Anschlag
Mindestens ein Toter und viele Verletzte nach Explosion in Kiew

Kiew (dts) – Bei einer Explosion vor dem ukrainischen Parlament hat es in Kiew am Montag mindestens ein Todesopfer und viele Verletzte gegeben. Der Chef der Kiewer Polizei, Alexander Tereschtschuk, teilte mit, dass mehr als 100 Sicherheitskräfte verletzt wurden. Mehrere Menschen wurden den Angaben zufolge schwer verletzt. Laut örtlichen Medienberichten soll vor dem Parlamentsgebäude eine Handgranate gezündet worden sein. Ein Verdächtiger sei festgenommen worden. Zuvor hatten Tausende gegen eine Verfassungsreform protestiert, die den von den Separatisten kontrollierten Gebieten im Osten des Landes mehr Autonomie zugesteht. Im Zuge der Demonstration wurden Rauchbomben, Flaschen sowie Pflastersteine auf Sicherheitskräfte geworfen. Das ukrainische Parlament hatte die Verfassungsreform mit 265 von 368 möglichen Stimmen in erster Lesung angenommen.

Glaubenswandel
Katholische Kirche verliert vermehrt ältere Mitglieder

Berlin (dts) – Die katholische Kirche in Deutschland hat 2014 fast doppelt so viele Austritte von über 60-Jährigen verzeichnet wie im Jahr zuvor. Das ergab eine Umfrage der „Rheinischen Post“ (Montagausgabe) unter den 27 deutschen Bistümern, von denen elf über Erhebungen der Austritte nach Altersgruppen verfügen. Die Entwicklung in der Altersgruppe der über 60-Jährigen gilt als wichtiger Indikator für den Glaubenswandel in Deutschland. Angesichts der zunehmend schwächeren Bindung zur Kirche spricht Pastoraltheologe Paul M. Zulehner gar von einem „epochalen Umbruch“ in der Kirche.

Vorbild Deutschland und Türkei
Flüchtlinge: Während Deutschland handelt, schauen andere EU-Länder weg

0
Deutschland ragt positiv aus der „Festung Europa“ heraus Brüssel (nex) – Selbst politische Führer der Europäischen Union konnten kaum anders als es offen einzuräumen: Die EU hat im Angesicht der menschlichen Tragödien an ihren Grenzen kläglich versagt. Mittlerweile geht die Zahl derjenigen unter den Millionen Menschen, die vor Krieg, Unterdrückung und Elend fliehen, die ihre Flucht mit dem Leben bezahlt haben, in die Tausend. Trotzdem steigen die Zahlen weiter an und das, obwohl sie in Europa ein ungastlicher Empfang erwartet: Stacheldraht, Hunger, verdreckte Unterkünfte, rassistische Ausschreitungen und Gastgeberländer, die sich lieber darauf konzentrieren, einander die Schuld an der Misere zuzuschreiben, als nach Möglichkeiten zu suchen, gemeinsam zu helfen. Deutschland ragt immerhin dadurch in positiver Weise heraus, dass man sich dort bereits darauf eingestellt hat, etwa 800 000 neue Flüchtlinge zu beherbergen, das Vierfache des Vorjahres. Berlin hat auch damit aufgehört, Asylbewerber auf der Grundlage der umstrittenen Dublin-Regeln der EU abzuschieben, deren Ziel es war, Einwanderer vor der Stellung ihres Asylantrages in ihrer Mobilität einzuschränken. Deutschland hat Anfang der Woche in einem bislang ungekannten Schritt erklärt, dass man jedem Flüchtling, der nach Deutschland kommt, vorerst ein Bleiberecht einräumen wird. Experten empfehlen anderen Ländern, dem deutschen Beispiel zu folgen. In vielen EU-Ländern bestimmt aber immer noch das Ressentiment die politische Praxis. Sogar Mainstream-Politiker erklären, die Einwanderer würden „nicht hineinpassen“, so etwa im August der britische Außenminister Philip Hammond. Dieser behauptete, die Einwanderer würden den Kollaps der sozialen Ordnung in Europa beschleunigen. Tatsächlich sind 2015 bis dato ganze 200 000 Flüchtlinge in die EU gekommen, was gerade einmal 0,027 Prozent der europäischen Gesamtbevölkerung von 740 Millionen ausmacht. Zum Vergleich: Die Türkei beherbergt – in Flüchtlingslagern, die von der UNO als vorbildlich ausgestattet und sauber gewürdigt werden – bei einer Bevölkerungszahl von knapp über 70 Millionen Menschen mittlerweile zwei Millionen Flüchtlinge aus Syrien. Die Einwanderer, die im Regelfall nicht die Möglichkeit haben, sich mit größeren Geldmitteln ausgestattet und unter Einhaltung der Einreisebestimmungen auf dem legalen Weg nach Europa zu begeben, sind dazu gezwungen, extrem gefährliche Wege der Einreise wie die Flucht über das Meer oder –wie jüngst in Österreich angesichts des Unglücks von Parndorf wieder in den Fokus der Öffentlichkeit getreten – als blinde Passagiere in Lkws zu suchen. Während die meisten europäischen Staaten und die EU-Verantwortlichen in Brüssel im Regelfall vor den Toten an ihren Grenzen die Augen verschließen, fand etwa am Dienstag in einer nicht genannten Stadt in Deutschland ein feierlicher Empfang für Flüchtlinge statt, die den beschwerlichen Weg über die Meere gewählt und die Flucht überlebt hatten. „Die Welt schaut auf uns“, erklärte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Treffen mit den politisch Verantwortlichen der Balkanländer in Wien. „Als reicher Kontinent können wir, und davon bin ich fest überzeugt, die Probleme lösen.“ Deutschland hatte bereits mehrfach andere EU-Länder dafür kritisiert, dass diese die Dublin-Regeln als Vorwand missbrauchen würden, um Flüchtlingen die Einreise in ihr Land zu verweigern. Deutschland hat mittlerweile die finanzielle Unterstützung für kommunale Verantwortliche hinsichtlich der Unterbringung von Flüchtlingen auf eine Milliarde Euro verdoppelt und widmet nicht nur vermehrt frühere Bundeswehrkasernen zu Flüchtlingslagern um, sondern errichtet auch Apartments aus früheren Schiffscontainern, um beispielsweise 2400 Menschen im Umland von Berlin unterzubringen. Dabei soll es sogar Einzelzimmer mit geteilten Küchen und Sanitärräumlichkeiten in jeder Etage geben. Auch neue Zeltstädte wurden errichtet. Das früher als für Einwanderer als offen geltende Großbritannien hingegen hat im gesamten Jahr 2014 nur 25 870 Asylsuchende aufgenommen und lediglich 10 050 von ihnen Asyl gewährt.

