Ankara – Am zweiten Tag seines offiziellen Türkei-Besuchs besprach der albanische Premierminister Edi Rama bei einer Besichtigung in der türkischen Rüstungsschmiede ASELSAN mit dem türkischen Vizepräsidenten Fuat Oktay eine mögliche Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie zwischen Albanien und der Türkei.
Oktay stellte der albanischen Delegation Technologien aus der türkischen Rüstungsindustrie vor, die Erfahrung und das Potenzial der Türkei. Ferner wurden Verteidigungsprojekte vorgestellt, an denen Albanien interessiert ist. Man werde in weiteren Gesprächen Möglichkeiten der Zusammenarbeit erörtern, so Oktay.
„Unsere Beziehungen in diesem Bereich werden sich in Zukunft weiterentwickeln“, zitiert die Nachrichtenagentur Anadolu den türkischen Vizepräsidenten.
Oktay erklärte, dass die Türkei und Albanien zwei Länder sind, die sich in „guten und schwierigen Zeiten gegenseitig unterstützten“. „Wir sind hier, um unsere Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie als Indikator für diese Freundschaft zu besprechen“, so Oktay.
Rama: „Was dieses Land geschafft hat, ist wirklich erstaunlich“
Der albanische Premierminister Rama betonte in seiner Rede den Fortschritt der Türkei im Bereich der Rüstungsindustrie.
„Was dieses Land geschafft hat, ist wirklich erstaunlich“, sagte Rama.
Albanien und die Türkei unterzeichnen während Ramas Besuch in Ankara 5 Abkommen
Der Besuch Ramas in Ankara auf Einladung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hat zur Unterzeichnung von fünf Abkommen zwischen den beiden Regierungen geführt.
Die beiden Staatsoberhäupter unterzeichneten bereits gestern ein Abkommen zur Gründung eines hochrangigen strategischen Kooperationsrates zwischen den beiden Ländern. Es folgte ein weiteres Abkommen über die Zusammenarbeit im Bereich der Gesundheit, das von den Gesundheitsministern unterzeichnet wurde. Die Bildungsminister unterzeichneten ebenfalls ein Abkommen über eine Zusammenarbeit. Des Weiteren wurde in einem von den Kulturministern unterzeichneten Abkommen die Restaurierung der Shkoder-Bleimoschee vereinbart. Zwischen den Ministern für Infrastruktur wurde zudem eine Absichtserklärung unterzeichnet.
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– Xhamia e Plumbit –
Albanien: Türkei wird „Bleimoschee“ aus dem 18. Jahrhundert restaurieren
Bei einem Treffen mit dem albanischen Premierminister Edi Rama in Ankara, kündigte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch die Restaurierung der historischen „Bleimoschee“ (Xhamia e Plumbit) in der nordwestalbanischen Stadt Shkodra an.
Ankara – Die Jahresproduktion von 42 Tonnen Gold im vergangenen Jahr markiert den höchsten Stand in der Geschichte der Türkei.
Im Jahr 2020 hat die Goldförderung der Türkei mit 42 Tonnen den höchsten Stand ihrer Geschichte erreicht, sagte der Minister für Energie und natürliche Ressourcen Fatih Dönmez am Donnerstag. Dies habe der türkischen Wirtschaft einen Beitrag von 2,4 Milliarden Dollar eingebracht, sagte Dönmez während seines Treffens mit dem türkischen Goldminenverband im Ministerium. Wie die Nachrichtenagentur Anadolu (AA) berichtet, übertrifft diese Menge den Rekord aus dem Jahr 2019, als 38 Tonnen Gold produziert wurden.
Die Türkei hat bis heute 6 Milliarden Dollar in den Goldsektor investiert, in dem derzeit 13.200 Menschen beschäftigt sind, so Dönmez. 2001 habe die Türkei die Goldförderung mit bescheidenen 1,4 Tonnen begonnen und seitdem 382 Tonnen Gold gefördert. In der Türkei befinden sich insgesamt 18 Goldminen in Produktion, während 20 neue Goldminenprojekte auf Investitionen warten, berichtet AA weiter.
„Wenn diese Projekte verwirklicht sind, wird unsere Goldproduktion hoffentlich 100 Tonnen erreichen. Unser Ziel ist es, unseren Goldbedarf aus lokalen Quellen zu decken, das goldbedingte aktuelle Defizit [Importe] erheblich zu verringern und die Beschäftigung in diesem Bereich zu erhöhen“, betonte der türkische Minister.
(Screenshot/Twitter)China weltgrößter Goldproduzent
Im weltweiten Vergleich gehört die Türkei jedoch eher zu den kleinen Produzenten. 2019 führte China mit 383,2 Tonnen die weltweite Liste der größten Goldproduzenten erneut an.
