Skandal in Brüssel
Türkei verurteilt „PKK-Propaganda im Europaparlament“

Ankara (aa) – Die Türkei hat am Donnerstag das Europäische Parlament für eine Veranstaltung verurteilt, an der laut türkischem Außenministerium führende Kräfte der Terrorgruppe PKK und ihrer Anhänger teilnahmen. Ankara verurteilte die „inoffizielle Veranstaltung, die auch das Prinzip der diskriminierungsfreien Bekämpfung terroristischer Organisationen ignoriert“, so das türkische Außenministerium in einer Erklärung am Donnerstag. Bei der „skandalösen Veranstaltung, die das Europäische Parlament organisierte, wurde von den Anführern der PKK-Terrorgruppe und ihren Anhängern terroristische Propaganda verbreitet und abscheuliche Drohungen gegen die Türkei und Präsident Recep Tayyip Erdogan ausgesprochen“, hieß es in der Erklärung. Es sei eine offene Unterstützung des Terrorismus, wenn man einigen Rädelsführern der Terrororganisation – die auch auf der Liste der Terrororganisationen der Europäischen Union stehen – die Teilnahme an einer Veranstaltung im Europäischen Parlament und die Verbreitung terroristischer Propaganda gestattet. Die Türkei fordert in ihrer Erklärung die EU-Institutionen und die EU-Mitgliedsstaaten auf, sich entschlossen gegen terroristische Organisationen zu wehren und Terroristen nicht länger unter ihre Fittiche zu nehmen. Der Sprecher des türkischen Präsidenten, Ibrahim Kalin, twitterte am Donnerstag, dass „es ein peinlicher Skandal“ sei, dass bei einer vom Europäischen Parlament organisierten Konferenz die Augen verschlossen wurden, als „terroristische Propaganda verbreitet und der türkische Staatspräsidenten beleidigt“ worden sei. Indem es „seine Türen für die PKK öffnet, die die Europäische Union als terroristische Organisation anerkannt hat, unterstützt das Europäische Parlament offen den Terrorismus und begeht damit eine Straftat“, unterstrich Kalin. Die Konferenz mit dem Titel „Die Europäische Union, die Türkei, der Nahe Osten und die Kurden“, wurde vom Europäischen Parlament in Brüssel abgehalten. Einige Führungsmitglieder der Terrororganisation in Europa – Adem Uzun, Remzi Kartal und Zubeyir Aydar -, die bei Interpol mit einer „roten Notiz“ zur Fahndung ausgeschrieben sind, nahmen an der Konferenz teil.

Medien
Hamburger Morgenpost an IT-Manager Arist von Harpe verkauft

0

Köln – Die Kölner DuMont Mediengruppe, der bis Mitte 2019 auch die Berliner Zeitung gehörte, hat die „Hamburger Morgenpost (Mopo)“ an den IT-Manager Arist von Harpe verkauft.

Von Harpe ist bisher Marketingchef der Karriereplattform Xing, deren Hauptgesellschafter das Münchner Medienhaus Burda („Bunte“, „Focus“) ist. Das berichtet der Berliner Kurier. (BK)

Wie die Tageszeitung unter Berufung auf Branchenkreise weiter berichtet, sei für die „hochdefizitäre Hamburger Morgenpost ein negativer Kaufpreis fällig geworden. DuMont habe also von Harpe für die Übernahme des Boulevardblatts Geld zahlen müssen. Laut BK dürfe der fällige Betrag aber geringer als vier Millionen Euro sein.

Die Essener Funke Mediengruppe hatte sich in der vergangenen Woche gegen eine Übernahme entschieden. „Wir sind raus aus dem Spiel“, so Funke-Sprecher Tobias Korenke dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag.

