterie an der Grenze zu Aserbaidschan, das spontane Militärmanöver und die bewusst verdrehten Erklärungen der politischen Elite und religiösen Anführer Irans sind nichts anderes als Angst vor einem erstarkten Aserbaidschan in seinen nördlichen Grenzen. Doch nicht nur Iran, in dem übrigens über 20 Millionen Aserbaidschaner leben, sondern auch andere Länder, die Bakus Macht und kalibrierte Strategie bisher unterschätzt hatten, werden sich mit neuen geopolitischen Realitäten abfinden müssen.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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– Muezzin-Ruf  – Kommentar: 99 Prozent der Moscheegemeinden verzichten aus Rücksicht auf Gebetsruf

Die Entscheidung der Stadt Köln zum zweijährigen Modellprojekt „Öffentlichen Gebetsruf“ wird von Muslimen und den islamischen Dachverbänden begrüßt.

Kommentar: 99 Prozent der Moscheegemeinden verzichten aus Rücksicht auf Gebetsruf

Ratgeber
Top 8 Tipps, wie man intelligenter und nicht länger lernt

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Ganz gleich, ob Sie einen Bachelor-Abschluss anstreben, ein MBA-Studium absolvieren oder einfach nur Ihr Wissen erweitern möchten, diese Tipps werden Ihnen helfen, Ihre Studienzeit optimal zu nutzen. Wir haben festgestellt, dass es nicht darum geht, härter zu arbeiten, sondern intelligenter zu lernen. Die besten Tipps dazu finden Sie weiter unten.

Lernen in kurzen Zeitabschnitten

Kurze Sitzungen helfen den Synapsen Ihres Gehirns, Informationen besser zu verarbeiten als lange Sitzungen mit vielen Informationen. Versuchen Sie, sich vor oder nach der Arbeit 30 Minuten Zeit für das Lernen zu nehmen. Beginnen Sie mit der Planung und Lektüre zu Beginn des Studienzeitraums und erstellen Sie einen Studienplan.

Verbinde die Punkte

Lernen Sie, beim Konsumieren von Informationen Zusammenhänge herzustellen, und es wird sich auszahlen. Denken Sie beim Lernen darüber nach, wie die Informationen, die Sie lesen, sehen oder hören, miteinander in Beziehung stehen. Dies wird als kontextbezogenes Lernen bezeichnet. Versuchen Sie, zusammengehörige Informationen auf einer Karteikarte zusammenzufassen oder mehrere PDF-Dateien zusammenfügen.

Begeben Sie sich in das Untersuchungsgebiet

Richten Sie den perfekten Arbeitsbereich ein, sammeln Sie alle Bücher und Gegenstände, die Sie benötigen. Diese Vorbereitungszeit wird auch Ihr Gehirn auf das Lernen vorbereiten. Begrenzen Sie auch die Anzahl der Ablenkungen – wenn Sie Musik hören müssen, wählen Sie melodische Musik ohne Text, und natürlich lassen Sie Ihr Telefon in Ruhe und bleiben Sie den sozialen Medien fern.
(Foto: pixa)

Viel Schlaf und Bewegung

Man lernt besser, wenn man wach, satt und ausgeruht ist, oder noch besser, wenn man Sport getrieben hat. Es ist auch eine gute Idee, Wasser zu trinken und zwischen den 30 Minuten Sport aufzustehen und sich zu bewegen. Es ist wichtig, dass Sie sich mit nahrhaften Lebensmitteln versorgen, um Ihr Gehirn auf Trab zu halten:
  • Fisch
  • Nüsse
  • Beeren
  • Joghurt

Ziele setzen

Erstellen Sie eine Liste von Lernzielen und markieren Sie sie, wenn Sie sie erreicht haben. Das motiviert Sie nicht nur und gibt Ihnen Erfolgserlebnisse. Aber es wird Ihnen auch helfen, die Kontrolle zu behalten und den mit dem Studium verbundenen Stress zu reduzieren.

Ziel ist es zu lernen

Tests haben gezeigt, dass Menschen, die einen Stoff lernen, um ihn anderen zu vermitteln, logischer lernen als diejenigen, die nur für sich selbst lernen. Eine US-amerikanische Studie ergab, dass Schüler, die am Peer-to-Peer-Lernen teilnahmen, bei einem Lesetest deutlich besser abschnitten als diejenigen, die dies nicht taten. Dies beweist die Wirksamkeit des Peer-to-Peer-Lernens bei der Beeinflussung der akademischen Leistung.

