Ein Gastbeitrag von Dr. Christian Johannes Henrich
Zweifelsohne ist die jüngere Geschichte Aserbaidschans von den geopolitischen Rahmenbedingungen im Kaukasus und den Machtinteressen europäischer Großmächte geprägt.
Die russische Expansionspolitik in den kaukasischen Raum und ans Kaspische Meer bekam Aserbaidschan durch die kurzzeitige Eroberung Bakus und der übrigen persischen Küstengebiete des Kaspischen Meeres im Jahr 1722 durch Zar Peter den Großen zu spüren.
Die Probleme im Südkaukasus haben überwiegend exogene Ursachen als Auslöser des unermesslichen Leids auf beiden Seiten. So führten die Zwangsumsiedlungen persischer und anatolischer Armenier in den Südkaukasus zu einer gravierenden Veränderung der ethnischen Zusammensetzung der Region und waren letztlich gemeinsam mit dem fortwährenden Beistand Russland (Sowjetunion) zu Armenien verantwortlich für die zahlreichen Massaker an Aserbaidschanern im letzten Jahrhundert.
Viele Menschen ließen ihr Leben in diesen Pogromen oder verloren ihre Heimat durch Vertreibung. Laut Kaukasus-Experte Johannes Rau wurde die unnachgiebige Schärfe und Aggression im Bergkrabach-Konflikt vor allem von der armenischen Diaspora betrieben. Rau sieht die Veteranen der Daschnaken Partei, insbesondere ihr zu Terroraktionen neigender linker Flügel Armenische Geheimarmee zur Befreiung Armeniens (ASALA), als die maßgeblich verantwortlichen Kriegstreiber.
Zahlreiche Kämpfer der Daschnaken Partei haben 16 Jahre Bürgerkriegserfahrungen im Libanon und dem Nahen Osten gesammelt. Als der Krieg im Libanon 1990 beendet wurde, immigrierten viele Armenier nach Armenien und forcierten dort einen Krieg mit Aserbaidschan.
Als der Bergkarabach-Konflikt 1988 neu entfacht wurde, erwarteten viele Aserbaidschaner militärischen Beistand aus der Türkei wie einst 1918. Auch zahlreiche hochrangige türkische Militärs machten sich für einen Kriegseintritt auf aserbaidschanischer Seite stark, dennoch entschlossen sich Staatspräsident Turgut Özal und Ministerpräsident Süleyman Demirel gegen eine Allianz mit Aserbaidschan.
Dies war ein schwerer Schlag für die türkisch-aserbaidschanischen Beziehungen. Nach seiner Wahl zum armenischen Staatspräsidenten am 4. August 1990 machte der armenische Nationalist Levon ter-Petrosjan mit seiner Kriegsrhetorik gegenüber Aserbaidschan Ernst und ließ am 17. August 1990 zwei armenische Brigaden das Gebiet um Tauz völkerrechtswidrig besetzen.
Ende November haben die armenischen Streitkräfte einen überraschenden Ausfall in die nordwestlichen Gebiete des Bergkarabachs hineingewagt, der erst von sowjetischen Truppen bei Martanuschen gestoppt wurde. Ein Jahr später gelang der Vorstoß in die südlichen Regionen des Bergkarabachs und die Armenier festigten erfolgreich eine Frontlinie zwischen Schuscha und Agdere.
Während der Besetzung dieser Gebiete kam es zu zahlreichen Übergriffen gegenüber der aserbaidschanischen Zivilbevölkerung, welche von internationalen Beobachtern als ethnische Säuberungen klassifiziert wurden. Viele Menschen ließen ihr Leben in diesen Pogromen oder verloren ihre Heimat durch Vertreibung.
Das bekannteste Massaker fand am 25. Februar 1992 in der aserbaidschanischen Stadt Xocali statt. 613 Zivilisten, darunter 106 Frauen und 83 Kinder starben nach offiziellen Angaben durch armenische Soldaten. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch spricht „vom größten Massaker“ des Bergkarabach-Konflikts. Dennoch wurde der territoriale Zwist nicht beigelegt und entlud sich zwischen 1992-1994 in einem Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, der seit dem Waffenstillstandsabkommen von 1994 als frozen conflict weiter schwelt.
Trotz zahlreicher Resolutionen der Vereinten Nationen, des Europarats und der NATO schützte die Sowjetunion (heute Russland) als Vetomacht Armenien vor Sanktionen, ähnlich wie man es von den USA zugunsten Israels kennt. Durch dieses Verhalten verhindert Russland eine friedliche, nachhaltige und gerechte Beilegung des Bergkarabach-Konflikts.
Zum Thema
– Geschichte –
Hodschali-Massaker: Der letzte Genozid des 20. Jahrhunderts
Die ersten Nachrichten über die eingekesselten muslimischen Zivilisten ließen das Blut gefrieren. Sie deckten sich mit den Schilderungen der türkischen Flüchtlinge aus dem sogenannten Lacin-Korridor, einem weiter westlich gelegenen Landstrich zwischen der umkämpften Enklave Karabach und der Staatsgrenze der Republik Armenien.
Ein Gastbeitrag von Damian Etsch-Zynn – detschzynn@gmail.com
Als Rizvan R. und sein Schwager Nariman H. nur noch wenige Kilometer zu Ihrem Heimatort vor sich hatten, war es noch recht düster. „Es ist bald geschafft Rizvan, gleich sind wir da und halten unsere Liebsten in den Armen.“ Nebelschwaden strömten aus seinem Mund und seiner Nase als ihm sein Begleiter mit der Floskel „Inschallah Bruder! Inschallah.“ antwortete.
Es war Februar und bitterkalt im Hochland von Karabach. Beide hatten sich fest vorgenommen nicht laut zu sein und im Schutze der Finsternis unbemerkt und so schnell wie nur möglich Ihre Angehörigen vor der vorrückenden Front in Sicherheit zu bringen. Die sogenannten armenischen Selbstverteidigungsverbände „Artsakhs“ (armen. für Karabach) hatten nämlich am 11. Februar 1992, unter massiver militärischer Unterstützung der russischen und armenischen Streitkräfte, eine groß angelegte Offensive gegen die mehrheitlich von aserbaidschanischen Türken bewohnte Stadt Schuscha begonnen.
Die ersten Nachrichten über die eingekesselten muslimischen Zivilisten ließen das Blut gefrieren. Sie deckten sich mit den Schilderungen der türkischen Flüchtlinge aus dem sogenannten Lacin-Korridor, einem weiter westlich gelegenen Landstrich zwischen der umkämpften Enklave Karabach und der Staatsgrenze der Republik Armenien.
Die armenischen Streitkräfte hatten zusammen mit den armenischen Milizen „Artsakhs“ die noch junge Republik Aserbaidschan überfallen, große Geländegewinne verbucht und die aserbaidschanischen Linien überrollt. Wer fliehen konnte, begab sich in das Landesinnere gen Osten, wer eingekesselt wurde und festsaß, musste mit einem schrecklichen Schicksal rechnen.
Für Rizvan R. und Nariman H., die sich im Osten Aserbaidschans als Industriearbeiter verdingten, gab es angesichts des drohenden Unheils nur eines: Sie mussten sich umgehend in das gebirgige Karabach begeben, um ihre Familien vor den vorrückenden armenischen Einheiten zu retten. Am Morgen des 26. Februar 1992 trafen beide Männer auf einen Trupp aserbaidschanischer Soldaten und schlossen sich ihnen an.
