Flüchtlingslösungen
Türkei: Geld-Karten für eine Million weiterer Flüchtlinge aus Syrien

Ankara (nex) – Eine Million in der Türkei lebender Flüchtlinge wird künftig mit Kreditkarten auf Guthabenbasis ausgestattet. „Es ist ein Projekt zur sozialen Sicherheit, das als gutes Beispiel für die Welt dienen wird“, erklärte Kerem Kinik, der Vorsitzende des türkischen Roten Halbmonds, am Montag im Rahmen einer Veranstaltung zur Vorstellung des Projekts in Ankara. Etwa 350 Million Euro sollen zu seiner Umsetzung aufgewendet werden. Jede Karte wird mit einem monatlichen Guthaben von 100 TL (ca. 30 Euro) aufgeladen. Mit dem Geld können die Flüchtlinge Nahrung, Kleidung und Gesundheitsdienstleistungen bezahlen. Das Projekt wird aus jenen sechs Milliarden Euro finanziert, welche die EU im November des Vorjahres als Eigenbeitrag zum Flüchtlingsdeal mit Ankara zugesagt hat. Umgesetzt wird es vom türkischen Roten Halbmond, der Katastrophenschutzbehörde AFAD, dem türkischen Ministerium für Familie und Soziales und dem Welternährungsprogramm der UNO. Kinik wies noch einmal darauf hin, dass die Türkei derzeit drei Millionen Flüchtlinge beherberge und man fieberhaft daran arbeite, noch mehr hilfsbedürftige Syrer zu erreichen. AFAD-Präsident Mehmet Halis Bilden erklärte, die Türkei habe seit Beginn des Bürgerkrieges im Nachbarland 25 Milliarden US-Dollar für die Betreuung der Flüchtlinge aufgewendet, während internationale Einrichtung lediglich 512 Millionen aufgewendet hätten. Alleine mehr als 260 000 Flüchtlinge seien in 26 Zeltstädten untergebracht, die über 12 Provinzen der Türkei verteilt sind. In diesen Zeltstädten kommen bereits ähnliche Karten zum Einsatz. Im Oktober sollen die ersten Begünstigten des neuen Projekts ihre Karten beantragen können.

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Niedergang des Journalismus
Wahrheit oder Fake: Manipulierte Bilder und die Schwierigkeiten im Journalismus

