Internationaler Tag gegen Drogenmissbrauch
Türkischer Vize-Premier Kurtulmuş: PKK und andere Terroristen sind Hauptakteure im globalen Handel mit Drogen

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Istanbul (nex) – Der stellvertretende türkische Premierminister Numan Kurtulmuş hat den so genannten Narco-Terrorismus als Anlass zum Kopfzerbrechen für die Welt bezeichnet und darauf hingewiesen, dass terroristische Vereinigungen in aller Welt den Drogenhandel zur Finanzierung ihrer Aktivitäten nutzen. Kurtulmuş sprach im Rahmen einer von der Vereinigung „Grüner Halbmond“ (Yeşilay), einer Initiative gegen Drogenmissbrauch, organisierten Veranstaltung aus Anlass des Internationalen Tages gegen Drogenmissbrauch und illegalen Handel mit Betäubungsmitteln. Insbesondere im Bereich der Bildung erfordere der Kampf gegen den Drogenmissbrauch einen veränderten Zugang, betonte der stellvertretende Regierungschef. Er wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Drogenhandel weltweit von terroristischen Organisationen betrieben werde, von der PKK bis hin zur kolumbianischen FARC-Guerilla. „Die Hauptverantwortlichen für den internationalen Drogenschmuggel sind terroristische Organisationen“, betonte Kurtulmuş. „Wir müssen dies durch angemessene Bildung bekämpfen.“ Auch der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, hat eine Erklärung anlässlich der Veranstaltung beigesteuert, in der es heißt: „An diesem Tag gegen Drogenmissbrauch und illegalen Handel mit Betäubungsmitteln rufe ich Länder und Gemeinschaften auf, darin fortzufahren, das Leben jedes Menschen, der durch Drogenmissbrauch beeinträchtigt wird, zu verbessern, indem man den Schutz und die öffentliche Sicherheit durch einen größeren Fokus auf Gesundheit, Menschenrechte und nachhaltige Entwicklung verbessert.“ Auch ein Bericht des türkischen Innenministeriums, welcher der Nachrichtenagentur Anadolu vorliegt, zeigt auf, dass der illegale Handel mit Betäubungsmitteln die hauptsächliche Finanzierungsquelle für terroristische Organisationen ist, inklusive der PKK. Letztere ist in allen Phasen des Drogenhandels präsent, von der Herstellung über Transport, Verteilung und Verkauf, so der Bericht zum Narco-Terrorismus. Unter anderem soll die PKK ihr eigenes Heroin in Laboratorien herstellen, die in ihren Camps im Nordirak unterhalten werden. Von dort aus führe man die Drogen nach Europa aus und verkaufe sie dort. Auch in den Drogenverkauf vor Ort seien PKK-Mitglieder involviert. Darüber hinaus betreibe die PKK zudem Cannabisanbau in den ländlichen Gebieten der südosttürkischen Provinz Diyarbakır. Diese Annahme bestätigte sich auch im Zuge der anhaltenden Antiterror-Operation gegen die Extremisten im Südosten der Türkei.

Türkisch-israelische Beziehungen
Rom: Türkei und Israel einigen sich auf Normalisierung der Beziehungen

