Rüstungsindustrie
Türkische Rüstungsschmiede Baykar baut Fabrik in Ukraine

Riad – Mitten im russisch-ukrainischen Krieg hat der türkische Drohnenhersteller Baykar mit dem Bau eines neuen Werkes in der Ukraine begonnen. Das gab das Unternehmen auf der Rüstungsmesse World Defense Show im saudi-arabischen Riad bekannt. Türkische Drohnen vom Typ Bayraktar spielten eine wichtige Rolle in der Verteidigung der Ukraine gegen Russland. Wie Baykar-CEO Haluk Bayraktar bekannt gab, werde das Werk  für 500 Mitarbeitende innerhalb von zwölf Monaten fertiggestellt sein. Das Unternehmen habe mit 30 Ländern Exportverträge für seine TB2-Drohne unterzeichnet. „Unsere Fabrik wird gebaut, wir brauchen etwa 12 Monate, um den Bau abzuschließen, und dann werden wir zu den internen Maschinen, der Ausrüstung und der Organisationsstruktur übergehen“, sagte Bayraktar. „Die Fabrik in der Ukraine ist groß, wir planen rund 500 Mitarbeiter zu beschäftigen.“ Auf die Frage, ob Sicherheitsbedenken zu einem Zögern geführt hätten, sagte Bayraktar, dass die Pläne „voll im Gange“ seien und dass „nichts“ sie aufhalten werde. Bayrakter erklärte, dass sich die Kapazität auf etwa 120 Einheiten pro Jahr belaufen werde. Es sei jedoch noch nicht klar, ob sich die Produktion in der ukrainischen Fabrik auf das Drohnenmodell TB2 oder TB3 konzentrieren werde. Nach Angaben von Bayraktar soll die Produktion im Jahr 2025 beginnen. Kiew und Ankara unterzeichneten das Abkommen über die Eröffnung einer Baykar-Fabrik in der Ukraine im Februar 2022, also noch vor dem Einmarsch Russlands. Das ukrainische Parlament ratifizierte das Abkommen im Dezember 2022.  

Zum Thema

– Rüstungsdeal – Türkei: 367 Millionen Dollar Drohnen-Deal mit Kuwait

Der türkische Drohnenhersteller Baykar hat mit der kuwaitischen Regierung einen Exportvertrag über Kampfdrohnen des Typs Bayraktar TB2 im Wert von 367 Millionen Dollar abgeschlossen

Türkei: 367 Millionen Dollar Drohnen-Deal mit Kuwait

Putin-Interview
Putin: Russlands Niederlage in Ukraine „unmöglich“

Moskau – Der russische Präsident Wladimir Putin sagte in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit dem umstrittenen rechtsgerichteten US-Talkmaster Tucker Carlson, der Westen solle verstehen, dass es „unmöglich“ sei, Russland in der Ukraine zu besiegen. Er fügte hinzu, dass Russland kein Interesse daran habe, seinen Krieg in der Ukraine auf andere Länder auszuweiten. Das am Donnerstag ausgestrahlte Interview, das von vielen als Putins Annäherung an die von Donald Trump geführten Republikaner angesehen wird, ist auch sein erstes mit einem westlichen Medium seit dem Beginn seines umfassenden Krieges in der Ukraine und sein erstes mit einem amerikanischen Medium seit 2021. Der russische Staatschef betonte, Russland werde für seine Interessen „bis zum Ende“ kämpfen. Er sprach auf Russisch und seine Ausführungen wurden ins Englische synchronisiert. Putin begann mit ausführlichen Bemerkungen zu den Beziehungen Russlands zur Ukraine, zu Polen und anderen Ländern. Auf die Frage, ob er sich ein Szenario vorstellen könne, in dem er russische Truppen nach Polen, einem NATO-Mitglied, schicken würde, antwortete Putin: „Nur in einem Fall, wenn Polen Russland angreift. Und warum? Weil wir kein Interesse an Polen, Lettland oder einem anderen Land haben. Warum sollten wir das tun? Wir haben einfach keine Interessen dort.“ Er fügte hinzu, dass die westlichen Staats- und Regierungschefs erkannt hätten, dass es unmöglich sei, Russland eine strategische Niederlage zuzufügen, und dass sie sich fragten, was sie als nächstes tun sollten. „Wenn dies der Fall ist, müssen sie sich überlegen, was sie als Nächstes tun wollen. Wir sind zu diesem Dialog bereit“, sagte Putin. Auf die Frage, ob die NATO die russische Kontrolle über Teile der Ukraine akzeptieren könne, sagte Putin: „Sie sollen darüber nachdenken, wie sie das mit Würde tun können. Es gibt Möglichkeiten, wenn der Wille dazu da ist“. Der russische Präsident warf auch dem ehemaligen britischen Premierminister Boris Johnson vor, die Ukraine bei einem Gespräch in Istanbul im April 2022 daran gehindert zu haben, einem Abkommen zur Beendigung der Feindseligkeiten zuzustimmen. Putin sagte, die Ukraine sei kurz davor gewesen, dem Abkommen zuzustimmen, habe aber einen Rückzieher gemacht, als sich die russischen Truppen aus der Nähe von Kiew zurückgezogen hätten. „Die Tatsache, dass sie [die Ukraine] der Forderung oder Überzeugung von Herrn Johnson, dem ehemaligen Premierminister Großbritanniens, gehorcht, erscheint lächerlich“, sagte Putin. Auf Carlsons Frage nach der Möglichkeit, dass amerikanische Soldaten in der Ukraine kämpfen, antwortete Putin: „Habt ihr nichts Besseres zu tun? Sie haben Probleme an der Grenze, Probleme mit der Migration, Probleme mit der Staatsverschuldung. Wäre es nicht besser, mit Russland zu verhandeln?“ Er fügte hinzu, dass Russland und die USA immer noch „über verschiedene Nachrichtendienste“ über die Beendigung des Konflikts sprechen. Zu Russlands Botschaft an die USA sagte Putin: „Wenn ihr die Kämpfe wirklich beenden wollt, müsst ihr die Waffenlieferungen einstellen. In ein paar Wochen wird es vorbei sein“. Das Interview sorgte bereits vor seiner Ausstrahlung für heftige Kontroversen, nachdem der Kreml behauptet hatte, Putin habe dem Carlson-Interview zugestimmt, weil sich der Ansatz des ehemaligen Fox-News-Moderators von der Berichterstattung vieler westlicher Nachrichtensender über den Ukraine-Konflikt unterscheidet. Carlson wird eine enge Verbindung zu Trump nachgesagt, der bei den US-Präsidentschaftswahlen im November als Kandidat der Republikanischen Partei gehandelt wird. Analysten glauben auch, dass Putin das Interview als Plattform nutzte, um seine Ansichten zu einer breiten Palette von Themen, einschließlich des Krieges, einem weltweiten Publikum zu präsentieren.