Mainz (ots) – Nie war es einfacher, Bild- und Videoaufnahmen zu fälschen als heute mit den digitalen Möglichkeiten. Nie war die Öffentlichkeit mehr in Gefahr, sich durch manipulierte Bilder fehlleiten zu lassen. Die Dokumentation „Das manipulierte Bild“ von Claus U. Eckert (Donnerstag, 29. September, 20.15 Uhr) lässt die Zuschauer in die Welt der digitalen Manipulation eintauchen und zeigt, welche Auswirkungen sie auf den Journalismus hat, und mit welchen Methoden die Fälschungen enttarnt werden können. Die digitale Manipulation macht auch vor Nachrichtenbildern nicht Halt: Dutzenden Fotoreportern wurde in den vergangenen Jahren nachgewiesen, ihre Bilder dramatischer und spektakulärer gestaltet zu haben. Mehr noch: Bilder werden eingesetzt, um Fakten in ihr Gegenteil zu verkehren. Mit Satellitenbildern wollte Russland der Ukraine die Schuld am Abschuss der Malaysia-Airlines-Maschine über der Ost-Ukraine zuschieben. Doch eine forensische Untersuchung internationaler Experten ergab, dass die Aufnahmen gefälscht wurden. Die Raketensysteme wurden – so die Ansicht der Sachverständigen – nachträglich in das Bild montiert. Derartige Manipulationen sind vor allem in Krisensituationen und internationalen Konflikten an der Tagesordnung. Nachrichtenredaktionen wie die des ZDF-„heute journals“ beschäftigen mittlerweile eigens geschulte Mitarbeiter, die die TV-Bilder unbekannter Quellen verifizieren. Anhand von GPS-Daten, Wetterlage, Gebäuden oder Soldatenuniformen versuchen die Experten, den Wahrheitsgehalt der Quellen zu überprüfen. Ein anderes Problem ist die Bedeutung von Bildern zur Informationsvermittlung in den sozialen Netzen. Bilder werden massenhaft gepostet und geteilt, oft ungeprüft. Und immer häufiger zeigen die Bilder nicht das, was sie vorgeben zu zeigen. Wie zuletzt bei dem Amoklauf in einem München er Einkaufszentrum. Gert Scobel und seine Gäste diskutieren in der Sendung „scobel – Niedergang des Journalismus“(im Anschluss, 21.00 Uhr) über Lügenpressevorwürfe, (neue) Medienmacht und -Monopole, den Verlust der Öffentlichkeit, Whistleblower, das kostbare Gut der Pressefreiheit und die Suche nach der journalistischen Wahrheit. Lügenpresse-Vorwürfe, Hetzjagden auf Journalisten und ein allgemeiner Vertrauensverlust des Berufsstandes prägen die Wahrnehmung des Journalismus in der Öffentlichkeit. Die Medien werden angeblich zunehmend von Politikern, Wirtschaftsunternehmen und mächtigen Lobbys gelenkt und die Öffentlichkeit auf diese Weise manipuliert. Treffen diese Vorwürfe zu, oder handelt es sich um opportune Verschwörungstheorien? Verliert die vierte Gewalt und mit ihr die Demokratie ihr freiheitliches und aufklärerisches Fundament?

Gert Scobels Gäste sind: Bernhard Pörksen, Universität Tübingen. Stefan Niggemeier, Onlinejournalist und Medienkritiker, Berlin. Susanne Fengler, Erich-Brost-Institut für internationalen Journalismus, Dortmund.

„Wissenschaft am Donnerstag“, 29. September 2016 20.15 Uhr: Das manipulierte Bild, Dokumentation 21.00 Uhr: scobel – Niedergang des Journalismus, Gesprächssendung Erstausstrahlungen

ADAC-Test
Unfallforschung: Sicherheitsdefizite bei Crashs auf der Beifahrerseite

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München (nex) – Bei seitlichen Kollisionen zeigen sich bei den meisten Fahrzeugen Sicherheitsdefizite für die Insassen auf der gegenüberliegenden Seite des Aufpralls. Das haben aktuelle Tests des ADAC ergeben. Laut Automobilclub besteht bei solchen Zusammenstößen die Gefahr, dass der Fahrer beim Aufprall seitlich aus dem Gurt rutscht. Die aktuellen Airbags sind für diesen Belastungsfall nicht ausgelegt. Sie lösen zwar aus, bieten aber keinen Schutz. Die Folge sind erhebliche Verletzungen im Kopf,- Brust-, Hüft- und Beckenbereich durch Aufschlagen auf Armaturen, Türverkleidung und Sitzteilen – wegen geringer Innenraumbreiten vor allem ein Problem von Kleinwagen. Im schlimmsten Fall prallen Fahrer und Beifahrer sogar zusammen und verletzen sich gegenseitig. Auswertungen der ADAC Unfallforschung haben ergeben, dass bei jedem dritten schweren seitlichen Unfall die Kollision auf der Beifahrerseite stattfindet. Aktuell sind die Sicherungssysteme wie Gurt und Airbag jedoch hauptsächlich auf optimalen Schutz bei Crashs auf der Fahrerseite ausgerichtet. Laut ADAC-Experten könnten Verletzungen schon durch einfache Maßnahmen wie die Aktivierung von Gurtstraffern auf den vorderen Sitzen beim Seitencrash erheblich abgemildert werden. Die Insassen bleiben so auch beim Seitencrash an den Sitz gebunden, eine seitliche Verlagerung des Körpers wird minimiert und der mögliche Kontakt mit dem Beifahrer und Teilen des Innenraums verhindert. In vielen Fällen hat auch eine erhöhte Mittelkonsole einen entscheidenden Einfluss auf die Schwere der Unfallfolgen. Letztere, weil sie den Brustbereich stützt und somit die gefährliche Körperverlagerung vermeidet. Mittelkonsolen mit integrierten Airbags könnten in Zukunft verhindern, dass der Fahrer bei einem Seitencrash gegen den Beifahrersitz oder -Beifahrer prallt. Für den Seitenaufpralltest wurden zwei Modelle der Kompaktklasse (gängige Variante) und ein Roadster (hohe Mittelkonsole) ausgewählt. Untersucht wurden in unterschiedlichen Unfallkonstellationen die Auswirkungen auf die Insassen, wenn ein 1,3-tonnen schwerer Barrierewagen mit 50 und 65 Stundenkilometern in die Beifahrerseite prallt. Der ADAC hat die bei den Tests aufgetretenen Sicherheitsdefizite bereits im europäischen Crashkonsortium Euro NCAP thematisiert. Die Erkenntnisse könnten bereits 2020 in dessen Verbraucherschutzprogramm Euro NCAP einfließen und das aktuelle Seitencrashverfahren erweitern.