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Rom (nex) – Die Türkei und Israel haben sich nach sechs Jahren offenbar endgültig auf eine Normalisierung ihrer Beziehungen geeinigt. Der türkische Premierminister Binali Yıldırım soll sich im Laufe des Montags im Rahmen einer Pressekonferenz noch genauer zu den Einzelheiten der Vereinbarung äußern. Am Mittwoch soll die Einigung auch vom israelischen Sicherheitskabinett abgesegnet werden. Derzeit soll sich auch der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu in Rom aufhalten. Offiziell noch nicht bestätigten Angaben zufolge habe Israel sich bereiterklärt, türkische Bedingungen für eine Wiederaufnahme normaler diplomatischer Beziehungen zwischen den Ländern zu erfüllen. So soll es eine Entschädigung in Höhe von 20 Millionen US-Dollar für die Familien der Toten auf dem Mavi-Marmara-Schiff geben, das 2010 von israelischen Sicherheitskräften gestürmt worden war. Auch soll der Türkei eine stärkere humanitäre Präsenz im Gazastreifen ermöglicht werden, der seit 2007 einem Embargo durch die israelische Regierung unterliegt. Die Türkei soll künftig dazu ermächtigt sein, humanitäre Hilfe nach Gaza zu schicken und Infrastrukturprojekte inklusive der Errichtung von Wohnhäusern in Gaza umzusetzen. Einem höheren Offiziellen zufolge, der mit der Nachrichtenagentur Anadolu sprach, soll auch ein 200 Betten fassendes Türkisch-Palästinensisches Freundschaftshospital im Gazastreifen errichtet werden können. Zudem sollen die jeweiligen Botschafter wieder zurückkehren. Die Vereinbarung ändere jedoch nichts am Status der Hamas, die 2006 im wenige Monate zuvor von Israel geräumten Gazastreifen die Macht ergriffen hatte und die von Israel als terroristische Organisation eingestuft wird. Die Türkei soll auch in einem gesonderten Abkommen zugesagt haben, sich für die Rückführung der Leichen zweier im Gazastreifen vermisster und wahrscheinlich getöteter israelischer Soldaten einzusetzen. Die Eltern der Betroffenen hatten zuvor gefordert, dieses Thema mit in das Versöhnungsabkommen aufzunehmen. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel lagen seit 2010 auf Eis, nachdem neun türkische Staatsangehörige und ein US-Amerikaner bei Zusammenstößen zwischen Gaza-Aktivisten und israelischen Einsatzkräften auf dem Gaza-Solidaritätsschiff Mavi Marmara getötet worden waren. Die Aktivisten auf dem Schiff hatten versucht, die Gaza-Blockade, die infolge der Machtergreifung durch die Hamas verhängt worden war, zu durchbrechen. Daraufhin hatten israelische Sicherheitskräfte das Schiff gestürmt. Nach Vermittlung durch US-Präsident Barack Obama hatte sich Israels Premierminister Benjamin Netanjahu im März 2013 beim damaligen türkischen Premierminister und heutigen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan für „Fehler“ entschuldigt, die zu den Todesfällen geführt hätten.

"Verbrechen gegen die Menschlichkeit"
Menschenrechtsgruppe: Mehr als 12000 Menschen vom syrischen Regime zu Tode gefoltert

Mehr als 12.000 Menschen sind nach Angaben einer Menschenrechtsgruppe seit 2011 vom syrischen Regime zu Tode gefoltert worden. London (nex) – In einem am gestrigen Sonntag veröffentlichten Statement erklärte das Syrische Netzwerk für Menschenrechte (SNHR), dass 12.679 Menschen vom März 2011 bis zum Juni 2016 durch Folter gestorben seien. „Etwa 12.596 Menschen wurden von Sicherheitskräften des Regimes getötet. Unter ihnen befanden sich 163 Kinder und 53 Frauen“, heißt es in dem am Internationalen Tag zur Unterstützung der Folteropfer veröffentlichten Statement. Nach Angaben der in London ansässigen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden 18 Menschen von der PYD, dem syrischen Ableger der Terrororganisation PKK, getötet. „Weitere 29 Personen wurden vom IS (Daesh) getötet, unter den Opfern befanden sich auch ein Kind und 13 Frauen“, so das Statement. Die Menschenrechtsgruppe berichtet, dass 19 Menschen von syrischen Oppositionsgruppen und weitere 15 von der al-Nusra Front getötet worden seien. „Das syrische Regime ist für 99 Prozent aller Todesfälle durch Folter in Gefangenenlagern verantwortlich.“ Der Leiter des SNHR, Fadl Abdel-Ghani erklärte, seine Organisation habe keinen Fall von Festnahme durch richterliche Anordnung dokumentieren können. „Das Regime hat Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen“, betonte er und zählte sexuelle Übergriffe, Ermordungen und das Verschwindenlassen als einige der Praktiken des syrischen Regimes auf. Syrien befindet sich seit 2011 in einem Bürgerkrieg. Das Assad-Regime hatte damals eine Demonstration für Demokratie, die als Teil der Aufstände im „Arabischen Frühling“ entstanden war, mit unerwarteter Brutalität und unverhältnismäßiger Gewalt niedergeschlagen. Seitdem wurden nach Angaben der UNO im ganzen Land mehr als 250.000 Menschen getötet und mehr als zehn Millionen Menschen vertrieben. Die Nichtregierungsorganisation Syrisches Zentrum für Politische Forschung geht jedoch von 470.000 Toten seit Ausbruch des Krieges vor fünf Jahren aus.

