Kampf gegen den Terror
Türkei: PKK-Anschlag auf Güterzug – zwei Verletzte

Dortmund (nex) – Wie das Gouverneursamt Van mitteilte, traf eine von PKK-Terroristen gelegte Bombe am gestrigen Sonntag in der osttürkischen Provinz einen Güterzug. Bei dem Angriff wurden zwei Mitarbeiter verletzt und vier Waggons beschädigt. Das Gouverneursamt gab weiter an, dass der Sprengsatz auf das Bahngleis gelegt worden sei. „Der Triebwagen wurde beschädigt und hat gebrannt, vier Waggons waren aus den Schienen gesprungen“, heißt es in einer Erklärung. Die Ermittlungen zu dem Anschlag seien angelaufen. Zuvor hatte die Leitung der Eisenbahnstation im Distrikt Saray gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu erklärt, dass PKK-Terroristen die Bombe in dem Moment gezündet hätten, als der Zug TCDD-53032 aus der von Saray zehn Kilometer entfernten türkisch-iranischen Grenzstadt Kapiköy vorbeigefahren sei.   Die PKK wird von der Türkei, den USA und der EU als eine Terrororganisation eingestuft. Sie hat im Juli vergangenen Jahres ihren 30-jährigen Kampf gegen den türkischen Staat wiederaufgenommen. Seitdem wurden bei PKK-Anschlägen mehr als 600 Sicherheitskräfte sowie zahlreiche Zivilisten, darunter auch Frauen und Kinder, getötet, während bei Anti-Terror-Einsätzen über 7.000 PKK-Terroristen eliminiert wurden.
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Türkei nach dem Putsch
Türkischer Offizier: „Der nächste Putsch steht der Türkei bevor“