Dritter Flughafen Istanbul
Istanbul: Neuer Mega-Flughafen wird 100.000 Arbeitsplätze schaffen

CEO des Bau-Konsortiums rechnet mit täglich 2000 Flügen von und zum dritten Flughafen Istanbul (nex) – Istanbuls dritter Flughafen, dessen erster Bauabschnitt im Frühling des Jahres 2018 fertiggestellt sein soll, wird täglich 2000 Flüge bewältigen und jährlich über 100 Millionen Passagiere über 250 Fluggesellschaften abfertigen. Dies betonte Yusuf Akçaoğlu, der CEO des IGA-Konsortiums, der am Montag mit der Nachrichtenagentur Anadolu über den Bau des dritten Flughafens sprach. „Der Atatürk-Flughafen, der etwa nur ein Drittel der Größe des neuen Terminals aufweist, fertigt jährlich 60 Millionen Passagiere ab“, betonte Akçaoğlu und erklärte damit seine Prognose für den neuen Flughafen. Er erinnerte zudem an den Rekord von 1500 Flügen an einem Tag, den der Atatürk-Flughafen am 18. September, dem letzten Tag des Festes Eid al-Adha, aufgestellt hatte. „Wenn wir mit der ersten Bauphase durch sind, wird es auf dem dritten Flughafen 2000 Flüge täglich geben.“ Akçaoğlu fügte hinzu, dass derzeit bereits 30 Prozent des Flughafens fertig sind und dafür etwa 2,4 Milliarden Euro von den insgesamt vorgesehenen sechs Milliarden im Etat aufgewendet wurden. „Es wird vom neuen Flughafen aus Flüge zu mehr als 350 Destinationen weltweit geben“, sagte der Unternehmer voraus. „Das wird den Flughafen zu einer wichtigen Drehscheibe machen. Der neue Airport wird mit 250 Fluglinien zusammenarbeiten.“ Zudem werde der Flughafen 100 000 Arbeitsplätze schaffen und über die größte Parkgelegenheit Europas verfügen. Erst jüngst errichtete Autobahnen und Schnellstraßen werden neben einer Hochgeschwindigkeitszugsverbindung gewährleisten, dass die Anbindung des Airports an das städtische Umland eine enge und schnelle sein wird.
(Foto: AA)
(Foto: AA)

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Universität St. Gallen
Studie: Zunehmende Digitalisierung im Beruf belastet Familienleben

