CDU-Parteitag
Friedrich Merz neuer CDU-Vorsitzender

Berlin – Die CDU hat auf ihrem heutigen digitalen Bundesparteitag Friedrich Merz zum neuen CDU-Parteichef gewählt. Der 66-jährige erhielt auf dem virtuellen Parteitag 915 von insgesamt 983 Stimmen, bei 16 Enthaltungen. Das sind 94,62 Prozent der abgegebenen Stimmen. Aus formellen Gründen müssen die Parteimitglieder das Ergebnis noch per Briefwahl bestätigen, dessen Ergebnis am 31. Januar mitgeteilt werden soll. Nach seiner Wahl rief Merz die Parteibasis zu Geschlossenheit und Zuversichtlich auf. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gehörte zu den ersten Gratulanten, die Friedrich Merz zum neuen Amt viel Erfolg wünschten. Fünf neue stellvertretende CDU-Vorsitzende gewählt Notwendig wurde die Wahl durch den Rücktritt von Armin Laschet, der nach dem Debakel bei der Bundestagswahl seinen Rücktritt angekündigt hatte. Neben dem Parteivorsitzenden bestimmten die Delegierten auch fünf neue Stellvertreter. Für Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer votierten 883 von 953 abgegebenen Stimmen. Für Wirtschaftspolitiker Carsten Linnemann aus Nordrhein-Westfalen stimmten 782 Parteitagsdelegierte. Silvia Breher, die niedersächsische Bundestagsabgeordnete, erhielt 781, für Andreas Jung, aus Baden-Württemberg, stimmten 781. Als fünfte CDU-Vize-Parteivorsitzende wurde die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien bestimmt, die 675 Stimmen erhielt. Mario Czaja neuer CDU-Generalsekretär Zum Nachfolger von Generalsekretär Paul Zimiak wurde der Bundestagsabgeordnete Mario Czaja gewählt, der 92,89 Prozent der Delegiertenstimmen erhielt. Merz hatte sich für den früheren Sozialsenator aus Berlin stark gemacht und ihn als „Großstadtkind“ bezeichnet. Czaja habe im Osten Berlins einen Wahlkreis für die CDU gewonnen, der drei Jahrzehnte von der Linkspartei gehalten worden sei. Kemal Bölge/Berlin

Türkei
Erdogans Zustimmungswerte steigen mit Lira-Stabilisierung

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Ankara – Nach monatelangen sinkenden Zustimmungswerten für den türkischen Präsidenten, sind diese nach einer aktuellen Umfrage erstmals wieder gestiegen. Wie das Meinungsforschungsinstitut Metropoll am Donnerstag bekannt gab, stieg der Wert im Januar um 2,1 Prozent, von 38,6 Prozent im Dezember auf 40,7 Prozent im Januar. Die Zahl derjenigen, die mit der Amtsführung Recep Tayyip Erdogans nicht einverstanden sind, ist in dieser Zeit um 2,8 Prozentpunkte gesunken, heißt es weiter. Die türkische Lira hatte sich in den letzten Wochen aufgrund der Maßnahmen der Regierung stabilisiert. Trotz des Anstiegs der Zustimmung sind Erdogans Werte immer noch auf einem Tiefstand. Die Türken nennen wirtschaftliche Probleme und Misswirtschaft als Hauptgründe für ihre Unzufriedenheit mit Erdogans 19-jähriger Amtszeit. Die Inflation war im vergangenen Jahr auf einen Höchststand von 36 Prozent gestiegen und hat die Einkommen, insbesondere der unteren Mittelschicht, die die Wählerbasis von Erdogans AKP bilden, ernsthaft geschwächt. Auch eine öffentliche Debatte über eine neue Migrationswelle nach der Übernahme Afghanistans durch die Taliban, werden als Gründe genannt.

