Mord an Moise
Türkei: Mann im Zusammenhang mit Mord an Haitis Präsidenten festgenommen

Istanbul – Die türkischen Behörden haben einen Mann verhaftet, der im Zusammenhang mit der Ermordung des haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse im Juli, als Verdächtiger gilt, wie der haitianische Außenminister Claude Joseph am Montag mitteilte. Der 53-jährige ehemalige Geschäftsmann Moïse , der sein Amt 2017 angetreten hatte, wurde in seinem Privathaus erschossen, seine Frau wurde bei dem Anschlag verletzt. Kolumbianische Söldner erwiesen sich als Hauptverdächtige, jedoch wurde bisher niemand im Zusammenhang mit dem Fall angeklagt oder verurteilt. Es habe Medienberichten zufolge jedoch bereits mehr als 40 Festnahmen gegeben, darunter auch haitianische Polizeibeamte. „Ich hatte gerade ein Telefongespräch mit dem türkischen Minister, meinem Freund Mevlut Cavusoglu, um der Türkei für die Verhaftung von Samir Handal zu danken, einer der Personen, die bei den Ermittlungen zur Ermordung des Präsidenten von großem Interesse sind“, so Joseph auf Twitter. In einem Bericht der haitianischen Polizei vom August heißt es, Handal habe in seinem Haus in Port-au-Prince „Treffen mit politischem Charakter“ veranstaltet, an denen auch Emmanuel Sanon teilgenommen habe, ein mutmaßlicher Drahtzieher des Attentats, der im Juli verhaftet worden war. Türkische Medien berichteten am Dienstag, dass Handal, der mit einer internationalen Haftbefehl der Interpol gesucht wurde, auf dem Istanbuler Flughafen von den Behörden festgenommen wurde, als er auf dem Transitflug von den Vereinigten Staaten nach Jordanien war. Letzte Woche hatte das US-Außenministerium seine Bürger in Haiti aufgefordert, das Land zu verlassen, da sich die politischen Unruhen nach der Ermordung von Moïse verschärft hatten. „Die weit verbreitete Treibstoffknappheit kann im Notfall wesentliche Dienstleistungen einschränken, einschließlich des Zugangs zu Banken, Geldtransfers, medizinischer Notversorgung, Internet und Telekommunikation sowie öffentlichen und privaten Transportmöglichkeiten“, warnte das Außenministerium und merkte an, dass die US-Botschaft „wahrscheinlich nicht in der Lage ist, US-Bürgern in Haiti bei der Ausreise zu helfen, wenn kommerzielle Optionen nicht mehr verfügbar sind“. Moïse war seit 2017 im Amt und regierte seit mehr als einem Jahr per Erlass, weil die Ausrichtung einer Wahl scheiterte. Die Opposition warf dem 53-Jährigen Korruption vor, es kam zu Massenprotesten. Moïse hat die Anschuldigungen stets bestritten und auf eine Verfassungsreform gedrungen, mit der er nach eigenen Angaben für mehr Stabilität sorgen wollte, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Seine Gegner sahen darin den Versuch, eine Diktatur zu errichten. Nach Angaben der haitianischen Behörden wurde Moïse von ausländischen Profi-Killern getötet. Zwei Männer erklärten sich daraufhin jeweils zum Interims-Regierungschef.

Corona-Pandemie
Saudi-Arabien: 97 Prozent der Infektionen betreffen Ungeimpfte

Riad – Nach Angaben der saudischen Gesundheitsbehörden waren 97 Prozent der Menschen, die sich in den vergangenen zw Monaten im Königreich mit COVID-19 infiziert hatten, nicht gegen das Coronavirus geimpft. 65 Prozent der Infizierten waren demnach gar nicht geimpft, während 32 Prozent nur eine einzige Dosis des COVID-19-Impfstoffs erhalten hatten. Der Anteil derjenigen, die mit zwei Dosen geimpft waren, lag bei nur drei Prozent. Die Zahl derjenigen, die in Saudi-Arabien die zweite Dosis des Impfstoffs gegen das Coronavirus erhalten haben, beläuft sich nach Angaben der Nachrichten-Website Argaam auf mehr als 22 Millionen Menschen, bei einer Gesamtbevölkerung von 35,01 Millionen Menschen. Das Ministerium rief alle Bürger und Einwohner, die vor mindestens sechs Monaten zwei Dosen des COVID-19-Impfstoffs erhalten haben, dazu auf, sich die dritte Impfung bzw. Auffrischungsdosis geben zu lassen, um die Immunität der Bevölkerung zu stärken. Die saudische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde hat am Mittwoch den COVID-19-Impfstoff von Pfizer-BioNtech für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren zugelassen, wie die saudische Nachrichtenagentur SPA berichtete. Pfizer hatte zuvor einen Antrag auf Zulassung durch die Behörde gestellt.

