Demos gegen Demokratie
Deutschlandweite PKK-Demos gegen Demokratisierungsprozess in der Türkei

Köln (nex) – Am Sonntagnachmittag haben deutschlandweit Tausende PKK-Sympathisanten gegen den von Erdogan initiierten Demokratisierungsprozess in der Türkei demonstriert. Es war vorauszusehen, dass Erdogans „Çözüm süreci“ (Lösungsprozess) ein schwieriges Unterfangen sein würde, als er dieses Friedensprojekt während einer Rede in Diyarbakir im Jahre 2005 zum ersten Mal erwähnte und 2009, damals noch Premierminister der Türkei, mit der Gefahr, Stimmen aus dem rechten Rand der AKP-Wähler zu verlieren, in Gang setzte. Durch den „Açılım“ (Öffnungs)-Prozess sollte die Türkei offener und demokratischer werden. Erdogan sprach von „gläsernen Polizeiwachen“, wo etwa Folter, die in den von deutschen Medien und Politikern „demokratisch“ genannten Vorgängerregierungen der Türkei bei Befragungen zur Tagesordnung gehörte, abgeschafft werden sollte. Minderheiten sollten zu ihren Rechten kommen. Nicht nur Kurden, auch Aleviten, Christen, Juden ebenso wie die Anatolier sollten in diesen Demokratisierungs- und Öffnungsprozess mit eingebunden werden. Zwischen 80 und 90 Prozent aller in der Türkei errichteten „Cemhäuser“ (cemevi= alevitisches Versammlungs- und Gotteshaus) wurden in den vergangenen 13 Jahren erbaut. Das Direktorat für Religiöse Angelegenheiten (Diyanet; DİB) soll künftig auch die Kosten für die Wasser- und Stromversorgung der alevitischen Gebetshäuser übernehmen. Darüber hinaus werden die Geistlichen der Aleviten, die so genannten „Dedes“, ihr Gehalt einem geplanten neuen Gesetzespaket zufolge künftig, so wie die Imame der Moscheen auch, von der Regierung bezahlt bekommen. Cemhäuser sollen offiziell als Gottesdienststätten anerkannt werden und es soll eine Einrichtung namens „Zentren und Cemhäuser Traditioneller Weisheit“ geschaffen werden, deren Aufgabe es sein soll, den Betrieb von Cemhäusern zu regulieren. Wie Vize-Premierminister Elvan jüngst mitteilte, arbeite die Regierung derzeit auch an einer Roadmap, um Methoden zu entwickeln, die helfen sollen, Probleme in der alevitischen Gemeinschaft zu erkennen und zu lösen. Erstmals wurden auch Publikationen von alevitischen Klassikern veranlasst.

Erster Roma-TV-Sender

Auch für die Gemeinschaft der türkischen Roma hat die AKP-Regierung eine Reihe von Reformen vorgesehen. Ahmet Davutoglu hat den aus der Roma-Community stammenden türkischen Staatsbürger Metin Özceri als Berater engagiert, dessen Aufgabe in der Schaffung einer ständigen Schnittstelle zwischen Regierung und Roma-Gemeinschaft bestehen soll. Vor einigen Monaten hat auch der erste Roma-TV-Sender seinen Sendebetrieb aufgenommen, der das Ziel verfolgt, Vorurteilen gegen die Gemeinschaft gegenzusteuern. Außerdem soll unter dem Dach des Ministeriums für Familie und Soziales ein Generaldirektorat gegründet werden, die als Anlaufstelle für die Bürger aus der Roma-Community bei Problemen, Anliegen etc. dienen soll. Die Roma werden so eine direkt ansprechbare Behörde für ihre Angelegenheiten bekommen. Um öffentliche Dienstleistungen für die Roma besser zugänglich zu machen, soll auch unter der Federführung des Direktorats für Auslandstürken und verwandte Communities eine eigene Institution geschaffen werden.