Mindestlohn
NRW-Ministerpräsident warnt vor mehr Schwarzarbeit durch 12 Euro Mindestlohn

Berlin – Der Nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) warnt vor deutlich mehr Schwarzarbeit durch die ab 1. Oktober geplante Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro pro Stunde. „Ich gönne jedem die zwölf Euro“; sagte Wüst in einem Interview mit dem „Tagesspiegel„. Es gehe hier aber um einen sprunghaften Anstieg des Mindestlohns um mehr als 20 Prozent. „Die Folge darf nicht Verdrängung in die Schwarzarbeit sein“, betonte Wüst. „Ich hielte es für besser, wenn der Mindestlohn von den Tarifparteien bestimmt würde.“ Nach dem Erfolg von Olaf Scholz mit seinem Respekt-Wahlkampf räumte er zugleich ein, dass die CDU ihr soziales Profil schärfen müsse. „Erfolgreiche Partei der Mitte ist die CDU immer dann, wenn sie ihren Kompass an den Alltagssorgen der Menschen im ganzen Land ausrichtet. Die Parteien der SPD-geführten Ampel richten ihren Blick vordringlich auf die Großstädte“, meinte Wüst. Neben den Alltagssorgen der Menschen in den Großstädten müssten auch die sozialen Fragen der Menschen in den ländlichen Regionen in der Politik vertreten werden. „Es geht um Mietpreise, um Heizkosten, es geht aber auch um die Kosten der Mobilität im ländlichen Raum, die bezahlbar sein muss, ebenso ein gutes Bildungsangebot.“ Die Agenda auch daran auszurichten, werde für die CDU zentral sein. Aus dem Gesetzentwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) geht hervor, dass sich bundesweit etwa 6,2 Millionen Beschäftigte eine Gehaltserhöhung versprechen können. Für die Arbeitgeber rechnet Heil für das verbleibende Quartal 2022 mit höheren Lohnkosten durch 12 Euro Mindestlohn von rund 1,63 Milliarden Euro. Nach dem Sprung auf 12 Euro soll der Mindestlohn dann aber 15 Monate lang unverändert bleiben. Über die nächste Anhebung zum 1. Januar 2024 soll dann wieder die Mindestlohnkommission aus Arbeitgebern und Gewerkschaften entscheiden. Der gesetzliche Mindestlohn war 2015 zunächst mit 8,50 Euro gestartet.

Türkei
Flüchtlinge: Estnische Außenministerin Liimets dankt Türkei für Einsatz

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Adana – Die estnische Außenministerin dankte der Türkei für ihren Einsatz bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise. „Das Flüchtlingslager in Adana beherbergt 16 000 Menschen, die meisten davon Kinder. Sie verdienen eine bessere Zukunft und einen sicheren Weg, nach Syrien zurückzukehren. Ich besuchte ihren Kindergarten, ihre Schule und ihre Farmen. Danke an die Türkei für das Hosting und die Unterstützung, damit diese Jungen und Mädchen weiter lernen können“, schrieb Eva-Maria Liimets am Freitag auf Twitter und teilte ein Foto welches sie während ihres Besuchs des Flüchtlingscamps in der südtürkischen Stadt Adana mit den dort lebenden Kindern zeigt. Liimets wies in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu darauf hin, dass die Türkei aufgrund ihrer geografischen Lage am Scheideweg der Migrationskrise liegt: „Wir schätzen den Einsatz der Türkei, die Millionen von Flüchtlingen auf ihrem Territorium beherbergt, sehr.“ Kein anderes Land hat so viel Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen: Mehr als 3,7 Millionen Syrerinnen und Syrer waren im Februar 2019 in der Türkei registriert. Hinzukommen circa 320.000 weitere Flüchtlinge, vor allem aus dem Irak und Afghanistan.
Während ihres zweitägigen Besuchs in der Türkei kam die estnische Außenministerin auch mit ihrem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu zusammen. Bei dem Treffen sei die Verbesserung der Zusammenarbeit in den Bereichen Digitalisierung, Tourismus, Bildung und die transatlantische Sicherheit, sowie regionale Entwicklungen erörtert worden.
Liimets erinnerte daran, dass die Beziehungen zwischen der Türkei und Estland ein Jahrhundert zurückreichten: „Im Jahr 2024 werden wir das 100-jährige Bestehen unserer diplomatischen Beziehungen feiern. In dieser ganzen Zeit haben sich die Beziehungen zwischen unseren Ländern sehr gut entwickelt und mit jedem Jahr stärker geworden“, so Liimets gegenüber Anadolu. Unter Hinweis darauf, dass Estland die Erweiterung der Europäischen Union stets befürwortet habe, erklärte Liimets, man hoffe, dass die Türkei, die bereits ein sehr guter Verbündeter in der NATO sei, sich mit Reformen als Beitrittskandidat der EU annähern werde.

