No Somos Delito
Europas Staaten verschärfen ihr Vorgehen gegen die Presse- und Meinungsfreiheit
Madrid (nex) – Am 20. Dezember wird in Spanien ein neues Parlament gewählt und schon jetzt klagt die Opposition über Benachteiligungen. Im Zentrum ihrer Kritik steht das so genannte Bürgerschutzgesetz, das es Polizeibeamten erleichtert, Störungen der öffentlichen Ordnung mit hohen Bußgeldern von bis zu 60 000 Euro zu ahnden.
Darunter fallen nun unter anderem nicht angemeldete Demonstrationen, aber auch das bloße Fotografieren und Filmen von Polizeieinsätzen. Aber auch der Schutz des Königshauses vor Beleidigungen wurde durch das neue Gesetzespaket verschärft. Journalistenverbände, Vertreter von NGOs und Künstler haben sich unter dem Banner der Aktion „No Somos Delito“ (Wir sind keine Straftat) zusammengetan, um einen breiten Protest gegen die neuen Gesetze zu organisieren, der ihrer Auffassung nach lediglich das Ziel habe, öffentliche Kritik an der mit absoluter Mehrheit regierenden konservativen Volkspartei (PP) unter Premierminister Mariano Rajoy zu unterbinden.
Mittlerweile können nach Angaben der Aktivisten auch Karikaturen über dieses zum Gegenstand gerichtlicher Verfolgung werden. Auch über eine politische Einfärbung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens mehren sich die Klagen. Nach Untersuchungen des Redakteursausschusses des Senders soll, so berichtet Zapp, Rajoys Partei im spanischen öffentlich-rechtlichen TV doppelt so häufig zu Wort kommen wie Vertreter der größten Oppositionspartei. Der Ausschuss sei deshalb sogar bis vor das Europäische Parlament gezogen und hat unter #defiendeRTVE eine Kampagne für einen unabhängigen öffentlich-rechtlichen Sender gestartet. Spanien ist nicht das erste Land in der EU, das im Laufe der letzten Monate unter dem Banner der „inneren Sicherheit“ und der Terrorismusbekämpfung Regelungen erlassen hat, die auch einschränkende Wirkungen auf die Pressefreiheit und das Demonstrationsrecht entfalten.
Auch England und Frankreich haben in ähnlicher Weise ihre Antiterrorgesetze verschärft. Dort wurden vor allem auch die Befugnisse der Sicherheitsbehörden zur Überwachung und Kontrolle der Meinungsäußerung von Bürgern und Journalisten verstärkt. In Polen dürften ähnliche Entwicklungen ins Haus stehen. Seit der Machtübernahme durch die neue konservative Regierung soll bereits der öffentlich-rechtliche Rundfunk konsequent auf deren Linie gebracht worden sein. Das neu gewählte Kabinett will jedoch nach eigenen Aussagen auch die Sicherheitspolitik zu einer ihrer Prioritäten machen.
Zinswende
Asiatische Entwicklungsbank warnt vor Folgen der US-Zinswende
Berlin (dts) – Den Schwellenländern drohen bei der anstehenden Zinswende in den USA starke Turbulenzen: „Die Schwankungen an den Märkten könnten heftiger werden“, sagte Takehiko Nakao, Präsident der Asiatischen Entwicklungsbank ADB, dem „Handelsblatt“. Vor zwei Jahren waren viele Anleger aus Schwellenländern geflohen, als die US-Notenbank Fed das Ende ihrer Anleihekäufe angekündigt hatte. Nun rechnen viele Börsianer damit, dass die Fed die Zinsen in der kommenden Woche erhöhen wird.
Diesmal seien Anleger jedoch vorgewarnt, so Nakao. Die Märkte hätten bereits „einige Aspekte einer strikteren Geldpolitik eingepreist“. Zudem sei die Zinserhöhung ein Zeichen für die wachsende wirtschaftliche und finanzielle Stabilität in den USA. Keine Sorgen bereitet dem Chef der ADB dagegen die Konkurrenz durch neue Entwicklungsbanken wie die von China vorangetriebene Asiatische Infrastrukturinvestmentbank (AIIB). Es mangele nicht an Förderbedarf. „Vielen Ländern fehlt noch immer die Kraft, ihre Industrie zu entwickeln und das Leben der Menschen zu verbessern“, sagte Nakao. Er glaube deshalb nicht, dass es auf dem Markt für Entwicklungsbanken zu eng wird. Im vergangenen Jahr hatte die ADB Projekte für insgesamt knapp 23 Milliarden US-Dollar gefördert.
