"Die Kälte von Kalandar"
Oscars: Türkischer Film „Kalandar Soğuğu“ als Beitrag für Academy Awards eingereicht

Istanbul (nex) – Der Film „Die Kälte von Kalandar“ (Kalandar Soğuğu) des Regisseurs Mustafa Kara wurde am Dienstag als türkischer Beitrag für die Fremdsprachenwertung im Rahmen der begehrten Academy Awards nominiert. Das Komitee für künstlerische Aktivitäten erklärte in einer Stellungnahme, dass ein 17-köpfiger Ausschuss, dem auch Vertreter des Kulturministeriums und der türkischen Kinovereinigungen angehörten, den Film aus neun Produktionen auswählten, um im nächsten Jahr als türkischer Beitrag zu den 89. Oscar-Verleihungen zu fungieren. Das von Kara und Bilal Sert geschriebene Drama „zeichnet das naive Bild eines berührenden Lebens, des Kampfes und der Beziehung zwischen Natur, Tier und Mensch“, heißt es auf der offiziellen Webseite zu dem Film. Hauptdarsteller des preisgekrönten Films, der seine Premiere 2015 auf dem Filmfestival von Tokio hatte, sind Haydar Sisman, Nuray Yesilaraz und Hanife Kara. Bis zum Gewinn des Oscars ist es für den türkischen Film aber noch ein langer Weg. Jedes Land ist jährlich dazu eingeladen, einen Film an die in den USA beheimatete Akademie für  Filmkunst und Filmwissenschaften zu senden. Das Komitee für die Preisverleihung an Filme in fremden Sprachen wertet die Einsendungen anschließend aus und nominiert fünf Kandidaten, aus denen am Ende einer die Auszeichnung als bester fremdsprachiger Film erhält. Im Vorjahr hatte es der türkische Beitrag, der Film „Sivas“ von Kaan Müjdeci, nicht unter die fünf Nominierten für die Academy Awards geschafft.

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US-Wahlen
SPD-Generalsekretärin: Trump bedient sich gleicher Methoden wie AfD

„Clinton hat ihn vorgeführt“ – Barley warnt vor „Spaltung durch Hetzer und Vereinfacher“

Osnabrück (ots) – SPD-Generalsekretärin Katarina Barley sieht nach dem TV-Duell der US-Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump die Demokratin als Gewinnerin.

„Hillary Clinton weiß, wovon sie redet. In vielen Situationen des TV-Duells hat sie Trump regelrecht vorgeführt“, sagte Barley der „Neuen Osnabrücker Zeitung. Trump habe sich wieder einmal „als gnadenloser Populist“ gezeigt.

„Er redet von einfachen Lösungen, wo es keine geben kann“, kritisierte die SPD-Politikerin. Der Republikaner versuche mit der Angst und der Verunsicherung der Menschen Politik zu machen. Das sei “ schäbig und gefährlich“. Nach den Worten Barleys bediene sich Trump der gleichen Methoden wie der Front National in Frankreich oder die AfD in Deutschland.

Rechter Populismus sei in vielen demokratischen Staaten auf dem Vormarsch. „Wir müssen jetzt aufpassen, dass diese Vereinfacher und Hetzer nicht unsere Gesellschaft spalten“, sagte die SPD-Generalsekretärin

Drittgrößte Möbelmesse der Welt
Istanbuler Möbelmesse ISMOB öffnet ab dem 10. Januar 2017 ihre Tore

Bad Salzuflen (PRN) – Für die durch TÜYAP Fairs in Zusammenarbeit mit dem Verband türkischer Möbelhersteller (MOSDER) organisierte Möbelmesse ISMOB zur Förderung der türkischen Möbelindustrie sind zahlreiche internationale Werbeaktivitäten in vollem Gange.

