Wie fand die tschechische Miss World Marketa Korinkova ihren Weg zum Islam?
Dubai (nex) – Die ehemalige Schönheitskönigin Tschechiens Marketa Korinkova konvertierte in Dubai zum Islam. Hier gab sie auch öffentlich bekannt, dass sie den Islam angenommen hat. Eine unerklärliche Last sei dadurch von ihrem Herzen gefallen, sagt sie.
Nach einem Bericht der in London erscheinenden arabischsprachigen Tageszeitung „Al Quds Al-Arabi“ überraschte Marketa Korinkova – international bekannte Ausstatterin, Supermodel und Schauspielerin – ihre Fans mit der Bekanntgabe ihres Übertritts zum Islam und ihrer Namensänderung. Marketa nennt sich nun Mariam.
Mariam, bis vor ein paar Monaten noch Christin, erzählt, dass sie beschloss, den Islam anzunehmen. Sie ließ sich in Dubai nieder, wo sie nun lebt und arbeitet. Sie wurde bei einem Schönheitswettbewerb in Italien zur Miss Universum gewählt, wodurch sie internationalen Ruhm erlangte. Viele multinationale Unternehmen nahmen ihre Dienste für die Bewerbung ihrer Produkte in Anspruch. Schon bald wurde sie zum Supermodel, bekam Filmangebote aus Hollywood.
In dem Film ME90LOVE spielte sie eine Schlüsselrolle. Sie hatte die Position der Leiterin der Film- und Fernsehfakultät der Akademie der Musischen Künste (FAMU) in Prag inne. Als international gefeierte Designerin gründete Marketa eine Werbeagentur in Prag, bevor ein renommiertes Unternehmen in Dubai, Ali and Sons Group of Companies, sie als Vertriebsmanagerin anwarb.
Nachdem sie einige Zeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten verbracht hatte, beschloss sie, sich dauerhaft in Dubai niederzulassen. Die Stellung der Frau im Islam war für sie der Grund, diese Religion anzunehmen. Seit drei Jahren zog sie schon in Erwägung zu konvertieren. Als sie noch ein Kind war, habe man ihr erzählt, dass der Islam der Frau keinerlei Wert beimesse. Als sie sich mit dem Islam intensiv befasste, stellte sich die Wahrheit heraus, nämlich dass er den Frauen eine „höhere“ Stellung gebe – im Gegensatz zum Westen, der mit den Frauen im Namen der Freiheit spiele.
„Ich beschloss, nach Dubai zu gehen, um mich meinen Islamstudien intensiver widmen zu können“, erklärt sie.
Als sie mehr über diese Religion wusste, beschloss Maryam, eine ihr ganzes Leben ändernde Entscheidung zu treffen. Marketa hat einen Masterabschluss in Englischer Literatur der Karls-Universität Prag. Später machte sie ihren MA in Szenografie/Production Design an der staatlichen National Film and Television School (NFTS) bei London, der bedeutendsten Filmhochschule Großbritanniens. Auch für die BBC hatte sie gearbeitet.
Nach dem Miss World-Titel ging es stetig bergauf, doch, so sagt sie, obwohl sie alles hatte, war sie mental unzufrieden. Sie versuchte alles, um ihre innere Unruhe zu kompensieren. Sie suchte Zuflucht bei Wein, machte Musik und spielte Glücksspiele, aber sie konnte den Durst ihrer Seele so nicht stillen, erzählt sie. Ein Freund riet ihr vor drei Jahren, sich mit den verschiedenen Religionen zu beschäftigen. Als gebürtige Christin fand sie keinen Trost im Christentum. Enttäuscht von der christlichen Lebensweise begann sie, sich mit dem Islam auseinanderzusetzen. Diese Studien öffneten ihr die Augen.
Sie beschreibt das Gefühl in ihr folgendermaßen: Eine lange Zeit war eine Last in ihrem Herzen. Sie war grundlos unruhig. Als sie die Schahada, das Glaubensbekenntnis, sprach, war es mit der Unruhe vorbei. Mariam gab den westlichen Kleidungsstil auf und begann, den Hijab zu tragen. Als sie ihre Fotos mit Hijab postete, waren Millionen Fans überrascht. Sie dachten, dies gehöre zu ihrer Teilnahe an einer arabischen Modeschau. Als sie dann noch verkündete, dass sie den Islam angenommen und ihren Namen geändert hat, war die Überraschung umso größer.
