Geschichte
18. Mai 1944: Die Vertreibung der turksprachigen Krimtataren

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge Während des Zweiten Weltkriegs auf der Halbinsel Krim: Die als streng geheim eingestufte Aktion begann am 18. Mai 1944, um drei Uhr nachts. Zu diesem Zeitpunkt kämpften die wehrfähigen Männer in den Reihen der Roten Armee gegen Nazi-Deutschland. Übrig blieben die Frauen, Kinder und Alte. Der sowjetische Staatschef Stalin unterschrieb eine Verfügung, die das Schicksal der über 200.000 turksprachigen Krimtataren besiegelte. Befehlstechnisch unterstanden die Einheiten dem sowjetischen Innenministerium und dem Ministerium für Staatssicherheit. Über 30.000 Sicherheitskräfte waren im Einsatz, die es besonders eilig hatten. Die Bevölkerung wurde aus ihrem Schlaf gerissen und innerhalb von 15 Minuten sollten sich alle Einwohner draußen versammeln. Viele konnte nur wenige Habseligkeiten mitnehmen. Diejenigen, die sich weigerten und ihre Heimat nicht verlassen wollten, wurden noch vor Ort erschossen. Die meisten wurden mit Lastkraftwagen zum Bahnhof gebracht und in Viehwaggons eingepfercht. Nach Einschätzung krimtatarischer Verbände starben etwa 46 Prozent der Verschleppten in den Zügen durch Hunger, Durst und Krankheiten. Moskau deportierte die Krimtataren überwiegend nach Usbekistan, in die anderen zentralasiatischen Republiken und nach Sibirien. Die sowjetische Führung beschuldigte die Krimtataren der Kollaboration mit Nazi-Deutschland bzw. mit der deutschen Wehrmacht nach Beginn des Überfalls auf die Sowjetunion gemeinsame Sache gemacht zu haben. Doch inwiefern trifft diese Behauptung zu? Der 1917 ausgerufene unabhängige krimtatarische Staat war nur von kurzer Dauer, denn die im Oktober an Macht gekommenen Bolschewiki beendeten dieses Experiment. 1921 wurde die Autonome Sozialistische Sowjetrepublik Krim ausgerufen und für eine gewisse Zeit galt diese Sowjetrepublik als Beispiel für eine eingeschränkte Autonomie. Krimtatarisch war neben Russisch die offizielle Amtssprache. Die Sprache der Krimtataren wurde gefördert und bestimmte Institutionen gegründet. Den von Stalin ab 1927 befohlenen Säuberungen fielen die führenden Köpfe der Krimtataren zum Opfer. Die zugestandene Autonomie und die Förderung der tatarischen Kultur wurden abgeschafft. Das gleiche Schicksal ereilte auch andere Turkvölker bzw. deren Sprache. Schätzungen zufolge starben durch den Terror Stalins etwa 150.000 Krimtataren. Mit Beginn der Operation Barbarossa und den Einfall in die Sowjetunion durch die Wehrmacht, empfing ein Teil der Bevölkerung auf der Krim die Deutschen als „Befreier“, aber das sollte als Reaktion auf die russischen Repressalien in politischer und kultureller Hinsicht als auch die Veränderungen der demografischen Strukturen gegenüber den Krimtataren verstanden werden. Es wäre vermessen zu behaupten, dass die Krimtataren „gemeinsame Sache mit dem Feind“ gemacht haben, so wie es die sowjetische Propaganda öffentlichkeitswirksam verbreitete. Während des Zweiten Weltkriegs dienten Tausende Krimtataren in der Roten Armee als Soldaten und einige wurden für ihre „Loyalität“ und den „aufopferungsvollen Kampf für das Vaterland“ mit militärischen Orden geehrt.  Nach einer Volkszählung in der UdSSR lebten auf der Halbinsel Krim 1939 insgesamt 1.123.806 Menschen, davon waren 557.449 Russen, 218.492 Krimtataren und 153.478 Ukrainer. Ferner lebten noch eine geringe Anzahl an anderen Minderheiten. Mit dem Abkommen von Küçük-Kaynarca (1774) verlor das Osmanische Reich das Khanat Krim, das sich unabhängig erklärte und 1783 vom Russland einverleibt wurde. Mit der Annexion begann die erste Auswanderung der Krimtataren ins Osmanische Reich. Der von 1853 bis 1856 zwischen dem Osmanischen Reich und Russland geführte Krim-Krieg lieferte Moskau einen weiteren Vorwand, um Besitzungen der muslimischen Krimtataren zu beschlagnahmen und aus den Dörfern und Städten zu vertreiben. Schätzungen zufolge verließen von 1783 bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zwischen 100.000-400.000 Krimtataren ihre Heimat. Bei den Tataren handelt es sich ethnisch betrachtet um ein turksprachiges Volk, das ursprünglich aus Zentralasien kam. Neben den Krimtataren gibt es auch die Nogaytataren als auch die Kazantataren. Die jahrzehntelangen Bemühungen der Krimtataren nach einer Rückkehr in ihre alte Heimat trug Früchte. Ab 1987 erlaubte die sowjetische Führung die Heimkehr der Krimtataren in ihre angestammten Siedlungsgebiete. Nach der Ankunft erlebten viele eine Überraschung, denn in ihren früheren Besitzungen wurden russische Familien angesiedelt. Bei einer erneuten Volkszählung im Jahre 1995 waren 67 Prozent Russen, 22 Prozent Ukrainer und etwa 10 Prozent Krimtataren. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde auf der Krim, als Teil der Ukraine, 1991 die Autonome Republik Krim ausgerufen. Allerdings wirkten sich die wirtschaftlichen Probleme der Ukraine auch auf das Leben der Krimtataren aus. Hinzu kamen noch soziale Probleme: Mängel gab es beim muttersprachlichen Unterricht, bei der Informationsfreiheit der Medien und im kulturellen Bereich. Die Unabhängigkeit der Ukraine und der gewährte Autonomiestatus an die Krimtataren ließen in der russischen Bevölkerung auf der Krim separatistische Forderungen immer lauter werden. Die russischen Separatisten auf der Krim forderten zunächst die Loslösung der Republik Krim von der Ukraine und anschließend die Vereinigung mit Russland. Unterstützung erfuhr die russische Bevölkerungsgruppe von nationalistischen Kreisen aus der Russischen Föderation. Der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland wirkte sich auf die Krim dahingehend aus, dass die russische Bevölkerung der Krim für den Anschluss an Russland instrumentalisiert wurde. Bis zur russischen Annexion der Krim 2014, gab es um den Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte in Sewastopol immer wieder Zwistigkeiten zwischen der Ukraine und Russland, der bis dahin von beiden Ländern als Marinestützpunkt genutzt wurde. Es existieren unterschiedliche Angaben wie viele Krimtataren aus Zentralasien, vor allem aus Usbekistan, in ihre Heimat zurückgekehrt sind und welche Anzahl es vorgezogen hat in den zentralasiatischen Republiken zu bleiben. Eine große Diaspora an Tataren lebt im Ausland, die jedoch nicht aus der Krim entstammen. Diese leben vorwiegend in der Türkei, in den USA, Rumänien, Deutschland und Bulgarien. Vor dem abgehaltenen „Volksentscheid“ kam es am 25. Februar 2014 zu Protesten von Befürwortern des Russland-Anschlusses vor dem Krim-Parlament. Der pro-russische Parlamentspräsident versprach das Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Am selben Tag wollten Mitglieder des krimtatarischen Parlaments eine Kundgebung vor dem Parlament veranstalten, bis paramilitärische russische Kräfte das Parlament belagerten. Trotz aller Widerstände und Einschüchterungen beteiligten sich an den Protesten der Krimtataren etwa 7.000 Teilnehmer und forderten eine Beibehaltung der Krim auf ukrainischem Territorium. Es kam zu Ausschreitungen mit russischen Gegendemonstranten. Im Zuge des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine annektierte Moskau die Halbinsel und ließ anschließend ein Referendum über den Status durchführen. Nach offizieller russischer Mitteilung hatten sich an der Wahl mehr als 82 Prozent beteiligt und davon hätten sich 96 Prozent für einen Anschluss der Krim an Russland ausgesprochen. Es gibt aber Zweifel über die veröffentlichten Zahlen. Die Besetzung der Krim wurde international verurteilt und Sanktionen gegen Russland verhängt. Ein Song, die die Vertreibung der Krimtataren thematisiert, ist das Lied von der ukrainischen Sängerin krimtatarischer Abstammung Jamala, mit dem Titel „1944“, das 2016 den Eurovision Song Contest gewann. Manchmal sagt ein Lied mehr als Tausend Worte, zumal es, wie ich finde, das Leid der Krimtataren so eindrucksvoll beschreibt.