Vorlesen und Abrufen

Lesen Sie Ihre Karteikarten und Notizen laut vor – allein, mit einem Freund oder einem Familienmitglied. Eine praktische Technik ist es, die Augen zu schließen und sich zu merken, was sie sagen. Dies wird dazu beitragen, die wichtigsten Punkte und Argumente zu festigen.

Nehmen Sie die Augen vom Bildschirm

Es ist schwieriger, sich an das Gelesene zu erinnern, wenn man am Bildschirm liest und nicht in einem Buch oder auf einem Blatt Papier. Um Ihr Studium abwechslungsreich zu gestalten, drucken Sie Vorlesungsmitschriften oder Artikel aus dem Internet aus. Und gönnen Sie Ihren Augen eine Pause!

Konzernumbau
Autoexperte Dudenhöffer: VW muss den Gürtel enger schnallen

Hannover – Automobil-Experte Ferdinand Dudenhöffer stärkt VW-Chef Herbert Diess in der durch einen Medienbericht angestoßenen Debatte um einen möglichen Konzernumbau den Rücken. “ Ich glaube, es ist wichtig, gerade das Werk in Wolfsburg neu zu sortieren“, sagte der Branchenkenner Dudenhöffer im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Die steigende Konkurrenz durch den US-Rivalen Tesla mit dessen neuem Werk in Grünheide südöstlich von Berlin müssten alle deutschen Autobauer „sehr ernst nehmen“, erklärte der Fachmann, der von 2008 bis 2020 Professor für Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen war. Dudenhöffer geht nach eigenen Worten davon aus, dass Tesla etwa 20 Prozent unter Tarif bezahlen wird. Gleichzeitig profitiere das in Brandenburg geplante Werk des US-amerikanischen Elektroautoherstellers von der Nähe zu Polen. „Das Lohnniveau in Polen ist deutlich geringer als in Deutschland. 20 Prozent unter dem Tariflohn in Deutschland wäre für einen polnischen Beschäftigten noch immer eine sehr gute Bezahlung“, betonte Dudenhöffer. Das Tesla-Werk, für das zwar noch keine Genehmigung vorliegt, in dem aber nach dem Willen von Chef Elon Musk spätestens im Dezember die ersten Autos vom Band rollen sollen, werde zudem in erheblichem Maße automatisiert sein. „Es ist wichtig, dass VW diese Zeichen erkennt und versucht, Wolfsburg wettbewerbsfähiger aufzustellen“, sagte der Brancheninsider Dudenhöffer gegenüber der „NOZ“ und fügte hinzu: „Diess hat recht – VW muss den Gürtel enger schnallen und deutlich dynamischer werden.“ Am Mittwoch war bekannt geworden, dass im Zuge des Wandels hin zur Elektromobilität offenbar ein radikaler Umbau des größten Automobilkonzerns Europas bevorsteht. Wie das „Handelsblatt“ berichtete, könnte davon jede vierte Stelle betroffen sein – insgesamt rund 30.000 Jobs in Deutschland könnten wegfallen. Weltweit hat Volkswagen 200.000 Mitarbeiter, in Deutschland sind es 120.000.

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– Türkei – Tesla-Chef Elon Musk und Erdogan wollen Zusammenarbeit stärken

Tesla-Gründer Musk und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan haben bei einem weiteren Gespräch am Mittwoch telefonisch die Stärkung der weiteren Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen, unter anderem auch die Raumfahrttechnologie, besprochen.

Tesla-Chef Elon Musk und Erdogan wollen Zusammenarbeit stärken
 

Muezzin-Ruf
Kommentar: 99 Prozent der Moscheegemeinden verzichten aus Rücksicht auf Gebetsruf

