Familiendrama
Hessen: 32-Jährige erstochen – Ehemann festgenommen

Kassel (dts) – Eine 32-jährige Frau ist am Montagmorgen in ihrer Wohnung im hessischen Kassel erstochen worden. Der 45-jährige getrennt lebende Ehemann sei dringend tatverdächtig, seine Ehefrau mit einem Messer getötet zu haben, teilte die örtliche Polizei mit. Demnach hatte eine Nachbarin um kurz nach 08:30 Uhr die Polizei verständigt, weil sie Hilfeschreie der Frau gehört hatte. Die vor Ort eingesetzten Beamten fanden hinter der Wohnungstür den leblosen Körper der 32 Jahre alten Mieterin. Ein Arzt konnte nur noch ihren Tod feststellen. Der Mann, der in der Wohnung der 32-Jährigen anwesend war, sei vorläufig festgenommen worden und befinde sich in Polizeigewahrsam, teilten die Ordnungshüter weiter mit.

Reker-Attentat
War Reker-Attentäter Frank S. als V-Mann beim Verfassungsschutz tätig?

Köln (dts) – Bezüglich einer möglichen V-Mann-Tätigkeit von Frank S., der die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker am 17. Oktober mit einem Messer lebensgefährlich verletzt hatte, herrscht weiterhin Unklarheit: NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) möchte offensichtlich nicht beantworten, ob Frank S. vom Verfassungsschutz als V-Mann geführt worden ist. Dies geht aus einer schriftlichen Reaktion des Ministeriums auf eine Kleine Anfrage hervor, die dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegt. Der parteilose Landtagsabgeordnete Daniel Schwerd aus Köln hatte vier Tage nach dem Angriff auf Reker eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt. Eine Führung als Informant oder V-Person durch den Verfassungsschutz NRW werde „aus Gründen des Geheimschutzes weder bestätigt noch verneint“, hieß es jetzt in der Antwort des Innenministers. Ungereimtheiten im Lebenslauf und der Arbeitslosengeschichte des Attentäters hatten Spekulationen ausgelöst, ob eine „höhere Behörde“ eine „schützende Hand“ über den Täter halten würde. Bei Schwerd stößt diese Geheimhaltung auf Unverständnis. „Diese Antwort ist vielsagend nichtssagend“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Schwerd fügte hinzu: „Sie sorgt nicht gerade dafür, den Verdacht zu zerstreuen, dass der Verfassungsschutz zuvor über diese Person und ihre Gefährlichkeit genau im Bilde war. Für eine fortgesetzte Geheimhaltung besteht kein Grund: Sollte er V-Person gewesen sein, müssen wir das erfahren, eine Verstrickung des Verfassungsschutzes in diesen Mordversuch muss Konsequenzen haben. Ein weiterer Einsatz des Attentäters als Informant in der Szene wäre ohnehin unvorstellbar. Und wenn Frank S. keine V-Person war, könnte der Minister diesen Verdacht leicht entkräften.“ Schwerd hatte auch nachgefragt, warum die Akte des Attentäters bei der Arbeitsagentur als geheim eingestuft sei. Die Antwort der Landesregierung: „Falls der mutmaßliche Täter bei einer Agentur für Arbeit oder einem Jobcenter als arbeitslos gemeldet war und Leistungen bezogen hat, unterliegen alle Details dazu dem Sozialgeheimnis (§ 35 SGB I). In diesem Sinne sind alle Daten von Leistungsbeziehern der Agenturen für Arbeit und von Jobcentern als für die Öffentlichkeit `gesperrt` zu begreifen.“ Aus der Antwort des Innenministeriums geht hervor, dass Frank S. mehrfach in Akten des Verfassungsschutzes aufgetaucht ist. Erkenntnisse über den Täter lägen beim Verfassungsschutz aus den 90er-Jahren sowie aus 2002 und 2008 jeweils im Zusammenhang mit Veranstaltungen der rechtsextremen Szene vor, erklärte Jäger. Die Ermittlungen gegen Frank S. führt der Generalbundesanwalt in Karlsruhe. Dem Beschuldigten werden versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung in vier Fällen vorgeworfen. Schwerd fordert nun das Land auf, Klarheit zu schaffen: „Die Antwort des Innenministers ist nicht ausreichend. Angesichts der Skandale in verschiedenen Verfassungsschutzämtern ist ein gesundes Misstrauen nicht unbegründet“, erklärte der Kölner Politiker. „Ich fordere Ralf Jäger auf, rückhaltlos für Klarheit zu sorgen, inwieweit seine Behörden mit dem Attentäter in Verbindung standen. Das Verdecken einer unbequemen Wahrheit rechtfertigt jedenfalls keine Geheimhaltung.“

