Sechs tote Soldaten, sechs tote IS-Milizen
Tschetschenien: IS bekennt sich zum Anschlag auf russischen Stützpunkt

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Ankara (nex) – Sechs russische Soldaten seien lokalen Medienberichten zufolge am heutigen Freitagmorgen bei einem Angriff auf eine Abteilung der Nationalgarde in Tschetschenien getötet worden. Der Vorfall, für den bislang noch nicht identifizierte bewaffnete Milizen verantwortlich seien, habe sich nach einer Meldung der russischen Nachrichtenagentur TASS gegen 2:30 Uhr Ortszeit in der nordwesttschetschenischen Ortschaft Naurskaja ereignet. „Während des Kampfes wurden alle Gangmitglieder neutralisiert“, berichtet TASS weiter. Sechs Kämpfer seien getötet worden, es gebe unter den Angehörigen der Nationalgarde neben sechs getöteten Gefallenen Verletzte, deren Anzahl jedoch nicht bekannt gegeben wurde. Später habe sich TASS zufolge der IS (Daesh) zu dem Anschlag bekannt. „Die Terrorgruppe IS (Daesh) hat sich zu dem Anschlag auf die russische Nationalgarde in der Ortschaft Naurskaja in der tschetschenischen Republik bekannt“, erklärte ein Sprecher der Nationalgarde und fügte hinzu: „Dies ist ein erneuter Beweis dafür, dass die Russische Nationalgarde im Kampf gegen den internationalen Terror an vorderster Front steht.“ Der russische Präsident Wladimir Putin habe den Anschlag als einen tragischen Vorfall bezeichnet, heißt es in einem Statement des Kreml. Kremlsprecher Dimitri Peskow habe darauf hingewiesen, dass der Präsident der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, die Situation unter Kontrolle habe. Nach dem Zerfall der Sowjetunion im Jahr 1991 erklärte Tschetschenien seine Unabhängigkeit. Russland entsandte daraufhin Truppen in das Land – der Erste Tschetschenienkrieg, der von 1994 bis 1996 dauern sollte, brach aus. 1996 endete der blutige Krieg mit einem Waffenstillstandsabkommen. 1999 marschierte die russische Armee erneut in die autonome Republik Tschetschenien ein.

Ausland
Bulgarien: Erdogan ruft zu fairen Wahlen auf

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Ankara (nex) – Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat Bulgarien zu fairen und transparenten Wahlen am kommenden Sonntag aufgerufen, an denen die DOST, auch eine große türkischstämmige Koalition, teilnehmen wird.

Erdogan, der Medienberichten zufolge im Präsidentenpalast in Ankara eine Rede vor NGO-Vertretern aus Balkanstaaten hielt, betonte, dass die Türkei wegen der Nachrichten über „Druckausübung“ auf Bulgarotürken zutiefst betroffen sei.

„Sie sprechen von Demokratie, üben aber gleichzeitig Druck auf die dort lebenden Türken aus, das ist unglaublich“, sagte er.

Auf dem ehemaligen osmanischen Territorium leben nach offiziellen Angaben etwa 650.000 Türken.

Bulgarische Staatsangehörige werden in 500 Wahllokalen im Ausland ihre Stimme abgeben können. In der Türkei sollen 35 Wahlurnen für etwa eine halbe Million Menschen mit bulgarischem Pass aufgestellt werden.

Die Spannungen zwischen der Türkei und Bulgarien verstärkten sich infolge der Behauptungen, dass Ankara sich in die Wahlen einmische, indem es die Koalition der Demokraten für Verantwortung, Freiheit und Toleranz  (DOST) favorisiere.

„Die Türkei ist unser Nachbar, Freund und Partner, und wir bestehen auf die Entwicklung guter Beziehungen“, erklärte in der vergangenen Woche der bulgarische Präsident Rumen Radew in einem Fernsehinterview und fügte hinzu: „Aber die Einmischung der Türkei in unsere Wahlen ist eine Tatsache“

Die meisten Mitglieder von DOST – zu Türkisch: guter Freund – sind türkischstämmig und Muslime.

