Hagia-Sofia-Umwidmung
Bericht: Syrien und Russland kündigen Bau neuer Hagia Sofia an

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Damaskus – Um gegen die Umwandlung der ehemaligen byzantinischen Kirche Hagia Sophia in eine Moschee zu protestieren, habe das syrische Regime unter Präsident Baschar Al-Assad angekündigt eine Miniaturreplik des Gotteshauses bauen zu wollen. Arabischen Medienberichten zufolge werde Russland den Bau unterstützen. Das Projekt soll die Bedeutung des „friedlichen Dialogs“ zwischen den wichtigsten Glaubensrichtungen zeigen. Als Ort habe man sich speziell für die mehrheitlich von griechisch-orthodoxen Syrern bewohnte Stadt Al-Suqaylabiyah in der zentralen Provinz Hama entschieden. Laut dem im Libanon ansässigen Nachrichtensender Al-Modon, wurde die Idee für das Gebäude von einem Mann namens Nabeul Al-Abdullah, dem Chef einer regimeloyalen Miliz in der Provinz, initiiert. Er habe auch das dafür benötigte Grundstück gespendet. Nachdem er die Zustimmung des Großbischofs der griechisch-orthodoxen Kirche in Hama, Nicolos Baalbaki, erhalten hatte, wurden die Pläne dann dem russischen Militär innerhalb Syriens vorgelegt, berichtet das in London ansässige Nachrichtenmagazin Middle East Monitor. Ein russisches Team innerhalb der Militärbasis Hmeimim arbeite demnach bereits an den Plänen für den Bau. Laut der arabischsprachigen Zeitung Rai Al-Youm erklärte der russische Abgeordnete Witali Milonow, dass Syrien der „ideale Standort“ für die Replik der Hagia Sophia sei, denn „im Gegensatz zur Türkei“ sei es ein Land, das deutlich „die Möglichkeit eines friedlichen und positiven interreligiösen Dialogs“ zeige. Am 10. Juli annullierte das Oberste Verwaltungsgericht der Türkei einen Kabinettsbeschluss von 1934, der die Hagia Sophia in Istanbul in ein Museum umwandelte. Dieser Schritt ebnete nach 86 Jahren den Weg für ihre Wiedernutzung als Moschee. Das Gericht entschied, dass das architektonische Juwel im Besitz einer Stiftung ist, die von Sultan Mehmet II., dem Eroberer Istanbuls, gegründet und der Gemeinde als Moschee geschenkt wurde – ein Status, der rechtlich nicht geändert werden kann. Die Hagia Sophia ist eine der bedeutendsten historischen und kulturellen Stätten der Welt. Sie wurde im sechsten Jahrhundert zur Zeit des christlich-byzantinischen Reiches erbaut und diente als Sitz der griechisch-orthodoxen Kirche. Nach der osmanischen Eroberung Istanbuls im Jahr 1453 wurde sie in eine Moschee und 1935 letztendlich in ein Museum umgewandelt.

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Griechischer Priester: „Mit den Türken war es besser“

Corona-Krise
Gesundheitsexperte Lauterbach: Quarantäne ist nicht zu kontrollieren

Osnabrück – Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält die zweiwöchige Quarantäne für Reiserückkehrer aus Risikogebieten und Kontaktpersonen von Corona-Infizierten für nicht zielführend, um die Infektionen einzudämmen. „Die Quarantäne ist de facto nicht zu kontrollieren. Ich vermute, dass sie vielfach nicht eingehalten wird, und es gibt auch keine Erhebungen dazu“, sagte Lauterbach der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). SPD-Politiker bekräftigt Forderung nach verpflichtenden Tests für alle Reiserückkehrer Der Mediziner spricht sich für verpflichtende, kostenlose Tests für Reiserückkehrer auch aus Nicht-Risikogebieten wie Frankreich, Belgien oder den Niederlanden aus. Diese müssten von der Allgemeinheit bezahlt werden. „Ideologische Debatte darüber, wer die Tests bezahlt, können wir jetzt nicht gebrauchen“ „Eine ideologische Diskussion darüber, wer die Tests bezahlt, können wir jetzt nicht gebrauchen. Wir können es uns nicht leisten, dass Menschen die Tests nicht machen, weil sie sie nicht bezahlen können“, sagte Lauterbach. Er hält einen verpflichtenden Test für alle Einreisenden an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen für „pragmatisch“. Ein zweiter Test zu einem späteren Zeitpunkt wäre dann aus seiner Sicht nicht notwendig. „Nur bei einem Bruchteil von unter zehn Prozent der Infizierten ist eine Infektion erst später nachweisbar. Daraus wird sich keine große Welle aufbauen“, sagte Lauterbach.