Auch interessant

– Corona-Pandemie – Islamischer Gelehrter: Corona-Impfung ist religiöse Pflicht

Der in Österreich lebende Imam Tarafa Baghajati hat auf Facebook zum Impfen aufgerufen. Baghajati klärt aus islamischer Sicht über soziale, rechtliche und moralische Aspekte der Corona-Impfung auf.

Islamischer Gelehrter: Corona-Impfung ist religiöse Pflicht

Rüstungsdeal
F-35: USA planen Kampfjet-Verkauf an Emirate

Washington – Die geplante Lieferung der F-35 Kampfjets an die Türkei wurde aufs Eis gelegt – ein Verkauf an die Vereinigten Arabischen Emirate soll jedoch stattfinden. Die Vereinigten Staaten beabsichtigen, den Verkauf von 50 F-35 Tarnkappen-Kampfjets an die Vereinigten Arabischen Emirate voranzutreiben,  zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen US-Offiziellen am Dienstag. Es müsse jedoch „ein klares Verständnis der emiratischen Verpflichtungen“ geben. „Wir beraten uns weiterhin mit emiratischen Vertretern, um sicherzustellen, dass wir ein unmissverständliches, klares gegenseitiges Verständnis in Bezug auf die emiratischen Verpflichtungen und Handlungen vor, während und nach der Lieferung haben“, so Mira Resnick, eine Sprecherin des US-Außenministerin, in einem Telefonat mit Reportern, ohne näher auf die Verpflichtungen einzugehen. Der Verkauf von 50 F-35-Kampfflugzeugen an die Vereinigten Arabischen Emirate hat sich aufgrund von Bedenken in Washington über die Beziehungen Abu Dhabis zu China, einschließlich der Nutzung der 5G-Technologie von Huawei im Land, verzögert. Die Vereinigten Staaten stimmten unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump dem Verkauf des Kampfflugzeugs zu, nachdem die VAE im vergangenen Jahr Beziehungen zu Israel aufgenommen hatten. Die Regierung von Präsident Joe Biden hat in diesem Jahr erklärt, dass sie den Verkauf fortsetzen würde, berichtet Reuters weiter. Kampfjet-Krise mit der Türkei Die USA hatten die Türkei im Juli 2019 aus dem F-35-Kampfjet-Programm gestrichen und mit Sanktionen belegt, nachdem Ankara das russische Luftabwehrsystem S-400 gekauft hatte. Die Türkei ist Mitentwickler und Lieferant von etwa 900 Bauteilen des F-35. Sollte der Wunsch von Ankara von Washington nicht erfüllt werden, hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bereits angedeutet, wo man sich dann ersatzweise umschauen könnte: das russische Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeug Su-57. „Wenn die USA die F-35-Frage nicht lösen wollen oder der Kongress sie blockiert, wird die Türkei andere Optionen in Betracht ziehen, einschließlich des Kaufs von (in Russland hergestellten) SU-35 oder SU-57“, sagte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu in einem Fernsehinterview mit CNN Turk. „Wir decken unseren Bedarf aus verschiedenen Quellen, bis wir unsere eigenen Flugzeuge herstellen“, betonte Cavusoglu und fügte hinzu, dass dies das Grundrecht eines jeden unabhängigen und souveränen Landes sei. Die russische S-400 „Triumf“ (NATO-Bezeichnung: SA-21 Growler) ist das neueste Boden-Luft-Raketensystem mit langer und mittlerer Reichweite Russlands, das 2007 in Dienst gestellt wurde. Es ist für die Zerstörung von Flugzeugen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen ausgelegt und kann auch gegen Bodeneinrichtungen eingesetzt werden. Die S-400 kann Ziele in einer Entfernung von bis zu 400 km und in einer Höhe von bis zu 30 km unter intensivem feindlichem Beschuss und Störfeuer bekämpfen. Washington lehnt Kauf der S-400 ab

Washington lehnte die Übernahme des russischen Fliegerabwehrsystems durch die Türkei entschieden ab und suspendierte die Türkei von ihrem Hi-Tech-Kampfjetprogramm F-35, da die S-400 eine Bedrohung für die Stealth-Kampfjets darstelle. Die US-Regierung hatte Ankara auch davor gewarnt, dass es US-Sanktionen nach dem Countering America’s Adversaries Through Sanctions Act riskiert, wenn das S-400-System aktiviert wird. Die Türkei besteht darauf, dass sie gezwungen wurde, das russische System zu kaufen, nachdem Washington sich geweigert hatte, ihm das US-Patriot-System zu verkaufen.