Ankara (TP/nex) – Die Türkei kommt nach dem Putschversuch am 15. Juli nicht zur Ruhe. Nach dem gescheiterten ersten Putschversuch war die Bevölkerung lange Zeit landesweit auf „Demokratiewachen“ verharrt, bis schliesslich die türkische Regierung die Massen aufrief, die Mahnwachen zu beenden. Dennoch sitzt der Schock tief und alles was seitdem auch nur annähernd als ein weiterer herannahender Putsch wahrgenommen wird, führt zu Überreaktionen. So in Inneranatolien, wo kurz nach dem 15. Juli hintereinander gleich zwei mal in der Großstadt Konya der Strom ausfiel und zu Massenansammlungen vor dem Verwaltungsgebäude des Gouverneurs führte, die nur mit Mühe und Not davon überzeugt werden konnten, diese aufzulösen. Die Menschen hatten angenommen, dass die „Putschisten“ die Stromzufuhr der Stadt gekappt haben, um eines der größten Städte Anatoliens zu übernehmen. Es gibt aber auch ernstzunehmende Hinweise, dass das Damoklesschwert, die schon einmal über die Türkei hinwegrauschte, ihren oberen Zenit erreicht hat und mit aller Macht zurückschwenkt. Vor allem die zunehmende Anwesenheit europäischer Diplomaten im  Osten des Landes, behagt den Türken in keinster Art, wird sie doch gleich als eine innere Einmischung bis hin zu Agitation hingestellt. Die Wahrnehmung als solches hat einen trifftigen Grund. Vor und während dem Ersten Weltkrieg hatten vor allem britische wie us-amerikanische aber auch französische Agitationen dazu geführt, dass die Palästinafront fiel und damit der gesamte Nahe Osten samt Mesopotamien in britisch-französisches Mandat geriet. Von dieser Erfahrung geprägt, wird jede Bewegung dahingehend mit Argwohn beobachtet. Aber stellen sie sich vor, der türkische Botschafter oder Konsul würde in Europa innerpolitisch heikle Regionen aufsuchen und mit der Opposition, Kritikern oder regionalen Größen in Kontakt treten, ohne dass das in der Öffentlichkeit direkt wahrgenommen und erst später publik wird! Die Regierungen dieser Länder würden nicht nur eine Verbalnote aussprechen, auch die Medien würden sich darüber einige kritische Gedanken machen. Solche Gedanken treten seit dem 15. Juli jetzt vermehrt auf. Jüngst berichtete die AKP-kritische Tageszeitung „Aydinlik“, dass die britische Diplomatie seit 3 Monaten ein reges Interesse daran hat, den Osten des Landes vermehrt aufzusuchen, darunter immer wieder mächtige kurdische Clans, sogenannte Asirets. Vorrangig sollen dabei Regionen zwischen Mardin und Hakkari besucht worden sein. Die Beobachtungen gehen sogar so weit, dass die britischen Diplomaten auch nicht an Straßensperren der terroristischen PKK hängen bleiben, sondern geradezu unbehelligt passieren können. Solche Berichte nahmen auch nationalistische Blätter ernst und ihre Recherchen stimmen mit weiteren Ausführungen dahingehend überein. Eine andere Region kommt in diesem Zusammenhang auch ins Gerede. Der äusserste Nordosten des Landes, in der gerade die Wasserkraft und der Erzabbau hohe Wellen schlagen. Besonders der Erzabbau in Artvin und Rize hatte zeitweise die Sprengkraft wie bei den Gezi-Protesten, konnten aber durch Zusagen der Regierung abgeschwächt werden. Dennoch ist die Lage noch lange nicht entschärft und wird auch durch die bereits fertig gestellten oder geplanten Pumpspeicherkraftwerken immer wieder angeheizt. Auch hier waren Diplomaten unterwegs, vor allem us-amerikanische, die in einigen Orten mit der Bevölkerung bzw. örtlichen Umweltschützern zusammen kamen. Nebenbei hat sich dieses Gebiet, anders als in der Vergangenheit, auch zu einem Spielfeld der PKK entwickelt. Jüngstes Opfer dieser Umtriebe der PKK, die in dieser Region kaum Sympathien gewinnen kann, war der Vorsitzende der Republikanischen Volkspartei (CHP) Kemal Kilicdaroglu, der nur knapp einem Straßen-Hinterhalt entkam, die von PKK-Terroristen aufgestellt wurde. Zwar bedauerte die PKK den Zwischenfall im nachhinein, man habe es nicht gezielt auf den Vorsitzenden einer Partei abgesehen, doch Kilicdaroglu ist sich bis heute sicher, dass der Anschlag ihm persönlich galt. Diese und weitere Einmischungen europäischer Diplomatie tragen überhaupt nicht dazu bei, dass der Argwohn gegenüber der EU aber auch den USA abgebaut wird, die seit der verspäteten Anteilnahme zum Putschversuch immens angestiegen ist. Im Gegenteil, die Wahrnehmungen werden auch durch europäische Berichterstattung und vor allem durch innermediale Analysen und Expertenmeinungen geradezu geschärft. Die Hiobsbotschaft des Oberst a.D. Hasan Atilla Uğur, die jetzt erneut für Furore sorgt, kommt zu einem Zeitpunkt, in der die Normalität wieder den Alltag zu prägen schien. Sämtliche nahmhafte Tageszeitungen berichten über die Feststellung des hochdekorierten Offizier, der einst den PKK-Terrorfürsten Abdullah Öcalan als erster vernommen hatte und in zahlreichen antiterroristischen Operationen teilnahm sowie im militärischen Nachrichtendienst lange Zeit tätig war, bevor er im fortgeschrittenem Alter die Waffe am Halfter gegen Stift und Laserpointer austauschste und schliesslich sich zur Ruhe setzte. Die Ruhe als Oberst a.D. hielt aber nicht lange an, als er wegen Verdächtigungen erst im „Ergenekon“, dann im „Balyoz“ Prozess angeklagt wurde und 2013 zu insgesamt 29 Jahren verurteilt wurde. Zusammen mit dem ehemaligen Generalstabschef Ilker Basbug kam der Oberst jedoch 2015 aufgrund von Unzulänglichkeiten bei der Beweisführung durch die Staatsanwaltschaft, fingierten Beweismitteln und Falschaussagen frei. Oberst a.D. Hasan Atilla Uğur richtete bereits sehr früh seine Verdächtigungen in Richtung „FETÖ“ und PYD bzw. PKK, erkannte und warnte auch als einer der wenigen vor einem bevorstehenden Putschversuch vor de 15. Juli. Jetzt warnt Uğur erneut vor einem bevorstehenden zweiten Putschversuch, der noch dieses Jahr, spätestens im November gestartet werden soll. Laut dem pensionierten Offizier hat er konkrete Hinweise, wonach die zweite „Welle“ weitaus blutiger vonstatten gehen wird und, falls man dagegen nicht gerüstet sei, die Zerschlagung der Türkei insgesamt zur Folge haben werde. Auch Hasan Atilla Uğur sieht einen Zusammenhang zwischen den Auftritten europäischer Diplomaten im Osten des Landes, den auf Zypern stationierten britischen Infanterieregimentern, deren Zahl ungewöhnlich stark aufgestockt worden sein soll und der momentan noch nicht gänzlich vom „FETÖ/PYD bereinigtem“ Staatssystem. Uğur behauptet gar, dass der Putschversuch von jenen im Land unterstützt werde, die eine US-konforme Syrien-Politik vertreten. Der zweite Putschversuch soll diesmal mit Terror- und Bombenanschläge im Osten wie auch im Westen eingeleitet werden. Ausserdem könnten die größeren Gefängnisse des Landes mit FETÖ-Verdächtigen aufgesperrt werden, um so die Putsch-Bewegung zu verstärken.