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– Illegale Besetzung der Krim – Krimtatarenführer: Putin könnte wie Hitler enden

„Jetzt sagen die Russen, die Krim gehöre ihnen, das hat seinerzeit Hitler auch gesagt“, warnt Mustafa Abduldschemil Dschemiljew, der ehemalige Präsident des Medschlis des Krimtatarischen Volkes.

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Wirtschaft
Corona-Krise: Immer mehr Länder bevorzugen türkisches Obst und Gemüse

Istanbul – Da es als sicherer gilt, entscheiden sich im Zuge der Corona-Krise immer mehr Länder für die Türkei als Obst- und Gemüselieferant. Während die landwirtschaftliche Produktion in den meisten Ländern stark zurückging, stiegen die türkischen Exporte von frischem Obst und Gemüse. Im ersten Quartal 2020 verbucht der Sektor ein Plus von mehr als 25 Prozent, berichtet TRT Deutsch unter Berufung auf Angaben des türkischen Verbands der Exporteure. „Es gibt einen Anstieg in Kilogramm um 11,3 Prozent und in Bezug auf den eingeführten Devisenbetrag eine Erhöhung um 27,6 Prozent“, so Hakkı Bahar, Vorsitzender der Western Mediterranean Exporters Association gegenüber TRT.  Im Februar erklärte Russland, bei der zusätzlichen Einfuhr von Obst, Gemüse und Meeresfrüchten als Handelspartner China durch die Türkei ersetzen zu wollen, berichtet TRT weiter. Andere Länder und Regionen folgten demnach dem Beispiel Russlands. Das thailändische Ministerium für Landwirtschaft und Genossenschaften habe türkischen Produzenten die Genehmigung für den Import von Obst und Gemüse erteilt. Wie TRT weiter berichtet, gehörte China zu den ersten Ländern, die Gemüse- und Obstimporte aus der Türkei genehmigten. Experten gingen davon aus, Chinas Genehmigung von Kirschimporten aus der Türkei habe eine aktive Rolle für weitere Fruchtexporte auf dem asiatischen Markt gespielt. Ostasiatische Märkte böten ein großes Handelspotenzial für türkische Früchte, so Hayrettin Uçak, Vorsitzender der Aegean Fresh Fruit and Vegetable Exporters, gegenüber TRT.  Indien etwa, mit seinem gigantischen Markt, sei gegenwärtig einer der Hauptimporteure von Äpfeln aus der Türkei. Auch Thailand sei ein wichtiger Abnehmer.  Die Türkei steht bei der weltweiten Apfelproduktion mit jährlich drei Millionen Tonnen an dritter Stelle.

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– Wirtschaft – China: Türkische Kirschen erobern weltgrößten Markt

Die erste Kirschenlieferung des türkischen Herstellers Alanar Fruit erreichte ohne Kältebehandlung die Millionenmetropole Shanghai in China. Das bringt den weltgrößten Markt mit dem weltgrößten Kirschenerzeuger zusammen.

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Türkei
Corona-Krise: EU-Vertreter lobt türkisches Gesundheitssystem

Ankara – Der Leiter der Delegation der Europäischen Union (EU) in der Türkei lobte in einem Interview das türkische Gesundheitssystem. „Wir müssen die Widerstandsfähigkeit unseres Gesundheitssystems stärken. Die Türkei hat ein sehr gutes Beispiel abgegeben“, sagte Christian Berger in einem Gespräch mit der englischsprachigen Tageszeitung Daily Sabah. Das türkische Gesundheitssystem habe es tatsächlich geschafft, mit der Krise gut umzugehen, und zwar deshalb, weil es über die Jahre ein starkes Gesundheitssystem aufgebaut habe, so Berger. „Wenn wir prüfen, wie wir unsere Bereitschaft, unsere Widerstandsfähigkeit aufrechterhalten können, dann müssen wir uns damit befassen“, betonte Berger weiter. Brüssel müsse im Falle einer zweiten Welle sicherstellen, dass es in der Lage ist, vorbereitet zu sein. Die Türkei spiele auch bei der Entwicklung und Produktion von Schutz-Kits eine wichtige Rolle, sagte der Botschafter. Etwa zwei Drittel der Welt, vor allem die am schlimmsten betroffenen, haben die Türkei um medizinische Hilfsgüter zur Bekämpfung des Coronavirus gebeten. Bislang haben 64 Länder medizinische Hilfe erhalten, hauptsächlich medizinische Masken, Schutzanzüge und Handschuhe sowie Desinfektionsmittel.
(Screenshot/Twitter/Daily Sabah)

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– Corona-Pandemie – Corona-Krise: Italien, Spanien und NATO danken Türkei für Hilfe

Zur Bekämpfung des Coronavirus hat die Türkei in die von der Pandemie hart getroffenen Länder Italien und Spanien Hilfscontainer geschickt. Die Außenminister Italiens und Spaniens haben der Türkei am Mittwoch dafür gedankt.

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Corona-Krise
Umfrage: 88 Prozent der Bürger sind in der Krise optimistisch

