Corona-Pandemie
NRW stellt klar: Masken-Atteste müssen keine Diagnosen enthalten

Düsseldorf – Im Streit um den Inhalt von Attesten zur Maskenbefreiung in NRW hat das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium für Klarheit gesorgt. Ein Sprecher sagte dem WESTFALEN-BLATT: „Für den Nachweis genügt ein ärztliches Zeugnis, mit dem bescheinigt wird, dass aus medizinischen Gründen keine Alltagsmaske getragen werden kann. Das ärztliche Zeugnis muss keine Diagnose enthalten.“ Zuvor hatten die Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe von Ärzten verlangt, Diagnosen in die Atteste zu schreiben. Volker Heiliger, Sprecher der Ärztekammer Westfalen-Lippe in Münster: „Das Attest dient lediglich dazu, den Inhaber des jeweiligen Hausrechts in die Lage zu versetzen, zu entscheiden, ob ein Grund für eine Maskenbefreiung vorliegt.“ Deshalb müssten die Diagnosen, die zur Befreiung führen könnten, in dem Attest aufgeführt werden. Das sei kein Bruch der Schweigepflicht, denn nicht der Arzt zeige das Attest irgendwo vor, sondern der Patient. Manche Ärzte waren dieser Linie gefolgt, andere nicht. So leiteten mancherorts Polizeibehörden Verfahren ein, wenn ein Attest nicht die Krankheiten enthielt. In Paderborn etwa genügt dem Ordnungsamt das einfache Attest, während die Polizei auf einer Version mit Diagnosen besteht. Eine gerichtliche Klärung der Frage, was in einem Masken-Attest zu stehen hat, gibt es in NRW bislang nicht. Lediglich im Fall von Schülern hat das Oberverwaltungsgericht Münster entschieden, dass auf Verlangen der Schulleitung Diagnosen genannt werden müssen. Das ist allerdings auch so in der Corona-Betreuungsverordnung vorgesehen, die aber nur für Kitas, Schulen, Behinderteneinrichtungen etc. gilt.

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– Corona-Pandemie – Türkei: 20.000 Freiwillige melden sich für chinesischen Corona-Impfstoff-Test Etwa 20.000 Freiwillige haben sich am Freitag in der Türkei für Phase-3 der Tests des chinesischen Impfstoffs CoronaVac von Sinovac Biotech beworben.
Türkei: 20.000 Freiwillige melden sich für chinesischen Corona-Impfstoff-Test

