Flüchtlinge: 24-jährige Syrerin organisiert „Fußmarsch nach Europa“
Istanbul (nex) – Die Initiative zum „Fußmarsch nach Europa“, dem sich bis dato 1500 Flüchtlinge angeschlossen haben, die seit mehr als einer Woche an der Grenze zu Edirne ausharren, ging von einer 24-Jährigen aus, die über Facebook zu dieser Aktion aufgerufen hatte. Medien berichteten, dass die Syrierin Savsan Atrash (24) den Fußmarsch syrischer Flüchtlinge aus der Türkei nach Europa angestoßen habe.
Nachdem ihr Bruder, der in der Hoffnung, in die Niederlande auswandern zu können, 2014 bei der Überfahrt von Izmir nach Griechenland starb, nachdem das Flüchtlingsboot gesunken war, gründete sie eine Facebook-Gruppe. In dieser werden alle Flüchtlinge dazu aufgefordert, den Schleppern kein Geld mehr zu geben und sich nicht mehr in Gefahr des Ertrinkens zu bringen, sondern stattdessen zu Fuß nach Europa zu laufen.
Die Gruppe hat bereits fast 12 000 Follower. In weiterer Folge haben sich zusätzliche sechs Gruppen mit einem ähnlichen Anliegen gebildet. Savsan Atraşh selbst möchte in der Türkei bleiben, ihren Master machen und Lehrerin werden.
Ankara (eurasia/nex) – Bei seiner Opferfest-Rede hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan am 24. September gesagt, dass der syrische Präsident Baschar al-Assad an einem politischen Übergangsprozess im Bürgerkriegsland teilnehmen könnte. Die Türkei gehört zu den größten regionalen al-Assad-Gegnern. Der etwaige Strategiewandel geht offenbar aus jüngsten Konsultationen mit Russland hervor.
„Ein Übergangsprozess ohne al-Assad oder mit al-Assad ist möglich. Erforderlich aber ist die Einbindung der Opposition […]. Keiner kann sich eine Zukunft Syriens mit al-Assad vorstellen. Es ist nicht möglich eine Person zu akzeptieren, die für den Tod von 300 000 bis 350 000 Menschen verantwortlich ist, einen Diktator“, sagte Erdoğan nach dem Eid al-Adha-Gebet (zu Deutsch: Islamisches Opferfest) am 24. September in Istanbul.
Auf das Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin am 23. September in Moskau hinweisend, sagte Erdoğan, dass er „keine klare [Perspektive] in der russischen Herangehensweise in Syrien erkennen konnte“.
Er fügte jedoch auch hinzu, dass sich der türkische und der russische Außenminister für den Start einer neuen Arbeitsgruppe zur Syrienkrise bereit machen würden. Dies wurde eigenen Worten zufolge mit Präsident Putin abgesprochen.
„Wir haben uns entschieden, in diesem Fall bei der UN-Generalversammlung als eine Dreiergruppe, bestehend aus den Außenministern der USA, der Türkei und Russland, zu kooperieren“, sagte Erdoğan. Dieser gab jedoch an, dass auch Iran und Saudi Arabien in die Gespräche involviert werden könnten. Mit der Teilnahme der EU, Jordaniens und Katars könnte der Rahmen ausgeweitet werden, so das türkische Staatsoberhaupt.
Erdoğan sagte, dass er im Gespräch mit Putin davon ausgehe, dass al-Assad auf 15 Prozent seines Staatsterritoriums, von Damaskus nach Latakia einschließlich Homs, die Etablierung eines alawitischen Syriens durchbringen wolle.
Der türkische Präsident hingegen wiederholte Ankaras Wunsch, eine „Sicherheitszone“ in Syrien einzurichten, welche frei von „terroristischen Organisationen“ sein solle.
