Magdeburg – Vier Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die AfD in einer aktuellen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap einen neuen Höchststand erreicht.
Mit 41 Prozent liegt die Partei weit vor allen anderen und legte gegenüber der letzten Umfrage vom September um zwei Prozentpunkte zu. Die Erhebung entstand im Auftrag der Magdeburger Volksstimme, der Mitteldeutschen Zeitung und des MDR. Befragt wurden rund 1.200 Wahlberechtigte.
Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze verliert einen Punkt und kommt auf 26 Prozent — damit büßt sie im Vergleich zur Landtagswahl 2021 elf Prozentpunkte ein. Die Linke erreicht zwölf Prozent, die SPD sieben. BSW und Grüne liegen jeweils bei vier Prozent und würden wie die mitregierende FDP den Einzug in den Landtag verpassen. Alle sonstigen Parteien kommen zusammen auf sechs Prozent.
Problemlösungskompetenz: AfD weit vorn
31 Prozent der Befragten trauen der AfD am ehesten zu, die wichtigsten Aufgaben im Land zu bewältigen — zwei Punkte mehr als im September. Die CDU verliert in dieser Kategorie zwei Punkte und kommt auf 18 Prozent. Jeder Fünfte traut keiner Partei zu, die drängenden Probleme Sachsen-Anhalts zu lösen.
Als wichtigstes Problem nennen die Befragten Flüchtlinge und Einwanderung, wenngleich dieser Wert mit 14 Prozent um sieben Punkte gesunken ist. Bildung folgt auf Platz zwei mit zwölf Prozent, Wirtschaft auf Platz drei mit zehn Prozent — ein Zuwachs von drei Punkten.
Schulze knapp vor AfD-Kandidat Siegmund
Bei einer hypothetischen Direktwahl des Ministerpräsidenten läge CDU-Chef Sven Schulze mit 36 Prozent knapp vor AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund mit 32 Prozent. 32 Prozent sind unentschlossen oder machen keine Angabe. Unter CDU-Anhängern würden 84 Prozent für Schulze stimmen, unter AfD-Anhängern 71 Prozent für Siegmund. Auch SPD- und Linke-Anhänger sprechen sich mehrheitlich für Schulze aus.
Bei der Frage nach der Regierungsführung nach der Wahl liegen CDU und AfD nahezu gleichauf: 44 Prozent wünschen sich eine CDU-geführte, 43 Prozent eine AfD-geführte Regierung. Letzteres bedeutet ein Plus von sechs Punkten gegenüber September.
Mehrheit unzufrieden mit Landesregierung
Die schwarz-rot-gelbe Koalition aus CDU, SPD und FDP schneidet in der Bevölkerung schlecht ab: 62 Prozent bewerten die Regierungsarbeit negativ, nur 33 Prozent positiv. Unter AfD-Anhängern sind 88 Prozent unzufrieden. Sachsen-Anhalt gehört damit im Ländervergleich zu den Bundesländern mit besonders niedrigen Zufriedenheitswerten — nur Berlin schneidet noch schlechter ab. Zuletzt war die Unzufriedenheit vor einer Landtagswahl im Jahr 2006 ähnlich hoch.
Stimmung von Sorge geprägt
Die allgemeine Stimmungslage im Land hat sich verschlechtert. Nur noch 13 Prozent blicken zuversichtlich auf die Lage — ein Rückgang von sieben Punkten. 79 Prozent äußern Beunruhigung, acht Punkte mehr als zuletzt.
Das Vertrauen in den Staat ist gering: Lediglich 16 Prozent haben großes Vertrauen darin, dass der Staat seine Aufgaben erfüllt. Unter AfD-Anhängern sind es nur drei Prozent.
Auffällig ist der wirtschaftliche Pessimismus innerhalb der AfD-Wählerschaft: Nur 49 Prozent der AfD-Anhänger bewerten ihre persönliche wirtschaftliche Lage positiv — gegenüber 85 Prozent unter CDU-Anhängern.
Infratest dimap weist darauf hin, dass Wahlumfragen generell mit Unsicherheiten behaftet sind. Nachlassende Parteibindungen und kurzfristige Wahlentscheidungen erschweren die Datengewichtung.
Es ist passiert – wir haben die 40 % übertroffen!
In einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von Volksstimme/MZ und MDR zeigen die Wähler deutlich: Sie wollen den politischen Wandel – und sie wollen ihn mit der AfD.
Berlin – Die finalen Eckpunkte zur Reform der Fahrausbildung setzen aus Sicht des TÜV-Verbands wichtige Impulse für eine Modernisierung des Führerscheinerwerbs. Der TÜV-Verband unterstützt das Ziel, die Fahrausbildung günstiger zu machen.
Entscheidend wird sein, die Maßnahmen so umzusetzen, dass Effizienzgewinne möglich sind, ohne das erreichte Verkehrssicherheitsniveau zu gefährden. „Das erreichte Verkehrssicherheitsniveau von Fahranfängerinnen und Fahranfängern ist ein großer Erfolg“, sagt Fani Zaneta, Referentin für Fahrerlaubnis, Fahreignung und Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband.
„Die Reform muss dieses Niveau langfristig sichern und weitervorantreiben. Kostensenkungen dürfen nicht zulasten der Verkehrssicherheit gehen. Am Ende zählt, dass junge Menschen sicher am Straßenverkehr teilnehmen können.“
Anpassungen der Prüfinhalte und Prüfungsdauer: Effizienz und Qualität sichern
Die geplante Verkürzung bei der Fahrzeit der praktischen Prüfung sowie eine Verschlankung des Fragenkatalogs für die theoretische Prüfung sind aus Sicht des TÜV-Verbands vertretbar, sofern die Kürzungen gezielt statt pauschal erfolgen. „Führerscheinprüfungen bewerten sichere Fahrkompetenz und Regelkenntnis – das muss vollständig gewährleistet bleiben“, sagt Zaneta.