Zypernkrise
Krise mit der Türkei: Zypern kauft Flugabwehr- und Schiffsraketen

Nikosia – Inmitten zunehmender Spannungen mit dem Nachbarn Türkei rüstet Zypern sein Militär mit Flug- und Schiffsabwehrraketen auf. Die zypriotische Armee habe zwei Verträge in Millionenhöhe mit dem europäischen Raketenhersteller MBDA unterzeichnet, sagte eine mit dem Fall vertraute Quelle am Donnerstag und bestätigte damit einen französischen Medienbericht. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Demnach habe Zypern im Dezember einen Vertrag mit MBDA im Wert von 150 Millionen Euro über die Lieferung von Mistral-Boden-Luft-Raketen mit sehr kurzer Reichweite unterzeichnet. Darüber hinaus sei ein Vertrag über die Lieferung von Exocet-Schiffsabwehrraketen im Wert von 90 Millionen Euro geschlossen worden. Die französische Zeitung „La Tribune“ habe über das Rüstungsgeschäft zuerst berichtet. Die Türkei hat die einseitigen Bohrungen der griechisch-zyprischen Regierung im östlichen Mittelmeerraum wiederholt angefochten und betont, dass auch die Türkische Republik Nordzypern (TRNC) Rechte an den Ressourcen in der Region hat.

Seit dem Frühjahr vergangenen Jahres hat Ankara zwei Bohrschiffe – Fatih und Yavuz – in das östliche Mittelmeer befördert, um das Recht der Türkei und der Türkischen Republik Nordzypern (TRNC) auf die Ressourcen der Region geltend zu machen. Das erste seismische Schiff der Türkei, die Barbaros Hayrettin Pasa, die 2013 in Norwegen gekauft wurde, erkundet seit April 2017 das Mittelmeer.

Im Juli haben die Außenminister der EU-Staaten in Reaktion auf die umstrittenen türkischen Erdgas-Erkundungen vor Zypern Strafmaßnahmen gegen die Türkei beschlossen. Unter anderem sollen EU-Gelder für Ankara gekürzt und die Verhandlungen über ein Luftverkehrsabkommen eingestellt werden. Die türkische Regierung zeigte sich jedoch unbeeindruckt von den angekündigten Strafmaßnahmen und entsandte am darauffolgenden Tag ein viertes Bohrschiff Richtung Zypern. Zypern wurde 1974 geteilt, nachdem Griechenland einen Militärputsch durchgeführt und die Türkei als Garantiemacht interveniert hatte. Die türkische Regierung hatte unter Premierminister Bülent Ecevit entschieden, am 20. Juli 1974 türkische Truppen auf die Insel zu entsenden, um eine ethnische Säuberung durch die nationalistische Regierung zu verhindern, die infolge eines von Griechenland unterstützten Putsches gegen den zyprischen Präsidenten, Erzbischof Makarios, an die Macht gekommen war. Die Putschisten strebten damals den Anschluss der gesamten Insel an das ebenfalls von einer Militärjunta regierte Griechenland an.

Bereits in den Jahren vor dieser Entwicklung hatte es vielfach Übergriffe und Pogrome gegen die türkische Bevölkerung auf Zypern gegeben. Die unter dem Namen „Operation Atilla“ durchgeführte Militäraktion führte in weiterer Folge zum Ende der Militärdiktatur in Griechenland, die türkischen Truppen blieben dennoch auf Nordzypern stationiert und 1983 erklärte der dort entstandene De-facto-Staat unter dem bis 2005 regierenden Langzeitpräsidenten Rauf Denktaş seine Unabhängigkeit. In den letzten Jahren gab es mehrere Versuche, die Insel zu einigen, 2004 scheiterte jedoch ein Referendum zur Wiedervereinigung an einer „Nein“-Mehrheit im griechischen Teil.

Zum Thema

– Krise im Mittelmeer –  Gemeinsam gegen die Türkei: Frankreich will Kriegsschiffe entsenden

Die Lage im Mittelmeer spitzt sich weiter zu: Angesichts wachsender Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei um Energiereserven entsendet Paris Kriegsschiffe in das östliche Mittelmeer. Für Athen stellen sie einen „Garanten des Friedens“ dar. Das berichtet RT Deutsch am Donnerstag.