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Cum-Ex-Steuerbetrug
Cum-Ex-Geschäfte: 40 Banken unter Verdacht

Die NRW-Landesregierung hat im Kampf gegen den Steuerbetrug mit sogenannten Cum-Ex-Geschäften die zehnköpfige Spezialabteilung der Staatsanwaltschaft verstärkt. Die Abteilung sei „um weitere fünf Ankläger aufgestockt“ worden, sagte NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ Im kommenden Jahr sollen bei weiter steigenden Fallzahlen nochmals fünf Staatsanwälte hinzukommen. Biesenbach sprach von einer „Steuerhinterziehungsindustrie“. Bei den Ermittlungen der Kölner Staatsanwaltschaft in 68 Mammutkomplexen stehen unter anderem Vertreter von rund 40 namhaften Geldinstituten auf der Beschuldigtenliste. Es geht um zweistellige Milliardenbeträge. Allein die spanische Santander Bank soll nach Informationen dieser Zeitung bei Treffen im Kölner Justizzentrum Cum-Ex-Geschäfte in der Höhe von 1,2 Milliarden Euro eingeräumt haben. Mit Blick auf Verjährungsprobleme rügt die Landesregierung die gesetzliche Neuregelung bei der Rückgewinnung der illegalen Steuergewinne. Geht es nach Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) kommen Cum-Ex-Betrüger aus noch unentdeckten Altfällen straffrei davon. „Da hat uns der Gesetzgeber ein Kuckucksei ins Nest gelegt“, moniert Biesenbach.  

Gonzalez Laya in de Türkei
Spanische Außenministerin González Laya: Die Türkei ist mehr als ein Freund

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Ankara – Die Türkei sei nicht nur ein Partner, sondern ein [NATO]-Verbündeter, so die spanische Außenministerin Arancha Gonzalez Laya in einem Exklusivinterview mit der Nachrichtenagentur Anadolu. Die Türkei sei mehr als ein Partner oder Freund. In der NATO habe man keine Freude, sondern Verbündete. Dies sei viel mehr als ein Freund. „Es ist jemand, mit dem man etwas so Wichtiges wie seine eigene Sicherheit teilt. Das ist es, was Spanien mit der Türkei teilt. González Laya erwähnte dazu etwa das spanische Raketenabwehrsystem, welches in der Türkei stationiert ist. Diese trügen dazu bei, die Türkei gegen Drittstaaten zu schützen, fügte sie hinzu. Die Türkei sei das erste Land außerhalb der EU, das sie nach der COVID-19-Krise besucht habe, so González Laya. „Es war ein Versprechen, das ich dem [türkischen] Außenminister Çavuşoğlu gegeben hatte. Während der Pandemie hatten wir sehr oft am Telefon gesprochen. Wir hatten einen Dialog über Hilfsgüter, über die Rückführung von Staatsbürgern sowie über eine Reihe von Problemen in der Region geführt, sei es im östlichen Mittelmeerraum, in Libyen oder Syrien, so dass ich versprochen hatte, dass ich ihn in Ankara besuchen würde“, fügte sie hinzu. González Laya sagte, dass sie mit Çavuşoğlu bilaterale Fragen, Gesundheitsfragen im Zusammenhang mit der COVID-19-Krise und die Beziehungen zwischen der EU und der Türkei besprochen hätten. „Es war wichtig, weil es seit einiger Zeit zu einer gewissen Eskalation der Spannungen gekommen ist, und wenn es Spannungen gibt, ist es gut, sich hinzusetzen, zu reden, einen Dialog zu führen, zu verstehen und wenn möglich zu versuchen, die Meinungsverschiedenheiten, die manchmal zwischen den Ländern bestehen, auf friedliche Weise zu kanalisieren“, sagte sie. In einem Tweet kündigte Çavuşoğlu zudem an, das bilaterale Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern auf 20 Milliarden US-Dollar zu erhöhen.

