„Killer-Kalle“
Fußball: Rummenigge würde am liebsten „morgen wieder mitspielen“
München (dts) – Karl-Heinz Rummenigge, seit 13 Jahren Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München, würde sofort wieder als Fußballspieler anfangen, wenn er könnte: „Es gibt nichts Schöneres im Leben, als vor 70.000 Zuschauern ein Tor zu schießen“, sagte Rummenigge im „Zeit Magazin“. „Wissen Sie, ich habe heute einen tollen Job, der mir wirklich Spaß macht, aber wenn Sie mir jetzt anbieten würden, dass ich morgen wieder mitspielen kann, würde ich sofort einschlagen.“ Als junger Spieler in Lippstadt, so Rummenigge, habe er 17 Angebote von Proficlubs aus der 1. und 2. Liga gehabt.
„Meine Mutter hat auf mich eingeredet, Junge, bleib doch in der Gegend, in Dortmund oder Schalke, da bist du nicht so weit weg von zu Hause. So war das damals.“
Syrienkonflikt
Russische Luftwaffe beginnt mit Luftschlägen in Syrien
Die russische Luftwaffe hat mit Luftschlägen in Syrien nahe der Stadt Homs begonnen.
Moskau (nex) – Das russische Verteidigungsministerium gab bekannt, die USA seien unverzüglich über die Luftoperationen gegen die Terrororganisation IS informiert worden. Die USA behaupteten jedoch, bei der Luftoperation seien auch Ziele außer dem IS angegriffen worden.
Wenige Stunden zuvor hatte das russische Parlament einen vom Kreml beantragten Militäreinsatz in Syrien genehmigt. Der Chef der Kremladministration, Sergej Iwanow, teilte mit, russische Soldaten würden von nun an Luftoperationen in Syrien teilnehmen. Der syrische Staatspräsident Assad habe dies gefordert. Die Dauer der Luftoperationen, die dafür bestimmte Flugtechnik und die Art der Bewaffnung könnten noch nicht offengelegt werden, so Iwanow.
Der russische Präsident Wladimir Putin erklärte, Ziel der Luftoperationen seien terroristische Ziele. Die Unterstützung von Assad werde auf Lufteinsätze begrenzt sein. Russland werde keine Bodenkräfte nach Syrien entsenden.
Reisewarnung für Ostdeutschland
Sachsen-CDU reagiert empört auf kanadische Reisewarnung für Ostdeutschland
Dresden (dts) – Die von der Regierung in Kanada herausgegebene Reisewarnung für Ostdeutschland hat in der Sachsen-CDU große Empörung ausgelöst. „Das entspricht nicht der Realität und ist extrem rufschädigend“, sagte der Generalsekretär der sächsischen CDU und Vize-Vorsitzende der Unions-Bundestagsfraktion, Michael Kretschmer, dem „Handelsblatt“. „Deutschland muss dieser Beurteilung entschieden entgegentreten.“
Der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz kritisierte die Warnung als zu pauschal und undifferenziert. „Aber eines stimmt: Rechtsextreme, Rassisten und Nazis agieren nicht nur verwerflich, sie schaden Deutschland“, sagte von Notz dem „Handelsblatt“. „Man sieht, dass es für unser Land sehr wichtig ist, sich gesamtgesellschaftlich und mit aller Kraft und Entschiedenheit dem Rassismus und der rechten Gewalt entgegenzustellen, ob sie nun in Ost- oder Westdeutschland auftritt.“
In der Reisewarnung ist die Rede von extremistischen Jugendbanden, die in Teilen Ostdeutschlands eine Bedrohung darstellten. Mitglieder solcher Gangs seien bekannt dafür, Personen wegen ihrer Rasse oder ihres ausländischen Aussehens zu belästigen oder direkt zu attackieren. Auch habe es schon Brandanschläge auf parkende Fahrzeuge gegeben. In den Hinweisen wird auch vor Demonstrationen gewarnt, die „plötzlich“ in gewalttätige Auseinandersetzungen umschlagen können. Die kanadische Regierung weist zudem auf einen „signifikanten Anstieg“ der Zahl von Migranten und Flüchtlingen in Europa hin. Einige Länder, darunter auch Deutschland, hätten bereits Störungen im Personenzugverkehr gemeldet. Auch Fährhäfen und Bahnhöfe seien betroffen. Große Verzögerungen gebe es auch an den Grenzübergängen. Die Situation stelle auch ein Nährboden für Demonstrationen dar, die in gewalttätige Auseinandersetzungen münden könnten – vor allem an Bahnhöfen und anderen Verkehrsknotenpunkten.