Adenauer-Stiftung-Umfrage: 88 Prozent der Bürger sind in der Krise optimistisch Osnabrück – 88 Prozent der Bürger bleiben in der Corona-Krise optimistisch und gehen davon aus, „dass alles gut wird“. Jeder Zehnte hat allerdings noch Angst vor der Zukunft. Das geht aus dem aktuellen Krisenbarometer der Konrad-Adenauer-Stiftung hervor, das der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) vorliegt. 69 Prozent der Bürger glauben allerdings, dass die Corona-Krise langfristige, persönliche Folgen für sie haben wird. Das sind zehn Prozentpunkte weniger als Ende April, wo dies noch 78 Prozent annahmen. Insgesamt blicken die Deutschen positiv in die Zukunft. 76 Prozent glauben daran, dass Deutschland die Herausforderungen der Pandemie bewältigen wird. Ende März glaubten daran allerdings noch fast 90 Prozent der Bürger. Dem Satz „Wenn das so weitergeht, sehe ich schwarz für Deutschland“ stimmen aktuell über 20 Prozent zu. Das Meinungsforschungsinstitut Usuma befragt für das Krisenbarometer der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung seit 30. März jede Woche 300 Wahlberechtigte in immer neuen Stichproben. Die Mehrheit der Bundesbürger vertraut demnach der Bundesregierung in der Krise. Wie die „NOZ“ berichtet, haben 65 Prozent aktuell angegeben, großes oder sehr großes Vertrauen in die Bundesregierung zu haben. Der Wert lag mit 78 Prozent Ende April schon deutlich höher, Anfang Mai mit 61 Prozent aber auch schon niedriger. Ihren jeweiligen Landesregierungen vertrauen sogar noch mehr Menschen in der Krise. 68 Prozent sind es aktuell, Anfang des Monats vertrauten nur 61 ihren Regierungen im Bundesland. Weniger Vertrauen schenken die Bürger ihren Volksvertretern im Parlament in der Bewältigung der Pandemie. 57 Prozent vertrauen dem Bundestag, Anfang des Monats waren es mit 49 nicht einmal die Hälfte der Bürger. Ein Zusammenhang der Werte zu den Lockerungsmaßnahmen ist nur punktuell zu erkennen. Rund um den 6. Mai, der jüngsten Abstimmung von Bund und Ländern, bei dem weitreichende Lockerungen vereinbart wurden, ist eine leichte Zunahme des Vertrauens zu erkennen. Nach wie vor hält die Mehrheit der Bevölkerung die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus für angemessen, berichtet die „NOZ“ aus dem Krisenbarometer. Die hohe Zustimmung zu den Maßnahmen von 88 Prozent Ende März hat seither abgenommen, liegt im aktuellen Krisenbarometer aber immer noch bei 71 Prozent. 11 Prozent sind noch der Ansicht, die Maßnahmen gingen nicht weit genug.

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Gleichwie auch Weltkrisen der Vergangenheit – wie etwa die Spanische Grippe Anfang des vergangenen Jahrhunderts mit fast 50 Millionen Toten – hat auch die Corona-Pandemie die skurrilsten Fantastereien und Verschwörungstheorien zum Vorschein gebracht.

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Corona-Krise
Studie: Jeder zehnte Händler vor Insolvenz

Düsseldorf – Die Corona-Pandemie hat dramatische Folgen für viele Handelsunternehmen in Deutschland. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), die der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vorliegt. Demnach sieht sich trotz erster Lockerungsmaßnahmen jeder zehnte Einzelhändler aktuell von einer Insolvenz bedroht. Auch sechs Prozent der Großhändler stehen eigenen Angaben zufolge kurz vor der Pleite. Die größten Probleme für die Unternehmen sind die eingebrochene Nachfrage und damit geringere Umsätze bei gleichbleibend hohen Kosten. Von den Anfang Mai befragten 10.000 Unternehmen gaben knapp 40 Prozent an, ihre Investitionspläne für das laufende Jahr zu kürzen. Und knapp jeder dritte Betrieb beklagt massive Liquiditätsengpässe. „Dieses Ergebnis ist erschreckend“, sagte Ilja Nothnagel, Mitglied der DIHK-Hauptgeschäftsführung. „Denn um die Wirtschaft wieder ans Laufen zu bekommen, brauchen die Betriebe finanzielle Beinfreiheit.“ Nur so könnten sie ihr Geschäft, angepasst an Pandemie-Bedingungen, wieder hochfahren. „Deshalb wäre ein umfassendes Entlastungspaket für die Unternehmen das richtige Rezept aus der Krise“, sagte Nothnagel. Immerhin: Rund die Hälfte der befragten Unternehmen rechnet mit einer Normalisierung des Geschäfts noch in diesem Jahr. 78 Prozent der Einzelhändler rechnen mit einem Umsatzrückgang, bei einer Umfrage im März waren es noch 82 Prozent. Zugleich gab nun ein knappes Drittel der Einzelhändler und 27 Prozent der Großhändler an, so stark von der Krise betroffen zu sein, dass sie Personal abbauen müssen.