Trendbarometer
Politiker-Ranking: Merkel auf Platz 1

CDU/CSU 36, Grüne 20, SPD 15, Linke 8, FDP 6 und AfD 8 Prozent Die Wahlabsichten der Bundesbürger haben sich in dieser Woche nur minimal verändert. Im aktuellen RTL/ntv-Trendbarometer verlieren Union und Grüne gegenüber der Vorwoche je einen Prozentpunkt, AfD und die sonstigen kleineren Parteien können je einen Prozentpunkt gewinnen. Damit bleibt die CDU/CSU mit einem Vorsprung von 16 Prozentpunkten vor den Grünen und 21 Prozentpunkten vor der SPD weiterhin stärkste politische Kraft in Deutschland. Wenn jetzt Bundestagswahl wäre, könnten die Parteien mit folgendem Ergebnis rechnen: CDU/CSU 36 Prozent (Bundestagswahl 32,9%), Grüne 20 Prozent (8,9%), SPD 15 Prozent (20,5%), Linke 8 Prozent (9,2%), AfD 8 Prozent (12,6%) und FDP 6 Prozent (10,7%). 7 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2%). Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt mit 21 Prozent etwas unter der Zahl der Nichtwähler bei der Bundestagswahl 2017 (23,8%). Die SPD bleibt abgeschlagen drittstärkste Partei, fünf Prozentpunkte unter ihrem letzten Bundestagswahlergebnis – obwohl ihr Kanzlerkandidat Olaf Scholz als Person und Finanzminister durchaus geschätzt wird. Als Kanzler allerdings wollen ihn nur wenige: Wenn die Bundesbürger ihren Bundeskanzler direkt wählen könnten, würden sich nur 14 Prozent für Scholz entscheiden, ein Prozentpunkt weniger als in der Vorwoche. Grünen-Chef Robert Habeck verliert zwei Prozentpunkte und würde derzeit von 19 Prozent gewählt. Für Markus Söder würden sich 35 Prozent entscheiden, ein Zuwachs um einen Prozentpunkt. Damit hätte Söder mehr Unterstützung als Habeck und Scholz zusammen. 32 Prozent würden sich für keinen der drei entscheiden. Vertrauen zu den meisten Politikern in der Corona-Krise ungebrochen Die Deutschen haben das Vertrauen zu Bundeskanzlerin Angela Merkel auch nach über zehnmonatigem Krisenmanagement zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht verloren: Die meisten Bundesbürger sehen im aktuellen Politiker-Ranking bei ihr das Land „in guten Händen“. Sie erreicht 71 von 100 Punkten, genauso viele wie im August dieses Jahres. Merkel bleibt damit mit großem Abstand auf Platz 1. Zweiter im Ranking ist Markus Söder mit 56 Punkten (minus 3 gegenüber August). 51 Punkte erreicht Gesundheitsminister Jens Spahn (plus 1), 48 Olaf Scholz (minus 3). Im Politiker-Ranking wird regelmäßig von forsa ermittelt, bei welchen Politikern die Bürger das Land „in guten Händen“ sehen. Ihre Einschätzung können die Befragten mit Werten von 0 („ist überhaupt nicht in guten Händen“) bis 100 („ist voll und ganz in guten Händen“) abgeben. Das aktuelle Ranking zeigt, dass das Vertrauen zu den meisten Politikern im Vergleich zu der letzten Erhebung im August unverändert ist. In der ersten Phase der Corona-Krise war das Vertrauen zu den handelnden Politikern – vor allem zu Söder, Spahn und Merkel – gegenüber dem Januar 2020 stark gestiegen. Im aktuellen Ranking sind die Veränderungen vergleichsweise gering. Söder, Scholz und Grünen-Chef Robert Habeck haben jeweils drei Punkte eingebüßt, Friedrich Merz verlor 2 Punkte. Armin Laschet hatte im Sommer einen Vertrauenseinbruch um 6 Punkte erlitten – aktuell konnte er wieder um 2 Punkte zulegen. Der größte Gewinner im Ranking ist Norbert Röttgen, dessen Vertrauenswert um 6 Punkte angestiegen ist. Annalena Baerbock, Co-Chefin der Grünen, liegt erstmals gleichauf mit Robert Habeck (beide 45 Punkte). Von den drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz liegen Laschet (42 Punkte) und Röttgen (41 Punkte) deutlich vor Friedrich Merz (33 Punkte). Wenig Vertrauen schenken die Bürger den politischen Akteuren der AfD: Jörg Meuthen (8 Punkte) und Alexander Gauland (7 Punkte) rangieren auf den letzten Plätzen des Rankings. Politiker-Ranking im Dezember 2020* Angela Merkel 71 (0) Markus Söder 56 (-3) Jens Spahn 51 (+1) Olaf Scholz 48 (-3) Robert Habeck 45 (-3) Annalena Baerbock 45 (+1) Armin Laschet 42 (+2) Norbert Röttgen 41 (+6) Friedrich Merz 33 (-2) Kevin Kühnert 31 (0) Dietmar Bartsch 31 (-) Norbert Walter-Borjans 30 (0) Christian Lindner 29 (+1) Saskia Esken 26 (0) Jörg Meuthen 8 (-1) Alexander Gauland 7 (-) *In Klammern Veränderung gegenüber August 2020 – Bewertung anhand einer Skala von 0 bis 100; dargestellt ist jeweils der Mittelwert Höchstwert für Merkel bei eigenen Anhängern, niedrigster Wert für Esken Bei den eigenen Anhängern genießen Angela Merkel und Markus Söder wie schon im Sommer mit 89 bzw. 86 Punkten das höchste, SPD-Chefin Saskia Esken mit 38 Punkten das niedrigste Vertrauen. Norbert Röttgen konnte auch bei den CDU-Anhängern 6 Punkte hinzugewinnen, Jens Spahn gewann 3 Punkte. Die größten Verluste bei ihren Anhängern haben mit jeweils 4 Punkten Grünen-Chef Habeck und der FDP-Vorsitzende Christian Lindner. Politiker-Ranking im Dezember 2020 – Bewertung durch die eigenen Anhänger* Angela Merkel 89 (+1) Markus Söder 86 (-3) Jens Spahn 65 (+3) Olaf Scholz 74 (-1) Robert Habeck 71 (-4) Annalena Baerbock 70 (+2) Armin Laschet 53 (+2) Norbert Röttgen 50 (+6) Friedrich Merz 51 (+1) Kevin Kühnert 44 (-1) Dietmar Bartsch 62 (-) Norbert Walter-Borjans 43 (0) Christian Lindner 65 (-4) Saskia Esken 38 (+1) Jörg Meuthen 52 (-1) Alexander Gauland 50 (-) *In Klammern Veränderung gegenüber August 2020 – Bewertung anhand einer Skala von 0 bis 100; dargestellt ist jeweils der Mittelwert Im Osten haben Bartsch, Meuthen und Gauland bessere Werte als im Westen In den ostdeutschen Bundesländern genießen die meisten Politiker weniger Vertrauen als im Westen – mit drei Ausnahmen: Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender der Partei „Die Linke“ im Bundestag, erhält im Osten 6 Punkte mehr als im Westen. AfD-Chef Meuthen hat im Osten gleichfalls 6 Vertrauens-Punkte mehr als in Westdeutschland, AfD-Fraktionschef Gauland liegt im Osten 7 Punkte über seinem Vertrauenswert im Westen. Die unterschiedliche Bewertung der politischen Akteure in Ostdeutschland ist auf den höheren Anteil der AfD-Sympathisanten in den neuen Bundesländern zurückzuführen. Angela Merkel erhält von den AfD-Anhängern 17 Punkte, von den Anhängern der übrigen Parteien 76 Punkte. Besonders niedrig ist das Vertrauen der AfD-Anhänger zu Politikern der Grünen, der Linke und der SPD. Am schlechtesten schneidet Annalena Baerbock bei den AfD-Anhängern ab, mit 4 Punkten – von den Anhängern der übrigen Parteien erhält sie 49 Punkte. Friedrich Merz genießt bei den AfD-Anhängern nach Meuthen und Gauland die größten Sympathien. Die Daten zu Partei- und Kanzlerpräferenzen wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag der Mediengruppe RTL vom 30. November bis 4. Dezember 2020 erhoben. Datenbasis: 2.507 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: +/-2,5 Prozentpunkte. Die Daten zum Politiker-Ranking wurden vom 1. bis 3. Dezember 2020 erhoben. Datenbasis: 1.501 Wahlberechtigte.