Zum Thema

– Raketendeal – Russland und Türkei unterzeichnen bald Abkommen für weitere S-400-Raketensysteme

Russland und die Türkei wollen bald eine neue Vereinbarung über die Lieferung von S-400 treffen. Nach Angaben des Geschäftsführers des staatlichen Waffenexporteurs Rosoboronexport, Alexander Mikheyev, gehen die Konsultationen weiter und befinden sich in der Endphase.

Russland und Türkei unterzeichnen bald Abkommen für weitere S-400-Raketensysteme
   

Vierte Welle
SPD ist offen für Impfpflicht bestimmter Berufsgruppen

Berlin – Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Dirk Wiese, steht einer Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen offen gegenüber. Im ARD Mittagsmagazin sagte er: „Die SPD kann sich eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen vorstellen.“ Aktuell diskutieren die Ampelparteien SPD, Grüne und FDP über eine Corona-Impfpflicht für Berufsgruppen wie zum Beispiel medizinisches Personal. Wiese warnt vor einer überstürzten Einführung: „weil es auch von dem ein oder anderen Experten die Sorge gibt, die Pflegekräfte, die ungeimpft sind, dann ihre Arbeit hinlegen und wir zu einer verschärften Situation kommen“, so Wiese. Darüber hinaus übte er Kritik an der bisherigen Impfkampagne: „Aus meiner Sicht ist auch einiges im Bundesgesundheitsministerium unter Jens Spahn nicht richtig gelaufen. Die Impfkampagne ist nicht in die richtige Richtung gegangen und man hat es durchaus in den letzten Wochen im Bundesgesundheitsministerium auch schleifen lassen“, sagte Wiese.

Auch interessant

– Corona-Pandemie – Forscher betont Effektivität der Corona Impfung: Booster hochwirksam

Der Corona-Forscher Gerd Fätkenheuer ruft trotz einer steigenden Zahl von Impfdurchbrüchen zu einer möglichst umfassenden Impfung gegen das Coronavirus auf.