Erschienen auf eurasianews.de
Berlin (dts) – Bund und Länder haben sich auf eine Aufteilung der Kosten für die Bewältigung der Flüchtlingskrise geeinigt. Der Bund zahle eine monatliche Pauschale in Höhe von 670 Euro pro Flüchtling, beginnend mit dem Tag der Erstregistrierung bis zum Abschluss des Verfahrens, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstagabend in Berlin. Der Bund übernehme damit das Risiko für die Dauer des Asylverfahrens und die Anzahl der Asylbewerber.
Es werde keine feste Summe vom Bund an die Länder gezahlt, sondern dem Bedarf entsprechend. Außerdem stecke der Bund unter anderem 500 Millionen Euro in den sozialen Wohnungsbau. Die freiwerdenden Mittel aus dem Betreuungsgeld würden auf die Länder verteilt. Die derzeitige Prognose liegt bei rund 800.000 Flüchtlingen für das kommende Jahr. Zusammen mit weiteren finanziellen Hilfen können die Länder also mit mehr als vier Milliarden Euro rechnen. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) zeigten sich zufrieden mit der Einigung. Haseloff sprach von einem „Durchbruch“, durch den die Länder nun wieder Planungssicherheit für ihre Haushalte erhielten.
Türkischer Premierminister Davutoğlu trifft Uhrenbastler Ahmed (14) in New York
New York (nex) – Ahmed Mohamed, der 14-jährige muslimische Schüler, der in den USA festgenommen wurde, nachdem er eine zu Hause gebastelten Wecker mitgebracht hatte, soll am heutigen Freitag in New York mit dem türkischen Premierminister Ahmet Davutoğlu zusammentreffen. Die in der Millionenmetropole ansässige Türken Foundation hat dem Vater des Jungen, Mohamed el-Hassani Mohamed diesbezüglich eine Einladung zu ihrem Abendempfang zukommen lassen, an dem auch Davutoğlu teilnehmen wird.
Der Vater dankte der Türkei für die Unterstützung seines Sohnes in einer schwierigen Zeit und kündigte an, dass auch dieser an dem Treffen teilnehmen werde. „Was unserem Sohn widerfahren ist, hat Menschen in aller Welt betroffen gemacht, vor allem aber die Türken“, erklärte El-Hassani Mohamed. „Die Türkei hat uns von Beginn an unterstützt. Wir beten für sie.“ Es sei ein Element des Islam, dass Muslime ihre Sorgen teilen, erklärte El-Hassani Mohamed. Er brachte seine Dankbarkeit gegenüber der türkischen Nation, allen voran Präsident Recep Tayyip Erdoğan, Premierminister Ahmet Davutoğlu und der Türken Foundation zum Ausdruck.
Die Unterstützung durch die türkischen Medien und höchsten Amtsträger im Staate seien sehr aufrichtig gewesen und konkrete Schritte wie diese seien es gewesen, die der Familie Stärke gegeben hätten. El-Hassani Mohamed übte noch einmal scharfe Kritik am Vorgehen der US-Behörden, die seinen Sohn eher wie einen erwachsenen Kriminellen als wie ein Schulkind behandelt hätten und ihn mit Handschellen aus der Schule geführt hätten. Nachdem der Junge seinen selbstgebastelten Wecker der Lehrerin an seiner Schule in Irving, Texas, zeigen wollte, hatte diese ihn für eine Bombenattrappe gehalten und die Polizei verständigt, die Mohamed Ahmed anschließend in Gewahrsam nahm und in ein Jugendgefängnis brachte.
(Obama/Twitter
Tage später musste alle wider ihn erhobenen Vorwürfe fallengelassen werden. In den sozialen Netzwerken formierte sich angesichts des manifesten Eindrucks, dass der Junge einzig auf Grund seiner dunklen Hautfarbe und seines muslimischen Hintergrundes des Terrors verdächtigt wurde, unter dem Hashtag #IStandWithAhmed eine breite Welle der Solidarität, der sich auch US-Präsident Barack Obama anschloss, der Ahmed via Twitter bescheinigte, eine „coole Uhr“ gebaut zu haben und diesen ins Weiße Haus einlud. Auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, die NASA, Google und das Massachusetts Institute of Technology (MIT) erklärten ihre Solidarität und sprachen Einladungen an Ahmed Mohamed aus.