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Verfassungsreform in der Türkei
„Kauft nicht beim Türken“: Erdogan-Kritik erreicht neue Stufe

Für Ehre und Würde, gegen Landesverräter: Deutsche Demokraten machen gegen die Türkei mobil Dortmund (nex) – Die eskalierenden Auseinandersetzungen zwischen der Türkei und Deutschland haben in Deutschland ein neues „Wir“-Gefühl geschaffen. Begriffe wie Ehre, Würde oder Gerechtigkeit, von denen rechtskonservative Politiker beständig behaupteten, Deutschland hätte sie unter der Last seiner Vergangenheit als zu belastet abgelegt, stehen dank dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan wieder hoch im Kurs. Anders als es sich aber Björn Höcke oder andere populistische Politiker erträumen würden, ist es kein souveränistisches oder revanchistisches, sondern das „demokratische, weltoffene und liberale Deutschland“, das die Zähne zeigt und um seine Werte kämpft. Ein Deutschland, das so konsequent mit seiner Vergangenheit gebrochen hat, dass es sich bereit und entschlossen sieht, andere Länder und andere Völker davor zu bewahren, selbst zum Täter zu werden. Als besonders gefährdet, zu dem zu werden, was man selbst nie wieder sein möchte, sehen die entschlossenen deutschen Demokraten derzeit neben Russland, Polen, Israel, Ungarn oder den USA vor allem die Türkei und die Türken. Das Verfassungsreferendum im April, das Vorgehen gegen Putschverdächtige, Journalisten oder die Terrororganisation PKK und die insgesamt steigende Verbundenheit mit der Heimat der Eltern und Großeltern lässt bei vielen von deutschen Leitmedien sensibilisierten Deutschen die Alarmglocken schrillen. Um im Kampf gegen Autoritarismus und die Infragestellung europäischer und universeller Werte nie wieder wehrlos zu sein, schließen sie die besorgten deutschen Demokraten nun auch zusammen und nehmen Türken in der Türkei, aber auch in Deutschland selbst in die Pflicht, es ihnen gleichzutun. Deshalb wollen auch viele Deutsche die noch vor wenigen Jahren als Urlaubsland beliebte Türkei künftig als Urlaubsland meiden.
(Foto: Screenshot/Facebook)
Die Aussicht, mit dem eigenen Urlaubsgeld vielleicht eine Diktatur und deren Menschenrechtsverletzungen zu unterstützen, lässt immer mehr Deutsche von einem Aufenthalt in der Türkei Abstand nehmen und auf Alternativen wie Ägypten, Philippinen oder Thailand umsteigen. Rainer Petermann schreibt dazu auf Facebook:
„Wer auch nur ein Minimum an Charakter hat ( von Ehre möchte ich gar nicht sprechen ) der sollte , ( der muss ) auf jeden Türkei Urlaub verzichten.“
Christa H. assistiert ihm und findet auch klare Worte in Richtung der türkischen Bevölkerung:
„Wäre ich Türkin, würde ich mich für mein Land schämen…. Hier geht es nicht um „wer hat angefangen“.
Hannelore B. wiederum sieht es als patriotische Pflicht, sich dem moralischen Feldzug ihrer Landsleute zum Kampf für eine Demokratie in der Türkei anzuschließen, auch wenn das mit persönlichen Opfern verbunden ist:
(Screenshot/Facebook)
  Ein Herr aus Lingen, der anonym bleiben wollte und sich „Deutscher Demokrat“ nennt, treibt diese „Kauft nicht beim Türken“-Kampagne nun in eine erschreckende Stufe. Er setzt auf mehr Entschlossenheit und Härte im Umgang mit der türkischen Einwanderercommunity in Deutschland und hat deshalb die seit 25 Jahren als Lebensmittelhändler in der Stadt ansässige Familie Yavuz darüber unterrichtet, dass er und seine Freunde die jüngsten Beleidigungen gewählter deutscher Spitzenpolitiker durch türkische Regierungsmitglieder zum Anlass nehmen möchte, nicht mehr in türkischen Geschäften einzukaufen. Dies gelte auch für die Familie Yavuz selbst. Ziel der Kampagnen ist es offenbar, durch die Entfaltung wirtschaftlichen Drucks die türkische Bevölkerung in Deutschland und in der Türkei selbst dazu zu bewegen, beim bevorstehenden Referendum ihre Zustimmung zur umstrittenen Verfassungsreform hin zu einem Präsidialsystem zu verweigern Allerdings ist es offensichtlich, dass nun auch viele Ausländerfeinde auf den Zug der Erdogan-Kritik aufspringen und ihren Hass freien Lauf lassen können.  