Musik
Anadolu-Rock Mitbegründer Cem Karaca starb vor 20 Jahren

von Kemal Bölge Seine raue Stimme war sein Markenzeichen. Heute vor 20 Jahren starb der Mitbegründer des Anadolu-Rock , des Anatolischen Rock, Cem Karaca. Sein aserbaidschanischer Vater wollte, dass er Diplomat wird, aber für Cem Karaca war Musik stets eine Leidenschaft. Nach dem Abitur gründete er eine Band und spielte in kleiner und großer Runde. Sein Talent entdeckte seine armenischstämmige Mutter, Toto Karaca, alias Irma Felegyan, die Theaterschauspielerin war. Es ist das Jahr 1962, als Karaca auf Wunsch von Freunden im Sportklub von Beyoğlu ein paar Lieder singt. Zwei Jahre später gründet er die Band „Dinamikler“ und 1965 nimmt dieser als „Cem Karaca und Jaguarlar“ an dem Musikwettbewerb des Goldenen Mikrofons (Altın Mikrofon) teil, scheiden aber vorzeitig aus. Wenige Tage nach seiner Heirat mit der Schauspielerin Semra Özgür muss der Musiker zum Wehrdienst nach Antalya und dort lernt er die anatolische Kultur näher kennen. Bis zu diesem Zeitpunkt dreht sich bei Karaca vieles um Rockmusik, aber er experimentiert und vermischt westliche Elemente mit der anatolischen Musik. Er gilt nicht umsonst als der Mitbegründer des „Anadolu-Rock“, und 1967 will Karaca es wissen und tritt mit der Musikgruppe „Apaşlar“ erneut beim Wettbewerb des Goldenen Mikrofons auf. Diesmal schafft er mit seiner Band den zweiten Platz und damit gelingt ihm musikalisch der endgültige Durchbruch. Mit der Gruppe „Moğollar“ feiert Cem Karaca große Erfolge, bis das Bandmitglied Cahit Berkay beschließt, die Musikkarriere in Frankreich fortzusetzen. Karaca verlässt die Band Moğollar und schreibt politische Lieder, die ihm später zum Verhängnis werden. Ein Album zum 1. Mai schmeckt dem politischen Establishment nicht, das wegen angeblicher „kommunistischer Propaganda“ wieder vom Markt genommen werden muss. Nach dem Putsch des türkischen Militärs 1980 flieht der Künstler wie viele andere ins Ausland, Karaca zieht es nach Deutschland. Im Land der Dichter und Denker schreibt und singt Karaca viele Songs, auch auf Deutsch. Während seiner Zeit in Deutschland veröffentlichte Karaca das Album „Die Kanaken“, in dem er die Integrationsdebatte mit Ironie kommentierte. In dem Lied „Willkommen“ sang der Musiker: „Komm Türke – trink deutsches Bier/ mit Prost wird Allah abserviert/und du ein Stück integriert.“   Eine Amnestie des früheren Premierministers Turgut Özal ermöglicht Karaca 1987 die Rückkehr in die Türkei. In seinem Song „Ben bir ceviz ağacıyım Gülhane Parkı’nda“ („Ich bin ein Wallnussbaum im Gülhane Park“) singt Karaca über einen Wallnussbaum im Gülhane Park. Hier ein Auszug aus dem Lied:
„Ben bir ceviz ağacıyım Gülhane Parkı’nda Yapraklarım suda balık gibi kıvıl kıvıl Yapraklarım ipek mendil gibi tiril tiril Kopar ver, gözlerinin gülüm yaşını sil“
Übersetzung: „Ich bin ein Walnussbaum im Gülhane Park Meine Blätter kräuseln sich wie ein Fisch im Wasser Meine Blätter sind wie seidene Taschentücher Gib sie mir, wisch dir die Rosentränen aus den Augen“ Der Musiker ist voller Tatenkraft und veröffentlicht im selben Jahr das Album „Merhaba Gençler ve Her Zaman Genç Kalanlar“ („Hallo junge Leute und die, die immer jung bleiben“). Es gilt als das meistverkaufte Album des Jahres 1987. Aus Solidarität mit dem Leid und den Massakern an den bosnischen Muslimen, reist Cem Karaca mit anderen Musikern und Künstlern 1995 nach Bosnien-Herzegowina, um seine Unterstützung hervorzuheben. Wegen eines Herzinfarkts wird Karaca am frühen Morgen des 8. Februar 2004 in ein Krankenhaus in Istanbul eingeliefert, wo er im Alter von 59 Jahren verstirbt.

