"Verstoß gegen Tarifeinheitsgesetz"
Ufo prüft Klage gegen Air-Berlin-Tarifvertrag

Düsseldorf (nex) – Die Unabhängige Flugbegleiter-Organisation (Ufo) hat scharfe Kritik an der jüngsten Tarifeinigung zwischen der Gewerkschaft Verdi und Air Berlin geübt. Nicoley Baublies, Chef der IG Luftverkehr und zugleich Ufo-Vorstandsmitglied, sagte der „Rheinischen Post“, es handle sich um einen Verstoß gegen das Tarifeinheitsgesetz. Der Abschluss sei in Geheimverhandlungen zustande gekommen. „Die anderen Gewerkschaften im Konzern – und damit auch wir – hätten über die Aufnahme und den Fortschritt der Gespräche informiert werden müssen.“ Weil dies unterblieben sei, liege ein Rechtsbruch vor. „Wir werden deshalb in der Tarifabteilung diese Woche beraten und werden dabei auch prüfen, ob wir gegen das rechtswidrige Zustandekommen dieses Tarifvertrags rechtliche Schritte einleiten.“ Zugleich griff Baublies die Konkurrenzgewerkschaft scharf an: Verdi biedere sich beim Air-Berlin-Management geradezu an, findet der Ufo-Vertreter. „Stefan Pichler lobt die Verdi über alle Maßen, das sollte jeden Mitarbeiter hellhörig werden lassen.“ Baublies warnte davor, dass selbst wenn die neuen Regeln des Manteltarifvertrags greifen sollten, immer noch die Gefahr bestehe, dass Mitarbeiter im Zuge der Sparmaßnahmen in die österreichische Tochtergesellschaft ausgelagert würden – und gegebenenfalls ein Jahr nach Übertritt zu schlechteren Bedingungen oder sogar ganz ohne Tarifregelungen dastünden.

Archäologie
Japan: Forscher entdecken in Ruine osmanische Münzen aus dem 17. Jahrhundert

Tokio (nex) – Auf der Burgruine Katsuren – einer UNESCO-Welterbestätte – in der Präfektur Okinawa in Japan wurden osmanische und römische Münzen entdeckt. Nach einem auf dem Nachrichtenportal Sputnik veröffentlichten Artikel wurden zehn Münzen, die dem Römischen und Osmanischen Reich zugeordnet wurden, von Archäologen ausgegraben, die seit 2013 in der Ruinenstätte arbeiten. Hirokiyi Miyagi von der Universität Okinawa, wo die Münzen eingehender untersucht werden sollen, erklärte gegenüber Pressemitgliedern, er sei zunächst davon ausgegangen, dass die Münzen nicht echt, sondern Repliken seien. „Als wir die Münzen aber mit Röntgenstrahlen untersuchten, war die Prägung besser sichtbar“, beschrieb Miyagi die Prozedur und fügte hinzu, dass auf einer der osmanischen Münzen das Jahr 1697 zu lesen sei und die römischen Münzen vermutlich aus der Zeit 300 und 400 v. Chr. stammten. Das Osmanische und das Japanische Reihe zeichnete eine Geschichte langer Freundschaft aus, die eine neue Stufe erreichte, als die osmanische Segelfregatte Ertugrul 1890 sank, und die meisten osmanischen Matrosen von Japanern gerettet wurden. Zurzeit führen die Kultur- und Kunststiftung Bodrum (BOSAV) und das Institut für Unterwasserarchäologie ein Bergungsprojekt durch, um Überbleibsel der gesunkenen osmanischen Fregatte zu bergen. Die Bergungsarbeiten, die vor neun Jahren gestartet wurden, gehen bei einer Tiefe von 45 Metern und einer Entfernung von 200 Metern von der japanischen Küste weiter. Acht Taucher arbeiten in Acht-Stunden-Schichten in dem Bergungsgebiet und entdeckten seit Beginn des Jahres fast 450 neue Teile.
Foto: Flickr    

Islam in Deutschland
Faktencheck: Wie islamisch ist Deutschland?