Viele Jahre lang war China mit einem Anteil von 11 Prozent an der weltweiten Minenproduktion die führende Produktionsnation. Allerdings ist die Produktion im letzten Jahr um fast 400 Tonnen gesunken, was den dritten Rückgang in Folge bedeutet. Der Abwärtstrend ist größtenteils auf die von der Regierung auferlegten strengeren Umweltrichtlinien zurückzuführen. Zum Beispiel zwangen strengere Kontrollen über die Verwendung von Zyanid in Goldminen mehrere Betriebe dazu, die Produktion zu drosseln. Die weitere Liste laut US Global Investors:
2. Russland – 329,5 Tonnen
Massive 83 Prozent des europäischen Goldes kommt aus Russland, das seine Produktion seit 2010 jedes Jahr gesteigert hat. Russland hat Australien überholt und ist nun der zweitgrößte Produzent der Welt – 2019 wurden 50 Tonnen mehr gefördert als im Jahr zuvor. Wer ist der größte Käufer von russischem Gold? Die russische Regierung natürlich, die rund zwei Drittel des gesamten produzierten Goldes kauft.
3. Australien – 325,1 Tonnen
Australien hat sieben Jahre in Folge einen Produktionsanstieg zu verzeichnen, 2019 um 4 Prozent. Die Mineralienindustrie produziert mehr als die Hälfte der gesamten Exporte Australiens und erwirtschaftet etwa 8 Prozent des BIP. Höhere Produktion in mehreren Minen und das Hochfahren von Projekten wie Mount Morgans und Cadia Valley trugen zur Produktionssteigerung bei.
4. Vereinigte Staaten – 200,2 Tonnen
Die amerikanische Goldproduktion ging 2019 um 11 Prozent zurück und beendete damit fünf aufeinanderfolgende Jahre des Wachstums. Zwölf Bundesstaaten produzierten das Gold im Wert von rund 8,9 Milliarden US-Dollar, was 6,1 Prozent der globalen Gesamtmenge entspricht. Rund 78 Prozent des in den USA produzierten Goldes stammt aus Nevada. Würde der Staat als Land gelten, wäre er mit 173,6 Tonnen, die 2019 gefördert wurden, die Nummer sechs auf dieser Liste.
5. Kanada – 182,9 Tonnen
Kanada hält seit drei Jahren den fünften Platz, selbst mit einem leichten Rückgang der Produktion im Jahr 2019. Es wird erwartet, dass neue Projekte in Nunavat, Yukon und Quebec eine stärkere Produktion im Jahr 2020 unterstützen werden. Kanadas Goldminenproduktion wird von 2019 bis 2023 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 2,7 Prozent auf 7,6 Millionen Unzen wachsen.
6. Peru – 143,3 Tonnen
Die Goldproduktion in Peru ist das vierte Jahr in Folge gesunken, was vor allem auf ein hartes Durchgreifen gegen illegale Minenbetriebe in der Region La Pampa und niedrigere Gehalte bei bestehenden Projekten zurückzuführen ist. Der Bergbau ist ein bedeutender Teil der peruanischen Wirtschaft und macht über 28 Prozent der Gesamtproduktion der Region aus.
7. Ghana – 142,4 Tonnen
Ghana ist Afrikas größter Goldproduzent, der 2019 Südafrika vom Spitzenplatz verdrängt hat, und ist auch für seine Reserven an verschiedenen Industriemineralien bekannt. Branchengrößen wie AngloGold Ashanti und Gold Fields haben ihren Fokus von Südafrika nach Ghana verlagert, wo die Vorkommen billiger und einfacher abzubauen sind. Der westafrikanische Staat verfügt über rund 1.000 Tonnen an Reserven und rückte von Platz 10 im letzten Jahr auf Platz 7 der Liste vor.
8. Südafrika – 118,2 Tonnen
Einst mit großem Abstand der Top-Goldproduzent der Welt, hat sich Südafrikas Goldförderung seit 2008 jedes Jahr verringert, mit Ausnahme von 2013, als die Produktion um ein paar Tonnen stieg. Das Land kämpft mit steigenden Kosten für Strom und Arbeit, und viele Minen mussten wegen Unrentabilität schließen. Südafrika ist jedoch immer noch die Heimat der tiefsten Goldmine der Welt, der Mponeng-Mine, die sich 2,5 Meilen unter die Erde erstreckt.
9. Mexiko – 111,4 Tonnen
Obwohl die Produktion im vierten Jahr in Folge gesunken ist, bleibt Mexiko eine wettbewerbsfähige Goldquelle. Die Produktion ist von nur 50,8 Tonnen im Jahr 2008 auf über 130 Tonnen im Jahr 2017 gestiegen, einer der größten Zuwächse in einem Zeitraum von neun Jahren. Mexiko ist ein attraktiver Ort für den Bergbau aufgrund der relativ niedrigen Kosten für die Regulierung. Die Verlangsamung im Jahr 2019 wird auf Streitigkeiten zwischen lokalen Gemeinden und Auftragnehmern zurückgeführt.