Nachdem die ISMOB 2016 in Istanbul eine Rekordteilnehmerzahl von 132.000 Branchenvertretern aus 107 Ländern erreicht hat, hat sich die Veranstaltung dieses Jahr mit internationalen Branchenvertretern und Messeteilnehmern der Möbelmesse M.O.W. in Bad Salzuflen, Deutschland, zusammengeschlossen. „25 Prozent des Exportziels haben wird dank der ISMOB erreicht“ In Hinblick auf die in der italienischen Modehauptstadt Mailand sowie in Moskau und Dubai durchgeführten Werbeaktivitäten merkt Ilhan Ersozlu, General Manager von TÜYAP, an: „Wir haben bereits mit den Werbeaktivitäten begonnen, um unseren vorherigen Rekord zu schlagen und 1,5 Milliarden Verbraucher auf der ganzen Welt zu erreichen. Die ISMOB ist die drittgrößte Möbelmesse weltweit und die größte derartige Fachmesse im europäischen Raum und wir möchten sie in die zweitgrößte Messe der Welt verwandeln, die es mit der chinesischen und italienischen Vorherrschaft in der Branche aufnehmen kann. Während der ersten acht Monate des Jahres belief sich das Herstellungsvolumen der Branche auf 6,25 Milliarden US-Dollar. Mithilfe der Werbeaktivitäten für die ISMOB 2017 wollen wir unseren Beitrag auf 25 Prozent des Exportziels ausweiten. Die Anzahl ausländischer Teilnehmer ist von 10 Prozent in den Vorjahren mittlerweile auf 30 Prozent angestiegen.“ „Mit der ISMOB werden wir unsere Ziele für 2023 erreichen“ Ismail Dogan, Chairman von MOSDER, kommentierte, dass die Messe 25 % zum Exportziels für die türkische Möbelindustrie in Höhe von 3 Milliarden US-Dollar beiträgt. Herr Dogan unterstrich den bedeutenden Beitrag der ISMOB für die Branche weiter: „Wir Möbelhersteller haben uns bis 2023 ein Exportziel von 10 Milliarden US-Dollar gesetzt. Allerdings können wir dieses Ziel nur erreichen, indem wir neue Märkte erobern.“ 120.000 m² bieten Fläüche für über 1.000 Marken

– Die ISMOB findet vom 10. bis 15. Januar 2017 zum 13. Mal im TÜYAP Fair and Convention Center statt.

– Auf der Messe präsentieren mehr als 1.000 Marken in 14 Hallen mit einer Fläche von 120.000 m² Produkte für Kunden.

– Im „Trend Field“ werden Aktivitäten stattfinden, die verdeutlichen sollen, welche große Rolle Handwerkskunst in der Branche spielt, wie etwa Marmorierung, Vergoldung und Holzkunst.

FAKT-Recherche
BND gab Wissen um amerikanische Spionagetätigkeit in Deutschland nicht weiter

Leipzig (nex) – Nach Recherchen des ARD-Magazins „FAKT“ (produziert vom MDR) hat ein US-Sicherheitstechnikhersteller geheime Zugänge für US-Geheimdienste in seine Kameraüberwachungssysteme eingebaut. Dies belegt ein als geheim klassifizierter Bericht des Bundesnachrichtendienstes aus dem Jahre 2005. Nach FAKT-Recherchen handelt es sich dabei um die Firma NetBotz. Eine Quelle hatte den BND bereits 2004 auf diesen Vorgang hingewiesen. Eine technische Überprüfung eines der Geräte durch den Bundesnachrichtendienst ergab, dass das System verdeckt eine Verbindung mit einem amerikanischen Militärserver herzustellen versuchte. NetBotz Überwachungssysteme werden vor allem in hochsensiblen Sicherheitsbereichen wie Serverräumen installiert, so etwa am Frankfurter Flughafen, der koreanischen Raumfahrtuniversität oder einem Datenzentrum der thailändischen Regierung. Die Information über die manipulierte Sicherheitstechnik erreichte die zuständige Spionageabwehr im Bundesamt für Verfassungsschutz offensichtlich nicht. Die zuständige Abteilung des BND verzichtete nach dem Bericht aus dem Jahr 2005 darauf, diese Information in die BND-Berichterstattung aufzunehmen. Der Grund war die Befürchtung möglicher politischer Implikationen bei Offenlegung dieser Information. Recherchen von „FAKT“ belegen nun erstmals, dass die zuständige Abteilung Spionageabwehr des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) tatsächlich nicht informiert wurde. Stattdessen erfuhr das BfV erst durch Ermittlungen der Bundesanwaltschaft im Jahre 2015 von dem Vorgang. Martina Renner, Obfrau der Linken im NSA-Untersuchungsausschuss dazu gegenüber „FAKT“: „Der normale Weg wäre, das BfV zu informieren, möglicherweise Strafanzeige zu stellen. Es geht ja hier um geheimdienstliche Agententätigkeit, da hätte man frühzeitig die Strafverfolgungsbehörden einschalten können und dann hätte man prüfen müssen, ob diese Technik in Ministerien oder Behörden oder in kritischen Bereichen der Industrie eingesetzt ist.“ Offensichtlich prüft der Generalbundesanwalt den Vorgang Der BND beobachtete bereits 2005, dass NetBotz massiv an Kunden wie Regierungsstellen, z.B. das Auswärtige Amt und Kunden im Bereich der High-Tech- und Rüstungsindustrie herantrat. Im Bereich der deutschen High-Tech-Industrie wurden Überwachungssysteme verkauft. Dabei bot NetBotz die Überwachungslösungen offenkundig unter Wert an und lehnte eine umsatzstärkere Anfrage einer Einzelhandelskette ab. Seit 2007 ist NetBotz Teil des französischen Großkonzerns Schneider Electric. Aus dem BND-Papier geht hervor, dass der Hersteller der Sicherheitstechnik vor der Übernahme durch Schneider Electric sich gezielt von einer deutschen Firma übernehmen lassen wollte, um die amerikanische Herkunft der Technologie zu verschleiern. So sollte der Zugang zu Kunden aus sicherheitsrelevanten Bereichen erleichtert werden. Ob diese Strategie auch bei dem Verkauf an Schneider Electric verfolgt wurde, dazu hat „FAKT“ die französischen Sicherheitsbehörden und Schneider Electric angefragt. Schneider Electric äußerte sich dahingehend, dass der Konzern weder von deutschen, noch französischen Behörden über diesen Vorgang informiert worden sei. Die französische Cyber-Defense-Behörde ANSSI hat auf Anfrage von „FAKT“ eingeräumt, die Geräte bisher nicht untersucht zu haben. Konstantin von Notz, Obmann der Grünen im NSA-Untersuchungsausschuss: „Wenn der BND die Franzosen nicht gewarnt hat, dann hätte man einen engen Partner in Europa bewusst in Unkenntnis gelassen, das wirft zumindest in Hinblick auf das Vertrauensverhältnis von Frankreich und Deutschland im Hinblick auf geheimdienstliche Kooperation doch einige Fragen auf.“ Alle von „FAKT“ angefragten deutschen Behörden wollten sich zu dem Vorgang inhaltlich nicht äußern. Darunter das Kanzleramt, der BND, das BfV, das Innenministerium und der Generalbundesanwalt.