Erdogan: Erster Träger des „Großen Roma-Preises“

Die in der Zeit des Nationalsozialismus in Europa zu Hunderttausenden ermordeten Roma erleben auch heute noch in den meisten Ländern der EU Diskriminierung und Ausgrenzung. Lediglich in Österreich sind sie als gleichberechtigte Volksgruppe anerkannt. In der Türkei hat sich Präsident Recep Tayyip Erdogan, der in einem Viertel aufgewachsen war, in dem auch zahlreiche Roma lebten, stets für eine Verbesserung der rechtlichen und sozialen Situation der Roma eingesetzt und ist deshalb am 6. Februar von der „Türkischen Roma Konföderation“ als erster Preisträger mit dem „Großen Roma-Preis“ ausgezeichnet worden. Der türkische Staatspräsident hat in seiner Amtszeit als Ministerpräsident viele Maßnahmen und Projekte gegen die Diskriminierung der Roma-Minderheit und für die Verbesserung ihrer Lebenssituation in die Wege geleitet. Mehrere abwertende oder diskriminierende Zitate wurden aus Gesetzestexten und Schulbüchern gestrichen. „Ich möchte nicht, dass ihr in diesen lebensunwürdigen Baracken wohnt“, sagte Erdogan im Hinblick auf die teils miserable Lebenssituation der Roma-Minderheiten in Großstädten. Im Zuge von Stadtteilerneuerungsmaßnahmen wurde den Bewohnern von Roma-Vierteln, die meist aus Hüttenhäusern bestanden, neugebaute Sozialwohnungen zu einem sehr niedrigen Vorzugspreis angeboten.

Kopftuchverbot an türkischen Unis

Türkische Frauen mussten lange Zeit gegen diskriminierende Gesetzesbestimmungen kämpfen, die ihnen das Tragen von Kopftuch als Schülerinnen an Schulen und in öffentlichen Einrichtungen verboten, obwohl dieses im türkischen Alltagsleben weit verbreitet ist. Dank Erdogans „Demokratiepaket“ wurde auch dieses Verbot abgeschafft und Kopftuchträgerinnen können nach Jahrzehnten wieder studieren. Im November letzten Jahres führte sogar erstmals eine Kopftuch tragende Richterin eine Verhandlung vor dem 3. Zivilen Friedensgerichtshof. Der Hohe Rat der Richter und Staatsanwälte (HSYK) hate das zuvor noch formal bestehende gesetzliche Verbot am 1. Juni 2015 abgeändert und das Recht auf Kopftuch auch während des Führens von Verhandlungen anerkannt.

Juden feiern Hanukkah-Fest erstmals öffentlich

Zum ersten Mal in der Geschichte der türkischen Republik feierte die jüdische Gemeinde im vergangenen Jahr ihr Hanukkah-Fest mit einer öffentlichen Veranstaltung in Istanbul.  An der Feier auf dem Ortaköy-Platz in Istanbul, das von der Gemeinde Besiktas organisiert wurde und ein buntes Beisammensein beinhaltete, nahmen unter anderem auch Vertreter des Gouverneursamtes, der Stadtverwaltung, des türkischen Außenministeriums und des Muftiamtes teil.
(Foto: iha)
(Foto: iha)
In der historischen Neve-Shalom-Synagoge in Istanbul hatte im Dezember letzten Jahres erstmals eine türkische Amtsperson eine jüdische Hochzeit abgehalten. Nach den Hanukkah-Feiern unter freiem Himmel im Dezember erlebte die jüdische Gemeinde in der Türkei damit eine weitere weit über die Grenzen der Stadt wahrgenommene Großveranstaltung.
(Foto: daily)
(Foto: daily)

Kurde: „Die (AKP-) Regierung arbeitet gut“

„Trotzdem ist seine AKP die allerbeste Regierungspartei, die wir jemals hatten. Wäre die kemalistische Oppositionspartei CHP an die Macht gekommen, gäbe es mit den Kurden immer noch Krieg,“ antwortete ein kurdischer Taxifahrer in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Juni 2013. Und weiter: „Es gab keine politischen Zeitungen und keinen Frieden mit den Kurden. Man durfte nicht einmal sagen, dass man Kurde ist oder Alevit. Ich bin Kurde, ich stamme aus dem Osten der Türkei, ich weiß also, wovon ich rede. Und jetzt gibt es den Friedensprozess mit der PKK, ich kann sagen, dass ich Kurde bin und es gibt sogar alevitische Programme im Fernsehen. Die Regierung arbeitet also gut.“ Seit Erdogan im November 2002 an die Macht kam, gibt es die muttersprachliche Verteidigung vor Gericht. Es gibt Kurdisch als Wahlfach an Schulen, Kurdologieinstitute, einen staatlichen kurdischen Sender, der auf Kurdisch sendet, kurdische Presse und sogar eine kurdische Suchmaschine.