Berlin (nex) – Die Stiftung Warentest hat dazu aufgerufen, Hasskommentare im Internet, die gegen bestehende Gesetze verstoßen, anzuzeigen, und in diesem Zusammenhang auch eine Art „Strafkatalog“ auf Facebook und Twitter veröffentlicht, aus dem hervorgeht, mit welcher Geldstrafe der Urheber welcher hetzerische Äußerung zu rechnen habe.
So sollen judenfeindliche Kommentare mit bis zu 5000 Euro geahndet werden, Anspielungen auf die Gaskammern des Dritten Reiches wurden beispielsweise mit 4800 Euro geahndet. Der Spruch „Merkel muss öffentlich gesteinigt werden“ kostet im Vergleich dazu 2000 Euro Strafe. Voraussetzung dafür, dass eine Geldstrafe für einen Hasskommentar verhängt wird, ist jedoch, dass dieser angezeigt wird.
Nutzer sollten sich von Hasskommentaren nicht entmutigen und davon abhalten lassen, sich an Debatten zu beteiligen, mahnt die Stiftung. „Eine aufgeklärte und fortschrittliche Gesellschaft benötigt rationale und sachliche Diskussionen. Diese dürfen nicht von jenen gekapert und verhindert werden, die nur Hass schüren wollen“, äußerte sich die Einrichtung in einem Facebook-Post, der bislang auf Facebook fast 900 Reaktionen hervorgerufen hat und mehr als 10 000 Mal gelikt wurde.
In den meisten Fällen können Betroffene Anzeigen einfach online erstatten, da die Polizeidirektionen der Bundesländer entsprechende Kontaktstellen im Internet eingerichtet haben. „Die Opfer von Internethass stehen dem nicht hilflos gegenüber und müssen auch keine komplizierten Wege mehr auf sich nehmen“, bemerkte die Stiftung.
Bielefeld (nex) – Über die Hintergründe einer Massenschlägerei in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) „Oldentruper Hof“ im Bielefelder Stadtteil Oldentrup herrscht immer noch Unklarheit.
Am Samstag war es dem Polizeibericht zufolge am späten Nachmittag zu Tätlichkeiten zwischen zwei jeweils 15 Personen großen Gruppen gekommen, die einander mit Stöcken und Fäusten angegriffen hätten, auch Messer sollen zum Einsatz gekommen sein. Es habe sich bei den Beteiligten um Angehörige tschetschenischer Familien und um Angehörige der jesidischen Volksgruppe aus dem Irak gehandelt haben. Beide seien in dem Gebäudekomplex untergebracht worden.
Fünf Männer sollen im Zuge der Auseinandersetzung zum Teil schwer verletzt worden sein, es sollen mehrere Personen unter anderem mit Schädel-Hirn-Trauma, Handfraktur, Schnittverletzungen und Gesichtsschädelfraktur ins Krankenhaus eingeliefert worden sein.
Im Laufe der Nacht sollen ein 24-jähriger und ein 42-jähriger Tschetschene festgenommen worden sein. Als die Polizei bereits einige Kräfte abgezogen hatte, soll eine etwa 100-köpfige Gruppe von Jesiden noch einmal am „Oldentruper Hof“ aufgetaucht sein, um eine erneute Konfrontation zu suchen. Die Polizei und der Sicherheitsdienst der Unterkunft konnten dies verhindern und noch in der Nacht wurden alle tschetschenischen und jesidischen Familien auf Veranlassung der Bezirksregierung Detmold in andere Städte außerhalb Ostwestfalens gebracht.
Kriminalpolizei und Staatsschutz ermitteln noch hinsichtlich des Hintergrundes der Eskalation. Angeblich soll es bereits zuvor zu Spannungen zwischen Angehörigen der Gruppen gekommen sein. Ein Funktionär eines jesidischen Jugendverbandes erklärt in der „Welt“, die Auseinandersetzung habe einen religiösen Hintergrund, die Tschetschenen seien von einer salafistischen Gruppierung motiviert worden, die Jesiden als „Ungläubige“ zu bezeichnen und sie anzugreifen.