Forscher betont Effektivität der Corona Impfung: Booster hochwirksam
 

Türkei
Erdogan betont Wichtigkeit der Jugend bei den kommenden Wahlen

Ankara – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat bei einer Rede die Wichtigkeit der jungen Menschen bei den kommenden Wahlen 2023 zum Ausdruck gebracht. „Mehr als sechs Millionen unserer jungen Menschen werden bei den Wahlen 2023 zum ersten Mal ihre Stimme abgeben“, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu den türkischen Staatschef, der auf dem Jugendfestival der Kommunalverwaltungen in der türkischen Hauptstadt Ankara eine Rede hielt. „Der Schlüssel zu den kommenden Wahlen sind unsere jungen Menschen, nicht diese oder jene Partei.“ „Die Träume, Erwartungen, Gedanken, Entschlüsse und Vorschläge unserer jungen Menschen sind für uns von entscheidender Bedeutung“, fügte er hinzu. 2017 beschlossen die türkischen Wähler, von einem parlamentarischen System zu einem exekutiven Präsidialsystem überzugehen. Im darauffolgenden Jahr wurde Amtsinhaber Erdogan unter dem neuen System wiedergewählt. Im Jahr 2023 sollen in der Türkei landesweite Wahlen stattfinden, bei denen die Bürgerinnen und Bürger den Präsidenten sowie alle 600 Abgeordneten des Parlaments wählen werden. Die Türkei hat mit fast 16 Prozent der Gesamtbevölkerung im Alter von 15 bis 24 Jahren den größten Anteil junger Menschen aller europäischen Länder. Daher wird die politische Zukunft der Türkei voraussichtlich in hohem Maße von der Präferenz der jungen Wähler beeinflusst werden. Es wird erwartet, dass bei den Wahlen 2023 etwa sieben Millionen Jugendliche zum ersten Mal wählen werden. „Jedes Mal, wenn wir mit jungen Menschen zusammentreffen, wachsen unsere Hoffnungen für die Zukunft dieses Landes“, sagte Erdogan in seiner Rede auf dem Jugendgipfel der Türkei im Juli. Er sehe, dass die Türkei „kluge junge Menschen mit einem klaren Horizont und Gewissen“ habe. „Trotz derjenigen, die sich ständig darüber beschweren, was mit dieser jungen Generation geschehen wird, lesen, forschen und verfolgen unsere jungen Leute die Welt. Unsere jungen Leute bereiten sich auf die Zukunft vor, in dem Bewusstsein, dass sie Bürger eines wachsenden und erstarkenden Landes sind“, erklärte er. In den vergangenen 19 Jahren habe seine Regierung hart für die junge Generation gearbeitet und viele Schritte in diese Richtung unternommen, so Erdogan weiter. Die Regierung habe die Zahl der Jugendzentren auf 375 und die Zahl der Sportzentren auf 3.915 erhöht. Auch die Zahl der Universitäten sei von 76 auf 207 gestiegen. Generation Z Derzeit ist in der Türkei die „Generation Z“ in aller Munde – ein Begriff, der sich auf die um die Jahrtausendwende geborenen jungen Menschen bezieht. Es ist eine Generation, die keine andere Türkei kennt als die, die von Recep Tayyip Erdogan und seiner islamisch-konservativen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) regiert wird. Und es ist auch eine Generation von Digital Natives, die gerne viel Zeit in den sozialen Medien verbringen. „Diese Generation wird bei den Parlamentswahlen 2023 ein entscheidender Faktor sein“, so Murat Gezici in einem Gespräch mit dw. Er erklärt, dass die jungen Wähler etwa 12 Prozent der Wählerschaft ausmachen werden und somit einige der bei der Wahl diskutierten Themen diktieren können – nämlich die Themen Fairness und Einkommen, so Gezici. In einer groß angelegten Studie des Gezici Arastirma Merkezi-Instituts wurden kürzlich Jugendliche in 12 der 81 türkischen Provinzen genauer unter die Lupe genommen. Hauptziel der Studie war es, sich ein Bild von ihrer Einstellung zur Religion, ihrer Weltanschauung und ihren politischen Neigungen zu machen. Junge Wähler seien „umweltfreundlicher, einfühlsamer, sensibler und nachdenklicher“ als frühere Generationen. Außerdem ergab die Studie, dass diese jungen Wähler auch Einfluss darauf haben, wie ihre Eltern abstimmen. Umgekehrt ist dies jedoch nicht der Fall: „87,5 Prozent der Befragten gaben an, dass die Meinung ihrer Eltern keinen Einfluss auf ihr Wahlverhalten hat“, so Gezici, der hinzufügt, dass die Jugend des Landes kein Interesse mehr an traditionellen Werten zu haben scheint. Baris Ülgen, der gerade sein Studium der Elektrotechnik an der Sabanci-Universität in Istanbul abgeschlossen hat, sagt, dass ihn keine der politischen Parteien des Landes vertritt und er eine von ihnen wählen muss. Was die Zukunft der Türkei angeht, ist er pessimistisch: „Ich liebe mein Land, aber ich denke, dass ich irgendwann in meinem Leben ins Ausland gehen werde“. Der Journalist und Akademiker Can Ertuna sagt, es sei unmöglich, mit jungen Wählern „auf die alte Art“ in Kontakt zu treten. Er betont, dass „eine neue Sprache“ gefunden werden müsse, um eine Generation anzusprechen, die sich in den sozialen Medien wohler fühlt als anderswo: „Wir sprechen über Menschen, die YouTube als Browser benutzen und ihre Nachrichten über Instagram erhalten.“ Ertuna fügt hinzu, dass die Politiker auch dringend mehr Lösungen für altersspezifische Probleme finden müssten. Der Politikwissenschaftler Nezih Onur Kuru kritisiert die Regierung scharf, weil sie einen Großteil ihrer Energie darauf verwende, nur die Themen anzusprechen, die ältere, konservative, ländliche Wähler beträfen. Das mache die Kluft zwischen den Regierenden und der Jugend des Landes unüberbrückbar, so Kuru gegenüber dw.

Auch interessant

– Teknofest Istanbul – Türkei: Tausende treten bei Technologiewettbewerben gegeneinander an

Das Teknofest Istanbul, organisiert von der Turkey Technology Team Foundation (T3) und der Stadt Istanbul, hat zum Ziel, den schnellen technologischen Fortschritt der Türkei zu fördern und zu präsentieren.

