Statistik über Industrieproduktion
Türkei: Industrieproduktion wuchs im Dezember 2015 um 4,5 Prozent
Ankara (nex) – Die saisonbereinigte Industrieproduktion in der Türkei wuchs im Dezember 2015 um 4,5 Prozent, gemessen am Wert im Vergleichszeitraum des Vorjahres. In der jüngsten Datenveröffentlichung des Türkischen Statistikinstitutes (TurkStat), die 2010 mit 100 Punkten als Basisjahr ausweist und die Untersektoren der Industrie gesondert ausweist, ist die Produktion im Bereich Bergbau und Minen um 2,1 Prozent zurückgegangen, während die verarbeitende Industrie um 4,4 Prozent zulegen konnte. Gleich um 7,7 Prozent stieg der Index im Bereich Elektrizität, Gas, Dampfkraft- und Luftfiltersysteme gegenüber Dezember 2014.
Gegenüber November 2015 stieg der Gesamtindex um 0,8 Prozent. Ebenfalls saisonbereinigt stieg im Monatsvergleich unter den industriellen Hauptkategorien jener der lange haltbaren Konsumgüter mit 4,8 Prozent am höchsten. An elektronischen und optischen Produkten wurden 27,9 Prozent mehr als im November hergestellt – was im Bereich der verarbeitenden Industrie der größte Zuwachs war, die Produktion von Einrichtungsgegenständen stieg um 9,3 Prozent, Kohle und Produkte aus raffiniertem Öl verzeichneten ein Plus von 7,8 Prozent. Rückgänge gab es in der Produktion von Transportbedarf (-27,8 Prozent) sowie bei Leder und damit verbundenen Produkten. Um 5,4 Prozent weniger gab es an Aufträgen im Bereich des Maschinenbaus und Ausrüstung verglichen mit November 2015. Insgesamt stieg im vierten Quartal des Jahres 2015 saisonbereinigt die Industrieproduktion um 0,9 Prozent gegenüber dem Wert im Quartal Juli bis September an. Gemessen am Vergleichszeitraum des Vorjahres war dies ein Plus von 4,2 Prozent.
Populismusfalle
Gewaltforscher: 30 Prozent der Deutschen für rechtsextremes Gedankengut anfällig
Berlin (dts) – Der Bielefelder Gewaltforscher Andreas Zick beklagt die Zuspitzung der Flüchtlingsdiskussion: „In der Debatte geht es nur noch um Rückkehr und Grenzsicherung“, sagte der Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld dem „Westfalen-Blatt“ (Dienstagausgabe). Deutschland stecke in der „Populismusfalle“. Die Diskussion werde nicht sachlich, sondern auf der Grundlage von subjektiven Gefühlen geführt und auf die Punkte Gefahren und Belastungen reduziert.
„Da brechen dann Dämme und Tabus“, sagte der Gewaltforscher. Mit dieser Entwicklung erklärt Zick auch das Ergebnis einer YouGov-Umfrage, wonach es 29 Prozent der 2800 Befragten für gerechtfertigt hielten, dass auf unbewaffnete Flüchtlinge geschossen würde, wenn sie die deutsche Grenze überschreiten wollten. Normalerweise zeige sich in Studien, dass etwa 20 Prozent der Deutschen Gewalt gegen Ausländer für hinnehmbar hielten, sagte Zick der Zeitung weiter. „29 Prozent, wie bei der Yougov-Befragung, ist tatsächlich ein relativ hoher Prozentsatz“, sagte der Sozialpsychologe weiter. Generell seien 30 Prozent der Bevölkerung anfällig für rechtsextremes Gedankengut und bis zu 25 Prozent stellten das Gewaltmonopol des Staates infrage. Angesichts der Bildung von Bürgerwehren forderte Zick eine öffentliche Diskussion über die Billigung und Legitimierung von Gewalt. Wenn die Bevölkerung das Gefühl habe, dass dem Staat in der Flüchtlingsfrage die Kontrolle entglitten sei, steige die Angst.
Armenien
Einwohnerzahl erreicht historisches Tief – Stirbt Armenien bald aus?