10. Brasilien – 106,9 Tonnen
Brasilien produzierte 10 Tonnen mehr Gold als im Vorjahr, um den 10. Platz auf dieser Liste zu belegen. Die illegalen Bergbauaktivitäten haben in den letzten fünf Jahren im Herzen des Amazonas-Regenwaldes stark zugenommen. Präsident Jair Bolsonaro hat das Land dazu gedrängt, den Amazonas wirtschaftlich zu entwickeln und seine Mineralienreichtümer zu erschließen.
New York – Wie das Wirtschaftsmagazin Bloombergam Donnerstag berichtet, löste Tesla-Gründer Elon Musk Amazon-Chef Jeff Bezos als reichster Mensch der Welt ab.
Einschließlich der Kursgewinne der Tesla-Aktien am Donnerstag, hatte Musk dem Bericht zufolge ein Nettovermögen von mehr als 188,5 Milliarden Dollar, 1,5 Milliarden Dollar mehr als Bezos, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Bloomberg.
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Ein weiterer Tweet des Tesla-Gründers Elon Musk wird in der Türkei gefeiert und geht viral. Auf die Frage, was er in Deutschland am liebsten esse, antwortet der Multimilliardär mit „Döner Kebab“.
Tirana – Bei einem Treffen mit dem albanischen Premierminister Edi Rama in Ankara, kündigte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Mittwoch die Restaurierung der historischen „Bleimoschee“ (Xhamia e Plumbit) in der nordwestalbanischen Stadt Shkodra an.
Die Kulturminister beider Länder unterzeichneten laut dem türkischen Staatschef am Mittwoch hierfür eine Vereinbarung. Die Türkei werde die Mittel bereitstellen und den Restaurierungsprozess für eines der wichtigsten Symbole von Shkoder durchführen.
Erdogan erinnerte daran, dass die Türkei in Albanien bereits über 500 Restaurierungsprojekte vorgenommen habe. Die Ausgaben für diese Projekte belaufen sich nach Erdogan auf 20 Millionen Euro.
Strategische Partnerschaft
Bei einer Pressekonferenz teilte der türkische Staatschef zudem mit, die Investitionen in die Infrastruktur und Tourismus in Albanien erhöhen zu wollen.
„Wir wollen unsere wirtschaftliche Zusammenarbeit auf eine neue Dimension heben“, sagte Erdogan.
(Foto: tccb)
Die Türkei und Albanien haben am Mittwoch zudem ein Abkommen unterzeichnet, das die bilateralen Beziehungen auf die Ebene einer strategischen Partnerschaft hebt. Erdogan hob in seiner Rede die historischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern hervor. Der türkische Präsident kündigte auch den Bau eines neuen Krankenhauses in Albanien in drei Monaten an
Xhamia e Plumbit
Die historische Bleimosche wurde 1773 im Stil des osmanischen Architekten Mimar Sinan des 16. Jahrhunderts durch den albanischen Pascha Mehmed Bushati, einem berühmten Mitglied der adligen Bushati-Familie, als Einkuppelmoschee erbaut. Mehmed war in dieser Zeit Wesir des Paschalik Shkodra.
Das Bauwerk wurde während ihrer Geschichte bereits mehrere Male renoviert, so in den Jahren 1863, 1920 und 1963.
Im 20. Jahrhundert wurde die Moschee einige Male stark beschädigt, so unter anderem als das Blei der Kuppel gestohlen wurde. 1916 wurde das fehlende Baumaterial von österreichisch-ungarischen Truppen wieder ersetzt.
Nachdem der kommunistische Führer Enver Hoxha Albanien zum ersten atheistischen Staat der Erde erklärte, wurde die Moschee, wie auch andere religiöse Institutionen im Land, 1967 geschlossen. Daraufhin war jegliche Religionsausübung im Land verboten. Als das Religionsverbot aufgehoben wurde, fand am 16. November 1990 eine Wiedereröffnung statt.
Kuwait kündigte 2011 eine Restaurierung der Moschee und eine Erneuerung der Umgebung an. Einige Arbeiten wurden daraufhin auch durchgeführt, die Minarette wurde jedoch nicht wieder aufgebaut. Nach schweren Niederschlägen 2013 stand die Moschee aber erneut unter Wasser. Dias historische Bauwerk liegt in einem Gebiet, das oft überflutet ist.
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„Er [Erdogan] half uns damals schon, als er noch Istanbuler Bürgermeister war. Und wir sind auch Nachbarn. Er kommt aus Kasimpasa, wir sind aus Balat. Wir haben ihn vor etwa acht-neun Jahren gefragt, und er hat die Restaurierung der Kirche angeordnet“, sagte Wassil Liaze, Präsident der Bulgarisch-Orthodoxen Kirchenstiftung, in einem Interview.
Washington – Während der Kongresssitzung zur Bestätigung des Wahlsiegs von Joe Biden haben am Mittwoch Anhänger Trumps das Kapitol gestürmt. Dabei sind vier Menschen ums Leben gekommen.
Eine Veteranin der Air Force wurde angeschossen. Sie starb später in einem Krankenhaus. Drei weitere Menschen starben bei „medizinischen Notfällen“.