Gesellschaft
Deutsche mit Migrationshintegrund in großer Angst wegen Abschiebeplänen

Hamburg – 51 Prozent aller Deutschen mit Migrationshintergrund bereiten die Pläne von radikalen Rechten zu massenhaften Abschiebungen große oder sehr große Angst. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des ARD-Magazins „Panorama“ ergeben.

„Ich habe keinen Bock mehr“, ruft Mohamed in die Kamera, zweimal. In seinem TikTok-Video spürt man seine Wut und Verzweiflung: „Ich habe die Nase voll! Ich leiste meinen Beitrag, bin in der Pflege, helfe deutschen Menschen mit Behinderung. Und das reicht immer noch nicht.“ Mohamed ist 28 Jahre alt, in Gelsenkirchen geboren und arbeitet als Heilerziehungspfleger.

„Ich liebe dieses Land. Ich fühle mich als Deutscher“, sagt Mohamed im Interview mit Panorama.

Im vergangenen November wurde bei einem Treffen in Potsdam auch über die Ausweisung von „nicht-assimilierten“ deutschen Staatsbürgern diskutiert. Das Recherchenetzwerk „Correctiv“ hatte über die Zusammenkunft von Rechtsextremisten berichtet, unter ihnen AfD-Politiker und Mitglieder der WerteUnion. 2022 lebten 23,8 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 28,7 Prozent. Fast genau die Hälfte hat die deutsche Staatsangehörigkeit, rund zwölf Millionen Menschen. Ein Großteil davon ist bereits in Deutschland geboren. Die in Potsdam diskutierten „Massenabschiebungspläne“ machen selbst Deutschen ohne Migrationshintergrund Angst. In der repräsentativen infratest dimap-Umfrage im Auftrag von „Panorama“ sagten auch 48 Prozent der Befragten ohne ausländische Wurzeln, dass ihnen die Pläne große oder sehr große Angst bereiten. Im Osten ist die Angst etwas größer (49 Prozent groß oder sehr groß) als im Westen (42 Prozent). In den Altersgruppen gibt es keine signifikanten Unterschiede, nur bei den 35- bis 49-Jährigen ist die Angst mit 41 Prozent etwas geringer. Die Angst ist bei den Anhängern der Grünen und der SPD mit 69 bzw. 61 Prozent besonders ausgeprägt. Von den AfD-Anhängern haben nur acht Prozent Angst, 76 Prozent hingegen antworteten, ihre Angst sei weniger groß oder nicht vorhanden. Die deutsche Staatsangehörigkeit ist im Grundgesetz besonders geschützt. So heißt es im Artikel 16: „Die deutsche Staatsangehörigkeit darf nicht entzogen werden.“ Dies gelte im Kern auch für Menschen mit einer doppelten Staatsangehörigkeit, betont der Verfassungsrechtler Ulrich Karpenstein, Vizepräsident des Deutschen Anwaltsvereins, im Interview mit „Panorama“. Das Grundgesetz ermögliche bei Doppelstaatlern nur wenige Ausnahmen für den Entzug der Staatsangehörigkeit, beispielsweise wenn es zu Terror-Handlungen im Ausland kommt. Selbst wenn man der Liste eine weitere Ausnahme hinzufügen würde, „darf sie auf keinen Fall, so wie es bei diesem Potsdamer Treffen diskutiert wurde, an die Hautfarbe geknüpft werden. Sie darf auch nicht an die Herkunft geknüpft werden, sie darf auch nicht an eine wie auch immer zu definierende Assimilation geknüpft werden“, erläutert Karpenstein. „Die Pläne sind ganz klar verfassungswidrig. Da müsste man sich über das Grundgesetz und auch internationale Menschenrechtskonventionen hinwegsetzen.“ Das setze einen Staatsstreich voraus. Die AfD hat sich von der Zusammenkunft in Potsdam distanziert und von einem privaten Treffen gesprochen. Ihr Konzept der sogenannten „Remigration“ umfasse alle Maßnahmen und Anreize zu einer rechtsstaatlichen und gesetzeskonformen Rückführung ausreisepflichtiger Ausländer in ihre Heimat, erklärte die Partei jüngst in einem Positionspapier: „Verfassungswidrige Forderungen wie (…) die Abschiebung deutscher Staatsbürger mit Migrationshintergrund stoßen auf unsere entschiedene Ablehnung.