Weltklimakonferenz
Fabius legt neuen Entwurf für Klimaabkommen vor
Paris (dts) – Der französische Außenminister Laurent Fabius hat einen neuen Entwurf für das geplante internationale Klimaabkommen vorgelegt. Viele strittige Punkte seien bereits geklärt worden, sagte Fabius am Mittwoch bei der Weltklimakonferenz bei Paris. So habe der vorliegende Entwurf von 43 auf 29 Seiten reduziert werden können.
Über noch offene Fragen wie die Differenzierung zwischen den Ländern, Finanzierung und Langfristziele müsse noch verhandelt werden. Am Ende müsse ein verbindliches, ehrgeiziges, faires und nachhaltiges Abkommen erreicht werden, betonte Fabius.
EU-Beitritt
EU treibt Beitrittsverhandlungen mit Serbien und Türkei voran
Brüssel (dts) – Die Europäische Union treibt die Beitrittsverhandlungen mit Serbien und der Türkei voran: In den Beitrittsgesprächen mit Belgrad werden am kommenden Montag erstmalig zwei Verhandlungskapitel geöffnet, berichtet die „Welt“ unter Berufung auf informierte EU-Diplomaten. Es handelt sich dabei um die Kapitel Finanzkontrolle (Kapitel 32) und die Beziehungen zwischen Serbien und dem Kosovo (Kapitel 35). „Wir wollen sofort die schwierigen Fragen zwischen Serbien und dem Kosovo behandeln, damit wir möglichst bald zu einer Lösung kommen“, sagte ein informierter EU-Diplomat.
Die Botschafter der 28 EU-Staaten in Brüssel haben über die Eröffnung der beiden Verhandlungskapitel bereits Einvernehmen erzielt, berichtet die „Welt“ weiter. Formal wird die Eröffnung der Kapitel aber durch eine so genannte Intergouvernmentale Regierungskonferenz besiegelt. Bei dem Treffen am Montag in Brüssel werden neben Vertretern der 28 EU-Länder auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn und der serbische Ministerpräsident Aleksandar Vucic anwesend sein. In den Beitrittsverhandlungen mit der Türkei wird die EU laut „Welt“ am kommenden Montag das Kapitel über Wirtschafts- und Währungspolitik (Kapitel 17) im Rahmen einer Regierungskonferenz ebenfalls eröffnen. Ankara wird dabei durch den stellvertretenden Ministerpräsidenten Mehmet Simsek vertreten sein. Im kommenden Jahr sollen dann mindestens vier weitere Kapitel folgen. Serbien ist seit 2012 Beitrittskandidat. Bis 2020 will das Land Mitglied der EU sein.
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Leipzig
Neue ICE-Strecke zwischen Halle/Leipzig und Erfurt eröffnet
Leipzig (dts) – An der Eröffnungsfeier in Leipzig nahmen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, die Ministerpräsidenten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie Vorstandsmitglieder der Deutschen Bahn AG teil.
Der DB-Vorstandsvorsitzende Rüdiger Grube würdigte die neue Strecke als Meilenstein auf dem Wege zur Fertigstellung der Schnellbahnverbindung Berlin-München im Rahmen des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit (VDE) Nr. 8. In zwei Jahren wird mit der Eröffnung des letzten Neubauabschnitts die Fahrzeit Berlin-München auf weniger als vier Stunden verkürzt.
Bereits ab Sonntag halbieren sich die Fahrzeiten zwischen Erfurt und Halle/Leipzig. Die ICEs sind rund 40 Minuten schneller in Halle und rund 30 Minuten schneller in Leipzig. Damit bietet die Bahn auch schnellere Verbindungen zwischen Dresden und Frankfurt (Main) sowie Berlin und Frankfurt (Main) an. Für rund zehn Milliarden Euro werden etwa 500 Kilometer Bahnstrecken zwischen Berlin, Halle/Leipzig, Erfurt und Nürnberg ausgebaut. Auf der Neubaustrecke wird erstmals ein europäisch einheitliches Zugsteuerungssystem eingesetzt, das ohne Signale an der Strecke auskommt.