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"Geheimste der Geheimagenten"
Bochum: Deutscher Geheimagent Mauss wegen Steuerhinterziehung vor Gericht

Bochum (nex) – Der bekannte deutsche Geheimagent Werner Mauss steht ab Montag vor dem Landgericht Bochum, wo er sich wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in Millionenhöhe verantworten muss. Laut Staatsanwaltschaft soll Mauss in der Zeit zwischen 2002 und 2013 Einkünfte zwischen 1,87 und 5,22 Millionen Euro nicht versteuert und damit das Finanzamt um Einkommenssteuer und Solidaritätszuschläge in Höhe von insgesamt mehr als 15 Millionen Euro geschädigt haben. Durch eine Steuer-CD aus Liechtenstein kamen die Behörden Mauss auf die Spur. Der frühere Staubsaugervertreter von „Vorwerk“ bestreitet alle Vorwürfe. Er habe, so seine Anwälte, ein Vermögen verwaltet, das ihm wirtschaftlich nicht zuzurechnen sei. Mauss zufolge soll es sich bei dem Geld, das die Staatsanwaltschaft ihm zurechnet, um Mittel eines Fonds handeln, der von Israel aus verwaltet werde und einem Geheimbund zuzurechnen sei, dessen Sprecher der ehemalige Verteidigungsminister Amir Peretz wäre. Dieser soll mithilfe des Geldes gegen Terroristen und Kriminelle vorgegangen sein. Mauss war vielfach in verdeckter Funktion für die Bundesregierung und für Polizeibehörden tätig. Er soll für Bundeskriminalamt, Verfassungsschutz und Bundesnachrichtendienst Aufträge ausgeführt haben. Auch Versicherungen, Ölkonzerne, der Vatikan und der Staat Israel sollen auf der Liste seiner Auftraggeber gestanden haben. Mauss habe unter anderem 2012 Papst Benedikt XVI. vor einem geplanten Giftanschlag vonseiten der sizilianisch-kolumbianischen Drogenmafia gerettet. Im Falle einer Verurteilung droht Mauss eine mehrjährige Haftstrafe.      