TV-Tipp
Kleine Germanen – Eine Kindheit in der rechten Szene

Als Kind hat Elsa mit dem geliebten Opa Soldat gespielt. Mit ausgestrecktem rechtem Arm hat sie „Für Führer, Volk und Vaterland!“ gerufen. „Kleine Germanen – Eine Kindheit in der rechten Szene“, eine Mischung aus Animation und Dokumentarfilm, gibt einen Einblick in das Leben rechtsextremer Familien in Deutschland. Er zeigt auf, wie es ist, als Kind in einem solchen Umfeld aufzuwachsen und beschäftigt sich mit der Frage, welche Auswirkungen dies auf das spätere Leben hat. Der 90-minütige Film von Mohammad Farokhmanesh und Frank Geiger ist eine von fünf Produktionen des SWR in der diesjährigen Dokumentarfilm-Staffel im Ersten, zu sehen am Mittwoch, 10. Juni 2020 um 23:30 Uhr. (Erstausstrahlung ARTE am 8. Juni um 22:45 Uhr) Dokumentarfilm mit der Perspektive der Kinder Elsa blickt heute auf eine Kindheit zurück, die auf Hass und Lügen gebaut war, und versucht zu verstehen, was die Erziehung in einem rechtsradikalen Umfeld aus ihr und ihren Kindern gemacht hat. Ausgehend von dieser authentischen Geschichte, die in animierter Form erzählt wird, gewährt der Film in einer spannenden Verbindung aus Animations- und Dokumentarfilm Einblicke in die Strukturen rechtsextremer Familien. Was heißt es, in einem solchen Umfeld aufzuwachsen und tagtäglich darauf getrimmt zu werden, das vermeintlich „Fremde“ zu hassen? Wie ist es, in einer Welt aufzuwachsen, in der Mitgefühl und Zuneigung zweitrangig sind und der Stolz auf „die Nation“ über allem steht? Und was wird aus diesen „kleinen Germanen“, wenn sie später einmal groß sind? Elsa gelingt zwar der Ausstieg aus der rechtsradikalen Szene, aber die Folgen für sie und ihre Familie sind dramatisch. Rechtsradikales Denken in der Mitte der Gesellschaft „Kleine Germanen“ blickt über die traditionellen Strukturen rechtsextremer Gruppierungen hinaus in einen Teil der deutschen Mittelstandsgesellschaft, der von rechtspopulistischen Strömungen unterspült wird. Er konfrontiert das Publikum mit Protagonistinnen und Protagonisten, die einer Ideologie folgen, die dazu führt, dass sie ihre Kinder im Geist einer demokratiefeindlichen Welt erziehen. Sendung: „Kleine Germanen – Eine Kindheit in der rechten Szene“ ist eine Produktion der brave new work und Little Dream Entertainment in Koproduktion mit Golden Girls Film im Auftrag von SWR und ARTE. Das Erste zeigt den Film am Mittwoch, 10. Juni 2020 um 23:30 Uhr. Auf ARTE ist er am Mittwoch, 8. Juni 2020 um 22:45 Uhr zu sehen. Ab Ausstrahlungstermin ist er für zwölf Monate in der ARD Mediathek verfügbar.

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– Fremdenfeindlichkeit – „Ich bin ein Mensch wie Du“: Der rassistische Mord an Ufuk Şahin

„Ich bin ein Mensch wie Du“. Das waren die letzten Worte von Ufuk Şahin, der vor 31 Jahren in Berlin Reinickendorf im Alter von 24 Jahren von einem Rassisten mit einem Messer ermordet wurde.

„Ich bin ein Mensch wie Du“: Der rassistische Mord an Ufuk Şahin

Fremdenfeindlichkeit
„Ich bin ein Mensch wie Du“: Der rassistische Mord an Ufuk Şahin