Unterföhring (nex/sat1) – Rund vier Millionen Muslime leben aktuell in Deutschland. Doch angesichts der Flüchtlingskrise und islamistisch motivierter Terroranschläge im In- und Ausland werden Ressentiments gegen Muslime stärker. In „Schwarz, Rot, Burka – wie islamisch ist Deutschland? Der Faktencheck mit Claus Strunz“ will Journalist Claus Strunz klären, wie stark der Einfluss des Islams in Deutschland wirklich ist – und welche positiven und negativen Auswirkungen dies nach sich zieht: „Nur, wenn wir Probleme ohne jegliche Schönrednerei oder Verharmlosung klar benennen und klare, unmissverständliche Konsequenzen daraus ziehen, werden wir sie lösen können.“ Auf Basis aktueller Umfragen analysieren Claus Strunz und sein Team die aktuelle Stimmungslage. Propagiert der Islam tatsächlich Hass und Gewalt oder werden die Lehren von radikalen Islamisten, einer klaren Minderheit unter den Muslimen, fehlgedeutet und missbraucht? Inwieweit ist die deutsche Gesellschaft bereit, muslimische Besonderheiten wie Kopftuch und Muezzin-Ruf zu akzeptieren? In Gesprächen mit deutschen Muslimen und Nicht-Muslimen, mit Experten sowie politischen und gesellschaftlichen Verantwortungsträgern wie Innenminister Thomas de Maizière und Islamexperte Abdel-Hakim Ougri klären sie: Woher kommen die Vorurteile, Ängste und Befürchtungen?

„Schwarz, Rot, Burka – wie islamisch ist Deutschland? Der Faktencheck mit Claus Strunz“, am Dienstag, 4. Oktober 2016, um 23:10 Uhr in SAT.1.


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"Keine expansionistischen Ziele"
Erdogan: „In Mosul sollten nur sunnitische Kurden, Turkmenen und sunnitische Araber bleiben“

Dortmund (nex) – In einem Interview mit dem saudi-arabischen TV-Sender Rotana äußerte sich Erdogan zur Situation im Irak mit den Worten: „Wenn Mossul vom IS (Daesh) befreit worden ist, sollten nur sunnitische Araber, Turkmenen und sunnitische Kurden dableiben“ – Mossul gehöre nämlich seinen Einwohnern.

Die Türkei und die USA starteten Ende August eine Militäroperation in Nordsyrien, um das Gebiet von IS (Daesh)-Elementen zu säubern. Ankara verfolge keine expansionistischen Ziele in Syrien oder Irak, betonte Erdogan und verwies auf die fast drei Millionen Flüchtlinge, für die die Türkei aus „einer islamischen und ethischen Verpflichtung“ heraus bereits 12,5 Milliarden US-Dollar ausgegeben habe.

Der türkische Präsident fügte hinzu, dass der Westen sich seiner Verantwortung gegenüber den Flüchtlingen entziehe, und diese Länder ihre Grenzen dichtmachten.

Erdogan appellierte am gestrigen Sonntag an die islamischen Staaten, sich zu vereinigen und einander mit Solidarität zu begegnen. Erdogan darauf wies im Interview darauf hin, dass gegenüber der islamischen Welt verabscheuungswürdige Entwicklungen zu verzeichnen seien.

„Die Türkei und Saudi-Arabien werden angegriffen“, so Erdogan. „Wir sehen, dass alle Fallen und Pläne sich gegen die islamische Welt richten.“

Mindestens 600.000 Menschen seien in Syrien während des noch immer andauernden Krieges getötet worden, fügte er hinzu und warnte, dass die islamische Welt nun enger zusammenarbeiten müsse, bevor es zu spät sei.

#FBCensorsPalestine
Palästinensische Aktivisten boykottieren Facebook wegen Zensur

    Dortmund (nex) – Palästinensische Aktivisten haben vor einigen Tagen einen Boykottaufruf gegen Facebook gestartet, nachdem die Social Media-Plattform auf Ersuchen Israels wegen angeblicher Hetze die Accounts mehrerer Palästinenser gesperrt und zahlreiche Posts gelöscht hat. Zu Beginn vergangener Woche riefen sie unter dem Hashtag #FBCensorsPalestine ihre Unterstützer dazu auf, am 25. September zwischen 20 und 22 Uhr (Ortszeit Jerusalem) ihre Aktivitäten auf Facebook einzustellen. Nach Angaben des Gaza-Sprechers der Kampagne, Hussam al-Zayegh, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu wurde die Initiative als Antwort auf die pro-israelische Haltung Facebooks gestartet.
(Foto: Screenshot/Twitter)
(Foto: Screenshot/Twitter)
Anfang September hatte das soziale Netzwerk mit israelischen Behörden eine Vereinbarung unterzeichnet, die unter anderem die Überwachung aller Facebook-Posts mit palästinensischem Inhalt und das Löschen beliebiger Posts, Seiten oder Accounts von Personen zulässt, die als „anstößig“ erachtet werden. Zuvor hatte Facebook die Accounts von 12 Administratoren und Redakteuren zweier führender palästinensischer Nachrichtenagenturen, Shebab News Agency und Al-Quds News Network, ohne vorherige Benachrichtigung oder Warnung gelöscht. Shebab-Redakteur Mohamed al-Zaneen erklärte gegenüber Anadolu, dass er mehr als fünf Tage keinen Zugang zu seinem Account gehabt habe. „Ich denke, dass dieser Schritt [das Sperren meines Accounts] nach der Einigung zwischen Facebook und Israel veranlasst wurde“, vermutet al-Zaneen. Er fügte hinzu, dass sein Account auch während des israelischen Gaza-Kriegs 2014 blockiert worden sei. Nach Angaben der beiden Nachrichtenagenturen habe man Dutzende Schreiben an die Facebook-Administration geschickt, um die Begründung für das Sperren der Seiten zu erfahren. Facebook habe danach die blockierten Seiten wiederhergestellt und sich für den „Fehler“ entschuldigt.