12 Zentimeter Schnee in Palandöken
Diesjährige Ski-Saison der Türkei hat begonnen

Früher Wintereinbruch in der Osttürkei Erzurum (nex) – Die osttürkische Provinz Erzurum hat am vergangenen Freitag ein frühzeitiges Wiedersehen mit dem Winter erlebt: Bei Temperaturen unter einem Grad Celsius fiel der erste Schnee der Saison. In den Bergregionen Erciyes, Kösedag oder Arkut ist Schneefall im September nichts Ungewöhnliches. Aber der Wetterwechsel überrumpelte die Einwohner der höchstgelegenen Stadt der Türkei dennoch, als sie am Morgen ein von einer Schneedecke überzogenes Stadtzentrum vorfanden. In den Hauptskizentren des Landes gab es ebenfalls bereits den ersten Schnee. Die Schneehöhe beträgt im Skigebiet Palandöken 12 Zentimeter. Auch das Skizentrum Kartalkaya verzeichnete schon beachtliche Schneefälle.

Umstrittene Abstimmung
Karadzic-Rede 1992: Serben erklären 9. Januar zum Feiertag

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Sarajevo (nex) – Die Wahlberechtigten der Republika Srpska haben am Sonntag mit 99,8 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen in einem Referendum den 9. Januar zum Nationalfeiertag erklärt. Die Abstimmung wurde abgehalten, obwohl das Verfassungsgericht von Bosnien und Herzegowina es zuvor untersagt hatte, den Feiertag auszurufen. Als Begründung gab das Gericht an, dieser Schritt würde die übrigen ethnischen Gruppen des Staates diskriminieren. Der Feiertag nimmt Bezug auf den 9. Januar 1992, als der damalige Anführer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, die Republika Srpska ausgerufen hatte. Karadzic wurde am 24. März 2016 wurde vom UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag des Völkermordes schuldig gesprochen und zu insgesamt 40 Jahren Gefängnis verurteilt.  Die Serben wollten damit dem späteren Referendum über die Loslösung Bosniens und Herzegowinas vom serbisch dominierten Bundesstaat Jugoslawien zuvorkommen, das im März des Jahres abgehalten wurde. Dieser Akt löste einen blutigen Bürgerkrieg in der früheren jugoslawischen Teilrepublik aus, der etwa 100 000 Tote forderte, ehe er 1995 im Abkommen von Dayton beendet werden konnte. Das bosniakische Mitglied im bosnischen Staatspräsidium, Bakir Izetbegovic, erklärte, das nunmehrige Referendum würde neben der Rechtsprechung des Höchstgerichts auch die 1995 getroffene Vereinbarung verletzen. In der Serbenhochburg Pale zeigte man sich unbeeindruckt und feierte das Ergebnis des Referendums mit einem Feuerwerk. Der Präsident der bosnischen Serben, Milorad Dodik, sprach von einem Erfolg eines Volkes, das „für Freiheit und die Rechte der Republik“ kämpfe. In der serbischen Bevölkerung des nach wie vor instabilen Bundesstaates Bosnien und Herzegowina fühlt man sich vor als Verlierer des Auflösungsprozesses des früheren Jugoslawien.

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Einwanderungstopp für Türken
Niederlande: Politiker Geert Wilders will keinen einzigen Türken zusätzlich im Land haben

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Dortmuind (nex) – Der Führer der rechtsextremen niederländischen „Partei für die Freiheit“ (PVV), Geert Wilders, erklärte am Mittwoch in einer Debatte im Parlament in Den Haag, er wolle „nicht einen einzigen Türken“ zusätzlich im Land haben, und verlangte einen Einwanderungstopp für türkische Staatsangehörige. Der Fraktionsvorsitzende der VVD, der Mehrheitspartei im Parlament, Halbe Zijlstra, unterstützte Wilders und erklärte: „Türken sollten zurück in die Türkei gehen, wenn sie Erdoğan als ihren Führer betrachten.“ Wilders erklärte in seiner Tirade, die Niederländer würden „ihr Land verlieren“ und müssten es „notfalls unter Anwendung militärischer Mittel zurückerobern“. Straffällige Einwanderer sollten ausgewiesen werden. Türken, die auf der Erasmus-Brücke in Rotterdam das Scheitern des Putschversuches vom 15. Juli gefeiert hatten, seien „keine Niederländer, sondern eine fünfte Kolonne“. Widerspruch kam im Parlament vom Vorsitzenden der Partei Grün-Links, Jolein Klaver, der Wilders als „Maulhelden“ bezeichnete und ihn zu einem respektvollen Verhalten gegenüber den Einwanderern im Land aufforderte. Auch der unabhängige Abgeordnete der Einwandererpartei „Denk“, Tunahan Kuzu, machte deutlich, dass die Niederlande auch das Land der niederländisch-türkischen und der niederländisch-marokkanischen Community sei. Jüngsten Meinungsumfragen zufolge könnte die PVV bei den im kommenden März stattfindenden Parlamentswahlen stimmenstärkste Partei werden.    