Nach umfangreichen Testfahrten und Genehmigungsverfahren wurde die Strecke in den vergangenen Monaten geprüft und in Betrieb genommen. Mit der Betriebsgenehmigung des Eisenbahnbundesamtes konnte dieser Prozess der Inbetriebnahme am Dienstag erfolgreich abgeschlossen werden.
Putin rüstet auf
Russland verstärkt Militärbasis in Armenien
Jerewan (nex) – Die Russische Föderation setzt weiter ihr Vorhaben um, nach dem Abschuss eines russischen Su-24-Kampfflugzeuges am 24. November infolge einer Luftraumverletzung an der syrisch-türkischen Grenze verstärkte Militärpräsenz in der Region zu zeigen.
Die Verlegung von Kampfhubschraubern auf eine Militärbasis nahe der armenischen Hauptstadt Jerewan ist der bis dato jüngste Schritt Russlands im Rahmen der militärischen Aufrüstung in den Nachbarländern der Türkei. Unter Berufung auf Quellen aus dem Verteidigungsministerium berichtete die Nachrichtenagentur RIA Novosti, man habe seine Militärbasis in Armenien verstärkt und insgesamt sieben Helikopter der Serien MI-24 und MI-8, auf die Basis Erebuni nahe der Hauptstadt Jerewan verlegt. Vor Jahresende solle noch eine weitere Verlegung stattfinden, würde die Quelle aus dem Ministerium zitiert. Die Basis liegt an der Peripherie der Stadt Jerewan, etwa 15 Kilometer nordöstlich der türkischen Grenze. Die Luftwaffenbasis wurde 1995 errichtet.
Seit 1998 hat die Russische Föderation dort MIG-29-Kampfflugzeuge stationiert. Russland unterhält auch in Gyumri, der zweitgrößten Stadt Armeniens im Nordwesten des Landes, eine Militärbasis nahe der türkischen Grenze. Dort sind Landstreitkräfte etwa zehn Kilometer im Landesinneren stationiert. Etwa 3000 bis 5000 Soldaten und unterschiedliche gepanzerte Fahrzeuge sind auf der Basis einer Vereinbarung in Armenien stationiert und es ist ihnen sogar erlaubt, entlang der türkischen und iranischen Grenze zu patrouillieren. In den betroffenen Städten, insbesondere in Gyumri, regt sich jedoch einiger Widerstand innerhalb der dortigen armenischen Bevölkerung, nachdem es zu mehreren Formen der Disziplinlosigkeit unter russischen Soldaten gekommen war. Russland, das seit dem Beginn seiner Militäroperationen in Syrien auf Einladung der Regierung Assad begonnen hat, seine Militärpräsenzen auszubauen, hat den Vorfall an der türkisch-syrischen Grenze zum Prätext für eine weitere Verstärkung der Präsenz in der Region genutzt.
Kritiker behaupten, Russland würde fast ausschließlich die moderate syrische Opposition bombardieren. Vor knapp zwei Wochen hatte Russland zwei S-400-Raketenbatterien in die Region verlegt, deren Reichweite fast ein Drittel des türkischen Territoriums erfasst. Anschließend wurde das mit Raketen bestückte Kreuzfahrtsschiff Moskva in die Nähe türkischer Gewässer verlegt. Mittlerweile befinden sich auch mit Cruise Missiles bestückte russische U-Boote in syrischen Gewässern. Am 4. Dezember hatte zudem die Aufnahme eines russischen Seemanns für Irritationen zwischen Russland und der Türkei gesorgt. Dieser hatte einen Boden-Luft-Raketenwerfer auf seiner Schulter getragen, während ein russisches Kriegsschiff durch die Bosporus-Meerenge transportiert wurde.
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Friedensbotschaft aus Las Vegas
Miss Russland und Miss Universum Türkei posieren gemeinsam für den Frieden
Las vegas (nex) – In Las Vegas, Nevada (USA) findet am 20. Dezember der Miss-Universum-Wettbewerb statt. Im Vorfeld setzten zwei Teilnehmerinnen ein Zeichen. Die türkische und die russische Teilnehmerin posierten gemeinsam für Frieden zwischen ihren Ländern.