“ Noch am Vormittag des 10. Januar 2024, kurz nachdem die Inhalte des Treffens in Potsdam durch „Correctiv“ öffentlich geworden waren, las sich das in einem Posting im Sozialen Netzwerk „X“ (vormals Twitter) noch etwas anders: Da forderte die AfD, die Hürden zum Entzug der deutschen Staatsbürgerschaft zu senken und erklärte, dass man nicht nur Ausländer konsequent abschieben, „sondern auch Kriminellen, Gefährdern, Terroristen und Vergewaltigern den Pass entziehen“ wolle. „Der Automatismus, Straftäter deshalb nicht abzuschieben, weil sie eben auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, ist aufzuheben“, wird die AfD-Bundessprecherin Alice Weidel zitiert. Nach geltender Rechtslage sind solche Abschiebungen nicht möglich. Verfassungsrechtler wie Ulrich Karpenstein halten auch eine entsprechende Gesetzesänderung vor dem Hintergrund von Artikel 16 Grundgesetz für verfassungswidrig. Im Interview mit „Panorama“ erklärte der AfD-Bundestagsabgeordnete René Springer dazu: „Wir stehen als Alternative für Deutschland ganz klar zum Grundgesetz, was nicht heißt, dass wir nicht auch Gesetze verschärfen, da, wo es erforderlich ist, wenn wir in Regierungsverantwortung sind.“ Diese Verschärfung werde durch den Souverän beschlossen, im Deutschen Bundestag: „Da wird man verhandeln müssen, was für uns erträglich ist und was eben nicht mehr. Und an welcher Stelle man die Hürden senkt, um die Rücknahme von Einbürgerungen zu ermöglichen.“ Das Umfrageinstitut infratest dimap befragte im Auftrag von „Panorama“ vom 29. bis 31. Januar insgesamt 1303 zufällig ausgesuchte, wahlberechtigte Personen ab 18 Jahren in Deutschland. Die Fehlertoleranz beträgt zwischen 2 Prozentpunkten (bei 10 Prozent Anteilswert) und 3 Prozentpunkten (bei 50 Prozent Anteilswert). „Panorama“ berichtet über das Thema am Donnerstag, 8. Februar, um 21.45 Uhr im Ersten. Mehr Informationen unter panorama.de. Dort wird die Umfrage auch veröffentlicht.

Arbeitsagentur
Arbeitsagentur-Chef: Keine Kündigungswellen durch Bürgergeld

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Bielefeld – Der Chef der Arbeitsagentur in NRW, Roland Schüßler, weist den Vorwurf zurück, das Bürgergeld schaffe falsche Anreize. „Das System ist so ausgelegt, dass sich Arbeit am Ende immer mehr lohnt und dass es die oft deklarierte Ungerechtigkeit nicht geben kann“, sagt Schüßler der in Bielefeld erscheinenden Tageszeitung „Neue Westfälische“. Falsch sei die Annahme, dass durch das Bürgergeld immer mehr Menschen ihre Arbeit ruhen ließen, um zu Leistungsempfängern zu werden. „Unsere Zahlen zeigen, dass es im Niedriglohnsektor keine Kündigungswellen gibt, weil diese Menschen etwa ins Bürgergeld-System wechseln würden. Das ist nicht der Fall“, sagt Schüßler. In NRW gab es nach aktuellsten Zahlen von Juni 2023 rund 1,12 Millionen Bürgergeld-Empfänger. Vorwürfe, diese Menschen würden sich auf den Sozialleistungen ausruhen, weist Schüßler entschieden zurück.
„Und es ist doch nicht so, dass man als Bürgergeld-Empfänger in Saus und Braus leben kann. Die Mehrzahl der Menschen will aus meiner Sicht ein selbstbestimmtes Leben führen. Das hat auch etwas mit Stolz und Würde zu tun. Bürgergeld-Empfänger müssen jeden Kontoauszug vorzeigen und jede Veränderung mitteilen.“
Die Bundesagentur für Arbeit in NRW hat laut Schüßler in den vergangenen acht Monaten 33.000 Sanktionen ausgesprochen. Davon waren 85 Prozent Meldeversäumnisse. „Das heißt: In diesen Fällen sind die Menschen nicht zum Termin gekommen. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass all diese Menschen Arbeit verweigern. Das trifft in ganz NRW auf Bürgergeld-Empfänger maximal im kleinen vierstelligen Bereich zu.“ Zuletzt hatte unter anderem NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) das Bürgergeld für gescheitert erklärt. „Als Union werden wir eine Reform des Bürgergelds angehen. Dabei denke ich an das Thema Sanktionen, aber auch Hinzuverdienstgrenzen und an die Arbeitsweise der Jobcenter“, sagte Laumann.