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Arbeitspolitik
Kommissionschef Zilius warnt vor schneller Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro

Düsseldorf – Der Chef der Mindestlohnkommission, Jan Zilius, hat vor einer schnellen Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro gewarnt. „Von heute auf morgen den Mindestlohn auf zwölf Euro anzuheben, wäre höchst problematisch“, sagte Zilius der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. „Weil wir dann eine Überholung von laufenden Tarifverträgen in einem Umfang hätten, der mit unserer im Grundgesetz vereinbarten Tarifautonomie nicht mehr viel zu tun hätte“, sagte der Vorsitzende der staatlichen Kommission. „Anders ausgedrückt: Wir würden mit einer zu schnellen Erhöhung auf zwölf Euro die Tarifverhandlungen für untere Lohngruppen obsolet machen“, erklärte Zilius. Der politische Druck, den Lohnuntergrenze schneller zu erhöhen, habe spürbar zugenommen. Hier sei „sicher in den letzten Jahren politisch noch mehr Druck in den Kessel gekommen“, so Zilius. Trotzdem sei die Kommission weiter unabhängig. „Da muss man als Kommissionsmitglied und erst recht als Vorsitzender die Ruhe haben, die politische Diskussion gelassen hinzunehmen“, sagte der Rechtsanwalt. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will im Herbst Reformvorschläge für das Mindestlohngesetz vorlegen, um zu erreichen, dass der Mindestlohn schneller auf zwölf Euro angehoben wird. Dabei müsse Heil aber vorsichtig vorgehen, so Zilius. „Wir müssen sehr aufpassen, dass wir mit den bestehenden Tarifvertragsregelungen nicht kollidieren: Einen Mindestlohn, der in großem Umfang über geltende Tarifverträge hinausginge, also höher läge als die untersten Tarifgruppen, hielte ich für problematisch“, sagte er. Zilius vermutet hohe Dunkelziffer bei Mindestlohn-Verstößen Zilius geht von einer hohen Dunkelziffer von Unternehmen aus, die den Mindestlohn unterlaufen. „Wir wissen leider nicht genau, wie viele Unternehmen den Mindestlohn umgehen. Wir müssen von einer hohen Dunkelziffer ausgehen“, sagte Zilius der  „Rheinischen Post“. „Faktisch wird der Mindestlohn meistens durch nicht abgegoltene Überstunden beziehungsweise durch die nicht korrekte Erfassung der Arbeitszeit unterlaufen“, sagte der Vorsitzende der staatlichen Kommission. „Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls kann im Moment flächendeckend gar nicht in alle Kleinstbetriebe hineinschauen“, erklärte er. Es sei daher notwendig, den bereits geplanten Stellenaufbau zügig zu realisieren. „Es ist auch wichtig, dass der Zoll bei seinen Kontrollen stärker diejenigen Branchen und Beschäftigungsformen in den Fokus nimmt, in denen der Mindestlohn eine besonders hohe Relevanz hat“, forderte Zilius.

Umweltschutz
Covestro-Chef: Kunststoffprodukte nach Verwendung zum Hersteller zurück