G7-Gipfel in Karuizawa
G7-Staaten wollen deutsche Regeln für automatisiertes Fahren übernehmen

Düsseldorf (ots) – Die sieben führenden Industrienationen (G7-Staaten) wollen gemeinsame Leitlinien für das computergesteuerte, automatisierte Fahren nach deutschem Vorbild entwickeln. Darauf hätten sich die G7-Verkehrsminister am Wochenende bei einem Treffen im japanischen Karuizawa geeinigt, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) der „Rheinischen Post“. „Der G7-Gipfel in Karuizawa zeigt: Deutschland setzt Maßstäbe bei der Mobilität 4.0“, sagte Dobrindt der Redaktion. „Unsere politischen Initiativen werden zum Vorbild für die internationalen Rahmenbedingungen.“ Die Erarbeitung von Leitlinien auf G7-Ebene werde den Sprung zum automatisierten Fahren weiter beschleunigen und weltweit den Weg ebnen zu einer schnellen Markteinführung. Dobrindt hatte unlängst einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der voll-automatisierte Fahrsysteme ermöglicht und unter anderem die verpflichtende Einführung einer Blackbox vorsieht. Diese zeichnet auf, wann das System aktiv war und wann der Fahrer das Fahrzeug gesteuert hat. Ende September wird außerdem zum ersten Mal die von Dobrindt eingerichtete Ethik-Kommission tagen, die unter dem Vorsitz des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Udo di Fabio Grundsätze für Algorithmen von automatisierten Fahrsystemen entwickeln soll.

Verstoß gegen das Versammlungsgesetz
Kassel: Illegale Pro-PKK-Demo verläuft weitgehend friedlich

Kassel (nex/ots) – Am Samstag kam es zu einer Demonstration kurdischer Jugendlicher in der Innenstadt von Kassel. Unter dem Motto „Keine Waffen nach Kurdistan“ und „Gegen Erdogan für Öcalan“ versammelten sich gegen 22:00 Uhr ca. 30 kurdische Jugendliche und gingen von der Unteren Königsstraße in Richtung Rathaus. Türkische bzw. kurdische Parolen skandierend, wollte sich die Gruppe über den Ständeplatz in Richtung Friedrich-Ebert-Straße bewegen. Dies wurde den Teilnehmern durch die Polizei untersagt. Es wurde ihnen gestattet, über die Neue Fahrt wieder zurück zum kurdischen Kulturverein in die Jägerstraße zurück zu gehen. Im Bereich der Lutherstraße kam es zu einer kleineren Auseinandersetzung zwischen einigen Türken, die mit ihrem PKW in Höhe des Demonstrationszuges anhielten und ausstiegen. Sie provozierten die kurdischen Jugendlichen durch das Zeigen der türkischen Flagge und des sogenannten Wolfsgrußes. Durch die starke Polizeipräsenz konnten die Provokationen unterbunden werden. Ansonsten verlief die Demonstration friedlich und löste sich in der Jägerstraße wieder auf. Für die Verantwortlichen auf Seiten der Demonstranten könnte die Sache noch ein strafrechtliches Nachspiel haben. Es wird geprüft, ob ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz vorliegt, da es sich offensichtlich nicht um eine spontane, sondern um eine geplante Versammlung handelte. Nach einem Bericht des Nachrichtenportals für Kassel und Umgebung hna.de wurden in den frühen Morgenstunden des Freitags zwei Fahrzeuge in Kassel in Brand gesteckt. Die Täter hinterließen des Weiteren eine politische Botschaft: Sie sprühten direkt neben die Fahrzeuge in roter Farbe auf die Straße „PKK-INTIKAM – zu Deutsch: PKK-Rache. Die Kripo des Polizeipräsidiums sucht Zeugen für den Vorfall. Gegen 0.50 Uhr meldete ein Passant bei der Kasseler Feuerwehr zwei in der Maybachstraße brennende Fahrzeuge. Als Polizei und Feuerwehr eintrafen, war es dem Anrufer bereits gelungen, einen der Brandbeschleuniger, der auf dem Reifen eines weißen Sprinters mit dem Schriftzug „Türkische Lebensmittel Istanbul“ angebracht war, zu entfernen. An den Brandbeschleuniger am anderen Fahrzeug, einem C-Klasse-Mercedes, konnte er jedoch nicht herankommen. Der Feuerwehr gelang es, die noch brennenden Fahrzeugteile am Sprinter zu löschen. An den Pkw ging die Polizei mit einem Handfeuerlöscher heran. Wenn auch die Fahrzeuge nicht komplett ausbrannten, entstand ein Gesamtschaden von 10.500 Euro. Den Schriftzug „PKK-INTIKAM“ entdeckten die Beamten der Kripo Nordhessen nach den Löscharbeiten. Da die Sprühfarbe noch frisch gewesen sei, bestehe ein „enger Tatzusammenhang zu den Brandstiftungen“, heißt es weiter auf lokalo24.de. Da ein politisches Motiv hinter der Tat vermutet wird, ermitteln die Beamten des Zentralkommissariats des Polizeipräsidiums Nordhessen. Zeugen, die Beobachtungen gemacht haben und Hinweise auf den oder die Täter geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0561-9100 beim Polizeipräsidium Nordhessen zu melden.