Berlin (ots) – Die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt und ständige Erreichbarkeit im Beruf belasten das Familienleben und wirken sich negativ auf die Gesundheit aus. Das geht aus einer Studie der Universität St. Gallen hervor, die heute in Berlin vorgestellt wurde. Für die Studie mit dem Titel „Auswirkungen der Digitalisierung der Arbeit auf die Gesundheit von Beschäftigten“ wurden mehr als 8.000 deutsche Arbeitnehmer im Juli und August dieses Jahres befragt. Die Untersuchung entstand im Auftrag der BARMER GEK in Kooperation mit BILD am SONNTAG. Als Projektpartner ist die Deutsche Telekom dabei. Anlässlich der Präsentation der Studie sagte Andrea Nahles (SPD), Bundesministerin für Arbeit und Soziales: „Der digitale Wandel stellt uns vor neue Herausforderungen. Wenn wir zu guten, langfristig tragfähigen Lösungen kommen wollen, müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer diese gemeinsam gestalten. Mit Optimismus und Zuversicht kommen wir da weiter, als wenn wir in Angststarre verfallen: Es gilt, neue Flexibilitätskompromisse zu verhandeln, die sowohl den Anforderungen der digitalen Arbeitswelt wie auch den familiären und gesundheitlichen Bedürfnissen der Beschäftigten Rechnung tragen. Dieses wichtige Thema treibe ich im Dialogprozess Arbeiten 4.0 weiter voran.“ „Die Digitalisierung ist voll in der Erwerbsbevölkerung angekommen“, sagte Studienleiter Prof. Dr. Stephan Böhm bei der Präsentation am 27. September 2016 im Axel-Springer-Haus. Die Unterschiede zwischen einzelnen Berufen und Branchen fielen dabei eher gering aus. Spitzenreiter beim sogenannten Digitalisierungs-Score sind laut Studie IT- und naturwissenschaftliche Berufe mit 62 Prozent. Schlusslicht sind Reinigungsberufe mit immerhin noch 37 Prozent. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER GEK, fordert Unternehmen auf, gesundheitlichen Risiken der Digitalisierung rechtzeitig entgegenzuwirken: „Digitalisierung des Arbeitslebens bietet nicht nur Chancen, falsch betrieben führt sie zu gesundheitlichen Risiken. Dem sollten Unternehmen in ihrem betrieblichen Gesundheitsmanagement früh entgegensteuern.“ Nach Angaben von Studienleiter Prof. Böhm geht die Digitalisierung der Arbeitswelt mit einer Reihe von Herausforderungen einher, darunter Einschlafschwierigkeiten, Kopf- und Rückenschmerzen sowie emotionaler Erschöpfung: „Außerdem hängen 18 Prozent aller Konflikte zwischen Arbeit und Familie mit der Digitalisierung zusammen.“ Insgesamt 23 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich durch ihre Arbeit ausgebrannt fühlten. Dennoch steht die Mehrheit der Befragten der Digitalisierung optimistisch gegenüber. Zwischen 51 Prozent in der Gruppe der über 60-Jährigen und 65 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen äußerten sich positiv über den digitalen Wandel. Marion Horn, Chefredakteurin BILD am SONNTAG: „Die Studie widerlegt, dass die Digitalisierung ausschließlich bei jüngeren Erwerbstätigen ein Thema ist. Der digitale Wandel ist in allen Altersschichten und Berufsgruppen angekommen. Erfreulich ist aber, dass so viele der Befragten die Entwicklung mit Zuversicht sehen.“ Anhand des gesammelten und ausgewerteten Datenmaterials konnten die Wissenschaftler Verhaltensweisen und Rahmenbedingungen ausfindig machen, die diesen unerwünschten Begleiterscheinungen entgegenwirken: „Flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte, Sport, Verzicht auf Diensthandy und Dienstcomputer in der Freizeit und eine gute Beziehung zur Führungskraft gehen einher mit verringerten Arbeits- und Familienkonflikten sowie weniger emotionaler Erschöpfung“, so Böhm. Vor allem Führungskräfte und jüngere Berufstätige verspüren laut Studie einen überdurchschnittlichen Digitalisierungsdruck. Die Angst vor Arbeitsplatzverlust durch Technik nimmt mit zunehmendem Alter ab: Während in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen 27 Prozent der Befragten diese Sorge umtreibt, sind es bei den über 60-Jährigen noch 12 Prozent. Dr. Christian P. Illek, Vorstand Personal Deutsche Telekom AG: „Dieses Ergebnis bestätigt mich in meiner Auffassung, dass die Digitalisierung vor allem eine Frage der Haltung ist: Die Menschen wissen, dass wir die zunehmende Digitalisierung nicht aufhalten können. Wir werden diesen Prozess in unserem Sinne aktiv und umsichtig gestalten. Und dort, wo es Ängste und Sorgen gibt, müssen wir die Menschen begleiten und die Chancen der Digitalisierung überzeugend darstellen.“ Über die Studie: Die Studie „Auswirkungen der Digitalisierung der Arbeit auf die Gesundheit von Beschäftigten“ des Center for Disability and Integration der Universität St. Gallen basiert auf einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK. Dabei waren im Juli und August dieses Jahres insgesamt 8019 Teilnehmer befragt worden, darunter Auszubildende, Freiberufler, Beamte, Arbeiter und leitende Angestellte aus verschiedenen Altersgruppen. Die Studie entstand im Rahmen von „Deutschland bewegt sich“ (Twitter-Hashtag: #dbs16): Seit 2003 hat die Gesundheitsinitiative von BARMER GEK und BILD am SONNTAG rund 34 Millionen Menschen mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen deutschlandweit in Bewegung gebracht. Die Studienergebnisse sind repräsentativ für die rund 33,3 Millionen Berufstätigen in Deutschland, die während ihrer Arbeitszeit mit Computern arbeiten oder Mobiltelefone nutzen.