VW-Skandal
Schäuble erwartet strukturelle Veränderungen bei VW
Berlin (dts) – Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) rechnet nach dem Abgas-Skandal mit starken strukturellen Veränderungen bei Volkswagen. „VW wird am Ende nicht mehr das sein, was es war“, sagte Schäuble im Gespräch mit dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“, dem mehr als 30 Tageszeitungen angehören. Eine Gefahr für den Wirtschafts- und Finanzstandort Deutschland sieht Schäuble durch die Manipulationen bei VW aber nicht.
„Wir werden auch aus dieser Krise stärker herauskommen. Wir lernen aus Krisen.“ Mit Blick auf die Folgen des Abgas-Skandals sagte Schäuble: „Man steht fassungslos davor und sieht doch immer wieder, wie das endet.“ Wie schon bei der Finanzmarktkrise stelle sich heraus, dass der globale Wettbewerb „unglaublich brutal“ sei, „wenn man auf dem Weltmarkt erfolgreich sein will“, so Schäuble.
Nachruf
Gauck kondoliert zum Tod von Hellmuth Karasek
Berlin (dts) – Bundespräsident Joachim Gauck hat am Mittwoch Armgard Seegers, Ehefrau des verstorbenen Hellmuth Karasek, kondoliert. „Mit Ihrem Mann verliert die deutsche Literatur einen leidenschaftlichen Streiter und entschiedenen Anwalt. Hellmuth Karasek hat bei vielen Menschen die Kenntnis und die Liebe zur Literatur, zum Theater und zum Film entscheidend erweitert und vertieft“, heißt es in dem Kondolenzschreiben des deutschen Staatsoberhaupts, teilte das Bundespräsidialamt mit.
„Ohne ihn wäre das literarische Leben in unserem Land sehr viel ärmer und auch erheblich langweiliger. Er hat es vermocht, uns mit seiner Begeisterung immer wieder anzustecken.“ Auch als profilierter Kulturredakteur und Herausgeber habe Karasek „viele kulturpolitische Debatten angestoßen und immer wieder seinen subtilen Humor und seine Freude am intellektuellen Streit bewiesen“, so Gauck. Karasek war am späten Dienstagabend im Alter von 81 Jahren in Hamburg verstorben.
Flüchtlingspolitik
Gabriel: Flüchtlinge müssen sich an Regeln und Gesetze halten
Berlin (dts) – Der SPD-Vorsitzende und Vizekanzler Sigmar Gabriel fordert von Asylsuchenden in Deutschland eine Übernahme geltender Regeln und Gesetze: „Deutschland ist kein beliebiges Land. Wer hierher kommt, muss wissen, wie die Kultur des Zusammenlebens bei uns ist“, sagte Gabriel zu „Bild“ (Dienstag). Dazu müssten „die Menschen, die zu uns kommen“, nicht nur die deutsche Sprache erlernen, „sondern auch die Spielregeln unseres Zusammenlebens kennen“, forderte Gabriel.
Um eine bessere Kenntnis von Deutschlands grundlegenden Gesetzen zu vermitteln, hat Gabriels SPD jetzt 10.000 Broschüren mit den ersten 20 Artikeln des Grundgesetzes auf Arabisch übersetzen lassen. Diese sollen nun in Flüchtlingsunterkünften und auch an Abgeordnete verteilt werden. „Manche nennen das Leitkultur. Ich bin überzeugt: Die ersten 20 Artikel unserer Verfassung sind diese Leitkultur. Mehr brauchen wir nicht.“
Bereits seit längerem in Deutschland lebende Einwanderer oder Kinder von Einwanderern bat Gabriel um Unterstützung. „Wir brauchen jetzt ihre Hilfe. Sie sollen uns sagen, was wir früher falsch gemacht haben bei der Integration. Und sie können einen sehr großen Beitrag zur Vermittlung unserer gesellschaftlichen Prinzipien an die neu zu uns kommenden sein“.