Wenige Stunden später, als der Himmel schon erhellt war, wurden sie die ersten Zeugen einer der brutalsten und abscheulichsten Gräueltaten des ausgehenden 20. Jahrhunderts: Hunderte Leichen von Zivilisten lagen verstreut links und rechts des Weges. Die leblosen Gesichter der Menschen und die erstarrten Körper der Opfer erzählten die Geschichte einer panischen Flucht: Sie waren offensichtlich überrascht worden und hatten kaum Gelegenheit ausreichend Vorkehrungen für ihren beschwerlichen Weg in die Sicherheit Richtung Osten, hinter die aserbaidschanischen Linien zu treffen.
Manche hatten sich mit Hausschuhen auf den Weg gemacht, andere nur leicht bekleidet mit einer Strickjacke. Nahezu alle Opfer wiesen Spuren von Verstümmelungen auf: Frauen mit abgeschnittenen Brüsten lagen hier und da zwischen Büschen und Sträuchern, ausgestochene Augen, abgeschnittene Ohren an fast jedem Torso; nahezu bei jedem männlichen Opfer mit runter gezogener Hose wurden Genitalverstümmelungen festgestellt.
Besonders bitter waren die malträtieren Kinderleichen die neben ihren Müttern oder Großeltern lagen. Wenige Monate alte Säuglinge lagen noch in den Armen ihrer Mütter, die selbst in dem letzten qualvollen Augenblick ihres irdischen Daseins fest ihre Kinder umschlungen hatten und mit ihnen in den Tod gingen.
„Wenn Menschen ihren letzten Atemzug nehmen, kurz bevor sie ins Jenseits schreiten, erstarrt ihr Blick. Der Blick dieser misshandelten Menschen vor ihrem letzten Wimpernschlag verriet, dass sie schreckliche Folter und Malträtierungen über sich ergehen lassen mussten.“ erinnerte sich ein aserbaidschanischer Offizier über zwei Jahrzehnte nach dem Vorfall.
Er und sein Trupp zählten am Morgen des 26. Februar 1992 613 Tote, davon 106 Frauen und 83 Kinder. Bei den männlichen Opfern handelte es sich zumeist um Greise, die aufgrund ihres Alters nicht mehr für den Dienst an der Front verpflichtet werden konnten. Rizvan R. und Nariman H. halfen bei der Identifizierung der Opfer die allesamt aus Ihrem Heimatort, der Ortschaft Hodschali, stammten. Sie konnten nur noch die Leichname ihrer Liebsten überführen.
Sechs Familien wurden vollständig ausgelöscht, 487 Personen erlitten schwerste körperliche Verletzungen mit dauerhafter Behinderung. Durch den Völkermord in Hodschali wurden 25 Kinder zu Waisen und 130 zu Halbwaisen. Die armenischen Schergen vergingen sich in ihrem Blutrausch selbst am ungeborenen Leben: Aufgeschlitzte Leiber hochschwangerer Frauen und herausgerissene Föten zeugten von einem endlosen Hass und hoher krimineller Energie.
Bis heute wurden die Täter des Hodschali Massakers nicht zur Rechenschaft gezogen. Die Republik Armenien, die bis heute 20 Prozent des Territoriums von Aserbaidschan besetzt hält, leugnet den Genozid an hunderten Zivilisten und tut den Vorfall lapidar als „aserbaidschanische Propaganda“ ab. Die armenische Version ist geradezu abstrus: Die aserbaidschanische Armee habe den Fluchtweg der eigenen flüchtenden Zivilbevölkerung abgeschnitten und sie dem Trommelfeuer der armenischen Einheiten ausgesetzt, um in ihrer Verzweiflung eine internationale Ächtung Armeniens zu provozieren.
In Folge des Bombardements sei es dann zu diesen „Kollateralschäden“ gekommen. Die Frage warum die armenischen Kampfverbände Kanonensalven auf eingekesselte aserbaidschanische Flüchtlinge mutwillig abgefeuert haben und wie die zielsicher einschlagenden Projektile Malträtierungen bei den Opfern verursacht haben sollen, lässt die armenische Regierung in peinliches Schweigen verfallen. Armeniens Staatshäupter drehen und wenden sich, meiden Statements zu diesem dunklen Kapitel ihrer Geschichte.
Es ist das typische Verhalten eines ertappten und in die Enge getriebenen Täters, der verzweifelt seine Mordtat zu vertuschen versucht, indem er die Gegenseite beschuldigt und sich in krude Verschwörungstheorien flüchtet. Selbst vor einem Body Count (pfui!) wird nicht zurückgeschreckt, in der Hoffnung so das Ausmaß der Schandtaten wenigstens quantitativ abzumildern. Auch wenn der nationalistische Ex-Staatschef Armeniens, Serj Sarkissian, besserwisserisch die Opferzahlen von Hodschali als „sehr, sehr übertrieben“ einstufte und führende armenische Politiker das Hodschali-Massaker als „aserbaidschanisches Ammenmärchen“ abtun wollen, ist es vor allem den Augenzeugen, wie der russischen Fotografin Victoria Ivleva oder dem Kameramann Cengiz Mustafayev zu verdanken, die sich unter Lebensgefahr in den Tatort begaben, um die Geschehnisse in Bild und Ton zu verewigen.
Ihrem Einsatz geschuldet, gilt Hodschali heute nicht umsonst als der am besten dokumentierte Völkermord der Geschichte. Der amerikanische Politologe und Journalist Thomas Goltz ließ sich tags darauf mit einem aserbaidschanischen Helikopter einfliegen und veröffentlichte den ersten Artikel in der Washington Post über diesen Massenmord an Zivilisten. Interessant ist, dass die armenische Seite bei der Leugnung des Völkermordes in Hodschali in dieselbe nihilistische Haltung verfällt, die sie der Türkei unterstellt, wenn es um die Genozid-Vorwürfe im Zusammenhang mit den Deportationen von 1915 geht.
Die andauernde illegale Besetzung Karabachs durch Armenien und die Inschutznahme der Kriegsverbrecher aus dieser Zeit durch Jerewan führt dazu, dass bislang niemand für dieses unvorstellbare Verbrechen an der Menschlichkeit büßen musste. Ganz im Gegenteil: Diensthabende Kommandeure und Milizenführer aus dieser Zeit, die ganz offensichtlich die Vernichtung der Ortschaft Hodschali befehligten, werden heute in Armenien als Helden gehuldigt. Sie stehen in Amt und Würden, besetzen Posten in Polizei und Militär.
Bestes Beispiel ist der Milizenführer Monte Melkonian, der eine breite Blutspur in Karabach hinter sich herzog. Der für seine Unerbittlichkeit bekannte Milizionär mit der auffallend schrillen Stimme, ist Namenspatron für Schulen, Plätze und Stiftungen. Er gilt als Ikone und muss als leuchtendes Vorbild für die stramm nationalistische Erziehung in den Schulen der sog. Republik Artsakh herhalten, eine Entität, die diplomatisch, wenig überraschend, nur von Armenien anerkannt wird.
Man könnte sich auch der armenischen Leugnungsrhetorik anschließen und den Vorfall von Hodschali als billige Propaganda der Aserbaidschaner etikettieren zu der sich das ganze Volk konspirativ verschworen hat, um den makellosen Ruf der Armenier in Verruf zu bringen. Wären da nur nicht die erdrückenden Beweise und Erzählungen über ähnliche Gräuel in anderen Ortschaften Berg-Karabachs. Ja, Hodschali war nicht die erste und einzige Siedlung, deren Bevölkerung restlos ausradiert werden sollte. Ein ähnliches Schicksal ereilte zum Beispiel das Dorf Gary Gischlag, deren Bewohner von den vorrückenden armenischen Einheiten umzingelt und mit Maschinengewehren Opfer einer Massenexekution wurden.