Jerewan (eurasia) – Die Zahl der permanenten Bevölkerungsgröße Armeniens ist auf ein historisches Tief von 2,999 Millionen Bürgern abgesackt, berichtete die armenische Nachrichtenagentur ARKA.
Die Bevölkerungszahl sackte im Vorjahresvergleich am 1. Januar 2016 um 12 000 Einwohner ab, gaben armenische Statistiken aus. 634 700 armenische Bürger sind demnach seit der Unabhängigkeit des Landes von der Sowjetunion 1991 aus der südkaukasischen Republik ausgewandert. Armenien gilt als rohstoffarmes Land, welches größtenteils agrarisch geprägt und weitestgehend von Investitionen sowie Importen aus Russland abhängig ist. Moskau indes betrachtet sich als Schutzmacht Armeniens und profitiert aus seiner politischen, wirtschaftlichen sowie militärischen Unterstützung für Jerewan in Form zusätzlichen geopolitischen Einflusses via Armenien auf dem Kaukasus. Jerewan wird unter dem Eindruck des Territorialkonflikts um die Berg-Karabach-Region mit Baku von den Turkstaaten Aserbaidschan und Türkei wirtschaftlich wie politisch isoliert. Armenien okkupierte in der Zeit von 1992 bis 1994 rund 20 Prozent des aserbaidschanischen Territoriums. Mehr zum Thema:Vatikan rückt von Vorwurf des ‚Genozids‘ an Armeniern ab
Erschienen bei unserem Kooperationspartner eurasianews.de
Asylpaket II
FDP: Gabriel stiftet neues Chaos in der Flüchtlingspolitik
Berlin (dts) – FDP-Generalsekretärin Nicola Beer hat SPD-Chef Sigmar Gabriel scharf attackiert: „Statt das Chaos in der Flüchtlingspolitik zu beenden, stiftet Sigmar Gabriel neues“, erklärte Beer am Montag mit Blick auf den neuerlichen Streit innerhalb der Großen Koalition über das Asylpaket II. „Man muss sich sogar fragen, ob Regierungsmitglieder ihre eigenen Gesetzentwürfe lesen.“ Die Große Koalition dürfe keine Zeit mehr verlieren und müsse sich endlich zusammenraufen, so die Generalsekretärin der Freidemokraten weiter. „Gibt es zum EU-Gipfel keine funktionierende europäische Lösung, wird sich eine konsequente Zurückweisung von Flüchtlingen an der Grenze nach Dublin III nicht mehr verhindern lassen.“
Ernährung
Veganer Starkoch will schlechten Essgewohnheiten bei Studenten entgegenwirken
Berlin (dts) – Der vegane Koch und Bestsellerautor Attila Hildmann kritisiert die Ernährung von Studenten. Aus seiner eigenen Studienzeit berichtet er: „Da saßen Studenten, die waren wahnsinnig gut. Nur stand bei denen die Colabrühe auf dem Tisch, und in der Mensa gab es auch oft ungesundes Zeug“, sagte er im Gespräch mit „Zeit Campus“.
Es störe ihn, „dass Massentierhaltung, Gentechnik und Pestizide gerade unseren Planeten zerstören. Das ist einfacher zu verstehen als eine Differenzialgleichung! Aber die intellektuelle Elite interessiert sich dafür scheinbar überhaupt nicht.“ Gleichzeitig betont Hildmann, es gehe ihm nicht darum, dass Menschen sich ausschließlich vegan ernähren, sondern dass sie bewusster konsumieren: „Viele Veganer geben ihren Mitmenschen das Gefühl, dass sie bessere Menschen sind. In meinen Augen ist das eher abschreckend. Ich spare mir einfach diesen moralischen Zeigefinger.“ Zu seiner Ankündigung auf Facebook, 2016 den deutschen Lebensmittelmarkt aufzuräumen, fügte er auf Nachfrage hinzu, wann das soweit sei: „Wenn ich größer bin als Nestlé.“
Soldaten Atatürks
„Atatürk-Gate“: CHP will eigene Abgeordnete aus der Partei ausschließen
Ankara (nex) – Das Disziplinarkomitee der größten türkischen Oppositionspartei, der Republikanischen Volkspartei (CHP), wird sich in Kürze mit der Frage befassen, ob die Abgeordnete für Ankara, Aylin Nazlıaka, aus der Partei auszuschließen sei. Die Parteivollversammlung beschloss, nachdem bereits das Zentralkomitee einen solchen Schritt gefordert hatte, am Sonntag unter Vorsitz des Vorsitzenden Kemal Kılıçdaroğlu mit 54:4 Stimmen, gegen die Abgeordnete ein Parteiordnungsverfahren einzuleiten. Nazlıaka soll sich parteischädigend verhalten haben, indem sie behauptete, ein Abgeordneter der CHP hätte in Büroräumlichkeiten der Fraktion ein Porträt des türkischen Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk von der Wand genommen und wieder aufgehängt, nachdem dies bemerkt worden wäre und den Weg in die Nachrichten gefunden hätte.