Es soll mehrere Fälle dieser Art gegeben haben, was auch an die politische Führung im Saarland mit der Bitte herangetragen worden sei, für getrennte Unterkünfte zu sorgen. Die Behörden sahen hingegen bis dato offenbar keinen Anlass, dieser zu entsprechen.
Vor einigen Tagen hatte die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtet, dass Behauptungen der christlich-evangelikalen Organisation „Open Doors“, wonach es zu „Christenverfolgungen“ durch radikale Sunniten in mehreren Flüchtlingsheimen gekommen sei, sich als substanzlos erwiesen hätten.
Gazimagusa (nex) – Die nächsten sieben Monate seien für den Verhandlungsprozess zur Lösung der Zypernfrage von entscheidender Bedeutung, erklärte der Präsident der Türkischen Republik Nordzypern (TRNZ), Mustafa Akinci, am gestrigen Sonntag.
Akinci machte diese Äußerungen während einer Grundsatzrede auf einem Festival im nordzypriotischen Gazimagusa. Der Präsident wies eindringlich darauf hin, dass die Zypernfrage vor allem wegen der kommenden Generationen gelöst werden müsse.
Die nächsten sieben Monate würden von entscheidender Bedeutung für die Gründung einer föderalen Struktur mit Teilstaaten sein, unterstrich er und fügte hinzu: „Ich verspreche, mein Bestes zu geben und diesen Zeitrahmen optimal zu nutzen.
„Ich hoffe, dass wir alle zusammen eine Zukunft aufbauen werden, in der wir alle gemeinsam friedlich, konfliktfrei miteinander leben können, in der wir in höchstem Maße miteinander kooperieren und ich hoffe auch, dass die Türkei und Griechenland weitere Beziehungen zusammen mit der Türkei und der Europäischen Union knüpfen werden“, fuhr Akinci fort.Die Gespräche über die Wiedervereinigung der griechisch- und der türkisch-zypriotischen Gemeinden auf der Insel wurden wiederaufgenommen, als der neugewählte Akinci mit seinem griechisch-zypriotischen Amtskollegen Nicos Anastasiades zusammenkam.Die früheren Verhandlungen wurden im Oktober 2014 wegen eines Streits um Gasvorkommen abgebrochen.Das nördliche Drittel der Insel untersteht der türkisch-zypriotischen Regierung, der Süden hingegen wird von einer griechisch-zypriotischen Regierung beherrscht. Nachdem Griechenland 1974 auf der Insel einen Militärputsch durchführte, intervenierte die Türkei als Garantiemacht.
PKK-Terroristen entweihen Moschee und Koranexemplare in SüdosttürkeiSirnak/Türkei (nex/aa) – Die Zentralmoschee Geylani in Sirnak wurde von PKK-Terroristen bombardiert, mehrere Koranexemplare wurden verbrannt und zerrissen. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu in Erfahrung bringen konnte, haben PKK-Terroristen in der südosttürkischen Provinz Sirnak, wo die Anti-Terror-Operationen andauern, eine Moschee und mehrere Koranexemplare entweiht.
Ein Team der Nachrichtenagentur Anadolu konnte vor Kurzem die Zentralmoschee Geylani in Sirnak von innen besichtigen. Es wurden nicht nur Räumlichkeiten der Moschee in Ruinen verwandelt – die Wände sind von Einschusslöchern durchsiebt –, sondern auch Seiten aus dem heiligen Buch der Muslime zerrissen, verbrannt und in der Moschee verstreut.Nach Angaben einer anonymen Sicherheitsquelle wurde das Gotteshaus von den PKK-Terroristen etwa einen Monat lang als Unterschlupf verwendet und anschließend zerstört. Die Aufnahmen von Anadolu, die am gestrigen Sonntag gesendet wurden, zeigen, wie Soldaten die entweihten Blätter der Koranexemplare behutsam aufheben und diese in höher hängenden Regalen ablegen.