Manche konnten ihrem Schicksal entfliehen, so auch der ortsansässige Bauer Suleiman Abdulajew, der in der Nähe seines Heimatdorfes Zeuge eines kaum vorstellbaren Verbrechens wurde. Aus einem Gestrüpp beobachtete der Mann, wie armenische Armeeangehörige ein mit Frauen und Kindern vollbeladenen Bus umzingelten und ansteckten bis es völlig ausbrannte. Versuche aus dem lodernden Fahrzeug zu entkommen waren vergebens, denn die armenischen Soldaten schossen ohne zu zögern auf jeden, der es wagte aus dem Bus zu steigen.
Er werde die Schreie der Kinder im Bus nie im Leben vergessen, so Abdulajew rückblickend (nachzulesen in Erich Wiedemann „Smartes Stück Kolonialismus“ in der Spiegel Ausgabe vom 18.10.1993). Dazu kommen tausende Flüchtlinge aus hunderten Siedlungen, die über ähnliche Szenarien zu berichten wussten. Dabei schien die armenische Vernichtungsmaschinerie einer gewissen perfiden Systematik zu folgen: Ortschaften wurden eingekesselt, den Bewohnern wurde die Option der Räumung angeboten und ein angeblicher Fluchtkorridor geschaffen.
Dieser erwies sich aber als Falle, weil alle Zivilisten im Glauben an die sichere Flucht in einem schmalen Pfad aufgegriffen und buchstäblich abgeschlachtet wurden. Mancherorts wurden die hermetisch abgeriegelten Orte ohne Vorwarnung mit schwerer Artillerie beschossen, wohl wissend, dass Zivilisten Schutz suchend in ihren Häusern ausharrten. Wer sich mit Mühe und Not hinter die aserbaidschanischen Linien retten konnte berichtete über die Vorfälle und über das Grauen, dessen Zeugen sie wurden.
In der Ortschaft Hodschali haben armenische Einheiten in der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 1992 über 613 Zivilisten (Frauen, Kinder und Alte) mit einer unglaublichen Brutalität auf bestialische Weise ermordet und die Ortschaft komplett zerstört.
Anfangs kursierten die Erzählungen über die Massaker aus den Frontgebieten in der aserbaidschanischen Gesellschaft als Erzählungen. Viele Aserbaidschaner haderten mit der Vorstellung, dass Menschen, mit denen man einst Tür an Tür wohnte und sich als Kollegen in den Kolchosen begrüßte zu derart brutalen Übergriffen fähig sein würden. Genau diese Erfahrungsberichte waren es, die mutige und investigative Journalisten wie die Russin Victoria Ivleva oder Cengiz Mustafayev dazu bewogen den Erzählungen auf den Grund zu gehen.
Würden denn die Russen, zu denen man lange Zeit als großen Bruder aufblickte und koexistierte, überhaupt derartige Verbrechen zulassen? Aber ab dem Vorfall in Hodschali hatte das aserbaidschanische Volk und die Weltöffentlichkeit den unbestreitbaren Beweis, dass die hundertfach von entkommenen Aserbaidschanern geschilderten Massaker die bittere Wahrheit darstellten. In der zerklüfteten Bergregion Karabachs wähnten sich armenische Schergen in Sicherheit, als sie an unschuldigen Zivilisten ihre Gewaltphantasien auslebten.
In der Anonymität der dicht bewaldeten Täler und Schluchten spielten sich dramatische Szenen ab, die an Abscheulichkeit nicht zu überbieten waren und Augenzeugen jeglichen Glauben an das Gute im Menschen auslöschten. Aber am 26. Februar 1992 wurden die armenischen Täter in Hodschali auf frischer Tat ertappt, ihr tausendfach begangenes Verbrechen in den unzugänglichsten Regionen wurde eindeutig bewiesen.
Insofern kommt Hodschali auch eine andere, sehr weitreichende Bedeutung zu: Das Massaker von Hodschali ist nicht nur an sich ein Tag des Trauerns und der Andacht für die zivilen Opfer der Ortschaft. Hodschali steht zweifellos exemplarisch für hunderte ausradierte muslimische Ortschaften und für ihre Einwohner, die durch armenische Hand ermordet, verschleppt oder verstümmelt wurden.
Das Hodschali-Massaker ist die verbriefte Urkunde, quasi das Echtheitssiegel des großflächigen Genozids in Berg-Karabach, das durch armenische Nationalisten ausgeführt wurde. Das ist der Grund, warum weltweit zehntausende Aserbaidschaner auf Kundgebungen am heutigen Tage der über 50.000 Todesopfer ihres Volkes gedenken und ihre Solidarität mit den über 1.000.000 Vertriebenen Aserbaidschanern bekunden.
Es ist schon makaber, dass Armenien, das ja bekanntlich seine Bevölkerung als Opfer des ersten Massenmordes der letzten Dekade zu sehen glaubt, ausgerechnet selbst zum Vollstrecker des letzten Völkermordes des ausgehenden 20. Jahrhunderts mutierte.
In memoriam der Opfer des Karabach Krieges und Hodschalis.
Auch interessant
– Gerechtigkeit für Khojali/Hocali –
„Endless Corridor“: Doku-Film über das armenische Massaker an Aserbaidschanern
„Endless Corridor“ – ein Film, erzählt vom britischen Oscar-Preisträger und Schauspieler Jeremy Irons, der sich mit den Ereignissen rund um das Khojali-Massaker (Hocali) befasst, in dem am 25.-26. Februar 1992 613 Männer, Frauen und Kinder getötet wurden.
Ein Gastkommentar von Damian Etsch-Zynn – detschzynn@gmail.com
Würden die kaukasischen Staaten die Erzählung „Struwwelpeter“ des Arztes und Psychiaters Heinrich Hoffmann aus dem Jahr 1844 auf einer Bühne nachspielen, würde die Hauptrolle dem Staate Armenien ganz sicher zugesprochen.
Die Rolle des Enfant terrible ist Armenien geradezu auf den Leib zugeschnitten: Am kaukasischen Tisch sitzend kann das unerzogene Kind nicht ruhig sitzen, zupft und zurrt an der Tischdecke, verweigert das Süppchen und schneidet sich nicht die Nägel. Sehr zum Missfallen der übrigen Gesellschaft, die sich gesittet verhält und das Kind mit der auffälligen Verhaltensstörung immer wieder ermahnt.
So ähnlich läuft es in der südkaukasischen Realpolitik ab: Armenien negiert seit seiner postsowjetischen Unabhängigkeit die seit 1921 festgelegte Staatsgrenze zur Türkei und beansprucht halb Ostanatolien, verankert seinen Landhunger gar in der Verfassung, stichelt die Türkei seit hundert Jahren mit der eigenen Version einer Völkermordstory, will aber von eigenen historischen Verbrechen an der türkischen Bevölkerung während der russischen Okkupation Ostanatoliens nichts wissen.
Das winzige Land schwärzt seinen großen Nachbarn in allen Hauptstädten der Welt an, sehr zum Ärgernis Ankaras. Auch mit seinem östlichen Nachbar Aserbaidschan liegt Armenien im Dauerstreit, denn es besetzt seit fast 30 Jahren illegal 20 Prozent von dessen Territorium, verantwortet mit der Vertreibung von einer Million Aserbaidschanern die mit Abstand größte ethnische Säuberung der postsowjetischen Ära, leugnet beharrlich die dutzenden Genozide (wie Hodschali) im besetzten Karabach und will partout nicht verantwortlich sein für die 50.000 Kriegsopfer auf aserbaidschanischer Seite.