Familie Yavuz antwortete wie folgt auf das Schreiben:

Liebe Kunden,

soeben erreichte uns dieser Brief und löste Entsetzen in uns aus. Wir sind nun seit 25 Jahren als Familienunternehmen hier etabliert und fühlen uns auch als Teil von Lingen. Wir haben uns immer von politischen, kulturellen und religiösen Diskussionen distanziert. Und gerade deshalb möchten wir diesen Brief nicht anerkennen. Trotz dessen möchten wir alle, die derselben Meinung sind, bitten von einem weiteren Besuch bei uns abzusehen.

Allen anderen Kunden und Freunden, die uns wirklich kennen, möchten wir uns für die langjährige Treue und Freundschaft danken.

Einen schönen Tag wünscht Ihnen die Familie Yavuz

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Keine Überwachung durch Verfassungsschutz
Bundesregierung hält trotz Spitzel-Affäre an Dialog mit der Ditib fest

Köln (ots) – Auch nach den Spionage-Vorwürfen gegen Imame der Türkisch-Islamischen Union (Ditib) hält die Bundesregierung an der Zusammenarbeit mit dem größten islamischen Verband in Deutschland fest. Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet, betrifft dies sowohl die weitere finanzielle Förderung als auch die Teilnahme der Ditib an der Deutschen Islamkonferenz. In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, die der Zeitung vorliegt, positioniert sich die Regierung ablehnend zu einer Überwachung der Ditib durch das Bundesamt für Verfassungsschutz. Dafür gebe es keine gesetzliche Grundlage. Die Vorwürfe der Spionage richteten sich „aktuell lediglich gegen von Diyanet nach Deutschland entsandte und bei Ditib eingesetzte Imame“. Der Grünen-Politiker Volker Beck warf der Regierung zu große Nachgiebigkeit gegenüber der Ditib vor. Beck, religionspolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, es fehle der Bundesregierung am Willen, „die Machtstrukturen innerhalb der Ditib zu durchdringen“ und die Mechanismen für die Steuerung des Verbands und seiner Unterorganisationen durch die türkische Regierung zu verstehen.

Ecuador
Maybeline Thoraya Boraei Alvarez: Erste muslimische Militärpilotin Lateinamerikas

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Quito, ECUADOR (nex) – Eine Militärpilotin in Ecuador sagt, sie sei die erste und einzige Muslimin, die bei der Luftwaffe eines lateinamerikanischen Staates arbeite. „Ich arbeite bei der ecuadorianischen Luftwaffe, und vor mir gab es noch nie eine muslimische Frau, die bei der Luftwaffe eines lateinamerikanischen Landes gearbeitet hat“, erklärte Maybeline Thoraya Boraei Alvarez gegenüber der englischsprachigen Nachrichtenagentur Anadolu. Boarei Alvarez, deren Vater Muhammad Boraei aus Ägypten stammt, ist bereits seit mehreren Jahren bei der ecuadorianischen Luftwaffe angestellt. Ihre Mutter und ihre beiden Geschwister seien ebenfalls Muslime, so die junge Frau weiter. „Alle meine Freunde wissen, dass ich Muslimin bin und respektieren es“, unterstrich sie und fügte hinzu: „Es macht mich stolz, dass einige von ihnen sich mittlerweile mit dem Islam beschäftigen.“ Als sie sich bei der Luftwaffe beworben und ihre Religionszugehörigkeit angegeben habe, sei der Auswahlausschuss überrascht und etwas besorgt gewesen, so die 25-Jährige. „Ich dachte bei mir, ‚Okay, mein Glaube ist wichtiger als mein Ziel, wenn sie mich nicht nehmen, wähle ich einen anderen Weg‘ – und dann öffneten sich mir alle Türen“, erzählte sie. Die erste Zeit war mit einigen Herausforderungen verbunden: Die junge Frau verlor unter den sorgevollen Blicken ihrer Vorgesetzten zehn Kilogramm Gewicht, da es kein islamkonformes Essen gab und sie ausschließlich Wasser trank. Mittlerweile wird ihr eine alternative Mahlzeit angeboten. Auch ihre Arbeitszeiten wurden angepasst, sodass sie ihre Gebete rechtzeitig verrichten kann. Boraei Alvarez beschwerte sich im Gespräch über das negative Bild vom Islam, das extremistischen Gruppen zu verdanken sei: „Wir sollten als Geschwister vereint unsere Religion verteidigen“. Ihr langfristiges Ziel hat es in sich: Sie möchte die Verteidigungsministerin Ecuadors werden.