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Markus Steilemann, Vorstandsvorsitzender des Leverkusener Kunststoffkonzerns Covestro, schlägt zur Vermeidung von Plastikmüll vor, dass Nutzer von kunststoffhaltigen Produkten künftig kein Eigentum mehr an diesen haben: „Ich kann mir gut vorstellen, dass Verbrauchern Kunststoffprodukte gar nicht mehr gehören“, sagte Steilemann dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Sobald der Konsument keine Verwendung mehr für ein Produkt, zum Beispiel ein Elektrogerät, hat, kehrt es zum Hersteller zurück. Und der speist es wieder in den Kreislauf ein.“ Auch ein Pfandsystem könne eine Lösung sein. Covestro hat sich im vergangenen Jahr eine Strategie zur Kreislaufwirtschaft verordnet. So will das Dax-Unternehmen vermehrt nicht-fossile Rohstoffe in der Produktion verwenden und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Plastikabfall nicht länger unkontrolliert in die Umwelt gelangt. Stattdessen soll er in seine Bestandteile zerlegt werden, um dann wieder zu Kunststoff verarbeitet zu werden. Im Kern macht Covestro seinen Umsatz zum einen mit Schaumstoffen, die in Autositzen, Möbeln oder als Dämmstoff verwendet werden, zum anderen mit leichten Kunststoffen, die insbesondere in vielen Autoteilen und Elektrogeräten verbaut sind. Für Covestro-Chef Steilemann, seit Juni Präsident des europäischen Kunststoffhersteller-Verbands PlasticsEurope, ist die Etablierung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft eine „Aufgabe für die kommenden Jahrzehnte“: Aus dem Nichts müsse eine langfristig angelegte Lieferkette für nachhaltige Rohstoffe aufgebaut werden, so Steilemann, der im Gespräch mit der Zeitung auch forderte, chemisches Recycling von Kunststoff gesetzlich als Recycling-Methode anzuerkennen: „Mit mechanischen Verfahren allein werden wir niemals befriedigende Recyclingquoten erreichen“, sagte Steilemann: „Neben Technologieoffenheit ist die massive Förderung der erneuerbaren Energien, die wir günstig bereitgestellt bekommen müssen, ein zentraler Punkt, um eine nachhaltige und umweltfreundliche Kreislaufwirtschaft zu realisieren.“ Dass grüne Ideen zu einer Art Leitprinzip vieler politischer Debatten geworden sind, gehe in die richtige Richtung, sagte der Covestro-Chef dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Es ist offensichtlich, dass wir den linearen Verbrauch von Ressourcen nicht so weiter betreiben können.“

Hagia Sofia Umwidmung
Griechischer Priester: „Mit den Türken war es besser“

Athen (nex) – Seit Tagen geht das Video der Predigt eines griechischen Priesters viral, der die Entscheidung der Türkei begrüßt, die ehemalige byzantinische Kirche wieder in eine Moschee umzuwandeln. „Wo die Türken waren, war es viel besser, unsere Schande, aber so war es“, so der orthodoxe Priester Evangelos Papanikolaou von der Heiligen Kirche der Himmelfahrt in Rafina in dem Video. Die Türken hätten etwa auf Kreta keine Klöster geschlossen, während in Griechenland, unter Otto II. (König von Griechenland) zahlreiche Kirchen und Klöster geschlossen und ihre Schätze geraubt worden seien. Papanikolaou zitiert in der Rede auch den griechischen Großherzog Notaras, der nach der Einnahme Konstantinopels durch die Osmanen im Jahre 1453 „Lieber den Turban des Türken als die Mütze des Lateiners“ rief. Die Griechen hatten zuvor unter