Gewerbeanmeldungen
Wirtschaft: 66.000 größere Unternehmen im 1. Halbjahr 2015 gegründet
Wiesbaden (dts) – Im ersten Halbjahr 2015 wurden rund 66.000 Betriebe neu gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag weiter mitteilte, waren das 1,3 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2014. Die Zahl neu gegründeter Kleinunternehmen ging um 5,2 Prozent auf rund 106.000 zurück. Die Zahl der Gründungen von Nebenerwerbsbetrieben lag mit knapp 130.000 leicht unter dem Niveau des Vorjahres (0,5 Prozent).
Die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen sank im ersten Halbjahr 2015 auf rund 372.000, das waren 1,7 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2014. Gewerbeanmeldungen müssen nicht nur bei Gründung eines Gewerbebetriebes erfolgen, sondern auch bei Betriebsübernahme, Umwandlung oder Zuzug. Im ersten Halbjahr 2015 gaben rund 57.000 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung ihr Gewerbe auf. Das entsprach einem Rückgang von 0,8 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Kleinunternehmen, die im ersten Halbjahr 2015 abgemeldet wurden, lag mit fast 127.000 um 9,7 Prozent niedriger als im ersten Halbjahr 2014. Rund 86.000 Nebenerwerbsbetriebe meldeten ihr Gewerbe ab, damit stieg die Zahl dieser Abmeldungen um 3,4 Prozent. Insgesamt sank die Zahl der Gewerbeabmeldungen bei den Gewerbeämtern um 3,5 Prozent auf fast 340.000. Dabei handelt es sich nicht nur um Schließungen, sondern auch um Betriebsübergaben, Umwandlungen oder Fortzüge.
Champions League
Leverkusen überzeugend, Bayern mühsam zum Sieg
Leverkusen/Athen (dts) – In den Gruppenspielen der Champions League hat Leverkusen am Mittwochabend gegen Borissow mit 4:1 gewonnen, die Bayern gewannen in Athen bei Piräus mit 3:0. Die Leverkusener Treffer erzielten Admir Mehmedi (4.), Hakan Calhanoglu (47. und 75. per Elfmeter) und Javier Hernandez (59.). Nemanja Milunovic konnte in der 13. zunächst den Ausgleich erzielen, der aber letztlich weitestgehend bedeutungslos blieb.
Thomas Müller traf in der 54. und der 91. Minute per Elfmeter, Mario Götze in der 89. Bereits gestern hatte Wolfsburg gegen ZSKA mit 1:0 gewonnen, Gladbach verlor in Sevilla mit 0:3.
Subventionen
Taiwans Wirtschaftsminister kritisiert Protektionismus in China
Taipeh (dts) – Taiwans Wirtschaftsminister John Chen-Chung Deng hat protektionistische Schritte in China kritisiert. Staatsbetriebe hätten dank großzügiger Subventionen international unfaire Wettbewerbsvorteile, sagte Deng dem „Handelsblatt“. Der Anteil der Staatskonzerne an der Wirtschaftsleistung in China nehme zu.
„Das sollte viele Staaten beunruhigen. Die Firmen nutzen ihre Macht aus.“ Wenn Peking seine Staatskonzerne weiter den Wettbewerb verzerren lasse, schädige Chinas Staatsführung den freien Handel. Deng warnte, andere Länder wie Indonesien könnten dem Modell folgen. „Die Volksrepublik hat stärker als jedes andere Land vom freien Handel profitiert. Peking muss klar sein, dass es auch der größte Verlierer sein wird, falls freier Handel eingeschränkt wird“, so Deng. Zudem behalte sich die Regierung in vielen Branchen einen direkten Eingriff in die Wirtschaft vor. „Unsere Unternehmer erleben ein zunehmend schwierigeres Umfeld. China heißt sie nicht mehr willkommen“, sagte Deng. „China sollte den Marktkräften langfristig mehr Freiheit geben.“ Taiwans Wirtschaft spürt die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft stark. Das Wachstum sank von 3,3 Prozent im ersten Quartal auf 0,8 Prozent im zweiten Quartal. Die chinesische Führung hat ein Wachstum von sieben Prozent für dieses Jahr angepeilt, ob dies erreicht werden kann, ist derzeit unklar. „Niemand weiß, wie es Chinas Wirtschaft wirklich geht“, sagte Deng. „Chinas Wirtschaft ist groß, aber nicht transparent.“
US-Wahlen
USA: Donald Trump dominiert auch zweite TV-Debatte
Los Angeles (dts) – US-Milliardär Donald Trump hat auch die zweite Runde der TV-Debatten von potentiellen republikanischen Präsidentschaftskandidaten dominiert. Schon in der Vordebatte der Außenseiterkandidaten ging es immer wieder darum, was die Bewerber Trump entgegen zu setzen hätten. Als Trump dann in der Hauptdebatte gegen zehn weitere Kandidaten auf der Bühne des übertragenden Senders CNN stand, feuerte er erneut scharfe Salven gegen seine Mitbewerber und versuchte wie gehabt, sich als Nichtpolitiker zu positionieren.