Gemeinsam gegen die Türkei: Frankreich will Kriegsschiffe entsenden

Diesel-Skandal
Abgasskandal: VW einigt sich in Chile

Der Volkswagenkonzern (VW) hat mit einer chilenischen Verbraucherorganisation einen Vergleich geschlossen. Der Wolfsburger Konzern entschädigt etwa 4.900 VW-Kunden, deren Dieselfahrzeuge über illegale Abschalteinrichtungen verfügten. Ein Großteil der Vergleichssumme muss VW an zwei gemeinnützige Organisationen zahlen. Jeder Kunde erhält lediglich 500 Dollar. Insgesamt zahlt VW seinen in Chile betroffenen Kunden lediglich rund 2,5 Millionen Dollar. „Dies ist ein für die Verbraucher schlechter Vergleich, von dem die Geschädigten nur wenig haben“, erklärte Rechtsanwalt Johannes von Rüden von der bundesweit tätigen Rechtsanwaltskanzlei VON RUEDEN. Diese vertritt in Deutschland über 5.000 durch den Diesel-Abgasskandal geschädigte VW-Kunden in mehreren Zweigstellen. „Einen derartigen Vergleich wird es in Deutschland definitiv nicht geben“, sagte der Verbraucheranwalt. Inzwischen würde VW vor deutschen Gerichten immer häufiger zur Zahlung von Schadenersatz verurteilt. Mehr als 60.000 Klagen bundesweit gegen VW Über 60.000 Klagen haben Betroffene des VW-Abgasskandals gegen den Wolfsburger Konzern eingereicht. Hinzu kommt eine Musterfeststellungsklage von 400.000 geschädigten VW-Kunden. In der Musterfeststellungsklage von betroffenen Kunden der Marken VW, Audi, Seat und Skoda, deren PKW allesamt mit EA-189-Dieselmotoren ausgestattet sind, die über eine illegale Abschalteinrichtung verfügen, war von einem Richter zuletzt ein Vergleich angeregt worden. Im Falle eines Vergleiches, würden die VW-Kunden direkt entschädigt und müssten nicht, wie im Falle eines Urteils, im Anschluss einzeln gegen VW vor Gericht ziehen. Anders als es aus den USA bekannt ist, ist die Musterfeststellungsklage nämlich keine Sammelklage, sondern stellt lediglich fest, ob Ansprüche von Verbrauchern gegen ein Unternehmen bestehen. Ergeht ein Musterfeststellungsurteil, muss jeder Geschädigte noch einmal einzeln die festgestellten Ansprüche individuell durchsetzen. Zahl der Verurteilungen von Volkswagen steigt Derzeit steigt die Zahl der Verurteilungen von VW im Dieselabgasskandal stark an. Fraglich ist, ob Volkswagen Nutzungsersatzansprüche gegen seine Kunden bei Rückabwicklung und Rückgabe des Fahrzeugs aufrechnen kann. Wird ein Kaufvertrag rückabgewickelt, so besteht grundsätzlich ein Anspruch des Verkäufers auf Wertersatz, da der zurücktretende Kunde das Fahrzeug bereits genutzt hat. Dieser Anspruch wird dann vom zurückzuzahlenden Bruttokaufpreis abgezogen. Dies erscheint vor allem vor dem Hintergrund der vorsätzlichen und sittenwidrigen Schädigung als unbillig, so der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Heese. Er und weitere Rechtsexperten wie Verbraucheranwalt Johannes von Rüden plädieren dafür, den geschädigten Kunden den vollen Bruttokaufpreis zuzusprechen. OLG Oldenburg verneint Verjährung der Ansprüche Bislang hat Volkswagen versucht, Verjährung der Ansprüche gegen sich geltend zu machen. Die Verjährungsfrist habe bereits mit Bekanntwerden des Dieselabgasskandals im September 2015 zu laufen begonnen und Ansprüche seien Ende des Jahres 2018 verjährt. Dem hat das OLG Oldenburg widersprochen. Es urteilte, dass das fristauslösende Ereignis erst die Aufklärung des als „Dieselgate“ bekannt gewordenen Abgasskandals sei. „Betroffene Kunden sollten daher spätestens jetzt Klage erheben, da erste Ansprüche demnächst verjähren könnten. Entscheidend ist dabei, ab wann der Fahrzeughalter wissen könnte, dass sein Fahrzeug von dem Skandal betroffen ist. Lassen Sie sich daher von den Anwälten der Verbraucherrechtskanzlei VON RUEDEN beraten und nehmen Sie unsere kostenlose Erstberatung in Anspruch“, so VON RUEDEN.