Reparationen an Geschädigte? Indiskutabel. Auch mit seinem Nachbarn in Georgien liegt Armenien im Streit, denn es ermutigt die dortige armenische Minderheit sich vom ohnehin bröckelnden georgischen Staatsgebilde loszusagen und, wen wundert’s, sich dem armenischen Staat anzuschließen. Jerewan biedert sich Russland als Außenposten für dessen Militär an und ist sich nicht zu schade von Moskau als Militärbasis missbraucht zu werden.
Dies verursacht verständlicherweise großen Unmut in Georgien, weil man wegen den separatistischen Bewegungen im nördlichen Abchasien und Südossetien wiederum selbst einen Disput mit Moskau hat und nur ungern von der südlichen Flanke her umzingelt werden will. Nur mit dem Iran scheint Armenien beste Beziehungen zu pflegen, man hilft sich in wirtschaftlicher und militärischer Hinsicht.
Nicht um der Völkerverständigung willen, denn darauf pfeifen beide Staaten bekanntlich, sondern aus pragmatischen Gründen getreu dem orientalischen Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“. Denn auch die Islamische Republik Iran hat keine sonderlich guten Beziehungen zu den säkular geführten Staaten Aserbaidschan und Türkei.
Dann ist da noch der marode Kernreaktor Medzamor, den Jerewan stur weiterbetreibt, um die Energieversorgung des nahezu völlig isolierten Landes einigermaßen aufrechtzuerhalten. Für den Preis der Energieautarkie sitzen die Armenier aber auf einem Pulverfass und halten die Nachbarstaaten in Atem.
Nicht nur mit äußeren Problemen hat Armenien zu ringen. Der seit Jahrzehnten anhaltende Investitionsstau, die selbstverschuldete Isolation des Landes, die autokratische Führung ultranationalistischer Regierungen, die um sich greifende Vetternwirtschaft, die überhöhten Militärausgaben und die Besatzungskosten in Karabach, das völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehört, haben Armenien zum politisch und wirtschaftlich rückständigsten Land der Region gemacht.
Infolge dieser fehlgeleiteten Politik hat das Land mit etwa 2,7 Mio. Einwohnern mit einer sehr hohen Arbeitslosenquote zu kämpfen und ist auf finanzielle Almosen der finanzstarken armenischen Diaspora in Übersee angewiesen. Viele junge Armenier verlassen in Strömen das Land, verdingen sich als billige Arbeitskräfte in der im Vergleich wohlhabenden Türkei und tragen mit regelmäßigen Geldtransfers nach Armenien zum Auskommen und Unterhalt ihrer Familien bei. Der Erzfeind Türkei duldet die knapp 200.000 illegalen Arbeitskräfte im Lande als Zeichen des nachbarschaftlichen Goodwill, das Jerewan bis heute nicht gebührend honorieren will. d
Debakel für Armenien: Sicherheitskonferenz in München
Um so größer war die Neugier auf der Münchener Sicherheitskonferenz, die vergangene Woche in der bayerischen Hauptstadt Staatsmänner, Militärs und führende Strategen zusammenbrachte. Ein recht seltenes Treffen sollte auf der Tagung erfolgen: Die Staatspräsidenten der verfeindeten Nachbarn Aserbaidschan und Armenien sollten an einer Podiumsdiskussion teilnehmen und über die schwierigen Beziehungen beider Länder sprechen.
Besonders auf dem armenischen Präsidenten Nikol Paschinjan ruhten die Blicke und die Neugier war groß. Wie würde sich der neu gewählte Präsident der Kaukasusrepublik auf dieser wichtigen Konferenz der Sicherheitspolitik geben, auf der sich das Who-is-Who der internationalen Politik und über die globale Sicherheitsarchitektur der Zukunft austauscht? Die sture Haltung Armeniens in Sachen Außenpolitik hatte sich bekanntlich weder unter dem national-patriotischen Levon Ter-Petrosjan, dem nationalistischen Robert Kotscharjan noch unter dem ultra-nationalistischen Serj Sarkissian kaum geändert.
Der 1975 geborene Journalist Paschinjan schwang sich 2018 zum Führer der außerparlamentarischen Oppositionsbewegung auf bis er, quasi mit einer Abstimmung mit den Füßen, den Umsturz seines Vorgängers Sarkissian bewirkte. Sarkissian stammte aus der von armenischen Truppen besetzten Bergregion Karabach und ist Anhänger der faschistisch-nationalistischen Daschnakbewegung.
Während seiner Amtszeit wurde die politische Isolation des Landes zunehmend intensiviert, die Gesellschaft militarisiert und in permanentem Alarmzustand versetzt. Im Lichte dieser Erfahrungen mit den früheren armenischen Staatshäuptlingen waren die Erwartungen an Paschinjan besonders groß. Würde Paschinjan die Gunst der Stunde ergreifen und auf der Sicherheitskonferenz versöhnliche Worte gegenüber Staatspräsident Alijev finden?
Hatte letzterer doch als Vertreter des geschädigten Aserbaidschans sich bereit erklärt mit dem politischen Vertreter des Aggressors auf einer Bühne Platz zu nehmen. Das erfordert sicher eine gewisse staatsmännische Größe. Beide Führer der verfeindeten kaukasischen Länder nahmen Platz auf dem für sie reservierten Podium, auf der einen Seite der weltweit geschätzte und politisch angesehene Aliyev und auf der anderen Seite der politische Neuling und weitgehend unbekannte Paschinjan.
Wie sich der Führer der armenischen Republik Nikol Paschinjan während der Diskussion gab und auf der größten Sicherheitskonferenz debütierte kann kurz und prägnant zusammengefasst werden: Nicht anders als die unbelehrbaren Quälgeister beim Struwwelpeter. Zwar benahm sich der Herr Präsident anständig und saß relativ still, doch seine Äußerungen zeugten von einem extrem simpel gestrickten Weltbild, unterfüttert mit Stereotypen und kruden Verschwörungstheorien.
Während der Diskussionsrunde kam es natürlich zum Karabach-Konflikt und zu armenischen Gräueltaten an der aserbaidschanischen Zivilbevölkerung. Auf die sachlich-nüchternen und besonnenen Ausführungen des erfahrenen Alijev konterte Paschinjan mit hastigen und unüberlegten verbalen Schnellschüssen.
So behauptete Pachinjan allen ernstes, dass das Hodschali-Massaker eine Erfindung der Aserbaidschaner sei, um die reine Weste der Armenier zu beflecken. Wenn man sich im wirren Kosmos der Verschwörungstheoretiker bewegt hört man von der gefaketen Mondlandung bis hin zum vertuschten UFO-Crash keine absurdere Theorie als die der armenischen Genozid-Leugner, wenn es um die massenhaften Gewaltverbrechen in Karabach geht. Neun Millionen Aserbaidschaner hätten sich konspirativ verschworen, um das Image der Armenier zu beflecken und hätten das Ammenmärchen von Völkermorden und ethnischen Säuberungen in Karabach erfunden.