Opposition gegen Demokratisierungsprozess

Nicht nur die Opposition, sondern auch bestimmte Teile der AKP-Wählerschaft waren von Anfang an gegen den von Erdogan initiierten Prozess. Man wollte weder kurdische Musik im Fernsehen hören noch Kopftuchträgerinnen an den Unis dulden. Kurden gehörten in den Augen der das Land seit Jahrzehnten regierenden Eliten als Arbeitskräfte in die Gärten der Sommerhäuser; Frauen mit Kopftuch wollte man höchstens als Putzkraft in den Istanbuler Penthäusern und nicht wie immer öfter in Nobel-SUVs die Flaniermeilen entlangfahren sehen.

Demokratisierungsgegner in Europa

Die demokratiefeindliche Opposition in der Türkei hat in Europa allerdings einen verlässlichen Unterstützer und Partner: Radikale PKK-Anhänger und Sympathisanten, die sich angeblich für die Rechte der Kurden einsetzen.
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Auch sie wollen die Zeiten der 1990er, als bürgerkriegsähnliche Zustände herrschten, zurück und sind kurz davor, dies auch zu erreichen. Immer wieder demonstrieren sie, wie auch gestern, deutschlandweit für eine Beendigung des Demokratisierungsprozesses in der Türkei.

Daten-Leak
Türkei: 50 Millionen geleakte Daten stammen nicht vom Hohen Wahlausschuss

Ankara (nex) – Die privaten Daten von 50 Millionen türkischen Staatsbürgern, die veröffentlicht wurden, stammen nicht vom Hohen Wahlausschuss (YSK), dessen Schutz nach den Worten des zuständigen Leiters „sehr stark“ sei. Der Präsident des Hohen Wahlausschusses erklärte am Freitag, dass die Veröffentlichung der persönlichen Daten nicht vom System seiner Behörde stamme. „Am Ende unserer Ermittlungen auf den Webseiten [mit den geleakten Daten] sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass diese mit den Daten unserer Datenbank, die wir den politischen Parteien mitgeteilt haben, übereinstimmen“, sagte der YSK-Präsident Sadi Güven in einem Gespräch mit der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Wählerdaten seien den politischen Parteien vor den Wahlen mitgeteilt worden. „Experten haben recherchiert. Wenn auch die Daten mit unseren Aufzeichnungen übereinstimmen, gab es in unserem System keine undichte Stelle. Eine undichte Stelle zu entdecken wäre sehr schwierig bis unmöglich“, fügte Güven hinzu. Güven teilte mit, dass die Staatsanwaltschaft Ankara Informationen über den Fall angefordert habe und der Hohe Wahlausschuss bereits sorgfältig geprüft habe, ob die geleakten Dokumente mit den Datensätzen des Wahlausschusses übereinstimmten. „Unsere Bemühungen in der Angelegenheit gehen weiter. Wir werden diese Informationen der Staatsanwaltschaft zukommen lassen“, so Güven weiter. Am Mittwoch hatte der Generalstaatsanwalt von Ankara infolge von Hinweisen in Berichten auf die Online-Veröffentlichung der persönlichen Daten von fast 50 Millionen türkischen Staatsbürgern Ermittlungen eingeleitet Nach Angaben des Büros des Generalstaatsanwalts werden Staatsanwälte mit einer Reihe von Behörden wie zum Beispiel dem Hohen Wahlausschuss oder der Generaldirektion für Personenstands- und Staatsangehörigkeitsangelegenheiten in Verbindung treten. „Wir haben gesehen, dass die im Internet zirkulierenden Daten mit den Dateien, die wir im Jahr 2008 geteilt haben, übereinstimmen. Wir wissen, wer diese Listen von uns bekommen hat. Wer aber diese geleakt hat – das ist etwas, was die Justiz in Erfahrung bringen sollte“, schloss Güven.  