Landtagswahlen
Ministerpräsident Thomas Kemmerich will sein Amt aufgeben

Die FDP-Fraktion Thüringen will einen Antrag auf Auflösung des Landtags stellen und so Neuwahlen herbeiführen. Thüringens neuer FDP-Ministerpräsident Thomas Kemmerich will sein Amt aufgeben. Das berichtet die Zeit Online mit Hinweis auf eine Mitteilung der FDP. Kemmerich wolle damit den Makel der Unterstützung durch die AfD vom Amt des Ministerpräsidenten nehmen, so die Mitteilung der Thüringer FDP-Fraktion. Kemmerich war am Mittwoch mit Stimmen von Liberalen, CDU und AfD zum Ministerpräsidenten gewählt worden. Er hatte sich nur knapp gegen den bisherigen Regierungschef Bodo Ramelow von den Linken durchgesetzt. Es war das erste Mal, dass die AfD einem Ministerpräsident ins Amt half, berichtet Zeit Online weiter. Seinen Rücktritt werde der FDP-Politiker am Donnerstag um 14 Uhr bekannt geben, berichtet die BILD. FDP-Parteichef Christian Lindner ist nach Medieninformationen am heutigen Donnerstag nach Erfurt gereist, um den neu gewählten Ministerpräsidenten zum Rücktritt zu bewegen.

Ibrahim "Mike" Baycora
USA: Erster Türkeistämmiger Polizeichef mit Koran vereidigt

Patterson – Der Bürgermeister von Paterson im US-Staat New Jersey, Andre Sayegh, ernannte den türkisch-amerikanischen Muslim Ibrahim M. Baycora zum Polizeichef in Paterson. Ibrahim „Mike“ Baycora ist der erste Muslim, der zum Polizeichef ernannt wurde. Im Anschluss an die Veranstaltung fand in New Jersey eine besondere Zeremonie statt, an der Bürgermeister Andre Sayegh sowie hochrangige Polizeibeamte, Regierungsbeamte und die Präsidentin der Muslim Officers Society of New York Police, Captain Adeel Rana, teilnahmen. Die amerikanische Nationalhymne wurde zu Beginn der Zeremonie vorgelesen. Der Eid wurde auf den Koran geleistet und die Gebete wurden gemäß den Koranversen in arabischer und türkischer Sprache gesprochen. Der Saal spendete großen Beifall, als Baycora der Titel verliehen wurde, berichten lokale Medien. Der Bürgermeister und leitende Beamte beglückwünschten Ibrahim Baycora zu seiner Ernennung zum Polizeichef. Wie TRT Deutsch berichtet, lebt der 60-jährige US-Türke Baycora seit seiner Kindheit in Paterson und ist seit mehr als drei Jahrzehnten bei der US-Polizei in New Jersey tätig.

Landtagswahl
FDP-Politikerin Leutheusser-Schnarrenberger fordert Neuwahlen in Thüringen

Essen – Die Antisemitismus-Beauftragte des Landes NRW, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, kritisiert die Wahl ihres FDP-Parteikollegen Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten des Landes Thüringen. Kemmerich erhielt auch dank der Stimmen der Thüringer AfD-Fraktion um Björn Höcke die relative Mehrheit der Stimmen im dritten Wahlgang. „Ich bin sehr überrascht von der Wahl in Thüringen. Die taktischen Manöver der AfD sind keine Grundlage für ein gutes Regieren für Thüringen. Die Höcke-Partei widerspricht den Werten, wegen der ich auch Antisemitismus-Beauftragte in NRW geworden bin“, sagte Leutheusser-Schnarrenberger, die sowohl von 1992 bis 1996 als auch von 2009 bis 2013 Bundesjustizministerin war, der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). „Deshalb muss dieser Spuk schnell beendet werden. Neuwahlen oder Rücktritt sind ein Weg“, ergänzte sie.