Die Quellen, die auf Grund von Restriktionen bezüglich öffentlicher Äußerungen unter der Bedingung der Anonymität mit den Medien sprachen, teilten mit, dass die PKK-Terroristen eine selbstgemachte Bombe im Eingangsbereich der Moschee zur Detonation gebracht hatten, um die Sicherheitskräfte am Vorankommen zu hindern. Die Explosion verursachte großen Schaden in der Gebetsstätte.Die Terroristen eröffneten von den Moscheefenstern aus das Feuer auf die Sicherheitskräfte, die mit Tarnplatten bedeckt waren, fügten die besagten Quellen hinzu. Die seit dem 14. März andauernde Anti-Terror-Operation hat die Reinigung der Stadt von Terroristen und die Wiederherstellung der öffentlichen Sicherheit zum Ziel. Bislang wurden 408 Terroristen von Sicherheitskräften in Sirnak „neutralisiert“, 191 Barrieren beseitigt und 29 Gräben wiederaufgefüllt. Desweiteren beschlagnahmten die Sicherheitskräfte in den vergangenen 90 Tagen 1 122 selbstgemachte Sprengsätze, fügten die Informationsquellen hinzu.
Istanbul (nex) – Markar Esayan, ein armenischstämmiger Abgeordneter der Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt (AKP), der den zweiten Wahlbezirk von Istanbul im Parlament vertritt, befindet sich unter den neuen Gesichtern des Exekutivkomitees der Partei.
Esayan ist eines der 23 neuen Mitglieder des Exekutivkomitees, das auf dem außerordentlichen Parteikongress einer umfassenden Revision unterzogen wurde. Auf dem Parteitag wurde auch mit 1 405 der insgesamt 1470 Stimmen Binali Yildirim zum neuen AKP-Vorsitzenden gewählt.Esayan, der sich bei den Wahlen am 7. Juni und am 1. November letzten Jahres aufstellen ließ, hatte beide Male den Einzug in die Große Nationalversammlung geschafft.Der 47-Jährige begann seine Karriere 1997 als Journalist bei der armenischsprachigen Tageszeitung Agos, bei der er ab 2001 auch Kolumnen schrieb. Später wechselte er zur Tageszeitung Taraf, wo er als Redaktionskoordinator und Chefredakteur tätig war. Seit 2013 schreibt Esayan für die Tageszeitung Yeni Safak.Auch für Daily Sabah war Esayan seit ihrer Gründung als Kolumnist tätig, bis er bei den Wahlen des 7. Juni ins Parlament gewählt wurde.
Mainz (ots) – Seit dem 11. April 2016 läuft mit „Generation What?“ die größte jemals aufgelegte europaweite Studie zur Lebenswelt junger Menschen zwischen 18 und 34 Jahren. Bisher haben sich mehr als 650 000 Menschen aus 31 Ländern Europas an der Umfrage beteiligt, die in Deutschland vom ZDF, dem Bayerischen Rundfunk und dem SWR umgesetzt wird. Im ZDF und in ZDFinfo waren dazu bereits Begleit-Dokumentationen über die „Generation What?“ zu sehen – unter http://generation-what.zdf.de sind diese verfügbar. Die vierte Folge über „Generation What? Freunde und Feiern“ sendet ZDFinfo am Freitag, 27. Mai 2016, 8.15 Uhr.
Aus den bisherigen Beteiligungen an der Umfrage lassen sich bereits jetzt folgende Erkenntnisse gewinnen: Eine Mehrheit dieser Generation kann sich vorstellen, ohne Kinder, Autos, Fernsehen und Gott glücklich zu sein. Bei der Frage, ob ein Glücklichsein ohne Internet möglich wäre, klickte die Mehrheit dagegen „Nein“ an.
Am Sonntag in die Kirche, am Abend mit der ganzen Familie vor dem Fernseher und am Wochenende ein Ausflug mit dem neuen Auto: Was im bürgerlichen Leben der Nachkriegszeit einst so wichtig war, scheint in ganz Europa an Relevanz zu verlieren. In Deutschland können sich etwa 80 Prozent der 18- bis 34-Jährigen ein Leben ohne Gott, 70 Prozent ein Leben ohne Auto und 52 Prozent ein Leben ohne Kinder vorstellen. Überraschend das Ergebnis für Italien: Dort können sich sogar 76 Prozent der jungen Menschen ein Leben ohne Kinder vorstellen. Trifft also das Klischee der kindervernarrten italienischen Großfamilie gar nicht mehr zu?