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– Gaza-Krieg – Israel-Boykott: McDonald’s Umsätze brechen ein

Die Kette meldete ihren ersten Quartalsumsatzverlust seit fast vier Jahren, der auf ein schwaches Wachstum im internationalen Geschäft zurückzuführen ist.

Israel-Boykott: McDonald’s Umsätze brechen ein
 

Gaza-Krieg
Israel-Boykott: McDonald’s Umsätze brechen ein

Chicago – Wie BBC berichtet, hat McDonald’s ein wichtiges Umsatzziel verfehlt, was teilweise darauf zurückzuführen sei, dass Kunden das Unternehmen wegen seiner angeblichen Unterstützung Israels boykottieren. Die Fast-Food-Kette meldete ihren ersten Quartalsumsatzverlust seit fast vier Jahren, der auf ein schwaches Wachstum im internationalen Geschäft zurückzuführen ist. Die Aktien von McDonald’s fielen nach der Ankündigung um etwa vier Prozent. Der Chef des Unternehmens hatte zuvor die Auswirkungen des Konflikts eingeräumt und „Fehlinformationen“ dafür verantwortlich gemacht, berichtet BBC weiter. Der CEO von McDonald’s, Chris Kempczinski, sagte am Montag, dass der Krieg eine „entmutigende“ Auswirkung auf die Verkäufe in Ländern des Nahen Ostens und anderen Ländern mit muslimischer Mehrheit wie Malaysia und Indonesien gehabt habe. „Solange dieser Konflikt, dieser Krieg, andauert … erwarten wir keine wesentliche Verbesserung“, sagte Kempczinski in einer Telefonkonferenz.
„Es ist eine menschliche Tragödie, was da vor sich geht, und ich denke, das belastet Marken wie unsere.“
Das Umsatzwachstum der Fast-Food-Kette für den Nahen Osten, China und Indien lag im Oktober-Dezember bei 0,7 Prozent und damit weit unter den Markterwartungen von 5,5 Prozent. Der Einbruch kam, nachdem Kunden in muslimischen Ländern zu einem Boykott von McDonald’s aufgerufen hatten, nachdem der israelische Franchisenehmer Tausende von kostenlosen Mahlzeiten an das israelische Militär gespendet hatte. Nach der Ankündigung von McDonald’s Israel distanzierten sich die Franchisenehmer in Saudi-Arabien, Oman, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien, Ägypten, Bahrain und der Türkei von den Spenden und sagten gemeinsam Millionen von Dollar für die Palästinenser in Gaza zu. Kempczinski sagte letzten Monat, dass der Krieg und die damit verbundenen Fehlinformationen“ eine bedeutende“ Auswirkung auf das Geschäft in der Region hätten. McDonald’s gehört zu einer Reihe westlicher Marken, die wegen ihrer vermeintlichen Unterstützung Israels mit Boykotten belegt wurden. Letzte Woche senkte auch die Kaffeehauskette Starbucks ihre Jahresumsatzprognose und begründete dies mit einem Einbruch des Geschäfts im Nahen Osten.

Zum Thema

– BDS-Südafrika – Südafrika: Anglikanische Kirche schließt sich Boykottbewegung BDS gegen Israel an

Die Anglikanische Kirche Südafrikas mit ihren 4,5 Millionen Anhängern, hat in einer Mitteilung bekannt gegeben, dass sie sich der Boykottbewegung BDS, gegen die illegale Besatzung Israels der Westbank, angeschlossen hat.