Panel discussions on Armenia-Azerbaijan Nagorno-Karabakh conflict held as part of Munich Security Conference Azerbaijani President Ilham Aliyev and Armenian Prime Minister Nikol Pashinyan participated in the discussions https://t.co/xo9KIGbyy2pic.twitter.com/7IX4H6VrLl
Dabei gilt der Vorfall in Hodschali als der am besten dokumentierte Genozid der Menschheitsgeschichte, dank der Filmaufnahmen von mutigen Reportern wie Cengiz Mustafayev. Paschinjan trat von einem Fettnäpfchen ins andere. Er wehrte sich gegen die Darstellung, dass Karabach von armenischen Truppen besetzt sei. Ganz im Geiste seiner ultra-nationlistischen Amtsvorgänger beharrte Nikol P. darauf, dass es sich bei der Republik Artsakh (armenisch für Karabach) um einen souveränen Staat handele.
Die armenischen Streitkräfte würden sich nicht in dem „Nachbarstaat“ Republik Artsakh aufhalten, so Paschinjan. Einige Sätze später sprach Paschinjan plötzlich von der Stationierung seines Sohnes im benachbarten Karabach, der dort seinen Dienst an der Waffe macht. Bei der Frage um den rechtlichen Status der Bergregion Karabach holte Paschinjan tief Luft und fing knapp bei Adam und Eva an: Paschinjan wusste zu berichten, dass die Region Karabach schon vor der Geburt Christi der armenischen Nation gehörte (nicht ahnend, dass der moderne Nationenbegriff erst nach dem Westfälischen Frieden von 1648 nach Christi Geburt Gestalt annahm).
Zeitweise zeigte sich Alijev sichtlich amüsiert von dem Fauxpas-Auftritt seines Amtskollegen. Viel musste der gewiefte aserbaidschanische Präsident nicht tun: Genüsslich verfolgte er die eigendynamische Selbstdemontage seines Counterparts. Ein zwei taktische Fragen noch und Paschinjan wirkte endgültig wie ein Schuljunge, der die allmorgendliche mündliche Hausaufgabenkontrolle nicht bestand. Es fehlte im wahrsten Sinne des Wortes nur noch, dass der Studienrat Aliyev den Schüler Paschinjan mit „Setzen, sechs!“ abstrafte und einen Eintrag in das Klassenbuch vornahm.
In Heinrich Herrmanns Struwwelpeter ereilt den uneinsichtigen Kindern ein gar schreckliches Ende: Das Eine verhungert, das Andere verblutet oder verbrennt. Wollen wir hoffen, dass bei der kaukasischen Theater-Aufführung des deutschen Klassikers eine andere, modernere Regieinterpretation zum Zuge kommt.
In Memoriam den Opfern des Hodschali-Massakers, dem letzten Völkermord des 20. Jahrhunderts.
Auch interessant
– Gerechtigkeit für Khojali/Hocali –
„Endless Corridor“: Doku-Film über das armenische Massaker an Aserbaidschanern
„Endless Corridor“ – ein Film, erzählt vom britischen Oscar-Preisträger und Schauspieler Jeremy Irons, der sich mit den Ereignissen rund um das Khojali-Massaker (Hocali) befasst, in dem am 25.-26. Februar 1992 613 Männer, Frauen und Kinder getötet wurden.
Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge – kboelge@web.de
Es ist der 15. März 1921, als der frühere Innenminister des Osmanischen Reiches, Mehmet Talat Pascha, seinen täglichen Spaziergang im Zoologischen Garten in Berlin Charlottenburg absolviert und im Café Orient einen kurzen Aufenthalt einlegt.
Danach macht er sich auf den Nachhauseweg und biegt in die Hardenbergstraße ab, wo er auch wohnt. Am Gebäude angekommen, tippt ein Unbekannter ihm auf die Schulter und ruft „Talat, Talat.“ Der Unbekannte ist bewaffnet, der sofort schießt und Talat Pascha ermordet. Beim Attentäter handelt es sich um den Armenier Soghomon Tehlirian, der versucht zu fliehen, aber von Passanten festgehalten und der Polizei übergeben wird.
Gegen den Mörder von Talat Pascha kommt es in Berlin zwar zum Prozess, aber Tehlirian macht vor Gericht unwahre Angaben über sich und seine Vergangenheit und behauptet er leide an einer psychischen Krankheit.
In einem skandalösen Prozess spricht ihn das Geschworenengericht frei, obwohl er Hinterrücks Talat Pascha ermordet hat. Der Mörder Tehlirian war in Wirklichkeit Mitglied eines armenischen Mordkommandos, das eine ganze Serie von Attentaten auf ehemalige Mitglieder der osmanischen Regierung und aserbaidschanische Politiker verübt hat.
Mörder als Helden in der nationalistischen armenischen Geschichtsschreibung
Der Sohn von Tehlirian hatte 2015 in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung bestätigt, dass sein Vater vor dem Berliner Gericht gelogen habe und sieht es kritisch, dass sein Vater von Armeniern als Held angesehen wird.
Er fragt „Wie kann ein Mörder ein Held sein?“ Die nationalistische armenische Geschichtsschreibung sieht offenbar darin kein Problem einen zweifachen Mörder als „Helden“ zu stilisieren und in Armenien gibt es sogar Denkmäler, die zu Ehren dieses Verbrechers errichtet wurden, aber auch Straßen wurden nach diesem Täter benannt.
In der armenischen Geschichtsschreibung finden sich noch weitere Personen, die nachweislich unschuldige Menschen ermordet, Attentate auf Diplomaten durchgeführt und während des Krieges zwischen Armenien und Aserbaidschan in Berg-Karabach und anderen Orten grausame Verbrechen an Frauen, Kindern und älteren Menschen begangen haben, aber vom Staat Armenien Huldigung erfahren.
Zu diesen gehört zweifellos der Kriegsverbrecher Monte Melkonian. Er gilt als einer der „Planer und Vollstrecker“ der mörderischen Attentate auf türkische Diplomaten in den siebziger und frühen achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts durch die armenische Terrororganisation ASALA.
Nach Angaben des US-amerikanischen Historikers Prof. Christopher Gunn hat Melkonian 1980 den Attaché der türkischen Botschaft in Athen, Galip Özmen, und seine Tochter ermordet. 1985 wurde Melkonian in Frankreich verhaftet und kam 1989 auf freien Fuß.
Melkonian gilt als der Schlächter von Berg-Karabach und befehligte in Hodschali und in der Region armenische Einheiten. In der Ortschaft Hodschali haben armenische Einheiten in der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 1992 über 613 Zivilisten (Frauen, Kinder und Alte) mit einer unglaublichen Brutalität auf bestialische Weise ermordet und die Ortschaft komplett zerstört.
Nach dem Tod von Melkonian schrieb sein Bruder Markar Melkonian ein Buch mit dem Titel My Brother´s Road: An American´s Fateful Journey to Armenia, I. B. Tauris, 2005.
Darin gibt sein Bruder das von armenischen Einheiten durchgeführte Massaker/Völkermord von Hodschali zu: „Hodschali war neben dem strategischen Ziel gleichzeitig ein Racheakt.“
Ein weiteres Beispiel für die legendenhafte Darstellung von Verbrechern in der nationalistischen armenischen Historiografie ist General Andranik Toros Ozanian.
Der 1865 im osmanischen Şebinkarahisar geborene Andranik hatte sich recht früh in Istanbul den radikalen Hintschaken angeschlossen. Nach dem Mord an einem osmanisch-türkischen Polizeichef floh dieser nach Batumi/Georgien, um sich kurze Zeit später der militanten rassistischen Revolutionären Armenischen Föderation (Daschnaken) anzuschließen. Nach einer weiteren Flucht ins zaristische Russland, organisierte Andranik unter osmanischen Armeniern Aufstände im Reich und führte mit dem damaligen Russland Gespräche zu Waffenlieferungen.