Türkei nach dem Putschversuch
Berlin: Türkische Botschaft fordert Auslieferung mutmaßlicher „FETÖ“-Mitglieder

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Ankara verlangt Ermittlungen über den Verbleib der ehemaligen Staatsanwälte Zekeriya Öz und Celal Kara Berlin (nex) – Ankara hat die deutschen Behörden aufgefordert, zwei hochrangige Gülen-Unterstützer, die der Planung des Putschversuchs vom 15. Juli beschuldigt werden, ausfindig zu machen, festzunehmen und an die Türkei auszuliefern. Wie ein hochrangiger Regierungsvertreter gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu mitteilte, habe die türkische Botschaft in Berlin vor Kurzem eine diplomatische Note an das deutsche Außenministerium gesendet und verlangt, Ermittlungen hinsichtlich des Aufenthaltsorts der beiden ehemaligen Staatsanwälte Zekeriya Öz und Celal l Kara aufzunehmen. Anlass zu dem diplomatischen Schritt in der vergangenen Woche waren Medienberichte, denen zufolge die zwei Flüchtigen, die die Türkei 2013 verlassen hatten, sich derzeit in der süddeutschen Stadt Freiburg aufhielten. Der Regierungsvertreter, der unter der Bedingung der Anonymität mit Anadolu sprach, erklärte, dass die Türkei offiziell um die Überprüfung des Wahrheitsgehalts dieses Berichts gebeten habe. Sollte sollte, die beiden Verdächtigen sofort festzunehmen und an die türkischen Strafverfolgungsbehörden überzustellen. Öz und Kara werden verdächtigt, hochrangige Mitglieder des Gülen-Netzwerks FETÖ zu sein, das vom in den USA lebenden Prediger Fethullan geführt wird. Ankara beschuldigt FETÖ, die staatlichen Einrichtungen infiltriert und den Putschversuch organisiert hätten. Öz und Kara spielten in einer Korruptionsaffäre im Jahr 2013 eine Schlüsselrolle, von der hochrangige Politiker betroffen waren. Später wurden sie der Fälschung von Beweisen als Teil des Staatsstreichs beschuldigt. Die zwei ehemaligen Staatsanwälte wurden seit ihrer Flucht aus der Türkei im Jahr 2015 nicht mehr gesehen, verschiedene Medien bericheten jedoch, dass sie sich in Deutschland versteckten. Deutschland ist eines der Länder, in dem Gülen-Anhänger durch Dutzende Schulen, Unternehmensvereinigungen und Medieneinrichtungen wichtige Aktivitäten ausführen. Trotz des bestehenden Verdachts widerstrebte es den deutschen Behörden die Aktivitäten der Gülen-Anhänger einzudämmen. Sie unterstrichen dabei, dass sie nur im Falle konkreter Beweise, dass diese Einrichtungen gegen die Verfassung und die Gesetze Deutschlands verstießen, handeln könnten.