dem Joch der „Franken“ gelitten. Im Vierten Kreuzzug legten die „Franken“ Konstantinopel in Schutt und Asche. Der Hass saß tief. Das Wort „frangos“ (Franke) steht heute im Griechischen für Westler und hat einen bösen Klang. Ohne die Türken wäre die Hagia Sofia schon zerstört worden, so der Geistliche. Als Museum sei das Gotteshaus nicht respektiert worden. Man werde aus Respekt und Frömmigkeit nun sogar seine Schuhe ausziehen. Auch armenischer Patriarch für Umwidmung Auch der armenische Patriarch von Konstantinopel, Sahag Mashalian, hatte sich für eine Umwandlung in ein Gotteshaus ausgesprochen. „Die Hagia Sophia sollte für Gottesdienste geöffnet werden“, sagte er auf Twitter. Das Gebäude sei durch die mühevolle Arbeit von zehntausenden Arbeitern entstanden und habe ein Vermögen gekostet. Seit 1.500 Jahren sei es unzählige Male restauriert worden. All das, damit es als Gotteshaus erhalten bleiben könne und nicht als Museum, so der Geistliche. Er sagte, es wäre als Ort der Anbetung geeigneter, an dem die Gläubigen in Ehrfurcht  niederknien und beten könnten, als eine touristische Stätte voller umher eilender Besucher. Am 10. Juli annullierte das Oberste Verwaltungsgericht der Türkei einen Kabinettsbeschluss von 1934, der die Hagia Sophia in Istanbul in ein Museum umwandelte. Dieser Schritt ebnete nach 85 Jahren den Weg für ihre erneute Nutzung als Moschee. Das Gericht entschied, dass das architektonische Juwel im Besitz einer Stiftung ist, die von Sultan Mehmet II., dem Eroberer Istanbuls, gegründet und der Gemeinde als Moschee geschenkt wurde – ein Status, der rechtlich nicht geändert werden kann. Die türkische Regierung versicherte, dass die christlichen Mosaike in der ehemaligen byzantinischen Kirche nicht entfernt oder verändert würden. Die Moschee werde weiterhin für Besucher aller Religionen geöffnet sein, und jeder, der möchte, könne „dieses erstaunliche Gebäude besichtigen“, sagte das türkische Außenministerium. Für Touristen wird der Zugang nun kostenlos gewährt. Die vorher erhobenen Eintrittsgelder werden abgeschafft. „Die Hagia Sophia wird mit ihrem neuen Status weiterhin alle Menschen umarmen und das gemeinsame kulturelle Erbe der Menschheit bewahren“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Hami Aksoy, nach einem Treffen des EU-Außenministerrats in Brüssel. Erdogan: Die Türen der Hagia Sophia für jeden geöffnet Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan versicherte, dass die „Türen der Hagia Sophia“, so wie die aller anderen Moscheen der Türkei, weiterhin für Menschen aller Glaubensrichtungen geöffnet bleiben würden, sagte Erdogan in einer Ansprache an die Nation zum neuen Status der Hagia Sophia „Ich unterstreiche, dass wir die Hagia Sophia als eine Moschee eröffnen werden, indem wir das gemeinsame kulturelle Erbe der Menschheit bewahren“, betonte Erdogan. Mit ihrem neuen Status als Moschee werde die Hagia Sophia weiterhin „alle Menschen auf eine viel aufrichtigere Art und Weise umarmen“. Die Hagia Sophia ist eine der bedeutendsten historischen und kulturellen Stätten der Welt. Sie wurde im sechsten Jahrhundert zur Zeit des christlich-byzantinischen Reiches erbaut und diente als Sitz der griechisch-orthodoxen Kirche. Nach der osmanischen Eroberung Istanbuls im Jahr 1453 wurde sie in eine Moschee und 1935 letztendlich in ein Museum umgewandelt.