PKK-Terror
Türkei: PKK-Bombe tötet 14-jährigen Kurden

0

Ankara (eurasia/nex) – Bei einem Bombenanschlag der verbotenen PKK im Südosten der Türkei ist am Sonntag ein 14-jähriger Junge gestorben. Unterdessen gehen Kämpfe zwischen Sicherheitskräfte und Milizen der „Kurdischen Arbeiterpartei“ weiter. Drei Polzisten wurden getötet.

Bei dem Versuch Fahrzeuge der türkischen Armee zu treffen hat die PKK mit einer ferngesteuerten Bombe, die an eine Straße positioniert wurde, den Jungen Mehmet Emin Sepil, welcher Angaben zufolge selbst kurdischer Herkunft ist, getötet. Ein weiterer Zivilist wurde verletzt. Der Angriff erfolgte im Silvan Distrikt der südöstlichen Provinz Diyarbakir.

Andernorts in der Provinzhauptstadt Diyarbakir erlagen zwei Polizisten den Angriffen bewaffneter PKK-Milizionäre. Ein dritter Polizist wurde in der Stadt Silopi, Provinz Sirnak an der Grenze zu Irak, hingerichtet.

Zur gleichen Zeit reagierten türkische Sicherheitskräfte auf Angriffe der Jugendorganisation der PKK, die in der Türkei, der EU und den USA als terroristische Vereinigung gelistet ist. Dabei wurden drei Mitglieder der YDG-H getötet.

Jugendschutz
Drogenbeauftragte will Rauchverbot in Autos mit Minderjährigen

Berlin (dts) – Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) fordert ein Rauchverbot in Autos, wenn Minderjährige mitfahren. „Ich würde die Prüfung eines solchen Verbots innerhalb des Kinder- und Jugendschutzes sehr begrüßen“, sagte Mortler der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Die CSU-Politikerin sagte weiter: „Oft wird ja argumentiert, man greife zu tief in die Freiheitsrechte der Eltern ein. Hier geht es aber darum, dass Kinder dauerhaft geschädigt werden, weil die Rauchkonzentration im Auto um ein Vielfaches höher ist als im Freien.“ Das Beispiel Großbritannien, wo ein derartiges Verbot ab 1. Oktober greift, sei ein Vorbild.

Carlo Pedersoli
Bud Spencer hat keine Angst vor dem Tod

0
Rom (dts) – Der italienische Schauspieler und Buchautor Bud Spencer hat keine Angst vor dem Tod. „Wir sind, sobald wir geboren werden, auf einer Reise zum Tod“, sagte der 85 Jahre alte Spencer der „Welt am Sonntag“. Das Lebensende ängstige ihn nicht: „Weil ich daran glaube, dass man nicht wirklich stirbt. Die Seelen der Verstorbenen leben wieder auf, sie erzählen die Wahrheit des Universums. So sehe ich das mit größter Gelassenheit.“ Er glaube auch an ein Leben nach dem Tod, sagte Spencer, das gebe es „ganz sicher“. Spencer, der mit bürgerlichem Namen Carlo Pedersoli heißt, nimmt es mit Humor, dass bereits dreimal Falschmeldungen über seinen Tod verbreitet worden sind. „Ich bin also daran gewöhnt, gestorben zu sein.“ Wenn es soweit sei, wolle er dem Tod mit Anstand gegenüber treten. „Das ist das entscheidende Wort, ich verwende es oft. Ich muss diesen Anstand aufbringen, im Leben. Und wenn das Urteil ergeht. Ja, ich muss dem Tod mit Anstand begegnen.“ Derzeit verspüre er aber noch Lebensdurst: „Ich spüre diese Leidenschaft für das Leben Tag für Tag stärker.“
 