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– Türkei – BILD-Reporterin: Flüchtlingslager der Türkei wie „5-Sterne-Hotels“

Im Vergleich zu der Situation in Griechenland, gleichen laut der griechischen Journalistin Liana Spyropoulou, die Flüchtlingslager in der Türkei 5-Sterne-Hotels.

BILD-Reporterin: Flüchtlingslager der Türkei wie „5-Sterne-Hotels“
 

Türkei
„PKK-Büro“: Çavuşoğlu kritisiert Zypern in scharfer Form

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Ankara – Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu hat die Erlaubnis der zyperngriechischen Administration zur Eröffnung eines Büros des syrischen Arms der Terrororganisation PKK/PYD mit ungewöhnlich deutlichen Worten kritisiert. Çavuşoğlu empfing im Auswärtigen Amt in Ankara seine estnische Amtskollegin Anna-Maria Liimets, die sich zu einer offiziellen Stippvisite in der türkischen Hauptstadt befand. Nach der Unterredung der beiden Außenminister traten beide vor die Presse. Çavuşoğlu warnt zyperngriechische Führung Wegen der Eröffnung eines Büros der syrischen PKK/PYD im griechischen Teil Zyperns erklärte Çavuşoğlu in Richtung der zyperngriechischen Administration: „Sollte die Türkei oder oder die TRNC (Turkish Republic North Cyprus) angegriffen werden, werden wir für diese Tat büßen lassen. Sie sollten nicht mit dem Feuer spielen“, so der Außenminister. In einem Statement übte auch der zyperntürkische Außenminister Tahsin Ertuğruloğlu Kritik an der Entscheidung der zyperngriechischen Führung. Die zyperngriechische Führung, die mit Massakern an der zyperntürkischen Bevölkerung die Insel in ein Blutbad verwandelt hätte und Terrorismus unterstütze, setze ihre aufwieglerischen Aktivitäten fort, so Ertuğruloğlu. Es sei offenkundig, dass die provokativen Handlungen der zyperngriechischen Führung der Region und dem östlichen Mittelmeer keinen Beitrag zum Frieden leisten könnten. Die PYD in Syrien entstand 2003 als verlängerter Arm der PKK und strebt die Autonomie der Kurden in Syrien an. Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen werfen der Gruppe Kriegsverbrechen gegen Zivilisten und Einsatz von Kindersoldaten vor. Pressesprecher der AK Partei Ömer Çelik: Entschlossenheit gegen jegliche Form von Terrorismus Auch der Pressesprecher und stellvertretende Parteivorsitzende der AK Partei, Ömer Çelik, kritisierte die zyperngriechische Administration wegen der Eröffnung eines Büros der PKK/PYD. Çelik erklärte im Kurznachrichtendienst Twitter: „Einem Mord-Netzwerk die Erlaubnis zu erteilen ein Büro zu eröffnen und sich frei zu betätigen ist an der entsprechenden Stelle der zyperngriechischen Administration niedergeschrieben worden. Die zyperngriechische Führung hat ihren Namen neben dem eines Mord-Netzwerks der Terrororganisation niederschreiben lassen.“ Die Türkei und die TRNC seien entschlossen gegen jegliche Form von Terror die entsprechende Lektion zu erteilen. Die Zyperntürken besäßen im Kampf gegen Mord-Netzwerke die historisch notwendige Erfahrung. Öcalan versteckte sich 12 Tage in der griechischen Botschaft in Nairobi Der Chef der Terrororganisation PKK, A. Öcalan, wurde am 15. Februar 1999 in der kenianischen Hauptstadt Nairobi von einer türkischen Eliteeinheit („Bordo Bereliler“) festgenommen und anschließend den Strafverfolgungsbehörden in der Türkei übergeben. Nach seiner unfreiwilligen Flucht aus Syrien, die die PKK seit Jahren gegen die Türkei unterstützte, versuchte der Terrorchef in mehreren europäischen Ländern Asyl zu beantragen, darunter Griechenland, Italien, Niederlande und Russland. Griechenland versteckte Öcalan zwölf Tage in der griechischen Botschaft in Nairobi. Bei seiner Festnahme trug er einen gefälschten Reisepass der „Republik Zypern“, der auf den zyperngriechischen Journalisten Lazaros Mavros ausgestellt war. Öcalan wurde in der Türkei vor Gericht gestellt und wegen Hochverrat zu lebenslanger Haft verurteilt. Kemal Bölge/Ankara

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– WAR IS NO EXCUSE – Kampagne: „Kein Einsatz von Kindersoldaten durch die PYD!“

Seit 2011 herrscht in Syrien Bürgerkrieg. Viele der beteiligten Akteure setzen im Kampf gegeneinander auch Kindersoldaten ein – die syrisch-kurdische Partei der Demokratischen Union (PYD) stellt hier keine Ausnahme dar.