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge – kboelge@web.de Ufuk Şahin und sein Kumpel Murat P. waren gut befreundet. An einem Frühlingsabend des 12. Mai 1989 tranken beide zunächst Tee und gingen dann im Märkischen Viertel in Berlin spazieren. Während des Spaziergangs begegneten sie Andreas S. und seiner Verlobten Sabine L. Als sie an dem Paar gerade vorbeilaufen, ruft Andreas S. lautstark „Seitdem diese Ausländer hier sind, gibt es keine Sicherheit mehr. Sieh mal da, zwei Kanaken.“ Ohne etwas gesagt zu haben, gehen Ufuk Şahin und sein Freund weiter. Auf dem Rückweg liefen sie in Richtung des Wohnblocks, wo Şahin wohnte und waren fast schon angekommen, bis sie schließlich wieder auf Andreas S. trafen und dieser beide mit den Worten „Ausländer raus!“, „Kanaken raus!“ und „Deutschland den Deutschen!“ anbrüllt. Ufuk Şahin stellt sich vor Andreas S. und fragte ihn, warum er das gesagt habe. Andreas S. zog daraufhin ein Messer und traf Şahin an der Leiste. Beim Angriff wurde eine Hauptschlagader von Ufuk Şahin getroffen, der noch vor Ort verblutete und starb. Der mit seinen Eltern im Alter von fünf Jahren nach West-Berlin eingewanderte Ufuk Şahin wurde nur 24 Jahre alt und hinterließ eine Frau und ein zweijähriges Kind. Nach seiner Heirat mit seiner gleichaltrigen Frau bekamen sie zwei Jahre vor dem Tod von Şahin einen Sohn. Er machte seinen Realschulabschluss und absolvierte anschließend eine Ausbildung zum Schlosser, die er erfolgreich abschloss. Hauptberuflich arbeitete er bei der Berliner Firma Waggon-Union und bewirtschaftete nebenbei einen kleinen Imbiss. Mit den Eltern wohnte die junge Familie im Märkischen Viertel. Ein junger Mann aus dem Viertel beschrieb Şahin als „höflichen jungen Mann“ und eine alte Dame meinte, er sei „anständig und vernünftig gewesen und habe sachlich und vernünftig auf Jüngere eingewirkt, wenn die mal Quatsch“ gemacht hätten. Die damalige ermittelnde Mordkommission der Kriminalpolizei sah keine Anhaltspunkte für ein fremdenfeindliches Motiv des Täters, obwohl dieser wegen Körperverletzung vorbestraft war, Nachbarn und Zeugen ihn als „Ausländerhasser“ beschrieben hatten, der zum Beispiel mit einem Luftdruckgewehr auf Migrantenkinder gezielt habe, militärisch salutiert und im Wald Wehrsportübungen durchgeführt habe. Nach dem rassistischen Mord an Ufuk Şahin veranstalteten verschiedene Gruppen Trauerkundgebungen, bei dem es zu Angriffen auf die Teilnehmer des Trauermarsches durch Neo-Nazis kam. In Schöneberg zeigten Rechtsextremisten den Trauernden den verbotenen Hitlergruß, wurden rassistisch beleidigt und mit Eiern beworfen. Im Oktober 1989 wurde Andreas S. durch ein Berliner Gericht wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu fünf Jahren Haft verurteilt. Weder das Gericht noch die Staatsanwaltschaft konnten bzw. wollten Anhaltspunkte für ein rassistisches Motiv des Täters erkennen, wenn auch dieser „Ärger über all die Kanaken“ verlautbart hatte. Beim Märkischen Viertel handelt es sich um eine Plattenbausiedlung, die in den 70er Jahren entstand, um auch Bevölkerungsschichten mit niedrigem Einkommen eine Wohnmöglichkeit zu bieten. Das Märkische Viertel galt seinerzeit als zweitstärkste Hochburg der Partei „Die Republikaner“, die bei der damaligen Wahl im Januar 1989 ins Abgeordnetenhaus gewählt wurde. Die Entscheidung des Gerichts ist leider kein Einzelfall, weil es sowohl vor der Wiedervereinigung wie in diesem traurigen Fall, als auch nach dem Mauerfall rassistische Angriffe und Mordanschläge auf Migranten gegeben hat und bei den Strafverfolgungsbehörden institutioneller Rassismus existiert. Es sage das deshalb, weil beispielsweise im Fall der NSU-Mordserie an acht türkischen, einem griechischen Kleinunternehmer und einer Polizistin dies ganz deutlich geworden ist. Viele Jahre konnten die Terroristen des NSU ungehindert morden, weil bei den Ermittlungsbehörden niemand auf die Idee des Rechtsterrorismus gekommen war und stattdessen die Familien der Opfer jahrelang von der Polizei beschuldigt wurden mit den Morden etwas zu tun gehabt zu haben. Außerdem haben die Verfassungsschutzbehörden bei den Ermittlungen zur NSU-Mordserie in vielen Fällen ihr Wissen nicht mit den Ermittlungsbehörden geteilt. Die Opferfamilien wurden kriminalisiert und gedemütigt, weil diese in den Augen der Ermittlungsbehörden „Täter“ und „Mitwisser“ waren. Bereits 2006 ging der bayerische Kriminalbeamte und Profiler Alexander Horn in seiner erstellten Fallanalyse über die NSU-Mordserie von einem rechtsextremistischen Hintergrund aus, aber niemand bei der ermittelnden Sonderkommission und auch anderen Behörden wollten die Fallstudie des renommierten Profilers ernst nehmen. Nach dem Mord der NSU-Terroristen an Halit Yozgat in Kassel, demonstrierten in Kassel etwa 4.000 Menschen unter dem Motto „Kein 9. Opfer“ und auf Plakaten wurde Aufklärung über die „rassistischen Morde“ gefordert. Die deutsche Öffentlichkeit bekam von dieser Demonstration weitgehend nichts mit, weil es sich bei den meisten Demonstranten um türkischstämmige Migranten handelte. Ich möchte nicht behaupten, dass es keine Deutschen unter den Demonstranten gegeben hat, die hat es mit Sicherheit gegeben, aber die überwiegende Anzahl der Demonstranten waren Türken und über diesen Protest haben die Medien kaum berichtet. Beim Nagelbombenanschlag des NSU in Köln, am 9. Juni 2004, wurden 22 Menschen verletzt, vier davon schwer. Bei den anschließenden Ermittlungen der Polizei haben Anwohner und Familien in der Keupstraße, wo die Bombe des NSU per Fernzündung zur Explosion gebracht wurde, unabhängig voneinander auf ein rassistisches Motiv hingewiesen. Allerdings haben die ermittelnden Strafverfolgungsbehörden es vorgezogen die Hinweise der Anwohner und Gewerbetreibenden nicht weiterzuverfolgen. Die Amadeu-Antonio-Stiftung, die sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Deutschland einsetzt, geht von mindestens 208 Todesopfern rechter Gewalt seit 1990 aus und 13 weiterer Verdachtsfälle, wohingegen laut Stiftung die Bundesregierung von 94 Tötungsdelikten rechtsextremistisch motivierter Gewalttaten ausgeht. In Memoriam an Ufuk Şahin und alle anderen Opfer der rassistisch motivierten Morde in Deutschland!