Türkei: Tausende treten bei Technologiewettbewerben gegeneinander an
 

Türkei
Ex-Kellner: Nusret Gökce drohte mir mit dem Tod

Istanbul – Salt Bae hat mir gedroht, mich umzubringen, weil er dachte, dass ich in seinem Restaurant zwei Frauen an einen Männertisch gesetzt habe, so ein Ex-Kellner Der extravagante Küchenchef, der mit bürgerlichem Namen Nusret Gökce heißt, wurde zu einer Geldstrafe verurteilt und musste außerdem dem Kellner eine Entschädigung zahlen. Der Vorfall ereignete sich bereits 2019, die Tageszeitung Hürriyet sprach mit dem ehemaligen Mitarbeiter Ali Ihsan Kandil in der vergangenen Woche. Wie Hürriyet berichtet, beschwerten sich damals zwei Frauen darüber, dass sie im Nusr-Et Steakhouse in Istanbul gezwungen worden waren, mit fremden Männern an einem Tisch zu sitzen. Daraufhin habe Gökce den Kellner angeschrien und ihn mit dem Tod gedroht. „Hast du die Frauen dort hingesetzt, du Zuhälter, verkaufst du Frauen in meinem Restaurant? Ich bringe dich um, verpiss dich, ich feuere dich“, soll er zu dem schockierten Kellner gesagt haben. Der Kellner habe laut eigener Aussage jedoch nichts mit dem Vorfall zu tun gehabt. Kandil erstattete daraufhin Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft, und Salt Bae wurde wegen Beleidigung vor Gericht gestellt, was nach türkischem Recht eine Straftat ist. Das 23. Strafgericht in Istanbul entschied damals in erster Instanz zu Gunsten des Kellners und verurteilte Salt Bae zu einer Geldstrafe von 8700 Türkischen Lira (etwa 750€). Das Gericht ordnete außerdem an, dass Salt Bae Kandil eine Entschädigung in Höhe von 35.000 Lira (etwa 3.000 Euro) zahlen muss, und setzte ihn für fünf Jahre auf Bewährung, berichtet Hürriyet weiter. Ihm sei es nicht um das Geld, sondern Gerechtigkeit gegangen, so der Kellner. Der erlittene mentale Schaden könne nicht mit Geld ausgeglichen werden. „Ich wurde mit einer Tat beschuldigt, mit der ich nichts zu tun hatte. Ich musste vor Gericht gehen“, erklärte Kandil. Dies ist nicht das erste Mal, dass Salt Bae nach einem Konflikt mit dem Personal in die Tasche greifen musste. Letzten Monat wurde Salt Bae gezwungen, 230.000 Dollar an ehemalige Mitarbeiter zu zahlen, nachdem ihm vorgeworfen wurde, sie um Trinkgelder betrogen und bei Beschwerden entlassen zu haben. In der Manhattan-Filiale von Nusr-Et wurde er 2019 von vier ehemaligen Kellnern verklagt. Salt Bae Gökce erlangte internationale Berühmtheit, nachdem er anfing, Fotos seiner theatralischen Salzstreu-Pose in den sozialen Netzwerken zu teilen. Dutzende Restaurants weltweit und ein 50-Millionen-Dollar-Hotel, gehören mittlerweile zu seiner Unternehmensgruppe.

Zum Thema

– Klage gegen Salt Bae – New York: Weitere Angestellte klagen gegen Nusret „Salt Bae“ Gökce

Erneut haben Mitarbeiter gegen den weltberühmten türkischen Gastronomen Nusret Gökce Klage eingereicht.