Politische Stimmung in der Türkei
Umfrage: Unterstützung der AKP steigt auf 54%

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Ankara (nex) – Eine Telefonumfrage (CATI = computergestütztes telefonisches Interview) der Consultingfirma MAK in der Türkei, die unter 4176 Personen in 36 Provinzen durchgeführt wurde, lässt eine stabile Unterstützung des politischen Kurses der Regierung in Ankara erkennen. Die Teilnehmer sollten unter anderem die Frage beantworten, wem sie ihre Stimme bei der nächsten Wahl geben würden. 54 Prozent gaben dabei die Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt (AKP) an. Ihr engster Konkurrent, die Republikanische Volkspartei (CHP) kam bei der Befragung auf 21,7 Prozent, während die Partei der Nationalen Bewegung (MHP) mit 11,6 Prozent Unterstützung rechnen darf. Die Demokratische Partei der Völker (HDP) bekam 7,8 Prozent der Stimmen der Umfrageteilnehmer – ein Ergebnis, mit dem sie die Zehn-Prozent-Hürde nicht nehmen könnte. Des Weiteren stellte sich bei der Umfrage heraus, dass 57 Prozent der Befragten ein Präsidialsystem unterstützen, während 43 Prozent der Meinung sind, dass das gegenwärtige parlamentarische Regierungssystem beibehalten werden sollte. In Bezug auf die gegen die Gülen-Bewegung durchgeführten Operationen sprachen 89,5 Prozent ihre Unterstützung für die Maßnahmen aus. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass 62 Prozent der Befragten mit der Entscheidung des Verfassungsgerichts, die Untersuchungshaft in dem Fall Can Dündar und Erdem Gül stelle eine Rechtsverletzung dar, nicht einverstanden sind. Bezüglich des innerparteilichen Streits in der MHP geben 58,5 Prozent der Teilnehmer, die die MHP unterstützen, an, dass sie mit dem derzeitigen Vorsitzenden Devlet Bahçeli zufrieden sind, während 27 Prozent seine Rivalin Meral Aksener unterstützen. Zudem geben 52,1 Prozent der CHP-Wähler unter den Befragten an, den ehemaligen Vorsitzenden Deniz Baykal wieder an der Parteispitze sehen zu wollen. 40 Prozent sind der Meinung, dass der derzeitige Parteichef Kemal Kılıçdaroğlu seine Arbeit fortsetzen sollte. Auf die Frage, ob die Gülen-Bewegung Einfluss auf den Streit um den Parteivorsitz in der MHP nehme, antworteten 60 Prozent der MHP-Wähler, dass sie hier eine Verbindung sehen, während 29,2 Prozent diesbezüglich keinen Zusammenhang erkennen. Die Umfrage ergab zudem, dass 92,6 Prozent der Befragten die Wiedereinführung der Todesstrafe bei Verbrechen wie Vergewaltigung, Terror oder Hochverrat unterstützen würden.  

Nationales Infanteriegewehr MPT76
Leiter türkischer Waffenschmiede nach Weitergabe von Geheimplänen an US-Fima festgenommen

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Ankara (nex) – Der Leiter der größten Waffenproduktionsstätte der Türkei MKEK in Kirikkale, Mustafa Tanriverdi, wurde am vergangenen Donnerstag von Sicherheitskräften wegen Spionageverdachts festgenommen. Tanriverdi wurde am selben Tag wegen des Verrats von Staatsgeheimnissen und der Untreue gegenüber dem Staat verhaftet. Der MKEK-Chef wurde beim Versuch des Verkaufs von technischen Zeichnungen und Arbeitsplänen an einen US-amerikanischen Waffenlieferanten auf frischer Tat ertappt. Tanriverdi sollte für den Deal 1,2 Millionen US-Dollar bekommen – die Forschungs- und Entwicklungskosten des Projekts liegen nach Angaben des Verteidigungsministeriums bei 22 Millionen Dollar. Tanriverdi konnte dank der Mitteilung der US-amerikanischen Firma an die türkischen Behörden gefasst werden. Aufgrund dieser Information wurden technische Überwachungsmaßnahmen gegen ihn eingeleitet. Der Verdächtige wurde in einem Restaurant im Distrikt Sögütözü (Ankara) festgenommen, in dem er ein Treffen mit den Vertretern der US-Firma organisiert hatte.
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Bei den Vertretern handelte es sich allerdings um verdeckte Ermittler der türkischen Polizei. Diese übergaben Tanriverdi die Tasche mit den 1,2 Millionen US-Dollar. Die Seriennummern der Banknoten habe man zuvor notiert. Tanriverdi wurde beim Verlassen des Restaurants von einer Spezialeinheit der Polizeibehörde Ankara, Abteilung Organisierte Kriminalität, festgenommen. Nach Angaben des türkischen Privatsenders NTV gestand Tanriverdi den Versuch des Verkaufs des ersten nationalen Infanteriegewehrprojekts der Türkei, das dieses Jahr in Produktion gehen solle. Die türkische Verteidigungsindustrie hat in jüngster Zeit ihre Bemühungen zur Realisierung der einheimischen Waffenproduktion verstärkt. Ministerpräsident Davutoglu erklärte, dass die Regierung neue Verteidigungsprojekte in Höhe von 5.9 Milliarden US-Dollar genehmigt habe, von denen 4.5 Milliarden für Projekte der einheimischen Produktion vorgesehen seien.  