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TANAP
Aserbaidschan ratifiziert Erdgaspipeline-Abkommen mit Türkei

Dortmund (nex) – Die Nationalversammlung der Republik Aserbaidschan hat am Freitag das Abkommen zur Transanatolischen Erdgaspipeline (TANAP) ratifiziert. Während seiner ersten Sitzung in diesem Herbst erörterte das aserbaidschanische Parlament die Zusammenarbeit zwischen Aserbaidschan und der Türkei. Der stellvertretende Parlamentssprecher Valeh Alasgarov merkte an, dass die Türkei bereits alle notwendigen Verfahren zum TANAP-Projekt eingeleitet habe. Er betonte, dass die Ratifizierung der Absichtserklärung zwischen den beiden Ländern bereits am 26. Mai 2014 unterzeichnet worden sei. Die Kosten der Pipeline liegen bei circa 9,2 Milliarden US-Dollar. Sie soll 2018 in Betrieb gehen. Die Anfangskapazität von 16 Milliarden Kubikmetern Gas soll im Jahr 2023 auf 23 Milliarden Kubikmeter und im Jahr 2026 auf 31 Milliarden Kubikmeter steigen. Nach Fertigstellung der Transatlantischen Pipeline (TAP) wird das kaspische Gas zu Beginn des Jahres 2020 Europa erreichen. Die State Oil Company of Azerbaijan Republic (SOCAR) verfügt über 58 Prozent von TANAP, während der türkische Pipelinebetreiber BOTAS über 30 sowie das britische Unternehmen BP über 12 Prozent der Anteile verfügt.

Kampf gegen den Terror
Somalia: Türkische Armee soll über 10.000 Soldaten ausbilden

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Dortmund (nex) – Die Türkei hat ihre erste Militärbasis in Afrika, der somalischen Hauptstadt Mogadischu, fertiggestellt. Türkische Militäroffiziere werden auf dem Stützpunkt somalische Soldaten und Truppeneinheiten für ihren Kampf gegen die Terrororganisation Al-Shabaab trainieren. Die Basis wird in naher Zukunft betriebsbereit sein. Dies geht aus einer Mitteilung der türkischen Streitkräfte hervor. Der von den Vereinten Nationen genehmigte Stützpunkt ist die zweite militärische Liegenschaft der Türkei. Die erste Basis war im vergangenen April in Katar im Rahmen eines Sicherheitsabkommens gegen Bedrohungen beider Länder errichtet worden. Etwa 200 türkische Militäroffiziere sollen im ersten Schritt zum Stützpunkt in Somalia zur Ausbildung von 10.500 somalischen Soldaten entsandt werden. Die Türkei leistet Somalia seit fünf Jahren mit dem Ziel militärischer und finanzieller Kooperation zwischen den beiden Regierungen militärische Unterstützung. Des Weiteren hat die Türkei dem afrikanischen Staat mit der größten Hilfsaktion für das Land über 400 Millionen US-Dollar in dessen Kampf gegen Hunger zur Verfügung gestellt.