New York: Weitere Angestellte klagen gegen Nusret „Salt Bae“ Gökce
 

Corona-Pandemie
DKG-Vorstandschef Gaß fordert bundesweite 2G-Regelung

Bonn – Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft, hat der Politik im Zusammenhang mit der Zuspitzung der Corona-Situation in Deutschland schwere Versäumnisse vorgeworfen und Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte sowie eine bundesweite 2G-Regelung gefordert. „Wir halten die politische Steuerung dieser Pandemie für defizitär“, so Gaß im Fernsehsender phoenix. Man gehe jetzt in den Herbst mit hohen Inzidenzen „und einer absolut unvorbereiteten Bevölkerung“. Offenbar habe die Politik angenommen, dass Ende des Jahres alles vorbei sei und zudem die Illusion besessen, dass sich mehr Menschen impfen lassen würden. Das Ergebnis dieser Fehleinschätzungen sehe man jetzt. Die Booster-Impfungen in den Altersheimen sei „deutlich zu niedrig. Hier drohen uns noch gravierendere Konsequenzen“. Schon jetzt sei zudem klar, dass die Zahl der bislang 3.100 Intensivpatienten mit einer Corona-Erkrankung in zehn Tagen auf 4.000 ansteigen werde. „Jetzt muss 2G sofort in allen Bundesländern umgesetzt werden, zunächst einmal in denen, die höhere Inzidenzzahlen haben“, meinte der DKG-Vorstandsvorsitzende. „Und wir brauchen die konsequente Anwendung weiterer Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte. Das ist zwingend erforderlich“, so Gaß weiter. Auch dürfe man seitens der Politik keine weitere Zeit bei der Wiedereröffnung der Impfzentren verstreichen lassen, um die Booster-Impfungen voranzubringen. Zudem forderte der DKG-Chef die Einsetzung eines Gremiums aus Experten, Praktikern und Politikern, um die Situation steuern zu können. „Wir brauchen endlich einen nationalen Krisenstab, der kontinuierlich zusammensitzt und berät, was die nächsten Schritte sind, und der vor allem für Akzeptanz sorgt und nicht für einen vielstimmigen Chor von allen möglichen Vorschlägen, die dann im Raum stehen“, meinte Gaß. Kritik übte Gaß auch an den politischen Beschlüssen, die epidemische Notlage Ende des Monats für beendet zu erklären. Bei den Bürgern sei dies als Signal verstanden worden, wonach man das Schwerste überstanden habe. „Es war die falsche politische Botschaft in diesem Moment“, erklärte der DKG-Vorstandsvorsitzende.

Auch interessant

– Corona-Pandemie – Islamischer Gelehrter: Corona-Impfung ist religiöse Pflicht

Der in Österreich lebende Imam Tarafa Baghajati hat auf Facebook zum Impfen aufgerufen.  Baghajati klärt aus islamischer Sicht über soziale, rechtliche und moralische Aspekte der Corona-Impfung auf.

Islamischer Gelehrter: Corona-Impfung ist religiöse Pflicht

Corona-Pandemie
Forscher betont Effektivität der Corona Impfung: Booster hochwirksam

Köln – Der Corona-Forscher Gerd Fätkenheuer ruft trotz einer steigenden Zahl von Impfdurchbrüchen zu einer möglichst umfassenden Impfung gegen das Coronavirus auf. „In einer vollständig geimpften Bevölkerung würde die Rate der Neuinfektionen immer weiter zurückgehen“, schreibt der Leiter der Infektiologie am Kölner Universitätsklinikum im „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit Verweis auf Entwicklungen in Ländern wie Portugal mit einer Impfquote von annähernd 90 Prozent. In einer vollständig geimpften Bevölkerung biete die Impfung möglichst der gesamten Bevölkerung „den vielversprechendsten Weg, aus den vielen Zumutungen der Pandemie herauszukommen“. Fätkenheuer betonte die nachweislich hohe Effizienz insbesondere der Auffrischung des Impfschutzes durch eine dritte Dosis (Booster). Eine aktuelle Studie aus Israel zeige, dass dieser Booster die Wirkung der Impfung drastisch steigere. Die Effektivität für die Verhinderung schwerer Erkrankungen sei mit 92 Prozent bestimmt worden. „In den Alltag übersetzt bedeutet dies, dass jede Person, die dreimal geimpft wurde, einen sehr großen Schutz vor Covid-19 hat. Wollte man aus Impfdurchbrüchen und folgenden Covid-19-Erkrankungen, die laut Fätkenheuer bei Geimpften weniger schwer verlaufen, schließen, dass die Impfung keinen Sinn habe, „wäre das ungefähr so falsch, als würde ein Tempolimit in geschlossenen Ortschaften für sinnlos erklärt mit der Begründung, dass es ungeachtet von Tempo 50 oder 30 zu Unfällen mit Verletzten und sogar Toten kommt“, so der Experte. Deshalb rät er allen Menschen ab zwölf Jahren eindringlich zur baldigen Impfung, die in Kürze überdies auch für Kinder ab dem fünften Lebensjahr möglich sein werde. „‚Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben…‘ So beschreibt Rainer Maria Rilke in einem berühmten Herbstgedicht die düstere Aussicht auf den Winter. Damit wir nicht allein bleiben müssen und bald wieder unbesorgt mit anderen zusammen sein können, sollten wir uns alle impfen lassen – je eher, desto besser.“

Auch interessant

– Corona-Pandemie – Islamischer Gelehrter: Corona-Impfung ist religiöse Pflicht

Der in Österreich lebende Imam Tarafa Baghajati hat auf Facebook zum Impfen aufgerufen.  Baghajati klärt aus islamischer Sicht über soziale, rechtliche und moralische Aspekte der Corona-Impfung auf.