Kampf gegen den Terror
Ankara: Von USA und Türkei gesuchte Terroristin befindet sich in den Niederlanden

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Ankara (nex) – Eine hochrangige linksextremistische Terroristin, nach der sowohl die USA als auch die Türkei fahnden, hält sich vermutlich in den Niederlanden auf. Dies teilte ein türkischer Regierungsvertreter am gestrigen Mittwoch mit und fügte hinzu, dass Ankara einen Auslieferungsantrag vorbereite. Das als Seher Demir Sen identifizierte Mitglied der Revolutionären Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) habe innerhalb der Miliz eine Führungsposition. Sie soll hinter dem Anschlag auf die US-Botschaft in Ankara vor vier Jahren stecken, bei dem ein Wachmann getötet worden war. DHKP/C hat sich, seit ihrer Gründung im Jahre 1994, als ihre Vorgängerin Devrimci Sol bzw. Dev Sol zersplitterte, US-Interessen, einschließlich US-Militärpersonal und -Diplomaten sowie Objekte, zum Ziel gesetzt. Ihr Ziel ist es, den Fußabdruck, den die USA und die NATO in der Türkei hinterlassen haben, abzuschaffen und einen sozialistischen Staat aufzubauen. Im Februar 2013 griff ein mit der Gruppe verbundener Selbstmordattentäter die US-Botschaft in Ankara an und tötete dabei einen türkischen Sicherheitsmann. Das US-Außenministerium stufte 1997 die DHKP/C als eine ausländische Terroristenorganisation ein und überprüfte diese Einstufung am 24. Juli 2013 und behielt sie bei. Sen trat Dev Sol im Jahre 1980 bei und nahm an Dev-Sol-Aktionen bis 1994 teil, wonach sie der DHKP/C beitrat und in Griechenland zur Führungsposition aufstieg. Angeblich diente sie als Chef des DHKP/C-Büros in Athen. Sie ist ein Mitglied des DHKP/C-Zentralkommittees, des Entscheidungsgremiums der Gruppe. Musa Asoglu, Zerrin Sari und Seher Demir Sen sind Schlüsselführer der Revolutionären Volksbefreiungspartei/Front (türkisch: Devrimci Halk Kurtuluş Partisi Cephesi oder DHKP/C). Die USA fahndeten ebenfalls gemeinsam mit Sen nach zwei weiteren DHKP-C-Anführern. Ein Regierungsvertreter der Türkei gab bekannt, Sicherheitskräfte hätten ermittelt, dass die Terroristin sich vor Kurzem von Griechenland in die Niederlande abgesetzt habe. Die Vorbereitungen für den offiziellen Auslieferungsantrag würden laufen.

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#TurkishAirlinesHelpSomalia
Gemeinsam für Somalia: Turkish Airlines unterstützt US-Star Ben Stillers Hilfsaktion

