Peru
Taekwondo-Weltmeisterschaft: Fünf Goldmedaillen für Türkei

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Lima (nex) – Bei der 10. Taekwondo Poomsae Weltmeisterschaft, die vom 29.09. bis zum 02.10.2016 in der peruanischen Hauptstadt Lima stattfand, haben die türkischen Sportlerinnen und Sportler fünf Gold-, vier Silber- und sieben Bronzemedaillen gewonnen. Am ersten Wettkampftag streichten Kübra Dagli und Emirhan Muran in der Kategorie Team U-18 die Goldmedaillen ein, während Mevlüt Pekcan und Olgun Kahveci in der Kategorie Ü 30 Gold gewannen. Auch Elif Aybüke Yilmaz durfte die wertvollste Auszeichnung in der Kategorie Fraueneinzel U 30 mit nach Hause nehmen. An der diesjährigen WM nahmen insgesamt 55 Länder mit 760 Sportlern teil, was einen Rekord für diese Veranstaltung bedeutet. Nach Angaben der World Taekwondo Federation erhielten die südkoreanischen Sportler die meisten Auszeichnungen. Ihnen folgten die türkischen Taekwondokämpfer.

Internationaler Preis des Westfälischen Friedens
Friedenspreis für König Abdullah: Stabilisierende Rolle in Region voller Konflikte

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Internationaler Preis des Westfälischen Friedens für König Abdullah: Jury verteidigt Wahl Osnabrück (ots) – Vorsitzender Zinkann würdigt Jordaniens „stabilisierende Rolle in einer Region voller Konflikte“ Vor der Verleihung des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens an diesem Samstag hat die Jury die Wahl des jordanischen König Abdullah II. als Preisträger verteidigt. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der Jury-Vorsitzende Reinhard Zinkann, „wenn wir alle Länder als Gesprächspartner ablehnten, die sich nach unseren Maßstäben nicht in jeder Hinsicht demokratisch verhalten, blieben nur noch wenige übrig“. Ferner sei zu bedenken, dass in Jordanien Menschen lebten, die den Konfliktparteien in Syrien und dem Irak angehören. „Wenn Abdullah alles so frei handhaben würde, wie wir es in Deutschland kennen, wäre es mit dem Frieden im Land womöglich schnell vorbei“, sagte Zinkann. Er bewundere den „persönlichen Mut des Königs und ebenso der Königin“. Auch halte Abdullah II. seine Grenzen offen für Flüchtlinge, „allein etwa für 1,3 Millionen aus Syrien“. Setze man die Zahlen in Relation zu denen in Deutschland, „bekämen wir es hier mit mehr als 20 Millionen Flüchtlinge zu tun“, sagte Zinkann. Abdullah II. komme eine stabilisierende Rolle in einer Region voller Konflikte zu. Er wende sich konsequent gegen Fundamentalismus. „König Abdullah II. vertritt die Position, dass Sicherheit und Frieden von der Koexistenz aller Religionsgemeinschaften abhängen“, so Zinkann. „Gerechter und dauerhafter Frieden ist seiner Meinung nach die stärkste Waffe gegen Extremismus.“ Abdullah II. nimmt den Preis am kommenden Wochenende im Rathaus von Münster persönlich entgegen. Jugendpreisträger ist die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. Deren Wahl versteht die Jury auch als aktuelles Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Die mit 100.000 Euro dotierte Ehrung erinnert an den in Osnabrück und Münster geschlossenen Westfälischen Frieden von 1648, der den Dreißigjährigen Krieg beendete. Letzte Preisträger waren die Besatzung der Internationalen Raumstation (ISS) und der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt. Neben Zinkann, geschäftsführender Gesellschafter des Haushaltswarenherstellers Miele, gehören der Jury EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker an, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, Bundesbank-Präsident Jens Weidmann und Georg Friedrich Prinz von Preußen, Oberhaupt des Hauses Hohenzollern.