99 Muezzin-Rufe und nur einmal kommt Allah vor Ein Gastbitrag von Nabi Yücel Die Entscheidung der Stadt Köln zum zweijährigen Modellprojekt „Öffentlichen Gebetsruf“ wird von Muslimen und den islamischen Dachverbänden begrüßt. Das ist eine Geste des eigenen Selbstverständnisses dieser Muslime und Dachverbände, die sich bislang in der Ausübung des Muezzin-Rufes trotz ihrer Religionsfreiheit überaus geduldig gezeigt und entsprechend zurückgehalten haben. Wir sollten aber bei all der aufkommenden dramatisierten Kritik um den Muezzin-Ruf nicht vergessen, dass 99 Prozent der Moscheegemeinden aus Rücksicht auf die benachbarte Bevölkerung auf den Muezzin-Ruf und somit auf das elementarste Recht – dass ihnen auch ohne Sonderregelung oder sonstigen Zugeständnissen seitens der Behörden oder PolitikerInnen zusteht – verzichten. Selbstverständlich schätzen Muslime ein entsprechendes Entgegenkommen von Großstädten wie Köln, weil sie sich dabei nicht als Bittsteller betrachten müssen. Die Reaktion auf die Entscheidung der Stadt Köln kam bei den Muslimen dennoch vernichtend und dementsprechend grotesk an, nach dem Necla Kelek, die sogenannte Islam-Expertin, sich zu Wort meldete: „Eigentlich gehört der Ruf ‚Allahu Akbar‘ mittlerweile in unserem Wortschatz verboten. Sie dürfen das überhaupt nicht mehr benutzen, weil es von Attentätern, Islamisten und Terroristen benutzt wird.“ Die Ex-Muslimin Shammi Haque erklärte: „Der Muezzin-Ruf sagt: „Allah ist groß, es gibt keinen anderen Gott außer Allah“. Dieser Ruf steht für mich dafür, dass Vielfalt gerade NICHT toleriert wird, dass Andersgläubige NICHT respektiert werden.“ Eren Güvercin von der Alhambra Gesellschaft brillierte über Twitter, in dem er gleich alle politisch-motivierten Debatten aus der Türkei nach Köln trug und breittrat: „Wo war eigentlich dieser Ausdruck der Beheimatung der Muslime, die gegenseitige Toleranz und Akzeptanz bei der Eröffnung der DITIB-Zentralmoschee in Köln, als man daraus eine One-Man-Show für Erdogan gemacht hat, und niemand aus der Kölner Zivilgesellschaft, die den Bau von Anfang an unterstützt haben, nicht reden durften? Was sagt es über DITIB aus, dass man diese Floskeln immer nur dann verwendet, wenn es einem in den Kram passt, aber ansonsten anders agiert? Unter dieser mangelnden Aufrichtigkeit leiden in aller erster Linie deutsche Muslime.“ Zuallererst zitiere ich für all jene, die in einer christlich-jüdischen Wertegemeinschaftsblase schwelgen, aus dem Alten Testament: „1. Gebot: Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ Zum anderen gibt es nicht „euren“ Gott, „unseren“ Gott, sondern sie sind nach dem Koran ein und derselbe Gott, der die Gebote den Erdenmenschen zukommen ließ. Gott hat im Islam sogar 99 Namen, davon heißt einer „Allah“. Wenn der Muezzin ein ganz lustiger wäre und hiesigen Werteverteidigern einen Streich spielen würde, ließe er 98 unterschiedliche Namen Gottes vom Minarett erklingen lassen und kein Hahn würde danach krähen, weil niemand die Bedeutung des Rufes einordnen könnte. Aber nun ist im Sprachgebrauch der Muslime „Allah“ allgegenwärtig, weshalb sich diese sogenannten Islam-Experten und Ex-Experten im skandalisieren von Trivialitäten üben, sobald dieser Begriff fällt. Sie verteidigen u.a. die weltbewegende Erkenntnis, dass eine monotheistische Religion und ihre Repräsentanten und Institutionen nicht dem Gebot der weltanschaulichen Neutralität verpflichtet sind. Ähm, ja, sicher doch, die [Muslime] dürfen das. Das ist sozusagen ihr Job. Jeder, der glaubt, die Wahrheit gepachtet zu haben, hat auch das Recht, dies kundzutun und für sich zu werben. Dafür stehen mehrere elementare Grund- und Menschenrechte, die unter anderem Shammi Haque immer wieder gerade mit Blick auf Muslime über die BILD zu unterminieren sucht. Schade, dass Sie sich als Alibi-Migrantin auch noch für ein Hetzblatt wie die BILD verdingt. Diese Worte von ihr hat die BILD nicht wiedergegeben, weil