Initiator der "Kölner-Klagemauer"
Israel-Kritiker Walter Herrmann gestorben

Dortmund (nex) – Der Kölner Friedensaktivist Walter Herrmann ist am gestrigen Sonntag im Alter von 77 Jahren in einem Krankenhaus gestorben. Anfang Januar war bei ihm Leukämie diagnostiziert worden. Herrmann wurde durch seine Klagemauer berühmt, die er 1991 während des Golfkrieges unter der Bezeichnung „Klagemauer für Frieden und Völkerverständigung“ vor dem Dom aufgestellt hatte. Seitdem hinterließen Hunderttausende Besucher aus aller Welt auf Pappkarten ihre Friedensbotschaften. Die Klagemauer wurde international bekannt. Herrmann verlagerte seinen Schwerpunkt auf die Situation der Palästinenser im Gaza-Streifen, man warf ihm zunehmend Einseitigkeit vor, weshalb das Bürgerzentrum „Alte Feuerwache“ ihm kündigte. Hier brachte er abends seine „mobile Gaza-Mauer“ unter. Pfarrer Franz Meurer, der ihn zuletzt immer wieder besucht hatte, sagte, Herrmann habe am vergangenen Freitag eine Schenkungsurkunde für die mehr als 100.000 Pappschilder aufgesetzt. Sie werden nun in den Besitz von Stadtmuseum und Historischem Archiv übergehen. Meurer berichtete dem Express, der Friedensaktivist sei friedlich eingeschlafen. Er habe es oft übertrieben, so Meuer, aber seine der Klagemauer zugrunde liegende Idee sei „super“ gewesen. Die deutsche Publizistin und Gründerin der deutschen Abteilung der Organisation „Jüdische Stimmer für gerechten Frieden im Nahost, Evelyn Hecht-Galinski, schrieb auf ihrer Facebookseite: „Ein Freund ist gegangen, ich bin unendlich traurig! Walter Herrmann verstarb am heutigen Sonntag dem 26.06.2016. Ich habe dich und Deinen Mut, Deinen unbeugsamen Charakter bewundert. Solche Menschen braucht die Gesellschaft. Ich werde Dich und unseren regen Briefverkehr vermissen.Nach dem plötzlichen Tod von meinem anderen Freund Peter Kleinert, ist Dein Tod ein weiterer trauriger Punkt in diesem Jahr, eine Zäsur der Endlichkeit. Ruhe in Frieden mein Freund Walter, du bleibst unvergessen und lebst in der Klagemauer weiter! Köln, die Palästinenser und die Schwachen und Entrechteten haben ein Freund verloren!“

Normalisierungsprozess
Türkischer Ministerpräsident kündigt normalisierte Beziehungen zu Israel an

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Ankara (nex) – Die Türkei kündigte am heutigen Montag ein Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen zu Israel nach sechsjähriger Eiszeit an. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim erklärte nach dem Abkommen, das am morgigen Dienstag unterzeichnet werden soll, dass die Türkei und Israel wieder Botschafter in das jeweils andere Land entsenden würden.