Rosch ha-Schana
Türkei: Erdogan gratuliert Juden zum Neujahrsfest

Ankara (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat in seiner Grußbotschaft zum jüdischen Neujahrsfest Rosch ha-Schana betont, dass alle türkischen Staatsbürger das Recht hätten, im Einklang mit ihrem Glauben zu leben. „Wir sind der Überzeugung, dass es das Grundrecht all unserer Staatsbürger ist, frei und im Einklang mit seiner Kultur, Religion und Tradition zu leben“, unterstrich er in seiner am Montag veröffentlichten Botschaft. Erdogan wies darauf hin, dass die Türkei sehr bedacht darauf sei, dass alle ihre Staatsbürger ungeachtet ihrer Religion, Sprache, Rasse, Ethnie und ihres Glaubens in Frieden zusammenlebten. Nach jüdischem Glauben steht Rosch ha-Schana für den Beginn der Weltschöpfung und den Jahrestag der Geburt Adams und Evas, der ersten Menschen auf der Erde.
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Krankenhausfinanzierungsgesetz
Ärztepräsident Montgomery fürchtet schlechtere Versorgungsqualität in Kliniken durch TTIP

Düsseldorf (ots) – Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat vor einer Verschlechterung der Versorgungsqualität in deutschen Krankenhäusern gewarnt, sollte es zum Handelsabkommen TTIP mit einem Investitionsschutz für Anleger kommen. „Nach dem deutschen Krankenhausfinanzierungsgesetz können auch ausländische Investoren in deutsche Krankenhäuser investieren. Wenn sie dies zunehmend tun und ihre medizinische Versorgung auf Profit ausrichten, müssten wir unsere Krankenhausgesetzgebung eigentlich ändern, um dies zu unterbinden“, sagte Montgomery der „Rheinischen Post“. „Nach TTIP könnten die Investoren mit Hilfe internationaler Gerichte eine Gesetzesänderung verhindern oder für sich den Investorenschutz in Anspruch nehmen.“ Solche Dinge müssten für den Gesundheitssektor ausgeschlossen werden, forderte Montgomery. „Ansonsten droht bei uns die Versorgungsqualität zu sinken.“ Der Ärztepräsident verwies auch auf die Gefahr durch ein Freihandelsabkommen, „dass technische Normen in den Bereich der ärztlichen Tätigkeit übernommen werden und damit ärztlicher Handlungsspielraum beschnitten wird“.

Welttierschutztag
Türkei: Gedenkskulptur für Kater Tombili

Istanbul (nex) – Eine zum Gedenken an Tombili hergestellte Skulptur soll am heutigen Dienstag, dem Welttierschutztag, eingeweiht werden. Der wohlgenährte Kater wurde nach einer Aufnahme zu einem Social-Media-Phänomen, die ihn im „Like a boss“-Modus zeigt: Tombili lehnt neben einer gefüllten Teetasse an einem Bürgersteig und beobachtet die Szenerie um sich herum im Istanbuler Ziverbey-Viertel. Die Bildhauerin Seval Sahin stellte ehrenamtlich die Skulptur des im vergangenen August verstorbenen Tombili her, nachdem in einer auf change.org gestellten Online-Petition die Bezirksverwaltung von Kadiköy aufgefordert worden war, eine Gedenkskulptur für den Kater in seiner berühmten Pose errichten zu lassen. Die Skulptur soll am heutigen Welttierschutztag um 13 Uhr Ortszeit an der Stelle, wo die Aufnahme entstanden war, offiziell eingeweiht werden. Tombili, dessen Ruhm sich nach dem auf 9GAG erschienenen Kultfoto auf der ganzen Welt verbreitete, verstarb nach einer monatelangen Krankheit am 1. August. Der Kater wurde neben einem Baum in der Gülec-Cikmazi-Straße von Ziverbey begraben. Bewohner hängten als Zeichen der Trauer Poster auf, auf denen es hieß: „Du lebst in unseren Herzen weiter.“ Sie erzählen, dass Tombili bekannt dafür gewesen sei, Menschen gegenüber, die versuchten, mit ihm zu spielen, cool und unbekümmert aufzutreten, wie es auch auf dem Foto am Bürgersteig gut zu sehen ist. Seit die Aufnahme weltweit berühmt geworden ist, nutzen Internetuser diese für verschiedene Memes wie etwa Tombili mit einem Glas Raki oder Tee vor ihm.