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Integration
Schweizer Politikerin will den Flüchtlingen das Fernsehen verbieten

Von Peter Z. Ziegler Basel (BZZ) – Eine „Rekrutenschule“ sollen die Flüchtlinge in der Schweiz durchlaufen, so wie junge Soldaten bei der Armee. Das forderte in der „Schweiz am Sonntag“ eine Politikerin der Grünen. Die 51jährige Susanne Hochuli seit 2009 Regierungsrätin im Kanton Aargau und leitete dort das Departement Gesundheit und Soziales. Hochuli tritt nicht mehr zu den Wahlen an. Auf ihre Zukunftspläne angesprochen, sagte sie: „Anfang Jahr werde ich 1000 Kilometer an die Ostsee wandern“. Ihrer Partei hat sie ein Erbe hinterlassen, das bei den Rechtspopulisten Zustimmung und bei der deutschen AfD NachahmerInnen finden dürfte. Ihrer Meinung nach sollte die Schweiz «deutlich strenger» sein bei der Integration von Schutzsuchenden aus dem Ausland. Asylsuchende sollen für Obdach, Bargeld und Fernseher auch etwas tun, so lautet ihre Forderung. «Wer zu uns kommt, soll ein Dach über dem Kopf, zu essen, medizinische Versorgung und Sicherheit erhalten», sagte die Grünen-Politikerin der Zeitung «Schweiz am Sonntag». Das gebe es aber nicht umsonst. «Wer dies und die 10 Franken pro Tag will, der soll eine Integrations-RS durchlaufen.» (RS steht in der Schweiz für Rekrutenschule.) Ein solcher Intensivkurs sähe für sie folgendermassen aus: «Am Morgen geht´s in den Deutschkurs und am Nachmittag zur Arbeit. Egal, ob es ihnen passt. Es wird gemacht», sagte sie. Susanne Hochuli zeigt Verständnis für Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Im Asylwesen sei jahrelang einiges schiefgelaufen. «Mehr und mehr fühlen sich Menschen, die ein Leben lang in die Sozialwerke eingezahlt haben, benachteiligt. Sie stören sich daran, dass die Asylsuchenden einfach da sind und nicht arbeiten.» Das liege aber auch am System. Die Asylverfahren müssten beispielsweise kürzer werden, maximal rund 100 Tage. «Es ist fatal, wenn wir heute teilweise eineinhalb Jahre brauchen, um ein Gesuch zu bearbeiten. Die Asylsuchenden können in dieser Zeit nur herumhängen, und das Geld kommt einfach.» Die rechtspopulistische „Basler Zeitung“, die dem Milliardär Blocher gehört und ein Näheverhältnis zur SVP hat, druckte die Kernsätze von Hochuli umgehend nach. Im Stil eines Feldwebels der Rekrutenschule, so ihre Kritiker, fordert die Politikerin: Es sei wichtig, dass Flüchtlingen von Anfang erklärt werde, «wie es hier läuft und was wir von ihnen verlangen». Sie müssten Kultur, System, Recht und Pflichten verstehen. «Den Leuten ist oftmals nicht bewusst, dass die Bevölkerung von morgens bis abends arbeitet, damit wir sie unterstützen können». In den sozialen Medien zollte die SVP der Grünen bereits lauten Beifall. Mehr Härte würde Susanne Hochuli auch im Alltag zeigen: Bei ihr dürften Flüchtlinge beispielsweise keinen Fernseher haben, sagte sie. «Das Fernsehen schadet der Integration, teilweise läuft der TV den ganzen Tag.» Sie könne zwar verstehen, dass das Gerät ein Tor zu Heimat sei. «Trotzdem sollten nur diejenigen einen haben, die ihn selbst kaufen und auch die Fernseh-Gebühren selbst zahlen können.»