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Corona-Krise
EU-Bank sagt für Türkei Wirtschaftswachstum von 6 Prozent voraus

Brüssel – Wie fast alle Länder weltweit, wird auch die türkische Wirtschaft 2020 unter den Folgen der Coronapandemie leiden, so die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) in einer Mitteilung am Mittwoch. Allerdings werde sich die türkische Wirtschaft sehr schnell erholen und bereits im kommenden Jahr mit 6 Prozent wachsen, so die EBRD weiter. Während schwächere Einnahmen aus dem Tourismus und die Exportnachfrage zu den Hauptproblemen gehörten, könnten laut der EBRD niedrigere Ölpreise – durch die Abhängigkeit von Energieimporten und die sinkende Inflation – die Wirtschaft des Landes entlasten. Der Bericht warnt jedoch vor einer Verschlechterung der Qualität der Vermögenswerte im türkischen Bankensektor. „Da die Quote der notleidenden Kredite mit 5,3 Prozent auf einem Zehnjahreshoch liegt, dürfte die Schwäche der Lira und die Schrumpfung im Tourismus-, Einzelhandels- und Exportsektor die ohnehin schon angespannte Vermögensqualität der Banken noch weiter belasten, insbesondere angesichts des großen Überhangs an Devisen denominierten Schulden im Unternehmenssektor. Die Erholung werde von einer allmählichen Lockerung der inländischen Beschränkungen zur Eindämmung der Ausbreitung des Virus und einer Rückkehr zur Normalität in der zweiten Jahreshälfte abhängen, so die EBRD weiter. Auf die Frage, ob die Türkei von den niedrigen Ölpreisen profitieren könne, sagte Roger Kelly, der leitende Regionalökonom der Bank für die Türkei, Rumänien und Bulgarien, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu:
„Dies ist sicherlich der Fall für die Türkei. Sie ist eines der vielen Länder, die von sinkenden Ölpreisen profitieren. Eine der ständigen Sorgen, die wir wegen der Höhe des Leistungsbilanzdefizits der Türkei haben. Einer der Hauptverantwortlichen für dieses Defizit sind die Energieimporte.“
Er fügte hinzu:
„Die Energiekosten gehen zurück. Wir gehen davon aus, dass ein Ölpreisrückgang um 10 Dollar etwa 3,5-4 Milliarden Dollar [aus dem Leistungsbilanzdefizit] verringern wird. Zusätzlich zu den Auswirkungen auf die Leistungsbilanz gibt es disinflationäre Auswirkungen, ein Ölpreisrückgang um 10 Dollar würde eine Inflation von knapp 1 Prozentpunkt bedeuten. Dies würde auch eine Art Unterstützung für die Türkei darstellen“.
Während die Welt allmählich aus der Krise herauskommt, sei es entscheidend, in eine Zukunft der Zusammenarbeit und einer größeren wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit zu blicken. „Die Krise hat uns massiv getroffen, und es wird eine ebenso große Herausforderung sein, aus ihr herauszukommen. Dies ist nicht die Zeit für wirtschaftlichen Nationalismus und Protektionismus, sondern für die Gestaltung einer besseren Zukunft durch internationales Engagement für Freihandel, Klimaschutz und wirtschaftliche Zusammenarbeit“, so Beata Javorcik, Chefökonomin bei der EBRD.

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In den USA ist die Arbeitslosigkeit inmitten der Corona-Krise extrem angestiegen.

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Virtual Reality: Einsatzmöglichkeiten mit Potential

