Osnabrück (ots) – Mit Entsetzen und scharfer Kritik hat der SPD-Innenpolitiker Boris Pistorius auf Äußerungen aus der Alternative für Deutschland (AfD) anlässlich der Terrorakte von Brüssel reagiert.
In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der niedersächsische Innenminister, „die barbarischen Anschläge von Brüssel zum Anlass kruder politischer Äußerungen seitens der AfD-Spitze zu nehmen, ist für mich als Demokraten und vor allem als Mensch schon kaum zu ertragen. Noch viel widerlicher finde ich es allerdings, Millionen Menschen in der ganzen Welt, die ehrliche Anteilnahme und Mitgefühl zeigen, zu verhöhnen und als Heuchler zu bezeichnen“.
Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry und der Europa-Abgeordnete der Partei Marcus Pretzell hatten bei Facebook einen Text geteilt, in dem es mit Blick auf Zeichen der Anteilnahme in den sozialen Netzen unter anderem heißt, „jetzt werden sie nämlich wieder irgendetwas sein. Sie waren Charlie, sie waren Paris und jetzt sind alle Brüssel oder gar Belgien“. Statt etwas zu tun, würden „Heuchler“ nutzlose Bilder tauschen. Es seien „wieder Menschen gestorben, und es werden weitere sterben, solange ihr selbst nicht wisst, wer ihr wirklich seid und wofür ihr steht“, heißt es in dem Text. Es gehe „um unsere Identität als freiheitlich aufgeklärte Europäer“.
Ihre Gedanken seien bei den Opfern und deren Angehörigen, schreiben die beiden AfD-Politiker. Aber: „Der Traum vom bunten Europa ist kaputt, weggebombt zum wiederholten Mal! Akzeptiert es endlich!“ Für Pistorius zeigt sich in diesen Äußerungen „wieder einmal das wahre, das echte Gesicht der AfD hinter ihrer Maske der vermeintlichen Besorgnis. Und dieses wahre Gesicht steht für eine Spaltung der Gesellschaft, für Pauschalurteile und Ausgrenzung“, so der Minister. „Was wir wirklich brauchen – gerade jetzt – sind dagegen Haltung, Mut und souveräne Geschlossenheit, die weder islamistischem Terror nachgibt noch rechtspopulistischen, völkisch-nationalen Tönen auf den Leim geht.“
Osnabrück (ots) – Verschwörungstheorien finden auch in der Mitte der Gesellschaft zunehmend Anklang. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der Verschwörungstheorie-Experte Michael Butter: „Verschwörungstheorien und ihre Anhänger sind mittlerweile sichtbarer geworden – auch durch das Internet. Leute, die einfach nur einen diffusen Verdacht haben, können durch das Internet ganz schnell Erklärungen finden, die sie zu richtigen Verschwörungstheoretikern machen.“
Butter, Amerikanistik-Professor an der Uni Tübingen, beschäftigt sich seit Jahren mit Verschwörungstheorien. Er warnt vor möglichen Folgen. Zum einen riefen manche Verschwörungstheorien die Menschen zu Gewalt auf, darüber hinaus seien sie vor allem dann problematisch, wenn sie sich gegen sozial Schwache richteten. „Das Hauptproblem besteht aber darin, dass Anhänger das Vertrauen in das politische System verlieren“, sagte der Experte. Dieser Vertrauensverlust sei nach Auskunft des Experten unwiderruflich: „Nach all dem, was wir bisher wissen, ist es so, dass Verschwörungstheoretiker eigentlich unmöglich vom Gegenteil zu überzeugen sind“, so Butter.
Im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise wird unter dem Stichwort „Lügenpresse“ vielfach der Vorwurf geäußert, die Medien würden der Öffentlichkeit gezielt Informationen vorenthalten. Dennoch beobachtet der Experte derzeit keinen Anstieg an Verschwörungstheorien. „Ich glaube nicht, dass Verschwörungstheorien in letzter Zeit sehr zugenommen haben. Historisch betrachtet gab es vor hundert Jahren deutlich mehr“, sagte Butter. Dennoch könne man nicht davon sprechen, dass Verschwörungstheorien keine Anziehungskraft auf die Menschen ausüben würden. „Umfragen zeigen, dass ein signifikanter Teil der Bevölkerung in Europa und den USA – rund ein Drittel – an mindestens eine Verschwörungstheorie glaubt“, betonte Butter.