Syrienkonflikt
Turkmenen in Syrien fürchten weitere Kriegsverbrechen durch Terrormiliz YPG

Ankara (eurasia/nex) – Der Vorsitzende des syrischen Nationalrates der Turkmenen, Abdurrahman Mustafa, warnte in einem Interview mit der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu, dass der jüngste Vormarsch des syrischen PKK-Ablegers, PYD/YPG, gegen Stellungen des „Islamischen Staates“, der den Tischrin-Damm am Euphrat hielt, das Leben von rund 400 000 Turkmenen zwischen den Grenzstädten Azez und Dscharablus bedrohe.
Der hochrangige Turkmenen-Vertreter behauptet, dass die Kurden-Organisation PYD und ihr militärischer Arm, die YPG, welche von den USA und zunehmend von Russland unterstützt würden, die türkische Minderheit Syriens bedrohe. Wie bereits bei der Einnahme der Grenzstadt Tell Abyad, einer Stadt, die mehrheitlich von Turkmenen und sunnitischen Arabern besiedelt wird, wurden Turkmenen zwischen Kobane und Cizîrê durch nationalistische Kurden unter dem Banner der YPG aus ihrer Heimat vertrieben. Bezüglich der jüngsten Eroberung des strategisch wichtigen Tischrin-Damms betonte Mustafa, dass die eigentliche Absicht des PKK-Ablegers „die Einnahme der Grenzstadt Dscharablus“ sei. „Zwischen Azez und Dscharablus leben rund 400 Turkmenen. Die PYD möchte die Demografie vor Ort verändern. Deshalb sind die Turkmenen unter Gefahr.“
Das primäre Ziel der PYD/YPG ist die Errichtung eines unabhängigen Kurden-Staates im Zuge eines erfolgreichen Kampfes gegen den selbsternannten „Islamischen Staat“. Dieser soll – entgegen traditioneller Bekundungen zu offenen und multipolaren Gesellschaftsvorstellungen – offenbar aber auch auf Kosten von anderen Bevölkerungsschichten in Syrien, darunter Araber und Turkmenen, umgesetzt werden, wie die jüngste Vergangenheit unterstrich. Um „Rojava“ (so nennen die Kurden Syriens ihren Staat) zu verwirklichen, müssen die Milizen der YPG alle drei Kantone Kobane, Cizîrê und Afrin miteinander geografisch miteinander verbinden. Bislang vermochte die Kurden-Miliz lediglich die Kantone Kobane und Cizîrê miteinander zu vereinen. Anbei eine türkische Karte von der besagten Azez-Dscharablus-Linie, entlang derer rund 400.000 syrische Turkmenen leben:
Bildquelle: Suriye Türkmen Meclisi

Bildquelle: Suriye Türkmen Meclisi

Es bleibe zu befürchten, dass den Turkmenen und Arabern zwischen Azez und Dscharablus das gleiche Schicksal wie ihren Brüdern und Schwestern in Tell Abyad drohe: die Vertreibung. Abdurrahman Mustafa bemerkte:
„Internationale Berichte dokumentierten unlängst Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen, die sie [die YPG]begangen haben. Sie machen das Gleiche jetzt entlang der Azez-Dscharablus-Linie. Wir müssen uns verteidigen, aber unsere Aufgabe zu Boden ist schwer. Wir greifen keinen an. Wir verteidigen uns selbst für eine gerechte Sache [gegen die Terrormiliz IS und die YPG]. Die YPG wartet mittlerweile am Tischrin-Damm. Danach wird sie die noch in IS-Hand befindliche Stadt Manbidsch einnehmen. Dort leben 50 000 Turkmenen und diese werden abermals bedroht, nachdem der IS sie unterdrückte.“
pkk.pkk
YPK-Terroristen (Foto: PKK-nahe Webseite)
Die türkische Minderheit kämpft um ihr Bestehen in ihrer Heimat, erklärte Abdurrahman Mustafa, der die internationale Gemeinschaft dazu auffordert, sich der drohenden Gefahr bewusst zu werden.   Erschienen auf eurasianews.de