Kampagne: „Kein Einsatz von Kindersoldaten durch die PYD!“
 

Corona-Pandemie
Virologe Kekulé spricht sich gegen Impfpflicht aus

Köln – Der Virologe Alexander Kekulé hat sich vehement gegen eine allgemeine Impfpflicht ausgesprochen. „Ich war schon bei der Delta-Variante gegen die allgemeine Impfpflicht, weil sie epidemiologisch nicht erforderlich war. Bei Omikron ist sie noch viel weniger angemessen“, sagte er im Podcast „Die Wochentester“ von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ im Gespräch mit den Moderatoren Wolfgang Bosbach und Christian Rach. Eine Pflicht zu Impfung hilft nach Ansicht Kekulés nicht: „Ich verstehe nicht, warum man Impfstoffe, die für die ursprüngliche Wuhan-Variante gemacht wurden, verpflichtend machen will für eine künftige Variante, von der man die Eigenschaften gar nicht kennt.“ Wenn der Impfstoff gegen Omikron ausgeliefert werde, sei die Omikron-Welle durch. Er gehe davon aus, dass die Herbst-Welle eher noch leichter verlaufen werde. „Dann sind wir mit der Pandemie im Sinne von sozialen und wirtschaftlichen Disruptionen durch. Dann wird es eine weitere Infektionskrankheit sein.“ Der Virologe kritisierte zudem, dass künftig der Status als Genesener nur noch für drei Monate gültig ist: „Ein Genesener hat einen viel besseren Immunschutz als ein Geimpfter“, so Kekulé. Es gebe keine wissenschaftliche Begründung dafür zu sagen „die Geimpften haben neun Monate Schutz, die Genesenen nur drei Monate“. Der Augsburger Verfassungs- und Medizinrechtler Josef Lindner äußerte Zweifel, ob eine Impfpflicht für alle verfassungsgemäß wäre. „Eine allgemeine Impfpflicht ab 18 ist verfassungsrechtlich wesentlich schwerer zu begründen als eine Impfpflicht ab 60 oder wie in Italien ab 50“, sagte er. Wenn sich Corona zu einem „gesteigerten Erkältungsvirus entwickeln sollte, wäre eine allgemeine Impfpflicht nicht mehr gerechtfertigt. Bei Omikron stellt sich die Frage, ob es noch das Maß an Gefährlichkeit hat, das eine Impfpflicht rechtfertigt.“

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– Corona-Pandemie – Türkei: Gesundheitsminister Koca ruft erneut zur Booster-Impfung auf

Der türkische Gesundheitsminister hat die Bevölkerung erneut aufgerufen, sich impfen zu lassen.

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Ukraine-Krise
Matthias Platzeck kritisiert Umgang des Westens mit Russland

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BONN – Der Vorsitzende des Deutsch-Russischen Forums, Matthias Platzeck (SPD), hat den Umgang des Westens mit seinem russischen Nachbarn scharf kritisiert. Man habe sich daran gewöhnt, dass Russland keine Interessen habe. Nun da es wieder welche entwickle, wüsste der Westen nicht, damit umzugehen, so Platzeck im phoenix-Interview. Dabei betone das größte Land der Welt schon seit Jahren, es wolle Gespräche auf Augenhöhe und in die Sicherheitsarchitektur des Westens eingebunden werden. Bisher seien diese Appelle der Russen vergebens gewesen.
Angesichts des Truppenaufmarsches an der ukrainischen Grenze würden nun, aus russischer Sicht, die Forderungen endlich gehört. Der Westen trage hieran Mitschuld: „Wir im Westen waren nachlässig bis arrogant“, so Platzeck. Einer möglichen NATO-Mitgliedschaft der Ukraine erteilte Platzeck eine Absage und warnt davor, den Glauben daran zu nähren: „Wir wissen, wir tun es sowieso nicht.“ Er schlug vor, die Ukraine stattdessen in die Europäische Union aufzunehmen, das würde die Sicherheit verbessern. Er fordert, nicht mit weiteren Sanktionen zu drohen, der Westen sollte schnellstmöglich die wirtschaftlichen Beziehungen mit Russland wieder enger flechten. Jede weitere Abhängigkeit verringere Kriegsgefahr, erklärte Platzeck bei phoenix. Andernfalls rücke Russland immer näher an China heran. Der daraus resultierende Konflikt würde weder in den USA, noch in Sibirien, sondern mitten in Europa zu spüren sein. Momentan sei man aber dabei, alle wirtschaftlichen Verbindungen durch Sanktionen zu lösen. Darin liege eine große Gefahr, so Platzeck.