US-Präsident Donald Trump hat sich am Mittwoch in einem Video an seine Anhänger gewandt: „Es ist jetzt Zeit, nach Hause zu gehen.“
Er verstehe den Schmerz und die Wut über den Ausgang der Wahl. „Es war ein Erdrutsch Wahl und jeder weiß es vor allem die andere Seite“, so Trump. „Aber Sie müssen jetzt nach Hause gehen“.
Am Donnerstag haben US-Medien zufolge hochrangige Mitglieder der scheidenden US-Regierung über eine mögliche Absetzung von Präsident Donald Trump durch sein eigenes Kabinett beraten. Der 25. Zusatzartikel zur US-Verfassung erlaubt die Entmachtung des Präsidenten durch das Kabinett. Als Voraussetzung gilt die Unfähigkeit des Präsidenten, die Pflichten und Vollmachten seines Amtes auszuüben.
Bereits gestern forderte auch ein Wirtschaftschef die Entmachtung Trumps. Trump habe „zu Gewalt angestiftet, um an der Macht zu bleiben“, und jeder gewählte Abgeordneter, der ihn verteidigt, verletze seinen Eid auf die Verfassung und lehne die Demokratie zugunsten von Anarchie ab“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Jay Timmons, Präsident und CEO der National Association of Manufacturers, einer Gruppe, die 14.000 Unternehmen in den USA vertritt, darunter Exxon Mobil Corp, Pfizer Inc und Toyota Motor Corp.
Washington ruft Notstand aus
Washingtons Bürgermeisterin Muriel Bowser hat am Donnerstag den öffentlichen Notstand bis zum Ende von Präsident Donald Trumps Amtszeit verlängert. Es sei zu erwarten, dass einige Trump-Unterstützer ihre gewalttätigen Proteste bis zur Amtseinführung Bidens fortsetzen.
I have issued Mayor’s Order 2021-003, extending the public emergency declared earlier today for a total of 15 days, until and unless provided for by further Mayoral Order.
– Krise in Venezuela –
Umsturz Maduros: Blackwater-Chef plant Geheimarmee für Venezuela
Erik Prince – der Gründer der umstrittenen privaten Sicherheitsfirma Blackwater und ein prominenter Unterstützer von US-Präsident Donald Trump – habe einen Plan für den Einsatz einer privaten Armee vorangetrieben, um Venezuelas sozialdemokratischen Präsidenten Nicolas Maduro zu stürzen.
Berlin – Das erklärte Christine Vogler, Leiterin des Bildungscampus für Gesundheitsberufe, im Interview mit rbb24 Recherche. Die gewünschte Verdopplung der Auszubildendenzahlen sei nicht zu schaffen, so Vogler, da es an Praxisplätzen, pädagogisch ausgebildeten Pflegekräften und Lehrern fehle. Vogler befürchtet außerdem, dass die Qualität der Ausbildung unter dem Druck, die Absolventenzahlen weiter zu steigern, sinken könnte. Schon heute müsse man angesichts des Pflegenotstands Bewerber aufnehmen, die man früher als ungeeignet abgelehnt hätte.
Die Senatsverwaltung für Gesundheit entgegnete auf Anfrage des rbb, die Verdoppelung der Ausbildungszahlen sei notwendig, um den Fachkräftebedarf in der Pflege in Berlin zu sichern. Für die Anleitung der Auszubildenden in der Praxis würde außerdem zusätzliches Geld zur Verfügung stehen. Auch sei ein Masterstudiengang für Pflegepädagogik eingerichtet worden. Die Pflegeausbildung in Berlin finde „auf einem sehr hohen Niveau“ statt.
Der Bildungscampus bildet für die Charité und Vivantes etwa die Hälfte aller Berliner Pflegeschüler aus. 2019 wurden in Berlin rund 4.000 Pflegeazubis ausgebildet. Bis 2023 soll diese Zahl verdoppelt werden, so steht es im „Pakt für die Pflege“ von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD). In der Pflegeausbildung waren 2019 in Berlin 899 Lehrkräfte an insgesamt 35 Standorten tätig.
Auszubildende mehrerer Pflegeschulen berichten dem rbb, dass sie teilweise fehlendes Personal ersetzen und Aufgaben übernehmen müssen, die eigentlich Fachkräften vorbehalten sind. Unter Corona hätte sich die Situation noch einmal verschärft.
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– Studie –
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Eine neue Studie einer Gruppe von Forschern unter Führung des Bremer Pflegewissenschaftlers Heinz Rothgang, die dem Fachdienst „Tagesspiegel Background Gesundheit“ vorliegt, belegt, dass die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im November vorgeschlagene Pflegereform zahlreiche Menschen in Pflegeheimen und deren Angehörige deutlich entlasten würde.
Osnabrück – Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz geht davon aus, dass Präsenzprüfungen für Studenten aufgrund der hohen Infektionszahlen eher nicht stattfinden werden.