Solidarität gegen den Terror
US-Botschafter Bass fordert PKK zu Gewaltverzicht auf

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Ankara (nex) – Der US-Botschafter in Ankara, John Bass, hat sich auf deutliche Weise hinter das Recht der türkischen Regierung gestellt, die Bevölkerung gegen terroristische Drohungen und Gewaltakte zu verteidigen, die sich gegen die Bürger richten. Was die Regierung gegen die Gewalt der PKK unternehme, sei sehr stark in diesem Zusammenhang zu sehen. Botschafter Bass betonte, dass die PKK aus Sicht der USA eine Terrororganisation darstellt und er rief die Terroristen dazu auf, ihre gewalttätigen Angriffe zu beenden und ihre Waffen niederzulegen. In einer Rede vor der Vereinigung der diplomatischen Korrespondenten am Donnerstag in Ankara erklärte er: „Wir rufen die PKK noch einmal auf, ihre Kampagne der Gewalt zu beenden, ihre Waffen niederzulegen und in einen legitimen Konversationsprozess einzutreten, soweit sich für einen solchen Möglichkeiten bieten.“
 
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Es sei, so John Bass, wichtig, sich daran zu erinnern, warum sich diese Gewalt [im Südosten der Türkei] ereigne. Sie ereigneten sich, weil die PKK sich dazu entschlossen habe, terroristische Anschläge zu verüben und die Autonomie für politische Zonen innerhalb urbaner Zusammenhänge zu erklären. „Es ist natürlich für eine Zentralregierung, gegen die terroristische Bedrohung Maßnahmen zu ergreifen, egal, ob sich diese in einer ländlichen oder urbanen Gegend manifestiert“, so Bass hinsichtlich der andauernden militärischen Operationen türkischer Sicherheitskräfte gegen die PKK in der Südosttürkei. Der Terrorismus in der Region sei eine der großen Herausforderungen, denen beide Länder begegneten, erinnerte Bass und unterstrich die Wichtigkeit einer koordinierten Anstrengung mit türkischen Offiziellen im Rahmen ihres Kampfes gegen den Terrorismus.   Bezüglich der Demokratischen Unionspartei (PYD), die von der Türkei als syrischer Arm der PKK betrachtet wird, bemerkte der Botschafter, dass die USA diese nicht als terroristische Organisation einstuften. Allerdings, so Bass, verstehe man die türkische Besorgnis. „Wir behalten die Sorgen der Türkei bezüglich der Möglichkeit einer auf der gesamten Länge von der PYD kontrollierten türkisch-syrischen Grenze und bezüglich der türkischen Befürchtungen einer daraus resultierenden Gefahr für die nationale Sicherheit im Auge und gehen sensibel mit dem Thema um“, sagte Botschafter Bass. Der Diplomat erklärte auf Nachfrage, die USA würden die YPG – die Bürgerkriegstruppe der PYD – nicht mit Waffen oder Munition versorgen. Auf Zeitungsartikel angesprochen, denen zufolge von den USA an die PYD gelieferte Waffen in die Hände der PKK geraten wären, die anschließend auch gegen die türkischen Streitkräfte verwendet worden wären, stellte Bass klar, dass diese Waffen ursprünglich an irakische Sicherheitskräfte geliefert worden seien, nicht an die PYD.

Schrecksekunde in Mecidiyeköy
Istanbul: Klangbombe nahe einer Busstation explodiert und verletzt drei Menschen

Istanbul (nex) – Drei Menschen wurden am heutigen Samstag leicht verletzt, als eine Klangbombe in der Istanbuler Wohngegend Mecidiyeköy detonierte. Die Bombe wurde auf einem Überweg nahe der Metrobusstation platziert und detonierte um etwa 20.45 Uhr. Drei Menschen wurden im Zuge der Explosion leicht verletzt und zur Behandlung in nahe gelegene Krankenhäuser gebracht. Eine größere Zahl von Sicherheitskräften und ein Polizeihelikopter wurden gemeinsam mit Rettungskräften zum Tatort gebracht. Eine Untersuchung wurde eingeleitet. Um die Verantwortlichen für die Tat ausfindig zu machen, wird in alle Richtungen ermittelt.