„Entscheidend ist, dass aus einer Verschlankung keine Verwässerung wird.“ Die Überarbeitung der Prüfinhalte und Prüfdauer sollte differenziert umgesetzt werden und sicherheitsrelevante Inhalte sollten vollständig erhalten bleiben. Zugleich gibt Zaneta zu bedenken, dass durch die Maßnahmen keine spürbaren Kosteneinsparungen zu erwarten sind, da die Prüfgebühren nur einen geringen Anteil an den Gesamtkosten des Führerscheinerwerbs ausmachen.
Lernstandskontrollen als Chance für mehr Prüfungserfolg
Nach Ansicht des TÜV-Verbands weisen die Reformpläne zur Fahrausbildung an einer Stelle Ergänzungsbedarf auf: Verpflichtende Lernstandskontrollen sind weiterhin nicht vorgesehen. Anhand dieser Kontrollen lässt sich der Lernfortschritt systematisch überprüfen und frühzeitig erkennen, ob Fahrschüler:innen ausreichend auf die Prüfung vorbereitet sind. Ohne diese Orientierung drohen mehr Fehlversuche in den Prüfungen.
„Wenn die Ausbildung an Tiefe verliert, wird sich das in steigenden Nichtbestehensquoten niederschlagen“, sagt Zaneta. „Lernstandskontrollen helfen, genau das zu vermeiden und Fahrschülerinnen und Fahrschüler gezielt auf die Prüfung vorzubereiten.“ Der TÜV-Verband plädiert dafür, verpflichtende Lernstandskontrollen im weiteren Verfahren verbindlich zu verankern.
Istanbul – Der türkische Drohnenhersteller Baykar hat auf der Rüstungsmesse SAHA 2026 in Istanbul seinen ersten Exportvertrag für den unbemannten Kampfjet Bayraktar Kizilelma unterzeichnet.
Abnehmer ist Indonesien. Das Rahmenabkommen mit dem indonesischen Unternehmen PT Republik Aero Dirgantara sieht die Lieferung einer ersten Staffel von zwölf Maschinen ab 2028 vor, mit einer Option auf weitere 48 Flugzeuge sowie den Aufbau einer lokalen Produktions- und Wartungsanlage in Indonesien.
„Wir haben erstmals einen Exportvertrag für den Bayraktar Kizilelma unterzeichnet — gemeinsam mit Indonesien“, sagte Baykar-Chef und SAHA-Istanbul-Vorsitzender Haluk Bayraktar bei der Unterzeichnung. „Wir sind stolz darauf, im Namen unseres Landes und unserer Brudernation Indonesien.“
Dritte Baykar-Plattform für Jakarta
Der Vertrag ist der vorläufige Höhepunkt einer wachsenden Rüstungspartnerschaft zwischen Ankara und Jakarta. Indonesien hatte bereits im vergangenen Jahr Abkommen für den Bayraktar TB2 und den Bayraktar Akinci unterzeichnet.
Der Kizilelma ist damit die dritte Baykar-Plattform im bilateralen Verteidigungsrahmen. Bayraktar betonte, der TB2 sei inzwischen das meistexportierte unbemannte Luftfahrzeugsystem seiner Klasse weltweit. Mit dem Kizilelma stoße Baykar nun in die Technologie unbemannter Kampfjets vor.
„Der Bayraktar Kizilelma absolvierte seinen Erstflug im Jahr 2022. Seitdem wurden intensive Flugaktivitäten durchgeführt. Die Serienproduktion wurde letztes Jahr abgeschlossen — unser Ziel in diesem Jahr ist es, den Kizilelma in den Dienst der Türkei zu stellen“, so Bayraktar.
Norman Joesoef, Vorsitzender der Republikorp Group, begrüßte das Abkommen und erklärte, sein Unternehmen freue sich auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit.
Über den finanziellen Umfang des Vertrages machten weder Baykar noch die indonesische Seite öffentliche Angaben. Bei Baykar-Gesamtexporterlösen von 2,2 Milliarden Dollar im Jahr 2025 gilt der Kizilelma als das hochwertigste Produkt im Portfolio des Unternehmens.
Technische Daten
Der Bayraktar Kizilelma verfügt über ein maximales Startgewicht von 8.500 Kilogramm und eine Nutzlastkapazität von 1.500 Kilogramm. Das Fluggerät ist mit einem niedrigen Radarquerschnitt, hoher Manövrierfähigkeit und einem Active Electronically Scanned Array (AESA)-Radarsystem ausgestattet.
Der Kampfradius beträgt 500 Seemeilen bei einer Reisegeschwindigkeit von Mach 0,6 und einer Höchstgeschwindigkeit von Mach 0,9. Die Dienstgipfelhöhe liegt bei 45.000 Fuß. Das System kann Luft-Luft-Raketen, gelenkte Munition, Standoff-Waffen und Marschflugkörper tragen und ist zu autonomem Start, Landung, Reiseflug und Rollbewegungen fähig. Baykar arbeitet zudem daran, den Kizilelma trägertauglich zu machen.
Weltpremiere im Luftkampf
Am 29. November 2025 schrieb der Kizilelma Luftfahrtgeschichte: Als weltweit erstes unbemanntes Kampfflugzeug überhaupt zerstörte er ein jetgetriebenes Hochgeschwindigkeitsziel mit einer Luft-Luft-Rakete außerhalb der Sichtweite — ein Manöver, das bis dahin ausschließlich bemannten Kampfjets vorbehalten war.
Der Test fand über dem Schwarzen Meer nahe der türkischen Küstenstadt Sinop statt und wurde von mehreren unabhängigen Rüstungsmedien weltweit bestätigt.