Im Gegensatz zu den anderen Kandidaten nehme er keine Wahlkampfspenden an. Jeb Bush erwiderte, Trump habe ihm in früheren Jahren selbst Geld angeboten, um unternehmerische Vorteile zu bekommen, was dieser zurückwies. Er könne mit Putin, mit China, mit Mexiko besser verhandeln als die derzeitige US-Regierung und seine Mitbewerber dazu in der Lage seien, so Trump. Gegenüber dem „Islamischen Staat“ wolle er militärische Härte zeigen. „Dann können wir alle zusammen ein schönes Leben haben“, so der Immobilienmogul.
Tsunami-Warnung
Erdbeben in Chile
Santiago de Chile (dts) – In Chile hat sich am Mittwoch ein starkes Erdbeben ereignet. Geologen gaben einen Stärke von 7,4 bis 7,8 an. Diese Werte werden oft später korrigiert.
Das Beben ereignete sich um 19:54 Uhr Ortszeit (00:54 UHr deutscher Zeit) ca. 250 Kilometer nordwestlich von der Hauptstadt Santiago de Chile. Das Epizentrum lag wenige Kilometer vor der Küste unter dem Meeresgrund. Berichte über Schäden oder Opfer lagen zunächst nicht vor. Es gibt weltweit etwa 18 Erdbeben dieser Stärke pro Jahr. Regelmäßig kommt es dabei zu starken Schäden an Gebäuden.
Viktor Orban
Ungarns Ministerpräsident kündigt Zaun an Grenze zu Kroatien an
Budapest (dts) – Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban will auch die Landesgrenze zu Kroatien mit einem Zaun gegen illegale Einreisen von Flüchtlingen sichern. „Wir werden den Zaun auch auf die kroatische Grenze ausweiten müssen“, sagte Orban im Interview der „Welt“. „Die Route bestimmen letztlich die Schmuggler.“
Der Regierungschef wehrte sich gegen den Vorwurf, Ungarn verstoße mit dem Zaun an der Grenze zu Serbien gegen das Genfer Abkommen: „Die Genfer Konventionen sehen ein Recht auf Sicherheit vor, aber nicht ein Recht darauf, sich das Land auszusuchen, in dem man Schutz bekommt. Flüchtlinge haben auch Pflichten, müssen die Gesetze des Landes beachten.“ Das Dublin-Abkommen hält Orban für eine überholte Regelung und plädiert für ein neues Instrument. „Es ist ein sehr austariertes Instrument, aber aus heutiger Sicht sehr kurzsichtig. Daran trägt niemand die Schuld: Es bestand eben keine Situation wie heute. Die Welt hat sich geändert.“
Die Suche nach einer Alternative hält er für sehr kompliziert. „Auf jeden Fall wäre es gut, die EU-Beitrittskandidaten in Verhandlungen über eine neue Lösung einzubeziehen. Wir müssen die Verantwortung und die Lasten teilen und dabei Länder wie Serbien und Mazedonien berücksichtigen.“ Flüchtlings-Pflichtquoten für die EU-Mitgliedsstaaten lehnte Orban ab, da diese „gegen die vitalen Interessen“ aller EU-Länder seien, „und wir müssen Ungarn da verteidigen. Wir sind bereit darüber zu reden, aber nur auf freiwilliger Basis und erst, wenn der Zustrom gestoppt ist.“ Orban bezeichnete das Quotensystem selbst als Problem. „Die Europäer verstehen nicht, wie die Menschen denken. Wenn Flüchtlinge im Nahen Osten hören, dass Europa Quoten einführt, verstehen sie es als Einladung, zu kommen.“ Über die Drohung von Deutschlands Innenminister Thomas de Maiziere (CDU), Ungarn könnten EU-Finanzmittel entzogen werden, falls es keine verbindliche Quotenregelung akzeptiere, reagierte Orban „enttäuscht“, denn „das ist ja genau der Ton auf den die Deutschen bisher verzichtet hatten. Das ist der Ton brutaler Machtanwendung.“