Düsseldorf (ots) – Der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Ansgar Heveling (CDU), hat als Konsequenz aus den Terroranschlägen von Brüssel eine bessere Vernetzung der Sicherheitsbehörden in Europa gefordert.
„Die Dienste müssen künftig Informationen schneller und effizienter austauschen können“, sagte Heveling der „Rheinischen Post“. Die Behörden benötigten jeweils einen Zugriff auf mehr Daten aus anderen europäischen Ländern. „Die Initiative Deutschlands und Frankreichs hierzu muss die EU rasch umsetzen.“
Heveling sprach angesichts der Anschläge von einer „neuen Dimension des islamistischen Terrors“. Als Reaktion des IS auf die Festnahme von Salah Abdeslam seien die Anschläge „überraschend schnell“ erfolgt. „Diese Schlagkraft und Reaktionsfähigkeit des IS in Europa ist besorgniserregend“, betonte der Innenpolitiker.
Düsseldorf (ots) – Der neue Klöckner & Co-Großaktionär Friedhelm Loh strebt gleich zwei Posten im Aufsichtsrat des Duisburger Stahlhändlers an – einen für sich selbst und einen weiteren für einen Vertrauten.
Neben dem mittelständischen Unternehmer Loh soll nach Informationen der „Rheinischen Post“ auch der frühere Thyssen-Krupp-Steel-Chef Karl-Ulrich Köhler, 59, auf der Hauptversammlung am 13. Mai in das Kontrollgremium gewählt werden. Loh hält mittlerweile über 25 Prozent an Klöckner & Co.
Erst am Freitag war bekannt geworden, dass Loh den langjährigen Stahlmanager Köhler zum Chef seines Tochterunternehmens Rittal ernennt, das unter anderem Schaltschränke herstellt. Köhler hatte Ende Februar seinen Chefposten beim Stahlhersteller Tata Steel Europe aufgegeben.
Netanjahu kündigt baldiges Gespräch mit Türkei an
Jerusalem (nex) – Netanjahu äußert sich über Verbesserung der Beziehungen zur Türkei und kündigt ein Gespräch „in naher Zukunft“ an. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte ein weiteres Gespräch zwischen der Türkei und Israel an und äußerte die Hoffnung auf positive Ergebnisse hinsichtlich der Verbesserung der Beziehungen zwischen den beiden Staaten.
Im von der israelischen Pressestelle veröffentlichten Statement sind folgende Äußerungen Netanjahus über die geführten Gespräche zur Normalisierung der türkisch-israelischen Beziehungen zu lesen:
„Wir wollten immer die Beziehungen zur Türkei verbessern und wir waren nicht diejenigen, die in diesen Beziehungen die Richtung wechselten. Wenn möglich, möchten wir die Normalisierung der Beziehungen. Wir sind in Kontakt (mit der Türkei) und es sind Fortschritte zu verzeichnen. Es wird in naher Zukunft ein weiteres Gespräch stattfinden und ich hoffe, dass dieses Gespräch zu positiven Ergebnissen hinsichtlich der vollständigen Verbesserung der Beziehungen führen wird.“
„Wir haben nichts zu beklagen“
In dem Statement erklärt Netanjahu wegen der Ermittlungen zum Terroranschlag in Istanbul, dass zwischen der Türkei und Israel eine gute Zusammenarbeit bestehe und sie in dieser Angelegenheit nichts zu beklagen hätten.
Kirikkale/Türkei (nex) – Nach Angaben des Gouverneursamts werden in Kirikkale die seit dem 14. März gestellten Anträge bearbeitet und die neuen Personalausweise ausgestellt. Kirikkale wurde im Rahmen des von der Generaldirektion Personenstand und Staatsangehörigkeit des Innenministeriums initiierten „Personalausweis-Projekt der Republik Türkei“ zur Pilotprovinz gewählt.
Zustellung per Post
Die neuen Personalausweise werden den Bürgern per Post an ihre Adresse zugestellt. Nicht zustellbare Ausweise werden dem örtlichen Amt für Personenstand und Staatsangehörigkeit übergeben. Dem Gouverneur Ali Kolat, der seinen neuen Personalausweis am 14. März beantragt hatte, wurde dieser von den Postzustellern ausgehändigt. Kolat bedankte sich bei den Postmitarbeitern und wünschte seinen Mitbürgern alles Gute mit ihren neuen Personalausweisen.