Bei dem Testszenario erfasste das von Aselsan entwickelte MURAD-AESA-Radar an Bord des Kizilelma das Ziel, woraufhin die Maschine die Gökdogan-Rakete — entwickelt vom staatlichen Forschungsinstitut TÜBİTAK SAGE — abfeuerte und das Ziel präzise traf.
Damit vollendete die Türkei erstmals in ihrer Luftfahrtgeschichte eine vollständig einheimische Luft-Luft-Abschuss-Kette: türkisches Fluggerät, türkisches Radar, türkische Rakete.
Vergleichsprogramme wie der US-amerikanische XQ-58A Valkyrie, Chinas GJ-11 oder Russlands S-70 Okhotnik haben bislang keinen verifizierten Luft-Luft-Abschuss gegen ein jetgetriebenes Ziel öffentlich demonstriert.
Baykar-Vorstandschef Selçuk Bayraktar erklärte: Bislang habe weltweit keine unbemannte Plattform auf Luftziele feuern können. Die Türkei habe damit die Türen zu einer neuen Ära in der Luftfahrt geöffnet.
Yükselen teknolojiler, güçlü yarınlar. SAHA 2026’dayız. 🇹🇷
Parallel dazu unterzeichnete der türkische Rüstungselektronikkonzern Aselsan auf der SAHA 2026 zwei Verträge mit indonesischen Behörden. Die Abkommen umfassen unbemannte Marineplattformen für die indonesische Marine sowie missionskritische Kommunikationssysteme für die indonesischen Streitkräfte — beide auf Basis von Aselsan-Eigenentwicklungen.
Rüstungs-Powerhouse
Der türkische Verteidigungssektor hat sich zu einer globalen Macht im Bereich der Waffenentwicklung und -herstellung entwickelt – eine Transformation, die aus der Not heraus entstanden ist.
Die Branche gewann nach den westlichen Waffenembargos infolge der Invasion Zyperns 1974 an Dynamik, die Ankara dazu zwangen, in heimische Kapazitäten zu investieren.
Was als einfache Montagelinien begann, hat sich in den letzten zehn Jahren dank staatlicher Anreize und eines Booms in Forschung und Entwicklung explosionsartig entwickelt und die Türkei bis 2024 zum 13. größten Waffenexporteur der Welt gemacht.
Heute liefert sie Hightech-Ausrüstung wie Bayraktar TB2-Drohnen — die sich in der Ukraine und in Libyen im Einsatz bewährt haben — in über 30 Länder, neben Korvetten nach Pakistan und Indonesien und T129-Kampfhubschraubern auf die Philippinen und nach Nigeria, und festigt damit ihre Rolle als Brücke zwischen Ost und West in der Verteidigungsinnovation.
Athen – Griechische Justizbehörden haben eine Voruntersuchung gegen den israelischen Verteidigungsminister Israel Katz eingeleitet.
Grundlage ist eine förmliche Strafanzeige, die die Hind Rajab Foundation (HRF) gemeinsam mit griechischen Anwälten am 21. Januar 2026 bei den zuständigen Athener Behörden eingereicht hatte — zeitgleich mit dem offiziellen Besuch von Katz in Griechenland.
Die Voruntersuchung wird seither vom 32. Vorermittlungsreferat in Athen geführt. Am 5. Mai 2026 legte Anwalt Thanasis Kampagiannis, Mitglied des Vorstands der Athener Rechtsanwaltskammer, vor dem Staatsanwalt des Obersten Gerichtshofs Griechenlands Zeugnis ab. Gleichzeitig übermittelte die HRF ergänzendes Beweismaterial an die griechischen Behörden.
Vorwürfe: Kriegsverbrechen, Folter, Völkermord
Den Beschwerdeführern zufolge soll Katz als Teilnehmer und Anstifter Mitverantwortung für schwere Verbrechen nach internationalem Recht tragen. Die Anzeige nennt Kriegsverbrechen, Folter, Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie Völkermord im Zusammenhang mit den Militäroperationen in Gaza.
Besonderes Gewicht legen die Anzeigenden auf Katz‘ Rolle bei der Einschränkung humanitärer Hilfslieferungen sowie auf seine Anweisungen im Rahmen von Militäroperationen, die Zivilisten betrafen.
Als Grundlage für die griechische Zuständigkeit verweisen die Beschwerdeführer auf die griechische Verfassung, die Genfer Konventionen sowie das Römer Statut des Internationalen Strafgerichtshofs, das Griechenland 2011 in nationales Recht überführt hat. Demnach sind griechische Behörden bei Anwesenheit eines Verdächtigen auf griechischem Boden zur Prüfung verpflichtet.
Flotilla und festgenommene Aktivisten
Ein zentraler Anklagepunkt betrifft die Abfangaktion gegen die Global Sumud Flotilla im Oktober 2025 — eine humanitäre Initiative zur Durchbrechung der Gaza-Blockade. Dabei sollen griechische Staatsangehörige an Bord gewaltsam festgesetzt und widerrechtlich festgehalten worden sein.
Die HRF hebt hervor, dass zuletzt weitere humanitäre Schiffe abgefangen wurden und zwei Teilnehmer — Thiago Avila und Saif Abu Keshek — in internationalen Gewässern nahe der griechischen Küste festgenommen wurden.
Breiteres Muster internationaler Strafverfolgung
Der Fall gegen Katz steht nicht allein. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag hat im Jahr 2024 Haftbefehle gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu sowie gegen den ehemaligen Verteidigungsminister Yoav Gallant erlassen — wegen des Vorwurfs von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Gaza. Katz trat das Amt des Verteidigungsministers von Gallant an und setzte laut Anzeige dieselbe Politik fort.
Die HRF erklärte, der Fall gegen Katz sei Teil einer umfassenderen Strategie, Einzelpersonen in jedem Land zur Verantwortung zu ziehen, in dem eine Strafverfolgungszuständigkeit bestehe. Die Stiftung fordert von den griechischen Behörden eine gründliche, unparteiische und unabhängige Untersuchung aller vorgeworfenen Verbrechen.