Schwer krankes Mädchen besucht Papst
Treffen mit Papst: Turkish Airlines erfüllt Familie eines erblindenden Mädchens Herzenswunsch

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Rom (nex) – Die Geschichte der fünfjährigen Lizzy Myers aus Ohio, die auf Grund einer seltenen genetischen Anomalie voraussichtlich innerhalb der nächsten fünf bis sieben Jahre kontinuierlich erblinden wird, hat Temel Kotil, den Generalmanager von Turkish Airlines, so stark bewegt, dass er sich an der Erfüllung eines der Herzenswünsche ihrer Eltern beteiligt hat. Da die kleine Lizzy am Usher Syndrom Typ II leidet, stehen ihre Eltern vor der Herausforderung, für ihre Tochter eine visuelle Wunschliste anzulegen und soweit es geht, diese abzuarbeiten, so lange noch Zeit bleibt. Temel Kotil hat der Familie in diesem Zusammenhang angeboten, ein Rundtripticket der Turkish Airlines in ein Land ihrer Wahl in Anspruch zu nehmen. Familie Myers hat sich für eine Reise nach Rom entschieden. Neben den vielen Eindrücken, die diese Stadt bietet, sollte vor allem ein Besuch bei Papst Franziskus auf dem Programm stehen. Der italienische und katholische Hintergrund der Familie spielte bei der Auswahl des Reiseziels eine bedeutende Rolle. Am Mittwoch war es so weit und Familie Myers konnte gemeinsam mit ihrer Tochter den Papst treffen, der das Mädchen umarmte und seine Augen segnete. Die Eltern sprachen von einem „absolut beglückenden“ Verlauf des Treffens. „Der Papst bat uns, für ihn zu beten und sagte, er würde das Gleiche für uns tun“, erzählte die Mutter des fünfjährigen Mädchens. „Als Papst Franziskus dorthin kam, wo Lizzy war, kam eine Ruhe über mich, die ich nicht erklären kann“, beschrieb Vater Steve die Begegnung. Er und Mutter Christine Myers hoffen nun darauf, dass vielleicht doch noch ein Heilmittel für die seltene Krankheit ihrer Tochter gefunden werden kann, bevor die Erblindung eintritt.

Neue Hoffnung gegen Krebs
Hoffnung in der Medizin: Immuntherapie in der Krebsbehandlung macht rapide Fortschritte

Paris (nex) – Die Immuntherapie hat im Laufe der vorangegangenen Jahre eine Renaissance erlebt, erklärte Dr. Marie-Paule Sablin, Onkologin am Forschungszentrum des Curie-Instituts in Paris, in einem Exklusivinterview mit der Nachrichtenagentur Anadolu über neue Typen von Krebsbehandlungen.
Jüngst kristallisierte sich die Immuntherapie, eine neue Form von Krebsbehandlung, als eine sehr beliebte Methode in Europa heraus. „Im Rahmen dieser Behandlung können alle Arten von Tumoren geheilt werden“, erklärte Sablin. „Die Immuntherapie ist noch effektiver geworden in der Bekämpfung aller Formen von Krebs, insbesondere von Lungenkrebs.“
Sablin betonte, dass Forschungsreihen und klinische Tests zur Immuntherapie und anderen molekularen Behandlungen kontinuierlich stattfinden und auch konkrete Ergebnisse zutage fördern.
„Wann immer Tests bezüglich Molekularbehandlungen positiv verlaufen und sie bei Patienten anschlagen, werden wir die Behandlung anwenden“, fügte die Medizinerin hinzu. Was die Nebenwirkungen der Behandlung anbelangt, seien manche bezüglich des Verdauungssystems bekannt, so Sablin. „Wir versuchen, Nebenwirkungen, die bei Krebspatienten auftreten, zu reduzieren.
Bezüglich des Stadiums, in dem sich die Patienten befinden, sollten sie kontinuierlich informiert werden. Was Patienten am meisten brauchen, ist Vertrauen.“ Der Milliardär Michael Bloomberg und weitere Philanthropen haben bislang Spenden in Höhe von insgesamt 125 Millionen US-Dollar an die Johns Hopkins Universität zugesagt, die zum Aufbau eines neuen Forschungsinstituts zur Immuntherapie gegen Krebs bestimmt sein sollen.
Die Immuntherapie verfolgt das Anliegen, das jeweilige individuelle Immunsystem eines Patienten umzuprogrammieren, um Krebszellen zu erkennen und sie zerstören zu können. Forschern zufolge sei die Immuntherapie der am schnellsten wachsende Ansatz zur Behandlung von Krebs und gehöre zu den hoffnungsvollsten Ansätzen im Kampf gegen Krebs.
Die Forschungsarbeit des Instituts wird sich auf Melanome und Krebsarten im Dickdarm, in der Bauchspeicheldrüse, im Unterleib, in der Lunge, der Brust und den Eierstöcken fokussieren. Ein bekannter Krebspatient, der sich einer Immuntherapie unterzog, war der frühere US-Präsident Jimmy Carter.
Der an einem Melanom erkrankte Altpolitiker begann im August des Vorjahres mit seiner Therapie und konnte im Dezember mitteilen, dass der Krebs verschwunden war.