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Balkan
Albanien: Staatsbürger sollen aus dem Ausland wählen dürfen

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Tirana – Die Änderungen des Wahlgesetzes, die als Teil eines umfassenderen Abkommens zwischen den Parteien gebilligt wurden, sehen vor, dass Albaner auch im Ausland von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen dürfen – wobei die genauen Verfahren noch festgelegt werden müssen. Das genaue Verfahren müsse noch von weiteren Entscheidungen einer vom Parlament ernannten fünfköpfigen Kommission abgewartet werden, so dass die Änderung bei den im nächsten Jahr anstehenden Wahlen wahrscheinlich nicht in Kraft treten wird. Das Parlament hat am vergangenen Donnerstag die lang erwartete Wahlreform mit 100 zu sechs Stimmen gebilligt, was als wichtiger Schritt vor der Eröffnung von Beitrittsverhandlungen zwischen Albanien und der Europäischen Union sowie zur Wiedereingliederung der wichtigsten Oppositionsparteien in die politischen Institutionen, die sie derzeit boykottieren, gewertet wird. Die nächsten Parlamentswahlen in Albanien werden voraussichtlich im April oder Mai 2021 stattfinden.  

Neonazi-Terror
NSU-Terror: Gefahr einer zweiten Welle

Ein Gastkommentar von Yasin Baş Die Gefahr einer zweiten Welle besteht nach wie vor. Und diese Gefahr ist gegenwärtig. Wir dürfen jetzt nicht lockerlassen und uns in Sicherheit wiegen. Wir sollten stets auf der Hut sein. Jederzeit kann es erneut ausbrechen. Nein, ich spreche nicht, wie viele denken könnten, vom Coronavirus, das unseren Alltag im Moment weitgehend beherrscht. Es geht um den „NSU 2.0“. Und: Es geht um den Neonazi-Terror in Deutschland, der schon hunderte Tote auf dem Gewissen hat. Allein seit der Wiedervereinigung verzeichnen Organisationen, die sich gegen rassistische Gewalt und rechten Terror einsetzen etwa 200 Morde, die auf das Konto von rechtsextremistisch motivierten Tätern gehen sollen. Bedauerlicherweise seien jedoch nur etwas mehr als 80 Fälle behördlich und damit offiziell anerkannt, so die Amadeu Antonio Stiftung, die sich unter anderem für Opfer rechtsextremer Gewalt einsetzt. Auf die große Differenz zwischen der Zählung von Todesopfern rechten Terrors durch staatliche Behörden und von unabhängigen Organisationen oder Journalisten weist die Stiftung schon seit Jahren hin. Allerdings mahlen die Mühlen offizieller Stellen oftmals langsamer als manche es sich erhoffen. „NSU 2.0“ treibt weiter sein Unwesen Seit der Urteilsverkündung des NSU-Prozesses vor fast genau zwei Jahren werden immer wieder rechtsextreme Hass- und Einschüchterungsbotschaften mit dem Kürzel „NSU 2.0“ abgeschickt. Die Abkürzung „NSU 2.0“ ist eine Anspielung auf den sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrund“, der nach derzeitigem Wissens- und Ermittlungsstand mindestens zwischen 2000 und 2007 zehn Morde und mehrere Anschläge aus rassistischen Motiven in Deutschland verübte. Eine Polizistin soll ebenso zu den Todesopfern der Terroristen gehört haben. Schutz von Informanten wichtiger als Menschenleben? Das Landes Hessen spielte schon beim „NSU 1.0“ eine zwielichtige Rolle. Ein Teil der Täter wurde zwar ermittelt, deren Helfer und Helfershelfer bleiben in dem Bundesland jedoch weiterhin im Dunkeln. Auch das Verhalten des ehemaligen Innenministers und derzeitigen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) lässt noch heute viele Fragen unbeantwortet. Bei dem Mord an dem Internetcafébesitzer Halit Yozgat (21) hatte Bouffier die Aussagegenehmigung für mehrere V-Leute, für die der Geheimdienstler Andreas Temme zuständig war, verweigert. Die Ermittler, die Temme, der den Spitznamen „Klein Adolf“ gehabt haben soll, des mutmaßlichen Mordes an Halit Yozgat verdächtigten, wollten seine Informanten als Zeugen vernehmen. Dazu kam es aber nicht. Bouffier verhinderte dies. Es stellt sich die Frage, ob der Schutz von sogenannten „Quellen“ schwerer wog als die Aufklärung des Mordes an einem Menschen. Weiteres Vertrauen in die Behörden in Hessen wurde mit der Entscheidung zerstört, die NSU-Akten für 120 Jahre, also bis ins Jahr 2134 unter Verschluss zu halten. Der Entschluss sorgt noch immer für das Entstehen von Verschwörungstheorien. Auch die auf dubiose Weise ums Leben gekommenen V-Leute oder Zeugen, die im Zuge des NSU-Komplexes aussagen sollten, dienen nach wie vor als ein Anlass für Verschwörungserzählungen. Drohungen, Mordaufrufe, Einschüchterungsversuche Der „NSU 2.0“ wurde vor allem dadurch bekannt, dass er eine