US-Wahlen
Weil „er schlau ist“: Warum Donald Trump seit 18 Jahren keine Steuern zahlt

Dortmund (nex) – Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump rechtfertigte am vergangenen Sonntag seine Steuerpraxis, nachdem in einem Zeitungsbericht behauptet worden war, dass er möglicherweise zwei Jahrzehnte lang keine Steuern gezahlt habe. Die New York Times berichtet, Trump habe 1995 einen Verlust von 916 Millionen US-Dollar geltend gemacht, sodass der Immobilienmogul 18 Jahre lang keine Steuern zahlen musste. „Ich kenne unser komplexes Steuerrecht besser als jeder andere, der jemals Präsident werden wollte“, schrieb er auf Twitter, „und ich bin der einzige, der es verbessern kann.“ Trump bricht mit einer jahrzehntelangen Tradition, indem er sich bislang weigert, seine Steuererklärungen veröffentlichen. Wenn auch gesetzlich nicht dazu verpflichtet, veröffentlichen Präsidentschaftskandidaten seit 1972 ihre Steuererklärungen. Bei der Präsidentschaftsdebatte mit seiner demokratischen Herausforderin Hillary Clinton sagte Trump, es bedeute nur, dass er schlau sei, wenn er keine Steuern zahle. Clintons Wahlkampfteam äußerte in einer Erklärung scharfe Kritik an Trump, der „fast zwei Jahrzehnte es vermieden hat, Steuern zu zahlen, während Millionen von Arbeiterfamilien ihre zahlten“. Vizepräsident Joe Biden, der die öffentlichen Erklärungen scharf kritisierte, verurteilte in der vergangenen Woche Donald Trump, dessen Kommentare „mich wütend machen“, so Biden. „Ich habe acht Präsidenten erlebt, demokratische und republikanische“, so ein spürbar irritierter Vizepräsident. „Mal war ich ihrer Meinung, mal nicht. Aber jeder Präsident, dem ich gedient habe, einschließlich der Republikaner, hatte eine moralische Vorstellung darüber, was es bedeutet, Amerikaner zu sein, was von uns erwartet wird, was Grundrechte sind.“

Fatah gegen Hamas
Wahlen in Gaza wurden von Palästinenserbehörde verboten

Von Peter Z. Ziegler  Basel (BZZ) – Der Oberste Gerichtshof der Palästinensischen Behörde hat heute Montag entschieden, dass die Kommunalwahlen nur in der Westbank und nicht im Gazastreifen abgehalten werden. Grund dafür seien die Spannungen zwischen Fatah und Hamas. Es wäre die erste demokratische Entscheidung in einem Jahrzehnt gewesen. Laut Quellen in Ramallah werden die Wahlen nunmehr höchstwahrscheinlich im November stattfinden und ausser den Bürgern von Gaza dürfen auch Bewohner von Ost-Jerusalem sich nicht beteiligen.  Ursprünglich sollten die palästinensischen Kommunalwahlen in mehr als 400 Städten und Gemeinden am 8. Oktober in der Westbank und im Gazastreifen  abgehalten werden. Der Oberste Gerichtshof wirft den Behörden in Gaza „schwere Unregelmässigkeiten“ bei der Vorbereitung der Wahlen vor. Die Richter bezogen sich dabei auch auf ein lokales Gerichtsurteil in Gaza, das Kandidaten der Fatah von den Wahlen ausgeschlossen habe. Man könne von Seiten der Palästinensischen Behörde keine Situation akzeptieren, in der es zwei unterschiedliche Rechtssysteme gebe. Die Hamas lehnte die Entscheidung des Gerichts als eine „Politisierung“ des Gerichtssystems umgehend ab. Diese würde das palästinensische Volk teilen, sagte Sprecher Sami Abu Zuhri. Die Fatah habe durch die Entscheidung eine innerparteiliche Krise überspielt und wolle sich einen erneuten peinlichen Verlust bei den Wahlen ersparen. Die Hamas will sich baldigst mit anderen Gruppen darüber beraten wie gegen die Entscheidung vorgegangen werden könne. „Es ist klar, dass die palästinensische Spaltung und die tiefe Kluft zwischen der Fatah und der Hamas die Hauptursache für den Schaden für den Wahlprozess ist“ analysieren israelische Experten in der Tageszeitung Haaretz. Von Anfang an wäre es schwierig gewesen, die Wahl angesichts dieser Situation abzuhalten. „Jeder, der gehofft hatte, die lokalen Wahlen würden helfen zu einer Versöhnung zu kommen, liegt offensichtlich falsch“. Verschärft wurde der Konflikt dadurch, dass der palästinensische Präsident Mahmud Abbas an der Trauerfeier für Schimon Peres in Israel teilnahm. Erstmals seit sechs Jahren kam es dabei zu einem Händedruck und einem kurzen Austausch mit Netanjahu. Die Hamas hatte dagegen parallel dazu alle Palästinenser zu einem «Tag des Zorns» in Jerusalem und im Westjordanland aufgerufen. Präsidentschafts- und Parlamentswahlen finden seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr statt, seitdem die Hamas die palästinensische Behörde und die Experten mit dem Gewinn der Parlamentswahlen 2006 überrascht hatte.  