Coronavirus
Corona-Ausbruch: Russland könnte mehr Lebensmittel aus der Türkei importieren

Moskau – Russland könnte Obst-, Gemüse- und Meeresfrüchteprodukte aus der Türkei oder Marokko importieren und damit die Einfuhren aus China inmitten des Coronavirus-Ausbruchs ersetzen, sagte der Vertreter eines russischen Lebensmittelverbandes am Mittwoch. „Gemüse, Obst und Meeresfrüchte bilden die Grundlage der chinesischen Lebensmittelexporte nach Russland […] Im Moment können die zurückgehende Menge [von Lebensmitteln] leicht durch Lieferungen aus anderen Ländern wie Marokko und der Türkei ersetzt werden“, sagte Dmitry Vostrikow, Leiter des russischen Verbandes der Lebensmittelhersteller und -lieferanten, gegenüber der Nachrichtenagentur TASS, berichtet Anadolu.  Nach dem Ausbruch des tödlichen Coronavirus, das bisher 491 Menschenleben forderte, haben viele Länder ihre Importe aus China ausgesetzt. Laut Vostrikow wurden in den ersten 11 Monaten des Jahres 2019 insgesamt 453.000 Tonnen Gemüse im Wert von 370 Millionen Dollar aus China importiert. „Israel steht in diesem Bereich mit 139.000 Tonnen im Wert von 135 Millionen Dollar an zweiter Stelle. An dritter Stelle steht die Türkei mit 136.000 Tonnen im Wert von 148 Millionen Dollar“, betonte Vostrikow. Wirtschaftliche Folgen

Mittlerweile sind in China zahlreiche Wirtschaftszweige von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen. Etliche Airlines haben ihre Flüge nach China eingestellt. Fabriken stehen still. In der besonders betroffenen Stadt Wuhan ging die Produktion von TV-Displays zurück. Dort befinden sich allein fünf verschiedene Werke, berichtet die tagesschau.

Demnach werden die stillstehenden Fabriken zunehmend zum Problem der global verzahnten Lieferketten. Der südkoreanische Hersteller Hyundai etwa habe ankündigt, seine gesamte Produktion im Heimatland noch in dieser Woche auszusetzen. Grund seien fehlende Teile, die normalerweise aus China geliefert werden. Analysten gingen davon aus, dass ähnliche Probleme viele Unternehmen treffen werden, berichtet die tagesschau weiter. In den betroffenen Städten Chinas seien etliche Geschäfte zu. Die schwedische Modekette H&M etwa habe 45 Filialen vorübergehend dichtgemacht. WHO: Kein Durchbruch im Kampf gegen Corona Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es noch kein Mittel gegen das Coronavirus. Ein WHO-Sprecher in Genf sagte, es gebe „keine bekannte wirksame Therapie“ gegen das Virus. Er reagierte damit auf anderslautende Medienberichte. Das Coronavirus breitet sich auch außerhalb Asiens immer weiter aus und hat mittlerweile auch Deutschland erreicht. Zwölf Infizierte gibt es mittlerweile. In mehreren Bundesländern gibt es inszwischen immer mehr Verdachtsfälle. Hierzu das Bundesgesundheitsministerium: 
Am 31. Dezember 2019 wurde das WHO-Landesbüro in China über eine Häufung von Patienten mit einer Pneumonie (Lungenentzündung) unbekannter Ursache in Wuhan, einer Stadt mit 19 Millionen Einwohnern in der Provinz Hubei, China, informiert.
Wo liegt der Ursprung?