Operation "Irini"
Türkei: Oppositionsführer Kılıçdaroğlu fordert Antworten von Erdogan

Ankara – Oppositionsführer Kemal Kılıçdaroğlu hat Präsident Recep Tayyip Erdoğan erneut aufgefordert, Stellung zu beziehen zu seinen Vorwürfen bezüglich der Kontrolle des türkischen Containerschiffs „Roseline A“ im Rahmen der Operation „Irini“ durch die Bundeswehr im Mittelmeer. Kılıçdaroğlu stellte erneut die Frage, warum die Türkei so lange gebraucht habe, die Anfrage der Bundeswehr für eine Kontrolle des Schiffes zu beantworten. „Ich habe diese Frage vor einigen Tagen gestellt, aber ich habe keine Antwort erhalten. Deshalb stelle ich erneut die Frage: Warum haben Sie nicht rechtzeitig auf das Ersuchen für die Inspektion geantwortet? Warum konnten sie [die EU] die Regierung fünf Stunden lang nicht erreichen?“, so Kılıçdaroğlu im Gespräch mit Reportern. „Der griechische Kommandeur, Italien und Deutschland, teilten der Türkei mit, dass sie eine Untersuchung durchführen werden. Es vergingen vier Stunden, und die Türkei beantwortete die Anfrage nicht. Vier Stunden, weil niemand Erdogan erreichen konnte. Dann riefen sie unsere Botschaft in Rom an. Eine weitere Stunde verging“, betonte Kılıçdaroğlu. Dann gelte die sogenannte „silcence procedure“, das Verfahren der stillschweigenden Zustimmung der NATO. Kılıçdaroğlu: „Wenn jemand nicht antwortet, dann bedeutet das, dass er einwilligt, akzeptiert. Dann erst wurde die Durchsuchung auf dem Schiff durchgeführt“. Die Operation Irini war Ende März beschlossen worden. Neben dem Waffen- soll der Einsatz auch Öl- und Kraftstoffschmuggel verhindern. Nach Ansicht der Türkei wurde die Aktion „ohne Befugnis und mit Gewaltanwendung durchgeführt“. Auch Oppositionsmedien bezeichneten die Durchsuchung als „Piraterie“. Peter Stano, der Pressesprecher der EU für Außenpolitik erklärte in Brüssel: „Die Operation Irini stellt einen Antrag auf Überprüfung. Wenn das Land, das für das Schiff verantwortlich ist, sagt, dass es mit der Inspektion nicht einverstanden ist, kann die Inspektion nicht durchgeführt werden. In diesem Fall und in vielen Fällen von Inspektionen erstattet die Operation Irini also Bericht an die UNO. Es gab natürlich einige Kontakte zwischen uns und den türkischen Partnern, denn die Türken informierten uns, dass sie uns die Genehmigung für die Inspektion nicht geben.“

Kriminalität
NRW: Polizei bietet „Einbruchsradar“ per App für Nordrhein-Westfalen an