Der Ministerpräsident rechnet damit, dass noch 100 Millionen Menschen nach Europa fliehen könnten. Er schließt nicht aus, dass Europas Identität bedroht werde, „wenn die Krise schlecht gemanagt wird“. Orban befürchtet einen „Wettbewerb der Kulturen“. „Es ist offensichtlich, dass die Christen diesen Wettbewerb verlieren werden, wenn man viele Muslime nach Europa lässt. Das hat demografische Gründe und liegt daran, dass Muslime in unbegrenzter Zahl nachströmen können.“ Sein Land habe „genau studiert“, was in westlichen Gesellschaften passiert sei. „Trotz bester Absicht der dortigen Führungsspitzen haben sich Parallelgesellschaften etabliert, haben sich die muslimischen Schichten nicht integrieren lassen. Man lebt nebeneinander.“ Sein Land wolle das nicht. „Ich rede jetzt nicht von Gott, und wie wir als Christen dazu stehen, oder Muslime. Ich rede von Kultur. Da geht es um Lebensstil, Freiheit, sexuelle Gewohnheiten, Gleichheit von Mann und Frau, unsere christliche Kultur.“ Die muslimische Gemeinschaft sei in dieser Hinsicht stärker. Die Muslime legten mehr Gewicht auf Familie, Kinder und Zusammenhalt in der Gemeinschaft. „Und deswegen werden sie am Ende mehr sein als wir. Das ist simple Mathematik.“
Die Kritik von Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann, der Ungarns Vorgehen in der Flüchtlingskrise mit der NS-Rassenpolitik verglichen hatte, bezeichnete Orban als „schlechtes Benehmen“. „Aber mein persönliches Verhältnis mit ihm ist gut. Wir müssen zusammenarbeiten. Mir gegenüber sagt er nie solche Dinge, wie er sie in den Medien äußert.“
Telefongespräch
Merkel am Telefon mit Erdoğan: „PKK ist eine Terrororganisation“
Merkel am Telefon mit Erdoğan: „PKK ist eine Terrororganisation“
Berlin (nex) – In einem Telefongespräch zwischen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan am Mittwoch wurde unter anderem über die anhaltende Flüchtlingskrise gesprochen. Dies bestätigte ein Sprecher des Präsidenten. Daneben sollen auch noch die jüngsten Zusammenstöße an der Al-Aqsa-Moschee in Ostjerusalem und der Kampf gegen den Terror Themen des Gesprächs gewesen sein.
Erdoğan betonte, die internationale Gemeinschaft, vor allem aber Europa, sollten Schritte unternehmen, um die Belastungen durch die Flüchtlingskrise aufzuteilen und ebenfalls Flüchtlingen zu helfen. Er erinnerte daran, dass die Türkei selbst nach wie vor mehr als zwei Millionen Menschen aus Syrien und dem Irak beherberge. Europa erlebt derzeit die schlimmste Flüchtlingskrise seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Den UN zufolge hat die Türkei seit Beginn des Bürgerkrieges im Nachbarland im April 2011 alleine schon 1,9 syrische Flüchtlinge aufgenommen, so die Zahlen vom 25. August. Merkel dankte Erdoğan für die türkische Anteilnahme und erklärte, Deutschland habe sich entschieden, bis zum Ende des Jahres etwa 800 000 Flüchtlinge aufzunehmen.
Der türkische Sprecher fügte hinzu, dass die Kanzlerin auch gesagt habe, Deutschland betrachte die PKK als terroristische Organisation und bleibe offen für jede Form der Zusammenarbeit mit der Türkei. Nach einem der Terrormiliz angelasteten Selbstmordattentat in der Provinz Şanlıurfa im Juli, bei dem mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen waren, hat die PKK ihre Angriffe gegen türkische Sicherheitskräfte wieder aufgenommen.