Nach Angaben der chinesischen Behörden in Wuhan waren einige Patienten als Händler oder Verkäufer auf dem Huanan-Seafood-Markt in Wuhan tätig. Es ist der größte Seafood-Markt in Wuhan mit über 600 Ständen und 1.500 Arbeitern. Es wird berichtet, dass auch Wildtiere bzw. Organe von anderen Tieren und Reptilien auf dem Markt angeboten wurden.

Gab es ähnliche Fälle bereits? Bei dem neuen Virus handelt es sich um einen Erreger aus der Familie der Coronaviren, also aus derselben Familie wie das SARS (severe acute respiratory syndrome) und das MERS-CoVirus (Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus). In Deutschland gab es im Jahr 2003 neun wahrscheinliche SARS-Fälle, wovon letztlich vier Patientenproben negativ waren. Eine Weiterverbreitung der Erkrankung innerhalb Deutschlands ist nicht aufgetreten.
Wie erfolgt die Übertragung? Aktuell wissen wir hierüber noch zu wenig. Die Mensch-zu-Mensch-Übertragung von SARS erfolgt(e) hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion (selten auch Schmierinfektion). Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und Erkrankungsbeginn, beträgt ca. zwei bis sieben, maximal aber bis zehn Tage.
Wie äußert sich die Krankheit? Die klinischen Anzeichen und Symptome der Erkrankung sind hauptsächlich Fieber, wobei einige Patienten Schwierigkeiten beim Atmen haben. Die möglichen Symptome bei SARS waren Fieber über 38°C, in Kombination mit Husten, Myalgien (Muskelschmerzen), Atemnot oder Kurzatmigkeit.

Türkei
Istanbul: Flugzeug zerbricht nach Landung in zwei Teile

Istanbul – Nach der Landung auf dem Sabiha Gökcen Flughafen in Istanbul ist eine Maschine der Pegasus Airlines von der Piste abgekommen und in zwei Teile gebrochen.

Das Flugzeug sei lokalen Medienberichten zufolge erst hinter der Landebahn zum Stehen gekommen ist.

Laut Verkehrsminister Turhan sind bei dem Unglück bisher keine Todesopfer zu beklagen. Allerdings habe es 21 Verletzte gegeben, die ins Krankenhaus gebracht wurden.

Das türkische Verkehrsministerium: Es gab 171 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder an Bord. Alle wurden lebend geborgen.

Die Maschine war auf dem Inlandsflug von Izmir nach Istanbul Sabiha Gökçen.

Ein weiteres Flugzeug der Pegasus-Airline war erst im Januar auf dem gleichen Flughafen von der Landebahn abgekommen.

TV-Tipp
Doku: „Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass ich obdachlos werde“