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Türkischer Premierminister: „Behandelt die Flüchtlinge so wie eure Kinder und Geschwister“

 

Cascade Mall-Attentat
Amoklauf im US-Einkaufszentrum: Polizei verhaftet Türken

  Dortmund (nex) – Die Polizei im US-Bundesstaat Washington hat am gestrigen Samstag den mutmaßlichen Amokschützen vom Einkaufszentrum in der 8.000-Einwohnerstadt Burlington festgenommen. Arcan Cetin wird verdächtigt, in der vergangenen Freitagnacht vier Frauen und einen Mann in der Cascade Mall mit einem Gewehr erschossen zu haben. Der Türkischstämmige habe 2015 die High School abgeschlossen und besitze eine dauerhafte Aufenthaltsberechtigung für die USA. Die Polizei nahm Cetin Medienberichten zufolge in einer Straße der Stadt fest. „Er sagte nichts“, so Lieutenant Mike Hawley „irgendwie zombiemäßig – das bringt es am besten auf den Punkt.“ Polizeiberichten zufolge war Cetin im vergangenen Juni wegen Körperverletzung festgenommen worden. Er sei zwar nicht verurteilt worden, habe sich jedoch im August einer psychiatrischen Untersuchung unterziehen müssen, die im März abgeschlossen worden sei. Seit vergangenem Monat habe sich der 20-Jährige in psychologischer Behandlung befunden. 2014 habe sich Cetin wegen häuslicher Gewalt vor Gericht verantworten müssen und sich infolge eines Kontaktverbots seinen Eltern nicht nähern dürfen. Er sei nicht verurteilt worden. Das Kontaktverbot sei später während einer Anhörung in Anwesenheit seiner Eltern aufgehoben worden. Am gestrigen Samstag wollten die Behörden die Identität der Opfer nicht bekanntgeben, doch nach einer Meldung des örtlichen TV-Senders KOMO teilte ein Freund einer der betroffenen Familien mit, dass es sich bei einem der Opfer um Sarai Lara, eine 16-Jährige, die als Kind eine Krebserkrankung überlebt habe, handele. „Sie war ein starkes Mädchen, sie erzählte mir viel über ihr Leben, und ich vertraute ihr alles an“ so der Bekannte, der anonym bleiben wollte. „Sie gab mir Ratschläge und half mir viel. Sie erzählte mir, wie sie ihre Haare verloren hatte und alles.“ Die Ermittler waren zunächst von vier Opfern ausgegangen und hatten den Verdächtigen als Lateinamerikaner beschrieben. Jedes Jahr kommen in den USA mehr als 30.000 Menschen durch Waffen ums Leben, über ein Drittel davon sind Morde.