Wer war Hind Rajab?
Namengeberin der Stiftung ist Hind Rajab, ein sechsjähriges palästinensisches Mädchen aus Gaza. Sie wurde am 29. Januar 2024 getötet — zusammen mit fünf Familienangehörigen, deren Fahrzeug von israelischen Panzern beschossen wurde.
Hind hatte während des Angriffs über Stunden hinweg telefonischen Kontakt zu Rettungskräften gehalten. Zwei Sanitäter des Palästinensischen Roten Halbmonds, die zu ihrer Rettung ausgesandt worden waren, kamen ebenfalls ums Leben.
Der Fall erregte weltweit Aufmerksamkeit und wurde zum Symbol für das Schicksal der Zivilbevölkerung in Gaza. Die nach ihr benannte Stiftung wurde gegründet, um systematisch rechtliche Schritte gegen mutmaßliche Kriegsverbrecher einzuleiten.
🚨🇬🇷 Greece has opened a preliminary investigation into Israel Katz following a complaint filed by the #HindRajabFoundation and Greek lawyers.
Today, lawyer Thanasis Kampagiannis testified in front of authorities, and additional evidence was submitted by HRF.
More info ⬇️… pic.twitter.com/bq9AYNieLI
— The Hind Rajab Foundation (@HindRFoundation) May 5, 2026
Berlin – Deutschland ist das Land mit den meisten Superreichen in Europa — und die Zahl wächst weiter.
Laut dem Knight Frank Wealth Report 2026 leben in Deutschland derzeit 38.215 sogenannte Ultra-High-Net-Worth-Individuals (UHNWIs), also Menschen mit einem Nettovermögen von mindestens 30 Millionen Dollar (rund 25,7 Millionen Euro). Damit führt die Bundesrepublik die europäische Rangliste mit deutlichem Abstand an.
Zwischen 2021 und 2026 kamen in Deutschland 9.273 neue Mitglieder zu diesem exklusiven Kreis hinzu — der höchste absolute Zuwachs aller europäischen Länder. In prozentualen Zahlen bedeutet das ein Plus von 32 Prozent innerhalb von fünf Jahren.
Europa wächst — Deutschland vorn
Insgesamt stieg die Zahl der Superreichen in Europa im selben Zeitraum um 26 Prozent. Von 146.525 im Jahr 2021 wuchs die UHNWI-Bevölkerung des Kontinents auf 183.953 im Jahr 2026 — das entspricht rund 37.400 neuen Einträgen in diesem exklusiven Club.
Fast ein Viertel aller Superreichen weltweit lebt in Europa.
Hinter Deutschland folgen Großbritannien mit 27.876 und Frankreich mit 21.528 UHNWIs. Kein weiteres europäisches Land überschreitet die Marke von 20.000.
Die Schweiz kommt auf 17.692, Italien auf 15.433. Spanien verzeichnet 9.186 Superreiche, Schweden 6.845 und die Niederlande 5.077. Die Türkei liegt mit 4.208 im Mittelfeld, knapp vor Österreich mit 4.188.
Prozentualer Anstieg: Osteuropa holt auf
Betrachtet man das prozentuale Wachstum, zeigt sich ein anderes Bild: Polen verzeichnete mit einem Plus von 109 Prozent den stärksten Anstieg in ganz Europa — die Zahl der Superreichen hat sich dort mehr als verdoppelt.
Dicht dahinter folgen die Türkei mit 94 Prozent und Rumänien mit 93 Prozent. Griechenland, Tschechien und Portugal verzeichneten jeweils ein Wachstum von mindestens 50 Prozent.
Deutschland liegt mit 32 Prozent im soliden Mittelfeld. Großbritannien bildet mit lediglich 12 Prozent das Schlusslicht unter den großen Volkswirtschaften. Schweden verzeichnete mit acht Prozent den niedrigsten Wert aller untersuchten Länder.
Globale Verschiebungen der Vermögen
Weltweit halten derzeit mehr als 710.000 Menschen ein Nettovermögen von mindestens 30 Millionen Dollar. Die USA dominieren mit 387.422 UHNWIs mit weitem Abstand. Liam Bailey, globaler Forschungschef bei Knight Frank, spricht von einer der bedeutendsten Verschiebungen in der weltweiten Vermögensverteilung der neueren Geschichte.
Der Aufschwung sei vor allem durch Gewinne im Technologiesektor angetrieben worden — insbesondere durch den Boom rund um Künstliche Intelligenz.
Der Bericht weist zudem darauf hin, dass steigende Steuern und wachsender Regulierungsdruck die globale Mobilität von Vermögen beschleunigen. Superreiche organisierten ihr Leben laut Knight Frank zunehmend über mehrere Länder hinweg, während Family Offices aktiv Steuer-, Lifestyle- und politische Risiken managen.
Istanbul – Die Türkei hat auf der Rüstungsmesse SAHA Expo 2026 in Istanbul ihre erste Interkontinentalrakete vorgestellt: die Yıldırımhan, entwickelt vom Forschungs- und Entwicklungszentrum des türkischen Verteidigungsministeriums.
Mit einer Reichweite von 6.000 Kilometern könnte die Rakete theoretisch Ziele in weiten Teilen Europas, Russlands, des Nahen Ostens, Afrikas und Indiens erreichen. Die Enthüllung verändert die strategische Landschaft in der NATO — und wirft Fragen auf, die Ankara bewusst offen lässt.
Die viermotorige, mit flüssigem Stickstofftetroxid betriebene Rakete erreicht laut Herstellerangaben Mach 25 — in der oberen Atmosphäre entspricht das über 25.000 km/h. Die angegebene Nutzlast beträgt 3.000 Kilogramm. Bis zu ihrer Enthüllung war Türkeis weitreichendstes Raketensystem die Yıldırım-Familie mit Reichweiten zwischen 300 und 900 Kilometern. Die Yıldırımhan ist eine andere Kategorie.