der Nebenklägerinnen und Opferanwälte des NSU-Prozesses, Seda Başay-Yıldız, massiv bedrohte. Die Juristin aus Frankfurt erhielt schon 2018 Morddrohungen. Der bzw. die Absender schrieben beispielsweise man werde „ihre Tochter schlachten“ oder dass sie nach dem Mord an Walter Lübcke als nächste an der Reihe sei. Es folgten Mordaufrufe im Internet und weitere Einschüchterungsversuche, wobei damit gedroht wird, die Mutter „abzuknallen“. Die Anwältin sowie ihre Tochter stehen seit Langem unter Polizeischutz. Derweil wurde bekannt, dass auch aktive Landes- und Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, eine ehemalige Politikerin der Grünen sowie eine Kabarettistin, Journalisteninnen und Journalisten Drohschreiben vom „NSU 2.0“ erhielten. Hessische Polizei in der Kritik Eines haben die Adressaten der Nachrichten gemeinsam: Die Spur führt zur hessischen Polizei. Die zum Teil nicht öffentlichen und vertraulichen Daten der Geschädigten sollen von den Dienstcomputern der hessischen Polizeibehörden stammen. Es wurde bekannt, dass die persönlichen Daten der Opfer zuvor von Polizeirechnern abgefragt wurden. Besonders Dienststellen in Frankfurt und in Wiesbaden stehen im Blickfeld der Ermittler. Wieder steht das Land Hessen, diesmal die hessische Polizei unter Kritik. Auch wenn es sich nur um Einzelfälle innerhalb der Polizei in Hessen handelt und man nicht generalisieren darf: Der Polizeipräsident Udo Münch musste inzwischen zurücktreten. Zu viele Pannen und wachsendes Misstrauen hatten sich in den letzten Jahren angesammelt. Wieso aber nicht der oberste Dienstherr der Polizei, Innenminister Peter Beuth (CDU), keine persönlichen Konsequenzen aus seinem Versagen zog, bleibt noch immer fraglich. Dass er die Verantwortung an das Landeskriminalamt delegiert und der Behörde vorwirft, nicht rechtzeitig informiert worden zu sein, zeigt nur wie der Politiker Kollegialität und Verantwortungsbewusstsein auslegt. Beuth muss nicht nur die Frage beantworten, ob es in seinem Land eine Problematik mit Rechtsradikalismus und rechtem Terror gibt. In Hessen hat sich nämlich nicht zuletzt seit dem Mord an Halit Yozgat etwas Unheimliches zusammengebraut: In Hanau hat ein Rechtsterrorist im Februar diesen Jahres neun Menschen, zumeist mit Migrationsbiographie, ermordet. Im osthessischen Wächtersbach wurde im Juli 2019 ein Eritreer von einem Rassisten niedergeschossen und schwer verletzt. Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) wurde am 2. Juni 2019 von einem mutmaßlichen Rechtsterroristen vor seinem Haus erschossen. Wir sehen: Die Probleme, die es in Hessen gibt, sind keine Einzelfälle. Zudem handelt es sich bei den Tätern nicht nur um Einzeltäter. Es hat den Anschein, dass die Schwierigkeiten auch struktureller Natur sind. Und die gilt es jetzt anzupacken. Wo sind die grünen Ideale hin? Es gibt also wichtige Anhaltspunkte, dass das Land Hessen eine grundlegende Reform seiner Sicherheitsbehörden benötigt. Zum Beispiel hat das Land Thüringen nach dem NSU-Versagen eine grundlegende Reform der Sicherheitsarchitektur auf den Weg gebracht. In Hessen scheint jedoch der Wille für solch eine Reform größtenteils zu fehlen. Hessens Innenminister hat zwar einen Neustart, einen „Reset“ versprochen. Falls damit aber lediglich nur der Austausch von Computer- und Zugriffspasswörtern gemeint ist oder neue Regeln bei der Abfrage aus dem Polizeiinformationssystem, wäre das eine etwas eigenartige und verfehlte Reform. Ein Neustart oder ein „Reset“, wie Innenminister Beuth es ankündigte, könnte damit eingeleitet werden, in dem Beuth sein Amt einer kompetenteren Person überlässt. Und wie treten die Grünen, die seit 2014 Koalitionspartner der CDU in Hessen sind auf? Was die Ökopartei für eine „Leistung“ abgibt, mag für manche Beobachter beschämend wirken. Die so kritikfreudigen Grünen sind erstaunlich still in Hessen. Doch für welchen Preis? Der Postmaterialismus sowie die angeblichen ethisch-moralischen Ideale der Grünen gehören der Vergangenheit an. Das Weiterregieren um jeden Preis als Juniorpartner der „schwarz-grünen Koalition 2.0“ wiegt möglicherweise schwerer als die eigene Glaubwürdigkeit und die vermeintlichen Anliegen der Partei. Kurz gesagt: Hessen benötigt einen wirklichen Neuanfang.
Dieser Kommentar gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.
Yasin Baş
Yasin Baş ist Politologe, Historiker, Autor und freier Journalist. Zuletzt erschienen seine Bücher: „Islam in Deutschland – Deutscher Islam?” sowie „nach-richten: Muslime in den Medien”.    