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– Ukraine-Krise – Hardt fordert im Ukraine-Konflikt mehr Druck auf Moskau

Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt, fordert, Russland im Ukraine-Konflikt stärker unter Druck zu setzen.

Hardt fordert im Ukraine-Konflikt mehr Druck auf Moskau (nex24.news)  

Berlin
Corona-Sonderzahlungen: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Grünen-Bundesvorstand

Berlin – Gegen die scheidenden Bundesvorsitzenden Robert Habeck und Annalena Baerbock sowie weitere Mitglieder des Vorstands der Grünen hat die Berliner Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Corona-Sonderzahlungen in Höhe von 1.500 Euro aufgenommen. Darüber berichtete am Mittwoch das Nachrichtenmagazin der Spiegel. Die Anklagebehörde gehe dem Anfangsverdacht nach, dass es sich bei den vom Bundesvorstand 2020 an sich selbst gezahlten Sonderzahlungen um Untreue zum Nachteil der eigenen Partei gehandelt habe. Eingeleitet wurden die Ermittlungen durch Anzeigen von Privatpersonen. Der Grünen-Bundesvorsitzende Habeck erklärte bei einer Pressekonferenz mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Söder am Donnerstag in München, dass die Bundesgeschäftsstelle und die betroffenen Vorstandsmitglieder vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft kooperierten, um den Sachverhalt aufzuklären. Ein Parteisprecher der Grünen erklärte, die Corona-Sonderzahlungen seien 2020 an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesgeschäftsstelle sowie an den Bundesvorstand gezahlt worden. Die Boni hätten die Vorstandsmitglieder bereits zurückbezahlt. Die Corona-Sonderzahlungen der Grünen wurden letztes Jahr publik. Die jetzige Außenministerin Baerbock wurde damals kritisiert, weil sie die Sonderzahlungen der Partei gegenüber dem Bundestag verschwieg und nicht als Nebeneinkünfte deklarierte. Kemal Bölge/Berlin