Sachsen
Islam-Airline: Direkt von Leipzig nach New York – ohne Alkohol

Von Peter Z. Ziegler  Berlin (BZZ) – Wie das Korrespondentenbüro der „Deutsche Welle“ in Pakistan berichtete, wird Pakistan International Airlines (PIA) ab 2017 von Islamabad über Leipzig nach New York fliegen. Eingesetzt wird eine Boeing 777. Die PIA hat sowohl von Deutschland und den USA grünes Licht für die Verbindung bekommen. Bisher landeten die Flieger auf dieser Verbindung in Europa in Manchester. Dieser Stopp wird jetzt durch Leipzig ersetzt, weil dieser Flughafen zentraler liegt und dadurch Zeit spart. Pakistan International Airlines ist die staatliche Fluggesellschaft Pakistans mit Sitz in Karatschi und Basis auf dem Karachi/Jinnah International Airport.  Auf dem Flugplatz Leipzig-Halle darf PIA Passagiere und Gepäck aufnehmen. Das wäre der erste Direktflug von Sachsen nach New York. Wenn und wie oft die Verbindung dann bestehen wird, steht noch nicht fest. Nicht unerheblich bei der Entscheidung dürfte gewesen sein, dass der PIA-Chef, Bernd Hildebrandt, ein Deutscher ist. Für die bekanntermassen wenig islamfreundlichen Sachsen gibt es auf dem etwa 9-stündigen Flug keinen Tropfen Alkohol und natürlich kein Schweinefleisch. In Pakistan wurde der Verkauf von Alkohol in den 70er-Jahren verboten. Zusammen mit Saudi Arabian Airlines, Egypt Air und Iran Air gehört die PIA zu den grossen Airlines die alkoholische Getränke an Bord verbannt haben. In der Regel spricht ein Steward vor jedem Start ein Gebet und das Entertainement-System besitzt einen Kompass der für das Gebet der Muslime die Richtung nach Mekka anzeigt.   

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Sexismus-Streit
Vize-Chefin der Frauen-Union in NRW fordert im Sexismus-Streit Unterstützung

Köln (ots) – Gisela Manderla, stellvertretende Vorsitzende der Frauen-Union in Nordrhein-Westfalen, fordert von ihrer Organisation Unterstützung für die Berliner CDU-Politikerin Jenna Behrends. „Es kommt darauf an, ihr den Rücken zu stärken. Genau darin sehe ich jetzt unsere Aufgabe als Frauen-Union“, sagte Manderla dem „Kölner Stadt-Anzeiger. Behrends war in der CDU der Hauptstadt als „große süße Maus“ sexistisch verunglimpft worden. Außerdem soll der Landeschef der Berliner CDU, Frank Henkel, ein anderes CDU-Mitglied nach Behrends Sexualleben befragt haben. Behrends machte den Vorgang öffentlich. Das wiederum führte zu Kritik an ihr, etwa aus der Berliner Frauen-Union. Dazu sagte Manderla: „Es darf auf gar keinen Fall passieren, dass eine Frau wie Jenna Behrends, die sich wehrt und sexistisches Verhalten öffentlich macht, dafür auch noch angefeindet wird.“