Peter-André Alt erklärte auf Anfrage der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ): „Mit Blick auf das Prüfungswesen zeigt sich, dass viele Hochschulen flexible Lösungen und unterschiedliche Formen für neue, digitale Prüfungsformate entwickeln und erfolgreich einsetzen.“
Daneben seien derzeit Präsenzprüfungen auf Basis der Corona-Verordnungen der Länder grundsätzlich möglich. „Allerdings wird dies bei den aktuell hohen Inzidenzwerten wohl die Ausnahme sein, wenn etwa eine Verschiebung oder andere Formate nicht infrage kommen.“
Daneben könnten die Hochschulen digital gestützte Fernprüfungen anbieten. Alt betonte, wenn die Corona-Kontaktbeschränkungen längere Zeit andauerten, wüchsen die Herausforderungen der Hochschulen, Studenten beim individuellen Lernen zu unterstützen. Der persönliche Austausch bleibe jedoch zentral für das akademische Leben und lasse sich virtuell nur schwer gleichwertig umsetzen.
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Washington – Nachdem Anhänger des scheidenden US-Präsidenten am Mittwoch das Kapitol stürmten, hat der Leiter einer großen US-Wirtschaftsgruppe hochrangige US-Abgeordnete aufgefordert, für die „Bewahrung der Demokratie“, Donald Trump aus dem Amt zu entfernen.
Trump habe „zu Gewalt angestiftet, um an der Macht zu bleiben“, und jeder gewählte Abgeordneter, der ihn verteidigt, verletze seinen Eid auf die Verfassung und lehne die Demokratie zugunsten von Anarchie ab“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Jay Timmons, Präsident und CEO der National Association of Manufacturers, einer Gruppe, die 14.000 Unternehmen in den USA vertritt, darunter Exxon Mobil Corp, Pfizer Inc und Toyota Motor Corp.
„Vizepräsident Pence, der aus dem Kapitol evakuiert wurde, sollte ernsthaft erwägen, mit dem Kabinett zusammenzuarbeiten, um den 25. Zusatzartikel zur Verfassung anzuwenden, um die Demokratie zu bewahren“, so Timmons. Der Wirtschaftschef bezeichnete Trumps Behauptungen einer angeblichen Wahlfälschung eine „widerliche Episode“. Trump hat noch 14 Tage im Amt, bevor der designierte Präsident Joe Biden am 20. Januar sein Amt antritt.
Während der Kongresssitzung zur Bestätigung des Wahlsiegs von Joe Biden haben am Mittwoch Anhänger Trumps das Kapitol gestürmt. Die Sitzung wurde unterbrochen. Eine Frau wurde erschossen und mindestens vier andere wurden während des Handgemenges im Kapitol verletzt, das mit Abgeordneten im Inneren abgeriegelt wurde.
Vizepräsident Mike Pence, der im Kapitol war, als das Gebäude gestürmt wurde, twitterte, dass die „Gewalt und Zerstörung, die im US-Kapitol stattfindet“, sofort aufhören müsse. In den sozialen Medien wurde Trump aufgefordert, seine Anhänger zurückzurufen. Trumps ehemalige Kommunikationsdirektorin Alyssa Farah schrieb auf Twitter, dass er den Angriff verurteilen müsse. „Du bist der Einzige, auf den sie hören werden. Für unser Land!“
Sein ehemaliger Stabschef Mick Mulvaney twitterte: „Der Tweet des Präsidenten ist nicht genug. Er kann das jetzt stoppen und muss genau das tun. Sagen Sie diesen Leuten, sie sollen nach Hause gehen.“
Washington – US-Präsident Donald Trump hat sich am Mittwoch in einem Video an seine Anhänger, die das Kapitol stürmten, gewandt: „Es ist jetzt Zeit, nach Hause zu gehen.“
Er verstehe den Schmerz und die Wut über den Ausgang der Wahl. „Es war ein Erdrutsch Wahl und jeder weiß es vor allem die andere Seite“, so Trump. „Aber Sie müssen jetzt nach Hause gehen“.
Trump: „Wir müssen Frieden haben. Wir müssen Recht und Ordnung haben. Wir müssen unsere großartigen Leute in Recht und Ordnung respektieren. Wir wollen nicht, dass jemand verletzt wird.“ Trump hatte in einem früheren Video am Mittwoch seine Anhänger aufgefordert, zum Kapitol zu marschieren.
Während der Kongresssitzung zur Bestätigung des Wahlsiegs von Joe Biden haben am Mittwoch Anhänger Trumps das Kapitol gestürmt. Die Sitzung wurde unterbrochen. Eine Frau wurde erschossen und mindestens vier andere wurden während des Handgemenges im Kapitol verletzt, das mit Abgeordneten im Inneren abgeriegelt wurde.
Vizepräsident Mike Pence, der im Kapitol war, als das Gebäude gestürmt wurde, twitterte, dass die „Gewalt und Zerstörung, die im US-Kapitol stattfindet“, sofort aufhören müsse.