Die von ihm organisierten bewaffneten Milizen führten im Osmanischen Reich Aufstände durch, bei dem Tausende von unschuldigen Zivilisten getötet wurden. Am 12. August 1914 wurde Andranik von der Führung der russischen Kaukasus Armee beauftragt eine armenische Miliz zu gründen und unterstützte den armenischen Aufstand in der Stadt Van. Im Januar 1916 griffen seine Milizen mit Unterstützung der zaristischen Armee Bitlis an und legten die Stadt in Schutt und Asche.
Dabei wurden Zivilisten, die die Angriffe und das Feuer in Bitlis überlebt hatten, von den Schergen Andraniks ermordet. Die russische Seite war Zeuge der ungeheuren Brutalität der armenischen Milizen gegenüber der Zivilbevölkerung. Wegen dieser Verbrechen stellte Russland Andranik zwischenzeitlich vor ein Kriegsgericht, wurde aber später wieder freigelassen.
Nach der Oktoberrevolution 1917 in Russland, zogen sich die russischen Einheiten wieder zurück. Als die osmanisch-türkische Armee bei ihrer Offensive gen Ostanatolien marschierte, hatten sich die auf dem Rückzug befindenden armenische Milizen auf grausame Art von sich Reden gemacht. Die in Erzurum verbliebenen Frauen, Kinder und alten Menschen wurden von armenischen Milizen auf barbarische Weise getötet.
Als der türkische General Kazım Karabekir Pascha mit seiner Armee Erzurum von den armenischen Besatzern befreite, erinnerte er sich daran folgendermaßen: „In den Straßen von Erzurum gab es nicht den leisesten Ansatz von Leben. Auf dem Boden lagen blutüberströmt Kinder, Frauen und Ältere.“
Das Massaker im Alaca Dorf bei Erzurum. 1915
Der russische Oberst Tverdo Helebov schrieb in seinen Erinnerungen über den 11.-12. März 1918, bei dem nach Angaben des russischen Oberst armenische Milizen zirka 3.000 Türken ermordet haben sollen. Nach dem Rückzug der armenischen Milizen aus der Region floh General Andranik nach Europa.
Bei der armenischen Heroisierung von Massenmördern und Kriegsverbrechern handelt es sich um Geschichtskittung und Verklärung von Geschichte.
Es ist ein fragwürdiges Verständnis von Geschichte, wenn Mörder zu „Helden“ stilisiert werden. Wie wird jemand zum „Helden“, wenn dieser an seinen Taten gemessen werden soll? Wenn wir uns das Fallbeispiel Monte Melkonian betrachten, ist dieser mit Sicherheit kein Held, weil er beispielsweise das Massaker von Hodschali befehligt hat und auch an anderen Orten in Karabach. Wie eingangs erwähnt, war Melkonian an der Terrorwelle der armenischen ASALA in den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts sowohl bei der Planung als auch bei der Ausführung beteiligt. Mit anderen Worten, weder die Taten Melkonians, noch sein Tod waren heldenhaft.
Als einer der blutrünstigsten Massenmörder jener Zeit gilt Drastamat Kanayan, besser bekannt als General Dro, der als Schlachter von Kars berüchtigt war. Geboren 1884 in Iğdır, führte dieser unter russischem Oberbefehl armenische Milizen im Osmanischen Reich, Georgien und Aserbaidschan. Während des Ersten Weltkriegs befehligte er seine Milizen in den östlichen osmanischen Provinzen Erzurum, Erzincan, Van und Kars, die für den grausamen Tod von mindestens 200.000 Türken verantwortlich sind.
Nach der Machtübernahme der Bolschewiki 1917, floh Dro nach Deutschland. Während des Zweiten Weltkriegs bildete er auf der Seite Nazi-Deutschlands eine armenische Legion, die auf der Halbinsel Krim und im nördlichen Kaukasus Kriegsverbrechen beging.
In Armenien sind Straßen, eine U-Bahnstation, Plätze oder Stiftungen nach diesen hochproblematischen Personen benannt oder es wurden zu Ehren dieser Mörder Statuen errichtet. Zum besseren Verständnis möchte ich einen Vergleich heranziehen. Würde in Deutschland jemand auf die Idee kommen zur Huldigung der linksradikalen Terrorgruppe Baader-Meinhof eine Straße nach diesen Terroristen zu benennen oder eine Statue auf einem zentralen Platz in einer deutschen Großstadt zu errichten?
Oder der Massenmörder Adolf Eichmann, der Mitverantwortlich war für die Ermordung von schätzungsweise sechs Millionen Menschen durch die Nazis. Wer käme auf die Idee einen Platz in Wien nach dem Massenmörder Eichmann zu benennen?
Aber in Armenien wird einem General Dro die fragwürdige Ehre zuteil, der ohne Zweifel ein Kriegsverbrecher war, dass Plätze, Einrichtungen und Schulen nach ihm benannt sind.
Nehmen wir ein anderes Beispiel. Klaus Barbie, ein NS-Kriegsverbrecher, der als Gestapo-Chef von Lyon für seine Grausamkeit berüchtigt war. Käme in Deutschland jemand auf die Idee einen Platz nach diesem Kriegsverbrecher zu benennen? Das wäre in Deutschland nicht vorstellbar. Die legendenhafte Darstellung und Mystifizierung von armenischen Kriegsverbrechern zu „Helden“ zeigt leider die wahre Gesinnung Armeniens und des armenischen Narrativs. Freilich handelt es sich bei den armenischen Heroismen um Konstrukte, die zerlegt werden können.
Im Gedenken an die Opfer des Völkermordes von Hodschali.
Auch interessant
– Gerechtigkeit für Khojali/Hocali –
„Endless Corridor“: Doku-Film über das armenische Massaker an Aserbaidschanern
„Endless Corridor“ – ein Film, erzählt vom britischen Oscar-Preisträger und Schauspieler Jeremy Irons, der sich mit den Ereignissen rund um das Khojali-Massaker (Hocali) befasst, in dem am 25.-26. Februar 1992 613 Männer, Frauen und Kinder getötet wurden.
Teheran – Der stellvertretende iranische Gesundheitsminister, der gleichzeitig der direkte Coronavirus-Beauftragte im Land ist, ist selbst an dem Virus erkrankt, berichtet die Frankfurter Rundschauunter Berufung auf eine Meldung der iranischen Nachrichtenagentur IRNA.
„Ich bin seit gestern Abend auch ein Coronaer“, sagte Iradsch Harirschi demnach in einer Videobotschaft im Staatsfernsehen am Dienstag.
Der stellvertretende #Gesundheitsminister des #Iran hat sich mit dem #Coronavirius infiziert, sagt er hier in einer Videobotschaft. Er briefte in den letzten Tagen Journalisten und Offizielle über das #Virus. Offiziell sind inzwischen 16 im Iran daran gestorben. https://t.co/xPLiWv5vYV
Regierungssprecher Ali Rabiei, mit dem der kranke Vize-Gesundheitsminister gestern noch auf dem Podium stand, trat heute zusammen mit Industrieminister Reza Rahmani auf. So wie Harirtschi gestern, zeigte Rabiei dabei Grippe-Symptome – hustete und putzte sich mehrmals die Nase, berichtet die Bild-Zeitung. Nach offiziellen Angaben haben sich demnach im Iran bisher 95 Menschen infiziert, 15 Menschen starben an Covid-19. Die Nachbarstaaten, wie die Türkei, haben ihre Grenzen zum Iran bereits geschlossen.