Im Rahmen des Abkommens wird Israel 20 Millionen US-Dollar an die Familienangehörigen der Opfer des Angriffs auf das Schiff Mavi Marmara der Hilfsflottille, der die schlechten Beziehungen noch verstärkt habe, zahlen, erklärte Yildirim auf einer Pressekonferenz im Cankaya Palast. Des Weiteren werde am kommenden Freitag ein türkisches Schiff mit 10.000 Tonnen Hilfsgütern das Land in Richtung des israelischen Hafens Aschdod verlassen, fügte Yildirim hinzu. Die Türkei und Israel erreichten das Versöhnungsabkommen zur Normalisierung der Beziehungen am gestrigen späten Sonntagabend. Wie das Weiße Haus mitteilte, dankte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu am gestrigen Sonntag dem US-Vizepräsidenten Joe Biden für die Ermutigung zu den Gesprächen zur Normalisierung der Beziehungen mit der Türkei. Während des Telefongesprächs – Netanjahu rief Biden an – gratulierte Biden dem israelischen Ministerpräsidenten zum Prozess der Normalisierung und wies auf die großen Vorteile im Sicherheitsbereich und in der Wirtschaft für beide Länder, aber auch die weitere Region des Mittelmeerraums und des Nahen Ostens hin, heißt es in dem Statement des Weißen Hauses. Die Beziehungen zwischen Ankara und Tel Aviv befanden sich seit dem Jahr 2010 auf einem Tiefstand. Damals waren sechs zivile Schiffe einer Hilfsflotte in internationalen Gewässern von israelischen Sicherheitskräften angegriffen worden. Die Aktivisten versuchten, die von Israel verhängte Blockade über dem Gazastreifen zu brechen. Neun türkische Staatsbürger wurden getötet, 30 weitere Personen verletzt. Eine Person starb nach fast vier Jahren nach dem Zwischenfall, bei dem er sich ernsthafte Verletzungen zugezogen hatte. Die Türkei hatte nach dem Angriff eine offizielle Entschuldigung von Israel, Entschädigungszahlungen für die Angehörigen der Opfer sowie die Aufhebung der Gaza-Blockade verlangt. 2013 hatte sich Netanhjahu beim damaligen türkischen Minister- und jetzigen Staatspräsidenten Erdogan wegen des Angriffs entschuldigt. In den vergangenen Monaten hatten die beiden Länder Gespräche zur Normalisierung der Beziehungen aufgenommen.

Messi 2018 nicht mehr dabei
Argentinien: Lionel Messi beendet nach Niederlage bei Copa América seine Nationalmannschaftskarriere

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Buenos Aires (nex) – Schock für Fußball-Fans in der ganzen Welt: Die Weltmeisterschaft in der Russischen Föderation in zwei Jahren wird ohne Argentiniens Ausnahmekönner Lionel Messi stattfinden. Der seit 2005 für den zweimaligen Weltmeister und 14-maligen Copa-América-Gewinner auflaufende Messi hat am Montag nach der Niederlage seiner Mannschaft im diesjährigen Amerika-Bewerb seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekanntgegeben. Trotz einer überlegen geführten Partie gegen Chile mit einem Verhältnis von 18:4 an Torschüssen scheiterte Argentinien an seiner eigenen Chancenauswertung. Nach einem 0:0 und einer torlosen Verlängerung musste die diesjährige Copa América im Elfmeterschießen entschieden werden. Messi selbst schoss den ersten für sein Team über das Tor. Zuvor war auch Bayern-Star Arturo Vidal für die Chilenen gescheitert. Am Ende gewann Chile das Penaltyschießen mit 4:2. Messi blieb damit im Laufe seiner Karriere in der Nationalmannschaft ohne Titel. Im Laufe der letzten drei Jahre war es die dritte Finalniederlage Argentiniens in einem großen Wettbewerb. Nach dem 0:1 gegen Deutschland bei der WM 2014 in Südafrika gab es im Vorjahr eine 1:4-Niederlage im Elfmeterschießen beim CONMEBOL-Südamerikapokal. Der Gegner hieß dabei ebenfalls Chile. Der 29-jährige Messi erklärte nach dem Finalspiel vor Journalisten: „Ich habe meine Entscheidung getroffen, meine Zeit in der Nationalmannschaft ist vorbei.“ Neben Messi hatte auch Mannschaftskollege Lucas Biglia seinen Elfmeter vergeben.