Südafrika: Anglikanische Kirche schließt sich Boykottbewegung BDS gegen Israel an
 

Bonn
Akif Pirinçci zu Gefängnisstrafe verurteilt

Bonn – Mit Krimi-Büchern über Katzen wurde er international bekannt, jetzt hat das Amtsgericht Bonn den Islamkritiker und Autor Akif Pirinçci wegen Volksverhetzung zu neun Monaten Haft verurteilt – ohne Bewährung. Mit dem Urteil ging der Richter deutlich über das geforderte Strafmaß der Staatsanwaltschaft hinaus. Die Anklage hatte sieben Monate Haft ohne Bewährung gefordert. Es geht um einen anderthalb Jahre alten Text. Der 64-Jährige hatte sich in einem Blogeintrag feindselig über Migranten geäußert. Wie der WDR berichtet, schreibt Pirinçci in dem Text über Migranten und stellt laut Anklage ohne Belege Behauptungen über angebliche Straftaten auf. Pirinçci schreibt von „Muslimen und Afros“, die in den Jahren 2015 und 2016 als „Schmarotzer“ nach Deutschland gekommen seien und sich „mikrobenartig immer weiter vermehren“ würden. Außerdem unterstellte er, sie wären für eine „bis heute nicht abreißende Serie bestialischer Verbrechen vor allem an Frauen“ verantwortlich. Das Urteil sei „Schwachsinn“, betont Pirinçci gegenüber der Jungen Freiheit. „Es ging in dem Text überhaupt nicht um Migranten.“ Tatsächlich beschreibe der Text, daß die politische Linke die Figur des Rechten als Gegner benötige, um von eigenen Problemen abzulenken, berichtet JF weiter. Pirinçci, 1959 in Istanbul geboren, war 1969 mit seiner Familie nach Deutschland gezogen und in der Eifel aufgewachsen. Von 1989 an wurde er mit Krimis bekannt, in denen Katzen die Hauptrolle spielten. Die Romane verkauften sich millionenfach, wurden in viele Sprachen übersetzt und verfilmt. In den vergangenen Jahren ist Pirinçci jedoch vor allem mit rechtspopulistischen und islamfeindlichen Äußerungen aufgefallen.        

NEX24-Interview
Türkei: Ausgewandert und plötzlich schwer krank

Seit fast zwei Jahrzehnten veröffentlicht Marina Bütün in ihrem Blog und in Facebook kostenlose Informationen für Auswanderer, die sich in der Türkei ganz niederlassen – ohne Wohnsitzanmeldung in Deutschland.

Meistens geht es im Blog nicht um die üblichen Themen, eher um spezielle Probleme, die sie aus eigener Erfahrung und Praxis an die Leser weitergibt. Im neuesten Blog-Artikel geht es um Tipps für den Krankheitsfall in der Türkei und welche Vorkehrungen alleinstehende Ausländer im Vorfeld bereits treffen sollten, bevor der akute Fall überhaupt eintritt.

Die in der Provinz Mugla lebende Autorin der Bücher „Ratgeber Auswandern Türkei„, „Türkei-Immobilien“ (Miete, Kauf, Bau, Sanierung) und ihren Tagebüchern „Weißwurst mit türkischem TeeBand 1, 2 und 3, hat erst kürzlich durch den Tod eines nahen Freundes erlebt, was es heißt, wenn jemand mit der Einstellung auswandert, erst an Krankheit zu denken, wenn es oft zu spät ist. 

Dabei geht es nicht nur um vorbereitende Maßnahmen für alleinstehende Auswanderer, die ihren festen Wohnsitz in der Türkei begründen möchten, sondern auch um die Nachsorge und Pflege zu Hause von der Kommune der Stadt, wenn ein Patient nach dem Krankenhausaufenthalt alleine zu Hause Hilfe braucht. Diese Hilfe gibt es auch für Ausländer mit permanentem Wohnsitz.

Frau Bütün, wie kam es dazu, dass Sie das Thema Krankheit und Sterbefall in Ihren Blog aufgenommen haben?

Es war mir bis kurz vor dieser Veröffentlichung selbst erst klar, dass sich die wenigsten Menschen mit den schlimmen Dingen des Lebens befassen wollen, wenn sie an die Auswanderung denken. Krankheit und vor allem der Tod sind meistens Themen, die man lieber ignoriert, wenn man noch gesund ist.

Man schiebt diese Gedanken einfach weg. Mir ging es bis vor einem Jahr genauso, bis mein Mann ernsthaft erkrankte. Machen wir uns nichts vor – wenn man selten oder nie einen Arzt braucht, keine Medikamente einnehmen muss, klammert fast jeder dieses Thema einfach aus und hofft, dass es nicht passiert.

Aus eigener Erfahrung, auch durch Erfahrungen von Freunden, die schon Hilfe geleistet haben, weiß ich, wie schwierig es werden kann, wenn alleinstehende Ausländer ohne Familie in der Türkei plötzlich erkranken, sich selbst nicht mehr helfen können oder gar nicht mehr in der Lage sind, ihren gesundheitlichen Zustand als kritisch einzuschätzen.

Letztendlich liegt es zwar immer in der Entscheidung des geschäftsfähigen Patienten, ob er sich behandeln lassen möchte, es ist jedoch trotzdem im Ernstfall im Umfeld des Alleinstehenden erforderlich, r e c h t z e i t i g Maßnahmen zu ergreifen, wenn es lebensgefährlich wird. Dabei helfen jedoch keine Ferndiagnosen per Anruf am Smartphone, dazu gehört auf jeden Fall ein Besuch beim Patienten.