Von jetzt an informiert die nordrhein-westfälische Polizei die Bürgerinnen und Bürger per App über Einbruchsgeschehen in ihrer Nachbarschaft. Die Anwendung liefert Informationen zu früheren Taten sowie auf dieser Basis Prognosen zu Einbruchswahrscheinlichkeiten. Darüber hinaus beinhaltet die App wichtige Präventionshinweise. So können sich die Nutzerinnen und Nutzer darüber informieren, wie sie ihre Wohnungen besser vor Einbrechern sichern und werden an die regionalen Beratungsstellen der Polizei verwiesen. „Die Bürgerinnen und Bürger sollen sich über das Risiko in ihrer Nachbarschaft informieren können. Das schärft die Sinne und beugt vor. Nur wer sich einer Gefahr bewusst ist, kann sich davor schützen“, sagte Minister Herbert Reul. Das Angebot wurde gemeinsam mit der Provinzial-Versicherung und Fraunhofer FOKUS entwickelt und ist eine neue Funktion der bereits bestehenden „MehrWetter-App“, die von der Versicherung betrieben wird. Außerdem werden bestimmte Funktionen in die App „KATWARN“ eingebunden. Auch wenn die Zahl der Wohnungseinbrüche in Nordrhein-Westfalen in den letzten Jahren kontinuierlich sinkt – laut polizeilicher Kriminalstatistik 2019 auf zuletzt rund 27.000 – ist ihre Bekämpfung immer noch ein Schwerpunkt der Polizei. „Ein Einbruch ist für die Opfer oft ein sehr belastendes Erlebnis. Häufig ist ihr Sicherheitsgefühl erschüttert, mit gravierenden psychischen Folgen. Deshalb dürfen wir uns nicht auf den guten Zahlen ausruhen, sondern müssen weiter dranbleiben“, so Reul. Die Prognose kommt in der Regel als Push-Mitteilung an jedem Montag für die vorab vom User in der App festgelegten Orte, sofern temporär und regional eine erhöhte Einbruchswahrscheinlichkeit prognostiziert wurde und hat eine Gültigkeit von einer Woche. Auf einer Stadtkarte erfolgt zudem die Darstellung der zurückliegenden Tatorte. Die Darstellung beinhaltet jedoch nur die grobe Verteilung der Tatorte, sodass keine Rückschlüsse auf konkrete Adressen möglich sind. Diese „Heatmap“ wird einmal im Monat aktualisiert. Zunächst sind die Funktionen der App örtlich auf den Zuständigkeitsbereich der 16 Kriminalhauptstellen der nordrhein-westfälischen Polizei begrenzt. Dazu zählen die Polizeipräsidien Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Hagen, Köln, Krefeld, Mönchengladbach, Münster, Recklinghausen und Wuppertal. Ziel der Software ist es, die Prävention weiter zu stärken und die Bevölkerung mit einem modernen Ansatz für das Thema Einbruchsdiebstahl zu sensibilisieren. Auf diese Weise wird das bereits bestehende Angebot der polizeilichen Kriminalprävention sinnvoll ergänzt.  

Corona-Krise
NRW: Städtetag warnt vor falschen Ergebnissen bei Selbsttests

Düsseldorf – Der nordrhein-westfälische Städtetag warnt vor falschen Ergebnissen bei Selbsttests an Schulen und in Kitas. „Selbsttests wiegen die Menschen möglicherweise in falscher Sicherheit. Wir sind besorgt, dass falsche Testergebnisse dazu führen, dass die Menschen sich nicht mehr vorsichtig verhalten“, sagte Helmut Dedy, Geschäftsführer des Städetags NRW, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Nicht achtsam durchgeführte Tests ohne Anleitung und Schulung könnten Ergebnisse verfälschen, sagte Dedy, der die Kommunen auch in ihrer Eigenschaft als Schul- und Kita-Träger vertritt. Wenn Lehrer und Erzieher die Tests selbst durchführen sollten, bräuchten sie eine fachkundige und praxistaugliche Anleitung, so Dedy. „Dafür sind Schulungen nötig. Deshalb rechnen wir nicht damit, dass schon ab Freitag zahlreiche Selbsttests in Kitas und Schulen stattfinden. Eine solche Neuerung braucht auf jeden Fall etwas Zeit.“ Es müsse dringend geklärt werden, welche Schnelltests strengen Qualitätskriterien genügten. Dazu sei eine entsprechende Zertifizierung durch eine Behörde notwendig. Falsch negative Werte könnten ansonsten das Infektionsgeschehen verstärken. „Falsch positive Werte führen zu unnötigen Personalausfällen und erschweren die Betreuung der Kinder“, mahnte Dedy.