Der aktuelle Stand beim Corona-Virus in Deutschland
Experten gehen davon aus, dass es sehr wahrscheinlich auch in Deutschland unentdeckte Infektionen gibt.
„Wir haben es mit einer Pandemie zu tun und müssen mit Infektionen in Deutschland rechnen„,
sagte der Virologe Dr. Jonas Schmidt-Chanasit dem WDR.
Der Pressesprecher des NRW-Gesundheitsministeriums, Axel Birkenkämper, sagte dem WDR, das Land sei für eventuelle Coronafälle gut vorbereitet.
„Insgesamt haben wir ungefähr 2.000 Isolierbetten für die Kategorie, der Corona zugeordnet ist. Und die sind über das gesamte Land verteilt“, sagte Birkenkämper.
Es sei fest damit zu rechnen, dass sich das Corona-Virus auch in Deutschland ausbreite. „Das Virus kann unbemerkt verschleppt werden, weil Menschen sich anstecken, ohne krank zu werden. Dann bringen auch die massiven Maßnahmen nichts“, zitiert der WDR Schmidt-Chanasit.
Dem Virologen Alexander Kekulé zufolge schätzt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Ernst der Lage falsch ein. Das Ministerium stelle das Virus weiterhin harmloser als die Grippe dar, sagte Kekulé im Deutschlandfunk. Allerdings liege die Sterblichkeit bei der Grippe bei etwa 0,1 Prozent, beim neuartigen Coronavirus hingegen zwischen 0,5 und 1,5 Prozent. „Das heißt, das Virus ist für denjenigen, der die Infektion bekommt, zehn Mal gefährlicher“, warnte der Virologe.
Osnabrück – Angesichts des Staatsüberschusses von knapp 50 Milliarden Euro hat Linken-Chef Bernd Riexinger eine Investitionsoffensive verlangt.
„Der Fiskus ist nicht Dagobert Duck. Ziel unserer Finanzpolitik darf es nicht sein, große Überschüsse anzuhäufen und dann im Geld zu schwimmen. Stattdessen muss das Geld dahin, wo es gebraucht wird. Es muss klug investiert werden, um die Herausforderungen der Gegenwart zu bewältigen“, sagte Riexinger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
Konkret forderte er: „Wir müssen bezahlbare Wohnungen bauen, für mehr Pflegekräfte sorgen, die Verkehrswende und den Umbau der Automobilindustrie vorantreiben. Und: Solange es immer noch Schulen gibt, in die es reinregnet, soll mir niemand mit Steuersenkungen kommen.“
Riexinger reagierte auf Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag, wonach Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen trotz Konjunkturabkühlung im vergangenen Jahr 49,8 Milliarden Euro mehr einnahmen als ausgaben.
Aus Sicht Riexingers reicht der Überschuss nicht, um die notwendigen Investitionen zu finanzieren. „Das Geld für den notwendigen sozialökologischen Umbau kann sozialverträglich bereitgestellt werden, wenn man das Steuersystem so umbaut, dass die Reichen und Konzerne endlich ihren Anteil beitragen und Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen entlastet werden“, sagte er der „NOZ“.
Düsseldorf – Führende CDU-Politiker aus Nordrhein-Westfalen unterstützen die Bewerbung von Ministerpräsident Armin Laschet für den CDU-Bundesvorsitz.
„Mit Armin Laschet an der Spitze hat die CDU eine Chance, weiterhin Volkspartei bleiben zu können“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ . Seine Kandidatur sei „ein Signal dafür, die Geschlossenheit in der Union zu wahren“.
Mit „Streit, Abgrenzung, Profilierung und Egoismus“ sei der Union nicht geholfen. Reul bedauerte, dass es nicht gelungen sie, auch Friedrich Merz und Norbert Röttgen für eine Teamlösung zu begeistern – „denn die hätte am Ende keine Verlierer zurückgelassen“.
Auch Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann erklärte seie Unterstützung für Laschet, der gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn als Vize antritt: „Die Hauptaufgabe des neuen Vorsitzenden wird sein, die unterschiedlichen Strömungen innerhalb der Partei zusammen zu führen und Richtung zu geben.
Die Teamlösung von Armin Laschet und Jens Spahn ist dafür gut geeignet. Die beiden zusammen decken die CDU in ihrer ganzen Breite ab“, sagte Laumann, der auch Bundesvorsitzender des CDU-Arbeitnehmerflügels CDA ist, der Zeitung. Als Volkspartei müsse die CDU soziale, liberale und konservative Themen besetzen. „Eine breite Mitte mit klarer Abgrenzung nach Links- und Rechtsaußen, das war und ist Erfolgsgarant für die CDU.“
Der Generalsekretär der NRW-CDU, Josef Hovenjürgen, sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Die Kandidatur des Teams Laschet/Spahn ist ein sehr gutes Angebot, das die Breite der Partei sichtbar macht. Ich bin optimistisch, dass die Bewerbung ein starkes Signal für den Zusammenhalt sendet und beim Bundesparteitag eine Mehrheit findet.“
Florian Braun, Landeschef der NRW-JU, erklärte: „Das Team Laschet/Spahn hat große Chancen, die Union als Volkspartei wieder zu beleben und die Strömungen innerhalb der CDU, aber auch in der Gesellschaft, zu vereinen. Deshalb haben sie meine persönliche Unterstützung.“ Die Junge Union NRW werde aber keine Wahlempfehlung aussprechen.
Berlin – Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) erwartet für das im August beginnende Schuljahr 2020/2021 „ein rechnerisches Schulplatzdefizit von 7360 Plätzen“ in der Hauptstadt.
Diese bislang nicht veröffentlichte Zahl geht aus einem Bericht der Senatsbildungsverwaltung für den an diesem Mittwoch tagenden Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses hervor, der der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „neues deutschland“ vorliegt und über den die Zeitung in ihrer Mittwochausgabe berichtet.
Unverändert schlecht sieht es demnach auch für das darauf folgende Schuljahr 2021/2022 aus. Hier geht der Senat davon aus, dass es ein „Kapazitätsdefizit von 9505 Plätzen“ geben wird.
Das Defizit, heißt es weiter, könne durch Schulneu- und -erweiterungsbauten, aber auch temporäre Lösungen ausgeglichen werden. 4211 Plätze könnten durch provisorische und dauerhaften Baumaßnahmen bis zu Beginn des Schuljahres 2020/21 geschaffen werden, 4748 weitere bis Sommer 2022.
Um den verbleibenden Bedarf zu decken (3149 Plätze im Schuljahr 2020/2021, 4757 Plätze im Schuljahr 2021/2022), sei man auf „schulorganisatorische Maßnahmen“ angewiesen. „Zu befürchten ist, dass damit neben der Umfunktionierung von beispielsweise Horträumen mal wieder eine Erhöhung der Klassenfrequenz gemeint ist“, kritisiert Regina Kittler, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, im „nd“.
„Das kann aktuell das letzte Mittel sein, aber keine dauerhafte Lösung“, so Kittler.
Das Thema Impressum ist wohl den meisten Menschen schon einmal begegnet, die eigene Präsenzen im Internet pflegen oder Geschäften im Web nachgehen. Dabei geht es darum, dass es stets einen Verantwortlichen gibt, der für die Inhalte in Haftung genommen werden kann.