Grenzmauer zu Syrien
Türkei: Fast ein Drittel der Mauer zu Syrien fertiggestellt

Gaziantep (nex) – Nach Angaben türkischer Sicherheitsquellen ist ein Drittel der auf eine Länge von 911 Kilometer angelegten und an der türkisch-syrischen Grenze verlaufenden raketensicheren Mauer fertiggestellt. Das türkische Innenministerium ließ den Gouverneursämtern der an Syrien angrenzenden Provinzen Sirnak, Mardin, Sanliurfa, Kilis, Gaziantep und Hatay für den Mauerbau circa 250 Millionen Türkische Lira zukommen. Aktuell ist diese entlang von Hatay und Sanliurfa fertiggestellt. Die Mauer, deren Vollendung im kommenden Jahr erwartet wird, besteht aus zwei Meter breiten und drei Meter hohen modularen Betonblöcken. Auch Stacheldrahtzäune sollen entlang der Grenze angebracht werden, so die Quellen weiter. Zu den weiteren geplanten Sicherheitsmaßnahmen an der türkisch-syrischen Grenze gehöre auch die Aushebung von Gräben auf einer Strecke von 365 Kilometern in den Provinzen Gaziantep, Kilis, Mardin, Sanliurfa und Hatay. Die Maßnahmen sähen auch die Beleuchtung der Grenzgebiete auf einer Länge von 389 Kilometern vor. Des Weiteren sollen auf einer Strecke von 161 Kilometern Drahtzäune angebracht und auf einer weiteren Strecke von 145 Kilometern die Drähte erneuert werden. Es sollen im Abstand von 50 Metern Patrouillen aufgestellt und die Kontrollpunkte mit Wachposten verstärkt werden. Die Grenze soll rund um die Uhr patrouilliert werden und an strategisch wichtigen Stellen sei die Installation von Überwachungskameras mit Nachtsichtfunktion geplant.    

Streit ums Josefsgrab
Palästina: 1 000 jüdische Siedler stürmen Schrein im Westjordanland

Josefsgrab seit Langem Zentrum der Gewalt zwischen muslimischen Grabbesuchern und extremistischen jüdischen Siedlern Nablus/Israel (nex) – Hunderte israelischer Siedler stürmten am Donnerstag einen Schrein in Nablus im Westjordanland und lösten gewaltsame Auseinandersetzungen mit palästinensischen Jugendlichen aus. „Mindestens 1.150 jüdische Siedler verschafften sich unter dem Schutz der israelischen Armee Zugang zum [Josefsgrab] Schrein und übten dort talmudische Rituale aus“, erzählte Ahmed Shamekh, ein hoher Beamter im nahe gelegenen Flüchtlingscamp Balata, der Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi. Nach Shamekhs Aussagen kamen aus Protest gegen die Stürmung des Schreins mehrere palästinensische Jugendliche zusammen. Die israelischen Soldaten reagierten darauf mit Gummigeschossen und Tränengas. Dabei wurden drei Jugendliche verletzt. Das Josefsgrab stellt schon seit Langem ein Zentrum der Gewalt zwischen muslimischen Grabbesuchern und extremistischen jüdischen Siedlern dar. Die Juden glauben, dass sich hier die Grabstätte des biblischen Patriarchen Josef befinde. Die Muslime stellen dies in Frage und sagen ihrerseits, dass ein muslimischer Imam, Sheikh Yussef Dawiqat, vor zwei Jahrhunderten hier beerdigt worden sei.