Islamfeindlichkeit
CAF-Sprecher Ali Yildiz bezeichnet Madlen Vartians rassistischen Amoklauf auf Facebook als „zielorientierte Kontroverse“
„It wasn’t me“: Christlich-Alevitischer Freundeskreis wäscht nach rassistischer Äußerung seine Hände in Unschuld
Köln (nex) – Nach dem Eklat um rassistische Äußerungen der CDU-Politikerin Madlen Vartian auf Facebook hat der Christlich-Alevitische Freundeskreis der CDU (CAF) nun eine Stellungnahme abgegeben.
Darin erklärte der Verein, dass die Äußerungen der noch bis vor kurzem als Sprecherin geführten Kölner Rechtsanwältin nicht dem CAF oder der CDU anzulasten wären. Der CAF pochte darauf, dass die Pöbeleien ihrer Funktionärin auf deren privaten Facebook-Profil erfolgt wären und nichts mit ihrer CAF- oder CDU-Mitgliedschaft zu tun hätten.
Eine inhaltliche Distanzierung oder Verurteilung der Äußerungen war der Stellungnahme nicht zu entnehmen. Der CAF stilisierte sich vielmehr zum Opfer jener Medien, die über die islamfeindlichen Ausfälle Vartians berichtet hatten. „Die gegen den CAF oder die CDU geführten Beschuldigungen sind objektiv nicht gerechtfertigt, da es sich ausschließlich um eine private Meinung handelt. Eine vorherige Anfrage hätte dies jedenfalls klären können, stattdessen sahen wir uns vorverurteilenden Berichterstattungen und Statements ausgesetzt“, heißt es in der Erklärung.
Frau Vartian habe seit Februar 2015 auf Grund ihrer anderweitigen ehrenamtlichen Tätigkeit in der armenischen Gemeinschaft freiwillig ihr Amt als CAF-Sprecherin ruhend gestellt. Sie werde immerhin „in die Funktion als Sprecherin […] einvernehmlich nicht mehr zurückkehren“. Der CAF setze sich, so erklärt Sprecher Ali Yildiz, „für den friedlichen Austausch der Religionen und Gemeinschaften in Deutschland ein“. Für dieses friedliche Miteinander sei jedoch „eine zielorientierte Kontroverse unerlässlich“. Ob auch rassistische Äußerungen darunter zu subsumieren sind, lässt der CAF offen. Unterdessen wünsche er sich „mehr Bemühen um Ausgleich und Respekt“ und rief dazu auf, dass „alle Seiten zu einer sachlichen Diskussion zurückkehren“.
Flüchtlingskrise
Hilfsorganisation: Wegen Taliban-Eroberung der Stadt Kundus wollen Hunderttausende Afghanen nach Deutschland flüchten
Berlin (dts) – Der Vorsitzende der Hilfsorganisation Grünhelme, Rupert Neudeck, hat für Afghanistan eine große Ausbildungs- und Wirtschaftsoffensive der Bundesregierung gefordert. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Neudeck, nach der Eroberung der Provinzstadt Kundus durch die Taliban wollten sich vermutlich Hunderttausende Afghanen auf den Weg nach Deutschland machen. „Wir können diese Bewegung nicht ganz aufhalten, aber vielleicht unterbrechen“, sagte Neudeck.
Es gebe große Traditionen der Textilindustrie sowie große Möglichkeiten in der Autoindustrie und beim Aufbau von mittelständischen Betrieben. „Das müsste jetzt mit staatlicher deutscher Hilfe ganz schnell begonnen werden.“ Der Ruf der Deutschen sei in Afghanistan weiterhin sehr gut. Kritisch bewertete Neudeck den Einsatz der Bundeswehr und die Ausbildung einheimischer Sicherheitskräfte durch deutsche Soldaten. Dies sei gefährlich, teuer und zum Scheitern verurteilt. Wichtig sei es daher, möglichst schnell alle Nato-Soldaten und damit auch die Bundeswehr vom Hindukusch abzuziehen. „Derzeit sind sie alle von der Bevölkerung isoliert wie in Weltraumkapseln“, erklärte der Vorsitzende der Grünhelme. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemand in Afghanistan als sinnvoll erachtet.“ Die Bundeswehr habe „diesen ganzen furchtbar teuren Zirkus“ nicht mitmachen dürfen. Deshalb sei der Fall von Kundus vorhersehbar gewesen.