Man sollte sich als Auswanderer – von Beginn an – auf keinen Fall einfach darauf verlassen, dass man selbst noch Entscheidungen treffen kann oder jemand sofort da ist – vor allem, wenn man sehr zurückgezogen lebt und kaum Freundschaften pflegt. Es gibt so viele traurige Fälle, die immer wieder in der türkischen Zeitung stehen.

Immer wieder liest man, dass demente Ausländer verschwunden sind und dann tot aufgefunden wurden oder oft tagelang in ihrem Haus liegen, bis es den Nachbarn dann doch auffällt. Bei Ausländern, die öfter nach Deutschland reisen, ist es für die Nachbarn nicht ungewöhnlich, dass es ums Haus manchmal länger still ist. Deswegen ist es wichtig, dass man sich nicht völlig von der Gemeinschaft abschottet oder ausschließt und in so einem Fall einem Nachbarn Bescheid gibt“, so Bütün.

Durch Erlebnisse von Freunden, und aktuell durch einen sehr persönlichen Fall – welche Erkenntnis ziehen Sie daraus?

Es kann einfach jeden treffen! Das Alter ist völlig egal. Es spielt keine Rolle, ob es ein Unfall in jüngeren Jahren oder Altersschwäche ist, das habe ich erst begriffen, als in meinem Umfeld nach 20 Jahren immer wieder Menschen aus dem deutschen Bekanntenkreis erkrankten oder verstarben. Hier waren aber immer noch die Ehepartner da, die Maßnahmen einleiten konnten oder zur Pflege bereitstanden.

Trotzdem benötigten auch die deutschen Ehepartner im Krankheits- oder Todesfall dringend Beistand und Hilfe, um alles organisieren zu können. Es geht nicht nur um den Krankheits- oder Todesfall selbst, was schon schwer genug ist. Dazu kommt dann ein Wust von Bürokratie, die zusätzlich an den Nerven zehrt – im Todesfall länderübergreifend mit den örtlichen Behörden UND dem deutschen Konsulat.

Dafür braucht man gute Nerven und beide Sprachen. Vor allem benötigt man Hilfe von jemandem, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt, immer freundlich bleibt – denn sowohl die türkischen als auch deutschen Behörden arbeiten lieber mit Menschen, die sich nicht ständig beschweren oder arrogant und hochnäsig mit den Beamten oder Angestellten sprechen.

Das gilt auch für den Umgang mit Krankenhäusern und Ärzten und dem Personal dort. Wer damit keine Erfahrung hat, sollte an das deutsche Sprichwort denken „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“.

Ist eine schriftliche Erklärung, was im Ernstfall gewünscht wird und die im Haus am Kühlschrank oder an einer Tür hängt, die Lösung?

Es ist so leicht dahergesagt, wenn jemand gar nicht weiß, was im Krankheitsfall in der Türkei möglich ist, kann er sich zwar alles wünschen, aber ob es machbar ist, stellt sich dann erst heraus. Selbst wenn man eigenhändig schriftlich mit Zeugen hinterlegt, was nach dem Tode passieren soll, muss der Inhalt rechtlich – sowohl in der Türkei als auch in Deutschland – Hand und Fuß haben, sonst nützt es überhaupt nichts.

Vor allem, wenn der Text keine Namen von Personen nennt, ist alles ungültig. Selten kennt jemand die rechtliche Seite, außer er ist selbst Jurist oder hat sich im Vorfeld beraten lassen. Solche Überlegungen sind zwar schön, aber letztendlich wertlos. Das kann jeder Notar bestätigen.

Bis man einen alleinlebenden Verstorbenen findet, können manchmal Tage vergehen, wenn dieser vielleicht auch noch in einem einzelnen Haus wohnt, das irgendwo einsam liegt. Ohne gute Kontakte vor Ort, ohne die türkische Sprache zu verstehen und dazu noch ohne Verwandte vor Ort ist alles doppelt schwierig, wenn Probleme auftauchen. Wie oben erwähnt, nur die Sprache reicht auch nicht unbedingt aus.

Erst kürzlich sagte ein Freund von uns, es gäbe bestimmte Menschen, die würde er niemals in seinem Namen auf Behörden schicken, weil sie sofort dumm daher reden würden und sich es mit ihrer Art immer verscherzen. Deshalb ist es für einen angehenden Auswanderer dringend notwendig, sich bereits im Vorfeld mit diesem ernsten Thema zu befassen – genau dann, wenn man es noch kann!

Ich habe in meinem Blog eine Liste erstellt, die jeder angehende Auswanderer kennen sollte – einfach als Gedächtnisstütze für den Fall, der hoffentlich nie eintreten wird. Vor allem ist Egoismus in dem Falle fehl am Platz. Denn im Ernstfall ist man immer auf fremde Hilfe angewiesen – ob das nun Freunde oder ganz fremde Personen sind, hängt immer vom Umfeld des Auswanderers ab.