Es gilt als Pflicht für jeden Abgeordneten, ein Porträt des Staatsgründers an der Wand seiner Büroräumlichkeiten anzubringen. Die Abgeordnete wollte jedoch auf – wie sie selbst betont – sehr nachdrückliche Nachfrage vonseiten der Fraktionskollegen den Namen des Verantwortlichen nicht nennen. Dadurch habe sie sich, so hieß es im Antrag der Parteiversammlung, gemäß den Paragrafen 68/A und 70/A-a-b des Parteistatuts parteischädlich verhalten, indem sie die Partei durch „unsubstanziierte und falsche Behauptungen“ zum Gegenstand einer öffentlichen Debatte gemacht habe. Nazlıaka sieht sich selbst als Opfer sehr unglücklicher Umstände. Der Vorfall sei über jedes Maß aufgebauscht worden und aus einer Schneeflocke wäre eine Lawine geworden. „Ich will nicht, dass die CHP unter einer solchen Lawine begraben wird. Aber ich fand es auch nicht richtig, wie der Vorfall gemanagt worden ist und dass nun mir die Schuld an allem gegeben wird.“
Cyberkriminalität
Emnid: Fast die Hälfte aller Deutschen bereits Opfer von Internetkriminalität
Berlin (dts) – Fast die Hälfte der Deutschen (48 Prozent) sind bereits Opfer von Internetkriminalität geworden. Am häufigsten sind Internetnutzer aller Altersgruppen von Viren, Trojanern oder Computerwürmern betroffen, 45 Prozent sind schon einmal in Kontakt mit so genannter „Malware“ gekommen, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage von TNS Emnid im Auftrag der Computerhilfe der Deutschen Telekom. Es folgen Phishing-Delikte wie die Entwendung von Zugangsdaten mit acht Prozent sowie Identitätsdiebstahl mit vier Prozent Betroffenen.
Die Sensibilität im Umgang mit persönlichen Daten variiert der Umfrage zufolge stark. So geben insgesamt 54 Prozent der Befragten ihren Namen ohne größere Bedenken im Internet weiter, bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 60 Prozent, von den über 60-Jährigen 42 Prozent. Ähnlich ist es beim Umgang mit der E-Mail-Adresse: Hier gab die Hälfte der Befragten an, diese sorglos weiterzugeben, die 30- bis 39-Jährigen sogar zu 61 Prozent. Die vorsichtigste Altersgruppe sind erneut die über 60-Jährigen, von denen nur 36 Prozent ihre E-Mail-Adresse ohne Nachdenken im Netz angeben. Anders sieht es bei Anschrift, Telefonnummer und Fotos aus: Mit diesen Daten gehen die Befragten deutlich sensibler um. Nur 29 Prozent der Befragten haben kein Problem, ihre Anschrift zu nennen, immerhin 21 Prozent geben ihre Telefonnummer ohne Zögern ein. Bei Bildern ist das Ergebnis eindeutig: Nur 13 Prozent der Studienteilnehmer geben diese leichtfertig weiter. Sorgloser ist die „Generation Selfie“ (14 bis 39 Jahre): Hier geben 19 Prozent an, Bilder bedenkenlos ins Netz zu stellen, während dies bei der Gruppe über 40 nur acht bis zehn Prozent angeben.