Wolfsburg (dts) – Porsche-Chef Matthias Müller (62) wird neuer Volkswagen-Chef und damit Nachfolger von Martin Winterkorn. Nach Gesprächen der Präsidien haben sich die Beteiligten am Donnerstagnachmittag auf Müller geeinigt, bestätigten zwei Personen aus deren Umfeld dem „Handelsblatt“. Am Freitag soll die Personalie offiziell verkündet werden.
Am Vormittag trifft sich der 20-köpfige Aufsichtsrat von Volkswagen, um die Spitzenposition im Konzern endgültig zu bestätigen. Am frühen Nachmittag wird mit der offiziellen Verkündung gerechnet. Müller gilt als Eigengewächs und ist bereits seit rund vier Jahrzehnten im Konzern. Seit dem Jahr 2010 führt er den Sportwagenbauer Porsche, der unter ihm von Rekord zu Rekord eilte.
San Francisco (dts/nex) – Facebook ist am Donnerstagabend für manche Nutzer nicht mehr erreichbar gewesen. Andere Nutzer konnten aber zeitgleich problemlos auf das soziale Netzwerk zugreifen. „Ein paar Minuten ohne hatespeech“, kommentierte Justizminister Heiko Maas die technische Auszeit über seinen Twitter-Account.
Über die Gründe der technischen Störung wurde zunächst nichts bekannt. Zum Teil war ab etwa 18 Uhr deutscher Zeit beim Aufruf der Webseite der Hinweis „Sorry, something went wrong“ oder „Service unavailable“ zu sehen.
Viertausend Rettungskräfte aus verschiedenen Ländern sind derzeit vor Ort im Einsatz
Mekka (nex) – Die Katastrophe in Mina bei Mekka nimmt immer größere Dimensionen an. Bei der Pilgerfahrt sind bei einer Massenpanik 717 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des saudi-arabischen Zivilschutzes seien zudem mehr als 800 Gläubige verletzt worden, darunter einige schwer. Die saudi-arabischen Verantwortlichen erklärten, dass die Zahl der Toten noch weiter steigen könnte. Bislang sei unklar, wie es zu der Massenpanik gekommen ist.
Die Massenpanik ereignete sich im Areal der Rolltreppen im Bereich der „Teufelsbesteinigung“, wegen der Massenpanik stürzten einige Pilgerer von der Brücke. Viertausend Rettungskräfte aus verschiedenen Ländern sind derzeit vor Ort im Einsatz. Im Jahr 2006 waren bei einer Massenpanik während der „Teufels-Besteinigung“ 364 Menschen ums Leben gekommen. Am 11. September waren 107 Menschen ums Leben gekommen, als ein Kran zur Erweiterung des Moscheebereichs der Kaaba nach heftigen Regenstürmen umgestürzt war. In der Region befinden sich immer noch mehr als zwei Millionen Pilger.
Berlin (dts) – Albanien, Kosovo und Montenegro werden künftig im Asylverfahren als „sichere Herkunftsstaaten“ betrachtet. Das teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstagabend nach einem Treffen mit den Länderchefs mit. Bislang gelten als „sichere Herkunftsstaaten“ alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie Bosnien und Herzegowina, Ghana, Mazedonien, Senegal und Serbien.
Über die Neuaufnahme der drei Länder habe Einigkeit geherrscht, sagte die Bundeskanzlerin. Der Asylantrag eines Asylbewerbers aus einem sicheren Herkunftsstaat ist nach § 29a AsylVerfG als „offensichtlich unbegründet“ abzulehnen, sofern er nicht Tatsachen oder Beweismittel angibt, welche die Annahme begründen, dass ihm abweichend von der allgemeinen Lage im Herkunftsstaat politische Verfolgung droht.