Ausführlichere Präsentation im Oktober
Medizinische Sensation: Baby mit drei Eltern geboren

Dortmund (nex) – Wissenschaftler teilten mit, dass erstmals ein Baby geboren sei, das das Erbgut von drei Menschen in sich trage. Ziel der Behandlung sei der Schutz des Kindes vor einer Erbkrankheit der Mutter gewesen. Bei der hier eingesetzten DNA-Technik, die 2015 in Großbritannien zugelassen wurde, sollte sichergestellt werden, dass das Baby nicht das Leigh-Syndrom von der Mutter erbte, das eine tödlich verlaufende Krankheit ist und infolgedessen die Eltern bereits zwei Kinder verloren hatten. Die Geburt des Knaben wurde in einem Forschungsbericht in der Fachzeitschrift Fertility&Sterility vorgestellt. Wissenschaftler planen eine ausführlichere Präsentation während eines Gipfels im Oktober. Dem Magazin New Scientist war zu entnehmen, dass das Baby vor fünf Monaten zur Welt gekommen sei und die Eltern aus Jordanien stammten. Bei der in diesem Fall angewandten Technik wird aus einer Eizelle der Mutter die DNA entnommen, wobei die krankheitserregende DNA zurückgelassen wird. Die gesunde DNA wird in die Eizelle der Spenderin gespritzt, die dann befruchtet wird. So erbt das Baby dann die DNA sowohl der Eltern als auch der Spenderin.  