Kartell-Prüfung
Monopolkommission erwartet Hürden bei Bayer/Monsanto-Übernahme

Düsseldorf (ots) – Der Chef der Monopolkommission, Achim Wambach, erwartet eine langwierige Kartell-Prüfung bei Bayer/Monsanto. „Die Behörden werden genau prüfen, ob die Fusion eine marktverschließende Wirkung hat. Da viele Länder und viele Produkte wie Reis-, Mais- und Soja-Saatgut betroffen sind, dürfte dies viele Monate dauern. Es ist gut möglich, dass die Fusion nur unter Auflagen genehmigt wird und Bayer/Monsanto Beteiligungen verkaufen müssen“, sagte Wambach der „Rheinischen Post“. Weiter gab er zu bedenken: „Durch die Fusion von Dow und Dupont verschieben sich die Gewichte auf dem globalen Chemiemarkt, das werden die Kartellbehörden sicher berücksichtigen. Das muss aber nicht zwingend heißen, dass die Genehmigungs-Chancen für Bayer und Monsanto schwinden.“

Islamfeindlichkeit
Türkei fordert von Deutschland Maßnahmen gegen islamfeindliche Gewalt

Türkei: Parlamentarische Menschenrechtskommission fordert von Deutschland effektivere Maßnahmen gegen islamfeindliche Gewalt Berlin (nex) – In Anbetracht der Zunahme von Anschlägen auf Moscheen und Übergriffe auf Muslime in Deutschland rief der Vorsitzende des Menschenrechtskomitees der türkischen Großen Nationalversammlung, Mustafa Yeneroğlu, Berlin zu Präventionsmaßnahmen gegen fremden- und islamfeindliche Übergriffe auf. In einer Stellungnahme betonte Yeneroğlu, es sei eine wichtige Aufgabe der Sicherheitsbehörde, die muslimische Community in Deutschland vor rassistischen Attacken zu beschützen sowie Sicherheit, Recht und Ordnung in Deutschland zu gewährleisten. Rassistische und islamfeindliche Übergriffe auf islamische Einrichtungen sollen verhindert werden. Die Erklärung kam vor dem Hintergrund der jüngsten Brandanschläge auf Moscheen in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden und im Bundesland Hessen. Dies wären nur die jüngsten Ereignisse in einer Serie zunehmend häufiger islamfeindlicher Angriffe, die von körperlichen Übergriffen auf Musliminnen im Alltag über Schweineköpfe bis hin zu Molotow-Cocktails reichen. Das türkische parlamentarische Komitee hat zwischen 2001 und 2014 in Deutschland 297 Übergriffe auf Moscheen gezählt, die meisten davon waren türkische. Die meisten Angriffe auf Moscheen erführen keine überregionale Aufmerksamkeit in den Medien, erklärte Yeneroğlu. Der deutschen Bundesregierung zufolge habe es in diesem Jahr allein im Zeitraum zwischen April und Juni 14 Anschläge auf Moscheen gegeben. Politisch motivierte Übergriffe kommen teils aus den Reihen der extremen Rechten, bisweilen aber auch aus jenen der terroristischen PKK und möglicherweise auch aus linksextremen Zusammenhängen. Zu dem jüngsten Anschlag in Dresden haben sich in einer mittlerweile gelöschten Botschaften Personen bekannt, die angegeben hatten, aus linksextremen Motiven versucht zu haben, das Feuer an der Moschee in Dresden zu legen. Die Aufklärungsquote solcher Taten sei gering, was, so Yeneroğlu, den Eindruck vermittle, die Anschläge würden „nicht gründlich untersucht“. Dass sich die Bundesanwaltschaft nicht in die Ermittlungen eingeschaltet habe, habe die Hoffnung auf Aufklärung der Verbrechen gedämpft und „ebnet leider auch neuen Angriffen den Weg“.  

Kampf gegen den Terror
Türkei: Erneut kurdische Dorfschützer PKK-Terror zum Opfer gefallen

Istanbul (nex) – Bei einem Terroranschlag der PKK kamen am gestrigen Donnerstag drei Dorfwächter ums Leben und zwei weitere wurden verletzt. Die Anschläge fanden in der südosttürkischen Provinz Hakkari statt. Aus Sicherheitskreisen, die sich anonym gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu äußerten, hieß es, dass die PKK-Terroristen Dorfwächter angegriffen hätten, die die Straßenbaufahrzeuge im Distrikt Yüksekova in Hakkari bewachten. Die verletzten Männer wurden in das Staatliche Krankenhaus Yüksekova verbracht. Die türkischen Sicherheitskräfte, die auch von Hubschraubern unterstützt wurden, starteten eine Suche nach den Terroristen. Die PKK wird von der Türkei, den USA und der EU als eine Terrororganisation eingestuft. Sie hat im Juli vergangenen Jahres ihren 30-jährigen Kampf gegen den türkischen Staat wiederaufgenommen. Seitdem wurden bei PKK-Anschlägen mehr als 600 Sicherheitskräfte sowie zahlreiche Zivilisten, darunter auch Frauen und Kinder, getötet, während bei Anti-Terror-Einsätzen über 7.000 PKK-Terroristen eliminiert wurden.  
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