Istanbul (nex) – Turkish Airlines wird im Rahmen einer Kampagne des Vine- und Snapchat-Stars Jerome Jarre und des Schauspielers Ben Stiller 60 Tonnen humanitäre Hilfsgüter im Wert von zwei Millionen US-Dollar in das von einer extremen Hungersnot betroffene Somalia fliegen. Der Hollywood-Star Ben Stiller hatte die einzige kommerzielle Fluggesellschaft, die in das ostafrikanische Land fliegt, via Twitter gebeten, eines ihrer Flugzeuge für die Somalia-Hilfsaktion zur Verfügung zu stellen. Twitter-User aus aller Welt unterstützten die Online-Kampagne, die mit dem Hashtag #TurkishAirlinesHelpSomalia ihren Lauf nahm. Am vergangenen Freitag reagierte Turkish Airlines mit dem Tweet: „Bereit zum Abflug, um Somalia zu helfen“. https://youtu.be/0kzFCkzf3n0 Die Zielsumme von zwei Millionen US-Dollar war Medienberichten zufolge bereits nach nur wenigen Stunden erreicht, nachdem 75.000 Menschen für die Kampagne gespendet hatten. Ibrahim Kalin, der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, twitterte nach seinem Telefongespräch mit Ben Stiller: „Großartige und gütige Leistung von Ben Stiller und seinen Freunden für das somalische Volk. Wir sind bereit zu helfen.“ https://www.youtube.com/watch?v=1WDvxGYz5fE Am 4. März hatte Erdogan die Menschen dazu aufgerufen, an der Hilfsaktion des Türkischen Roten Halbmondes (TRH) für Somalia teilzunehmen. TRH-Präsident Kerem Kinik dankte dem Hollywoodstar für die Schaffung eines Bewusstseins bezüglich der Situation und gab bekannt, dass die größte Hilfsorganisation der Türkei die Entsendung von drei Schiffen und drei Frachtflugzeugen in den Jemen, nach Somalia sowie in den Südsudan durch Turkish Airlines plane. UN-Angaben zufolge droht rund 20 Millionen Menschen, davon 1,4 Millionen Kindern, in Ostafrika der Hungertod. Die Türkei hat seit 2011 mehr als rund 122 Millionen US-Dollar durch die Behörde für Notfall- und Katastrophenmanagement (AFAD), den Türkischen Roten Halbmond und das türkische Amt für religiöse Angelegenheiten (Diyanet) an humanitärer Hilfe geleistet.

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Flüchtlingskrise
Bericht: Immer mehr Kinder in EU-Flüchtlingscamps begehen Selbstmord

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Berlin (ots) – Angst und Depression, Aggression gegen sich selbst und andere: Unter diesen alarmierenden Symptomen leiden immer mehr Kinder, die aufgrund des EU-Türkei-Deals auf den griechischen Inseln festsitzen. Das zeigt der neue Bericht von Save the Children „A Tide Of Self-Harm and Depression“. Die politische Vereinbarung zwingt derzeit tausende Familien und mehr als 5.000 Kinder zu einem Leben unter haftähnlichen Bedingungen oder in überfüllten und unsicheren Unterkünften. Kinder sehen Leichen, werden in gewaltsame Proteste verwickelt, haben all ihr Hab und Gut verloren, den ganzen Winter in dünnen Zelten oder kaum geschützt auf Parkplätzen verbracht und sind von Bildungsmöglichkeiten abgeschnitten. Um dieser schrecklichen Lebensrealität zu entfliehen, greifen immer mehr Jugendliche zu Alkohol und Drogen, Dealer schlagen daraus Kapital. Manche Kinder verletzen sich auch selbst, sogar schon im Alter von neun Jahren. Die Mütter entdecken die Wunden und Narben beim Baden ihrer Kinder. Außerdem gibt es Zwölfjährige, die versucht haben, sich umzubringen, unter anderem weil sie Zeugen von Selbstmordversuchen wurden. Einen solchen Fall haben Kinder sogar gefilmt. „Der EU-Türkei-Deal sollte eigentlich den Fluss ‚illegaler Migration‘ nach Griechenland stoppen – aber zu welchen humanitären Kosten geschieht das nun?“, fragt Andreas Ring von Save the Children Griechenland. „Unsere Kollegen beobachten eine erschreckende Verschlechterung des seelischen Zustands der Kinder und fürchten, dass eine Generation mit großen, langfristigen psychischen Problemen heranwächst – und zwar in Europa, direkt vor unserer Haustür.
(Foto: Save the children)
Diese Kinder haben das Schlimmste durchgemacht, um unvorstellbarem Grauen zu entkommen und Sicherheit zu finden – gefunden haben sie weitere Verzweiflung. Einige Kinder bezeichnen die Camps als Hölle und sagen, sie würden sich dort wie Tiere fühlen, nicht wie Menschen. Und die älteren Mädchen und Jungen wissen, dass es das Verschulden der EU ist, dass sie dort auf unbestimmte Zeit festsitzen. Kinder haben große Widerstandskräfte, aber unter solchen Zuständen drohen sie zu zerbrechen. Es muss jetzt gehandelt werden für sie – je eher wir ihnen helfen, desto schneller werden sie sich erholen.“ Save the Children hilft mit kinderfreundlichen Räumen, in denen sie geschützt spielen und Kind sein können sowie psychosozial unterstützt werden. „Diese Art der Hilfe ist dringend notwendig, aber auf Dauer nicht ausreichend“, mahnt Andreas Ring an. Die weltweit größte unabhängige Kinderrechtsorganisation ruft daher die EU und die griechische Regierung auf, umgehend die rechtswidrige und ungerechtfertigte Festsetzung von Geflüchteten zu beenden: Die betroffenen Inseln müssen entlastet und die Kinderflüchtlinge und ihre Familien in sichere Unterkünfte umgesiedelt werden. Für unbegleitete Kinder muss es mehr Unterbringungsmöglichkeiten geben, zudem müssen Kinder mit psychischen Störungen unmittelbar an Orte gebracht werden, an denen sie angemessen behandelt werden können. „Ich habe gravierende Veränderungen im Verhalten meines Sohnes beobachtet“, sagt der Geflüchtete Babak, der mit seinem 12-jährigen Sohn dabei war, als ein Feuer vergangenes Jahr Teile des Lagers in Chios vernichtete, in dem sie gestrandet waren. „Er hat große Angst seit dem Brand“, berichtet Babak, „er schläft nicht gut und leidet unter Alpträumen, ich habe die gleichen Symptome. Niemand kann unter solchen Bedingungen leben. Ich hasse mich selbst und Europa.“ Mitarbeiter von Save the Children berichten, dass einige unbegleitete Kinderflüchtlinge rund um die Uhr in einem „Überlebensmodus“ sind und in Schichten schlafen, um sich gegenseitig zu schützen.