Einsturzgefahr
Topkapi-Palast: Evakuierung nach Entdeckung tiefer Risse

Istanbul (nex) – Teile des Topkapi-Palasts sollen einer Restaurierung mit Kosten in Höhe von etwa 10 Millionen Türkische Lira unterzogen werden, nachdem im Juli tiefe Risse in der Schatzkammer des Palastes aus osmanischer Zeit festgestellt worden waren und sie für Touristen gesperrt werden musste. Nach einer Risikoanalyse, die nach dem Einsturz von Teilen einer Mauer in der Nähe des Gülhane Parks im April dieses Jahres durchgeführt worden war, weist der so genannte Eroberer-Pavillon (Fatih Köskü) mit den weltberühmten Schätzen ernstzunehmende Risse in den Boden-Wand-Anschlussbereichen auf. Der Pavillon wurde deshalb für Besucher gesperrt und die Artefakte aus dem Osmanischen Reich – einschließlich des Löffelmacher-Diamants (Kasikci Elmasi), eines 86 Karat schweren birnenförmigen Edelsteins, sowie des mit vier Smaragden besetzten Dolches – wurden in die Palastlager gebracht. Der Expertenbericht besagt, dass die Fliesen an der Palastkuppel und den Decken, die zwischen 1940 und 1960 angebracht worden waren, zu schwer für das Gebäude gewesen seien, was auch im Zusammenhang mit den manchmal eintretenden seismischen Aktivitäten des Marmarameers eine Einsturzgefahr für das Gebäude bedeutete. Die Behörden teilten mit, dass das Gebäude in seinem gegenwärtigen Zustand ein Erdbeben der Stärke 5,0 nicht überleben würde. Eine rasche Intervention sei erforderlich. Dafür müssten zunächst eine Baugrunduntersuchung und anschließend Bodenbefestigungsarbeiten durchgeführt werden, heißt es weiter in der Analyse. Nach dem Mauereinsturz im Gülhane Park, bei dem zwei Menschen starben und fünf weitere verletzt worden waren, erklärte der frühere Leiter des Topkapi Palast-Museums, Ilber Ortayli, dass die gesamte Anlage in Gefahr wäre, wenn man nicht sofort die Verstärkungsarbeiten startete.

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Mit US-Raketen zum "Scharia-Staat"
Al-Nusra-Front in Syrien: „Ziel ist die Gründung eines islamischen Staates“

Köln (nex) – Die syrische Al-Nusra-Front erhält nach Angaben eines Kommandeurs der Kampftruppen Waffen aus den USA. Wie der Al-Kaida-Mann in einem Interview mit dem Publizisten Jürgen Todenhöfer für den „Kölner Stadt-Anzeiger“ erklärte, lieferten die USA Panzerabwehrraketen vom Typ Tow. „Die Raketen wurden uns direkt gegeben“, sagte der Al-Kaida-Mann auf die Frage, ob die USA ihnen die Waffen über die Freie Syrische Armee, die sogenannten gemäßigten Rebellen gegeben habe. „Die Amerikaner stehen auf unserer Seite“, sagte der Kämpfer weiter. Er schränkte jedoch ein, dass die Kooperation von den USA nicht ausgestaltet werde, wie von Al-Kaida-Seite gewünscht. Todenhöfer führte das Interview vor zehn Tagen. Der Al-Kaida-Kommandeur kündigte zu diesem Zeitpunkt an, den später aus Luft bombardierten UN-Hilfskonvoi nicht nach Aleppo passieren zu lassen, falls sich die Truppen des syrischen Regimes unter Präsident Baschar Al-Assad sich nicht wie verlangt zurückziehen würden. „Das Regime muss sich aus allen Gebieten zurückziehen, damit wir die Lkw reinlassen. Wenn ein Lkw trotzdem rein fährt, werden wir den Fahrer verhaften.“ Kompromissbereit sei man nicht, so Todenhöfers Gegenüber weiter: „Wir werden kämpfen bis zum Sturz des Regimes.“ Das Ziel sei „die Gründung eines islamischen Staates gemäß der Islamischen Scharia“, sagte er. „Wir akzeptieren keinen säkularen Staat.“

Reisen
Türkei: Izmir ab Mai 2017 durch direkte Fähre mit Lesbos verbunden

Izmir (nex) – Das kommunale Fährenunternehmen der türkischen Metropole Izmir wird ihre Katamarane künftig regelmäßig zwischen dem Hafen Alsancak und der griechischen Insel Lesbos verkehren lassen, um auf diese Weise den Tourismus auf der Ägäis zu beleben. Dies erklärte der Chef der Nordägäischen Inselentwicklungsagentur (EOAEN), Thrasos Kalogridis. Das Unternehmen İzdeniz wird im nächsten Mai mit den Katamaran-Touren zwischen Lesbos und der Vier-Millionen-Stadt İzmir beginnen. Derzeit verkehren zwischen der türkischen Ägäisküste und Lesbos vor allem Fähren, die von Ayvalık in der Provinz Balıkesir aus in See stechen. Kalogridis unterstreicht gegenüber Medien die Wichtigkeit einer direkten Verbindung von und nach İzmir: „Es ist ein bedeutsames Ziel für Lesbos, direkt mit Izmir verbunden zu sein. […] Wir haben den Oberbürgermeister von İzmir, Aziz Kocaoğlu, getroffen, mit ihm das Ziel erörtert und wir haben uns dazu entschlossen, zwischen beiden Zielen Katamaran-Touren anzubieten. Derzeit befinden sich zwei Katamarane in der Phase der Konstruktion und werden im April 2017 geliefert. Dann werden auch die Touren beginnen. Die erste davon voraussichtlich am 17. Mai 2017.“ Mithilfe der Touren soll auch die Zahl der türkischen Touristen auf Lesbos um 30 Prozent gesteigert werden. Bereits jetzt zählen die griechischen Inseln zu den beliebtesten Sommerurlaubszielen für viele Türken. Etwa 400 000 türkische Bürger besuchen diese jährlich. Derzeit gehen Fähren von Ayvalık nach Lesbos, von Çeşme nach Chios, von Kuşadası und Seferihisar nach Samos, von Bodrum nach Kos und von Marmaris nach Rhodos.    