Balkan
Serbiens Präsident Vucic: Deutschland ist unser größter Wirtschaftspartner

Belgrad – In einer Videokonferenz mit dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic begrüßte Bundeskanzlerin Angela Merkel  am Donnerstag die wirtschaftlichen Fortschritte Serbiens und die Anstrengungen auf seinem europäischen Weg und wies darauf hin, dass der Dialog mit Pristina und die Rechtsstaatlichkeit von entscheidender Bedeutung seien. Wie die serbische Nachrichtenagentur Tanjug berichtet, waren sich die Bundeskanzlerin und ihr serbischer Amtskollege im Gespräch über den Dialog zwischen Belgrad und Pristina einig, dass der Dialog notwendig sei und dabei die Erhaltung des Friedens für beide Seiten von entscheidender Bedeutung sei, sagte das Pressebüro des Präsidenten in einer Erklärung. Vucic sagte, er werde alle notwendigen Schritte für eine erfolgreiche Fortsetzung des Dialogs unternehmen, um eine konstruktive und offene Atmosphäre für Verhandlungen zu schaffen, berichtet Tanjug weiter. Merkel habe die Bereitschaft Serbiens zur weiteren Arbeit an der Erhaltung der regionalen Stabilität begrüßt und bekräftigte, dass Deutschland ein verlässlicher Partner Serbiens auf dem Weg der Reformen und der europäischen Integration bleiben werde. Wie Tanjug weiter berichtet, äußerten sich Vucic und Merkel auch  über die ständigen Fortschritte im politischen Dialog und in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Serbien und Deutschland zufrieden. „Die Wirtschaft ist ein starkes Bindeglied zwischen unseren beiden Ländern“, sagte Merkel. Vucic bekräftigte, dass deutsche Unternehmen, die in Serbien tätig sind, über 67.000 Menschen beschäftigen und einen bedeutenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Serbiens und zu seinem Ruf als guter Investitionsstandort leisten. „Wir sind dankbar für die Unterstützung der serbischen Wirtschaft durch Deutschland. Deutschland ist unser größter Wirtschaftspartner, selbst inmitten der durch die Coronavirus-Pandemie verursachten weltweiten Krise. Das Interesse deutscher Unternehmen an Investitionen in unserem Land wächst, und ich bin stolz darauf, auch die Tatsache hervorzuheben, dass Serbien trotz aller aktuellen Herausforderungen in diesem Jahr das höchste Wachstum in Europa haben wird“, zitiert Tanjug den serbischen Staatschef.

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– Verteidigung – Serbien: Erste Kampfjet-Pilotin tritt Dienst an

Pilotin Ana Perišić führte am Mittwoch erfolgreich einen Testflug mit dem Kampfflugzeug J-22 Orao (Adler) auf dem Militärflughafen Morava durch und wurde somit die erste Kampfjet-Pilotin in der Geschichte der serbischen Armee.

Serbien: Erste Kampfjet-Pilotin tritt Dienst an

West Bank
UN-Menschenrechtsbüro fordert Israel zur Untersuchung angeschossener Kinder auf

Genf – Das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen (UNO) in den palästinensischen Gebieten forderte am Mittwoch eine transparente Untersuchung der israelischen Schüsse auf mehrere palästinensische Kinder im besetzten Westjordanland, bei denen die Kinder schwer verletzt wurden, berichteten Nachrichtenagenturen. Das UN-Büro bestätigte in einer Erklärung, dass die israelischen Besatzungstruppen in den vergangenen zwei Wochen bei verschiedenen Zwischenfällen im gesamten besetzten Westjordanland mindestens vier palästinensische Kinder mit scharfer Munition und gummibeschichteten Metallkugeln schwer verletzt haben. Alle Verletzungen, so die Erklärung, ergaben sich aus der Anwendung potenziell tödlicher Gewalt unter Umständen, unter denen die verfügbaren Informationen darauf hindeuten, dass die Kinder weder eine Gefahr für das Leben noch für die ernsthafte Verletzung der Soldaten oder anderer Personen darstellten. „Es scheint also, dass die angewandte Gewalt nicht im Einklang mit dem Völkerrecht stand“, hieß es in der Erklärung, die daran erinnerte, dass am 29. November in der Stadt Al-Bireh ein 16-jähriger Junge in die Brust geschossen und schwer verletzt wurde. Einen Tag vor der Erschießung des Jungen in Al-Bireh hätten israelischen Truppen zudem einem 16-jährigen Jungen in der Stadt Silwad in der Nähe von Ramallah mit scharfer Munition in die Brust geschossen. Am 17. November habe ein 15-jähriger Junge im Flüchtlingslager Qalandia nördlich von Jerusalem ein Auge verloren, nachdem er von einem Querschläger getroffen wurde. Darüber hinaus hätten israelische Soldaten bei Protesten im Dorf Kafr Qaddum im Norden des Westjordanlandes am 27. November einem weiteren 16-jährigen Jungen mit einer gummibeschichteten Metallkugel in den Kopf geschossen. „Das UN-Menschenrechtsbüro fordert Israel auf, alle Fälle von Gewaltanwendung [durch die israelische Armee], die zu Tötungen oder Verletzungen geführt haben, unverzüglich, transparent und unabhängig zu untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen“, hieß es in der Erklärung. „In Übereinstimmung mit dem Völkerrecht ist die Anwendung von tödlicher Gewalt nur als letztes Mittel erlaubt, als Reaktion auf die Bedrohung von Leben oder ernsthaften Verletzungen“, fügte die Erklärung hinzu und bemerkte, dass „das Werfen von Steinen keine solche Bedrohung darzustellen scheint“. https://twitter.com/hakimalaouid/status/1332617440778444805