Sollte die Rakete erfolgreich getestet und operativ werden, würde die Türkei in einen exklusiven Club von sieben bis acht Staaten weltweit eintreten, die über Interkontinentalraketen verfügen — darunter die USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien, Indien und Nordkorea.
Eine Zahl die Fragen aufwirft
Genau diese Nutzlast von 3.000 Kilogramm sorgt unter Experten für Aufmerksamkeit. Beobachter weisen darauf hin, dass diese Größenordnung für konventionelle Präzisionsmunition über interkontinentale Distanzen militärisch keinen Sinn ergibt — moderne Präzisionswaffen sind ein Bruchteil dieses Gewichts. Bei nuklearen Sprengköpfen älterer Generation hingegen entspricht diese Größenordnung dem typischen Gewichtsbereich.
Die Türkei ist Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrags und besitzt offiziell keine Nuklearwaffen. Das Rüstungsfachmedium Aviacionline weist zudem darauf hin, dass die Geometrie des Wiedereintrittskörpers der Yıldırımhan auf eine mögliche MIRV-Konfiguration hindeutet — also mehrere unabhängig steuerbare Sprengköpfe oder Hyperschall-Gleitfahrzeuge. Eine offizielle Bestätigung liegt nicht vor.
Erdoğan 2019: „Warum sollten wir keine Atomwaffen haben?“
Es ist nicht das erste Mal dass Ankara das Thema nukleare Abschreckung ins Spiel bringt. Bereits 2019 fragte Präsident Recep Tayyip Erdoğan öffentlich: „Warum sollten wir keine Atomwaffen haben?“ Und vor der UN-Generalversammlung erklärte er unmissverständlich: „Atomwaffen entweder für alle oder für keinen.“
Außenminister Hakan Fidan legte im Februar 2026 die rhetorische Grundlage für das, was Beobachter als strategische Nuklearambiguität nach israelischem Modell beschreiben — ohne es explizit auszusprechen. Die Yıldırımhan spricht nun die gleiche Sprache — ohne das Wort „nuklear“ zu erwähnen.
Verteidigungsminister Güler: „Wir werden sie einsetzen — ohne zu zögern“
Bei der Enthüllung vor einem großen Publikum aus türkischen Militärkommandeuren ließ Verteidigungsminister Yaşar Güler keinen Zweifel an der Botschaft: „Lasst niemanden daran zweifeln, dass wir sie bei Bedarf ohne Zögern einsetzen werden.“ Güler bezeichnete die türkische Rüstungsindustrie zugleich als strategischen Wirtschaftsvorteil:
„In einer Zeit, in der wirtschaftliche Kosten zur asymmetrischen Waffe geworden sind, bietet die Türkei ihren Verbündeten nicht nur Waffensysteme, sondern auch Technologie und eine nachhaltige Sicherheitswirtschaft.“
Die Türkei hat in den vergangenen Jahren ihre Rüstungsexporte massiv ausgebaut und sich als kostengünstiger Anbieter von Drohnen und Präzisionsmunition weltweit etabliert. Mit der Yıldırımhan signalisiert Ankara nun Ambitionen in einer anderen Liga — und könnte sich laut Aviacionline langfristig als Lieferant oder Partner für europäische Langstrecken-Schlagsysteme positionieren.
Ein Novum in der NATO — ohne Präzedenzfall
Innerhalb der NATO besitzen nur die USA, Großbritannien und Frankreich vergleichbare Langstreckenkapazitäten — und ausschließlich im nuklearen Bereich, submarine-basiert. Frankreichs Force de Frappe folgt einer kohärenten nationalen Doktrin.
Die Yıldırımhan ist das erste System dieser Klasse eines NATO-Mitglieds ohne verifizierten Nuklearstatus, ohne klare Doktrin und mit einer aggressiven Einsatzrhetorik des Verteidigungsministers — eine Kategorie für die es im Bündnis schlicht keinen Präzedenzfall gibt.
Beobachter in türkischen Medien erwarten keine öffentliche Konfrontation innerhalb der NATO, sondern intensive Hintergrundgespräche darüber, wer wann und unter welchen Bedingungen Zugang zu technischen Verifikationsdaten erhält. Die grundlegendere Frage lautet: Wie integriert man ein Mitglied in die kollektive Verteidigung, das eine nationale Erstschlagkapazität besitzt, die keiner NATO-Doktrin unterliegt?
Der Incirlik-Hebel: Wenn Ankara die Verhandlungslogik neu definiert
Eine der unmittelbarsten strategischen Konsequenzen betrifft die US-Nuklearbomben auf der Incirlik Air Base im Süden der Türkei. Die USA lagern dort geschätzt 50 B61-Nuklearbomben als Teil der NATO Nuclear Sharing Arrangements. Bisher war das ein asymmetrisches Verhältnis: Washington hatte die Waffen, Ankara hatte den Boden.
Mit der Yıldırımhan ändert sich diese Verhandlungslogik fundamental. Ankara kann nun implizit argumentieren, es brauche die amerikanischen Waffen auf seinem Territorium nicht mehr als Sicherheitsgarantie — die Türkei verfüge über eine eigene Abschreckungsarchitektur.
Damit wandeln sich die Incirlik-Waffen von einem Druckmittel gegen Ankara zu einem Druckmittel Ankaras gegen Washington. Die USA können sie nicht ohne türkische Kooperation abziehen — und sie können sie nicht beliebig lange behalten, wenn Ankara die Bedingungen neu definiert.
Israel: Kalibrierung statt Panik
Was bedeutet die Yıldırımhan für Israel? Experten sind sich einig: keine Panikreaktion, sondern normale Verteidigungsplanung. Israel wird seine Arrow-3- und David’s Sling-Systeme auf die türkische ICBM-Reichweite kalibrieren — Arrow-3 ist für exo-atmosphärische Abfangmanöver ausgelegt, genau das Profil das gegen eine Rakete auf ballistischer Trajektorie relevant wird.