Boris Johnson in Ankara
Johnson: Großbritannien wird EU-Beitritt der Türkei weiter unterstützen

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Dortmund (nex) – Der britische Außenminister Boris Johnson erklärte am gestrigen Montag, dass die Türkei eine wichtige Rolle für Europa spiele. Er machte diese Äußerung im Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik des Landes, das Millionen Syrern Schutz bietet. Johnson kam mit dem türkischen EU-Minister und Chefunterhändler am gestrigen Montag in Ankara zusammen. Der britische Außenminister, der vor dem Treffen mit Journalisten sprach, brachte seine Anerkennung für die Großzügigkeit der Regierung und des türkischen Volkes gegenüber den Flüchtlingen zum Ausdruck. Am Montagmorgen hatte er eine Containerstadt für syrische Flüchtlinge in der südosttürkischen Provinz Gaziantep besucht. Der britische Außenminister lobte auch die Haltung des türkischen Volkes für die Demokratie und gegen den vereitelten Putschversuch vom 15. Juli, bei dem 240 Menschen getötet und weitere 2.200 verletzt worden waren. Johnson erklärte, die Menschen in der Türkei hätten nicht zugelassen, dass ihre Demokratie von den Putschisten zerstört werde. Er fügte hinzu, dass sein Land die EU-Beitritt der Türkei weiterhin unterstützen werde und dass Großbritannien die EU, nicht Europa, verlasse. Auch EU-Minister Celik hob hervor, dass der EU-Austritt Großbritanniens nicht gleichbedeutend damit sei, dass es Europa verlasse. „Großbritannien ist eine europäische Macht und wird auf diesem Weg weitergehen. Die Türkei ist – wenn sie auch kein EU-Mitglied ist, historisch betrachtet eine europäische Macht und eine europäische Demokratie. Nach dem Putschversuch vom 15. Juli hat die Türkei mit ihrem Volk bewiesen, dass sie eine Demokratie erster Klasse hat.“ Für den heutigen Dienstag ist eine Zusammenkunft von Johnson mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan geplant.

Verstoß gegen Grundrechte
Frankreich: Oberstes Verwaltungsgericht hebt erneut Burkini-Verbot auf

Dortmund (nex) – Frankreichs Oberstes Verwaltungsgericht hat am gestrigen Sonntag ein in der Mittelmeerstadt Cagnes-sur-Mer eingeführtes Burkiniverbot aufgehoben. In der Begründung hieß es, das Verbot verstoße gegen Grundrechte und -freiheiten – gemeint sind die Glaubens- und persönliche Freiheit. Das Verbot war am 24. August 2016 von der Verwaltung der südfranzösischen Stadt eingeführt und am 12. September vom Verwaltungsgericht Nizza bestätigt worden. Menschenrechts- und Anti-Islamophobie-Organisationen hatten beim Staatsrat Berufung gegen die Entscheidungen eingelegt. Das Oberverwaltungsgericht begründete sein Urteil damit, dass es keine Zeichen an bestimmten Badekleidungsstücken erkennen könne, die – wie von der Verwaltung als Begründung für das Verbot vorgeschoben – die öffentliche Ordnung störten. Somit könne die Stadtverwaltung ein solches Verbot nicht ohne Anführung besonderer Gefahren verhängen. Es ist bereits das zweite Mal innerhalb eines Monats, dass der Staatsrat ein Burkiniverbot aussetzt. Das in Villeneuve-Loubet verhängte Verbot, das ebenfalls vom Verwaltungsgericht Nizza bestätigt worden war, wurde am 26. August vom Obersten Verwaltungsgericht aufgehoben. Das Verbot von Ganzkörperbadeanzügen, das in den vergangenen zwei Monaten mehrere französische Küstenstädte verhängt hatten, führte unter den Muslimen zu Empörung und innerhalb der Regierung zu Kontroversen.