Flüchtlingskrise
Polen fordert mehr Verständnis und Solidarität von Deutschland

Berlin/Warschau (dts) – Polens Außenminister Witold Waszczykowski verlangt von Deutschland mehr Solidarität. „Etwas mehr Verständnis der Deutschen für unsere politische Situation wäre wünschenswert“, sagte Waszczykowski gegenüber „Bild“. So sei Polen „seit 16 Jahren Mitglied der Nato. Und noch immer liegt unser Sicherheitsstatus weit unter dem Westeuropas. Wir möchten, dass die Nato Truppen in Polen stationiert, damit dieses Ungleichgewicht verschwindet“, sagte der Minister im Interview. „Die deutsche Seite verhindert das seit Jahren, weil sie Russland nicht provozieren will. Aber Polens Geschichte zeigt uns: Wir können es uns nicht leisten, schwach zu sein. Denn das weckt nur die Lust anderer Staaten, gegen uns vorzugehen.“ Er hoffe, der Nato-Gipfel im Juli 2016 in Warschau werde in dieser Frage „ein Umdenken bewirken“, so Waszczykowski. Verständnis forderte der Minister gegenüber „Bild“ auch in der Frage, ob Polen die zugesagten 7.000 Kriegsflüchtlinge aus Syrien und Irak aufnehmen wird: Polen sei und bleibe „bereit zu helfen. Wir werden uns beteiligen an den Zahlungen für die Türkei und für die Flüchtlingslager der Region. Wir werden alles tun, um die Ursachen der Flucht und den ISIS-Terror zu bekämpfen“, sagte Wazczykowski. Doch der Minister ergänzte: „Polen hat 1,5 Millionen Arbeitslose, mehr als eine Million Flüchtlinge aus der Ukraine leben bei uns. Und zwei Millionen unserer Landsleute haben das Land verlassen – auch die möchten wir gern in die Heimat zurückholen.“ Deshalb seien Flüchtlinge aus Syrien und Irak zwar „willkommen. Aber wir werden selbst in den Hotspot-Lagern aussuchen, wer zu uns kommt: Menschen, die nachweisen können, dass sie nicht aus wirtschaftlichen Gründen fliehen, die Papiere vorweisen können und die vor allem aus freiem Willen nach Polen und in kein anderes Land einreisen. Denn: Zwangsweise Deportationen nach Polen – das wäre vor dem Hintergrund unserer Geschichte fatal.“ Polen sei sich bewusst, dass Deutschland „eine entscheidende Stimme im Chor Europas“ habe, so der Minister weiter, „aber wir Polen sagen auch: bitte nicht auf unsere Kosten!“ Die Deutschen sollten sich selbst fragen, was sie von Polen erwarten: „Braucht Ihr Polen nur als Pufferzone zu Russland? Als Lieferant billiger Arbeitskräfte? Als Zulieferer und verlängerte Werkbank für große deutsche Konzerne? Oder sind wir Polen, bei allen wirtschaftlichen Größenunterschieden, ein Partner Deutschlands, zumindest bei der Lösung der Probleme in unserem Teil Europas“, fragte Waszczykowski.

Alkoholproblem im Iran
Iran: Trotz Verbots werden 60 Millionen Liter Alkohol konsumiert

Teheran (nex) – Obwohl der Konsum von Alkohol in der Islamischen Republik offiziell verboten ist, werden pro Jahr 60 Millionen Liter davon getrunken. Dies geht aus Daten hervor, die ein Komitee des Arbeits- und Sozialministeriums zusammengetragen hat. Die Ergebnisse illustrieren eine „krisenhafte Entwicklung“, erklärte der Vorsitzende des Komitees, Rusbeh Karduni, am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur ISNA. Sowohl der Verkauf als auch der Konsum von Alkohol ist in der Öffentlichkeit verboten. Die Strafen können von hohen Geldbußen bis hin zur Auspeitschung von Wiederholungstätern reichen. Ein jüngster Bericht des Ministeriums zeigte jedoch, dass diese Abschreckungsmaßnahmen nur wenig Wirkung zeigen. Der Schwarzmarkt für ein breites Sortiment an alkoholischen Getränken floriert im Iran, obwohl diese zu weit überhöhten Preisen gehandelt werden. Viele Iraner brauen auch zu Hause illegale Weine oder Spirituosen, statt Alkohol zu kaufen.