In den sozialen Medien wurde Trump aufgefordert, seine Anhänger zurückzurufen. Trumps ehemalige Kommunikationsdirektor Alyssa Farah schrieb auf Twitter, dass er den Angriff verurteilen müsse. „Du bist der Einzige, auf den sie hören werden. Für unser Land!“
Sein ehemaliger Stabschef Mick Mulvaney twitterte: „Der Tweet des Präsidenten ist nicht genug. Er kann das jetzt stoppen und muss genau das tun. Sagen Sie diesen Leuten, sie sollen nach Hause gehen.“
https://twitter.com/euronews/status/1346936185730572289
Inside Jemen: Ein Krankenhaus an der Frontlinie der jemenitischen Hungerkrise
Aden (un) – In den Fluren des Al-Sadaqah-Krankenhauses weint ein Kind. Der zwei Monate alte Abdullah wird in einen blau gestrichenen Untersuchungsraum getragen, um gewogen und gemessen zu werden. Er ist geschrumpft und sein Bauch durch schwere akute Unterernährung angeschwollen. Sein Gesicht ist eine verschrumpelte Maske des Schmerzes. Die Ärzte legen ihn an eine hölzerne Messvorrichtung und wiegen ihn dann in den Armen seiner Mutter. Er ist nur 50 cm lang und wiegt 2,5 Kilo – die Hälfte eines gesunden Kindes seiner Größe.
Der zwei Monate alte Abdullah wird von der Krankenschwester Faizal Maqtary gehalten, bevor er gewogen und gemessen wird. Abdullah leidet an schwerer akuter Unterernährung und ist das jüngste von neun Kindern. (Foto: Unocha)
Al-Sadaqah steht an der vordersten Front der jemenitischen Hungerkrise. Jahre des Krieges und eine grassierende Inflation haben den Kindern des Landes Hunger und Not gebracht. In das Krankenhaus, ein klobiges Gebäude aus sowjetischer Zeit in der südlichen Stadt Aden, bringen Mütter ihre unterernährten Söhne und Töchter in einem verzweifelten Versuch, sie zu retten.
Das Al Sadaqah Krankenhaus ist dafür bekannt, die beste Station für schwere akute Unterernährung in Aden zu haben. (Foto: Unocha)
Abdullah und seine Mutter, Ghada Hassan, stammen aus einem unterentwickelten Viertel mit Reihenhaussiedlungen am Rande von Aden. „Ich versuche zu stillen, aber es gibt nicht genug Milch“, sagt Ghada, die einen verhüllenden schwarzen Niqab trägt. Während sie spricht, fällt immer wieder der Strom aus – der Strom muss durch teure Generatoren bereitgestellt werden, da die örtlichen Behörden in der Regel nur vier Stunden Strom pro Tag liefern. Aden ist voller Trümmer des Konflikts: Vor fünf Jahren wurde die Stadt durch eine viermonatige Belagerung auseinandergerissen, und 2018 und 2019 litt sie unter einer neuen Runde erbitterter Kämpfe.
Manche Familien sind tagelang unterwegs, um Al-Sadaqah zu erreichen, und geben alles kostbare Geld aus, das sie für die Reise zum Krankenhaus haben, um ihre Kinder zu retten. Die Hungerkrise im Jemen ist inzwischen überwältigend. Während der Krieg weitergeht, drohen im nächsten Jahr rund 13 Millionen Menschen im Land zu verhungern. Ohne die Hilfe des Welternährungsprogramms hätten 20,1 Millionen Menschen im Jemen keinen verlässlichen Zugang zu ausreichend Nahrung.
Hassan schiebt ihr Unglück auf das „Böse Auge“ (einen Fluch). Aber ein wesentlicher Grund für ihren Zustand ist, dass sie, ihr Mann und ihre acht Kinder von einer kärglichen Kombination aus Reis, Brot und gelegentlichem Wurzelgemüse leben. Ghadas Mann ist Reinigungskraft, und sie leben von 30.000 jemenitischen Rial (35 US-Dollar) im Monat. Der Wechselkurs ist in den letzten Monaten im Süden dramatisch gestiegen, und mit ihm die Preise für Lebensmittel.
Die Jemeniten lebten schon vor Beginn des aktuellen Krieges im ärmsten Land des Nahen Ostens, und jeder Arzt, der sich mit dem Thema beschäftigt, wird Ihnen sagen, dass Unterernährung im Land bereits weit verbreitet war. Der Unterschied ist, dass der Konflikt nun die Arbeitsplätze und Lebensgrundlagen der Menschen vernichtet hat und die Unterernährung grassiert, weil sie es sich nicht leisten können, ihre Kinder zu ernähren.
Die Auswirkungen dieser Abwärtsspirale sind in Al-Sadaqah deutlich zu sehen. Am 20. November befinden sich 17 Kinder auf der Station und weitere warten auf ihre Aufnahme. „Jedes Mal, wenn wir ein Kind entlassen, warten fünf weitere darauf, sein Bett zu übernehmen“, sagt Dr. Maha Sulaimani, Kinderärztin und Leiterin des Zentrums für therapeutische Ernährung des Krankenhauses. Unterernährung ist lebensbedrohlich – laut UNICEF ist fast die Hälfte aller Todesfälle bei Kindern weltweit auf Unterernährung zurückzuführen – und ein Mangel an richtiger Versorgung kann zu Verkümmerung und kognitiven Einschränkungen führen.