Kaukasus
Türkei und Aserbaidschan kündigen Militärmanöver an

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Baku – Die Streitkräfte der Türkei und Aserbaidschans werden in Aserbaidschan groß angelegte gemeinsame Militärübungen durchführen, teilte das aserbaidschanische Verteidigungsministerium am Montag mit. Den militärischen Übungen, die zwischen dem 1. und 5. August in Baku und Nachitschivan stattfinden sollen, werden sich die Land- und Luftstreitkräfte beider Länder anschließen, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf die Stellungnahme des aserbaidschanischen Militärs. Die Ankündigung erfolgt Tage nach einem Angriff armenischer Streitkräfte auf aserbaidschanische Truppen in der nordwestlichen Grenzregion Tovuz. Mindestens 11 aserbaidschanische Soldaten – darunter ein Generalmajor und ein Oberst – wurden dabei getötet.

„Türkische Raketen und Drohnen stehen Aserbaidschan zur Verfügung“

Türkische Raketen und Drohnen stehen Aserbaidschan zur Verfügung, sagte der Leiter der „Präsidentschaft der Verteidigungsindustrie“, die im türkischen Verteidigungsministerium für Rüstungsprojekte zuständig ist, bereits am 17. Juli. Die Türkei und Aserbaidschan müssten der Welt zeigen, dass die „Brüder-Nationen eine Einheit sind“, twitterte Demir nach einem Treffen in der türkischen Hauptstadt Ankara mit Ramiz Tahirov, dem stellvertretenden Verteidigungsminister Aserbaidschans, und Kerem Mustafayev, dem Armeekommandeur der Autonomen Republik Nachitschewan. Mit all ihrer Technologie, Kapazität und Erfahrung stehe die türkische Verteidigungsindustrie Aserbaidschan zur Verfügung, von bewaffneten unbemannten Luftfahrzeugen über Raketen bis hin zu elektronischen Kampfsystemen, betonte er. Neben der Einführung neuer Systeme in die aserbaidschanische Armee werden die beiden Länder bei der Modernisierung bestehender Systeme sowie bei der Wartung und Ausbildung zusammenarbeiten, fügte Demir hinzu und zitierte das Motto der beiden Länder: „Eine Nation, zwei Staaten“. Jüngste Zusammenstöße Am 12. Juli 2020 sind an der Staatsgrenze zwischen Armenien und Aserbaidschan wieder schwere Kämpfe ausgebrochen, die seit April 2016 ruhten. Es handelt sich dabei um Militärstandorte und Zivilobjekte der Republik Aserbaidschan in der Region Tovuz (Towus) im Nordwesten und der Republik Armenien im Bezirk Tawusch im Nordosten. Trotz internationaler Aufrufe zur Zurückhaltung eröffneten armenische Truppen auch das Feuer auf Wohngebiete in den Dörfern Agdam und Dondar Kuscu. Ein 76-jähriger Aserbaidschaner kam bei den Angriffen Armeniens ums Leben. Aserbaidschan hat Armenien „provokative Aktionen“ vorgeworfen. Karabach-Konflikt Ethnische Armenier halten seit 1993 Karabach/Berg-Karabach, eine Enklave innerhalb Aserbaidschans, besetzt. Die internationale Gemeinschaft erkennt Karabach/Berg-Karabach als Teil Aserbaidschans an. Die beiden Ex-Sowjetstaaten Aserbaidschan und Armenien befinden sich im Streit um die Südkaukasusregion Berg-Karabach, seit sie Anfang der 1990-er Jahre in einem Krieg mit etwa 30.000 Toten von armenischen Separatisten besetzt wurde. Die beiden Parteien haben trotz des Waffenstillstandes im Jahr 1994 nie einen stabilen Friedensvertrag unterzeichnet. Zwischen den beiden Ländern kommt es immer wieder zu Grenzscharmützeln.

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– Geschichte – 26.2.1992: Im Gedenken an die Opfer des Völkermordes von Hodschali

Die ersten Nachrichten über die eingekesselten muslimischen Zivilisten ließen das Blut gefrieren. Sie deckten sich mit den Schilderungen der türkischen Flüchtlinge aus dem sogenannten Lacin-Korridor, einem weiter westlich gelegenen Landstrich zwischen der umkämpften Enklave Karabach und der Staatsgrenze der Republik Armenien.

26.2.1992: Im Gedenken an die Opfer des Völkermordes von Hodschali