Kopenhagen
Eilmeldung: Dänemark macht die Grenzen dicht

Kopenhagen (dts) – Dänemark führt ab sofort temporäre Passkontrollen an der Grenze zu Deutschland ein. Das teilte der dänische Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussen am Montag in Kopenhagen mit. Sein Land reagiere damit auf die Kontrollen Schwedens an der Grenze zu Dänemark.

Seit Montagmorgen gibt es an der dänischen Grenze zu Schweden wieder Passkontrollen: Mitarbeiter von Verkehrsunternehmen überprüfen die Passagiere in Zügen, Bussen und auf Fähren. Schweden hatte den Schritt damit begründet, künftig weniger Migranten ins Land lassen zu wollen. Das skandinavische Land hatte im zurückliegenden Jahr über 150.000 Menschen aufgenommen.
 

Deutsche Autoindustrie
Kartellamt befürwortet mehr Kooperationen der deutschen Autokonzerne

Berlin (dts) – Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, unterstützt mehr Kooperationen zwischen den deutschen Autokonzernen, damit diese bei Zukunftsentwicklungen wie dem selbstfahrenden Auto gegen andere Unternehmen bestehen können. „Damit die deutsche Autoindustrie nicht in eine zu hohe Abhängigkeit von den Internetkonzernen kommt, besteht ein hohes Interesse daran, dass sie für das Auto der Zukunft eigene Standards entwickelt“, sagte Mund im Gespräch mit „Rheinischen Post“ (Montagausgabe). Er ergänzt: „So könnte ich mir gut Standards für einheitliche Batterien, Ladestationen und teilweise auch Software vorstellen, sofern diese Plattformen offen für Wettbewerber bleiben. Eine solche Strategie ist auch der einzige Weg, um selbstfahrende Elektroautos wirklich zum Massenprodukt zu machen. Wir haben in Europa ja auch überall die gleichen Steckdosen.“ Mundt hält es auch für denkbar, dass der Online-Handel mit Lebensmitteln in einigen Jahren eine so große Rolle spielt, dass die Behörde dann Fusionen im Lebensmitteleinzelhandel weniger rigide beurteilen würde wie bei der abgelehnten Übernahme von Kaiser`s Tengelmann durch Edeka. Aktuell würden die Kunden ihre Milch noch „um die Ecke“ kaufen. Darum müsse das Kartellamt dafür sorgen, „dass die Kunden weiterhin genügend Ausweichalternativen vor Ort haben.“ Zur Zukunft meint Mundt aber: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Online-Handel von Lebensmitteln eines Tages so wichtig wird, dass wir zu einer neuen Marktabgrenzung kommen müssen.“
 

Türkische CNC-Maschinen
CERN-Auftrag für türkische Maschinenbauer

Genf (nex) – Das Maschinenbau-Unternehmen Dora Makina hat als erstes türkisches Unternehmen einen Auftrag vom größten Kernforschungszentrum der Welt (CERN) bekommen. Dank den Bemühungen der Türkischen Kammern- und Börsenunion (TOBB) bekamen noch weitere türkische Firmen die Gelegenheit, künftig an einem dort konzipierten 600 Millionen Euro teuren Projekt teilzuhaben. Der Gründungspartner und Generaldirektor von Dora Makina, Bekir Sağlamyürek, erklärte, dass sein Unternehmen für das CERN-Projekt unter anderem einen Auftrag über die Lieferung von 15 bis 20 mit modernster Messtechnik ausgestatteten CNC-Maschinen erhalten hätten und diese noch Ende Januar liefern würden. Auch Halberzeugnisse würden sich im angeforderten Produktionsvolumen befinden.

Peking
China: Aktienhandel nach Kursabsturz ausgesetzt

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Peking (dts) – In China ist der Aktienhandel am Montag für den Rest des Tages ausgesetzt worden, nachdem die Börsen in dem Riesenreich starke Verluste hinnehmen mussten. Der Shanghai Composite Index war am Montag mit 6,85 Prozent im Minus, während der Shenzhen Composite Index um 8,1 Prozent nachgab. Der CSI 300, der die 300 größten festlandchinesischen Aktien beinhaltet, gab um über sieben Prozent nach. Die Verluste des CSI 300 lösten die automatische vorzeitige Schließung der chinesischen Börsen aus: Ein neuer Sicherungsmechanismus, der die Volatilität an Chinas Börsen zügeln soll, sieht bei Kursschwankungen von über fünf Prozent zunächst einen 15-minütigen Handelsstopp vor. Bei Schwankungen oberhalb von sieben Prozent wird der Börsenhandel für den gesamten Tag ausgesetzt.