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Kamerafrau Petra Laszlo
Nach Tritten durch ungarische Kamerafrau: Flüchtling wird Fußballtrainer in Madrid
Glückliches Ende einer Flucht: Tritt-Opfer Osama Abdul Mohsen wird Trainer in Spanien
Madrid (nex) – Während die auf Grund der auf YouTube verbreiteten Aufnahmen berüchtigte, tretfreudige TV-Reporterin aus Ungarn nun ihren Job los ist, könnte eines ihrer Opfer bald einen gut dotierten neuen in Spanien antreten. Der syrische Flüchtling Osama Abdul Mohsen, dem die damalige Reporterin ein Bein gestellt hatte, als er gerade mit seinem jüngeren Sohn auf dem Arm vor der Polizei flüchten wollte, soll dem spanischen Nationalen Ausbildungszentrum für Fußballtrainer (Cenafe) zufolge in Spanien als Trainer arbeiten können.
Dies berichtete die dpa. Mohsen, der in seiner Heimat als Trainer des Erstliga-Klubs Fotuwa tätig gewesen war, soll demnach noch am Abend in Spanien eintreffen und bereits in den nächsten Tagen in Getafe – einem Vorort von Madrid mit einem Verein in der Primera División – tätig werden. Cenafe-Präsident Miguel Ángel Galán erklärte gegenüber der Sportzeitung „As“, es sei mithilfe eines in Spanien lebenden Arabers gelungen, Kontakt zu dem in München aufgenommenen Mohsen herzustellen. Auch dessen Ehefrau und die Kinder sollen in Spanien aufgenommen werden, Galán sagte zu, selbst die Kosten zu übernehmen und bei der Gemeindeverwaltung von Getafe erfolgreich um Unterstützung angefragt zu haben.
Der ältere Sohn des Mannes, der 18 Jahre alt ist, lebt bereits seit mehreren Monaten in Deutschland. Seine Frau und zwei weitere Kinder sollen sich der Tageszeitung „Die Welt“ zufolge noch in der Türkei befinden. Über Ungarn sei der syrische Trainer nun mit seinem siebenjährigen Sohn geflüchtet. In einem Interview mit „El Mundo“ sprach Mohsen von einem „harten Tritt“, der ihm versetzt worden wäre. Sein Sohn habe nach der Attacke noch „zwei Stunden lang geheult“. Der Syrer sprach von einer „sehr gefährlichen“ Flucht und dass er und sein Sohn ohne weiteres hätten sterben können. Nun sollen in Spanien bereits Fans im Madrider Bahnhof auf das Eintreffen des neuen syrischen Trainers warten.
Bundesbank
Bundesbankpräsident warnt vor Ende des Wirtschaftsaufschwungs
Berlin (dts) – Bundesbankpräsident Jens Weidmann warnt vor einem Ende des gegenwärtigen Wirtschaftsaufschwungs. „Deutschland steht derzeit im Euroraum wirtschaftlich recht gut da. Aber das ist nicht naturgegeben und kein Grund sich zurückzulehnen. Auch der gegenwärtige Aufschwung wird einmal enden“, sagte Weidmann im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“.
„Langfristig steht Deutschland ohnehin vor beträchtlichen Herausforderungen, wenn man etwa an die alternde Gesellschaft, den zunehmenden Wettbewerb durch die Schwellenländer oder die Energiewende denkt.“ Deutschland brauche Reformen und Zuwanderung, so Weidmann. „Aufgrund des demografischen Wandels benötigt Deutschland zusätzliche Arbeitskräfte, um seinen Wohlstand halten zu können“, sagte er. Den Zustrom an Flüchtlingen zu bewältigen, werde Deutschland einiges abfordern. „Die Zuwanderung birgt aber auch Chancen. Diese sind umso größer, je besser es uns gelingt, die Menschen, die dauerhaft zu uns kommen, in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Denn aufgrund des demografischen Wandels benötigt Deutschland zusätzliche Arbeitskräfte, um seinen Wohlstand halten zu können.“
Die Geldschwemme der EZB sieht Weidmann kritisch: „Das ganze billige Geld kann kein nachhaltiges Wachstum entfachen und birgt mit der Zeit immer größere Risiken, etwa für die Finanzstabilität.“ Zur Leitzinsdebatte in den USA sagte der Bundesbankpräsident: „Eine mögliche Zinserhöhung in den USA wäre ja vermutlich eine Reaktion auf eine gefestigte konjunkturelle Erholung dort, die für sich genommen positiv auf die Weltwirtschaft ausstrahlen würde. Richtig ist allerdings, dass die Unsicherheit darüber, wann die Zinswende kommt, die Finanzmärkte nervös macht.“