Islamischer Gelehrter: Corona-Impfung ist religiöse Pflicht

Brüsse
Außenminister Maas fordert EU-Beitrittsgespräche mit Albanien und Nordmazedonien

Brüssel – Außenminister Heiko Maas fordert EU-Beitrittsgespräche mit Albanien und Nordmazedonien. Die Europäische Union müsse Glaubwürdigkeit beweisen und endlich Beitrittsgespräche beginnen. Dies würde eine stabilisierende Wirkung auf die ganze Region haben, so Maas beim Treffen der EU-Außenminister in Brüssel. Bereits beim Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs im März 2020 wurde grünes Licht für Beitrittsgespräche mit Nordmazedonien und Albanien gegeben. Bulgarien und die Niederlande bremsen seitdem – aus unterschiedlichen Gründen – den Start der Gespräche. „In Bosnien und Herzegowina erleben wir die schlimmste politische Krise seit dem Ende des Bosnien-Kriegs 1995. Diese nationalistische Politik reißt alte Wunden auf und gefährdet die friedliche Zukunft des ganzen Landes. Das kann uns in der EU nicht egal sein„, so Maas. „Wir werden die Fortsetzung dieser verantwortungslosen Politik nicht tatenlos hinnehmen können. Denn sie schadet nicht nur den Menschen in Bosnien und Herzegowina. Sie wirft auch all die Fortschritte zurück, die mit massiver Unterstützung der internationalen Gemeinschaft, der EU und Deutschlands auf der Basis des Friedensvertrags von Dayton über viele Jahre erreicht wurden“, zitiert das Auswärtige Amt Maas mit Bezugnahme auf ein Interview mit bosnischen Medien. Leugnung des Völkermords in Bosnien-Herzegowina künftig strafbar Bosnien befindet sich derzeit inmitten eines politischen Streits zwischen Bosniern und den im Land lebenden Serben. Seit Juli ist die Leugnung des Völkermords von 1995 strafbar. Serbische Nationalisten im gesamten ehemaligen Jugoslawien leugnen den damaligen Genozid an rund 8.000 Menschen immer wieder. Die Leugnung wird nun mit bis zu drei Jahren Haft bestraft, Amtspersonen mit bis zu sechs Jahren. Wenn die Tat von Drohungen und Beleidigungen begleitet wird, können drei weitere Jahre hinzukommen. Bis zu drei Jahre Haft erwartet auch Personen, die Preise und öffentliche Ehrungen an verurteilte Kriegsverbrecher verleihen. Am Widerstand ethnisch serbischer Politiker waren im Parlament  jahrelang Versuche gescheitert, eine solche Regelung per Gesetz durchzusetzen.

Milorad Dodik, das serbische Mitglied der bosnischen Dreier-Präsidentschaft und amtierendes Oberhaupt des Staates, verurteilte die Neuregelung und drohte mit der „Auflösung“ des Landes. „Ich denke, es gibt keine andere Option für die Republik Srpska, als einen Auflösungsprozess zu beginnen.“  Es habe keinen Völkermord gegeben. „Das ist die Meinung von uns allen“, so Dodik. Im Oktober drohte der Politiker sogar offen mit einem Kriegsszenario. Man werde die Kasernen der gesamtbosnischen Armee in der sogenannten Republika Srpska blockieren und die Staatsanwälte und Richter vertreiben. Es seien bereits konkrete Schritte für eine Abspaltung unternommen worden.

Demnach sollen die Kompetenzen auf der gesamtstaatlichen Ebene über Transfervereinbarungen auf die Ebene der Republika Srpska übertragen werden – und zwar in den Bereichen Justiz, Armee, Steuern, Telekommunikation, Grenzpolizei, Personaldokumente und Kennzeichen, berichtet der Standard. Das Parlament der Republika Srpska will demnach Gesetze beschließen, wonach Entscheidungen des Hohen Repräsentanten, aber auch Entscheidungen des Verfassungsgerichts von Bosnien-Herzegowina „rückgängig“ gemacht werden. Viele dieser Schritte stellen einen Bruch der Verfassung von Bosnien-Herzegowina dar, berichtet der Standard weiter. Bosnien und Herzegowina besteht aus der mehrheitlich von ehtnischen Serben bewohnten Teilrepublik Republika Srpska, die Föderation Bosnien und Herzegowina sowie das Sonderverwaltungsgebiet Brčko.