Spitzbergen/Norwegen: Erste türkische Forschungsstation am Nordpol
Spitzbergen (nex) – Schüler des Privatgymnasiums Bilfen errichten erste türkische Forschungsstation auf Spitzbergen am Nordpol zur Beobachtung von Sonnenereignissen und globaler Erwärmung
Die erste türkische Forschungsstation auf Spitzbergen am Nordpol wurde errichtet. Etwa 50 weitere Länder betreiben hier Forschungsarbeiten. Die türkischen Forscher möchten neben meteorologischen Messungen auch Beobachtungen der magnetischen Felder und Nordlichter durchführen. Planung und Errichtung der Forschungsstation dauerten ein halbes Jahr. Das gesamte Projekt setzten 20 Schüler des Privatgymnasiums Bilfen mit dem Schwerpunktfach Physik um. Vergangene Woche konnten sie nun ihre ersten Daten über Wärme, Druck und Feuchtigkeit sammeln.
Es soll den Zusammenhängen zwischen den Sonnenereignissen, Erdbeben und Flutkatastrophen nachgegangen werden. Auch Sonneneruptionen und ihre Wirkung auf die Erde sollen untersucht werden. Somit kann die Türkei mit eigenen Daten Forschung über die globale Erwärmung betreiben. Diese Daten können anschließend mit weiteren wissenschaftlichen Daten, die mit anderen Methoden erhoben wurden, verglichen und kalibriert werden.
(Foto: Bilfenarctic)
Auch die Software für die Forschungsstation wurde mit einheimischen Mitteln entwickelt. Die Schüler stellten mit insgesamt nicht einmal 2 000 TL alles selbst auf die Beine. Die Forschungsstation bietet dem Privatgymnasium die Möglichkeit, die Thesen, an denen es arbeitet, zu untersuchen und die Welt der Physik mit neuen Entdeckungen zu bereichern.
Die Hauptinsel der gleichnamigen Inselgruppe Spitzbergen stellt das nördlichste Siedlungsgebiet der Erde dar und wurde im Jahr 1920 allen Staaten der Erde zugänglich gemacht. Die Länder, die damals den sogenannten Spitzbergenvertrag unterzeichneten, erhielten Nutzungsrechte auf der Insel. Da die Türkei sich zum damaligen Zeitpunkt mitten im Befreiungskrieg befand, konnte sie den Vertrag nicht unterzeichnen und deshalb auch keine Station auf der Insel errichten. 96 Jahre später wurde nun Kontakt zum Norwegischen Polarinstitut aufgenommen und die erforderliche Genehmigung eingeholt. So konnte nun auch die Türkei auf der Insel ihre Forschungstätigkeit aufnehmen.
Stuttgart (ots) – Den unbegründeten Behauptungen der „Wirtschaftswoche“, wonach bei der Mercedes-Benz C-Klasse angeblich ein Konstruktionsfehler vorliegt, tritt die Daimler AG mit Entschiedenheit entgegen. Auch die Aussage, unsere Dieselfahrzeuge seien absichtlich so konzipiert, dass die Stickoxidreinigung im Normalbetrieb über weite Strecken nicht funktioniere, ist schlicht falsch.
Die Basis für die Interpretationen der „Wirtschaftswoche“ wird nicht näher erläutert. Der aktuelle Bericht der niederländischen Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung TNO (TNO 2016 R10083), der seit dem 9. März öffentlich zugänglich ist, enthält jedenfalls keine der erwähnten Aussagen.
Fakt ist, dass die AdBlue Eindosierung im jeweiligen Motorbetriebspunkt optimal auf die NOx-Reduzierung abgestimmt ist. Eine weitergehende NOx-Reduzierung durch eine Erhöhung der AdBlue Dosierung ist technisch nicht möglich, da es sonst zu einem unerwünschten Austritt von Ammoniakgas als Reaktionsprodukt kommen würde. Im Bedarfsfall wäre die AdBlue-Nachfüllung für den Kunden über eine einfach zugängliche Öffnung ohne Hilfe eines Servicebetriebs an der Tankstelle möglich. Das Tankvolumen steht in keinem Zusammenhang mit der eingespritzen AdBlue Menge und damit auch nicht mit den Emissionen.