Karneval
Viele Rosenmontagszüge wegen Unwetters abgesagt
Mainz (dts) – Wegen einer Sturmwarnung des Deutschen Wetterdienstes sind in mehreren Städten die Rosenmontagszüge abgesagt worden. Betroffen sind unter anderem die Umzüge in Mainz, Münster, Duisburg, Essen und Hagen. In Köln und Bonn heißt es hingegen: „De Zoch kütt“ – die dortigen Karnevalisten wollen ihre Umzüge laut Mitteilungen vom Sonntag durchführen.
In Köln sollen allerdings große Figuren, Fahnen, Schilder und Pferde zu Hause bleiben. Der Festausschuss Bonner Karneval appellierte daran, auch Regenschirme nicht mitzunehmen. Hausbesitzer am Straßenrand sollten „bitte alles festbinden“. Düsseldorf will am Montagmorgen entscheiden. Der Deutsche Wetterdienst rechnet für Köln mit Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 65 km/h und 85 km/h aus südwestlicher Richtung. In Schauernähe müsse mit schweren Sturmböen bis 100 km/h gerechnet werden.
Demonstration für Öcalan
Irak: PKK-Anhänger verletzen kurdische Journalisten
Erbil (nex) – Anhänger der terroristischen PKK haben am Samstag in Erbil ein Reporterteam des Barsani-nahen Mediennetzwerks Rudaw angegriffen. Die Journalisten wurden vor dem Büro der Vereinten Nationen angegriffen, als Mitglieder und Anhänger der Terrororganisation vor dessen Toren für die Freilassung ihres inhaftierten Anführers Abdullah Öcalan und ein Ende der türkischen Militäroperationen gegen die Extremisten im Südosten der Türkei demonstrierten.
Die Rudaw-Korrespondentin Kurdistan Hassan und ihr Kameramann Jegir Omar wurden bei dem Angriff verletzt. Sie berichteten, die PKK-Anhänger hätten auch Drohungen gegen sie ausgestoßen. Die Protestierenden durchbrachen auch Polizeibarrieren und verwundeten drei Beamte der Bereitschaftspolizei.
Rudaw verurteilte den Angriff auf sein Team und kündigte rechtliche Schritte gegen die Organisatoren der Demonstration an. Außerdem forderte man die PKK dazu auf, die Restriktionen gegen Mitarbeiter des Senders in den syrisch-kurdischen Territorien unter PYD-Kontrolle zu beenden.
Der syrische PKK-Ableger hat in diesen Territorien die Pressefreiheit für oppositionelle Gruppen faktisch außer Kraft gesetzt. Rudaw erklärte, die Unterdrückung der Medienfreiheit sei gegen die Prinzipien der Demokratie und der kurdischen Freiheitsbewegung.
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Flüchtlingspolitik
SPD: Außer „Wir schaffen das“ kam nichts von Merkel
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – SPD-Generalsekretärin Katarina Barley hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Untätigkeit bei der Integration der Flüchtlinge vorgeworfen und sie dazu aufgefordert, ein entsprechendes Konzept zu präsentieren. „Wir unterstützen Frau Merkel, wenn sie sagt `Wir schaffen das`. Aber außer diesem Satz kommt nichts von ihr“, sagte Barley der „Welt am Sonntag“.
„Die CDU hat bis heute kein Integrationskonzept vorgelegt, wir haben das schon vor Monaten getan.“ Außerdem appellierte die SPD-Generalsekretärin an Merkel, im Kreis der EU-Staats- und Regierungschefs stärker für eine gemeinsame Linie zu kämpfen. „Für die europäische Lösung der Flüchtlingspolitik muss Frau Merkel bei ihren europäischen Kollegen Druck machen“, sagte Barley. Über die Flüchtlingspolitik gebe es in der SPD „innerparteiliche Diskussionen“, so Barley.
„Natürlich ist die Bandbreite in der SPD groß. Viele unserer Parteifreunde wollen helfen und packen an, unsere Kommunalpolitiker müssen täglich Flüchtlinge versorgen. Das führt zu innerparteilichen Diskussionen. Wir in Berlin müssen beide Seiten berücksichtigen.“ Mit Blick auf straffällige Flüchtlinge fügte sie hinzu: „Wer verfolgt ist, wird hier als Flüchtling gut behandelt. Wer aber hier straffällig wird, muss mit klaren Konsequenzen bis zur Abschiebung rechnen.“