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Zum 16. Todestag: Welt gedenkt der Friedensaktivistin Rachel Corrie
 

Zypernfrage
Zwei-Staaten-Lösung entspricht dem Status quo auf Zypern

Ein Gastbeitrag von Kemal Bölge – kboelge@web.de Der neu gewählte Präsident Nordzyperns (der Türkischen Republik Nordzypern/TRNZ), Ersin Tatar, hat dieser Tage die Zypern-Beauftrage der Vereinten Nationen Jane Holl Lute zu einem Gespräch empfangen. Bei dieser Unterredung hat Tatar auf die jahrzehntelangen ergebnislosen Zypern-Verhandlungen zwischen dem Nord- und Südteil der Insel hingewiesen. Die von den Vereinten Nationen vermittelten Gespräche sehen eine Föderation zwischen den beiden Volksgruppen vor. Es ist allerdings von Bedeutung, was damit tatsächlich gemeint ist, denn eine Einigung schien 2004 möglich, aber der griechische Südteil hatte in einer Volksabstimmung mit über 75 Prozent gegen den vom ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan vorgelegten „Annan-Plan“ gestimmt und der türkische Nordteil mit etwa 65 Prozent dafür. Unterschiedliche Positionen beider Seiten Es geht bei den Unterredungen im Prinzip um die Aufteilung der Macht in einem zukünftigen Staat. Während den Zyperngriechen ein Zentralstaat vorschwebt, in dem die Zyperntürken als Minderheit existieren, fordert der türkische Nordteil einen lockeren Staatenbund, in dem beide Volksgruppen rechtlich und politisch gleichberechtigt sind und eine Zusicherung, die die Türkei weiterhin als Garantiemacht in Zypern belässt. Der neue Präsident Tatar fordert aufgrund der bisher ergebnislosen Gespräche eine Zwei-Staaten-Lösung für die Insel. Der entscheidende Punkt besteht darin, dass die zyperngriechische Seite die zyperntürkische Volksgruppe nicht als gleichberechtigt betrachtet. Mit der völkerrechtlichen Anerkennung als Republik Zypern, die die gesamte Insel repräsentiert, wurde der griechische Südteil 2004 in die EU aufgenommen, obwohl die Zyperngriechen mit großer Mehrheit gegen den UN-Plan gestimmt hatten. Damit wurde ein ungelöster Konflikt in die EU importiert und als dessen Mitglied versucht die zyperngriechische Administration und Griechenland politischen Druck auf die Türkei auszuüben, um Zugeständnisse in der Zypernfrage zu erreichen. Die Situation in Zypern ist komplizierter als es auf den ersten Blick den Anschein hat Es gibt einen international anerkannten Staat, der sich Republik Zypern nennt und 1960 gegründet wurde. Dieser Staat hatte eine Verfassung, die beiden Volksgruppen eine politische und rechtliche Gleichstellung garantierte. Vor der Gründung der Republik Zypern, die eigentlich aus einem Kompromiss zwischen Griechenland, Großbritannien und der Türkei resultierte, forderten die Zyperngriechen mit fanatischem Eifer einen Anschluss an Griechenland (Enosis), die verständlicherweise von den Zyperntürken abgelehnt wurde. Der griechische Nationalismus und Hellenismus bewirkten eine Radikalisierung der zyperngriechischen Volksgruppe. Nach der Erlangung der Unabhängigkeit wollte sich die griechisch-zyprische Seite mit der Gleichberechtigung der zyperntürkischen Volksgruppe nicht zufriedengeben, da sie diese als Hindernis auf dem Weg zu einem Anschluss an Griechenland betrachteten. Die Entrechtung der Zyperntürken Die Zyperngriechen leiteten Maßnahmen ein, um die in der Verfassung verankerten Rechte der Zyperntürken zu beschränken bzw. aufzuheben. Eine Klage der zyperntürkischen Seite vor dem zyprischen Verfassungsgericht gab diesen recht, aber die Zyperngriechen hatten bereits angekündigt, dieses Urteil nicht zu beachten. Das Ergebnis war eine Verfassungskrise und der Rücktritt des Präsidenten des Verfassungsgerichts, dem deutschen Juristen Prof. Ernst Forsthoff, der zuvor von radikalen Zyperngriechen und von Präsident Makarios bedroht wurde. Ich erwähne diese Ereignisse, um bestimmte Aspekte in der Zypernfrage besser verstehen zu können. Jener Makarios war es, der am 30. November 1963 einen 13-Punkte Plan vorlegte, um