Gesundheit
Gesund im Homeoffice: So vermeiden Sie Augenprobleme am Arbeitsplatz

Ein großer Teil der Bevölkerung arbeitet heutzutage vor einem Bildschirm – egal, ob Verwaltung, Software-Entwicklung oder Textproduktion. Rein biologisch gesehen sind wir Menschen jedoch dafür gemacht, auf der Suche nach Nahrung durch die Savanne zu streifen. Wenn auch die Bildschirmarbeit körperlich deutlich weniger anstrengend ist, gehen damit gewisse gesundheitliche Herausforderungen einher. Diese betreffen Verspannungen in Schultern, Hals und Nacken, Übergewicht sowie Probleme mit den Augen. Um Letztere geht es in diesem Artikel: Warum werden die Augen im Homeoffice so schnell trocken? Können Sehschwächen durch Büroarbeit begünstigt werden? Wie können Sie sich bestmöglich unterstützen? Das „Office-Eye-Syndrom“ Viele Menschen kennen es: Nach einiger Zeit vor dem Bildschirm werden die Augen rot, jucken und brennen. Grund dafür ist meist fehlende Feuchtigkeit. Normalerweise blinzeln unsere Augenlider automatisch alle paar Sekunden. Dies ist wichtig, um Tränenflüssigkeit gleichmäßig auf der Oberfläche des Auges zu verteilen. So wird zum einen die Bindehaut befeuchtet, zum anderen können Viren und Bakterien vom Auge weg transportiert werden. Bei der Bildschirmarbeit sind wir jedoch oft so konzentriert, dass die Augen zu starren beginnen. Der Blick ist dabei auf einen einzigen Punkt, in diesem Fall den Bildschirm, fokussiert – und das über mehrere Minuten oder gar Stunden. Dadurch wird weniger geblinzelt – die Augen trocknen aus. Zusätzlich kann auch die trockene Heizungsluft, die vor allem im Winter oft in Büroräumen vorherrscht, das Austrocknen begünstigen. In diesem Fall hilft es bereits, häufiger zu lüften und einen Luftbefeuchter anzuschaffen. Wer bemerkt, dass er lange auf den Bildschirm starrt, sollte sich regelmäßig daran erinnern, zu blinzeln. Außerdem können Augentropfen zusätzlich die Feuchtigkeit im Auge aufrechterhalten. Diese Mittel sind in jeder Apotheke frei verkäuflich. Sehschwäche durch Computerarbeit? Mittlerweile sind zunehmend auch jüngere Menschen von Sehschwächen betroffen. Dies kann viele Gründe haben. Jedoch ist davon auszugehen, dass auch der vermehrte Gebrauch von Notebooks und Smartphones dazu beiträgt. Versuchen Sie daher stets, einen Ausgleich zur Bildschirmarbeit zu schaffen. Sitzen Sie tagsüber im Homeoffice, dann versuchen Sie, nach der Arbeit nach draußen zu gehen. Treffen Sie sich mit Freunden oder treiben Sie Sport für die Sommerfigur und psychische Gesundheit. Besteht bereits eine Sehschwäche, ist es nützlich, sich eine spezielle Arbeitsplatzbrille anzuschaffen. Der Vorteil gegenüber Lese- oder Gleitsichtbrillen ist der, dass Sie damit den gesamten erweiterten Nahbereich im Blick haben. Sie können also alle Dinge, die sich auf Ihrem Bildschirm befinden, betrachten, ohne ständig den Kopf drehen zu müssen. So wird Verspannungen in den Schultern vorgebeugt und das Arbeitserlebnis insgesamt komfortabler. Außerdem muss in der Regel entweder die Krankenkasse oder der Arbeitgeber arbeitsrechtlich die Kosten für eine solche Brille übernehmen. Informieren Sie sich also vor dem Kauf unbedingt über die Möglichkeiten der Rückerstattung – eine Arbeitsplatzbrille gehört zur Schutzausrüstung am Schreibtischarbeitsplatz. Gesunde Augen im Büro Genauso wie Sie Ihren Arbeitsplatz ergonomisch einrichten, um keine Rückenprobleme zu bekommen, sollten Sie dabei auch an Ihre Augen denken. Das bedeutet vor allem, den Abstand zum Bildschirm zu beachten. Je dichter Sie an Ihrem Bildschirm sitzen, also je geringer der Abstand ist, umso anstrengender wird es für Ihre Augen. Empfohlen ist ein Abstand zwischen 50 und 80 Zentimetern – in etwa eine Armlänge lang. Auch genügend Licht trägt viel zur Gesundheit der Augen bei. Die beste Beleuchtung ist dabei das Tageslicht. Nicht jeder hat jedoch die Möglichkeit, seinen Schreibtisch direkt ans Fenster zu stellen. In diesem Fall ist es wichtig, auch durch künstliche Lichtquellen genügend Helligkeit zu erzeugen. Im Winter kann eine Tageslichtlampe dazu beitragen, zum einen den Schreibtisch zu erhellen, zum anderen auch die Stimmung zu heben und uns wacher zu machen. Empfehlenswert ist dabei weißes Licht, das an normales Tageslicht angepasst ist. Doch auch Licht mit einem höheren Orange- oder Rotanteil kann eingesetzt werden. Wenn Sie mehrere Stunden hintereinander am Bildschirm arbeiten, ist es außerdem wichtig, zwischendurch kurze Pausen zu machen. Heben Sie regelmäßig den Blick und lassen Sie ihn in die Ferne schweifen. Nutzen Sie Ihre Mittagspause, um kurz vor die Tür zu gehen und bewusst von Nah- auf Fernsicht umzuschalten. Ernähren Sie sich ausgewogen, um Ihren Körper optimal mit Nährstoffen zu versorgen. Tanken Sie ausreichend frische Luft und achten Sie darauf, täglich mindestens zwei Liter Wasser zu trinken. Spezielles Augentraining kann dazu beitragen, dass Ihre Augen sich wieder frischer und ausgeruhter anfühlen. Wenn Sie all diese Maßnahmen beachten, sind Ihre Augen optimal darauf vorbereitet, auch längere Bildschirmarbeit auszuhalten.

