Köln
DITIB: Muezzin-Ruf in anderen Städten längst möglich

Die DITIB hat die Entscheidung der Stadt Köln zum zweijährigen Modellprojekt „Öffentlichen Gebetsruf“ ausdrücklich begrüßt. Dies sei ein Ausdruck der Beheimatung der Muslime, die bereits seit Generationen in Deutschland als selbstverständlicher Teil der deutschen Gesellschaft lebten.

Teilen

Köln – Die DITIB hat die Entscheidung der Stadt Köln zum zweijährigen Modellprojekt „Öffentlichen Gebetsruf“ ausdrücklich begrüßt. Dies sei ein Ausdruck der Beheimatung der Muslime, die bereits seit Generationen in Deutschland als selbstverständlicher Teil der deutschen Gesellschaft lebten.

„Muslime werden längst in Deutschland geboren, leben und sterben hier, und werden hier bestattet. In anderen Städten ist der öffentliche Gebetsruf zum Freitagsgebet längst möglich und unproblematisch. Die Entscheidung der Stadt Köln wäre insofern nicht bundesweit einmalig, sondern reiht sich in diese Kette der gegenseitigen Toleranz und Akzeptanz ein“, so der Verband in einer Pressemitteilung am Sonntag.

Die Pressemitteilung weiter:

„Die älteste Moschee im DITIB-Verband besteht seit 1961. Dass Moschee-Gemeinden ihr grundgesetzlich verbrieftes Recht auf Religionsfreiheit im Sinne einer Konfliktminimierung zugunsten der gesellschaftlichen Wahrnehmung nicht eingefordert haben, war immer den politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geschuldet.

Doch Zeiten ändern sich, und damit auch die Vielfalt und Akzeptanz unserer Gesellschaft. So unterliegt auch der politische und gesellschaftliche Zeitgeist immer einem Wandel und ist Ausdruck von Entwicklungen und Realitäten. Der öffentliche Gebetsruf selber ist genaugenommen eine Verwaltungsaufgabe, da die städtische Verwaltung die Einbettung des religiösen Lebens nach geltendem Recht und geltenden Auflagen des öffentlichen Raums regelt. Zudem versieht die Stadt Köln das zweijährige Modellprojekt mit zusätzlichen Auflagen (Informationspflicht der Nachbarschaft und Ansprechpartner für selbige).

So zeugt auch die 2008 von der Stadt Köln zum Moscheebau geforderte Vereinbarung zum Verzicht auf den öffentlichen Gebetsruf von einem Zeitgeist, der immer wieder und aktuell neu verhandelt wird. Wie die Umsetzung in der Zentralmoschee erfolgen kann, wird intern noch beraten und danach erst mit der Stadt Köln besprochen werden. Eine Antragstellung für den öffentlichen Gebetsruf gibt es daher bislang nicht.“

Zum Thema

– Köln –
Muezzin-Ruf: Mazyek bezeichnet Erlaubnis als Ausdruck von Respekt

Osnabrücker Islamprofessor Ucar: Entscheidung war „überfällig“

Muezzin-Ruf: Mazyek bezeichnet Erlaubnis als Ausdruck von Respekt

Auch interessant

Israel verurteilt Sanktionen aus Europa

Tel Aviv - Der Druck auf Israel wegen der Siedlungspolitik im besetzten Westjordanland nimmt zu. Zwölf westliche Staaten haben angekündigt, den Handel mit Waren...

Hillary Clinton zum 7. Oktober: Netanjahu wurde gewarnt

Washington - Die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton hat schwere Vorwürfe gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Zusammenhang mit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober...

„Die anderen sind gemeint“ – warum sich viele von AfD-Populismus nicht angesprochen fühlen

Ein Gastkommentar von Aras Karasun Es klingt erst mal total beruhigend, wenn etwas mich, dich, uns oder euch angeblich nicht betrifft. Man hörte und hört...

Historiker Çayır: „Die Türken sind Erben der Skythen“

Ein Gastbeitrag von Çağıl Çayır Die Geschichte der Türken beginnt nicht erst mit ihrer Ankunft in Anatolien im Mittelalter. Ihre Wurzeln reichen tief in die eurasische...

Putin an Europa: „Ihr habt bekommen, was ihr wolltet“

Neu Delhi - Der russische Präsident Wladimir Putin hat mit einer scharfen Abrechnung gegen die europäische Energiepolitik für Aufsehen gesorgt. Am Rande eines Treffens...

Headlines

Von der Leyen will Kanada zum assoziierten EU-Mitglied machen

Brüssel - Die Europäische Union will ihre Beziehungen zu Kanada deutlich ausbauen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schlug am...

Norwegen: Gefängnisstrafe für Handel mit israelischen Siedlungen

Oslo - Oslo verschärft den Kurs: Norwegen erwägt ein Gesetz, das den Handel mit israelischen Siedlungen verbieten und bei...

Warum das Mekka-Abkommen weit mehr ist als eine „muslimische NATO“

Ein Gastbeitrag von Özgür Çelik Manchmal beginnt Geschichte nicht mit einem Paukenschlag, sondern mit einem Ereignis, das außerhalb der Region...

Hillary Clinton zum 7. Oktober: Netanjahu wurde gewarnt

Washington - Die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton hat schwere Vorwürfe gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Zusammenhang mit...

Meinung

Von der Leyen will Kanada zum assoziierten EU-Mitglied machen

Brüssel - Die Europäische Union will ihre Beziehungen zu Kanada deutlich ausbauen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schlug am Mittwoch in ihrer Rede zur...

Gezielt auf Arztgespräche vorbereiten: AOK bietet neuen Patienten-Trainer

Berlin - Die AOK hat ihr Internet-Angebot um einen Patienten-Trainer für das Arztgespräch ergänzt. Er unterstützt Patientinnen und Patienten dabei, sich gezielt und strukturiert auf...

Wall Street Journal: Türkiye’nin durdurulması gerekiyor

Konuk Yazar: Özgür Çelik Bradley Martin tarafından kaleme alınan ve 4 Mart 2026 tarihinde Wall Street Journal'da yayımlanan "Türkiye'yi Dizginlemek İçin Acil Bir İhtiyaç" (An...

Geleceğin Cumhurbaşkanı: Hakan Fidan

Polat Karaburan Recep Tayyip Erdoğan, yarım asrı aşkın bir süredir Türkiye’nin siyasi hayatına yön veriyor. 1976 yılında merhum Necmettin Erbakan’ın siyasi hareketinde filizlenen bu yolculuk,...

CHP: Vatandaşlar ile Parti Arasındaki Artan Kopuş

Nabi Yücel Vatandaşlarla partiler arasındaki giderek derinleşen kopuş, Türkiye'nin en köklü partisi CHP üzerinden somut biçimde gözlemlenebilir. Cumhuriyet Halk Partisi, 38. Olağan Kurultay'ın ardından ve...