man ihr Intellekt und Ihre Meinung schätzt, sondern weil sie in ihrer Erscheinung der krasse Gegensatz zum dieser Tage viel gescholtenen alten weißen Mann ist. Ein anderer, der im nordrhein-westfälischen Verfassungsgerichtshofs gearbeitet haben will, hat offenbar seinen Job nicht gemacht – oder weshalb sollte er sich nun bloßstellen und behaupten, er wisse nicht, was in DITIB-Moscheen gepredigt werde oder was da überhaupt passiere. Das ist schon peinlich, wenn nicht einmal mehr Verfassungsschutzorgane eines Bundeslandes imstande sind, bei den Moscheegemeinden während der Tage der offenen Moschee nachzufragen, ob es die Predigt oder den Muezzin-Ruf vorab auch in deutscher Sprache gibt. Und der Letztere, der sich als Aussteiger rehabilitiert haben will, der vor langer Zeit meinte, vor allem mit türkisch-islamischen Verbänden im Dialog ein neues eurozentrisches Islamverständnis etablieren zu wollen, hat sich zum Ziel gesetzt, gleich alles aus der Türkei nach Deutschland zu transferieren – nun, darauf komme ich später noch zurück. Wenn wir in die deutsche Geschichte zurückblicken, stoßen wir recht schnell auf die selben Argumentationsketten, die auch 1866 wegen dem Bau der Großen Synagoge in der Oranienburgerstraße in Berlin aufgegriffen wurden. Damals ging es nicht um Minarette und Moscheen, sondern darum, dass die Juden Berlins, ihrer steigenden Zahl und Präsenz entsprechend, ein repräsentatives Gotteshaus bauen wollten. Antisemiten empfanden den Prachtbau mit der goldglänzenden Kuppel als Provokation, gar als Schandfleck und Protzbau. Einige Jahrzehnte später waren sie wohl die ersten, die den Prachtbau auch wieder loswerden wollten und sich zum letzten Akt – dem Abfackeln – hinter dem Mob anstellten. Da standen dann auch die einstigen jüdischen Mitstreiter im Weg, die ebenfalls vorsorglich entfernt wurden. Diese Synagoge löste schon während der Planung und des Baus auch heftige Diskussionen innerhalb der jüdischen Gemeinde aus. Sogenannte liberal Denkende Juden äußerten den Einwand, der ungewohnte maurische Baustil betone die Fremdartigkeit der jüdischen Religion und behindere so den angestrebten Integrationsprozess. Man müsse sich sozusagen anpassen, sich selbst kritisch hinterfragen, mit der hiesigen Kultur verschmelzen, hieß es. Da wären wir auch wieder bei unserem „liberalen“ Burschen Eren Güvercin und seiner Truppe, der Alhambra Gesellschaft, die die Fremdartigkeit der DITIB und anderer türkisch-islamischen Verbände oft genug betont haben und sich dabei stets zum Besten geben; weil vor allem Necla Kelek und der ehem. Präsident des nordrhein-westfälischen Verfassungsgerichtshofs Michael Bertrams das zuallererst aufgegriffen und medial breitgetreten haben. Wobei, was hat eigentlich die Türkei mit dem Muezzin-Ruf in Deutschland zu tun? Klingt der irgendwie anders als der Muezzin-Ruf der bosnischen Moscheegemeinde? Werden mit den Ruf geheime Botschaften getragen, Schläferzellen der DIYANET aktiviert? Jedenfalls, das Ergebnis von damals in Berlin war, dass die Große „Alte“ Synagoge dann trotz der heftigen Kritik und Einwände gebaut werden konnte und die Berliner zumindest bis zur Reichskristallnacht vom maurischen Stil entzückt waren. Was danach geschah, was nie wieder geschehen sollte, erleben wir heute immer wieder aufs neueste. Man muss also das Rad nicht neu erfinden, aber man weiß – aufgrund der Geschichte – um seine Beschaffenheit. Die steigende Zahl und Präsenz der Muslime wird wie bei den Juden nach 1866 ihren Tribut fordern – das ist so sicher wie das Amen [Amin]. Necla Kelek wird mit „Allah ist Groß“ Rufen zu Grabe getragen; Shammi Haque wird – während Sie für für Deutschkenntnisse Niveau A2 paukt – 5-mal am Tage Migräne-Tabletten einnehmen und Eren Güvercin wird sich im Midlife-Crisis wiederfinden, weil er in keinem der türkisch-islamischen Moscheegemeinden den Muezzin-Ruf tätigen kann.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