Was Israel nicht tun wird: einen präventiven Angriff auf türkische Rüstungsanlagen erwägen. Die Türkei ist NATO-Mitglied, hat eine der größten konventionellen Armeen der Welt, und Israels Luftwaffe wäre nicht in der Lage, Ziele auf türkischem Territorium zu erreichen ohne diplomatische und militärische Konsequenzen zu tragen, die es sich — besonders in einem Moment, in dem es bereits an mehreren Fronten engagiert ist — schlicht nicht leisten kann.
Beobachter erwarten stattdessen eine Beschleunigung des israelischen „Hexagon“-Bündnisses mit Griechenland, Zypern, Indien und arabischen Golfstaaten als informelle Eindämmungsarchitektur gegen türkische Machtprojektion.
Kein Test — noch kein operatives Instrument
Ein entscheidender Vorbehalt: Ankara hat bislang keinen erfolgreichen Testflug der Yıldırımhan angekündigt. Starts von Raketen dieser Klasse können von US-Frühwarnsatelliten weltweit erfasst werden und lassen sich nicht verbergen. Ohne verifizierten Test bleibt die Rakete ein politisches Signal — kein operatives Instrument. Der Moment des ersten Tests ist der eigentliche Rubikon: Dann wird aus strategischer Ambiguität operative Realität.
Beobachter gehen davon aus, dass Ankara den Testtermin sorgfältig wählen wird — vermutlich im Kontext einer Eskalation oder einer NATO-internen Konfrontation, nicht als routinemäßige Rüstungsdemonstration.
(Foto: Screenshot/Youtube)
63 Tage bis zum NATO-Gipfel in Ankara
Das Timing der Enthüllung ist präzise kalkuliert. In 63 Tagen empfängt Erdoğan alle NATO-Staats- und Regierungschefs in seinem Präsidialkomplex in Ankara — als Gastgeber am Kopf des Tisches. Auf der Tagesordnung stehen Türkeis Wiedereinstieg in das F-35-Programm, die CAATSA-Sanktionen wegen des S-400-Kaufs und die Eurofighter-Freigabe. Die Yıldırımhan verändert die Gewichte dieser Verhandlungen, bevor sie offiziell begonnen haben.
Israel muss neu kalkulieren, Europa ist überrumpelt, Washington muss seine Positionen überdenken — und Moskau beobachtet still, wie die NATO von innen unter Druck gerät. Erdoğan hat mit der heutigen Enthüllung den Ankara-Gipfel inhaltlich neu definiert, bevor er offiziell begonnen hat.
Strategische Autonomie als Doktrin
Ein hochrangiger türkischer Regierungsvertreter brachte die übergeordnete Logik auf den Punkt:
„Die Tatsache, dass wir NATO-Mitglied sind und Teil der EU sein wollen, bedeutet nicht, dass wir keine besseren wirtschaftlichen und politischen Beziehungen mit Russland, China und den Golfstaaten entwickeln können. Wir wollen von keinem Land abhängig sein.“
Die Yıldırımhan ist die militärische Verkörperung dieser Doktrin. Ankara hat heute demonstriert, dass strategische Autonomie kein Lippenbekenntnis ist — sie ist technologische Realität. Ob die NATO dies absorbiert oder ob es die erste wirkliche Sollbruchstelle seit Frankreichs Austritt aus der integrierten Militärstruktur 1966 darstellt, werden die kommenden Monate zeigen.
Hintergrund: Vom Embargo zur Rüstungngsmacht
Der türkische Verteidigungssektor hat sich zu einer globalen Macht im Bereich der Waffenentwicklung und -herstellung entwickelt — eine Transformation, die aus der Not heraus entstanden ist.
Die Branche gewann nach den westlichen Waffenembargos infolge der Invasion Zyperns 1974 an Dynamik, die Ankara dazu zwangen, in heimische Kapazitäten zu investieren. Was als einfache Montagelinien begann, hat sich in den letzten zehn Jahren dank staatlicher Anreize und eines Booms in Forschung und Entwicklung explosionsartig entwickelt und die Türkei bis 2024 zum 13. größten Waffenexporteur der Welt gemacht.
Heute liefert sie Hightech-Ausrüstung wie Bayraktar TB2-Drohnen — die sich in der Ukraine und in Libyen im Einsatz bewährt haben — in über 30 Länder, neben Korvetten nach Pakistan und Indonesien und T129-Kampfhubschraubern auf die Philippinen und nach Nigeria, und festigt damit ihre Rolle als Brücke zwischen Ost und West in der Verteidigungsinnovation.
Chicago – Robert Pape, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Chicago und einer der weltweit führenden Sicherheitsexperten, der seit 2001 jedes Weiße Haus in Fragen der Militärstrategie beraten hat, stellt Israels Kriegsstrategie grundlegend in Frage.
Gegenüber Channel 4 erklärte Pape, Israels Feldzüge gegen die Hamas und den Iran hätten „mehr Radikale produziert als getötet.“ Eine Aussage, die er in zahlreichen Interviews und Analysen der vergangenen Monate untermauert hat.
„Israels Strategie macht den Feind stärker“
In einem Artikel für Foreign Affairsvom Juni 2024 mit dem Titel „Why Israel’s Failing Strategy Makes Its Enemy Stronger“ legte Pape seine These ausführlich dar: Kollektive Bestrafung — also die Bombardierung ziviler Infrastruktur und die Tötung von Zivilisten — erzeuge Nationalismus und Radikalisierung, anstatt den Feind zu schwächen.
„Der Bombenangriff selbst infundiert Nationalismus im Regime und in der gesamten Gesellschaft“, sagte Pape gegenüber TIME Magazine.