Kliniken in weiter entfernten Gebieten des Jemen sind überfordert, und das zu einer Zeit, in der die finanziellen Mittel aufgrund von COVID-19 drastisch zurückgegangen sind. Darüber hinaus hat das Coronavirus die Krankenhauseinweisungen noch komplizierter gemacht und das ohnehin schon zerrüttete System zusätzlich belastet. Einige Kliniken haben im letzten Jahr einen 60-prozentigen Anstieg der Fälle von Unterernährung gemeldet. Ein Arzt, der Al-Sadaqah aus Abyan, einem Konfliktgebiet nordöstlich von Aden, besucht, sagt, dass vor fünf Jahren höchstens fünf Kinder mit Unterernährung pro Monat in seine Klinik eingeliefert wurden. Doch jetzt kommen jeden Monat etwa 40 neue Fälle hinzu. „Es gibt viele vertriebene Familien, es gibt kein Geld, es gibt keine Lebensmittel“, sagt er.
Dr. Maha inspiziert Abdullah, nachdem er gemessen wurde; sie schüttelt den Kopf. Es ist abnormal, ein so unterernährtes Kind so jung zu sehen, selbst auf dieser Station, und die Situation schmerzt sie sichtlich. „Das Kind ist ein sehr kleines Baby, okay. Aber die Rippen sind sichtbar“, sagt sie. „Der Bauch ist vorgewölbt, und die Beine und Arme sind frei. Man kann sogar das Schulterblatt hinter seiner Schulter sehen.“ Sie sagt, dass der Durchfall und das Fieber, die Ghada dazu veranlassten, Abdullah ins Krankenhaus zu bringen, Symptome einer potenziell gefährlichen Unterernährung waren.
Ghada und Abdullah kehren in ihr Zimmer zurück und hocken auf dem Bett. Ghada sagt, dass ihre anderen Kinder gesund sind, selbst mit dem wenigen, was sie zu Hause zu essen haben. Aber sie hat zwei andere Kinder während der Schwangerschaft verloren.
Irgendwann fängt sie an, über ihre Hoffnungen für die Zukunft ihres Sohnes zu sprechen, und Dr. Maha kommen die Tränen. „Ihr Traum ist so einfach: Sie will nur, dass er lebt“, sagt Dr. Maha. „Das ist ihr Traum.“ Sie hält einen Moment inne und seufzt dann. „Es tut mir leid. Alles, was wir hier tun, ist zu versuchen, ihnen zu helfen, damit sie in einem guten Zustand entlassen werden können“, fährt sie fort. „Aber ihr Leben ist so erbärmlich.“
Beim Gang durch die Station fällt Dr. Maha der wütende Gesichtsausdruck der jungen Patienten auf. Wenn die Kinder ankommen, tragen sie Blicke der tiefen Verzweiflung, sagt sie. „Das Lächeln des Kindes zu sehen, ist das erste Zeichen, das wir während der Genesung sehen, wenn der Patient wieder gesund wird.“
Der zweijährige Tawha erhält lebenswichtige Flüssigkeiten. Seine Großmutter hat einen Koran neben seinen Kopf gelegt, um ihm Segen zu spenden. (Foto/Unocha)
Dr. Maha hat ein ernstes Gesicht und trägt ein ordentliches gelbes Kopftuch, aber sie liebt den gelegentlichen Scherz, um die Stimmung aufzuhellen. Sie ist eine von vier Ärzten in Al-Sadaqah, die sich auf pädiatrische Ernährung spezialisiert haben. Sie arbeitet dort seit 1992, aber seit 2015 ist sie Zeugin des Zusammenbruchs des ohnehin fragilen jemenitischen Gesundheitssystems und der Verwüstung der Familien des Landes.
Ein paar Tage später wurde ein weiteres Kind auf der Station aufgenommen. Der vierjährige Abdo stammt aus einem Dorf in der Nähe von Hudaydah, nahe an einer der vielen Frontlinien im Jemen. Sein rechtes Auge ist wulstig und trüb, seine Brust ist schmerzhaft dünn. Er bewegt seine nackten Arme fast in Zeitlupe auf dem blauen Bett. Deshalb beginnt Faiza Maqtary, eine Krankenschwester, die seit 32 Jahren auf der Station arbeitet, ihn mit einem vitamin- und nährstoffreichen Brei durch die Nase zu füttern.
Der vierjährige Abdo erhält auf der Station für schwere akute Unterernährung eine proteinreiche Flüssignahrung über eine Nasensonde. (Foto: Unocha)
Ein Vitamin-A-Mangel – verursacht durch eine schlechte Ernährung – hat Abdo auf dem rechten Auge erblinden lassen. Faiza sagt, dass die Ärzte sich beeilen müssen, um Abdo mit Vitamintropfen und Nahrung zu versorgen, um die Sehkraft in seinem anderen Auge zu retten. Er könnte blind aufwachsen, obwohl es ein einfaches Mittel gegen seinen Zustand gibt. Er ist so hungrig, dass er die Haut von seinen Fingern kaut.