Daimler-Sprecher Jörg Howe: „Es ist enttäuschend, dass die Wirtschaftswoche Fakten, die wir ihr rechtzeitig zur Verfügung gestellt haben, schlicht ignoriert und die Sachlage völlig falsch darstellt. Das hat aus meiner Sicht mit professionellem Journalismus und objektiver Berichterstattung nichts mehr zu tun.“
Köln (ots) – „Ich bin froh, unverletzt zu sein. Und ich bin am Boden zerstört für die, die es nicht sind.“ Evan Lamos saß am Dienstagmorgen in der Brüsseler Metro, als nicht weit entfernt in der U-Bahnstation Maelbeek eine Bombe explodierte. Er drehte ein Video, während er mit zahlreichen anderen Menschen die U-Bahn verließ und durch den Tunnel lief – die Aufnahmen waren später in zahlreichen Nachrichtensendungen zu sehen und verbreiteten sich schnell in den sozialen Netzwerken.
stern TV erzählte Lamos, wie er die Situation erlebte. „Es gab eine Druckwelle, meine Ohren schmerzten, die Metro stoppte abrupt und über die Lautsprecher kam die Durchsage, dass es eine Störung gab. Dann wurde der Waggon evakuiert“, so Lamos zu stern TV. Der 30-Jährige aus Brüssel ist Video-Journalist und filmte, wie die Passagiere über die Gleise das Abteil verließen.
„Zu sehen ist der Moment, als wir aus der Metro aussteigen“, beschreibt Lamos die Videosequenz im Gespräch mit stern TV. „Da war eine Mutter, ganz in der Nähe von mir, man kann hören, dass ihr kleines Kind schreit. Der Junge war sehr erschrocken, weil er von jemandem getragen wurde, den er nicht kannte. Seine Mutter hatte ihn im Kinderwagen, den sie natürlich nicht benutzen konnte, als wir durch den Tunnel mussten. Also half man ihr mit dem Jungen.“
Im Tunnel habe eine merkwürdige Atmosphäre geherrscht, Rauch sei langsam durch den Tunnel auf sie zugekommen. Als er die U-Bahn verlassen hatte, nahm Lamos das gesamte Ausmaß wahr: „Ich habe Leute auf dem Bordstein gesehen, irgendetwas war passiert, die Krankenwagen waren schon da.“
Köln (ots) – Deutsche glauben nicht an Entspannung der Flüchtlingssituation Nachdem sich die EU mit der Türkei geeinigt hat, dass Flüchtlinge, die aus der Türkei nach Griechenland kommen, zurückgeschickt werden, bezweifeln weiterhin 77 Prozent der Bevölkerung, dass diese Vereinbarung die Flüchtlingssituation in Deutschland verbessern wird. Jeder Fünfte (20 Prozent) hingegen glaubt, dass sich die Lage nach der Einigung beim letzten EU-Gipfel entspannen wird.
Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland sollten dauerhaft verstärkt werden
Die Mehrheit der Bundesbürger (77 Prozent) ist der Meinung, dass die Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland nach den Anschlägen in Brüssel dauerhaft verstärkt werden sollen. Sie nehmen dafür in Kauf, dass zusätzliche Kosten und Zeitverzögerungen entstehen. 21 Prozent der Befragten möchten langfristig keine verstärkten Maßnahmen an Flughäfen und Bahnhöfen.
Viele Deutsche sparen trotz Niedrigzins
Jeder zweite Deutsche (51 Prozent) gibt sein Geld zur Zeit lieber aus anstatt es zurückzulegen. 42 Prozent der befragten Bundesbürger sparen jedoch das verfügbare Geld lieber, obwohl die Zinsen derzeit niedrig sind.
Sonntagsfrage: AfD gewinnt weitere Stimmen In der aktuellen Sonntagsfrage kommt die Union auf 34 Prozent der Stimmen. 22 Prozent der Befragten würden die SPD wählen. Die AfD kommt auf 13 Prozent, die Grünen auf 12 Prozent. Die Linke erhält acht Prozent der Stimmen. Die FDP würden sieben Prozent der Bürger wählen und die sonstigen Parteien vier Prozent. Im Vergleich zum Deutschlandtrend vom 28. Februar 2016 verliert die Union zwei Prozentpunkte. Die Grünen und die AfD gewinnen jeweils zwei Prozentpunkte dazu. Die SPD und die Linke verlieren jeweils einen Punkt und die FDP gewinnt einen Prozentpunkt. Insgesamt erhält die Regierungskoalition 56 Prozent der Wählerstimmen.
Der Deutschlandtrend ist eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des ARD-Morgenmagazins. Befragt wurden am 21. und 22. März 1.000 Menschen. Die Fehlertoleranz liegt bei 1,4 (bei einem Anteilswert von 5%) bis 3,1 (bei einem Anteilswert von 50%) Prozentpunkten.