„Und dieser Nationalismus, wie er in die Politik einfließt, radikalisiert und macht das Regime und die Gesellschaft kohärenter gegen den ausländischen Angreifer — williger, Risiken einzugehen, williger, Kosten zu akzeptieren, nicht nachzugeben.“
Die Eskalationsfalle
Pape warnt vor dem was er die „Eskalationsfalle“ nennt — eine Dynamik bei der taktische Erfolge strategische Niederlagen verschleiern. „Taktischer Erfolg ist nicht dasselbe wie strategische Eindämmung“, schreibt er. Präzisionsbomben seien nahezu 100 Prozent taktisch erfolgreich — aber das eigentliche Ziel sei nicht, Gebäude zu zerstören oder Einzelpersonen zu töten.
„Das Ziel ist eine Veränderung der Politik der feindlichen Regierung. Doch selbst bei 100 Prozent taktischem Erfolg bewegt sich die Politik fast immer in die entgegengesetzte Richtung.“
GegenüberDemocracy Nowerklärte Pape: „Iran ist weit stärker als noch vor 40 Tagen. Es kontrolliert 20 Prozent des weltweiten Öls. Es ist jetzt ein aufstrebendes viertes Machtzentrum.“ Der Krieg, so Pape, habe genau das Gegenteil von dem erreicht, was beabsichtigt war.
Geschichte als brutale Lehrmeisterin
Pape zieht eine historische Parallele: Im Ersten Golfkrieg 1991 führten die USA eine 39-tägige Luftkampagne gegen den Irak — und scheiterten trotzdem daran, Saddam Hussein zu stürzen. „Selbst mit unserer Armee auf der anderen Seite der Grenze in Kuwait konnte die Kavallerie nicht rechtzeitig eingreifen“, sagte er gegenüber TIME.
Für über ein Jahrhundert, so Pape, hätten Staaten versucht, Regime durch Luftmacht allein zu stürzen — die USA, europäische Staaten, Russland und Israel. Der Ausgang sei stets der gleiche: Entweder eine leicht modifizierte Version des bestehenden Regimes, oder ein deutlich radikaleres. „Beide sind schlechte Ergebnisse.“
(Foto: Wikipedia)
Das ikonische Bild und seine Botschaft
Das Foto von Faris Odeh — dem 14-jährigen palästinensischen Jungen, der im Oktober 2000 allein mit einem Stein einem israelischen Panzer gegenüberstand — wurde kurz nach seiner Entstehung zum Symbol einer Generation. Wenige Tage nach der Aufnahme wurde Odeh von israelischen Soldaten erschossen.
Papes These legt nahe: Aus den Kindern der 1980er, 1990er und 2000er Jahre — jene die Panzer, Bomben und den Verlust ihrer Familien erlebten — sind jene geworden, gegen die Israel heute kämpft. Und aus den Kindern von heute werden jene von morgen.
„Kollektive Bestrafung wird die Hamas nicht besiegen“, schrieb Pape bereits im Dezember 2023 in Foreign Affairs. Die Geschichte gebe ihm recht — und Israels Strategie widerspreche ihr auf jeder Seite.
Köln – Beim Männerhilfetelefon, das vor sechs Jahren von den Ländern NRW und Bayern ins Leben gerufen wurden, hat es im vergangenen Jahr mit 4051 Kontakten einen Anrufrekord gegeben.
Das berichtet der Kölner Stadt-Anzeigerunter Bezug auf einen wissenschaftlichen Evaluationsbericht, den das NRW-Gleichstellungsministerium beauftragt hat.
„Meine Partnerin schlägt mir häufig ins Gesicht, beschimpft und demütigt mich – was soll ich denn da machen als Mann?“, lautet die Frage eines Anrufers, die auf einem Beratungsflyer nachzulesen ist. Ein anderer berichtet: „Meine Frau beleidigt und erniedrigt mich. Ich habe Angst, dass auch unsere Kinder darunter leiden“, zitiert der Kölner Stadt-Anzeiger aus dem Bericht.
„Alle Formen von Gewalt müssen verhindert werden. Gewalt an Männern darf dabei kein Tabuthema sein“, sagte NRW-Gleichstellungsministerin Verena Schäffer (Grüne) der Zeitung. Die aktuellen Zahlen machten deutlich, dass das Angebot eine „wertvolle Unterstützung“ biete, die bei den Hilfesuchenden ankomme.
Im Jahr 2023 waren 3311 Anrufe bei dem Männerhilfetelefon gezählt worden – der Zuwachs innerhalb von zwei Jahren beträgt demnach 22,3 Prozent. Die gewaltbetroffenen Männer berichteten in 54 Prozent der Fälle über psychischen Gewalterfahrungen.
Laut der Studie beklagten vier von zehn Anrufern, beständig kontrolliert zu werden. So nahmen die Partnerinnen den Männern zum Teil das Smartphone ab und lasen eingegangene Nachrichten. 39 Prozent der Anrufer berichteten über körperliche Gewalt.
Berlin – Der April 2026 ist der teuerste Tankmonat aller Zeiten, noch nie waren die Kraftstoffpreise im Schnitt so hoch wie im vergangenen Monat.
Für einen Liter Super E10 mussten Autofahrerinnen und Autofahrer im Durchschnitt 2,109 Euro bezahlen, für die gleiche Menge Diesel 2,263 Euro. Damit wurde der Höchstpreis beim Dieselpreis aus dem Vormonat noch einmal um fast zehn Cent überboten, berichtet der ADAC.
Der Preis von Super E10 kletterte über das bisherige Monatsmaximum aus dem März 2022. Im Januar lagen die Kraftstoffpreise im Monatsmittel noch rund 37 Cent je Liter Super E10 bzw. über 57 Cent je Liter Diesel niedriger. Dies verdeutlicht die enorme Preissteigerung der letzten Wochen und die Mehrbelastung der Menschen, die auf ihr Auto angewiesen sind.