die zyperntürkische Volksgruppe zum Teil zu entrechten, darunter sechs Basisartikel, die in der Verfassung verankert waren. Dieser Schritt von Makarios bedeutete einen Verfassungsputsch, der das Ende des gemeinsamen Staates aus beiden Volksgruppen zur Folge hatte. Ab Dezember 1963 wurden die zyperntürkischen Abgeordneten aus dem Parlament, dem Staatsapparat und in den Gemeindeverwaltungen entfernt oder entlassen. Mit dieser Maßnahme hatten die Zyperntürken keine Möglichkeit mehr auf ihr Anliegen Aufmerksam zu machen, da diese Positionen von Zyperngriechen übernommen wurden. Pogrome gegen Zyperntürken Es folgten Pogrome gegen die zyperntürkische Volksgruppe, ein Bürgerkrieg und ein Leben in Enklaven, die über der gesamten Insel verteilt waren und von griechisch-zyprischen paramilitärischen Gruppen belagert wurden. Dieser Zustand dauerte bis 1974 an, also bis zu jenem Zeitpunkt, als ein von der griechischen Militärjunta initiierter Militärputsch Präsident Makarios stürzte und die Garantiemacht Türkei militärisch intervenierte. Die Zyperngriechen haben die Republik Zypern usurpiert Was heute international als Republik Zypern anerkannt ist, ist ein Staat, der de facto von Zyperngriechen dominiert wird und damit gegen die Grundsätze der Verfassung von 1960 widerspricht, die einen Staat aus zwei Volksgruppen vorsah. Nach Dr. Christian Heinze, dem ehemaligen Assistenten des zyprischen Verfassungsgerichtspräsidenten Prof. Forsthoff, haben die Zyperngriechen diesen Staat 1963 usurpiert, also widerrechtlich in Besitz genommen. Es verwundert daher kaum, wenn die zyperngriechische Historiografie erst 1974 beginnt, weil das eigene dunkle Kapitel von 1963-1974 und damit das Schicksal der Zyperntürken ausgeklammert wird. Leider haben zahlreiche Medien im EU-Raum diesen Sprachgebrauch unkritisch übernommen, und immer wieder wird auf die „türkische Invasion von 1974“ hingewiesen, dabei aber oft nicht erwähnt, dass die Türkei neben Griechenland und Großbritannien nach dem Garantieabkommen von 1959 Garantiemacht ist, für die Unabhängigkeit, territoriale Integrität und die Sicherheit Zyperns zuständig ist und damit ein Interventionsrecht besitzt. Die Militärintervention der Türkei von 1974 ist durch Garantievertrag gedeckt Als die türkische Regierung 1974 unter Bülent Ecevit und Necmettin Erbakan in Anlehnung an das Garantieabkommen von 1959 in Zypern militärisch intervenierte, handelte sie rechtmäßig. Dass die Zypernfrage bis heute nicht gelöst wurde, liegt nicht, wie manche vielleicht vermuten, an der Türkei, sondern an dem Alleinvertretungsanspruch der Zyperngriechen die gesamte Insel zu repräsentieren, die den Zyperntürken die gleichen Rechte schlicht verweigern. Aufgrund dieser Haltung der zyperngriechischen Führung, den Zyperntürken die gleichen Rechte zuzugestehen, hat das zyperntürkische Parlament 1983 die Türkische Republik Nordzypern proklamiert, auch wenn dieser Staat derzeit nur von der Türkei anerkannt ist, erfüllt es juristisch betrachtet alle Kriterien, um als souveräner Staat zu gelten. Von manchen Beobachtern wird gelegentlich auf die Abhängigkeit Nordzyperns von der Türkei hingewiesen, dabei aber nicht erwähnt, dass ein von der zyperngriechischen Seite initiiertes Embargo gegen Nordzypern jeglichen Handel mit anderen Staaten untergräbt und damit die wirtschaftliche Entwicklung torpediert. Die Forderung des zyperntürkischen Präsidenten Tatar nach einer Zwei-Staaten-Lösung entspricht dem Status quo auf der Insel und den seit Jahrzehnten fortgesetzten ergebnislosen Zypern-Gesprächen.
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder und stellt nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar.

Zum Thema

– 15. November 1983 – 37 Jahre: Nordzypern feiert Gründung

Heute vor 37 Jahren, am 15. November 1983, proklamierte das zyperntürkische Parlament des türkischen Bundesstaates Zypern (Kıbrıs Türk Federe Devleti) die Türkische Republik Nordzypern (Kuzey Kıbrıs Türk Cumhuriyeti).