Ohne Internet geht es dagegen weniger: Eine knappe Mehrheit von 52 Prozent der Antwortenden in Deutschland gaben an, sich nicht vorstellen zu können, ohne Internet glücklich zu sein. Auch auf Sport, Musik (88 Prozent) und Bücher (71 Prozent) wollen die meisten nicht verzichten.
Das Kopftuch stört nicht, wohl aber der String-Tanga: Auch die Ergebnisse zu dem, was die Studienteilnehmer stört, sind interessant: Nur 39 Prozent der jungen Deutschen stören sich am Kopftuch, für 61 Prozent ist eine Verschleierung von Mädchen auf der Straße oder am Arbeitsplatz kein Problem. Damit scheint in Deutschland die Toleranz vergleichsweise groß auszufallen. In Frankreich dagegen stört sich eine Mehrheit von 56 Prozent am Kopftuch auf der Straße oder am Arbeitsplatz. Auf der anderen Seite mögen die deutschen Teilnehmer keine Männer, die Frauen hinterherpfeifen (72 Prozent). Sie stören sich mehrheitlich auch an Mädchen, die ihre Hose so tragen, dass ihr String-Tanga zu sehen ist (53 Prozent) sowie an Männern, die ihre Hose so tief tragen, dass die Unterwäsche herausschaut (51 Prozent).
Noch bis November können junge Menschen zwischen 18 und 34 Jahren auf www.generation-what.de an der Umfrage teilnehmen: 149 Fragen von Politik über Religion bis hin zu Sexualität und Lebensglück. Das Ziel: Die Generation der 18- bis 34-jährigen Europäer soll die Chance erhalten, selbst ein Bild ihrer Generation zu zeichnen. Koordiniert wird „Generation What?“ von der Europäischen Rundfunkunion (EBU), in Deutschland begleiten das ZDF, der Bayerische Rundfunk und der SWR das Projekt.
Auf der Webseite www.generation-what.de kann man sich bereits jetzt unter den Rubriken „So denkt Europa“ oder „So denkt Deutschland“ nach Alter, Bildung und Geschlecht differenzierte Befunde „in Echtzeit“ anzeigen lassen und sie per Mausklick auf allen Webseiten einbinden. Im November wird das Sinus-Institut in Zusammenarbeit mit Soziologen aus ganz Europa anhand einer repräsentativ gezogenen Stichprobe die Endergebnisse zum Projekt „Generation What?“ in Kooperation mit den Sendern vorstellen.
Mainz (nex) – Der umstrittene Mainzer FDP-Aktivist Tobias Huch hat anlässlich des für Montag geplanten Zusammentreffens zwischen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Istanbul mit Pöbeleien gegen beide Spitzenpolitiker auf sich aufmerksam gemacht.
Darüber hinaus machten er und einige seiner Anhänger online gegen den Türkei-Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Abgeordneten für Montabaur, Dr. Andreas Nick, mobil, der jüngst im Bundestag die Erfolge des maßgeblich von der deutschen Kanzlerin ausgehandelten Flüchtlingspaktes zwischen der EU und der Türkei gewürdigt hatte. Die Kanzlerin wird am Montag am Rande eines UN-Gipfels zur humanitären Hilfe in Krisensituationen mit Präsident Erdogan über den Flüchtlingspakt sprechen, dessen Bestand in Frage steht, weil die Türkei der EU vorwirft, sich im Zusammenhang mit der geplanten visafreien Einreise für türkische Staatsangehörige nicht an die Vereinbarungen zu halten.
Dass MdB Nick sich im bei der Debatte um den Flüchtlingspakt gegen undifferenzierte Angriffe auf die Türkei und deren Präsidenten gewandt hatte, nahm Huch zum Anlass für einen pathetischen Post auf Facebook, in dem auch Kontaktdaten des Abgeordneten angegeben wurden. Daraufhin haben offenbar Anhänger des als Stadtratskandidat der FDP gescheiterten Erotikunternehmers den Politiker mit Zuschriften eingedeckt, in denen dieser als vermeintlicher Mittäter angeblicher „Verbrechen Erdogans“ bezeichnet wurde. Den Politiker scheint die Anfeindungskampagne jedoch kalt zu lassen.