Bauerntag in Hannover
Krise in der Landwirtschaft: Bis zu 14.000 Bauern geben auf

Osnabrück (nex) – Bauernpräsident Joachim Rukwied rechnet damit, dass angesichts der Krise in der Landwirtschaft innerhalb eines Jahres bis zu 14.000 Betriebe zumindest teilweise aufgeben. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der Vorsitzende des Bauernverbandes: „Die Situation auf den Höfen reicht von sehr angespannt bis dramatisch.“ Binnen zwei Jahren hätten viele Betriebe mehr als die Hälfte ihres Einkommens verloren, weswegen sich der Strukturwandel in der Landwirtschaft beschleunige. „Es zeichnet sich ab, dass binnen eines Jahres fünf Prozent der Betriebe aufgeben“, sagte Rukwied. Nicht alle stiegen komplett aus, einige Landwirte würden auch einzelne Betriebszweige wie die Tierhaltung aufgeben. Rukwied forderte von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) auf dem am Mittwoch beginnenden Bauerntag in Hannover Aussagen über eine Höhe der Finanzhilfen durch die Bundesregierung. Nach dem sogenannten Milchgipfel Ende Mai in Berlin hatte Schmidt „100 Millionen Euro plus X“ zugesagt. Rukwied: „Ich erwarte von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt, dass er auf dem anstehenden Bauerntag sein X konkretisiert. Die Bauern erwarten eine konkrete Zahl.

Kampf gegen Terror
Terrorismus: Nach EU verschärft auch Russland Anti-Terror-Gesetze

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Moskau (nex) – Nicht nur in der EU, auch in der Russischen Föderation werden Wege zu einer wirksameren Bekämpfung des Terrorismus diskutiert. In seiner letzten Sitzung vor den am 18. September 2016 anstehenden Wahlen zur Staatsduma beschlossen die Abgeordneten eine Verschärfung der russischen Antiterrorgesetze. Ein wesentliches Element der Neuerungen ist die Vorratsdatenspeicherung. Künftig sollen Telefonate, E-Mails oder Chats sechs Monate lang von den Dienstanbietern gespeichert werden, die Verbindungsdaten sogar drei Jahre. Internetanbieter müssen Inhalte ein Jahr speichern. Ursprünglich war beantragt worden, die Aufbewahrungspflicht für die Daten auf drei Jahre lang auszuweiten. Nach Protesten russischer Telekommunikationsunternehmen, die auf die hohen Kosten solcher Maßnahmen aufmerksam machten, wurde der Entwurf jedoch im Laufe des parlamentarischen Prozesses noch abgeändert. An der seit der letzten Neufassung des Gesetzes gegen Extremismus im Frühjahr 2014 weitreichenden Definition des Extremismus- und Terrorismusbegriffes hat sich nichts geändert. Diese hatte für Diskussionen gesorgt, weil sie für ein deutliches Anwachsen der Verfahren und Verurteilungen gegen Social-Media-Nutzer gesorgt hatten. Auch Auflagen für missionierende religiöse Gemeinschaften wurden verschärft. Damit will man unter anderem die Ausbreitung salafistischer Ideen, aber auch westliche Unterwanderungsversuche durch Religionsgemeinschaften wie Scientology oder evangelikale Bewegungen kontrollieren.

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"Homosexuelle Beziehung"
Fall Fethullah Gülen: Polizisten des Mordes an Enthüllungsjournalisten beschuldigt