Berlin (dts) – Nach der Massenpanik in Mekka mit über 700 Todesopfern hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Kondolenztelegramm an den König Saudi-Arabiens, König Salman bin Abdulaziz Al Saud gesandt. „Majestät, mit Bestürzung habe ich vom schweren Unglück während des Hadsch nahe Mekka erfahren, das zahlreiche Opfer gefordert hat“, schreibt Merkel.
Und weiter: „Ich möchte Ihnen hierzu mein tief empfundenes Mitgefühl ausdrücken. Ich darf Sie bitten, auch den Angehörigen der Opfer mein aufrichtiges Beileid und meine Anteilnahme zu übermitteln. Den Verletzten wünsche ich eine baldige Genesung. In stiller Anteilnahme.“
Syrien (eurasia) – Ein Video eines jungen usbekischen Selbstmordattentäters dokumentiert hystorische Momente, in denen dieser in Tränen ausbrach, bevor er sich mittels eines mit Bomben beladenen gepanzerten Fahrzeugs in einem syrischen Dorf in die Luft sprengte. Die Mitschnitte sind Teil eines al-Qaida-Propagandavideos.
Der junge Mann im Video wurde Dschafer al-Tayyar genannt. Berichten zufolge sei er usbekischer Herkunft und zwischen 20 und 30 Jahre alt. Der Selbstmordattentäter wurde nur wenige Minuten vor seiner Detonation in der eingekesselten Alawiten-Hochburg Fuaa, Provinz Idlib, aufgenommen.
Die erschütternden Bilder zeigen al-Tayyar in Tränen und andere Kämpfer einander umarmend, die den jungen Usbeken aufmunternd, zu sprechen und rufen. Einige lachten und tätschelten al-Tayyar den Rücken.
Ein Kämpfer sagte auf Usbekisch-Türkisch: „Dschafer mein Bruder, sei nicht verängstigt. Wenn du es bist, dann gedenke Allahs.“ Al-Tayyar antwortete: „Ich habe einfach nur Angst, dass es nicht gelingt.“ Ein anderer Kämpfer erhob seinen rechten Zeigefinger und andere stießen das Gotteslob aus: „Gott ist größer.“
Al-Tayyar wurde anschließend in einem unbewaffneten Panzerfahrzeug sitzend gezeigt, bis er schließlich fernab im Dorf im Detonationsqualm verschwinden sollte. Er sprengte sich in die Luft.
Der Sprecher des Propagandavideos bezeichnete al-Tayyar als den „ersten freiwilligen Mudschahid aus Mawarannahr“. Die Bezeichnung nimmt Bezug auf eine von überwiegend Turkvölkern besiedelte zentralasiatische Region zwischen Usbekistan, Tadschikistan, Süd-Kirgisistan und Südwest-Kasachstan, berichtet das Nachrichtenportal Radio Liberty.
Das Video wurde von der usbekischen al-Qaida-nahen Gruppierung Imam Buchari Dschemat gedreht. Der genaue Hintergrund des Videos ist nicht klar, allerdings wird der Angriff auf Fuaa von vielen Analysten im engen Zusammenhang mit der Belagerung von Zabadani gesehen, welche von der schiitischen Hisbollah und Assad-treuen Regierungstruppen eingekesselt wurde. In Fuaa lebt Angaben zufolge eine signifikante alawitische Minderheit, die dem syrischen Präsidenten politisch verbunden sei.
Unterdessen behaupteten einige Quellen, dass der Tränenausbruch von al-Tayyar als Zeichen seines Widerwillens, einen Selbstmordanschlag durchzuführen, zu werten sei. Der Angriff wurde, wie berichtet, am 18. September durchgeführt. Es ist unklar, ob oder wie viele Menschen bei dem Schlag getötet oder verwundet wurden.
https://www.youtube.com/watch?v=OCGgv5AvEnk
(erschienen bei eurasia am 24.09.15)