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Einfach zu schlafen ist eines der natürlichsten Bedürfnisse in uns und doch so oft eine große Herausforderung. Das kann Folgen haben.

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Schwarzer Januar
Das Geständnis von Michail Gorbatschow: „Der 20. Januar hat mir eine Lehre erteilt“

Ein Gastbeitrag von Dr. Gurban Alakbarov In der Nacht vom 19. auf den 20. Januar 1990 drangen sowjetische Truppen (einschließlich des KGB und Innenministeriums) auf direkte Anweisung des sowjetischen KP-Führers Michail Gorbatschow in Baku und die umliegenden Regionen ein und richteten unter Einsatz von schwerem Kriegsgerät und anderen Waffen ein Massaker unter der Zivilbevölkerung an. Der Hauptzweck der Intervention der UdSSR-Truppen bestand darin, die von den Aserbaidschanern begonnene Befreiungsbewegung zum Verlassen der Union zu zerschlagen. Der Einmarsch der sowjetischen Truppen führte zu einer noch nie dagewesenen Tragödie für Aserbaidschan. 131 Menschen wurden getötet, 744 schwer verletzt und 841 unrechtmäßig verhaftet. Infolge der Operationen der sowjetischen Armee wurden 200 Wohnungen, Häuser, privates und staatliches Eigentum zerstört. Unter den Getöteten befanden sich auch Frauen, Kinder und ältere Menschen sowie Mitarbeiter des medizinischen Notdienstes. Obwohl seit diesen blutigen Tagen viele Jahre vergangen sind, erinnern sich die Aserbaidschaner an die schreckliche Nacht, die viele unschuldige Menschenleben forderte, und begehen jedes Jahr den Jahrestag der Tragödie vom 20. Januar. Der 20. Januar ist im Gedächtnis der aserbaidschanischen Nation als Tag der landesweiten Trauer verewigt „Eine große Anzahl von Einwohnern Bakus wurde getötet, es ist schwer. Im Januar 1990 wurde das Leben vieler Einwohner von Baku ausgelöscht. Das ist hart, sehr hart“, schrieb Michail Gorbatschow in seinem Buch „Leben und Reformen“ über den blutigen Einmarsch der sowjetischen Armee in Baku am 20. Januar. Im Versuch, sich von diesen blutigen Ereignissen zu distanzieren, versucht Gorbatschow, die militärische Intervention der sowjetischen Truppen in Baku mit einem primitiven Argument zu rechtfertigen – dem Ausnahmezustand: „Am 13. Januar randalierten Rowdys in Baku und töteten Menschen. Dieser Schritt wurde unternommen, um weiteres Blutvergießen zu verhindern.“ „Der 20. Januar hat mir eine Lehre erteilt“. Damit gab Gorbatschow die Verantwortung für das Massaker vom 20. Januar zu, wenn auch indirekt. „Ich habe aus dieser Tragödie eine Lehre gezogen. Die Regierung kann sich nicht weigern, in einer Notsituation Gewalt anzuwenden. Diese Aktion muss jedoch gerechtfertigt sein, und die Schritte müssen sich auf sehr strenge Maßnahmen beschränken. Die Lösung des Problems darf nur auf politischem Wege gefunden werden“, so Michail Gorbatschow in seinen Memoiren. Ja, meine Damen und Herren, leider leben wir in einer Welt, in der Gorbatschow, der am 20. Januar 1990 die Tötung Hunderter unschuldiger Menschen anordnete, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.
Gastbeiträge geben die Meinung der Autoren wieder und stellen nicht zwingenderweise den Standpunkt von nex24 dar

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– Schwarzer Januar – 20. Januar 1990: Der Tag, an dem die Sonne in Aserbaidschan nicht aufging

Einunddreißig Jahre sind seit den Ereignissen des 20. Januar 1990 vergangen, die in die Geschichte des aserbaidschanischen Volkes als die Tragödie des blutigen Januars eingegangen sind.

20. Januar 1990: Der Tag, an dem die Sonne in Aserbaidschan nicht aufging