Istanbul (nex) – Der flüchtige Imam im selbst auferlegten Exil, Fethullah Gülen, steht erneut im Rampenlicht. Es geht dabei um die Ermittlungen in der Ermordung eines Journalisten im Jahr 2011 in der nordwesttürkischen Provinz Kirklareli. Mehrere Polizeibeamte wurden wegen der angeblichen Vertuschung des Mordes an dem Journalisten, der an einem Buch über Gülens Privatleben schrieb, festgenommen. Haydar Meric wurde 18 Tage nach seiner Entführung durch unbekannte Angreifer tot im Meer aufgefunden. Medienberichten zufolge wurde er im Meer versenkt, kurz nachdem er seinen Freunden erzählt hatte, dass er ein Buch über Gülens Zeit als Imam in Kirklareli in den 60er Jahren schreibe. In dem Buch soll es um eine homosexuelle Beziehung Gülens zu einem Reinigungsarbeiter einer Moschee, an der auch er angestellt war, gehen, heißt es weiter. Die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, dass der renommierte Enthüllungsjournalist von Polizisten mit Verbindungen zur FETÖ (Gülen-Netzwerk) mit der Begründung abgehört wurde, Mitglied einer linksterroristischen Organisation zu sein, nachdem er seine Pläne über das Buch bekanntgemacht hatte. Später wurde er tot aufgefunden und der Mord wurde auf eine angebliche Auseinandersetzung mit unbekannten Verdächtigen zurückgeführt, die er aus seiner Zeit als Schatzsucher gekannt haben soll. Hikmet Meric, der Bruder des Ermordeten, der mit der türkischen Tageszeitung Sabah sprach, sagte, dass das Opfer damals regelmäßig Drohanrufe bekommen habe, das Buch nicht zu schreiben. Ihm selbst sei von Polizisten, die möglicherweise Verbindungen zur FETÖ gehabt hätten, nahegelegt worden, den Prozess zur Erfassung der Mörder seines Bruders aufzugeben. Haydar Meric wurde erstmals vom ehemaligen Polizeichef Hanefi Avci als ein mögliches Opfer von Polizisten, die Gülen-Anhänger sind, bezeichnet. Avci selbst musste wegen erfundener Anklagepunkte ins Gefängnis, nachdem er einen Bericht über die Infiltration der Strafverfolgungsbehörden durch FETÖ-Anhänger verfasst hatte. Avci deutete in einem Interview an, dass die mit FETÖ-Anhängern infiltrierten Strafverfolgungsbehörden in die Morde an Meric und Professor Necip Hablemitoglu involviert gewesen seien. Hablemitoglu wurde 2002 erschossen, bevor er sein umfassendes Buch über die FETÖ vollenden konnte.    

Islamophobie
Bericht: Hass gegen Muslime mit über 200 Millionen US-Dollar gefördert

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Washington (nex) – Nach einem gemeinsam veröffentlichten Bericht des Rates für amerikanisch-islamische Beziehungen (CAIR) und des Center for Race and Gender der California Berkeley Universität sind in den USA zwischen 2008 und 2013 circa 206 Millionen US-Dollar in Organisationen geflossen, die den Hass gegen Muslime fördern. Der Bericht listet 33 islamophobe Organisationen als den harten Kern auf, die mindestens 205,838,077 US-Dollar erhalten hätten und „Vorurteile gegen und Hass auf den Islam und Muslime fördern“. Zu den in dem Bericht mit dem Titel „Confronting Fear“ aufgezählten Gruppen gehören Abstraction Fund, Clarion Projects, David Horowitz Freedom Center, Middle East Forum, American Freedom Law Center and Center for Security Policy. Die Autoren entdeckten auch neue antimuslimisches Phänomene in den USA wie die „muslimfreien Geschäfte“ und die „bewaffneten antiislamischen Demonstrationen“. Es werden verschiedene antiislamische Demonstrationen aufgelistet, auf denen viele Teilnehmer Waffen dabei hatten, besonders nach dem misslungenen Versuch zweier Extremisten im vergangenen Januar, einen Anschlag auf eine Veranstaltung in Garland/Texas zu verüben. Weiter ist in dem Bericht zu lesen, dass seit 2014 einige Geschäfte in Arkansas, Florida, Kentucky, New York, Oklahoma und New Hampshire sich trotz des gesetzlichen Verbots solcher diskriminierenden Handlungen öffentlich zu „muslimfreien Geschäften“ erklärt hätten. „Die Präsidentschaftswahlen 2016 haben die Islamophobie salonfähig gemacht und zu einigen verfassungswidrigen Vorschlägen, die Muslime zum Ziel haben, geführt“, erklärt der Leiter der Abteilung zur Beobachtung und Bekämpfung von Islamophobie bei CAIR und Autor des Berichts, Corey Saylor. Dr. Hatem Bazian, der Co-Autor und Leiter des Projekts „Forschung und Dokumentation Islamophobie“ am Center for Race and Gender an der California Berkeley Universität, erklärte in einem Statement, dass der Bericht die nötige Grundlage für die Communities im ganzen Land liefern werde, auf den sie bei ihrem Engagement mit Politikern, Lehrern, Leitern ziviler Organisationen und den Medien zurückgreifen könnten. „Bildung und angewandte Forschung sind der beste Weg, eine positive Änderung der sozialen Gerechtigkeit in der Gesellschaft herbeizuführen, und dieser Bericht ist ein Schritt in diese Richtung“, erklärte Bazian.