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Gesellschaft
Kommentar: „Integriert euch nicht!“
Von Fabian Köhler
Jetzt mal ehrlich! Glaubt wirklich jemand, dass das so funktioniert? Doppelte Staatsbürgerschaft abschaffen und schon geben Deutsch-Türken ihre Identitätskonflikte beim Einwohnermeldeamt ab? Arabisch in Kitas verbieten und schon wächst eine Generation von Germanistik-Studentinnen heran? Musliminnen nur lang genug als unterdrückt und unmündig diffamieren und dann reißen sie sich irgendwann die Burka vom Kopf? Oder das Kopftuch? Oder am besten gleich den Kopf?
Klar, Integration ist wichtig. Deutsche Sprache. FDGO. Mesut Özil. Gesellschaftliche Teilhabe. Keine Einbahnstraße. Geben und Nehmen. Fördern und Fordern. Dagegen kann eigentlich keiner etwas haben. Und hat auch keiner. Leider.
Tag ein, Tag aus geht das so. Von links bis rechts, von Bundespresseball bis Kiezfest: Linke für Integration. Gauck für Integration. Afd für Integration. Kochkurs für Integration. Hüpfeburg für Integration. Leitkultur für Integration. Deutschpflicht für Integration. Leistungskürzung für Integration. Stigmatisierung für Integration. Abschiebung für Integration.
„Ausländer raus!“, hieß es früher auf Nazis-Demos. Heute sagt man: „Integriert euch!“
Jetzt mal ehrlich: So funktioniert das nicht! Nur bei wenigen Begriffen des politischen Alltags dürften Anspruch und Irrtum soweit auseinander gehen wie bei Integration. Integrare: lateinisch für ergänzen, nicht für ausschließen. Desintegration wäre ein viel passender Begriffe für die Wirkung jener Debatten, an deren Ende immer irgendwer hinaus statt herein soll: Flüchtlinge raus aus der Sauna. Imame raus aus der Hinterhofmoschee. Hinterhofmoschee raus aus dem Gewerbegebiet. Halal-Fleisch raus aus der Aldi-Tiefkühltruhe. Kopftuchträgerin raus aus dem Gesichtssaal. Gebetsteppich raus aus der Uni. Multikulti raus aus den Köpfen. „Ausländer raus“, hießt das früher auf Nazis-Demos. Heute sagt man stattdessen: „Integriert euch!“
Integration darf kein Vorwand für Assimilation sein. Das sagt nicht der türkische Präsident, sondern Migrationsforscher. Damit meinen sie: Ist sie aber. Die ständigen Integrationsforderungen dienten dazu, Minderheiten verbriefte Menschen- und Bürgerrechte abzusprechen, sagen sie auch. Dass anerkannte Flüchtlinge ihren Wohnort nicht frei wählen dürfen, sagt zum Beispiel das deutsche Integrationsgesetz. Das heißt tatsächlich so. Der vermeintliche Grund für den Entzug des Rechts auf Freizügigkeit: bessere Integrationschancen durch Schutz vor Diskriminierung durch die deutschen Nachbarn.
Erst wird die Muslimin zum rückständigen Opfer erklärt, damit sie dann ihr emanzipiertes Seelenheil in der Unterwürfigkeit vor der deutschen Mehrheitsgesellschaft finden darf
Um die geht es in den Integrationsdebatten implizit auch, also die Nachbarn. Als Vorbilder, die die Werte quasi mit der Muttermilch aufgesogen haben. Die deutschen Werte wohlgemerkt, nicht die universellen: Gleichberechtigung, Freiheit, Demokratie und so weiter. Die heißen jetzt wirklich so! Der Integrationsneuling muss die Basics des menschlichen Miteinanders hingegen im Integrationskurs mühsam lernen. Dem in Aussicht gestellten ungewissen Integrationserfolg, geht dort die realexistente Desintegration voraus: Erst wird die Muslimin zum rückständigen Opfer erklärt, damit sie dann ihr emanzipiertes Seelenheil in der Unterwürfigkeit vor der deutschen Mehrheitsgesellschaft finden darf. Kostet nur ein Kopftuch. Und die eigene Würde.