Ungarn
Innenpolitiker kritisieren ungarischen Grenzzaun

0
Berlin (dts) – Mehrere Innenpolitiker haben mit Kritik auf die Fertigstellung des ungarischen Grenzzauns reagiert. Der Vorsitzende der Innenminister-Konferenz Roger Lewentz (SPD) sagte der „Welt“: „Es fällt mir enorm schwer, mich mit Zäunen mitten in Europa abfinden zu sollen.“ Der rheinland-pfälzische Minister äußerte sich zurückhaltend zu den möglichen Folgen der Errichtung des Stacheldrahtzauns: „Die Auswirkungen auf Deutschland wird man abwarten müssen.“ CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach erklärte in der „Welt“, er glaube nicht, dass der Zaun die gewünschte abschreckende Wirkung haben werde. „Die Flüchtlinge werden weiter versuchen, den Zaun zu überwinden, oder sie werden andere Routen zu nehmen“, so Bosbach. Mit Blick auf das Handeln der ungarischen Regierung sagte er: „Mit der Sicherung der EU-Außengrenzen ist doch nicht die Errichtung eines Stacheldrahtzauns gemeint.“

Flüchtlingsdrama
Flüchtling bei Schießerei vor griechischer Küste getötet

Kos (dts) – Bei einer Schießerei zwischen einem Patrouillenboot und einem Schlepperschiff ist am Sonntag ein 17-jähriger Flüchtling ums Leben gekommen. Der Vorfall ereignete sich in der Ägäis, bei dem Schlepperschiff soll es sich um eine Jacht gehandelt haben. Die Schlepper rammten nach ersten Berichten mehrfach das Patrouillenboot der Frontex-Mission, um der Kontrolle zu entgehen und versuchten dann zu entkommen. Nach bislang unbestätigten Berichten eröffneten sie das Feuer auf das EU-Schiff, woraufhin sich ein Schusswechsel entwickelte. Dabei wurde der 17-Jährige tödlich getroffen, dessen Leiche unter Deck gefunden wurde. Drei Schleuser wurden festgenommen. Neben dem Jugendlichen hätten sich weitere 70 Flüchtlinge an Bord des Schiffes befunden.

Social Media Schlagabtausch
Fenerbahce Fans vs. Celtic Glasgow Anhänger

0
Istanbul/Glasgow (nex) – Celtic Glasgow Fans haben auf witzige Art und Weise auf die Twittergrüße von Fenerbahce-Anhängern reagiert. Nachdem am Donnerstag der schottische Meister Celtic Glasgow und der türkische Riese Fenerbahce in die gleiche Gruppe der UEFA Europa League gelost worden sind, haben die Fans des türkischen Fußballclubs innerhalb kürzester Zeit nach Bekanntgabe der Auslosung Bilder über Twitter von sich verschickt, auf denen sie vermummt und mit einem Messer in der Hand posieren. Die Celtic-Fans haben ihrerseits „Drohungen“ unter dem Hashtag #ThatsNotAKnife nach Istanbul zurückgeschickt.
Celtic Glasgow Fan mit seiner "Waffe"
Celtic Glasgow Fan mit seiner „Waffe“ (Foto: Twitter)
Die Antwort aus Istanbul ist umgehend erfolgt, indem sich auch die Fenerbahce-Anhänger an dieser Art der Drohgebärden mit viel Humor und als ein Zeichen gegen Gewalt beteiligt haben.
Fenerbahce-Fan antwortet auf die "Grüße" aus Glasgow (Foto: Twitter)
Fenerbahce-Fan antwortet auf die „Grüße“ aus Glasgow (Foto: Twitter)

Fremdenfeindlichkeit
Haseloff: „Die große Mehrheit der Ostdeutschen ist weltoffen“

Magdeburg (dts) – Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat die Stigmatisierung Ostdeutschlands nach den rechtsextremen Ausschreitungen in Sachsen und Sachsen-Anhalt kritisiert. „Jede Form von Rassismus und Fremdenhass bekämpfen wir entschlossen. Wenn aber nach Ereignissen wie in Heidenau überall in den Zeitungen pauschal steht, dass die Ostdeutschen fremdenfeindlich sind, dann erzeugt das Gegenwehr und ist nicht hilfreich“, sagte der CDU-Politiker dem „Tagesspiegel“ (Montagsausgabe). „Die große Mehrheit der Ostdeutschen ist weltoffen und solidarisch, und die Hilfsbereitschaft der Menschen in Sachsen-Anhalt und im Osten ist enorm.“