Mit 2,446 Euro je Liter Diesel war der 7. April 2026 der teuerste Tanktag seit Beginn der Preisaufzeichnungen. Nur einen Tag vorher erreichte Super E10 mit 2,191 Euro je Liter das Maximum im Tagesschnitt und lag damit nur knapp unter dem Allzeithoch von 2,203 Euro je Liter vom 14. März 2022.
Seit Einführung des Österreich-Modells am 1. April sind die Kraftstoffpreise deutlich gestiegen. Die Regelung, die lediglich eine einmalige Preiserhöhung pro Tag um 12 Uhr mittags erlaubt, zeigt keinen entlastenden Effekt für die Verbraucherinnen und Verbraucher.
So hat sich – trotz eines zum Teil deutlich geringeren Brent-Ölpreises sowie eines besseren Euro-Dollar-Wechselkurses im Vergleich zum März – das Preisniveau im April spürbar erhöht.
Berlin – Wer Blut spendet, kann Leben retten. Und bei manchen Blutspendediensten gibt es dafür Geld. Eine solche Aufwandsentschädigung ist zunächst nicht steuerpflichtig.
Wird allerdings eine bestimmte Grenze überschritten, muss das Ganze versteuert werden. Und die Grenze betrifft alle sonstigen Einkünfte aus Leistungen, also nicht nur fürs Blutspenden. Worauf regelmäßige Spenderinnen und Spender achten sollten und wie hoch die Freigrenze ist, erläutert der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH).
Wie oft Blut und Plasma gespendet werden dürfen
Rund 15.000 Blutspenden werden nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) täglich in Deutschland benötigt, um die Versorgung von Patienten lückenlos sicherzustellen.
Aus jüngsten Zahlen des Paul-Ehrlich-Instituts als zuständige Bundesoberbehörde für die Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit von Blut und Blutprodukten wurden im Jahr 2024 rund 6,9 Millionen Spenden geleistet. Davon waren knapp 3,7 Millionen Vollblutspenden.
Zur Erklärung: Neben der häufigsten Form, der Vollblutspende, gibt es beispielsweise auch Plasma- oder Thrombozytenspenden. Während eine Vollblutspende innerhalb von zwölf Monaten nur höchstens viermal für Frauen und sechsmal für Männer möglich ist, kann Plasma bis zu 60-mal und können Thrombozyten bis zu 26-mal im Jahr gespendet werden.
Aufwandsentschädigung ist grundsätzlich nicht steuerpflichtig
Rein rechtlich darf es in Deutschland für eine Blutspende keine Bezahlung geben – lediglich eine Aufwandsentschädigung ist möglich. Während das DRK für Blutspenden bewusst keine Aufwandsentschädigung zahlt, erhält man bei privaten Plasmaspendezentren, aber auch an einigen Universitätskliniken häufig Geld für eine Blut- oder eine Plasmaspende.
So belohnt beispielsweise Haema als größter privatwirtschaftlicher Blut- und Plasmaspendedienst in Deutschland eine Spende pauschal mit 25 Euro. Ähnlich fällt die Aufwandsentschädigung an Universitätskliniken aus. In Einzelfällen sind auch 30 Euro je Spende oder sogar bis zu 50 Euro für eine Thrombozytenspende möglich. Dabei handelt es sich nicht um eine Bezahlung, sondern um eine Entschädigung für Zeitaufwand und eventuelle Fahrtkosten.
So können Aufwandsentschädigungen doch steuerpflichtig werden
Grundsätzlich ist eine fürs Blutspenden erhaltene Aufwandsentschädigung zunächst nicht steuerpflichtig. Aber: Erreichen die Einnahmen die Grenze von 256 Euro pro Kalenderjahr, werden diese doch steuerpflichtig. Sie gelten dann als sonstige Einkünfte aus Leistungen. Laut Einkommensteuergesetz sind das Einnahmen aus gelegentlichen Tätigkeiten.
Selbst wer auf die Höchstzahl von sechs Vollblutspenden im Jahr kommt und dafür jeweils 25 Euro erhält, erreicht alleine damit noch nicht die Grenze zur Steuerpflicht. Allerdings zählen zu den sonstigen Einkünften aus Leistungen auch noch andere Einnahmen – zum Beispiel gelegentlich erhaltene Vermittlungsprovisionen, Probandenhonorare für wissenschaftliche Tests oder auch Honorare für Gelegenheitsauftritte als Amateurmusiker.
Kommen also zu sechsmal 25 Euro fürs Blutspenden in einem Jahr (150 Euro) beispielsweise weitere 150 Euro aus anderen gelegentlichen Leistungen hinzu, sind das 300 Euro – und damit ist die Freigrenze überschritten. Dann wird nicht nur der Betrag über 256 Euro steuerpflichtig – es müssen die gesamten 300 Euro versteuert werden.
Regelmäßige Blutspenden: So ist die Freigrenze schnell überschritten
Da beispielsweise Plasmaspenden nicht nur bis zu sechsmal, sondern bis zu 60-mal innerhalb von zwölf Monaten möglich sind, müssen regelmäßig Spenderinnen und Spender hier besonders aufpassen. Erhalten sie pro Spende eine Aufwandsentschädigung von 25 Euro, liegen sie bereits mit elf Spenden im Jahr über der Freigrenze von 256 Euro. Und damit werden die gesamten erhaltenen Aufwandsentschädigungen steuerpflichtig.
In diesem Fall sollten in der Steuererklärung auch mögliche Kosten angegeben werden, die mit der Spende in Zusammenhang stehen. Diese können unter bestimmten Voraussetzungen von den Einnahmen abgezogen werden – wodurch im Optimalfall am Ende doch keine Steuern auf die Einnahmen aus den Blutspenden fällig werden.