Wenn noch Erben im Ausland existieren oder über die Recherche des deutschen Konsulats ausfindig gemacht wurden, da jeder Todesfall eines deutschen Staatsbürgers dem Konsulat gemeldet werden muss, finden diese auf meinem Blog auch viele Anhaltspunkte, wie sie als Erben vorgehen müssen. Es ist einfach wichtig, zu wissen, dass im Ernstfall wirklich auch alles klappt.

Vielen Dank für das Gespräch

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– Immobilien – Türkei-Immobilien: Mieten – Kaufen – Bauen– Sanieren

Wer möchte nicht glücklich und ohne Kopfschmerzen in das neue Heim in der Türkei einziehen? Marina Bütün, die seit 2003 in der Türkei an der Westküste in der Provinz Muğla mit ihrem türkischen Mann lebt und dort 2005 eine Immobilien-Firma mit Schwerpunkt Bau von Einfamilienhäusern gründete, hat ihre Erfahrungen in einem Buch zusammengefasst.

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Wirtschaft
Türkei: Exporte brechen weiteren Allzeitrekord

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Istanbul – Im Januar haben die türkischen Exporte trotz der Abwärtsrevision in der Weltwirtschaft erneut einen neuen Allzeitrekord aufgestellt. Die Exporte der Türkei haben im Januar mit 20,03 Milliarden Dollar einen Rekordwert erreicht und sind damit im Jahresvergleich um 3,6 Prozent gestiegen, während die Importe des Landes im Januar um 22 Prozent zurückgingen, so der türkische Handelsminister. Deutschland ist weiterhin der größte Absatzmarkt für türkische Exporte. Die Einfuhren des Landes sanken im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat demnach auf 26,2 Milliarden Dollar, teilte Ömer Bolat auf einer Pressekonferenz in Istanbul mit. Das Außenhandelsdefizit des Landes verringerte sich im Januar im Vergleich zum Vorjahr um 57 Prozent, zitiert TRT World Bolat weiter. Türkeis Exporte im Jahr 2023 Wie Präsident Recep Tayyip Erdogan mitteilte, haben die Exporte der Türkei im Jahr 2023 einen Rekordwert von 255,8 Milliarden Dollar erreicht und sind damit um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. „Damit wurde das Ziel unseres mittelfristigen Programms von 255 Milliarden Dollar übertroffen“, sagte Erdogan auf einer Pressekonferenz in Istanbul zu den vorläufigen Außenhandelsdaten. Der Deckungsgrad der Exporte im Verhältnis zu den Importen sei im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozentpunkte gestiegen und werde im Jahr 2023 70,7 Prozent erreichen, so Erdogan.

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BMG
Israelkritik: Pink Floyd Gründer Roger Waters gefeuert

Berlin – Die Berliner Plattenfirma BMG kündigt den Vertriebsvertrag mit dem umstrittenen englischen Sänger Roger Waters nach dessen israelkritischen Äußerungen. Im November sagte Waters, der die Band Pink Floyd gegründet hat, in einem Podcast-Interview mit Glenn Greenwald, dass er von BMG, dem viertgrößten Musik- und Tonträgerunternehmen der Welt, entlassen worden sei, nachdem die Muttergesellschaft von BMG, das deutsche Medienunternehmen Bertelsmann, pro-israelischen Druck ausgeübt habe. Waters sprach schon oft über „Verschwörungen gegen die Veröffentlichung seiner Überzeugungen“. Bei einem Konzert in Birmingham (Großbritannien) im vergangenen Jahr begann Waters mit einer zehnminütigen Rede, in der er seine „brutale“ Behandlung in Deutschland beklagte und sagte, zahlreiche Medien hätten versucht, ihn wegen seiner Unterstützung der Menschenrechte in Palästina zu vernichten. „Sie versuchen, mich zu vernichten, wie sie Jeremy Corbyn und Julian Assange vernichtet haben“, sagte er. „I will not be cancelled.“ „Israel hat ein Existenzrecht, solange es eine echte Demokratie ist, solange keine Gruppe … mehr Rechte genießt als eine andere. Aber leider ist das nicht genau das, was in Israel und Palästina passiert“, sagte Waters in einem Interview mit der Berliner Zeitung. Der Künstler bestreitet, antisemitisch zu sein. BMG hatte 2016 einen Verlagsvertrag mit dem 80-jährigen Musiker unterzeichnet und wollte im vergangenen Jahr eine neu aufgenommene Version des Pink-Floyd-Albums Dark Side of the Moon aus dem Jahr 1973 veröffentlichen, doch nach der Einstellung von Thomas Coesfeld als CEO wurde die Veröffentlichung schließlich gestrichen. Die Neuaufnahme wurde daraufhin von dem britischen Plattenlabel Cooking Vinyl veröffentlicht.

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