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WERBUNG Die Geschichte der Virtual Reality, kurz VR, reicht bis in die 1960er zurück. So entwickelte damals Ivan Sutherland, Professor an der Universität von Utah, gemeinsam mit einigen Studenten das erste VR-Headset. Allerdings war die damalige Technik bei weitem nicht ausgereift. Sutherlands VR-Headset war deshalb nicht nur sehr schwer, weshalb es zusätzlich an der Decke aufgehängt werden musste. Stattdessen konnten auch nur äußerst simple Objekte animiert und dargestellt werden, weshalb die Erfindung kaum Einsatzmöglichkeiten bot. Die heutige Situation ist eine völlig andere. So konnte sich dank der leichten und technisch leistungsstarken Geräte eine ganze Branche etablieren, die immer neue Lebensbereiche für sich entdeckt. Doch wo kommt die Virtual Reality eigentlich bereits zum Einsatz und in welchen Branchen ist in den nächsten Jahren mit weiteren Fortschritten zu rechnen? Virtual Reality spielt aktuell bereits in der Unterhaltungsindustrie eine große Rolle. Dabei profitiert vor allem die Spielebranche von der Entwicklung. Seit 2016 gibt es eine ganze Reihe von Unternehmen, darunter auch Facebook, Samsung, Lenovo und Valve, die sich positionieren und durch eigene Geräte vertreten sind. Für den Endkonsumenten ergibt sich hierdurch eine große Auswahl an vergleichsweise günstigen VR-Headsets. Gleichzeitig steigt auch das Angebot an Unterhaltungssoftware und Spielen stetig weiter an, da immer mehr Verbraucher über das notwendige Endgerät verfügen. Als ein Durchbruch wurde in diesem Zusammenhang der Release des VR-Spiels Half Life: Alyx angesehen, das Anfang 2020 eindrucksvoll aufzeigte, was in den nächsten Jahren mit dieser Technik möglich sein wird. Allein auf der größten PC-Spieleplattform Steam, die etwa 90 Millionen aktive registrierte Nutzer verzeichnet, verfügen rund 2 Millionen Spieler über ein VR-Headset. Die Revolution der Spielebranche hat demnach bereits begonnen. Doch auch abseits von Videospielen wird die Virtual Reality zunehmend genutzt. Ein Beispiel hier wären VR Online Casinos. In diesen betritt der Nutzer ein gesamtes Casino und kann sich frei in diesem bewegen. So ist es ihm beispielsweise möglich, mit anderen Spielern per Sprachchat an der Bar in Kontakt zu treten oder zu einem Tischspiel zu gehen, um dort Black Jack oder Roulette zu spielen. VR-Casinos stehen dabei noch am Anfang ihrer Entwicklung. Mit der weiteren Verbreitung und Weiterentwicklung dieser Technik dürften sich aber auch zunehmend große VR-Casinos durchsetzen und ein realitätsnahes Spielerlebnis bieten. Bei Online Casinos im Test werden Nutzer also auch zunehmend Ableger der virtuellen Realität vorfinden. Die Virtual Reality kann heute aber bereits mehr als nur Unterhaltung. Stattdessen wird diese Technik bereits seit vielen Jahren beim Militär, im Gesundheitswesen und in der Forschung zu Ausbildungszwecken eingesetzt. Soldaten lernen so beispielsweise einen Panzer in Gefechtssituationen zu fahren, wohingegen Ärzte komplexe Operationen einüben können. All diesen Lernfeldern ist gemeinsam, dass sie Lernsituationen simulieren, die grundsätzlich gefährlich sind oder kaum anders eingeübt werden könnten. In manchen Fällen bleibt der Einsatz von VR aber nicht nur auf Schulungszwecke begrenzt. So lässt sich hierdurch auch eine effiziente Fernsteuerung von Gerätschaften erreichen, indem etwa Chirurgen an einem weit entfernten Patienten über Maschinen und in VR operieren oder Soldaten Drohnen mit dieser Technik steuern. Es gibt darüber hinaus noch zahlreiche weitere Anwendungsfelder, in denen sich die Virtual Reality aber noch nicht vergleichbar durchsetzen konnte. Grund dafür sind unter anderem die weiterhin hohen Gerätepreise, die noch ausbaufähige Technik, ein mangelndes Softwareangebot oder schlicht die noch fehlende Etablierung und Akzeptanz. Beispielsweise verzichtet bisher die Bildungsbranche weitestgehend auf VR-Headsets. Allenfalls kulturelle Institutionen wie Museen und Galerien oder aber private Anbieter erlauben bereits das Lernen und Erleben in einer künstlichen Umgebung. Dennoch gibt es bereits Bemühungen, entsprechende Programme für den Bildungssektor zu optimieren. Andererseits profitierte auch der Sport bisher kaum von der virtuellen Realität. Zwar gibt es bereits die Möglichkeit, sportliche Ereignisse in VR zu verfolgen oder aber selbst an E-Sport Events als VR-Sportler teilzunehmen. Dennoch bleiben diese Möglichkeiten weiterhin ein Nischenangebot, das wohl erst in den kommenden Jahrzehnten sein volles Potential entfalten wird.

Corona-Krise
Ex-SPD-Chef Martin Schulz hält Bundesliga-Start für riskant

Köln – Der frühere SPD-Vorsitzende und Fußballfan Martin Schulz sieht die Fortsetzung des Spielbetriebs in der Fußball-Bundesliga äußerst skeptisch. „Das Ganze kann auch gewaltig schiefgehen“, sagte Schulz in einem Interview des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Er freue sich, wenn der Ball wieder rolle. „Doch auf der anderen Seite muss ich auch die verschiedenen Risiken betrachten. Und die medizinischen gibt es definitiv.“ Bei vielen Menschen könnte es zudem „so rüberkommen, dass die Bundesliga privilegiert ist, während der überwiegende Teil der Gesellschaft derzeit auf vieles verzichten und so viel schultern muss“. Dass nach zwei Corona-Fällen die Mannschaft von Dynamo Dresden habe in Quarantäne gehen müssen, zeige „welch dünnes Eis man da betritt“. Wenn das Hygiene-Konzept der Deutschen Fußball Liga funktioniere, wäre das „großartig“, so Schulz. „Wenn es aber schiefgeht, dann wäre einer der größten und wirtschaftlich stärksten Sportverbände der Welt mit diesem Ansatz gescheitert. Und das hätte dann auch große politische und sportpolitische Auswirkungen.“