Auf Facebook machte Nick deutlich, dass er nicht gedenke, sich von Huch und seinen vorwiegend aus dem Umfeld der terroristischen PKK und islamfeindlichen Kreisen stammenden Anhängern einschüchtern zu lassen.
„Als Türkei-Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion werbe ich beständig dafür, sehr sorgfältig zu differenzieren zwischen legitimer und berechtigter Kritik am türkischen Staatspräsidenten und der innenpolitischen Entwicklung der Türkei insbesondere im Bereich von Meinungs- und Pressefreiheit, Rechtsstaatlichkeit und dem Umgang mit Minderheiten einerseits und dem Bedienen oder gar Schüren von pauschalen anti-türkischen Ressentiments andererseits“, erklärte Nick und fuhr fort:
„Dafür werde ich jetzt von einem angeblichen Liberalen – der laut Wikipedia vorbestraft ist – und seinen offenbar extremistischen Freunden mit einem Shitstorm überzogen, indem man mir eine genau gegenteilige Aussage in den Mund legt.“
Auf dieses Niveau der Diskussion werde er sich jedoch nicht einlassen, so der Politiker weiter, „sondern weiterhin klar und eindeutig in der Sache, aber nüchtern und sachlich im Ton meine Arbeit als Türkei-Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion fortsetzen: für eine prosperierende Türkei mit einer lebendigen Zivilgesellschaft und stabilen demokratischen Verhältnissen und für konstruktive deutsch-türkische Beziehungen.“
Gerade angesichts von mehr als drei Millionen Menschen mit türkischem Hintergrund, die in Deutschland zu Hause seien, sei es „unsere gemeinsame Verantwortung, die innenpolitische Polarisierung in der Türkei nicht noch weiter zu verschärfen oder gar derartige Methoden in unsere Gesellschaft hineinzutragen“.
(Foto: Facebook/Screenshot)
Düsseldorf (ots) – Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat Zweifel am Bestand des EU-Türkei-Abkommens zurückgewiesen.
„Fakt ist doch: Es gibt ein Abkommen mit beiderseitigen Verpflichtungen, und bisher halten sich alle Seiten daran“, sagte Steinmeier der „Rheinischen Post“.
Den Skeptikern hielt Steinmeier entgegen: „Erst glaubte kaum jemand daran, dass die Vereinbarung kommt. Dann hielten die selbst ernannten Experten die Vereinbarung für nicht umsetzbar. Jetzt heißt es, sie werde sowieso scheitern.“
Der Außenminister räumte dennoch ein: „Aber richtig ist: Die Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit, Eingriffe in Rechtstaatlichkeit, der eskalierende Kurdenkonflikt und jetzt auch die Aufhebung der Immunität von Abgeordneten – all dies sind Entwicklungen, die uns Sorgen machen und die wir, ganz unabhängig vom Interesse an einer konstruktiven Zusammenarbeit, nicht ignorieren können, sondern über die wir mit Ankara sprechen müssen.“
Düsseldorf (ots) – Grünen-Chef Cem Özdemir hat davor gewarnt, gegenüber der Türkei die Kriterien für die Gewährung der Visa-Freiheit aufzuweichen.
Er halte es für das „völlig falsche Signal, dass die Europäische Union die Visafreiheit mit einem fragwürdigen Kuhhandel verknüpft hat“, sagte der Grünen-Politiker der „Rheinischen Post“.
Ankara müsse zuerst alle Bedingungen erfüllen. Leider sei Bundeskanzlerin Angela Merkel dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan viel zu weit entgegengekommen.
„Es tut mir selbst als Oppositionspolitiker weh, die deutsche Kanzlerin jetzt von Istanbul nach Ankara auf den Knien rutschen zu sehen“, so Özdemir.
Zugleich forderte der Grünen-Chef eine unabhängige Untersuchung, um die Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen in der Türkei zu prüfen.
„Wir brauchen eine unabhängige Untersuchung der schwerwiegenden Vorwürfe, beispielsweise durch die OSZE“, sagte Özdemir.
Es könne nicht sein, dass die große Koalition sich damit zufrieden gebe, dass Ankara die Menschenrechtsorganisation Amnesty International zu Türkeifeinden erkläre, sagte der Oppositionspolitiker.