Die bewaffnete Gruppe, die das Gebiet kontrolliert, in dem Abdo lebt, kontrolliert auch den einzigen Ein- und Ausgang zu seinem Dorf. Sein Vater und sein Onkel haben die wenige Arbeit, die sie vor dem Krieg als Handwerker hatten, verloren. „Während des Krieges hat sich alles zum Schlechten verändert. Wir wurden vertrieben“, sagt Yahya, Abdos Onkel, ein Mittvierziger mit einem dünnen Schnurrbart. Die Stadt wurde stark beschossen und bombardiert. „Wir leben in einer Hütte und haben nicht einmal sauberes Wasser zum Trinken.“
Abdos Familie lebt von Almosen. Er ist eines von sechs Geschwistern. „Vor dem Krieg konnten wir normales Essen essen, wie andere Menschen auch“, sagt Yahya, der acht Kinder hat. „Wir aßen Fisch, Fleisch, Milch, Gemüse, Obst – viele Dinge.“ Doch jetzt lebt die Familie von einer einzigen Mahlzeit am Tag: Brot, Tee und gelegentlich ein Glas Milch. „Vor dem Krieg waren die Preise günstig, aber nachdem der Krieg begann, wurden die Dinge zu teuer.“
Yahya erklärt, dass Abdo vor 20 Tagen mit Durchfall begann. „Wir waren in vielen Privatkliniken in unserer Gegend“, erklärt er, aber niemand wusste, was zu tun war. Vor sechs Tagen begann Abdo Probleme mit seinen Augen zu haben, aber auch hier konnten ihm die Ärzte in ihrem Dorf nicht helfen.
Die Krankenstationen von Al-Sadaqah mögen wie Orte endloser Qualen erscheinen, aber tatsächlich erholen sich viele der Kinder durch die Pflege von Dr. Maha und den anderen Mitarbeitern des Therapeutic Feeding Centre schnell. Die Kinder werden gefüttert, und ihre Betreuer – Mütter, Großmütter, Krankenschwestern – werden in Sachen Kinderernährung beraten.
Aber es gibt auch Kinder, deren Zustand nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wieder gefährlich wird. Der neun Monate alte Mohammed aus einem Vorort von Aden wird bereits zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten wegen schwerer akuter Unterernährung behandelt. „Ich weiß nicht, was falsch läuft“, sagt seine Mutter Fawzia. „Ich füttere ihn jeden Tag mit Plumpy’Nut [einer therapeutischen Nahrung auf Erdnussbasis] und Milch.“
Die Arbeit, die in Al-Sadaqah geleistet wird, kann sich manchmal so anfühlen, als würde sie angesichts überwältigender Chancen stattfinden, vor allem, da der Jemen immer weiter in die Ernährungsunsicherheit abrutscht und immer mehr Menschen regelrecht vom Hungertod bedroht sind.
Dr. Maha sagt, dass sie oft das Gefühl hat, dass alles gegen sie spricht, aber sie kehrt trotz allem jeden Tag in das Krankenhaus zurück. „Ich komme nach Hause und denke, das ist zu viel für mich“, sagt sie. „Aber ich muss es richtig machen, um meinen Job zu machen. Das ist meine Art zu arbeiten; ich muss es bis zum Ende durchziehen.“
„Die Zeit läuft uns davon“
Am 11. November 2020 warnte Mark Lowcock, Chef der UN-Hilfsorganisation, den Sicherheitsrat:
„Die dringlichste Aufgabe im Jemen ist es heute, eine weit verbreitete Hungersnot zu verhindern. Die Jemeniten ‚hungern‘ nicht. Sie sind am Verhungern. (…) Die Unterernährung war noch nie so schlimm. In einigen Teilen des Landes ist inzwischen jedes vierte Kind akut unterernährt.“
„Wir alle – Konfliktparteien, Mitglieder des Sicherheitsrates, Geber, humanitäre Organisationen und andere – sollten alles tun, um das zu stoppen. Die Zeit läuft uns davon.“
Letztendlich wird die Lösung der Krise im Jemen eine politische Lösung erfordern. Sie wird auch verlässliche Unterstützung für die angeschlagene jemenitische Wirtschaft erfordern. In der Zwischenzeit brauchen Millionen von Menschen humanitäre Hilfe, um zu überleben. Doch der Plan der Vereinten Nationen für humanitäre Hilfe ist mit Stand vom 2. Dezember 2020 nur zu 48 Prozent finanziert. Eine massive und dringende Finanzierung ist die unmittelbarste Möglichkeit, eine Katastrophe abzuwenden.
UN Humanitarian.
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Die Vereinten Nationen haben am Mittwoch angekündigt, dass sie gezwungen sind, mehrere humanitäre Programme im Jemen einzustellen, weil die von den Mitgliedstaaten zugesagten Gelder, „ausgeblieben sind“.