Köln – „Das ist kein Lebenssinn, das ist ein Vegetieren. Das ist einfach nur ein Dasein und kein Leben“, sagt Helmut, 62 Jahre alt, heroinabhängig, über sein „Überleben“ auf der Straße. In rund acht Jahren Obdachlosigkeit hat der gebürtige Düsseldorfer immer auf die Chance gehofft, endlich wieder ein festes Dach über dem Kopf zu haben. Mit dem realen Projekt „Housing First“ – bei dem Obdachlose ohne Vorbedingung einen unbefristeten Mietvertrag bekommen – ist dieser Wunsch endlich in Erfüllung gegangen. Hautnah und unmittelbar zeigt die VOX-Doku-Reihe „Obdachlos – Einzug in ein neues Leben“ Helmut sowie sieben weitere Menschen bei ihrem Weg von der Straße in die eigenen vier Wände und ihr neues Leben. VOX begleitete die Obdachlosen über ein Jahr – war bei Lichtblicken, Rückschlägen und teils überraschenden Verwandlungen nach dem Einzug dabei. In insgesamt drei Folgen blicken die Zuschauer aber auch auf die persönlichen und hochemotionalen Geschichten jedes Protagonisten und erleben, wie ein einfacher Wohnungsschlüssel zur Eintrittskarte in ein neues Leben werden kann. Die Sozialarbeiter der gemeinnützigen Organisation fiftyfifty, die „Housing First“ in Deutschland etabliert haben, helfen den Obdachlosen dabei, Schritt für Schritt wieder auf die Beine zu kommen – und ihre Chance auf einen Neuanfang zu nutzen. Alle weiteren Probleme, wie beispielsweise Drogensucht oder Verschuldung werden im zweiten Schritt in Angriff genommen. „Eine Wohnung ist ganz elementar. Wenn du eine hast, dann kannst du von da aus wieder Freundschaften und eine Arbeit finden. Ansonsten bewegst du dich in einem Kreislauf“, so Oliver Ongaro, Streetworker bei fiftyfifty. Ela ist beispielsweise schon seit ihrer Kindheit in solch einem Kreislauf aus Sucht und Prostitution gefangen. „Mit acht Jahren hat mich meine Mutter anschaffen geschickt. Mit dreizehn bin ich dann an Heroin und Kokain gekommen“, erzählt die heute 45-Jährige. Zurzeit ist es vor allem der Alkohol, über zwei Flaschen Wodka am Tag, der sie das Erlebte vergessen lässt. Ela war insgesamt fünf Jahre obdachlos und lebte zwischenzeitlich bei sogenannten Wohnungsfreiern. Julia von Lindern, Streetworkerin von fiftyfifty, erklärt: „Da sprechen wir über Abhängigkeitsverhältnisse. Diese Männer missbrauchen die Situation der Frauen in der Obdachlosigkeit. In der vermeintlichen Annahme ihnen Hilfe zu gewähren, verlangen sie dafür sexuelle Dienstleistungen, die allerdings nicht auf freiwilliger Basis passieren.“ Mit einer neuen Wohnung hat Ela nun endlich die Chance, sich aus der scheinbar endlosen Spirale von Missbrauch und Alkohol zu befreien – und gemeinsam mit ihrem Freund Heiko (43) neu zu starten. Neustarten möchte auch Nici, 36 Jahre alt, seit drei Jahren auf der Straße, Mutter von zwei Söhnen. Gemeinsam mit anderen Obdachlosen lebt sie in einem Zelt am NRW-Forum in Düsseldorf, erschnorrt sich in der Fußgängerzone Kleingeld, um über die Runden zu kommen. „Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass ich obdachlos werde. Ich habe immer geglaubt, das passiert anderen, aber nicht mir“, erzählt Nici. Ihr Ex-Mann war gewalttätig, hinzu kam ein hoher Schuldenberg und dann die fristlose Kündigung. Mit dem Wohnungsverlust wurden Nici vor drei Jahren dann auch ihre zwei Kinder genommen. „In der Vergangenheit ist viel falsch gelaufen. Das hätte ich meinen Kindern am liebsten erspart.“ Die Belastung für die junge Mutter ist groß: „Ich denke jeden Tag, jede freie Minute an meine Kinder.“ Eine Wohnung bedeutet für sie mehr als nur ein Dach über dem Kopf – denn dadurch steigen für Nici auch die Chancen, endlich wieder ihr Leben in den Griff zu bekommen und so ihre Söhne wiederzusehen. Ausblick Neben Helmut, Nici, Ela und ihrem Partner Heiko (43), hofft auch Chris auf einen Neuanfang. Nach zehn Jahren Obdachlosigkeit hat der 28-Jährige mit einer festen Wohnung endlich die Aussicht auf einen Job. Gerd (52) ist nach einem schweren Schicksalsschlag in der Kindheit auf sich alleine gestellt, lebt seit neun Jahren auf den Straßen Düsseldorfs – und kämpft mit seiner Alkoholabhängigkeit. Jasmin (24) und ihr Freund Patrick (33), beide Eltern, bekommen die Chance, in einer Wohngemeinschaft ihr Leben in die richtigen Bahnen zu lenken – und werden mit einer erneuten Schwangerschaft konfrontiert, die ihr Leben noch einmal komplett verändern könnte. Ab 11. Februar 2020 zeigt VOX drei Folgen der neuen Doku-Reihe „Obdachlos – Einzug in ein neues Leben“, immer dienstags, um 20:15 Uhr.