Darüber hinaus steigert es den Verbraucherschutz, da ein gut geführtes Impressum auch immer ein Hinweis darauf ist, dass eine reale Person hinter den Angeboten steht. Trotzdem scheuen sich viele Unternehmen vor dem Umgang mit dem Impressum auf der eigenen Webseite – sei es aus Unwissenheit oder weil sie befürchten, dass es zu Abmahnungen kommt.
Aber wann ist ein Impressum eigentlich Pflicht? Und stimmt es, dass man auch in den sozialen Netzwerken einen direkten Hinweis auf die Inhaber zur Verfügung stellen muss?
Datenschutz, Impressum und Co: Beinahe jede Webseite braucht sie
Inzwischen wird mit dem Impressum nicht nur die klassische Unterseite verbunden, auf der man die Namen und Verantwortlichen hinter der Präsenz im Netz findet. Stattdessen wird es heute oft mit dem Datenschutz in Verbindung gebracht oder mit dem Disclaimer.
Tatsächlich haben sich die Regeln für die Betreiber von Webseiten in den letzten Jahren stark verändert und heute ist auf weit mehr Dinge zu achten, als einfach nur darauf, dass die eigenen Angaben im Impressum stimmen. Mit der DSGVO, die in der EU im Jahr 2018 beschlossen wurde, gibt es neue Standards für den Datenschutz auf Seiten.
Das bedeutet nicht nur, dass die Benutzer sich jederzeit Auskunft darüber erteilen lassen dürfen, welche Daten gespeichert werden. Die Webseite muss auch genau auflisten, welche Drittanbieter Cookies auf der eigenen Seite erstellen.
Bei der Frage, welche Seiten von diesen Richtlinien betroffen sind, gibt es eine einfache Antwort: alle. Sofern es sich nicht um einen rein persönlichen Blog ohne jede fremde Verlinkung oder nur für den Einsatz in der Familie handelt, ist man nur mit dem Impressum und mit einer Datenschutzerklärung auf der sicheren Seite.
Noch deutlicher ist die Pflicht bei Online Shops oder bei Seiten, die mit der Hilfe von Affiliate Marketing oder Werbung Einkünfte über die Seite im Internet erzielen. Wer hier die entsprechenden Unterseiten nicht zur Verfügung stellt, riskiert Abmahnungen mit einem nicht unerheblichen Streitwert.
Das Impressum und andere Seiten auf die richtige Art erstellen
Wer sich keinen teuren Anwalt für die Erstellung der rechtlichen Unterseiten suchen möchte, kann sich in der Regel auf Generatoren und Vorlagen aus dem Internet verlassen. Diese erfüllen den Standard und bieten eine einfache Möglichkeit, wie man auch eine eigene Impressum Website erstellen kann. Dafür müssen nur die eigenen Daten und Informationen eingefügt werden.
Darüber hinaus ist es wichtig, dass man in der Datenschutzerklärung beispielsweise angibt, wenn Google Analytics auf dem eigenen Webserver eingesetzt wird. Mit der Hilfe dieser Vorlagen und mit ein wenig Arbeit in diesem Bereich hat man die Gewissheit, dass man gegen alle etwaigen rechtlichen Probleme mit er eigenen Homepage abgesichert ist. Auf dem Weg zu einer erfolgreichen Präsenz im Internet ist das entscheidend. Und übrigens: Auch in den sozialen Netzwerken muss ein entsprechendes Impressum vorhanden sein.
Madrid – Die spanische Sprache gehört zu den Weltsprachen – neben Spanien selbst ist die Sprache mit all ihren Dialekten vor allem in Mittel- und Südamerika verbreitet.
Sie basiert auf dem Lateinischen und wird von etwa 350 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, wobei eine steigende Tendenz zu erkennen ist. Auch im deutschsprachigen Raum wird die Sprache immer beliebter, an vielen Gymnasien oder als Drittsprache wird in Deutschland immer häufiger Spanisch gelehrt, während das Erlernen von Französisch eher rückläufig ist.
Allerdings muss natürlich auch Spanisch Schritt für Schritt erlernt werden. Die Voraussetzung für ein erfolgreiches Lernen von Spanisch liegt darin, dass sich die Schüler anstrengen, motiviert sind und regelmäßig ihr Vokabular und die Grammatik wiederholen.
Auf diese Weise lassen sich die Kenntnisse ständig weiter ausbauen. Wer die Grundlagen der Sprache bereits kennt, sollte auch einmal eine Sprachreise in ein spanischsprachiges Land machen, während der sie kontinuierlich Spanisch sprechen und ihre Kenntnisse vertiefen können.
Wer Deutsch als Muttersprache hat, lernt gut spanisch
Das Erlernen von Spanisch ist nicht schwer für Deutsche, dies bestätigen auch diejenigen, die es einmal versucht haben. Die folgenden Beispiele stellen die spanische und deutsche Sprache einmal direkt gegenüber und verdeutlicht, warum das Erlernen von Spanisch für Deutsche vergleichsweise einfach ist:
Artikel: Einfach. Es existieren lediglich zwei Artikel – den männlichen Artikel „el“ und den weiblichen Artikel „la“, die klaren Regeln folgen. Endet ein Wort beispielsweise auf ein -o, deutet dies auf ein Wort männlichen Geschlechts hin.
Grammatikalische Fälle: Während die deutsche Grammatik selbst Muttersprachler an den Rand der Verzweiflung bringen kann, macht es die spanische Sprache leicht. Die Subjektive werden gar nicht verändert, der männliche Artikel wird zu „lo“.
Zeiten: Wer von Haus aus Grundkenntnisse in Englisch hat, kommt auch hier schnell zu einem guten Ergebnis, denn die spanischen Zeiten sind den englischen sehr ähnlich. Gute Englischkenntnisse tragen so indirekt zum Erlernen der spanischen Zeitenfolge bei.
Wie in anderen Sprachen auch beginnen die Schwierigkeiten erst mit bei einem fortgeschrittenem Sprachniveau. So kann sich die Abgrenzung der beiden Zeitformen „Indefinido“ und „Imperfecto“ als komplex erweisen. Der komplexeste Teil der spanischen Sprache liegt allerdings eindeutig in der Konjugation unregelmäßiger Verben, die als extrem schwer eingeschätzt wird.
Spanisch mit Hilfe von Muttersprachlern lernen
Für das Erlernen der spanischen Sprache gibt es in Deutschland ein breites Schulungsangebot über Volkshochschulen oder andere Bildungsinstitute. Auch hier werden Muttersprachler häufig als Lehrer eingesetzt und unterrichten eine Gruppe von Interessenten, die das gleiche oder zumindest nahezu das gleiche Sprachniveau haben.
Dank des Instant-Messaging-Systems Skype ist auch ein anderer Weg des Sprachunterrichts möglich – im Einzelunterricht über das Internet. Das Lernen erfolgt bequem von zu Hause aus und der Lernerfolg in Spanisch erhöht sich. Auf diese flexible Methode könnte der Unterricht konkret auf die Belange und zeitlichen Verfügbarkeit der Schüler abgestimmt werden, wobei die Lerngeschwindigkeit den Ton angibt. Für Arbeitstätige würde der Unterricht sicherlich am Abend stattfinden und kann auch thematisch an die besonderen Anforderungen anpassen.
(Beispielfoto: pxhere)
Auch Nachhilfeunterricht in Spanisch wäre so möglich, bei der die Schüler nicht einmal das Haus zu verlassen bräuchten. Durch den Unterricht mit Muttersprachlern können sie ihre Sprachkenntnisse nicht nur verbessern, sondern erhalten sogar mehr Spaß am Lernen und – langfristig gesehen – eine bessere Zensur in Spanisch.