Tag der offenen Moschee
Rainer Schmeltzer (SPD): Muslime und Islam gehören zu NRW

Dortmund (nex) – Nach einer Meldung der Deutschen Presseagentur ist der diesjährige Tag der offenen Moschee auf großes Interesse gestoßen. Die muslimischen Gemeinden hätten von großem Andrang in ihren Gebetsstätten berichtet. Der bundesweite Aktionstag wurde 1997 eingeführt. Das diesjährige Motto lautete: „Hidschra – Migration als Herausforderung und Chance“. Rund 1.000 Moscheen boten am heutigen Tag Führungen, Podiumsdiskussionen oder Ausstellungen an. Die Besucher hatten auch die Möglichkeit, beim rituellen Gebet zuzuschauen. „Ich kann mich nicht erinnern, in den vergangenen Jahren so einen Andrang erlebt zu haben. Ich habe viele neugierige Menschen von überall her getroffen“, so der Imam der Islamischen Gemeinde Penzberg e. V. und Vorsitzende des „Münchner Forums für Islam e. V. (MFI), Benjamin Idriz, der dpa gegenüber. Auch der Deutschsprachige Muslimkreis (DMK) in Karlsruhe hatte heute seine Türen weit geöffnet. Nachdem der Vorsitzende Rüstü Aslandur in einer Präsentation die Organisation, ihre Geschichte, Arbeit und Ziele vorgestellt hatte, konnten die Besucher in einer gemütlichen Atmosphäre ihre Fragen stellen. Die Veranstaltung wurde gut besucht, ein wichtiges Thema stellte der geplante Bau der Zentralmoschee dar. Hannovers Landesbischof Ralf Meister besuchte die Ayasofya-Moschee in der niedersächsischen Landeshauptstadt, berichtet die dpa weiter. „Es ist ein wichtiges Signal, dass am 3. Oktober die Moscheen geöffnet sind”, betonte der evangelische Geistliche. Die Muslime in diesem Land, in dem sie ihre Heimat sähen und mit dem sie sich verbunden fühlten, setzten damit ein Zeichen für ein weiteres friedliches Miteinander der Religionen, so Meister weiter. Laut dpa war der nordrhein-westfälische Integrationsminister Rainer Schmeltzer (SPD) in einer Moschee in Witten zu Besuch. Schmeltzer wies darauf hin, dass in dem Bundesland mit 18 Millionen Einwohnern 1,5 Millionen Muslime – die meisten mit deutschem Pass – lebten. „Damit gehören die Muslime und mit ihnen der Islam zu NRW – wer das leugnet, ist einfach blind”, unterstrich er.

Demo gegen Landraub
Äthiopien: Mindestens 52 Tote nach Schüssen auf Anti-Regierungs-Demo

Bishoftu (nex) – Während einer jährlichen Erntedankfeier in der zentraläthiopischen Stadt Bishoftu in der Region Oromo wurden mindestens 52 Menschen getötet und viele verletzt. Wie es in einem Statement der Regionalregierung heißt, seien die Opfer bei einer Massenpanik ums Leben gekommen. Erst im Juni und August sind in Äthiopien hunderte Menschen bei Demos gestorben.