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Terrorismus
PKK: 2016 über 40 Gewalttaten an Türken und Kurden in Deutschland

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Dortmund (nex) – Anhänger der international als Terrororganisation eingestuften PKK haben nach einer Meldung der englischsprachigen Nachrichtenagentur Anadolu im vergangenen Jahr mehr als 40 Gewalttaten gegen Türken und Kurden in Deutschland verübt –  Festnahmen gab es bislang jedoch nur fünf. Nach Aufzeichnungen türkischer Konsulate, die Anadolu eigenen Angaben zufolge vorliegen, seien im vergangenen Jahr 19 türkische Staatsangehörige bei Angriffen von PKK-Anhängern bei Demonstrationen in Köln, Nürnberg und Stuttgart verletzt worden, drei davon schwer. PKK-Sympathisanten hätten auch auf acht Moscheen sowie zehn Büros, die türkischen Vereinen gehörten, eine lokale Zeitung und mehrere Geschäfte zumeist mit Molotow-Cocktails, Sprengsätzen und anderen brennbaren Materialien Anschläge verübt, so die türkischen Auslandsvertretungen weiter. Unter den 42 von türkischen Staatsbediensteten registrierten Anschlägen seien in nur zwei Fällen Straftäter in Untersuchungshaft gekommen. Bei acht Anschlägen auf Moscheen in verschiedenen Städten wie Kassel, Heilbronn und Emmerich am Rhein habe die Polizei bislang keine Festnahmen durchgeführt, heißt es weiter. Auch die Union Europäisch Türkischer Demokraten (UETD), eine der größten Migrantenorganisationen Deutschlands, sei Opfer von Molotowanschlägen in verschiedenen Städten geworden. Die PKK wird von Deutschland seit 1993 als eine Terrororganisation eingestuft, die aber laut dem letzten Bericht des Bundesverfassungsschutzes mit 14.000 Anhängern nach wie vor in dem Land aktiv ist. Die Terrororganisation hat im Juli 2015 ihren bewaffneten Kampf gegen die Türkei wiederaufgenommen und ist seit dem für den Tod von etwa 1.200 Sicherheitskräften und Zivilisten verantwortlich.

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Blaulicht
Essen: Kundenfahrzeug in Autohaus gestohlen – wer kennt den Mann?

Essen (ots) – Mit dem Bild einer Überwachungskamera fahndet die Polizei nach einem mutmaßlichen Autodieb. Am 13. Januar betrat der hier abgebildete Mann zunächst den Verkaufsraum des Geschäfts an der Langemarckstraße in 45141 E-Frillendorf bevor er sich in Richtung Waschhalle orientierte. Hier entwendete er einen abgestellten Dacia Duster. Zuvor fertigte eine Überwachungskamera Lichtbilder des Unbekannten. Wer kennt diesen Mann? Hinweise nimmt die zuständige Ermittlerin des Kriminalkommissariats 32 unter der Telefonnummer 0201/829-0 entgegen. (LL)