37 Jahre: Nordzypern feiert Gründung

Corona-Pandemie
Dilek Kalayci kritisiert Impfpläne des Gesundheitsministeriums: „Das ist zu spät“

Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz Dilek Kalayci kritisiert im ARD-Mittagsmagazin das Bundesgesundheitsministerium: „Ich habe jetzt erfahren, dass die Verordnung zur Priorisierung des Gesundheitsministeriums erst im 1. Quartal 2021 kommen wird. Das ist natürlich zu spät.“ Die Entscheidung, wer zuerst geimpft werden soll, wenn ein Covid-19-Impfstoff in Deutschland zugelassen ist, „muss natürlich vor dem Impfstoff kommen.“ Denn „wir wissen, dass der Impfstoff, der kommen wird, nicht für alle gleichermaßen reichen wird. Deshalb brauchen wir tatsächlich eine Priorisierung.“ Die Länder würden sich aber schon jetzt „ohne diese Priorisierung vorbereiten“, so Kalayci. „Ich kann Ihnen sagen, wie wir uns in Berlin vorbereiten: Wir haben sechs Impfzentren vorbereitet, dort können wir alle über 75-jährigen Menschen einladen. Wir wollen die Menschen in den Pflegeheimen über mobile Impfteams impfen, sodass sie nicht in die Impfzentren müssen. Und selbstverständlich haben wir auch schon vorbereitet, dass das Krankenhauspersonal, aber auch das Personal rund um Altenpflege, zügig geimpft werden kann. Problematisch ist noch die große Gruppe mit Vorerkrankungen, es gibt keine Definition, welche Gruppe gemeint ist mit ‚Menschen mit Grunderkrankungen‘. Das wäre noch zu klären und die anderen Bereiche kommen natürlich danach.“

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– Corona-Pandemie – Türkei: 20.000 Freiwillige melden sich für chinesischen Corona-Impfstoff-Test

Etwa 20.000 Freiwillige haben sich am Freitag in der Türkei für Phase-3 der Tests des chinesischen Impfstoffs CoronaVac von Sinovac Biotech beworben.

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Balkan
Albaniens Premier Rama: Ich wollte Künstler werden, nicht Politiker

Tirana – Der albanische Premierminister Edi Rama bekräftigte in einem Interview, dass er zufällig in der Politik gelandet ist und eigentlich immer schon Künstler sein wollte. „Ich habe das Leben eines Künstlers, Malers und Professors der bildenden Künste immer so sehr bevorzugt, dass ich nie Ambitionen hatte, Premierminister zu werden“, sagte Rama gegenüber dem französischen „Forbes“, wie das Exit-Portal berichtet. Er sagte, dass er lange gezögert habe, in die Politik zu gehen, als ihm ein Ministerposten angeboten wurde. Er habe jedoch etwas für sein Land tun wollen. „Albanien hatte eine sehr schwierige Vergangenheit, die schwierigste aller kommunistischen Länder, deshalb war ich sehr daran interessiert, an seiner Erneuerung mitzuwirken“, sagte er und beklagte sich, dass er als Bürgermeister von Tirana nicht so kritisiert wurde, wie er es jetzt in seiner Eigenschaft als Premierminister wird. „Als Premierminister bin ich der Unbeliebtheit stärker ausgesetzt, weil es darum geht, Strukturreformen auf nationaler Ebene einzuleiten. Man muss sehr erzieherisch und geduldig sein, während man die Vorzüge seines Handelns erklärt. Abschließend möchte ich ein weiteres Zitat von Präsident Mitterrand entlehnen, der zu Recht von der ‚Einsamkeit des Führers‘ sprach. Das war früher so und ist auch heute noch so“, sagte Rama der Journalistin Sabah Kemel Kaddouri von Forbes Frankreich. Rama, der die sozialistische Partei Albaniens führt, kam 2013 mit einem Erdrutschsieg an die Macht. Zuvor war er elf Jahre lang Bürgermeister von Tirana, einem der ärmsten Hauptstädte Europas. Mit wenig Geld, um die heruntergekommene Infrastruktur der Stadt zu erneuern, unternahm Rama eine grobe Stadtsanierung und ordnete an, die tristen Wohnhäuser aus der kommunistischen Ära in hellen, kräftigen Farben neu zu streichen. Blaue und weiße Streifen zieren die ehemals grauen Hochhäuser, grüne Quadrate durchziehen die korallenfarbenen Fassaden. Wenn man durch die Straßen Tiranas geht, spürt man eine Energie, die man sonst nirgendwo auf dem Balkan findet: die junge, multiethnische und buchstäblich vielfarbige Stadt.