Die Zeremonie hatte sich zu regierungskritischen Protesten entwickelt. Tausende Angehörige der größten ethnischen Minderheit des Landes, die Oromo, kamen aus der gesamten Region und versammelten sich am Hora, einem der Kraterseen von Bishoftu, das sich rund 45 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Addis Abeba befindet. Sie skandierten auf Oromo „didne“, was „es reicht“ bedeutet.

Die tödlich endende Massenpanik brach nach Angaben eines Reporters der Nachrichtenagentur Anadolu aus, als Sicherheitskräfte das Feuer eröffneten und Tränengas einsetzten. Weitere Slogans, die die Menge rief, waren „Freiheit“ und „Nieder mit Woyane“ – Woyane ist das andere Akronym für die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), die seit 1991 an der Macht ist.

„Wir sind traurig, es hätte niemals passieren sollen“, sagte Kommunikationsminister Getachew Reda.Reda erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu, dass die Opposition für die Stimmung auf der Veranstaltung vom gestrigen Sonntag gewesen sei. Er wies darauf hin, dass die Regierung für die traditionelle Feier einen Weltkulturerbeantrag bei der UNESCO habe stellen wollen.

Das Irreechaa der Oromo, das im Oktober begangen wird, entspricht etwa dem Erntedankfest und besteht aus mehreren Ritualen. Die Region Oromo ist immer wieder Schauplatz gewalttätiger Demonstrationen, die bereits im Dezember 2015 und im August dieses Jahres zu zahlreichen Todesopfern führten.

Die Demonstranten protestierten gegen die Entscheidung der Regierung, die Grenzen der Hauptstadt bis in die Region Oromo hinein zu erweitern. Sie befürchten, dass damit die Bauern von ihrem Land vertrieben würden.

Referendum
Kolumbien: Friedensvertrag mit Farc-Rebellen in Referendum abgelehnt

Dortmun (nex) – Die Kolumbianer haben am gestrigen Sonntag das Abkommen zwischen der Regierung und den FARC-Rebellen zur Beendigung des 52-jährigen Konflikts überraschend abgelehnt.

„Ich bin der Erste, der das Ergebnis anerkennt“, erklärte Präsident Juan Manuel Santos während einer im Präsidentenpalast abgehaltenen Fernsehansprache. „Ich gebe nicht auf. Ich werde mich bis zum letzten Tag meiner Amtszeit um den Frieden bemühen.“ Santos fügte hinzu, dass der Waffenstillstand mit den FARC zunächst in Kraft bleiben werde. Die politische Landschaft des Landes ist nun gespalten.

Während 50,23 Prozent der Referendumteilnehmer mit Nein stimmten und somit dem ehemaligen Präsidenten und jetzigen Senator Alvaro Uribe folgten, votierten 49,76 Prozent mit Ja. Aus dem Wahlergebnis lässt sich das noch immer weit verbreitete Misstrauen gegenüber den FARC-Rebellen lesen.

„Der Frieden weckt Hoffnungen, aber die Vertragstexte von Havanna sind enttäuschend“, erklärte Uribe am Sonntagmorgen gegenüber den Medien.

Das am 26. September vor internationalen Persönlichkeiten feierlich unterzeichnete Abkommen zwischen den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens – Volksarmee (FARC) und der Regierung hatte in einer eine Woche vor dem Referendum durchgeführten Meinungsumfrage noch 65 Prozent Ja-Stimmen erhalten.

Seit 1964 tobte der Bürgerkrieg in Kolumbien. Human Rights Watch zufolge soll er 300 000 Menschen das Leben  gekostet haben, jährlich sollen 200 000 Menschen, insgesamt 5,7 Millionen, in all den Jahren der Kämpfe wegen ihre Heimat verlassen haben. Die 2500 Mann starke, ebenfalls linksextreme „Nationale Befreiungsarmee“ (ELN) bekämpft weiterhin mit Waffengewalt die Regierung.