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Der Azzan, also der Muezzin-Ruf, sei integraler Bestandteil des muslimischen Gebets und eine Selbstverständlichkeit in vielen Ländern Europas und den USA. So wie es in vielen muslimischen Ländern Glockengeläut gebe, werde der muslimische Ruf zum Gebet als „Ausdruck des Respekts für unsere im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit in der rheinischen Metropole praktiziert, so Mazyek.
Muezzin-Ruf: Mazyek bezeichnet Erlaubnis als Ausdruck von Respekt

Köln
DITIB: Muezzin-Ruf in anderen Städten längst möglich

Köln – Die DITIB hat die Entscheidung der Stadt Köln zum zweijährigen Modellprojekt „Öffentlichen Gebetsruf“ ausdrücklich begrüßt. Dies sei ein Ausdruck der Beheimatung der Muslime, die bereits seit Generationen in Deutschland als selbstverständlicher Teil der deutschen Gesellschaft lebten. „Muslime werden längst in Deutschland geboren, leben und sterben hier, und werden hier bestattet. In anderen Städten ist der öffentliche Gebetsruf zum Freitagsgebet längst möglich und unproblematisch. Die Entscheidung der Stadt Köln wäre insofern nicht bundesweit einmalig, sondern reiht sich in diese Kette der gegenseitigen Toleranz und Akzeptanz ein“, so der Verband in einer Pressemitteilung am Sonntag. Die Pressemitteilung weiter: „Die älteste Moschee im DITIB-Verband besteht seit 1961. Dass Moschee-Gemeinden ihr grundgesetzlich verbrieftes Recht auf Religionsfreiheit im Sinne einer Konfliktminimierung zugunsten der gesellschaftlichen Wahrnehmung nicht eingefordert haben, war immer den politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geschuldet. Doch Zeiten ändern sich, und damit auch die Vielfalt und Akzeptanz unserer Gesellschaft. So unterliegt auch der politische und gesellschaftliche Zeitgeist immer einem Wandel und ist Ausdruck von Entwicklungen und Realitäten. Der öffentliche Gebetsruf selber ist genaugenommen eine Verwaltungsaufgabe, da die städtische Verwaltung die Einbettung des religiösen Lebens nach geltendem Recht und geltenden Auflagen des öffentlichen Raums regelt. Zudem versieht die Stadt Köln das zweijährige Modellprojekt mit zusätzlichen Auflagen (Informationspflicht der Nachbarschaft und Ansprechpartner für selbige). So zeugt auch die 2008 von der Stadt Köln zum Moscheebau geforderte Vereinbarung zum Verzicht auf den öffentlichen Gebetsruf von einem Zeitgeist, der immer wieder und aktuell neu verhandelt wird. Wie die Umsetzung in der Zentralmoschee erfolgen kann, wird intern noch beraten und danach erst mit der Stadt Köln besprochen werden. Eine Antragstellung für den öffentlichen Gebetsruf gibt es daher bislang nicht.“

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Bulgarien
Sofia: Türkischstämmiger Politiker Kandidat für Präsidentschaftswahlen

Sofia – Für die am 14. November in Bulgarien stattfindenden Präsidentschaftswahlen wird zum ersten Mal ein türkischstämmiger Politiker des Balkanlandes kandidieren, was ein Novum in der Geschichte Bulgariens darstellt. Der Parteivorstand der Bewegung für Rechte und Freiheiten (Hak ve Özgürlükler Hareketi) bestimmte in einer Sitzung den Parteivorsitzenden Prof. Dr. Mustafa Karadayı zum Präsidentschaftskandidaten der Wahlen am 14. November. Zum stellvertretenden Präsidentschaftskandidaten wurde die Abgeordnete der Bewegung für Rechte und Freiheiten im Europaparlament, Iskra Mihailova, gewählt. Akademische Laufbahn als Wissenschaftler für Informatik Karadayı wurde am 8. Mai 1970 im Dorf Borino (Karabulak) bei Smoljan, in Südbulgarien geboren. Er ist Absolvent der Universität für National- und Weltwirtschaft in Sofia. Nach seinem Parteieintritt 1991 arbeitete er in unterschiedlichen Funktionen in der Jugendorganisation und war von 1998-2003 deren Vorsitzender. In seiner akademischen Laufbahn arbeitete der Wissenschaftler von 1996-2001 als Professor für Informatik an der privaten New Bulgarian University (NBU) in Sofia. 2010 übte Karadayı das Amt des Generalsekretärs aus und war für die Parteiorganisation zuständig. Bei den Parlamentswahlen 2013 schaffte er den Sprung ins bulgarische Parlament. Auf einem Parteitag wurde Karadayı 2016 zum Parteivorsitzenden gewählt und am 12. Dezember 2020 erneut zum Parteichef bestimmt.

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