Nordzypern
Nordzypern feiert Ausrufung der Republik

Lefkoşa – Die Türkische Republik Nordzypern (TRNZ) feiert heute ihr 38-jähriges Bestehen. Am 15. November 1983 rief das Parlament des Türkischen Föderativstaats (Kıbrıs Türk Federe Devleti) die Türkische Republik Nordzypern aus. Dem vorausgegangen waren jahrelange ergebnislose Verhandlungen mit dem griechischen Südteil der Insel. Trotz der jahrzehntelangen Bereitschaft zyperntürkischer Regierungen, eine gerechte Lösung herbeizuführen, weigert sich die international als „Republik Zypern“ anerkannte zyperngriechische Administration, die Zyperntürken als gleichberechtigte Volksgruppe zu akzeptieren. Anlässlich des Unabhängigkeitstages empfing Präsident Ersin Tatar am Präsidentensitz in Lefkoşa Ministerpräsident Faiz Sucuoğlu, Parlamentspräsident Önder Sennaroğlu, das neue Regierungskabinett, die Kommandeure der verschiedenen Waffengattungen, den Vize-Präsidenten der Türkei, Fuat Oktay sowie weitere geladene Gäste. In einer Rede betonte Tatar:
„Wenn wir heute als zyperntürkisches Volk mit erhobenem Haupt und Würde in unserem eigenen Land in Freiheit leben können, verdanken wir das unseren tapferen Gefallenen, die für uns ihr Leben ließen. Ferner unseren Kriegsveteranen, nationalen Helden, Dr. Fazıl Küçük, Rauf Raif Denktaş und unserem Vaterland, der Türkischen Republik.“
Präsident Ersin Tatar: Keine weiteren Gespräche auf bisheriger Grundlage Tatar lehnt weitere Gespräche mit den Zyperngriechen ab, solange die Forderung nach Gleichberechtigung und internationaler Anerkennung nicht erfüllt werde. Das Modell der Föderation sei am Ende und diese Ansicht habe man den Verantwortlichen auf internationaler Ebene mitgeteilt. Zypern wurde 1974 geteilt, nachdem Griechenland einen Militärputsch durchgeführt und die Türkei als Garantiemacht interveniert hatte. Die türkische Regierung hatte unter Premierminister Bülent Ecevit entschieden, am 20. Juli 1974 türkische Truppen auf die Insel zu entsenden, um eine ethnische Säuberung durch die nationalistische Regierung zu verhindern, die infolge eines von Griechenland unterstützten Putsches gegen den zyprischen Präsidenten, Erzbischof Makarios, an die Macht gekommen war. Die Putschisten strebten damals den Anschluss der gesamten Insel an das ebenfalls von einer Militärjunta regierte Griechenland an.

Bereits in den Jahren vor dieser Entwicklung hatte es vielfach Übergriffe und Pogrome gegen die türkische Bevölkerung auf Zypern gegeben. Die unter dem Namen „Operation Atilla“ durchgeführte Militäraktion führte in weiterer Folge zum Ende der Militärdiktatur in Griechenland, die türkischen Truppen blieben dennoch auf Nordzypern stationiert und 1983 erklärte der dort entstandene De-facto-Staat unter dem bis 2005 regierenden Langzeitpräsidenten Rauf Denktaş seine Unabhängigkeit. In den letzten Jahren gab es mehrere Versuche, die Insel zu einigen, 2004 scheiterte jedoch ein Referendum zur Wiedervereinigung an einer „Nein“-Mehrheit im griechischen Teil.

Kemal Bölge/Lefkoşa  

Auch interessant

– Istanbul – Nordzyperns Präsident Tatar gratuliert Aserbaidschan zum Karabach-Sieg

Nordzyperns Präsident Ersin Tatar: Sieg Aserbaidschans im Berg-Karabach-Krieg ist auch ein Sieg der turksprachigen Welt.

Nordzyperns Präsident Tatar gratuliert Aserbaidschan zum Karabach-Sieg