Asli Melisa Uzun, die bei dem diesjährigen Miss-Universum-Wettbewerb in Las Vegas, USA, die Türkei repräsentiert und Vladislava Jewtuschenko, die für Russland an den Start geht, haben in Las Vegas gemeinsam mit dem „Peace“-Zeichen posiert.
Die beiden jungen Frauen wollten damit die Botschaft in die Welt tragen:
„Wir wollen Frieden“
Der Miss-Universum-Wettbewerb wird am 20. Dezember stattfinden und ist der Schönheitswettbewerb mit den weltweit höchsten Einschaltquoten und der umfangreichsten Medienberichterstattung. Die 19-jährige Vladislava Jewtuschenko ist im Oktober zur Miss Russland gewählt worden und möchte Psychologie studieren. Asli Melisa Uzun studiert zurzeit Jura in Köln und wurde im Juni zur Miss Universum Türkei 2015 gewählt.
Angela Merkel
Wir sind Time: Berühmtes US-Magazin kürt Merkel zur Person des Jahres 2015
New York (dts) – Das „Time“-Magazin hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Person des Jahres 2015 gekürt. Merkel habe im ablaufenden Jahr eine Reihe von Krisen meistern müssen, etwa die Schuldenkrise und die mit ihr verbundene Rettung Griechenlands sowie die Flüchtlingskrise, schreibt das Magazin. Flüchtlinge seien „als Opfer der radikalen islamistischen Barbarei“ in Deutschland willkommen geheißen worden.
Merkel habe die Werte Menschlichkeit, Großzügigkeit und Toleranz verkörpert, schreibt das Magazin weiter. Im zurückliegenden Jahr waren Ärzte und Pfleger im Kampf gegen Ebola ausgezeichnet worden, im Jahr 2013 hatte das Magazin Papst Franziskus zur Person des Jahres gekürt.
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Euro-Wertpapiere
CSU will von Draghi Aufklärung über Geheimabkommen mit Notenbanken
Berlin (dts) – Dass nicht nur die Europäische Zentralbank (EZB), sondern auch nationale Notenbanken im großen Stil Euro-Wertpapiere aufkaufen und im Gegenzug frisches Geld in den Markt pumpen, alarmiert die Politik: EZB-Präsident Mario Draghi müsse „umfassende Auskunft über die merkwürdigen Geldvermehrungen mehrerer nationaler Notenbanken“ geben, sagte der Obmann der Unions-Fraktion im Bundestagsfinanzausschuss und Vorsitzende der CSU-Mittelstands-Union, Hans Michelbach, dem „Handelsblatt“. Medienberichte würden nahelegen, dass einige nationale Notenbanken mit Duldung der EZB „klammheimlich Staatsfinanzierung“ betrieben. „Bislang hat Herr Draghi immer wieder bestritten, dass dies möglich ist“, sagte Michelbach.
Tatsächlich würden aber offenbar in einigen Ländern „in größerem Umfang graue Euros gedruckt“. „Wenn Herr Draghi jetzt jede öffentliche Aufklärung zu den Vorgängen in Italien und Frankreich verweigert, lässt er den Schluss zu, dass er etwas zu verbergen hat“, betonte der CSU-Politiker. Hintergrund ist das sogenannte Anfa-Abkommen (Agreement on the Net-Financial Assets) – eine geheime Vereinbarung zwischen der EZB und den Notenbanken des Euro-Systems über Wertpapierinvestments. Die 19 nationalen Notenbanken dürfen demnach nach eigenem Ermessen über die EZB-Beschlüsse hinaus Staatsanleihen erwerben. Die Gesamtsumme dieser Investitionen liegt laut Medienberichten bei rund 575 Milliarden Euro. Das ist doppelt so viel wie im Jahr 2006. Bis Ende 2014 sollen die Wertpapierkäufe sogar auf mehr als 720 Milliarden Euro gestiegen sein. Besonders die Banca d`Italia und die Banque de France sollen sehr aktiv gewesen sein.
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