Aus der Talkshow dröhnt dann schon die nächste Integrationsdebatte als Ersatz zur verbrämten ersten Strophe des Deutschlandliedes: Deutschsein über alles. Ausgrenzen, Misstrauen, Vorverurteilen: Das ist das Wesen unserer Integrationsbemühungen. Eine kollektive Selbstvergewisserung, dass es immer noch Deutschland ist hier. Nicht mit den, sondern trotz der Migranen. Die sind allenfalls dazu nütze, das passend zu machen, was nicht ins Bild vom deutschen Werteweltmeister passt:
Sexuelle Gewalt? Neulich erst mit dem Flüchtlingsboot aus Nordafrika herübergeschwappt. Frauenunterdrückung? Typisch Islam! Jugendgewalt? Der heißt doch sicherlich Ali! Homophobie? In einem christlichen Deutschland kaum denkbar! Antisemitismus? Vor dem Zuzug von Migranten in Deutschland quasi unbekannt.
Nicht die Anzahl an Pässen entscheidet darüber, ob jemand dazu gehört
Jetzt mal ehrlich! Glaubt das wirklich jemand? Gibt es tatsächlich noch jemanden, der nicht mitkriegt, dass das realexistierende Deutschsein nicht nur Friede, Freude, FDGO bedeutet sondern auch jede Menge Nationalismus, Engstirnigkeit und Ausgrenzung bedeutet? Nicht mitkriegt, dass soziologischen Studien regelmäßig zu einem ganz anderen Bild über „die“ und „uns“ kommen? Ja, viele Deutsche sind Rassisten. Nein, die meisten Araber mögen keine Terroristen. Ja, ebenso viele Flüchtlinge wie Deutsche bekennen sich zur Demokratie. Nein, Muslime sind nicht gewalttätiger.
Jetzt mal ehrlich! Integration macht nicht Andere zu Gleichen. Sie macht ausreichend Ähnliche zu Gegensätzlichen. Denn es sind nicht Herkunft, Hautfarbe, Kopfbeckung oder die Anzahl an Pässen die darüber entscheiden, ob jemand Teil der Gesellschaft ist. Es ist die Gesellschaft, die entscheidet. Entscheiden wir uns doch einfach dafür!
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Sollte sich erweisen, dass Hacker aus einem bestimmten Land kommen und dieses es nicht geschafft haben, sie zu stoppen, würde sich „die Frage der Verantwortung dieses Staates stellen“. Die neue Einheit soll nicht nur ausländische Hacker identifizieren können, sondern auch Schwachstellen in wichtigen militärischen IT-Netzen wie jenen von Drohnenpiloten. Im Januar soll die französische Einheit ihren Dienst aufnehmen und bis 2019 insgesamt 2600 Spezialisten einstellen. Im Monat zuvor hatte auch Großbritannien einen neuen Cyber-Verteidigungsplan verabschiedet, der mit 2,1 Milliarden Euro finanziert werden soll. Die Russische Föderation weist alle Anschuldigungen hinsichtlich einer möglichen Verantwortung für Hackerangriffe zurück, die zu Enthüllungen zu Lasten einer als aussichtsreich geltenden Präsidentschaftskandidatin während des US-Wahlkampfs geführt hatten. Stattdessen habe man selbst am letzten Freitag Pläne für massive Cyberattacken gegen das Finanzsystem des Landes aufgedeckt, hinter denen ausländische Nachrichtendienste stecken. Auch von den USA und Israel sollen bereits staatlich gebilligte Hackerangriffe ausgegangen sein – beispielsweise 2010, als der Wurm „Stuxnet“ die nukleare Infrastruktur des Iran geschädigt hatte.