Berlin
BND-Vize soll Geheimdienstbeauftragter des Bundestages werden

Berlin (ots) – BND-Vizepräsident Guido Müller soll künftig im Bundestag für die Kontrolle der Geheimdienste zuständig sein. Nach Informationen des rbb-Inforadios soll Müller erster Geheimdienstbeauftragter des Bundestages werden. Darauf haben sich die Fachpolitiker von CDU und CSU verständigt, wie der rbb in Fraktionskreisen erfuhr. Die Unionsfraktion im Bundestag hat das Vorschlagsrecht für diesen neuen Posten, der im Zuge der Reform des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages geschaffen werden soll. Ziel ist eine bessere und nachhaltigere Kontrolle von Bundesnachrichtendienst, Bundesamt für Verfassungsschutz und Militärischem Abschirmdienst durch den Bundestag. Dafür soll das Parlamentarische Kontrollgremium mehr Personal bekommen: die ersten 11 Stellen sind bereits im Haushalt 2016 eingeplant. Die Mitarbeiter sollen dem Ständigen Bevollmächtigten, wie er korrekt heißt, unterstellt sein, der wiederum von den Mitgliedern des Parlamentarischen Kontrollgremiums für fünf Jahre gewählt werden soll. Die Reform soll gemeinsam mit der Reform des BND-Gesetzes bis Ende des Jahres verabschiedet werden. Müller kam 1987 zum BND und ist seit 2013 Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes. Er ist dort zuständig für die Modernisierung des BND, für Haushaltsfragen und den Wirtschaftsschutz, und er ist Geheimschutzbeauftragter des BND.

Türkei
US-Schauspielerin Lindsay Lohan besucht Flüchtlinge in Istanbul

Istanbul (nex) – Die US-amerikanische Schauspielerin Lindsay Lohan brach während eines Besuchs syrischer Flüchtlinge in einem Istanbuler Krankenhaus in Tränen aus. Lohan, die am heutigen Montag in Begleitung des stellvertretenden Ministers für Jugend und Sport, Abdurrahim Boynukalin, unterwegs war, unterhielt sich mit einem Patienten, der aus Aleppo stammte und dessen Beine gelähmt waren. „Lohan hörte sich die Lebensgeschichte des Mannes an und fing dabei an zu schluchzen“, erzählte Boynukalin der Nachrichtenagentur Anadolu und fügte hinzu, dass die Aufmerksamkeit Hollywoods für Syrien von großer Bedeutung sei. Lohan ist eine von vielen anderen Berühmtheiten, die sich für syrische Flüchtlinge engagieren wie auch Angelina Jolie, die Sonderbotschafterin der Vereinten Nationen ist oder Salma Hayek, die im vergangenen Jahr Flüchtlinge im Libanon besucht hatte, um gesammelte Spenden zu übergeben. Die Türkei belegt weltweit den ersten Platz in der Aufnahme von Flüchtlingen. So bietet sie aktuell 2,7 Millionen syrischen Flüchtlingen Schutz und hat bislang etwa zehn Milliarden US-Dollar für sie ausgegeben. Syrien befindet sich seit 2011 in einem Bürgerkrieg. Das Assad-Regime hatte damals eine Demonstration für Demokratie, die als Teil der Aufstände im „Arabischen Frühling“ entstanden war, mit unerwarteter Brutalität und unverhältnismäßiger Gewalt niedergeschlagen. Die in Beirut ansässige Nichtregierungsorganisation Syrisches Zentrum für Politische Forschung geht jedoch von 470.000 Toten seit Ausbruch des Krieges vor fünf Jahren aus.